Mein/e Partner/in hat Angst vor Konflikten: Wie kann ich damit umgehen?
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Angst vor Konflikten ist bei vielen Paaren ein weit verbreiteter und tief verwurzelter Gefühlszustand, der durch frühe Erlebnisse, wie z.B. eine streitbare Elternbeziehung, entsteht. Die Angst vor Verletzungen führt dazu, dass Gefühle und Bedürfnisse unterdrückt werden, wodurch sich langfristig Konflikte verstärken. Oft ist die Wahrnehmung von Verletzungen nicht symmetrisch – jemand fühlt sich verletzt, der andere sieht nichts Negatives. Dies führt zu einer fehlenden Kommunikation und einem fehlenden Feedback, das als Kritik wahrgenommen wird. Es wird betont, dass Verletzungen oft in den ersten Wochen einer Beziehung auftreten und dann als „Schmetterlingsschlag“ zu späteren, tiefgreifenden Konflikten führen können. Die Wirkung dieser kleinen Verletzungen ist daher entscheidend. Um Konflikte zu lösen, ist es wichtig, frühzeitig und offen über Gefühle zu sprechen, selbst wenn das ein kleines Gefühl ist. Gleichzeitig müssen Paare ihre eigenen Glaubenssätze überprüfen und ihre Selbstwirksamkeit stärken, um mutig zu sein, Verletzungen zu benennen. Zudem spielt die tägliche Energieaufnahme eine entscheidende Rolle – ein überbelasteter Alltag macht Konflikte unvermeidbar. Durch die Entwicklung harmonischer Kommunikationsfähigkeiten, wie z.B. durch den richtigen Umgang mit Feedback oder Entschuldigungen, kann eine nachhaltige Streitkultur entstehen. Die Botschaft ist klar: Konflikte sind nicht nur unangenehm, sondern notwendig, um eine gesunde, wachsende Beziehung aufzubauen, und sie sollten frühzeitig und offen behandelt werden, um langfristig die Beziehung zu stärken.
Herzlich willkommen zu dieser Podcast-Folge der Lebensiderlisten. Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen Paaren raus aus der Krise hinein in eine glückliche Beziehung.
Heute soll es um das Thema gehen, mein Partner, meine Partnerin hat Angst vor Konflikten. Wie kann ich damit umgehen?
Wenn jemand Angst hat, in einen Konflikt zu gehen, liegt das häufig daran, dass derjenige Angst hat, die Harmonie in der Beziehung zu verlieren.
Also was kommt, wenn ich jetzt anspreche, dass mich etwas stört? Oder wie reagiert der andere gerade am Anfang einer Beziehung, wenn ich jetzt direkt Sachen anspreche?
Es gibt ja viele Menschen, also gar nicht so wenig Menschen, die ganz bewusst versuchen, einen Konflikt zu verlieren.
Weil denen das einfach sehr unangenehm ist.
Da ist es vielleicht spannend, dass wir erstmal draufschauen, was passiert denn überhaupt, wenn ich Angst vor Konflikten habe und diese vermeide?
Also, weil dann setzt das ja meistens schon viel, viel früher an.
Also die Angst davor, dass ein Konflikt entstehen könnte, sorgt ja meist dafür, dass schon andere Dinge, schon deutlich bevor eigentlich ein Streit oder Konflikt vorliegt, schieflaufen.
Das liegt. Das Erste ist ja meistens, dass man sein Gefühl nicht ausspricht.
Ja.
Also, wenn jemand bei mir ein ungutes Gefühl macht, dass ich das gar nicht ausspreche, aus Angst, es könnte daraus ein Konflikt entstehen.
Oder vielleicht auch der Sorge, dass man gar nicht weiß, wie sich das überhaupt lösen lässt.
Also, dann habe ich es zwar ausgesprochen, habe aber nie die Erfahrung gemacht, dass sich das damit auch wirklich löst.
Genau, und gerade am Anfang einer Beziehung, wenn man gerade so die rosa-rote Brille so ein bisschen ablegt, muss man sich da ja auch erstmal so eingrooven.
Und den anderen einschätzen können, kann derjenige in Konflikt gehen, wie kann ich Sachen ansprechen, wie fühlt sich das an für uns beide, wie streiten wir, das ist ja auch so ein Thema.
Ja, aber dann auch letztendlich Bedürfnisse aussprechen, ist bei vielen schwierig.
Wahrscheinlich aus der Angst, die könnten nicht erfüllt werden oder auch das könnte wieder zu einem Konflikt werden, weil der andere andere Bedürfnisse hat oder die eigene nicht erfüllen mag.
Genau das gleiche mit Erwartungen, dass wir Erwartungen haben.
Die wir nicht aussprechen, also unausgesprochene Erwartungen haben, die dann sehr sehr regelmäßig zu Enttäuschungen werden.
Ja.
Und wir da einfach schauen müssen, dass wir unsere Erwartungen auch ganz offen aussprechen. Nur so hat der andere die Chance, diese zu erfüllen.
Genau.
Da leben wir manchmal vielleicht auch zu sehr in einer Fernsehmärchenwelt, in dem Wunsch, dass uns der Partner alle Wünsche von den Lippen ablesen können soll, doch in der Realität funktioniert das meistens nicht.
Woher soll der das alles wissen? Dafür sind wir Menschen einfach zu individuell. Woher soll ich all die Wünsche des anderen wissen?
Genau.
Da kann man jetzt bei uns so nach elf Jahren, da kann man so langsam mal sagen, wir können so langsam schon durchaus die Wünsche des anderen irgendwie an den Lippen ablesen.
Aber die Chance, dass das schief geht, wenn ich meine Erwartungen nicht ausspreche, ist trotzdem immer noch groß.
Genau, weil sich das ja auch ändern kann. Und meine Bedürfnisse sich ja auch ändern können über die Jahre. Meine Belastungssituationen andere sind vielleicht.
Ja.
Und immer wenn im Kopf aufblinkt oder so der Impuls kommt, ja, das könnte er oder sie sich ja denken, dann ist es eigentlich ein Anzeichen dafür, dass ich ein Bedürfnis nicht ausgesprochen habe.
Ja.
Also und auch meinen Anteil dann zu sehen und zu sagen, okay, nicht wütend darüber zu sein, dass der andere das nicht gemacht hat, sondern auch zu sagen, ja, es ist meine Aufgabe auch für mich zu sorgen und auch den anderen die Möglichkeit zu geben, meine Wahrnehmung auch zu verstehen und auch meine Erwartungen zu erfüllen vielleicht.
Ja.
Wenn das gewünscht ist.
Ja. Und ein letzter Punkt, der auch häufig nicht gemacht wird, wenn man Angst vor Konflikten hat, ist Feedback geben.
Ich glaube so dieses Feedback geben, was dann die Angst erzeugt, der andere könnte das als Vorwurf, als Kritik wahrnehmen und dadurch wird derjenige entsprechend wütend oder verärgert, traurig und es kommt in einen Konflikt.
Genau, darüber könnten wir auch schon wieder eine ganze Podcast-Folge drehen über Feedback geben.
Ja, vielleicht machen wir das mal.
Genau. Aber es stellt sich ja so grundsätzlich die Frage, woher kommt diese Angst vorm Streit? Also warum ist das manchen Menschen einfach total unangenehm und die sagen dann mal so, ja, man muss jetzt auch mal gut sein, man muss ja nicht alles zerreden.
Ja. Oder gehen raus aus dem Streit, also brechen.
Gehen ins Schweigen oder fahren weg.
Ja.
Türen knallen zu, zack, man ist weg.
Ja. Genau.
Ja, eigentlich sind wir da wieder bei unserer typischen Antwort, die Vergangenheit, die da wieder eine Rolle spielt, unsere Prägung, vielleicht auch Kindheitserfahrung, denn letztendlich, wo lernen wir, wie mit Konflikten umgegangen wird? Wo lernen wir, wie man eine Verletzung ausspricht, ein ungutes Gefühl ausspricht? Wo lernen wir, wie man Feedback gibt?
Ja.
Die meisten lernen Feedback geben und wie man miteinander kommuniziert, so zumindest vom Modell her, irgendwann in einem Kommunikationskurs, weil man vielleicht eine Ausbildung macht.
Und dann kommt auf einmal, oder vielleicht auch in der Schule, das Vier-Ohren-Modell und all diese ganzen Sachen und man fängt an, diese Ebenen miteinander eher zu verstehen. Aber es wird einem ja eigentlich nie gezeigt, wie ich bei mir ein ungutes Gefühl ausspreche oder wie ich auch einen Konflikt im Guten löse. Und im Guten heißt für uns ja eigentlich nachhaltig, dass auch wirklich kein Gefühl zurückbleibt, weil die meisten lernen zwar sich zu entschuldigen.
Genau, das ist so das Typische, was man kennt, vielleicht noch als Kind, du musst dich jeder hin und entschuldige dich.
Meistens fürs Verhalten.
Ja.
Na klar.
Man entschuldigt sich ja eigentlich eher für das ungute Gefühl, was man dem anderen gemacht hat.
Und ich glaube, um das kurz einzuwerfen, es ist auch immer ganz spannend, wenn man selber mal auf seine Kindheit zurückguckt oder jetzt selber, wir sind ja auch Eltern, wir haben ja auch einen kleinen Sohn, dass man immer von den Kindern erwartet, dass die sich entschuldigen, aber Erwachsene sich bei Kindern eigentlich sehr selten entschuldigen.
Ja.
Und dass da auch schon so ein kleiner Denkanstoß ist, weil gerade wenn wir als Erwachsene zu unserem Kind gehen und sagen, boah.
Das, was ich gerade gemacht habe, das tut mir leid.
Wenn das bei dir jetzt gerade, wenn du jetzt wütend deshalb geworden bist oder es bei dir Bauchschmerzen gemacht hat, dann das war nicht meine Absicht.
Dann lernen wir ja auch eigentlich, okay, wie läuft das ganze Spiel eigentlich ab mit Konflikten?
Ich bin dafür verantwortlich, dass ich schlechte Gefühle bei anderen mache, aber andere können auch zu mir kommen und sich entschuldigen.
Und ich glaube, das ist immer so das, was gelernt werden muss.
Ja, dazu muss ich natürlich selbst Gefühle aushalten können.
Ja.
Also ich muss es aushalten können.
Das mein so.
Wenn mein Sohn dann wütend wird, traurig wird und muss mit Traurigkeit umgehen können, muss mit Wut umgehen können.
Wenn für mich das unangenehm ist, weil mein Sohn gerade wütend ist, vielleicht auch, weil es in der Öffentlichkeit passiert, dann werde ich schwer das handeln können, sodass es weggeht.
Sondern werde eher bemüht sein, im Außen dafür zu sorgen, dass ich aus dieser peinlichen, unangenehmen Situation, wo Menschen auf mich gucken, vielleicht hinauskomme.
Also es sind die Prägungen aus der Vergangenheit.
Wie habe ich durch meine Eltern?
Wie habe ich durch mein Umfeld gelernt, Konflikte zu lösen?
Und wenn ich da gesehen habe, dass das eher negativ ist und Streit eher nachhaltig negativ wirkt und die beiden kommen nicht raus oder ich habe es einfach noch nicht gesehen.
Ja.
So ein typisches Beispiel ist ja immer, die Eltern streiten sich und kommen da erstmal nicht raus.
Dann ist es irgendwann 8 Uhr, das Kind muss zu Bett, dann wird erstmal das Kind zu Bett gebracht und ich als Kind gehe dann im Streitgefühl der Eltern schlafen.
Am nächsten Morgen wache ich auf und gucke und irgendwie ist alles merkwürdig, denn es ist nett zueinander, aber ich verstehe das gar nicht.
Und da vergessen Eltern häufig dann die Kinder wieder ins Boot zu holen und zu sagen, hey, guck mal, bei uns ist ja alles gut, wir haben das so und so gelöst und uns geht es wieder gut, wir mögen uns immer noch.
Also ein Streit führt nicht dazu, dass die Liebe weniger wird oder sowas.
Ja.
Und dann ist ja das Thema, wie?
Welche Erfahrungen macht man, wenn man Gefühle anspricht und ausspricht, oder wenn man überhaupt Dinge anspricht, Feedback gibt und so weiter und wenn dadurch regelmäßig halt oder einige Male und das prägend war, ein Streit entstanden ist, ein Konflikt entstanden ist, der Partner einen Wunsch als Vorwurf aufnimmt, das Feedback nicht richtig ankommt, weil es als Kritik ankommt, all diese ganzen Dinge, die wir ja erwähnt haben und danach vielleicht was Schlimmes passiert, wie eine Trennung zum Beispiel, dann nehme ich das natürlich.
Diese Angst davor, okay, wenn jetzt eine Unstimmigkeit zum Streit führt, könnte das automatisch eine Trennung bedeuten und daraus kann eine Angst entstehen und die Angst greift dann eher am Anfang des Ganzen, nämlich, dass ich dann sage, okay, dann spreche ich lieber kein Bedürfnis mehr aus, ich gebe lieber kein Feedback mehr, ich sage lieber nicht mehr, dass es mir nicht gut geht, weil wenn ich das tue, könnte daraus ein Streit entstehen, daraus könnte eine Trennung entstehen und davor habe ich Angst.
Ja.
Das machen wir natürlich nicht bewusst.
Nö, das ist ja auch so ein Ablauf, der ganz schnell im Kopf geht, ne? Es hört sich jetzt vielleicht ein bisschen, wenn man es sich anhört, ein bisschen kompliziert an, aber wenn man selber in der Situation drinsteckt, macht das total, oftmals bei vielen Menschen, dieser Ablauf ein stimmiges Gefühl, also die haben das Gefühl, okay, das fühlt sich wirklich bei mir so an, ne?
Naja, meistens entsteht ja auch im Denken eine andere Schlussfolgerung, nämlich eine Unterstützung, das zu deckeln. Also dieser Prozess, den ich gerade beschrieben habe, der ist ja eher so im Basis.
wie wir es nennen, so ein Bauchgefühl und im Denken.
Entstenken entstehen dann ja eher Sätze, die dieses Wegdrücken unterstützen.
Also zum Beispiel, ich merke irgendwas, was du machst, das macht bei mir ein ungutes Gefühl und irgendwas passiert da und ich denke, nee, daraus könnte ein Streit entstehen, ich habe Angst und vielleicht Trennung.
Und dann kommt der Kopf und sagt, ist auch nicht so wild, mach dir nicht so viele Gedanken, du bist wieder viel zu sensibel, nimm das nicht so ernst, sie meinte das gar nicht so und ach, du bist wieder viel zu.
Und zack wird das Ganze vom Kopf heruntergeredet, das ist ja meistens das, was passiert.
Ja, sollte man Probleme dann lieber totschweigen und einem Streit aus dem Weg gehen?
Natürlich nicht.
Natürlich nicht, es kommt ja alles wieder.
Es kommt alles wieder, genau. Also je früher, desto besser.
Ja, genau. Es ist wichtig, über Konflikte und Verletzungen zu sprechen, weil dann kann ich sie nur lösen.
Ich kann ja nur einen Konflikt lösen, wenn ich offen darüber spreche mit meinem Partner oder meiner Partnerin.
Und nur wenn ich das anspreche, kann der andere ja auch sagen.
Und der andere ja auch wissen, dass man verletzt ist. Das ist ja auch immer so der Punkt.
Ich kann ja nicht erwarten, dass der andere auf mich zukommt, wenn derjenige aus seiner Wahrnehmung vielleicht gar nicht gemerkt hat, dass er mich damit verletzt hat.
Und das ist vielleicht nochmal ein spannendes Thema.
Ja.
Da sind wir, also wir haben so viele spannende Themen.
Ja, genau.
Wo man eigentlich, mal gucken, wie weit sind wir? Elf Minuten. Okay, wir können da nochmal ausholen.
Warum passiert das überhaupt, dass ich jemand anderen verletze und das selber nicht merke?
Genau, das ist gar nicht so selten, wenn wir Verletzungen hier auflösen.
Dass der eine dann sagt, ja, dann bei der und der Situation, bei dem Geburtstag hast du das und das gesagt.
Sagt der andere, ja.
Erstmal auch, vielleicht können die Menschen sich natürlich nicht mehr daran erinnern.
Weil wenn ich das nicht bewusst gemacht habe, habe ich das im Kopf ja auch gar nicht abgespeichert.
Wenn ich jemanden gar nicht bewusst verletzt habe.
Und dann, ja, wird meistens so ein Bild dann aufgebaut, dass dann gesagt, dass der andere dann vielleicht erzählt, doch, bei dem Geburtstag, der und der Situation.
Und dann kann der andere sich durch die Situation daran erinnern, manchmal.
Aber in der Wahrnehmung der anderen Person war das ja keine Verletzung.
Weil jeder hat ja auch eine andere Interpretation, eine andere Prägung, eine andere Glaubenssätze, was verletzend ist.
Und dementsprechend. Ich fahre hier gerade den Schreibtisch mal ein bisschen runter.
Ja, das war ein bisschen irritierend.
Der Schalter ist hier so mittendrauf und mein Arm liegt da drauf.
Ja, dementsprechend, genau, andere Wahrnehmung ist es unterschiedlich, was einen verletzt.
Und wenn ich das nicht ausspreche und nicht sage, was mich verletzt, dann kann der andere natürlich auch gar nicht dafür. diese Situation die Verantwortung übernehmen und das Leid sehen und sich dafür entschuldigen.
Weil derjenige weiß ja gar nicht, dass mich das verletzt hat.
Ich glaube, da stecken so zwei ganz wichtige Grundannahmen drin, die häufig schieflaufen.
Das eine ist, warum kann ich jemanden verletzen und merke das selber nicht in meiner Wahrnehmung?
Weil ich in positiver Absicht gehandelt habe.
Ich hatte eine positive Absicht im Mindestmaß für mich selbst.
Habt ihr einen Satz vielleicht gesagt, weil es lustig ist?
Ja, aber hab trotzdem bei jemand anderem ungute Gefühle gemacht.
Und da ich lustig sein wollte und auch drei von vier Leuten gelacht habe, war es wohl gut.
Also passte es wohl.
Aber die vierte Person, die fühlte sich halt verletzt.
Und das weiß ich nicht.
Wenn derjenige das nicht ausspricht, dann weiß ich das nicht.
Manchmal kann ich es natürlich jemandem ganz konkret ansehen.
Ja, aber auch das manchmal ist ja auch schwierig.
Weil manche Menschen deckeln ja auch ihre Gefühle sehr gut.
Also, dass sie in dem Moment dann gar nicht so ausbrechen.
Was ist hier los heute?
Alles piept.
Das ist jetzt hier unsere. Unsere Kamera, die leider jetzt keinen Akku mehr hat.
Okay.
Ja.
Wo waren wir stehen geblieben?
Also, wir sind beim. Jeder Mensch handelt in positiver Absicht.
Und merkt deswegen nicht unbedingt, dass bei anderen ein schlechtes Gefühl entsteht.
Und das andere, die zweite Annahme, die ich erwähnen wollte, ist,
dass viele von sich auf andere schließen.
Also, viele glauben, das, was mich verletzt, verletzt auch andere.
Und das, was mich nicht verletzt und bei mir kein ungutes Gefühl macht,
macht bei anderen auch kein ungutes Gefühl.
Und dadurch steht man manchmal so da und sagt, ich verstehe das nicht,
weil mich würde das doch auch nicht verletzen, wenn du das machst.
Warum verletzt dich das denn?
Und da einfach in die Annahme zu gehen, zu sagen,
jeder Mensch hat andere Prägungen, eine andere Vergangenheit.
Jeder reagiert auf Themen unterschiedlich.
Das kann auch kulturell unterschiedlich geprägt sein.
Nehmen wir nur das Beispiel der Pünktlichkeit.
Ja.
Wir sind kulturell auf Pünktlichkeit geprägt.
Andere Länder eher nicht.
Und die handeln nicht in böser Absicht, wenn sie unpünktlich kommen,
sondern die kennen es einfach so und für die macht das nichts.
Und bei uns macht es ein Gefühl.
Ja, genau.
Und was für uns ganz besonders wichtig ist,
ist, je früher wir anfangen, unser ungutes Gefühl auszusprechen,
desto besser.
Denn das ist eine große Erkenntnis aus sehr, sehr vielen Paaren,
die wir begleitet haben.
Die erste emotionale Verletzung ist meistens in den ersten vier bis zwölf Wochen.
Also manchmal, also eigentlich eher in den ersten vier Wochen,
manchmal in den ersten zwölf Wochen erst,
aber sehr, sehr früh am Anfang.
Und die Paare sind verwundert, dass das so ist.
Und die Paare sind verwundert,
dass sie sich nach langer, langer Beziehungszeit
daran noch erinnern können.
Einer von beiden meistens häufig.
Einer von beiden.
Derjenige, der sich verletzt gefühlt hat.
Und meistens auch sehr, sehr detailliert.
Ja.
Von daher,
kann gar nicht früh genug damit anfangen,
Dinge, die bei einem ein ungutes Gefühl machen, auszusprechen.
Auch wenn sie in dem Moment vielleicht noch wie eine Kleinigkeit wirken
und noch als Kleinigkeit wahrgenommen werden.
Umso besser.
Eine Kleinigkeit lässt sich viel, viel einfacher lösen,
als wenn man irgendwann eine sehr große Sache hat
mit sehr tiefgehenden Emotionen.
Genau, da hattest du ja auch letztens,
ich meine, ich hattest du mir auch erzählt,
ein Beispiel im Coaching,
dass derjenige gesagt hat,
das ist nur so eine Kleinigkeit.
Es lohnt sich das nicht,
oder das habe ich nicht als wichtig empfunden,
das zu erzählen.
Genau, es war immer so,
dass zwar so ein leichtes, ungutes Gefühl entstand,
aber dann der Kopf immer sagte,
das muss sie ja selber merken,
das muss sie ja selber sehen.
Das spreche ich jetzt lieber nicht an.
Sonst gibt es einen Konflikt.
Also hat das erste ungute Gefühl,
was immer so hochkam,
erst mal unterdrückt.
Aber was passierte dann?
Im Verlauf gab es sehr, sehr regelmäßig,
danach immer,
einen noch größeren Konflikt,
weil sich aus dem ersten unguten Gefühl,
was unterdrückt wurde,
danach irgendwas Größeres entwickelte.
Ja.
Und das ist halt ganz wichtig,
dass man anerkennt
oder vielleicht den Glaubenssatz verändert,
dass man sagt,
eine kleine Verletzung,
die lohnt sich immer zu lösen.
Also immer dann, wenn ich merke,
es entsteht ein ungutes Gefühl,
es lohnt sich, diese zu lösen.
Denn sie könnte, wenn sie nicht gelöst,
ist der Schmetterlingsschlag sein,
der ein Tornado auslöst.
Der Tornado entsteht erst vielleicht in drei Jahren.
Vielleicht auch erst in fünf oder in acht Jahren.
Aber es ist da.
Und wenn wir die Systematik und die Methodik erklären
und erklären den Paaren,
wie Verletzungen entstehen,
was sie mit uns machen und wie man sie auflöst,
dann haben sehr viele
genau diesen Aha-Moment und sehen,
ja, es stimmt.
Wir sind zwar acht Jahre zusammen,
aber tatsächlich, da ist eine Verletzung
in den ersten drei Wochen und die
wirkt heute noch mit der
Spirale, die in Gang gesetzt wurde.
Und je früher ich diese Konfliktspirale
außer Kraft setze, desto besser.
Genau, also was kann ich ganz konkret
tun, um meine Angst zu überwinden
jetzt,
in Konflikte zu gehen?
Das Erste ist Akzeptanz,
dass es einfach auch
Unstimmigkeiten geben darf.
Akzeptanz, dass es emotionale
Verletzungen geben darf.
Jeder hat für sich eine positive Absicht,
da ist es ziemlich schnell, dass jeder auch
unterschiedliche positive Absichten hat
und das dadurch einfach zu Verletzungen kommt.
Und das macht ja eigentlich auch unser Leben aus.
Dass wir jeder unterschiedlich,
einzigartig sind und nicht jeder gleich ist.
Nur damit wir uns gut verstehen.
Wurde gerade gestern
im Coaching gefragt, im Kennenlern-Termin,
ja, das ist ja, lebt ihr das
alles so zu Hause?
Und dann, ja,
machen wir. Und
habt ihr gar keine Konflikte mehr?
Doch, klar.
Dann müssten wir sie ja
uns ja gegenseitig irgendwie klonen.
Selbst dann würde man, man hat selber mit sich ja auch
Konflikte.
Natürlich weiterhin
gibt es Konflikte und weiterhin gibt es
ungute Gefühle, die entstehen, weil wir
alle in positiver Absicht handeln.
Aber natürlich, je mehr wir
diese Konfliktspirale außer Kraft
setzen und keine Trägerpunkte haben,
desto seltener passiert es. Und wenn
es passiert, dann kocht die Stimmung nicht
völlig nach oben, sondern man
kann es dann noch relativ gut beheben.
Und sollte es sein, dass man selber in eine
Befangenheit gerät, was ja,
wir können beide die Methodik, wir lösen beide
dauernd Konflikte mit uns für andere
und trotzdem kann man
durch eine Befangenheit an einen Punkt kommen,
wo man sagt, meine Emotionen
sind irgendwie so stark,
die überlagern mein Denken, ich kriege das nicht
mehr hin und brauche jemanden von außen, der
unterstützt. Auch das kann passieren.
Na klar.
Ja, genau. Also dann ist es natürlich,
wie kann man seine Angst überwinden, indem man
das Selbstwertgefühl steigert, also
sich den Fokus auf sich selber mal
legt und einmal zu schauen, okay,
welche
Prägungen, welche Glaubenssätze in mir
drin sind es, die mir
das immer wieder schwer machen, in Konflikte zu
gehen, also sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Ja. Was natürlich ein
sehr großes Thema ist, aber natürlich nachhaltig
gesehen der wichtigste Schritt ist eigentlich.
Selbstvertrauen auch, ne? Genau.
Um mutig genug zu sein, das auszusprechen,
den Mut zu haben und auch die
Zuversicht, dass sich diese auch lösen lassen.
Ja.
Genau. Und dann sicherlich
ein großer Punkt, wie man
Angst überwinden kann, dass
dass man vielleicht noch mal auf der Fähigkeitenebene
einige neue Tools lernt.
Denn wir haben halt häufig nicht gelernt,
wie man harmonisch Feedback gibt,
was auch wirklich als Feedback, als Wunsch ankommt
und nicht beim anderen als Kritik oder als Vorwurf.
Genauso wie viele von uns nicht gelernt haben,
wie man sich so entschuldigt,
dass wirklich nachhaltig ein Gefühl gelöst wird
und nicht ich mich entschuldige
und beim nächsten Streit mir der Punkt wieder vorgeworfen wird,
der eigentlich schon längst geklärt sein sollte,
sondern wie ich mich wirklich so entschuldige,
dass das Thema nachhaltig gelöst wird.
Wenn euch diese beiden Punkte interessieren,
dann haben wir dafür extra
einen kleinen kostenlosen Videokurs entwickelt,
in dem es unter anderem genau um diese beiden Punkte geht,
nämlich wie gebe ich harmonisch Feedback,
wie entschuldige ich mich richtig
und dann gibt es noch drei weitere Themen,
die in diesem Fünferkurs drin sind.
Wir verlinken das in den Shownotes
Schaut euch das gerne an.
Ist wie gesagt kostenlos, völlig unverbindlich für euch
und hilft euch bestimmt ergänzend zu dem,
was wir hier schon erzählen weiter,
weil es halt viele Dinge,
die wir hier immer so am Rande erzählen,
wie man Dinge löst, wie man Feedback gibt,
weil es da nochmal in der Tiefe erklärt wird.
Genau, das wollten wir einfach nochmal vertiefen,
damit auch ein besseres Verständnis entsteht.
Genau.
Genau, also abschließend kann man jetzt sagen,
dass diese Angst in Konflikte zu gehen,
in Streitsituationen zu gehen,
bei vielen mehr Menschen,
vorhanden ist, als gedacht ist,
also als vermutet wird,
weil doch wir Menschen dazu neigen,
zur Harmonie zu tendieren
und die Sachen beiseite zu schieben,
vielleicht auch durch unsere Lebensweise,
dass wir auch wenig natürlich Konflikte aushalten wollen
und können durch den aufregenden Alltag,
durch die Belastungen, die sonst mit dazukommen
und gerade wenn man so geprägt ist,
dass man, wir nennen das ja beim Coaching,
sehr herzlastig ist,
also wenn man eher so die weiche Seite in sich hat,
dann möchte man einfach auch dieses warme,
kuschelige Gefühl in der Komfortzone behalten.
Erstmal, also oberflächlich gesehen warm und kuschelig,
in der Tiefe gesehen ist das ja eher ein bröckelndes Fundament,
was sich entwickelt.
Ja, aber es haben gar nicht so wenig Menschen, genau.
Aber da hast du nochmal einen ganz wichtigen Punkt angesprochen.
Jetzt habe ich dir nochmal eine Vorlage gegeben.
Da will ich nochmal ganz kurz darauf einsteigen,
nämlich, dass es immer ja zwei Seiten gibt,
wie man besser mit Konflikten umgehen kann.
Das eine ist natürlich,
seine Prägung zu lösen,
Fähigkeiten zu entwickeln und so weiter.
Aber man muss auch sagen,
dass es nur die eine Hälfte der Zündschnur,
die die Zündschnur kürzer werden lässt
und die wichtigere aus meiner Sicht.
Aber die andere ist auch ganz wichtig,
nämlich, dass man im Alltag dafür sorgt,
dass man nicht immer voller Stress geladen ist,
voller negativer Energie ist und so weiter.
Und dadurch die Zündschnur noch viel, viel kürzer wird.
Also auch diese Ebene ist wichtig.
Wenn ich jeden Tag völlig gestresst von der Arbeit komme,
dann kann ich noch so gut wissen,
wie man mit Konflikten umgeht und so weiter.
Wenn mein Energielevel absolut niedrig ist
und ich eigentlich nur noch meine Ruhe will
und keine Power mehr habe,
und dann stürmt ein kleiner Mann auf mich zu
und das funktioniert halt nicht.
Dann können halt Konflikte entstehen.
Ich kann nur die Wut natürlich
und alles auch aushalten in Konflikten,
wenn ich selber auch die Ressourcen habe.
Wenn ich selber die Ressourcen habe, genau.
Und der eine Anteil,
den haben wir eben ausführlich besprochen,
der andere Anteil ist einfach im Alltag dafür zu sorgen,
nicht zu viel Stress zu haben,
seine Zündschnur eher ein bisschen länger zu machen,
Pausen einzuhalten,
nicht den Akku von Urlaub zu Urlaub völlig leer zu machen,
sondern im Alltag den Akku aufzuladen,
all diese Dinge.
Ja, von Urlaub zu Urlaub ist in Corona-Zeiten
ein mieses Thema.
Ja.
Aber trotzdem, der Spruch an sich ist schön.
Das kann sehr lang sein.
Also es geht darum,
den Mut zu haben, Verletzungen auszusprechen
und eine neue Streitkultur zu entwickeln
und dadurch auch für sich
ein neues Emotionsmanagement zu finden.
Und gerade so früh wie möglich dafür zu sorgen,
dass Konflikte gelöst werden,
Gefühle angesprochen werden und so weiter.
Ja, jetzt ist die Podcast-Folge schon wieder vorbei.
Wir würden uns freuen über eine Rückmeldung,
wie euch das gefallen hat.
Schreibt uns gerne bei Instagram
oder abonniert natürlich auch gerne diesen Podcast.
Darüber freuen wir uns immer sehr
und bewertet ihn gerne positiv.
Darüber freuen wir uns noch mehr.
Genau.
Und ansonsten sehen wir uns beim nächsten Mal
oder hören uns beim nächsten Mal
mit einem weiteren Thema.
Genau.
Bis dann.
Viel Spaß.
Bis dann.
Bis dann.
Podcast Summary
Key Points:
Angst vor Konflikten entsteht oft aus der Angst, die Beziehung zu verlieren oder sich verletzt zu fühlen.
Unausgesprochene Gefühle und Erwartungen führen zu vermeideten Konflikten, die sich später zu größeren Problemen entwickeln.
Die Angst vor Konflikten wird oft durch frühe Erlebnisse wie Kindheitserfahrungen oder elterliche Modelle prägt.
Feedback und Verletzungen werden oft falsch verstanden, weil sie als Kritik wahrgenommen werden, was zu Wut und Abweisung führt.
Es ist entscheidend, frühzeitig ungünstige Gefühle auszusprechen, um Konflikte im frühen Stadium zu lösen und langfristig zu vermeiden.
Jeder Mensch handelt mit positiver Absicht, doch unterschiedliche Wahrnehmungen führen zu Verletzungen, die nicht gewahr werden.
Mangelnde Selbstwirksamkeit und Angst vor Wut oder Wahrnehmung führen dazu, dass viele Dinge unterdrückt werden.
Ein starker Selbstwertgefühl und tägliche Energieaufbau sind essenziell, um konstruktive Konflikte zu führen.
Summary:
B. eine streitbare Elternbeziehung, entsteht. Die Angst vor Verletzungen führt dazu, dass Gefühle und Bedürfnisse unterdrückt werden, wodurch sich langfristig Konflikte verstärken.
Oft ist die Wahrnehmung von Verletzungen nicht symmetrisch – jemand fühlt sich verletzt, der andere sieht nichts Negatives. Dies führt zu einer fehlenden Kommunikation und einem fehlenden Feedback, das als Kritik wahrgenommen wird. Es wird betont, dass Verletzungen oft in den ersten Wochen einer Beziehung auftreten und dann als „Schmetterlingsschlag“ zu späteren, tiefgreifenden Konflikten führen können.
Die Wirkung dieser kleinen Verletzungen ist daher entscheidend. Um Konflikte zu lösen, ist es wichtig, frühzeitig und offen über Gefühle zu sprechen, selbst wenn das ein kleines Gefühl ist. Gleichzeitig müssen Paare ihre eigenen Glaubenssätze überprüfen und ihre Selbstwirksamkeit stärken, um mutig zu sein, Verletzungen zu benennen.
Zudem spielt die tägliche Energieaufnahme eine entscheidende Rolle – ein überbelasteter Alltag macht Konflikte unvermeidbar. B. durch den richtigen Umgang mit Feedback oder Entschuldigungen, kann eine nachhaltige Streitkultur entstehen.
Die Botschaft ist klar: Konflikte sind nicht nur unangenehm, sondern notwendig, um eine gesunde, wachsende Beziehung aufzubauen, und sie sollten frühzeitig und offen behandelt werden, um langfristig die Beziehung zu stärken.
FAQs
Diese Angst entsteht oft aus früheren Erfahrungen, wie z. B. Streit in der Familie, und dem Gefühl, dass Konflikte zu Trennungen führen. Manche fürchten, dass unangenehme Gefühle nicht erfüllt werden oder dass der andere sie verletzt.
Die unterdrückten Emotionen können sich im Laufe der Zeit vergrößern und zu größeren Konflikten führen. Ein kleiner Streit, der nicht gelöst wird, kann später zu einem Tornado aus emotionalen Reaktionen werden.
Man sollte sich zunächst akzeptieren, dass Unstimmigkeiten und Verletzungen normal sind. Zudem ist es wichtig, Selbstvertrauen zu entwickeln und Fähigkeiten wie harmonisches Feedback zu erlernen.
Jeder hat eigene Prägungen, Lebenserfahrungen und Glaubenssätze. Was für einen einen verletzt, kann für jemanden völlig neutral sein, weil das Verhalten aus positiver Absicht erfolgt.
Die erste emotionale Verletzung tritt oft in den ersten Wochen einer Beziehung auf. Je früher sie gelöst wird, desto weniger entsteht eine Spirale von Konflikten, die langfristig negativ wirkt.
Man kann Feedback als Wunsch formulieren, anstatt als Vorwurf. So wird es verstanden als Unterstützung, nicht als Beleidigung, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es vertraut und verarbeitet wird.
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