Das Podcast-Interview beleuchtet das MHFA-Programm (Mental Health First Aid), ein weltweit etabliertes Konzept zur Erste-Hilfe bei psychischen Störungen, das seit 2000 in Australien entstand und nun auch in Deutschland aktiv ist. Es richtet sich an alle Erwachsenen, unabhängig von Beruf oder Vorerfahrungen, und vermittelt grundlegende Wissen zu psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder Angstzustände, sowie Fähigkeiten zur Beobachtung, Kommunikation und professionellen Unterstützung. Der Kurs wird durch speziell ausgebildete Instruktorinnen durchgeführt, die mit psychologischem Hintergrund ausgebildet sind und deutschlandweit Ersthelferkurse anbieten. Die Kursplattform mhfa-ersthelfer.de ermöglicht die Buchung und Organisation von Kursen, wobei die Teilnehmer eine Teilnahmegebühr zahlen und Instruktorinnen frei entscheiden können, ob sie ehrenamtlich oder mit Honorar arbeiten. Die Studien zeigen die Wirksamkeit des Programms: es reduziert Stigmatisierung, verbessert das Verständnis für psychische Erkrankungen und vermittelt Sicherheit in situationsbezogenen Begegnungen. Die Interviewpartner, Prof. Dr. Michael Deuschle und Dr. Simona Maltese, betonen, dass das Programm nicht nur für Betroffene, sondern auch für das gesellschaftliche Miteinander von entscheidender Bedeutung ist – es fördert Verantwortung, Mut und das Vertrauen, sich mit psychischen Themen auseinanderzusetzen. Die Vision ist, dass jeder Mensch in seinem Umfeld einen Ersthelfer hat, der bei psychischen Krisen helfen kann. Das Projekt wird durch Stiftungen wie die Dietmar-Hopp-Stiftung und die Otto-Beisheim-Stiftung unterstützt und expandiert, wobei zukünftige Schritte eine Online-Ausbildung und eine stärkere deutschlandweite Abdeckung umfassen sollen. Es wird außerdem ermutigt, sich für den Kurs zu melden, um die psychische Gesundheit in der Gesellschaft aktiv zu stärken und die Botschaft „sich trauen“ zu vertreten.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Jungen freutlos, eurem Podcast aus
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.
Moritz und ich sitzen hier vor dem Computer, immer noch zwei Drittel Besetzung unsererseits.
Genau, uns fehlt immer noch eine Person im Team und es ist auch immer noch Corona-Zeit
und man führt gerne Ferngespräche über die Republik hinweg und unsere Gäste stellen
wir euch gleich vor. Zum Anlass der heutigen Folge, es handelt sich um eine Sonderfolge,
die wir im Rahmen des Aktionsmonats zur angelehnt an die Woche der seelischen Gesundheit
veröffentlichen. Der Hashtag lautet Krisenkraft und zwar geht es darum, ein Zeichen zu setzen
für einen besseren Umgang mit der seelischen Gesundheit, mit psychischen Störungen. Diese
Aktion wird von der Mental Health Crowd aus München initiiert und die Mental Health Crowd
hat 32 Kooperationspartner, darunter Blogger, Autorinnen, Vereine, Stiftungen und auch uns
Jungen freutlos rekrutiert. Nicht schlecht, oder? Wir sind auch dabei. Genau, um zu dem
Thema zu sprechen, haben wir uns überlegt, wie kann man mit psychischen Krisen besser
umgehen. Und zwar haben wir zwei Gründermitglieder, Leitungsteam-Mitglieder von MHFA in Mannheim
heute als InterviewpartnerInnen zu Gast. Was das genau ist, erklären wir gleich. Ihr denkt
euch wahrscheinlich, noch nie gehört. Wir sagen, wir sind ein Team von MHFA in Mannheim.
Ja, coole Abkürzungen gehen immer.
Im HFA, genau. Und wir begrüßen dazu zum einen Prof. Dr. Michael Deuschle. Hallo Michael.
Hallo, es bin ich.
Und Dr. Simona Maltese. Hallo Simona.
Hallo.
Ich sage kurz was zu euch. Also Michael Deuschle ist leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie
und Psychotherapie in Mannheim am Zentralinstitut für seelische Gesundheit und Leiter der Forschungsgruppe
Stress.
Er hat Stressbezogene Erkrankungen und hat das MHFA-Projekt in Mannheim initiiert. Stimmt das so?
Ja, das ist so.
Das ist gut. Und Simona Maltese ist Psychologin und Psychotherapeutin, ist seit 2019 im Leitungsteam
des MHFA-Ersthelfer-Teams dabei und ist Trainerin für dieses MHFA-Konzept und arbeitet aber auch
klinisch als Psychologin.
Mit verschiedenen Patientengruppen und auch in der Forschung. Richtig, Simona?
Ganz genau, das stimmt.
Super, dann wissen wir jetzt zumindest schon mal, mit wem wir es zu tun haben. Und zu dem, mit was wir es zu tun haben,
werden wir alsbald kommen. Das ist auf jeden Fall ein extrem spannendes Projekt für alle, die sich für psychische Gesundheit
interessieren. Und ich muss jetzt aber an der Stelle einen kleinen Disclaimer noch äußern. Sebastian und ich waren nämlich dieses Jahr schon in
Mannheim.
Und haben uns fortgebildet und haben uns nämlich auch in dem MHFA-Kosmos ausbilden lassen zu Instruktoren. Das heißt, wir haben das gemacht, weil wir das Projekt von Anfang an super spannend und wichtig fanden, sind damit gleichzeitig aber jetzt nicht ganz unabhängig, sondern also wir fanden das schon vorher toll und machen deswegen jetzt natürlich erst recht Werbung dafür und würden aber potenziell irgendwann vielleicht auch mal Kurse geben und Geld damit verdienen. Deswegen haben wir einen kleinen, aber feinen Interessenskonflikt.
So, nach dieser intensiven Einführung durch Ismene würde ich sagen, jetzt müssen wir echt drüber sprechen, was MHFA ist. Aber alle, die uns schon öfter gehört haben, wissen, es geht nicht ohne die Oder-Fragen, weil wir müssen natürlich euch beide, Simona und Michael, noch einen Ticken besser kennenlernen. Wir haben drei Oder-Fragen vorbereitet, wie immer, wenn wir Gästinnen oder Gäste haben. Jetzt haben wir zwei GästInnen sozusagen. Vielleicht könnt ihr einfach jeder für euch dann die Frage beantworten, ganz spontan aus dem Bauch heraus, okay? Wir lernen euch kennen und ich lege einfach mal los mit Frage 1.
Erste Hilfe, zweite Geige.
Oder drittes Rad am Fahrrad.
Erste Hilfe.
Erste Hilfe.
Natürlich erste Hilfe.
Okay, wir haben zweimal erste Hilfe. Das ist schon der erste Hinweis, worum es heute gehen könnte.
Ja, sehr sukzessiv. Ich habe auch noch eine Frage. Akkuizität, Akkulaufzeit oder Aktualität?
Aktualität.
Aktualität, sehr gut. Was sagst du, Michael?
Ich nehme auch Aktualität, ja. Das ist eine Meinung.
Ist ein bisschen angenehmer als Akkuizität in den meisten Fällen.
Wahrscheinlich.
Ich weiß auch nicht, ob der durchschnittliche Hörer und die durchschnittliche Hörerin Akkuizität in ihrem Wortschatz implementiert hat.
Hatte ich auch nicht. Ich habe es mal gelesen. Ich fand es war total, es ist irgendwie ästhetisch.
Aber ihr habt euch für Aktualität entschieden, weil euer Thema aktuell ist, nehme ich an.
Deswegen kommen wir zur dritten Frage, damit wir uns dem Thema endlich widmen können.
Diese Frage an euch. Instruieren, destruieren oder instrumentalisieren?
Oder katapultieren.
Instruieren, natürlich.
Natürlich.
Und Michael von deiner Seite auch?
Instruieren, der Instruktor instruiert.
Genau, für alle, die Deutsch als Muttersprache haben, das heißt anleiten, oder? Instruieren?
Ja, würde ich auch so sagen.
Okay, also ich glaube, man konnte vielleicht schon ein bisschen raushören, in welche Richtung unser Thema heute geht.
Trotzdem unsere erste Frage an euch beide. Was ist denn jetzt eigentlich MHFA? Warum sprechen wir da heute drüber?
Ja, MHFA ist so ein bisschen in deutschen Ohren fremdklingende Abgeordnete.
Bekürzung für Mental Health First Aid.
Wir haben auch lange über den Namen nachgedacht.
Deswegen nennen wir unser MHFA Ersthelfer, damit die Laien auch ein bisschen verstehen, was es da inhaltlich geht.
Und das ist so ein Konzept für Erste Hilfe bei psychischen Störungen.
Angelehnt an das Konzept Erste Hilfe bei körperlichen Erkrankungen.
Das kann ja jeder. Landt man meistens beim Führerschein, Reanimation, Blutung stillen und so weiter.
Und MHFA Ersthelfer ist ein Programm.
Das ist ein Programm, was Erste Hilfe für psychische Probleme anbietet.
Woher kommt denn das MHFA-Konzept? Habt ihr euch das ausgedacht oder gab es das schon irgendwo anders?
Nein, das Konzept haben wir uns natürlich nicht ausgedacht, sondern das ist im Jahr 2000 in Australien entstanden.
Und zwar von der Betty Kitchener und dem Tony Dror.
Die Frau ist examinierte Krankenschwester und Gesundheitspädagogin und auch Betroffene.
Und er ist Professor und forscht eben im Bereich der psychischen Gesundheit.
Und ihre Idee war eben oder ihr Ziel, diese körperliche Erste Hilfe auf psychische Belastungen zu übertragen.
Dass ihr Laien lernen, wie sie besser helfen können, wenn eben bei nahestehenden Personen psychische Störungen auftreten
oder sich eine bestehende Störung verschlimmert oder eine akute Krise auftritt.
Und daraus ist dann so ein Erste-Helfer-Kurs für Laien entstanden, der zwölf Stunden umfasst.
Und das Interessante ist, dieser Kurs, der wurde eben. Der ist standardisiert und wurde von Anfang an begleitend wissenschaftlich evaluiert.
Und jetzt ist es so, dass es eigentlich kein anderes Programm zur Früherkennung von psychischen Störungen gibt,
zu dem es so viele wissenschaftliche Studien gibt, wie eben zum MHFA-Kurs.
Und die Studien belegen auch die Wirksamkeit dieses Kurses.
Das heißt, sowohl das Wissen über psychische Störungen wurde verbessert, stigmatisierende Haltungen reduziert.
Und die Kurse helfen auch den Menschen.
Und die Kurse helfen den Menschen, Anzeichen und Symptome von Störungen zu erkennen, zu verstehen und darauf zu reagieren.
Ich finde das total spannend, weil wenn du sagst, das gibt es eigentlich seit dem Jahr 2000.
Und ich bin mir ganz sicher, weil ich, glaube ich, erst vor einem Jahr zum ersten Mal überhaupt davon gehört habe,
dass es ganz vielen anderen auch so geht, dass sie noch nie von MHFA gehört haben.
Obwohl das ja, wie du sagst, eigentlich schon ein ganz gut untersuchtes Programm ist oder Konzept ist.
Okay, das heißt also, es war in Australien.
Das ist das, oder?
Wo es zuerst implementiert wurde.
Dort gibt es das schon länger.
Und wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, das nach Deutschland zu holen?
Also du konntest es ja gar nicht mitkriegen, weil ich glaube, da warst du so in der Grundschule oder vielleicht noch im Kindergarten.
Also das seid ihr jetzt nachgesehen.
Ja, also das Programm haben die ja ganz klein angefangen in Australien.
Und ich glaube, die waren sehr überrascht, wie schnell sich das entwickelt hat.
Und es ist dann ja letztlich Sprachgrenzen folgen.
Relativ rasch noch USA, Kanada, UK und andere englischsprachige Länder gesprungen.
Insgesamt ist es derzeit in 24 Ländern aktiv.
Und ich glaube, das hing einfach an der Sprachschwelle.
Jetzt aktuell wird es einigermaßen zeitgleich gestartet in der Schweiz, in Luxemburg, in Frankreich und auch bei uns.
Und wir sind einfach eigentlich übers Internet eher zufällig drüber gestolpert.
Und ich war eigentlich fast überrascht, dass das niemand hier kannte, obwohl das eigentlich zu dem Zeitpunkt schon eine weltweite Bewegung war.
Also aktuell sind es vier Millionen Menschen, die diesen Kurs besucht haben.
Und ich finde, wenn ihr sagt, man dachte sich, es gibt Erste-Hilfe-Kurse für körperliche Erkrankungen,
warum gibt es dann nicht auch welche für psychische Störungen, ist das erstmal einleuchtend.
Aber wisst ihr noch was über die Hintergründe, wie ausgerechnet im Jahr 2000 die Idee entstanden ist,
dass es Erste-Hilfe für psychische Störungen braucht?
Also die Gründungslegende ist, dass die Bette. Kitchener mit dem Tony John einen Sonntagsspaziergang mit dem
Hund gemacht haben, wie Walk the Dog
und da über
Erste Hilfe gesprochen haben. Da sind die
auf die Idee gekommen.
Ich glaube, in Australien passt es
natürlich auch gut immer. Das ist ein Riesenflächenland.
Der nächste Psychiater ist immer
ziemlich weit weg und die Frage,
ob ich meinen Angehörigen auffordere
oder ihm empfehle, dort hinzufahren, ist
wirklich eine wichtige Frage und
deswegen ist es gut, wenn da der Angehörige
geschult ist.
Das ergibt natürlich Sinn. Ist die Frage,
warum nicht schon früher mal jemand mit seinem Hund spazieren
gegangen ist und auf diese Idee gekommen ist.
Das war ja eigentlich nicht erst Anfang der 2000er ein Problem.
Aber vielleicht hat
dieser inspirierende Spazieren gefehlt.
Jetzt hast du gesagt, Michael, man kennt es eigentlich
vom Führerschein, die Ausbildung
zum Ersthelfer, zur Ersthelferin.
Jetzt ist die Frage, wer ist denn sozusagen
geeignet für die Ausbildung zum
MHFA-Ersthelfer oder
zur MHFA-Ersthelferin?
Muss man da auch volljährig sein? Braucht man
Vorwissen? Muss man professionell
sein im Sinne von, man hat vielleicht eine medizinische
Ausbildung oder irgendwas aus dem Bereich?
Also grundsätzlich ist der Kurs für alle
Erwachsenen, die Interesse
haben. Es ist kein Vorwissen
nötig. Ich denke, eine gewisse Bereitschaft
natürlich zu lernen,
wie man Menschen im Umfeld anspricht,
denen es nicht gut geht.
Und natürlich sollte
man auch selbst stabil genug
sein, um über solche sensiblen Themen
in einem Kurs auch zu sprechen und
sich damit auseinanderzusetzen.
Und eine
besondere, also eine Auswahl von
Personengruppen, für die es vielleicht besonders
geeignet ist, sind natürlich so Angehörige
von Menschen mit psychischen Problemen,
aber auch Lehrer, Notfalleinsatzkräfte,
Personen mit Mitarbeiterverantwortungen.
Also grundsätzlich
eigentlich alle Berufsgruppen,
die jetzt direkt mit Menschen
zu tun haben, aber eigentlich
auch jeder Mann,
jede Frau,
weil jeder ein Umfeld, ein soziales
Netz, ein Freundeskreis hat,
der betroffen sein könnte.
Jetzt hast du gerade schon gesagt, man muss
selber, wenn man als erst helfende Person
sozusagen agieren will, auch
stabil genug sein. Wird das denn in diesen
Kursen auch thematisiert, die eigene
psychische oder vielleicht auch körperliche
Stabilität oder wie checkt man das sozusagen
ab? Also natürlich
in dem Kurs selbst
kommt es nur indirekt
zum Tragen und es wird auch nicht vorher
abgeprüft, ob man sich jetzt in der Lage
fühlt oder nicht.
Es wird natürlich darauf hingewiesen,
dass es Themen geben kann, die
einen vielleicht ein bisschen
triggern oder die eben schwer sind.
Und dass dann auch
Support da ist und Netz mit diesen
Menschen natürlich umzugehen.
Aber so richtig
abgeprüft wird es natürlich nicht im
Kurs.
Jeder sollte natürlich selbst auch wissen,
was er sich zutraut oder wie er
sich in der Lage fühlt, über solche Themen zu
sprechen. Das ist das
eine. Und dann hatte die
Frage noch einen zweiten Teil, den ich jetzt gleich
vergessen habe.
Es wird abgeprüft und
eigentlich eher, ob das im Kurs zur Sprache
kommt. Aber ich glaube, du hast es damit eigentlich
schon ganz gut beantwortet. Also eben, dass es
jetzt nicht explizit, man wird nicht sozusagen
vorher getestet mit einem Fragebogen oder so,
sondern es geht eher darum, dass man
denke ich, irgendwie das nahegelegt bekommt,
da auch sich selbst gut im Blick zu
haben. Das ist wahrscheinlich der entscheidende Punkt.
Jetzt hat Ismene ja vorhin disclaimed, dass
sie hier auch schon so einen Kurs gemacht hat
als Instruktorin. Jetzt muss man ja doch
sagen, Ismene ist ja jetzt doch jemand mit Vorwissen.
Ist es jetzt nochmal ein anderer Kurs?
Gibt es sozusagen Ersthelfende und
Zweithelfende oder ist es so Professionals?
Und Non-Professionals?
Wie muss man sich das vorstellen?
Also zum einen haben wir eben die Ersthelfenden,
die Laien sind.
Das heißt, jeder, der Interesse an dem Thema
hat und erwachsen und volljährig ist,
kann sich an so ein
Kurs einschreiben und
lernt eben dann so ein gewisses Grundwissen,
wie er auf andere
Menschen zugehen kann und
ihnen helfen kann, bis professionelle Hilfe
zur Verfügung steht.
Und das verbessert eben auch,
wie ich schon am Anfang gesagt habe, das
Verständnis für psychische Probleme und
reduziert auch das Stigma und erleichtert
im Ende den Betroffenen so einen Zugang
zu professioneller Hilfe.
Und das Ganze wird natürlich auch
gelernt und geübt in diesen Kursen.
Das heißt, es ist nicht nur so theoretisch,
sondern es gibt Rollenspiele, es gibt
ganz interessante
Übungen und es gibt auch
Filme, wie Menschen geschult werden.
So, und jetzt
muss es ja aber auch Menschen geben,
die diese Kurse geben.
Das kann ja nicht das MHA-Leitungsteam
von Mannheim aus in ganz Deutschland steuern
und deswegen gibt es Instruktorinnen.
Das heißt, Instruktorinnen
sind, das ist das
Besondere in Deutschland, wir
wählen Personen mit einem fachlichen Hintergrund
aus, also nicht jeder kann Instruktor
werden, sondern Menschen, die
eben Wissen
über psychische Störungen haben und auch
Erfahrungen im Umgang mit Betroffenen.
Und diese Menschen
sind eingeladen, eben wenn sie die
Kriterien erfüllen, also einen weiteren Beitrag
auch für die Gesellschaft zu leisten.
Sich als Instruktor ausbilden zu lassen
und dann deutschlandweit
eben selbstständig Ersthelferkurse
durchzuführen, um Laien zu schulen.
Und das ist eine ganz wichtige Sache, weil
mit der Anzahl der Instruktorinnen
steht und fällt natürlich das ganze
Konzept, weil
also gerade jetzt in der Anfangsphase,
wenn wir in Deutschland
das Programm ausbreiten, ausrollen,
dann ist es natürlich besonders wichtig,
dass wir schon an einigen Orten
Instruktoren haben und
dass noch viele dazukommen.
Wie so ein Schneeballsystem dann, oder?
Je mehr Instruktoren ihr
oder Instruktorinnen ihr ausbildet,
umso mehr Kurse finden dann statt.
Wo steht ihr denn aktuell?
Wo sind
denn die Hauptengpässe? Ist es so, dass
ihr aktuell auf Instruktorensuche
seid und es erst dann weitergeht oder
laufen auch schon die Ersthelferkurse
an? Also es läuft beides schon
an. Wir haben einige Instruktorinnen
ausgebildet.
Natürlich sind wir auf der
Suche, weil wir bieten jeden Monat
in Mannheim ein Instruktorinnen-Training
an und alle, die
da Interesse dran haben, die dürfen sich da
gerne bewerben. Informationen findet
man auf unserer Homepage dazu.
Wir schreiben das auch nochmal in die
Folgenbeschreibung rein,
damit die Leute das finden, genau.
Ja, sehr gern. Das ist ganz super.
Und es laufen aber auch schon
Ersthelferkurse, die
teilweise auch schon über die
Homepage buchbar sind, beziehungsweise
auch in der Vergangenheit schon liefen,
als wir noch nicht öffentlich waren
aber es gibt schon Ersthelfer, die ausgebildet
sind. Genau, das muss man auch sagen.
Ihr seid jetzt schon eine ganze Weile am Arbeiten
in dem Projekt
und an der Implementierung und habt
aber noch eine Weile gewartet,
bis ihr wirklich das offiziell
gemacht habt. Oder seit
wann seid ihr denn jetzt offiziell gestartet?
Also die Webseite,
die ist jetzt seit wenigen Wochen
aktiv. Da hinkt es ja letztlich, also wir
müssen ja irgendwie eine Plattform haben, über die wir das
organisieren. Und die Webseite
mhfa-ersthelfer.de
die hält einerseits die
Infos vor, also wo sich
Interessenten, sei es an
Ersthelferkursen oder Instruktorentrainings
informieren können.
Und letztlich ist die Webseite
auch die Plattform, über die Kurse
gebucht werden können. Also wir bieten
es praktisch an, dass die Instruktoren dort die Kurse
anbieten und
dann kann der Ersthelfer, der Laie, der
Ersthelfer werden möchte, das direkt dort buchen.
Jetzt hast du schon gesagt buchen. Ist das
was, wofür die Leute bezahlen müssen oder
wird das irgendwie gefördert? Ist das
wird das bezahlt? Wie sieht es damit aus?
Also die Ersthelferkurse,
die kosten in der Tat eine Teilnahmegebühr
und
die enthält
einerseits einen Grundbetrag, der sozusagen
immer anfällt. Das ist für die
Lehrbücher und Materialien und so weiter. Das ist
praktisch was, die Zentrale, wenn man so möchte,
finanziert. Und darüber hinaus
gibt es einen
Betrag, den der Instruktor erhält.
Und wir haben das so organisiert, dass der
Instruktor eine gewisse Freiheit hat. Der kann das
sozusagen komplett ehrenamtlich und umsonst machen.
Und kann damit aber auch ein Honorar festlegen.
Da wird dem Instruktor Freiheit gegeben.
Ich glaube, das ist auch fair, weil es gibt ja
unterschiedliche Gruppen. Ich glaube, beim eigenen
Tennisclub oder in sozial schwierigen Milieus
würde es vielleicht eher umsonst machen und in
anderen Bereichen halt eher nicht.
Wie sind denn eure bisherigen Erfahrungen in
den in den Ersthelferkursen, vielleicht auch in
den Instruktorenkursen? Wie wird das Konzept
angenommen? Was kriegt ihr für Rückmeldungen?
Ich glaube, die ganz häufige Äußerung ist, dass das
gefehlt hat. Warum ist da noch keiner draufgekommen?
Also so augenscheinlich, dass das sinnvoll ist, dass man
sich wirklich wundert, warum das so lange gedauert hat
oder warum man nicht selber auf die Idee gekommen ist.
Das ist eine ganz häufige Reaktion. Es gibt viel
Interesse. In den Ersthelferkursen sitzen, ich würde
sagen, etwas überrepräsentiert Menschen drin, die selber
schon mal die Erfahrung gemacht haben. Ein Angehöriger,
ein Freund hat offenbar ein psychisches Problem und ich
fühle mich hilflos und überfordert.
Ich weiß nicht, was ich mit dem jetzt machen soll.
Und an diese Menschen wendet sich auch der Ersthelferkurs.
Ich finde es auch einfach epidemiologisch ehrlich gesagt
relativ eindeutig. Also die meisten Menschen machen
im Führerschein ein Reanimationstraining und ganz
selten kommt mal einer dazu, das auch ernsthaft machen
zu müssen. Aber bei der hohen Prävalenz von psychischen
Störungen ist es ganz naheliegend, dass wir alle
gelegentlich jemanden im Umfeld haben, der Hilfe benötigt.
Auf jeden Fall. Jetzt haben wir glaube ich ganz gut
verstanden, wie die Kurse funktionieren und was hinter
MHFA steckt. Vielleicht könnt ihr jetzt nochmal ein
Beispiel nennen, in was für Situationen denn tatsächlich
diese erste Hilfe für eine psychische Krisensituation zum
Beispiel durch Laien zum Einsatz kommen könnte.
Also ich glaube, eine häufige Situation ist, dass wir im
Umfeld, also bei Menschen, die uns in irgendeiner Weise
nahestehen, die wir kennen, dass die in einer Krise sind
oder ein psychisches Problem haben. Und das ist eine
ich weiß nicht so richtig, wie ich es anstelle.
entsprechend soll. Also ich glaube, was doch recht oft vorkommt, ist zum Beispiel, jemand hat offenkundig depressive Beschwerden oder rutscht so allmählich in Substanzmissbrauch oder gar Alkoholabhängigkeit und man fühlt sich hilflos und denkt, Mensch, dem müsste ich jetzt Rat geben, aber ich weiß nicht, wie ich es machen soll. Ich glaube, das wären so ganz typische Konstellationen.
Es ist interessant, dass du sagst, das ist oft im Umfeld, weil ich finde bei diesen Auto-Erste-Hilfe-für-Reanimationskursen, da stelle ich mir immer vor, dass ich an der Autobahn vor der Leitplanke einer fremden Person helfe. Und dann habe ich am Anfang gedacht, im HFA, Erste Hilfe, oh Gott, muss ich jetzt die Leute in der Fußgängerzone alle ansprechen, die da laut rumschreien, ist das nicht gefährlich.
Aber das heißt, die Zielgruppe ist gar nicht unbedingt jetzt fremde Passanten, sondern es geht erst mal um das eigene Umfeld.
Genau. Es sind eher die Personen, die einem nahestehen, also Freunde, Angehörige, Kolleginnen, Menschen, die man kennt und wo man halt auch beobachten kann, dass sich Symptome einstellen, dass sich Symptome verschlimmern, dass es Menschen schlechter geht und nicht die, die man trifft und nur einmal sieht.
Und da geht es eben dann darum, die anzusprechen und eben zu äußern, dass man sich Sorgen macht, dass man dieses und jenes beobachtet hat.
Und davon abzugrenzen ist natürlich eine Situation, wo jemand in einer offensichtlichen Krise sich befindet.
Also wenn jemand am Straßenrand steht und in die Autos rennen möchte zum Beispiel, dann wäre das eine Krisensituation.
Und da geht es dann schon darum, einzugreifen, wie man es eben auch bei einem Erste-Hilfe-Fall, also bei einer Krisensituation für körperliche Erste Hilfe machen würde.
Und da ermutigen wir aber auch die Leute dazu, wenn sie sich in dem Moment nicht in der Lage fühlen zu helfen, dass sie dann aber zumindest. zumindest etwas tun, nämlich andere ansprechen, die dann Hilfe leisten können.
Also dass sie nicht einfach wegschauen und weggehen, sondern andere zu Hilfe holen, die dann entsprechend eingreifen können.
Aber um nochmal den Punkt zu machen, es geht eben darum, nahestehende Menschen anzusprechen und auch die Scheu zu verlieren.
Das heißt, sie wirklich anzusprechen und sie auch an professionelle Hilfe dann zu vermitteln und nicht wegzuschauen.
Das heißt, zu lernen, wie bringe ich. Wie thematisiere ich sowas?
Also ganz wichtiger Punkt, so das eigene Umfeld.
Aber was du gerade auch gesagt hast, diese Krisensituation, die es eben jetzt draußen, so wie es mir das vorhin geschildert hat, schon auch geben kann,
dass akut jemand vielleicht eigengefährdend ist oder in einer Ausnahmesituation ist.
Da geht es dann vor allen Dingen darum, dass man nicht wegschaut, sondern irgendwie auch noch andere Leute mobilisiert
und vielleicht dann sogar im Team irgendwie versucht, mit der Situation umzugehen, dass die Person keinen Schaden nimmt.
Genau.
Das ist total spannend, weil ich so das Gefühl habe, das ist doch immer wieder. Das ist immer wieder ein Thema mit verschiedensten Menschen.
Man hat das Gefühl, irgendwem geht es nicht so gut.
Ah, aber sollen wir das ansprechen?
Vielleicht doch lieber nicht und das ist doch übergriffig.
Und wenn ja, wer soll es machen?
Wie soll man es machen?
Ich finde es tatsächlich extrem spannend an den MHFA-Kursen, dass sowas endlich mal besprochen wird und man auch was an die Hand bekommt, wie man es denn dann machen kann.
Und sei es auch nur, wie du schon gesagt hast, in manchen Situationen, dass man vielleicht Hilfe hinbekommt.
Dass man Hilfe hinzuzieht, das ist ja auch schon eine Empfehlung.
Total.
Jetzt wollte ich noch fragen, ich weiß nicht, ob das sozusagen spoilert dann für eure Kurse,
aber könnt ihr mal so ein Beispiel nennen, welche Skills man sozusagen in so einem Kurs lernt?
Weil klar, bei der Reanimation lernt man eine Herzdruckmassage zu machen.
Das kann man sich irgendwie gut vorstellen.
Das ist was Körperliches, das ist was Handfestes.
Jetzt klang das ja bei allem, was ihr gerade so geschildert habt, nicht nach, man drückt auf jemanden rum.
Was sind denn so Skills, die man vielleicht als erst helfende Person da erlernen muss?
Also zum einen lernt man natürlich so ein Grundwissen in Bezug auf psychische Störungen.
Also die wichtigsten jetzt Depressionen, Angststörungen, Psychose und auch so Substanzmissbrauch und Abhängigkeit.
Also da lernt man eben so die wichtigsten Symptome und worauf man achten muss.
Und dann lernt man abzuschätzen, geht es dem jetzt schlecht oder ist er in einer Krise?
Also man beobachtet diese Person und dann lernt man eben konkret, wie kommuniziere ich denn mit der Person?
Wie gehe ich auf sie zu? Wie kann ich gewisse Dinge ansprechen?
Und dann geht es in einem weiteren Schritt darum, okay, welche Informationen kann ich der Person geben?
Wie kann ich sie ermutigen, sich professionelle Hilfe zu suchen und auch dran zu bleiben, wenn das nicht sofort klappt vielleicht?
Und schließlich geht es auch noch darum, so andere Ressourcen zu aktivieren.
Das heißt zu schauen, okay, was kann denn die Person noch unterstützen?
Hat sie vielleicht ein Umfeld, was unterstützend ist?
Gibt es Hobbys? Gibt es andere Dinge, die dazu beitragen könnten, dass es ihr besser geht und dass sie wieder stabiler wird?
Ja, das kann man sich gut vorstellen.
Kannst du es dir vorstellen? Ich war ja in einem Kurs, ich bringe zu viel Vorwissen mit, Moritz.
Achso, du bist bestimmt, du bist ja. Ich konnte es mir schon vorstellen.
Aber du kannst es mir jetzt auch vorstellen.
Ja, jetzt kannst du es mir auch vorstellen.
In jedem Fall wird in verschiedenen Situationen dann auch mit Rollenspielen eben geübt.
Wie spreche ich sowas direkt an?
Oder es werden Filme gezeigt, wo die Leute dann so Beispiele sehen, wie sie sowas ansprechen können, wie sie sich verhalten könnten.
Und auch so ein bisschen die Scheu zu verlieren natürlich.
Ja, gerade Rollenspiele sind, glaube ich, super wichtig.
Weil man kann sich das ja alles in der Theorie sehr schön vorstellen.
Aber dann die eigene Hemmung auch zu überwinden, eine Person eben aktiv darauf anzusprechen und sich in so einem Gespräch zu befinden,
das ist, glaube ich, recht hoch, wenn man das nicht wirklich aktiv übt.
Bekommt ihr denn Rückmeldungen von den ersten ausgebildeten ErsthelferInnen, ob sie ihr neu erworbenes Wissen schon mal anwenden konnten?
Schreibt euch da jemand mal oder irgendwie trefft ihr mal jemanden auf der Straße und der oder die sagt,
ich habe neulich einen Einsatz gehabt.
Ich glaube, dafür sind wir noch gar nicht so arg lang genug sozusagen erreichbar.
Ich habe das in der Tat einmal gehabt von einem Mitarbeiter des Hauses, der relativ viele Kurse hier im ZI selber gemacht, der mir gesagt hat, dass er bei einem Angehörigen in der Tat mal angewandt hat.
Also es war für mich eine wichtige Rückmeldung.
Aber ich glaube, dafür brauchen wir ein bisschen mehr Zeit, um eine Rückmeldung zu kriegen.
Ja, das stimmt.
Nichtsdestotrotz, ich habe auch schon in einzelnen Kursen, die so etwas über Wochen verteilt waren, dann zum Beispiel zum
zweiten oder dritten Kursteil so ein Feedback bekommen, dass Teilnehmende dann gesagt haben, oh, das hat mir voll geholfen, was ich da gelernt habe, das konnte ich schon einsetzen oder das hat mir ein bisschen mehr Sicherheit in der und der Situation gegeben.
Also das kommt schon vor.
Super.
Übrigens gibt es ja auch vermutlich eine Wirkung auf die Gesundheit des Ersthelfer selber.
Ich glaube, das liegt ganz einfach daran, dass wenn ich Wissen erwerbe über psychische Störungen und ich habe selber irgendein Problem, kann ich es besser einordnen und mir auch selber natürlich besser Hilfe suchen.
Ja, ich habe mir auch gedacht, als ihr gerade nochmal erzählt habt, es klingt für mich auch so, als könnte das jede Menge Druck von einem selber nehmen, wenn man in solchen ja doch häufigen Situationen weiß, was man machen kann.
Genau, ich glaube auch immer, wenn man so eine Hinterhand hat, die man so ein bisschen kennt, dann weiß man, dass man auch offener auf Sachen zugehen kann oder ohne, dass man sich so einen Druck macht, wie du es gerade gesagt hast.
Habt ihr denn sowas wie eine Vision oder ein langfristiges Ziel? Wo soll das Ganze hinführen?
Also die Vision des gesamten Programms, das ist jetzt gar nicht mal so alleine unsere Vision, ist, dass eigentlich jeder in die Lage versetzt werden soll, erste Hilfe zu leisten.
Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber ich glaube, ein wichtiger Zwischenschritt ist, dass man so viele Ersthelfer hat, dass jeder Mensch in Not im sozialen Umfeld jemand hat, mit dem man es ansprechen kann und der ihn anspricht.
Und ich finde auch wichtig, neben dem direkten Hilfe vermitteln, die Wirkung des Programms.
Ich glaube, wenn man viele Menschen schult, dass es auch eine gesellschaftliche Auswirkung haben kann und eigentlich eine gute Übung für ein Bürgerengagement ist.
Also erstmal, ich fände das sehr schön, wenn das so wäre, dass jeder aufgefangen werden kann und jede. Gibt es denn etwas, was ihr unseren HörerInnen noch mit auf den Weg geben wollt? Irgendwas, was wir vielleicht auch vergessen haben zu fragen, was aber jeder zu eurem Programm wissen sollte?
Oder was zum Hashtag Krisenkraft?
Also ich finde gut, wenn die Hörer sich mal informieren. Wir haben die Webseite so gemacht, dass wirklich praktisch alle Info, die wir so relevant finden, darauf nachzulesen ist.
Dann kann man sich so einen Eindruck machen von dem Programm.
Ich glaube, man muss am Anfang auch mit uns so ein bisschen Geduld haben, weil das jetzt halt ein wachsendes Pflänzchen ist und wir vielleicht am Anfang auch gar nicht alle Bedürfnisse erfüllen können.
Also wir haben jetzt. Aktuell so gegen 60 Instruktoren. Wir hoffen, dass es rasch wächst, aber können damit das Bundesgebiet noch gar nicht ganz abdecken.
Wir hoffen, dass wir im nächsten Schritt recht rasch sogar einen Online-Kurs machen können, der das natürlich ermöglicht, dass auch Menschen, die jetzt nicht in der Nähe einen Instruktor haben, der einen Kurs anbietet, einen Ersthelferkurs machen können.
Super, dann rühren wir hiermit nochmal ganz offiziell die Werbetrommel. InstruktorInnen da draußen, ErsthelferInnen da draußen.
Meldet euch doch dann mal an zu einem Kurs.
Genau und ich glaube, wir müssen die Daumen drücken, dass das Pflänzchen weiter gut gegossen wird. Das klingt ja schon sehr vielversprechend, muss man sagen.
Total. Und wir sind natürlich ganz gespannt und werden das weiter beobachten, wie das Pflänzchen wächst und sicher mit euch in Kontakt bleiben.
Vielleicht ergibt sich ja nochmal die Möglichkeit für einen Austausch im Verlauf.
Ich will nochmal einen Punkt anbringen, das ist mir gerade bei Gießen eingefallen, weil Gießen ist wirklich total wichtig.
Also es ist so kompliziert und wir haben so viele Dinge benötigt, also diese Webseite und wirklich unwahrscheinlich viel auch Rechtsberatung und andere Hilfen.
Das wäre gar nicht möglich gewesen, wenn es nicht Leute gegeben hätte, die uns fördern.
Und das Schöne an dem Projekt ist ja, dass jeder irgendwie spürt, es ist sinnvoll, es ist ein gutes Projekt.
Wir hatten eine Anschubfinanzierung von der Dietmar-Hopp-Stiftung und machen das Projekt jetzt in Partnerschaft mit der Otto-Beisheim-Stiftung,
die uns Gott sei Dank auch nochmal ein paar Jahre begleiten, bis das Projekt sich selber trägt.
Okay, super. Vielen Dank auch an Sie.
Das klingt nach dem richtigen Guss auf jeden Fall für die Pflanze.
Ja, schön.
Simona, hast du auch noch ein letztes Wort, was du noch unseren HörerInnen mitgeben möchtest?
Ja, ich möchte die Leute eigentlich gerne ermutigen, die Scheu zu verlieren und mutig zu sein und sich für die Kurse anzumelden
und wirklich erst helfend dafür, psychische Gesundheit zu werden,
beziehungsweise bei weiterem Interesse auch einen Beitrag zu leisten in der Gesellschaft eben zur Enstigmatisierung von psychischen Störungen
und andere dann auszubilden und zu trainieren, dass sie auch die,
die in Mut haben, Betroffene anzusprechen.
Das ist doch ein super Schlusswort.
Genau.
Sich trauen. Ich glaube, die Botschaft hatten wir schon öfter hier im Podcast und ich glaube, sie ist und bleibt ganz, ganz wichtig.
Sich trauen, sich zu informieren, ist, glaube ich, schon ein super wichtiger erster Schritt.
Dann kommt man mal rein und dann kann man sich eben auch damit beschäftigen, was ist denn was vielleicht für mich, wo kann ich da helfen,
wo kann ich irgendwie in der Gesellschaft mitwirken und ich glaube, das lohnt sich.
Genau und ich glaube, wir können es total nachvollziehen, wenn es Berührungsängste gibt, aber glaubt uns, das ist alles nicht so schlimm.
Und man kann üben.
Man kann das üben, man kann das lernen.
Es ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen, aber man kann es lernen.
Genau, das ist sehr kurzweilig und wirklich sehr, sehr sinnvoll.
Dann ganz herzlichen Dank euch beiden, dass ihr heute unsere Interview-GästInnen wart.
Es war sehr spannend und ja, cool, dass es geklappt hat.
Vielen Dank und viel Erfolg weiterhin.
Wir danken euch, hat echt Spaß gemacht.
Ja, es hat viel Spaß gemacht. Vielen Dank. Wir bleiben gerne in Kontakt und berichten hier weiter.
Genau, sehr gut.
Genau und dann könnt ihr ja kurz noch dranbleiben und wir sagen nach.
Da draußen in den Äther. Tschüss. Es geht jetzt wieder weiter mit unserem Podcast.
Genau, jetzt ist alles wieder am Start. Schön, dass ihr wieder zugehört habt. Es ist schön, wieder da zu sein.
Schön, dass ihr immer noch da seid. Schreibt uns doch gerne auch eure Erfahrungen mit Krisen, mit Krisenkraft.
Was hat euch Kraft gegeben? Habt ihr Erfahrung mit MHFA? Seid ihr vielleicht Vorreiterin oder Vorreiter?
Wir freuen uns gerne, wenn ihr da auf unseren Social-Media-Kanälen eifrig teilt, was ihr schon erlebt habt.
Das macht immer Mut, auch für andere.
Auf jeden Fall.
Und ansonsten hören wir uns bald wieder. Darauf freuen wir uns schon.
Genau.
Bis dahin. Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Podcast Summary
Key Points:
MHFA (Mental Health First Aid) ist ein weltweit etabliertes Programm zur Erste-Hilfe bei psychischen Störungen, das seit 2000 in Australien entstand und seitdem in 24 Ländern aktiv ist.
Der Kurs wird für alle Erwachsenen angeboten, er erfordert kein vorheriges Wissen und richtet sich an Angehörige, Lehrer, Mitarbeitende und andere Personen aus dem direkten Umfeld.
Die Ausbildung vermittelt grundlegende Kenntnisse zu Depressionen, Angststörungen, Psychose und Substanzmissbrauch sowie Fähigkeiten zur Kommunikation, Erkennung von Symptomen und Verweisung auf professionelle Hilfe.
Instruktorinnen mit psychologischem Hintergrund werden ausgebildet, um Kurse deutschlandweit durchzuführen – ein Schneeballsystem, das durch mehr Instruktorinnen die Anzahl der Kurse steigert.
Der Kurs fördert nicht nur die psychische Gesundheit der Teilnehmer, sondern reduziert Stigma, erhöht die Lebensqualität von Betroffenen und stärkt gesellschaftliche Mitwirkung.
Die Kurse werden über die Plattform mhfa-ersthelfer.de organisiert, wobei die Teilnehmer eine Teilnahmegebühr zahlen, die Instruktoren aber freiheitsgradreich bei der Durchführung und dem Honorar entscheiden können.
Die Reaktionen der Teilnehmer zeigen, dass das Programm eine echte Notwendigkeit darstellt und die Scheu vor dem Ansprechen von Menschen mit psychischen Problemen reduziert.
Das Ziel ist es, dass jeder Mensch in seinem Umfeld einen Ersthelfer hat, der ihm bei psychischen Krisen helfen kann, und somit eine breite gesellschaftliche Stärkung erreicht wird.
Summary:
Das Podcast-Interview beleuchtet das MHFA-Programm (Mental Health First Aid), ein weltweit etabliertes Konzept zur Erste-Hilfe bei psychischen Störungen, das seit 2000 in Australien entstand und nun auch in Deutschland aktiv ist. Es richtet sich an alle Erwachsenen, unabhängig von Beruf oder Vorerfahrungen, und vermittelt grundlegende Wissen zu psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder Angstzustände, sowie Fähigkeiten zur Beobachtung, Kommunikation und professionellen Unterstützung. Der Kurs wird durch speziell ausgebildete Instruktorinnen durchgeführt, die mit psychologischem Hintergrund ausgebildet sind und deutschlandweit Ersthelferkurse anbieten.
de ermöglicht die Buchung und Organisation von Kursen, wobei die Teilnehmer eine Teilnahmegebühr zahlen und Instruktorinnen frei entscheiden können, ob sie ehrenamtlich oder mit Honorar arbeiten. Die Studien zeigen die Wirksamkeit des Programms: es reduziert Stigmatisierung, verbessert das Verständnis für psychische Erkrankungen und vermittelt Sicherheit in situationsbezogenen Begegnungen. Die Interviewpartner, Prof.
Dr. Michael Deuschle und Dr. Simona Maltese, betonen, dass das Programm nicht nur für Betroffene, sondern auch für das gesellschaftliche Miteinander von entscheidender Bedeutung ist – es fördert Verantwortung, Mut und das Vertrauen, sich mit psychischen Themen auseinanderzusetzen.
Die Vision ist, dass jeder Mensch in seinem Umfeld einen Ersthelfer hat, der bei psychischen Krisen helfen kann. Das Projekt wird durch Stiftungen wie die Dietmar-Hopp-Stiftung und die Otto-Beisheim-Stiftung unterstützt und expandiert, wobei zukünftige Schritte eine Online-Ausbildung und eine stärkere deutschlandweite Abdeckung umfassen sollen. Es wird außerdem ermutigt, sich für den Kurs zu melden, um die psychische Gesundheit in der Gesellschaft aktiv zu stärken und die Botschaft „sich trauen“ zu vertreten.
FAQs
MHFA steht für Mental Health First Aid und ist ein Konzept zur Erste-Hilfe bei psychischen Störungen. Es hilft Laien, die Anzeichen von psychischen Problemen zu erkennen, mit Empathie zu kommunizieren und professionelle Hilfe zu vermitteln.
Das MHFA-Konzept entstand 2000 in Australien von Betty Kitchener und Tony Dror und wurde darauf abgezielt, die körperliche Erste-Hilfe auf psychische Belastungen zu übertragen.
Jeder erwachsene, volljährige Mensch mit Interesse kann sich für einen MHFA-Kurs anmelden. Kein medizinisches Vorwissen ist erforderlich, aber eine gewisse Bereitschaft, sensibel mit anderen zu sprechen, ist wichtig.
Der Kurs umfasst 12 Stunden und beinhaltet theoretisches Wissen, praktische Übungen, Rollenspiele und Filme. Dabei lernen Teilnehmer die wichtigsten psychischen Störungen und wie sie mit Menschen in Krisen umgehen können.
Ja. Ersthelfer sind Laien, die das Wissen erlernen, um in ihrer Umgebung psychische Krisen zu erkennen und professionelle Hilfe zu vermitteln. Instruktoren sind ausgebildete Personen mit fachlichem Hintergrund, die Kurse durchführen.
In Deutschland wird das Konzept von MHFA-Initiativen wie der in Mannheim durchgeführt. Es gibt einen Kurs- und Instruktor-Training-Plan, die Webseite mhfa-ersthelfer.de dient als Informations- und Buchungsplattform.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.