“Mein Partner macht mich für seine Gefühle verantwortlich“ - Ist das noch Liebe oder schon emotionale Erpressung? #251
0m 0s
Die Podcastfolge beleuchtet das komplexe Thema der Verantwortung für Gefühle in Beziehungen. Während es üblich ist, dass Menschen glauben, allein für ihre eigenen Gefühle verantwortlich zu sein, wird hier betont, dass die Verantwortung für die Gefühle anderer anteilig übernommen werden kann – ohne Schuldzuweisung. Der Ansatz unterscheidet zwischen Verantwortung und Schuld: Verantwortung bedeutet, für das eigene Verhalten und die daraus resultierenden Gefühle ehrlich zu reflektieren und zu sagen, „das war nicht meine Absicht“. Dabei wird auch die Rolle von Systemgesetzen und frühen Erfahrungen gezeigt, die bestimmte Reaktionen auslösen. Beispielsituationen wie verspätete Kommunikation oder Streit über Wochenendpläne verdeutlichen, wie Verletzungen entstehen und wie gegenseitige Anerkennung zu einer Verbesserung führen kann. Ein wichtiger Punkt ist die Notwendigkeit von regelmäßigen Reflexionsgesprächen, um Gefühle zu erkennen, zu verarbeiten und emotionale Nähe aufzubauen. Der Fokus liegt nicht auf der Veränderung des anderen, sondern auf der Selbstreflexion und der Entwicklung eines gerechteren, empathischeren Umgangs. Die Zusammenfassung zeigt, dass Verantwortung und Empathie in Beziehungen nicht als Last, sondern als stärkendes Fundament wirken – ohne Schuld, ohne Strafe und ohne, dass man den anderen in eine neue Person verwandelt.
Ja, dann sind wir ja auch genau bei dem Punkt mit, wie laufen Frauen von der Kleidung rum und wie wird das angezogen?
Finde ich äußerst schwierig, diesen Gedanken immer.
Man entschuldigt sich nicht für die Gefühle anderer Menschen, was ein ganz, ganz schwieriger Glaubenssatz aus unserer Sicht ist.
Du bringst mich echt zur Weißgut. Du weißt ganz genau, wie wichtig das für mich ist und trotzdem entscheidest du dich einfach gegen mich.
Im Internet heißt es oft, jeder ist für seine Gefühle selbst verantwortlich.
Man sollte seinem Partner nicht die Schuld für die eigenen negativ empfundenen Gefühle geben.
Ansonsten würde man sich in eine Opferrolle begeben und nicht in der vollen Selbstverantwortung sein.
Wir wollen in dieser Podcast-Folge darüber sprechen, warum das nur ein Teil der Wahrheit ist und wie man das anders betrachten kann.
Du bist im Podcast der Lebensidealisten gelandet. Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung.
Du hast gerade schon davon berichtet, im Internet heißt es, und das finde ich mal ganz spannend, wenn man einen Satz so anfängt,
dann ist das immer irgendwie so eine allgemeingültige Meinung.
So kommt es jedenfalls rüber.
Und da haben wir auch überlegt, was ist denn bei uns, bei den Lebensidealisten, so aus Coaching-Sicht, die Perspektive da drauf.
Und die ist ziemlich klar, nämlich, dass für Gefühle, die bei dem Partner oder bei der Partnerin entstehen oder allgemein bei Menschen, bei Freunden, bei Kindern, wie auch immer,
man die Verantwortung übernimmt.
Und das hat nichts damit zu tun, dass man das gleichsetzt mit einer Schuldzuweisung.
Ich kann den Ansatz im Internet schon nachvollziehen, wenn es darum geht, selbst eben nicht zum Opfer werden zu wollen, quasi selber in der Hand zu haben, wie es um die eigenen Gefühle steht.
Es klingt ja auch erstmal ganz gut, so das Thema der Selbstverantwortung.
Ich habe meine Gefühle quasi unter Kontrolle.
Ich kann selber damit arbeiten.
Ich komme nicht in seine Opferrolle, dass andere Macht über meine Gefühle bekommen sollen.
Das ist durchaus nachvollziehbar und natürlich auch im Rahmen einiger Live-Coachings etwas, was sehr wichtig ist, dass man immer nur selbstverantwortlich ist.
Denn dann kann man so in dieses Thema hineinspringen, dann reicht es noch nicht.
Dann bist du nicht weit genug.
Also du buchst das erste Paket und dann reicht das nicht.
Dann buchst du das nächste obendrauf, dann reicht das nicht.
Und es liegt immer an dir selbst.
Also du bist noch nicht weit genug in deiner Selbstverantwortung.
Du musst dich persönlich weiterentwickeln und drehst dann eine Schleife nach der nächsten.
Das ist häufig auch beim Mobbing ein Thema, finde ich, wo das auch nochmal klar wird, wo es schwierig wird.
Weil das heißt ja auch, dass ich ja selber dafür verantwortlich bin, wenn andere Menschen mir auf eine bestimmte Art und Weise etwas zufügen.
Und das ist ja eigentlich nur eine innere Leidenschaft.
Eine innere Leistung von mir sein muss, das nicht an mich ranzulassen und nicht in diese Rolle reinzukommen.
Und irgendwie bei mir entsteht dann immer so das Gefühl von, ja, also darf denn jeder einfach trotzdem durch die Weltgeschichte gehen und andere Menschen verletzen,
wenn das doch bei mir eigentlich ein Thema ist, wo ich noch nicht weit genug bin oder noch nicht, wie auch immer, abgehärtet oder damit noch nicht umzugehen weiß.
Finde ich ganz schwierig, da so die Grenze zu ziehen.
Und ich finde den Gedanken einfach auch schwierig zu überlegen.
Ich finde es auch schwierig zu überlegen, dass man nicht die Verantwortung auch übernimmt.
Also das finde ich auch etwas Empowerndes, nicht nur was Negatives für die Gefühle bei anderen Menschen.
Weißt du, wie ich das meine?
Also das hat, finde ich, auch etwas von Spießigkeit oder Regeltum, aber ja schon was von Sicherheit und auch ein Commitment, dass man möchte, dass es allen Menschen gut geht.
Und dass es nicht darum geht, dass alle Menschen durch die Weltgeschichte gehen und sagen, okay, ich mache, was ich möchte und du musst damit klarkommen.
Ich finde sehr deutlich wird es dann, wenn man so in den Straftatenbereich geht, wo es dann ja anteilig klar wird und jetzt wird es dann spannend zu diskutieren, weil jetzt nehmen wir in buddhistischem Sinne eine Situation und das Gefühl, was entsteht, liegt ja in mir selbst.
Das liegt ja an meinen Vorerfahrungen und so weiter.
Das kann ich ja ein Stück weit unbewusst beeinflussen.
So ist der Gedanke.
Jetzt geht jemand über die Strafe.
Jemand anderes kommt hinzu und haut dem eine rein, weil er das Handy will.
Ja.
Dieses Reinhauen löst ja logischerweise beim anderen Schmerzen aus.
Das ist ja ein Gefühl.
Nichts anderes sind ja andere Gefühle auch.
Also wenn ich jetzt zum Beispiel traurig bin, dann habe ich ja auch körperliche Symptome.
Dann habe ich vielleicht Kribbeln im Bauch, zittrige Knie, Tränen laufen mir runter und fühle mich allgemein vielleicht zittrig oder Kälte oder irgendwas.
Ich merke da ja auch körperliche Symptome.
Basisgefühle, wie wir sie nennen.
Und das habe ich jetzt ja auch.
Jetzt bekomme ich einen reingehauen, damit mir mein Handy geklaut wird als Ziel.
Und diese Gefühle hat die Person jetzt ja auch.
Also Schmerzen ist ein Basisgefühl, zugeführt durch jemand anderen.
Ja.
Und ich habe ja kaum eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass jetzt akut die Schmerzen weggehen oder irgendwie sagen, okay, das ist jetzt rein meiner Selbstverantwortung geschuldet.
Genau.
Ich würde doch dann nicht überlegen und sagen, was ist mein Anteil an dieser Schmerz?
An dieser Situation?
Also ich finde, dann bringe ich mich fast eher noch in die Opferrolle und zu sagen, das habe ich ja angezogen.
Wenn man jetzt sagt, okay, warum ziehe ich den auf der Straße an?
Was strahle ich aus?
Was nimmt man da?
Also wenn ich jetzt vielleicht zwei Meter groß wäre, hätte ganz breite Schultern, einen grimmigen Ausdruck und dann würde man vielleicht nicht auf mich losgehen?
Ja, dann sind wir ja auch genau bei dem Punkt, wie laufen Frauen von der Kleidung rum und wird das angezogen?
Und es geht ja auch darum, wie du schon sagst, der Gesetzgeber hat ja auch nicht ohne Grund ein gewisses Strafrecht erarbeitet, um zu sagen, es gibt einfach Handlungen, die wir im menschlichen Miteinander haben, die Konsequenzen haben und die ja auch andere Menschen schützen sollen.
Und das finde ich eben im Rahmen der Gefühle auch so.
Und das ist das, was häufig fehlt, nämlich unsere Systemgesetze.
Das bedeutet, dass es einfach so eine Art Zwischenmöglichkeit.
Menschliche Gesetzmäßigkeit gibt, wo es eher aufgrund unserer Sozialisierung, kulturellen Prägung erwartungskonform ist, dass wenn wir uns auf diese Art und Weise verhalten, dass wir anderen Menschen damit emotionalen Schaden zufügen.
Jetzt kommen wir mal auf so eine Situation in der Paarbeziehung, nämlich es geht ja auch darum, dass man gar nicht bewusst immer jemanden verletzen möchte, gerade vielleicht, weil man sich ja auch liebt oder weil man miteinander zusammen ist.
Einfach, weil man verschieden ist, weil man unterschiedliche Wahrnehmungen hat.
Also das kommt ja dauerhaft vor.
Wir verletzen uns gegenseitig, man verletzt seine Kinder, man verletzt seine Eltern, Geschwister, was auch immer.
Und das an sich, finde ich, ist ja auch kein Zustand, den man bearbeiten muss, dass das nie wieder so passiert.
Weil wir sind unterschiedlich, das wird immer wieder passieren.
Also das sagen wir auch in den Coachings immer, es ist nicht das Ziel, dass diese beiden Menschen nie wieder in ihrem Leben Konflikte haben werden, weil das geht nicht.
Es gibt immer wieder Konflikte.
Menschen unterschiedlich sind.
Aber wichtig ist, wie geht man damit um?
Und wie ist die Kommunikation darüber, dass man sich verletzt?
Wir scheinen ja schon auch intuitiv ein richtiges Gefühl zu haben, indem wir uns automatisch verantwortlich zeigen und sagen, oh, das tut mir leid, das wollte ich nicht.
Wenn wir zum Beispiel aus Versehen jemandem wehtun, körperlich jetzt.
Jemanden in die Hacken fahren beim Einkaufen.
Ja, ich mache die Tür auf, du stehst dahinter.
Wusste das nicht und erwisch dich und du sagst, aua, das tut mir leid, das wollte ich nicht.
Ganz intuitiv.
Ich könnte ja auch sagen, ja, also es war nur eine Situation.
Ich habe die Tür geöffnet, du standest da, dass du Schmerzen hast, ist dein Gefühl, dafür kann ich nichts.
Ich habe zwar eine Situation erschaffen, aber dass bei dir Schmerzen entstanden sind, das ist dein Thema, das liegt nur in dir.
Und da wird ja schon recht plausibel, dass das wenig Sinn macht.
Das löst ja auch nichts in mir.
Wenn du mir das sagen würdest, in dem Moment, dann würde ich ja noch mehr.
Emotionen bekommen, also noch mehr Wut, Traurigkeit, weil das für mich eigentlich nur schlimmer wird.
Das ist ja viel so eine Rechtfertigung noch.
Dennoch finde ich, kann man immer auf seinen eigenen Anteil schauen.
Und da, das finde ich, ist wichtig und dass man die Verantwortung verteilen kann.
Ja.
Anteilig.
Also du könntest jetzt das reflektieren und sagen, was ist mein Anteil daran, dass mich die Tür erwischt hat.
Du könntest sagen, okay, vielleicht ist es nicht klug, hinter so einer Tür zu stehen, wo man weiß.
Oder du könntest sagen, ich hätte schneller rufen können.
Hätte sagen können, stopp, ich stehe hier hinter oder sowas.
Also sagt man, hätte ich auch einen Anteil daran gehabt.
Vielleicht übernehme ich 20, 30, 40 Prozent der Verantwortung.
Und das liegt nicht beim anderen.
Das nimmt dem Ganzen Energie.
Und der andere kann dann sagen, für meinen Anteil, das tut mir leid, dass ich dich da erwischt habe.
Jetzt sind wir schon ziemlich reingestiegen.
Aber man sieht eben, wir haben damit auch schon im privaten Umfeld.
Immer mal beruhigt.
Immer mal beruhigt.
Wir haben auch Berührungspunkte gehabt mit diesem Thema.
Man entschuldigt sich nicht für die Gefühle anderer Menschen.
Was ein ganz, ganz schwieriger Glaubenssatz aus unserer Sicht ist.
Deswegen sind wir da selber, glaube ich, auch immer ein bisschen intensiv dabei,
wenn wir hören, dass man nicht für die Gefühle anderer Menschen verantwortlich wäre.
Auch ein spannendes Thema, wenn man halt in Bezug auf Kinder einmal schaut.
Da sind wir ja in den Tiefen der Pädagogik auch gerne drin.
In der Empathieentwicklung, in dem Thema.
was können Kinder schon an Verantwortung übernehmen.
Natürlich ist es da wichtig, auf die Empathieentwicklung, auf die Entwicklungsphasen zu schauen. Mein Eindruck ist häufig bloß, dass wir Kinder da gerne deutlich kleiner machen, als sie sind. Man kann natürlich nicht von einem 13-monatigen kleinen Mädchen erwarten, dass da groß Verantwortung übernommen wird, weil da noch keine Impulskontrolle ist, weil das ganze Leben noch gar nicht gecheckt wird. Das ist total logisch.
Aber Empathie muss ja entwickelt werden. Das ist ja nicht von heute auf morgen, dass ein Kind wach wird und man sagt, wow, ich glaube, die Empathieentwicklung, damit sind wir durch, das läuft, das System ist bespielt, sondern es ist ja ein Lernprozess.
Und in diesem Lernprozess können Kinder auch schon recht früh durch Nachahmung bei den Eltern sehen, wie geht man denn damit um. Und gerade Kindern, natürlich ist das immer von bis, aber ab 4, 5, 6 Jahren aufwärts geht es natürlich deutlich leichter nachher, können schon Verantwortung übernommen.
Ich halte absolut nichts von Kindern, gerne im Kindergarten, gerne gemacht, wo man hingeht und sagt, entschuldige dich doch mal, weil du das und das gemacht hast und die Kinder laufen hin und sagen Entschuldigung und du merkst an Mimik und Gestik, ich hätte auch sagen können, rotes Pferd, das hat genauso viel gerade, was darüber kommt.
Das soll natürlich schon tieferer Sinn, ein Gefühl zu sein, ich muss das erkennen können, aber auch Kinder können Verantwortung übernehmen, wenn sie gut angeleitet werden.
Eine Emotion, ein Gefühl haben wir eigentlich dauerhaft in uns, das zeigt auch eine Studie aus 2015, dass Menschen in 90% der Situationen, die sie erleben, mindestens eine, oft auch mehrere gleichzeitig empfinden.
Sowohl positive als auch negative Gefühle, das ist ja durchaus auch etwas, was man selber ein Stück weit beeinflussen kann, was empfinde ich als positiv, was als negativ in den Nuancen.
Sicherlich wird jeder sagen, Angst positiv zu sehen eher schwierig, ist ein negativ empfundenes Gefühl, allerdings kommt das auf die Range drauf an, beim Lampenfieber zum Beispiel, was ja auch eine kleine Form der Angst ist, das kommt eben auf die Range drauf an, würde man sagen, oh das ist förderlich, da steigt der Adrenalinspiegel, ich kann mich besser fokussieren und konzentrieren, werde also auf der Bühne eine bessere Performance abliefern.
Oder ich habe gerade jemanden im Coaching, der macht bestimmte Höhepunkte.
Ich habe immer Höhensprünge, immer von Klippen und der auch ganz klar gesagt hat, das Gefühl Angst, das ging auch um eine Verletzung, die wir gelöst haben zusammen, ist mir bekannt, weil ich jedes Mal Angst habe wirklich, bevor ich darunter springe, aber es ist für ihn eine positiv besetzte Angst, es ist fast eher Respekt davor, was ihm nochmal so einen letzten Schub geht, auch darunter zu springen, aber trotzdem das Gefühl zu haben, ich weiß, wie sich Angst anfühlt.
Was sicherlich Einigkeit bei allen erzeugt, ist, dass wir die negativen Gefühle verarschen.
Wir haben typischerweise gelernt, Gefühle eher zu verdrängen, als zu verarbeiten.
Uneinig ist man sich vielleicht eher darüber, was denn so der richtige Weg ist, Gefühle wirklich nachhaltig zu verarbeiten und welchen Anteil daran leistet der andere.
Also mache ich das völlig mit mir alleine und ich setze mich hin und verarbeite einfach die in mir entstandenen Gefühle des Tages, die ich nicht gut fand.
Und am nächsten Tag starte ich quasi nochmal völlig neu oder brauche das vielleicht auch den anderen mit dazu, der dann sagt, hey, ich kann sehen, dass bei dir Traurigkeit entstanden ist.
Das tut mir leid, das war nicht meine Absicht oder bin ich dann eher in der Opferrolle drin.
Ein Glaubenssatz, der sehr häufig bei Menschen auftritt oder eine Angst, finde ich, immer bei dem Thema Verantwortung übernehmen ist, ja, dann haben wir ja den Schuldigen und dann haben wir ja die Schuldige.
Also das ist ganz groß, das Thema Schuld.
Dass wenn ich jetzt Verantwortung übernehme oder wenn andere Menschen Verantwortung übernehmen, dann, ja, es gibt ja so eine Sprüche auch, es gibt ja nicht nur eine Person, die immer an Sachen schuld ist.
Und das kommt dann bei manchen Menschen, finde ich, immer sehr schnell, auch die Angst richtig davor, dass andere Menschen Verantwortung übernehmen sollen für Gefühle, weil sie sich dann schuldig fühlen könnten oder dass es ja keine Lösung ist, mit Schuld zu arbeiten.
Und diese Unterscheidung zwischen Verantwortung und Schuld, das finde ich auch nochmal wichtig, dass man das klarstellt, dass es nicht darum geht, dass man einen Schuldigen sucht und den verurteilt und sagt so, du bist jetzt schuldig, du bist ein schlechter Mensch, da kann man ja noch schön Sachen draufschreiben auf Identitätsebene, sondern es geht darum, dass man für sein Verhalten, auch wenn es eine positive Absicht häufig ist oder fast immer, ja, dass man dafür Verantwortung übernimmt, damit das Thema bei dem anderen, bei dem man sich verantwortlich fühlt, dass man dafür Verantwortung übernimmt.
Ja.
Ja, Schuld führt halt immer dazu, dass man sich verurteilt, dass man sich verurteilt, dass man sich verurteilt.
Ja, Schuld führt halt immer dazu, dass über eine Strafe irgendwie abgegolten wird und versucht wird darüber, ja, so eine gewisse Form von Racheausgleich, Genugtuung zu erzielen.
Ja.
Und der Unterschied zur Verantwortung ist, dass ich dann eben verantwortlich für die Konsequenzen meines Handelns bin und das ist in diesem Fall eine negativ empfundene Emotion, die ich auslöse, wo ich sagen kann, das tut mir leid, das war nicht meine Absicht und ich helfe dir dabei, das zu verarbeiten.
Indem ich das anerkenne, sehe und mit dir gemeinsam die Gefühle verarbeite.
Und in dem Punkt noch eine letzte Anmerkung.
Es geht ja nicht darum, dass ich immer mich zurücknehme oder dass ich mein Handeln immer nach dem anderen dann ausrichte, also jetzt immer klein beigebe und sage, ja, nee, das hatte ich ja verletzt, ich mache das anders, obwohl innerlich alles danach schreit, zu sagen, nee, das würde ich eigentlich nochmal machen.
Zwar möchte ich ja nicht, dass du traurig und wütend bist.
Und das ist auch nochmal ein wichtiger Punkt, aber ich glaube, da kommen wir auch nochmal später drauf.
Jetzt haben wir ein bisschen darüber diskutiert, über Schuld, Verantwortung und wer ist denn überhaupt verantwortlich.
Lass uns mal in ein, zwei Alltagssituationen reingehen, um das Ganze mal greifbar zu machen.
Nina und Tom sitzen beim Abendessen. Es ist der dritte Tag in Folge, an dem Tom spät von der Arbeit kommt.
Er nimmt ein Bissen, blickt kurz auf sein Handy, da platzt es aus Nina heraus.
Du bist nie da, wenn ich dich verabschiede.
Ich brauche kein Wunder, dass ich mich so alleine fühle. Du interessierst dich ja gar nicht mehr für mich.
Tom ist überrumpelt. Er hatte versucht, ein schwieriges Projekt abzuschließen, wollte heute Abend endlich Zeit für sie haben.
Ich bin nicht absichtlich zu spät gekommen, Nina. Ich habe mich auf den Abend gefreut.
Nina bleibt kalt. Das bringt mir jetzt auch nichts mehr. Wegen dir fühle ich mich, als wäre ich egal.
Tom zieht sich zurück. Innerlich fragt er sich.
Ob er wirklich so ein schlechter Partner ist.
Eigentlich wollte er nur das Projekt fertigstellen und bei der Arbeit vorankommen.
Die spannende Frage ist jetzt, wer trägt hier die Verantwortung für Ninas Gefühle?
Also liegt das jetzt an Tom, dass er später von der Arbeit gekommen ist, der ja eigentlich eine gute Absicht hatte,
die aber, wenn er sie mitteilt, aufgrund der schlechten Gefühle bei Nina, sich eher wie eine Rechtfertigung anhört.
Also eine Rechtfertigung bedeutet für uns dann in dem Sinne, dass man sagt, ich erkläre und rechtfertige, warum es mir erlaubt war, dich zu verletzen.
Also dieses typische Ja, aber?
Und jetzt müsste man so eine Situation an dem Punkt, wann war es mal gut, quasi auseinandernehmen und schauen, wie hat sich das Ganze entwickelt.
Denn es könnten erstmal schon mal Anteile zu Tom gehören, weil er natürlich zu spät gekommen ist.
Jetzt ist die Frage, hatte Nina andere Erwartungen?
Hat sie Erwartungen ausgesprochen? Wie ist das zwischen den beiden committed und so weiter?
Man müsste also wissen, welche Erwartungshaltung von Nina wäre hier überhaupt angemessen?
Genau, und man sieht ja auch ganz klar, dass unterschiedliche Wahrnehmungen von dieser Zeit vorher da sind.
Also er hatte ja die positive Absicht, jetzt Vollgas bei der Arbeit zu geben, Projekt abzuschließen.
Und sie ist ja in dieser Phase, wo er ja an diesem Projekt gearbeitet hat, sind ja bei ihr Verletzungen entstanden.
Also das, was wir jetzt ja sehen, ist ja sozusagen on top.
Das ist ja der letzte Schritt gewesen, dass sie jetzt sagt, okay, es ist ja rausgeplatzt.
Sie fühlt sich nicht wahrgenommen.
Sie hat das Gefühl, sie bekommt keine Aufmerksamkeit, keine Wertschätzung, keine Anerkennung.
Aber diese Verletzung ist ja eigentlich schon auf dem Weg dahin passiert, was aber ja nicht ausgesprochen worden ist.
Weil sonst würde man ja mal drüber sprechen und sagen, Mensch, irgendwie zwischen uns beiden, das ist komisch, da stimmt ja was nicht.
Ich finde das schade, dass du so viel bei der Arbeit bist, dass du dich nicht an Verbindlichkeit hältst, dass ich keine Aufmerksamkeit bekomme, wie auch immer.
Und das sieht man ja auch, finde ich immer schön in diesem Satz, das bringt mir jetzt auch nichts mehr.
Weil das, was er ja davor sagt, da hatten wir ja auch gesagt, diese Rechtfertigung, das macht ja das Gefühl, was bei ihr entstanden ist, jetzt nicht besser.
Also es ist ja eigentlich nie, dass Menschen dann sagen, ja, ach so, nee, gut, dann bin ich jetzt nicht mehr traurig oder wütend.
Sondern da geht es ja wieder um die Anerkennung, also kann er das Leid denn bei ihr sehen, kann er seinen Anteil, und es gibt ja nicht den oder die Schuldige, kann er seinen Anteil,
sehen, dass er bei ihr ein Gefühl ausgelöst hat und kann sie auch sehen, dass sie vielleicht Bedürfnisse nicht ausgesprochen hat.
Also diese Annäherung ist ja schon so ein bisschen drüber an dem Punkt.
Ja, also die Ablehnung, wenn er jetzt zum Beispiel sagen würde, wie der. In dem Sinne, das ist dein Thema.
Ich bin nur zu spät gekommen.
Ich habe nur eine Situation geschaffen.
Aber ein Gefühl ist in dir entstanden.
Du hättest das ja auch einfach locker und entspannt nehmen können.
Du hättest sagen können, aber naja, der wird das schon irgendwie mit guter Absicht machen.
Da brauche ich ja kein Gefühl entwickeln.
Und das ist eben eher fern des Alltags und des praktischen Lebens.
Natürlich ist das eine Hilfe.
Und ich finde auch, wenn man sagt, ich gehe erstmal davon aus,
dass jeder Mensch in guter Absicht handelt,
kann das die Intensität schon ein bisschen entschärfen.
Das ist vielleicht nicht mehr so das ganz starke Gefühl.
Manchmal ist er so, der meint es nicht gut mit mir.
Der macht das mit Absicht.
Der will mit Absicht, dass ich mich schlecht fühle und so weiter.
Und das schon mal rauszunehmen und zu sagen, nee, das ist nie die Kernintention.
Also hier in diesem Fall wird es so gut wie nie sein,
dass Tom sich hinsetzt und sagt,
wie kann ich denn heute Abend mal bei Nina besonders beschissene Gefühle erzeugen?
Ah, ich könnte zu spät von der Arbeit kommen.
Ich bleibe meine Viertelstunde länger im Auto sitzen.
Dann geht es ihr richtig schlecht.
Sie wird mich anmaulen.
Der Abend geht kaputt.
Habe ich richtig Lust drauf.
Wird keiner so tun.
Das heißt, diese gute Absicht, von der kann man ausgehen.
Und das wird eigentlich das Gefühl schon mal ein bisschen entschärfen.
Und es ist ja hier jetzt eigentlich ein leichtes, wenn man so will,
wenn es keine Vorwürfe gibt.
Wenn es keine Vorgeschichte gibt, dass Tom sagt, oh, das tut mir total leid,
das war gar nicht meine Absicht, bei dir dieses schlechte Gefühl zu machen.
Und dann freut Nina sich, das Gefühl wird anerkannt.
Und dann sagt sie, ja, das macht dann ein gutes Gefühl für Nina,
nämlich in Form von Wertschätzung, Anerkennung, Zugehörigkeit.
Und Tom sagt, Mensch, hätte ich das gewusst,
dass das dieses Gefühl bei dir auslöst,
wäre ich pünktlich gekommen.
Oder dann hätte ich dir vorher rechtzeitiger Bescheid gesagt.
Wenn man jetzt davon ausgeht,
dass es wohl in der Form vielleicht das erste Mal passiert,
die kennen sich noch nicht länger,
dann kann man natürlich schwer sagen, hätte ich das gewusst.
Und damit gibt es ja auch dann ein neues Verhalten für die Zukunft.
In dem Fall weiß Tom jetzt, das macht ein schlechtes Gefühl bei Nina,
wenn er so handelt und kann für sich prüfen,
ob er in Zukunft eben anders handeln kann.
Das ist natürlich jetzt ein triviales Beispiel,
aber in vielen anderen Beispielen ist das halt,
dann super relevant, das so mitzugeben.
Und das eben auch Tom, der ja aus unserem Bild
die Verletzung verursacht hat, das eben reingibt,
wie er anders gehandelt hätte.
Okay, jetzt würde ich aus Coaching-Sicht natürlich
da nochmal ein bisschen mehr bohren.
Also bei mir sind sofort so Wörter wie,
du bist nie da, wenn ich dich brauche,
ist bei mir schon so ein Alarmsatz, wo ich denke,
okay, da liegen auf jeden Fall Vorverletzungen vor.
Das wird nicht das erste Mal sein,
dass das zwischen den beiden in dem Moment kracht.
Also das gibt eine Vorgeschichte.
Sie hat sich in anderen Situationen
schon alleine gefühlt.
Aber ich gebe dir recht, wenn es einmalig ist,
ist es eine easy Sache.
Aber eigentlich würde man jetzt sagen,
okay, wir holen den Werkzeugkoffer raus
und begeben uns auf die Reise ein bisschen zurück
und schauen einmal, warum ihr beide jetzt da am Tisch sitzt
und so unglücklich seid.
Ja, es ist ein Signal dafür, dass es eher ein Trigger ist
und dass es eine Konfliktspirale vorab gab
und dass man erstmal gucken müsste,
wann war es mal gut an der Stelle.
Also wann war es so,
dass dieses Gefühl bei Nina noch nicht da war.
Wann war der Punkt, wo sie sagt,
da bin ich mir ganz sicher, da hatte ich dieses Gefühl,
Tom ist für mich da.
Und bis wohin geht das?
Wann ist da so das erste Mal,
dass da so ein Haken entsteht?
Nee, doch nicht.
Da ist das erste Mal,
da hatte ich das erste Mal so das Gefühl,
ich kann mich nicht ganz auf ihn verlassen.
Und dann steigert sich das.
Gut, lass uns aufhören,
auf Nina und Tom rumzureiten.
Lass uns eine neue Situation nehmen.
Anna und Felix sind jetzt dran.
Anna und Felix streiten
über eine neue Situation.
Sie streiten über die Wochenendplanung.
Anna hatte gehofft, dass sie gemeinsam
zu einem Familienfest fahren.
Felix wollte aber ein ruhiges Wochenende allein.
Als ihr das mitteilt, wird Anna laut.
Du bringst mich echt zur Weißglut.
Du weißt ganz genau, wie wichtig das für mich ist.
Und trotzdem entscheidest du dich einfach gegen mich.
Felix wird still.
Er fühlt sich, als wäre seine Entscheidung
eine direkte Attacke auf sie gewesen.
Dabei war es keine Absicht.
Ich wollte einfach mal runterkommen.
Das hat nichts mit dir zu tun.
Man sieht hier,
finde ich, dass ein wichtiger
Baustein da sein müsste,
damit das funktioniert, dass ich immer nur
selbst mit mir und meinen Gefühlen
zurechtkomme und das so annehmen könnte,
dass das nur eine Situation ist
und du hast gar keine Verantwortung.
Es müsste eine Umgebung sein
und das ist im praktischen, im wirklichen Leben
nicht so, was frei von Erwartungen ist.
Ja.
Ich müsste quasi völlig gelöst sein von dir,
hätte gar keine Erwartungen an dein Verhalten
und dann würde das auch
nicht passieren.
Aber ich habe ja eine Erwartung
an dein Verhalten durch Vorerfahrungen.
Einfach so, wie wir
miteinander umgehen wollen.
Und die Systemgesetze
spielen hier einfach eine wahnsinnig wichtige Rolle,
denn die sorgen dafür,
dass es in zwischenmenschlichen Beziehungen
gut miteinander läuft oder eher
verletzend und das
ist allgemein immer gültig.
Also das Erste ist Zugehörigkeit,
kein Ausschluss. Wir wollen uns
zugehörig fühlen. In diesem Beispiel
ist das so, dass Felix,
nun alleine etwas entschieden hat,
was aber auch Annas Leben betrifft
und sie hätte da gerne mitentschieden
oder wäre in diesem
Entscheidungsprozess gerne dabei gewesen,
sich einzubringen. Das heißt,
sie fühlt sich ausgeschlossen
und entsprechend folgt
eine emotionale Verletzung
und die Verantwortung dafür
liegt dann bei Felix.
Genau und es ist ja gar nicht seine Absicht, dass sie sich
schlecht fühlen soll. Dennoch hat er ja,
und da sind wir wieder bei der Verantwortung ja auch,
hat er ja das in ihr ausgelöst,
in dem er für sich in positiver
Absicht entschieden hat. Und darum geht
es jetzt die Verantwortung für das entstandene
Gefühl
von Anna zu übernehmen und zu sagen, das tut mir
leid, das war nicht meine Absicht,
dass du gerade wütend wirst.
In Zukunft werde ich darauf achten, dass
wir uns besser absprechen, dass ich
dir mitteile, wenn ich Ruhe
brauche, wenn ich Rückzug brauche
und ich werde darauf achten, dass wir Entscheidungen
für das Wochenende zusammentreffen.
Bei den allermeisten
Menschen entsteht in dem Moment, wo jemand das
Leid sehen kann, schon eine Erleichterung.
Dass man sagt, okay,
das ist lieb von dir, dass du das sagst
und manche sagen dann ja auch,
also ein Automatismus entsteht ganz
häufig, dass man selber dann auch seinen Anteil
vor allem mal sehen kann, sagen kann, ja Mensch, hast du
recht, ja, ich werde auch darauf achten, ich bin
gerade auch irgendwie ein bisschen gestresst und nächstes Mal
werde ich das auch so und so machen.
Also das ergänzt sich dann häufig gerne.
Ich finde, wenn man
nicht davon ausgeht,
dass man verantwortlich sein kann für
die Gefühle anderer Menschen und das liegt immer
nur in einem selbst, dann
wäre das ja ein Freifahrtschein,
einfach immer so zu handeln, wie ich
Lust habe, ohne Rücksicht zu nehmen.
Beispiel Pünktlichkeit.
Das ist doch ganz klar, wenn ich unpünktlich
komme, so sind wir kulturell hier geprägt,
dann macht das bei anderen Menschen ein schlechtes
Gefühl, weil sie auf mich warten,
die empfinden ihre Zeit als
wertvoll und es geht um Zuverlässigkeit
und
da kann ich ja, wenn ich sage,
das ist aber dein Problem,
wenn das bei dir ein schlechtes Gefühl macht,
dann kann ich ja jedes Mal unpünktlich kommen,
muss mich an Zeiten nicht halten und es wäre
mir völlig egal, was in einem anderen
passiert, weil ich jedes Mal sagen könnte,
ich schaffe ja nur eine Situation,
in dem ich anders komme als vereinbart
und wenn es bei dir ein schlechtes Gefühl macht,
arbeite an dir, das müsste ja
nicht sein oder sorg dafür, dass du es
irgendwie in dir abbaust, mein Thema ist
es aber nicht.
Aber wir haben es ja doch vereinbart, wir haben doch gesagt,
wir kommen zusammen pünktlich und das ist
eben eine Konsequenz, also ein schlechtes Gefühl,
was daraus resultiert, ist eine Konsequenz,
aus meinem Verhalten
und verantwortlich sein heißt, ich übernehme
für diese Konsequenz Verantwortung.
Jetzt möchte ich eine kleine Fußnote
noch einfügen, es gibt natürlich
aber auch Situationen, wo wir
stärker
reagieren, weil wir
Vorerfahrungen mit anderen Menschen zum Beispiel gemacht haben.
Also nehmen wir jetzt mal das, sage ich mal,
platte Beispiel mit zu spät kommen,
wenn ich in meinem Leben von
mir wichtigen Personen schon die Erfahrung
gemacht habe,
dass ich öfters mal
sitzen gelassen worden bin,
jemand zu spät gekommen ist und
dann lernt man jemand Neues kennen und der macht
das auch mit mir, denn es steigt ja viel mehr
Wut auf, aufgrund dieser Vorerfahrung,
als wenn ich dieses Erlebnis
vorher in meinem Leben nicht gehabt hätte.
Das heißt, wenn wir so
überlegen, wer übernimmt die Verantwortung,
dann kann man natürlich das auch
wieder anteilig sehen und sagen, natürlich ist das
vielleicht denn bei mir
in einem ganz speziellen Fall jetzt mehr
ein Thema als bei anderen und
darauf darf man natürlich auch nochmal schauen.
Deswegen übernimmt hier auch jeder
nur anteilig Verantwortung
in dem Rahmen, der
ihm möglich erscheint.
Das wird man auch intuitiv immer spüren.
Wenn auf mich ganz viel Wut zukommt und ich merke,
das ist situativ völlig unangemessen,
dann werde ich da
das abblocken. Deswegen ist es wichtig,
sich selbst zu reflektieren und dem anderen
dann sozusagen auch nur die Wut zu spiegeln,
für die er verantwortlich ist.
Wenn du jetzt merkst, das ist
genau das Thema, was in eurer
Beziehung eine Rolle spielt,
nämlich das Übernehmen der Verantwortung,
das Anerkennen der
unguten Gefühle von dir oder auch
von deinem Partner, dann melde dich
sehr gerne bei uns für das Telefonische Erstgespräch,
wenn du mit uns
dich auf den Weg machen möchtest,
wirklich nachhaltig zu lernen,
wie man emotionale Verletzungen und Konflikte
innerhalb der Beziehung lösen kann.
Der erste
wichtige Punkt, um in der Beziehung wirklich
Verantwortung übernehmen zu können und emotionale
Verletzungen nachhaltig zu lösen, den hast du eben
eigentlich schon hervorgebracht, nämlich das Thema
Prüfen, ob Päckchen oder Prägungen
wie wir sie nennen, vorliegen.
Also gegebenenfalls muss man da eben einzeln nochmal schauen,
wann war es mal gut, bin ich ausgerechnet kraftvoll genug
und liegen da Themen, die vor der Beziehung bereits entstanden sind,
die aber in der Beziehung ein belastendes Gefühl auslösen
beziehungsweise Situationen, die entstehen, dramatisieren.
Also die Gefühle, die daraus entstehen, dramatisieren.
Also ich merke zum Beispiel, es kommt eine unangemessen große Wut zustande
oder große Traurigkeit, weil da noch etwas aus der Vergangenheit mit reinrutscht.
Dann kann ich natürlich nicht meinem Partner da die volle Verantwortung geben wollen.
Das ist etwas, was ganz häufig dazu führt, dass das schiefläuft,
einen Streit ausartet, weil der andere intuitiv spürt,
da bekomme ich gerade viel zu viel Verantwortung ab, die ich übernehmen soll.
Das kann ich nicht tragen.
Ich soll da gerade so einen riesen Rucksack mit mir rumschleppen oder sagen,
dass dieser riesen Rucksack mir leid tut.
Dabei merke ich, ich bin eigentlich eher gerade für so eine kleine Tasche verantwortlich.
Das passt nicht.
Und dann lehnen wir es ab.
Das merken wir auch in Coachings immer recht schnell.
Also das ist auch mal eine Frage, die denen gestellt wird.
Wenn wir Verletzungen lösen, wie merkt man sowas?
Das merkt man.
Also ich finde mal die Vorstellung, würde ich bei einem anderen Menschen,
der mich emotional so verletzt, auch so stark reagieren,
mich auch persönlich so gekrempelt fühlen?
Oder ist das nur bei dieser Person so?
Und wenn man denn für sich herausfindet, okay,
das habe ich bei anderen Menschen auch häufig,
dann ist es immer auch ein Hinweis darauf,
dass es ein Päckchen ist, das etwas ist, was ich mitbringe.
Ja, oder auch so im Vergleich.
Angenommen, man hat fünf Freunde, mit denen man sich regelmäßig trifft
und vier Freunde reagieren bei Unpünktlichkeit,
dass sie sagen, Mensch, das ist ja doof, dass du zu spät gekommen bist.
Und man sagt, ja stimmt, tut mir leid.
Ich wollte ja kein ohnendes Gefühl machen.
Das Thema ist erledigt, man hat wieder einen schönen Abend.
Und bei einem Freund, da kommst du zu spät und der dreht völlig durch.
Der stellt die ganze Freundschaft infrage und sagt,
das kann nicht wahr sein, ich bin dir überhaupt nicht wichtig genug.
Was ist denn jetzt schon wieder wichtiger gewesen als ich?
Und merkst richtig, da ist so viel Druck hinter.
Dann ist das ein Signal dafür, dass derjenige was mitbringt.
Der hat dann schon ein Päckchen, das ist situativ dann nicht mehr passend.
Ein weiterer Punkt ist, dass man natürlich dann auch die Gefühle aufarbeitet,
also um etwas zu lösen.
Also ist es wichtig, dass man etwas aufarbeitet.
Und da geht es im allerersten Schritt darum, dass man annimmt,
dass man sich nicht fürs Verhalten entschuldigt,
sondern für die entstandenen Gefühle.
Und das ist immer gar nicht so leicht, wenn man das zu zweit macht
und dann nicht so die Übung drin hat.
Nämlich, wenn man in einen geschützten Rahmen, wie zum Beispiel ein Coaching geht,
wenn man nach den Methodiken natürlich arbeitet,
aber man da so ein bisschen durchgeleitet wird.
Weil es ist immer wichtig, dass man eine wertschätzende Haltung hat,
dass die Stimmung untereinander gut ist
und man weiß, worum es geht.
Also es geht darum, dass man auch die Basisgefühle, wie wir es nennen, benennt.
Also dass man auch sagt, als ich traurig war zum Beispiel,
hat sich in meinem Magen alles zusammengezogen.
Weil wir gerne dazu neigen, den anderen Menschen
auch aufgrund unserer Sozialisation als Kinder Gefühle abzusprechen.
Also zu sagen, ja, aber deswegen kann man doch nicht traurig sein
oder mich würde das ja nicht wütend machen.
Und so löst man natürlich keine Situation.
Es entsteht eher noch mehr Wut oder Traurigkeit,
wenn man sagt, naja, super, jetzt spricht er mir auch noch das Gefühl
ab, also jetzt sage ich gar nichts mehr,
weil jetzt habe ich mich hier gerade minimal verletzlich gemacht
und dann kriege ich voll die Breitseite ab.
Nämlich es geht dann darum zu sagen,
Traurigkeit oder Wut,
Magen alles zusammengezogen.
Weil wenn wir körperlich unsere Symptome beschreiben,
berührt das einen Menschen noch mehr.
Weil es ist ja nie die Absicht, wenn ich dich jetzt emotional verletze
und du sagst mir, boah Ina, das, was du gesagt hast,
habe ich jetzt noch Magenschmerzen.
Dann denke ich so, Gott, ich habe eben Magenschmerzen gemacht,
das will ich ja gar nicht.
Und ich denke, dass es dir körperlich schlecht geht,
wenn ich etwas, also aufgrund meiner Aussage,
und das können viele Menschen dann schon eher sehen
und dann sagen so, okay,
die Situation war, sie hatte die und die Symptome
oder eher,
und dann die Verantwortung zu übernehmen,
zu sagen, ich wollte dich wirklich nicht traurig machen
und ich wollte auf keinen Fall, dass du ja den ganzen Tag
bei der Arbeit sitzt mit Bauchschmerzen,
das tut mir leid.
Ja, und das finde ich,
ist ja auch ein Kennenlernprozess
miteinander,
dass man dadurch, dass man es ausspricht,
herausfindet,
was sind denn so die Dinge,
die den anderen
auch verletzen.
Weil das ist ja bei uns allen unterschiedlich.
Es gibt zwar die geltenden Systemgesetze,
aber bei wem
sich etwas als Ausschluss anfühlt,
das ist ganz unterschiedlich.
Für manche ist das dann schon eine Verletzung,
für andere noch nicht.
Manche fühlen sich von etwas ausgeschlossen, andere wiederum nicht.
Und das kann man nur dadurch in Erfahrung bringen,
dass man das offen ausspricht und sagt,
das hat bei mir ein ungutes Gefühl erzeugt.
Und der anderen sagen kann,
oh, das wusste ich nicht, das tut mir leid,
das war nicht meine Absicht.
Und dann auch,
dass man auch sein Verhalten,
wenn er denn möchte und kann,
anpassen kann.
Genau, kann ist auch ganz wichtig.
Nämlich, es geht nicht darum,
dass man in dem Moment sagt,
so wie so im Traum,
ja, in Zukunft werde ich so und so handeln,
da werde ich das nie wieder sagen.
Und die andere Person denkt,
ja, warten wir mal ab.
Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen,
weil du bist total ein aufbrausender Mensch.
Das dauert jetzt irgendwie 48 Stunden
und wir haben die nächste Situation,
du wirst so handeln.
Dann bringt das Ganze nichts.
Deswegen fragen wir ja auch immer nach,
na ja,
ähm,
die Person, die verletzt,
kannst du dir vorstellen,
so wie die Person, die verletzt hat,
gesagt hat, jetzt anders handeln würde,
kann er oder sie das überhaupt?
Also, glaubst du, das geht in die Umsetzung?
Und das ist immer spannend,
wenn jemand dann sagt so,
das hört sich sehr gut an,
was du gesagt hast,
aber nö, glaube ich nicht.
Es geht um Können, Wollen und Dürfen.
Zwei Aspekte sind dabei besonders wichtig,
die nochmal hervorzuheben.
Das eine ist,
dass derjenige,
der die Verletzung ausgelöst hat,
selbstbestimmt überlegt,
wie hätte ich mich anders verhalten?
Das heißt, der macht sich Gedanken darüber
und nicht der, der sich verletzt fühlte.
Denn ansonsten
fühlt man sich fremdbestimmt
und da sind wir auch in einem Punkt drin,
der häufig dann ja kritisiert wird,
dass man ja nicht den anderen Menschen
verändern soll.
Und das trifft aus unserer Sicht
auf die Identitätsebene ja zu.
Ich möchte ja nicht,
dass du ein anderer Mensch wirst.
Aber wenn ich sage,
dein Verhalten
verletzt mich,
und du sagst,
oh, das kann ich sehen,
das wollte ich nicht,
ich ändere mein Verhalten ein wenig ab,
wäre das dann gut für dich?
Und ich sage ja,
dann ist das nicht so,
dass du ein anderer Mensch wirst.
Oder das ist ja auch im Kleinen so.
Wenn du jetzt sagst,
also ich grill das Steak immer medium,
mach das für dich auch so.
Und du sagst,
das mag ich nicht so gerne.
Könntest du das das nächste Mal,
das wäre jetzt noch im Feedback-Bereich,
könntest du das das nächste Mal
bitte für mich durchbraten?
Dann sage ich ja nicht,
oh, das kann ich nicht,
bin ich ein anderer Mensch.
Also wenn ich anfangen muss,
das Steak jetzt durchzubraten,
nee, das macht mich zu einem anderen Menschen
nicht raus.
Manche Köche empfinden das so.
Das heißt,
wenn ich jetzt bitte,
das Verhalten zu verändern
oder bei einer Verletzung
mir auch selber überlege,
wie ich mich so verhalte,
dass es für dich angenehm
im Umgang mit mir ist,
dann werde ich ja nicht
zum anderen Menschen.
Und das muss man unterscheiden.
Es geht um ein anderes Verhalten,
nicht darum,
dass ich charakterlich anders werde.
Also wenn du jetzt zu mir sagst,
du bist ein total unlustiger Mensch,
ein lustiger Typ,
kannst du mal lustiger sein,
dann ist es irgendwie schwierig.
Genau, da würde man ja auch nochmal
bei so Werten
auch nochmal in die Diskussion gehen.
Dann sagen,
okay, da müssen wir nochmal drüber sprechen,
warum hast du das gemacht und so weiter.
Und da sind wir eigentlich
schon beim letzten Punkt ja auch,
diese regelmäßigen Reflexionsgespräche.
Also es ist wichtig,
dass man einen bestimmten Rahmen hat,
auch um einfach ungute Gefühle,
die entstehen
und die entstehen einfach sehr regelmäßig
in Beziehungen,
menschlichen Beziehungen,
miteinander zu besprechen
und dafür braucht man
einen geschützten Rahmen.
Das macht man nicht nebenbei,
Tür-Angel-Gespräch
oder wenn Kinder irgendwie
wuselig rumlaufen,
da hat man keine Ruhe für.
Das müsste ein Wiederkerner-Termin,
regelmäßiger Termin sein.
Und da geht es halt darum,
das erzählen wir im Coaching ja auch immer wieder,
dass man die Woche reflektiert,
also einen kurzen Zeitraum,
wenn man nicht so einen Rundumschlag
vom letzten halben Jahr dann immer hat
und jeder Schiss hat vor dem Gespräch
und denkt so, oh nein,
das wird jetzt ein grausames,
langes Gespräch
und jeder holt dann die Leichenschaften
aus dem Keller raus,
sondern es ist ein kurzes,
knackiges Reflexionsgespräch,
was lösungsorientiert ist,
wo es darum aber auch geht,
nicht nur organisatorische Dinge zu klären,
sondern auch Gefühlen Raum zu geben,
um das Fundament letztendlich zu stärken
und stabil zu halten,
also eine Investition in die Zukunft,
die man macht,
damit man die Wahrnehmung abgleicht,
das Gefühl hat,
wir sind im Prozess zusammen,
emotionale Nähe herstellt,
damit es nachhaltig gut bleibt
und gut wird.
Also das Fazit ist,
wir sind durchaus verantwortlich,
wenn auch immer nur anteilig
für die Gefühle,
die wir bei anderen Menschen erzeugen
und können dafür Verantwortung übernehmen,
wenn wir das Gefühl des anderen anerkennen,
sagen, dass es uns leid tut,
keine Absicht war,
ein neues Verhalten vorschlagen,
was beim nächsten Mal
diese Verletzung nicht auslösen wird.
Wir halten nichts von Schuld,
nicht in diesem Kontext.
In diesem Kontext braucht es keine Schuld
und keine Strafe, die man entgegennimmt,
sondern einen Austausch miteinander
im passenden Rahmen,
um das Fundament zu stabilisieren.
Das allerdings von sich zu weisen
und zu sagen,
jeder Mensch ist für seine Gefühle
vollständig selbstverantwortlich
und ich kann überhaupt nichts dafür,
dass das bei dir ein Problem auslöst
auf emotionaler Ebene,
wenn ich irgendein Verhalten,
eine Situation schaffe,
mach das mit dir selber aus,
ich trage da nichts zu bei,
dass
Es ist unstimmig.
Vielen Dank fürs lange Zuhören.
Bis zur nächsten Folge.
Bis bald.
Podcast Summary
Key Points:
Man übernimmt anteilig die Verantwortung für die Gefühle anderer, ohne dies als Schuld zu verstehen.
Selbstverantwortung bedeutet nicht, dass man den anderen verurteilt, sondern dass man sich fragt, wie man sich anders verhalten könnte.
Gefühle sind physisch und emotional verbunden, und ihre Beschreibung fördert gegenseitiges Verständnis.
Systemgesetze und soziale Prägungen zeigen, dass bestimmte Verhaltensmuster automatisch emotionale Reaktionen auslösen.
Eine dauerhafte Beziehung erfordert regelmäßige Reflexionsgespräche, um Konflikte zu verarbeiten und Vertrauen zu stärken.
Es ist wichtig, dass derjenige, der verletzt wird, seine Gefühle offen ausspricht, um echte Verantwortung zu ermöglichen.
Die Verantwortung liegt nicht in der Veränderung des anderen, sondern in der Selbstreflexion und der Entwicklung eines neuen, respektvollen Verhaltens.
Schuld wird abgelehnt; statt dessen wird ein gegenseitiges Anerkennen und ein gemeinsamer Umgang mit Konflikten gefördert.
Summary:
Die Podcastfolge beleuchtet das komplexe Thema der Verantwortung für Gefühle in Beziehungen. Während es üblich ist, dass Menschen glauben, allein für ihre eigenen Gefühle verantwortlich zu sein, wird hier betont, dass die Verantwortung für die Gefühle anderer anteilig übernommen werden kann – ohne Schuldzuweisung. Der Ansatz unterscheidet zwischen Verantwortung und Schuld: Verantwortung bedeutet, für das eigene Verhalten und die daraus resultierenden Gefühle ehrlich zu reflektieren und zu sagen, „das war nicht meine Absicht“.
Dabei wird auch die Rolle von Systemgesetzen und frühen Erfahrungen gezeigt, die bestimmte Reaktionen auslösen. Beispielsituationen wie verspätete Kommunikation oder Streit über Wochenendpläne verdeutlichen, wie Verletzungen entstehen und wie gegenseitige Anerkennung zu einer Verbesserung führen kann. Ein wichtiger Punkt ist die Notwendigkeit von regelmäßigen Reflexionsgesprächen, um Gefühle zu erkennen, zu verarbeiten und emotionale Nähe aufzubauen.
Der Fokus liegt nicht auf der Veränderung des anderen, sondern auf der Selbstreflexion und der Entwicklung eines gerechteren, empathischeren Umgangs. Die Zusammenfassung zeigt, dass Verantwortung und Empathie in Beziehungen nicht als Last, sondern als stärkendes Fundament wirken – ohne Schuld, ohne Strafe und ohne, dass man den anderen in eine neue Person verwandelt.
FAQs
Weil es oft mit der Angst verknüpft ist, dass man sich schuldig fühlen oder verurteilt werden könnte. Viele Menschen fürchten, dass sie durch die Verantwortung für andere Gefühle ihre Identität verlieren oder in eine Opferrolle geraten.
Ja. Verantwortung bedeutet, für eigene Handlungen und die daraus entstandenen Gefühle einzugestehen und darauf zu reagieren. Schuld hingegen führt zu Strafe, Verurteilung und der Vorstellung, dass man eine Person verletzt hat, ohne die Absicht zu kennen.
Man kann erkennen, welcher Anteil an einer Situation jeder Person trägt. Zum Beispiel kann man sagen: 'Ich hätte schneller reagieren können' oder 'Ich habe vielleicht nicht genügend auf deine Erwartungen geachtet'.
Körperliche Symptome wie Zittern oder Magenschmerzen machen die Emotionen greifbar und zeigen, wie tief die Gefühle bei einem Menschen verarbeitet werden. Dies fördert das Verständnis und die Empathie.
Durch das Anerkennen der Gefühle des Partners, die Aussprache von persönlichen Erwartungen und die gemeinsame Suche nach einem neuen, verantwortungsvollen Verhalten, das zukünftig Verletzungen vermeidet.
Weil Gefühle durch soziale und kulturelle Erfahrungen beeinflusst werden. Es gibt Systemgesetze, die bestimmte Handlungen mit bestimmten Emotionen verbinden, und diese sind bei allen Menschen unterschiedlich ausgeprägt.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.