Mäurer & Wirtz CEO Stephan Kemen: Warum der Drogeriemarkt besser verkauft als jede Influencer-Kooperation
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In dieser Podcast-Folge spricht Gastgeberin Franka mit Stefan Kem, CEO von Meurer & Wirtz, Deutschlands zweitgrößtem Parfümhersteller. Kem erklärt, dass Düfte einzigartige Erinnerungsauslöser sind, weil die Nase immer aktiv ist. Er selbst entdeckte seine Leidenschaft für die Beauty-Branche während eines Praktikums bei L’Oréal und wechselte später kurz zur Medienbranche, bevor er zu Meurer & Wirtz kam. Das Unternehmen mit Sitz in Köln hat sich von einer Seifenfabrik (gegründet 1845) zu einem internationalen Player entwickelt, der alle Preissegmente bedient – von günstigen Drogeriedüften bis zu Luxusparfums für 240 Euro. Kem betont, dass der aktuelle Parfüm-Hype vor allem durch Social Media getrieben wird, insbesondere junge Männer geben hohe Summen für Nischendüfte aus. Trotz Krisen wie Corona, dem Verlust des Russland-Marktes und der Flutkatastrophe ist das Unternehmen gewachsen, indem es frühzeitig Chancen erkannt und diversifiziert hat. Aktuell bereitet Meurer & Wirtz den Markteintritt in den USA vor, startend mit den Klassikern 4711 und Tabac über Export und digitale Kanäle. Zudem setzt das Unternehmen in Deutschland bereits erfolgreich auf Influencer-Kooperationen und ist offen für Partnerschaften mit großen Celebrities.
Sprecher*in 1
Herzlich Willkommen zu einer neuen WOT Podcast Folge von 0 auf 100.
Mein heutiger Gast ist im Alter von 37 Jahren CEO eines echten deutschen Mittelständlers geworden.
Das Unternehmen sitzt in Köln und ist bekannt für die kleinen durchsichtigen Fläschchen mit Türkis, blau, grünem Etikett und der Aufschritt 4711, dem deutschen Parfüm.
Dem Klassiker schlechthin.
Die Rede ist von Deutschlands zweitgrößtem Parfümhersteller Meurer und Wirts, und ich freue mich sehr, den Geschäftsführer und Women on Top Partner Stefan Kem heute zu begrüßen.
Hi Stefan.
Sprecher*in 2
Guten Morgen, Franka.
Sprecher*in 1
Stefan, jetzt ist es erstmal total spannend.
Wir haben gerade schon gesagt, es geht um Parfüm, es geht um Duft, du als Mann der Branche, Mann der Szene, woran liegt es denn eigentlich, dass wir uns.
Ganz oft an Menschen erinnern oder an Erlebnisse erinnern und dabei einen gewissen Duft in der Nase haben oder ihn damit assoziieren, wenn wir ihn irgendwo riechen, denken wir an jemanden.
Sprecher*in 2
Ja, also das liegt tatsächlich daran, dass Duft ein ganz starker Erinnerungsauslöser ist.
Und das Besondere an Duft ist, man kann sich dem Duft nicht.
Ja, widersetzen, das heißt, die Nase nimmt einfach alles auf, was sie riecht.
Man kann die Augen schließen, man kann die Ohren zuhalten, aber die Nase sozusagen, die nimmt immer alles wahr, und diese, diese Besondere, dieses besondere Sinnesorgan sorgt einfach dafür, dass Erinnerungen, der erste Kuss, die erste Liebe, vielleicht auch, dass die eine oder andere schlechte Erinnerung, aber ich spreche lieber über schöne Erinnerungen, tatsächlich Bilder vor Augen führen, und das ist etwas ganz besonderes, und das Macht vor allem ganz viel Spaß.
Sprecher*in 1
Jetzt, ich hab schon gesagt, mit 37 Jahren wurdest du CEO, wie ist man da als Mann drauf gekommen, wie rutscht man sag ich jetzt mal in die doch sehr weiblich und durchaus frauendominierte Szene Beauty und dann auch noch Duft als Produkt.
Sprecher*in 2
Also ich hab das während meines Studiums, ich hab klassisch BWL studiert und hab.
Mich schon im Studium für Marketing interessiert und ne top Referenz.
War halt so im Marketing Loreal und dann hab ich mein erstes Praktikum bei Loreal gemacht und dann wird man gewissen Marken zugeordnet und ich war dann im Vorstellungsgespräch bei der Marke loncom und musste dann im Vorstellungsgespräch etwas über Lippenstift erzählen und über die Frau die den Lippenstift kauft.
Und das hat mich wohl gar nicht so schlecht gemacht.
Insofern habe ich dann mit einem Praktikum bei L'oreal angefangen, war dann tatsächlich für Macchiage und für Duft zuständig, und so hat sich das ergeben.
Ich habe einfach da diese Affinität zu dieser Branche, zu der Beauty Branche entdeckt, ich fühle mich da wohl, das macht mir Spaß, es ist auch nicht nur ein Job, sondern das interessiert mich auch privat und so bin ich da reingerutscht und so nach einigen Stationen tatsächlich jetzt auch seit mittlerweile 11 Jahren bei Mauran 14 und jetzt seit 5 Jahren in der Rolle des Ce OS.
Sprecher*in 1
Du bist, wenn ich richtig informiert bin, auch noch mal den Umweg in die Medienbranche gegangen, sozusagen auf der Vermarktungsseite ne Privatfernsehen.
RTL war das geplant von dir, dass du gesagt hast, ich möchte jetzt auch mal nicht nur das Produkt auf den Markt bringen und da in der Entwicklung tätig sein, sondern ich möchte auch n bisschen die Seite kennen, wie vermarktet, wie verkauft man, welche Rolle spielt dann der Werbemarkt oder war das einfach eher n Zufall?
Sprecher*in 2
Also es sind tatsächlich mehrere Aspekte.
Also zum einen bin ich jemand, der sehr neugierig ist und sehr viel lernen möchte, und ich war nach einigen Stationen, also bei Loreal, bei LVMH und auch bei QT hatt ich die Beauty Welt schon glaub ich ganz gut kennengelernt und ich wollte was was Neues und das das war der eine Trigger bei mir und der andere war halt einfach.
Ich fand damals schon, dass Kommunikation enorm wichtig wird.
In der heutigen Zeit und wichtig ist und ich wollte einfach mehr über Kommunikation und wie setzt man Kampagnen auf, welche Botschaften sind wichtig, erfahren und bin dann eben für 2 Jahre zur Mediengruppe RTL und hab dann bei der Marke VOX, die die Marketingkampagnen gemacht und hab dann aber nach 2 Jahren gemerkt na ja die Beauty Branche ist schon doch das wo ich mich sehr wohl fühle und auch das internationale Arbeiten bekam dann n tolles Angebot als Global Randmanager für die Marke
Balisserini.
Und hatte dann eben nicht nur den deutschen Markt, sondern auch andere große Märkte wie Middel East und Russland, die ich bedienen musste.
Und das hat mich gereizt und seitdem ja bin ich sehr glücklich hier.
Sprecher*in 1
Du hast schon angesprochen, du warst in einigen großen Konzernen in der Beauty Branche.
Wie bist du am Ende des Tages zu einem wirklich großen, bekannten etablierten, aber eben auch einem deutschen Mittelständler gekommen, ein Traditionsunternehmen natürlich auch mit einer ganz anderen Gründergeschichte wenn ich richtig informiert bin, 1800. 45 als Seifenfabrik gegründet und dann die Entwicklung hin zum Duft, also eine ganz, ganz andere Geschichte.
Und wahrscheinlich spürt man das ja auch bei euch im Unternehmen.
Wie kam die Entscheidung, ich gehe zum Mittelständler.
Sprecher*in 2
Also es sind wirklich.
Immense Unterschiede würde ich sagen.
Also ich hab ja amerikanisch geprägte Konzerne, französisch geprägte Konzerne, die beiden sind schon unterschiedlich, auch wenn es konzernstrukturen sind, aber jetzt Familienunternehmen ist wirklich ganz anders.
Es kam tatsächlich dazu, dass das Jobprofil, was man mir angeboten hat als Global Brand Manager, dass das eben sehr unterschiedlich war zu dem, was ich bei den Konzernen im nationalen Marketing kennengelernt hab, doch das ist halt meist so, du kriegst alles aus den Headquarters von Paris, New York oder London.
Hast die Dinge dann für den deutschen Markt zu adaptieren und hier hatte man mir das Angebot gemacht.
Zum damaligen Zeitpunkt war Russland der größte Markt, dann kam erst Deutschland, Middle East und ich durfte bei der Parfüm Entwicklung dabei sein mit den Parfümeuren, mit den internationalen Dufthäusern arbeiten, Strategien aussetzen, die Kampagnen, wo soll die Marke sich in den nächsten 5 Jahren hin entwickeln und das war ein spannendes Feld was ich bis dato in in der Praxis nicht gelernt habe ich zwar im Studium für interessant befunden, aber eben nicht in der Praxis gelernt.
Und so hab ich dann den den Schritt gewagt, was auch für mich sag ich dir ganz ehrlich, am Anfang wirklich unglaublich war.
Ich bin dann in den ersten 3 Monaten nach Grass eingeladen worden zur Rosenernte und dann haben mir die Parfümre erst mal 3 Tage erzählt, wie man Duft richtig beschreibt und das war etwas ganz Besonderes was was mich einfach fasziniert hat seitdem.
Und dann natürlich auch noch das Familienunternehmen.
Dann natürlich erst später den Inhaber kennengelernt.
Aber was es einfach heißt, in einem Familienunternehmen zu arbeiten mit eher flachen Hierarchien, das hat mir einfach sehr gefallen.
Sprecher*in 1
Du hast schon gesagt, erstmal dieses ganze Thema Duft und das Erlebnis und wahrscheinlich auch seine Sinne da zu schärfen, kann es noch mal so n Portfolio Intro geben?
Also klar, 4711 kennen wahrscheinlich die meisten.
Ich weiß auch, dass ihr davon jetzt sozusagen unterlinien habt, ob es Remix oder Upgrades sind, aber ihr habt euch da ja wirklich jetzt viel viel breiter aufgestellt und bei vielen eurer Produkte weiß man ja eigentlich nicht, dass Meurer und Wirtz.
Drin steckt, weil ihr eben auch für viele andere etablierte Marken Betty Barclay, Tom Tailor, meine ich produziert.
Also wie sieht euer Portfolio genau aus?
Sprecher*in 2
Ja, also vielleicht ein kurzes Update zu uns.
Also wir haben mittlerweile das letzte Jahr haben wir 240000000 Umsatz gemacht, dieses Jahr haben wir uns 280 vorgenommen.
Also einen ordentlichen, ordentliches Wachstum mittlerweile 18 Marken vor.
Vor 4 Jahren waren es noch 8 weniger.
Also wir haben da waren sehr fleißig, trotz der ganzen Krisen und Herausforderungen, wir sind knapp 400 Mitarbeiter und bedienen halt alles ne.
Also wir haben hier eben nicht nur ne Marketing Vertriebsgesellschaft sondern tatsächlich.
Auch ne Produktion, das heißt wirklich von der Konzeptidee bis zur Einführung im Markt das das kann man alles bei uns machen.
Wir bedienen alle Preissegmente global, das heißt, wir sind eben ja nicht nur in Deutschland n großer Player, sondern wir zählen auch schon zu Europas Top Ten und mein Ziel mit uns ist es eben bis 2030 auch global zu den Top Ten zu zählen und wir bedienen alle Preissegmente, das heißt der günstigste Duft ist ne Marke Reboot Sixty Six, die gibt es im im Drogeriemarkt und Verbrauchermarkt für 6,99€ bis eben zu nicht Brands die teuerste nicht.
Die wir im Portfolio haben, ist die Marke Le Désténation.
Da ist der teuerste Duft 240€, zumindest in Deutschland.
International ist es dann noch was teurer, aber und dazwischen bedienen wir halt wirklich alle Preissegmente, alle Bedürfnisse und es war auch ein Teil unserer Strategie vor 4 Jahren, dass wir gesagt haben, wir müssen uns breiter ausstellen, Diversifikation ist enorm wichtig, mehrere Kanäle, mehrere Marken, mehrere Preissegmente nicht mehr so abhängig vom deutschen Markt, nicht mehr so abhängig von einzelnen Vertriebskanälen, und das hat, bis jetzt, muss ich sagen, mit dem.
Team hervorragend funktioniert.
Sprecher*in 1
Das Verrückte ist ja, du hast Krise schon angesprochen.
Die Wirtschaft leidet, klagt, das sind schwierige Zeiten aktuell, und trotzdem ist die Branche der Parfümmarkt alleine hat einen Jahresumsatz von 2 Milliarden und es wird mehr für Parfüm ausgegeben denn je.
Woran liegt es, dass dieses Grundbedürfnis gut zu riechen oder sich vielleicht auch etwas Gutes zu tun, woher kommt das, dass dafür das Geld?
Dann unabhängig davon.
Du hast schon gesagt von bis so n Fläschchen kann irgendwie 18€ kosten, es kann aber auch 310€ kosten, dass dieses Bedürfnis da ist und dann auch die Bereitschaft das Geld dafür auszugeben.
Sprecher*in 2
Also es ist gerade n Hype muss ich sagen, tatsächlich gerade in diesen sehr hochpreisigen Düften der der sogenannten Nischendüfte, also Deutschland ist da tatsächlich auch n Paradebeispiel, gerade in Deutschland, was junge Männer mittlerweile für Düfte ausgeben ist unglaublich, also 3 400€ ist da keine Seltenheit und das ist auch nicht ne kleine Zielgruppe, sondern da wird wirklich gespart.
Das was wirklich vielleicht der valenciaga Sneaker vor 45 Jahren war, sind jetzt diese teuren Nischdüfte.
Jetzt muss ich allerdings auch sagen, wenn ich jetzt mal rückblickend drauf schaue, wie war das unter Corona, da sah es nicht so gut aus, ne, also wir haben schon bei Corona die gesamte Branche n ordentlichen Dip mit mitgemacht.
Jetzt nicht nur, weil die Geschäfte geschlossen war, sondern weil es auch einfach keine Anlässe gab.
Es gab keine Restaurantbesuche, keine Kinobesuche, dieses öffentliche Leben hat ja gar nicht stattgefunden, und tatsächlich haben auch viel weniger Menschen auch zu Hause n Duft aufgetragen, weil es eben nicht diesen diesen Anlass gab, also tatsächlich gab es, glaube ich auch so ne so ne Phase so von 2 Jahren, wo einfach auch wenig gekauft worden ist.
Und jetzt wieso ne Renaissance wo es einfach auch in eine Extreme geht und tatsächlich jetzt momentan hauptsächlich getrieben durch.
Diesen Hype über Social Media, dass eben sehr viel junge Leute, junge Menschen sich mit dem Thema Duft intensiv auseinandersetzen, da gibt es sehr viele tik tok Videos.
Ist sowas wieso ne Freedance Education, wo tatsächlich teilweise die jungen Leute die Düfte besser beschreiben wie n parfumeur?
Es ist wirklich Wahnsinn wie die teilweise intu sind in diesem in diesem tatsächlich in diesem Segment.
Sprecher*in 1
Wahnsinn, wie funktioniert das?
Ich meine gerade tik tok Videoformate, was du nicht.
Rüberbringen kannst, ist letzten Endes eine Duftprobe.
Du kannst nur drüber sprechen.
Wie gelingt dieser Transfer dann?
Sprecher*in 2
Die beschreiben das einfach, also nicht nur, was die Inguidience angeht, sondern tatsächlich auch in einer bildlichen Sprache.
Und haben natürlich meist auch den Flakon in der Hand.
Also ich glaube, dieses Gesamtkonzept, das ist dann macht, dann ergibt schon ein Bild, klar, du kannst es nicht riechen, aber wenn du beispielsweise ein ein Flakon in der Hand hast und der golden ist, schwer wirkt und dann vielleicht auch etwas Orientalisches draufsteht, dann bist du schon in einer.
Welt und kannst dir schnell etwa vorstellen, wie der Duft riecht.
Wenn du dann noch jemanden hast, der perfekt beschreibt, welche Inhaltsstoffe drin sind und wie man sich das vorzustellen hat, dann gelingt das schon ganz gut und das zeigen auch und belegen auch die aktuellen Zahlen.
Sprecher*in 1
Krise OK, Corona sagst du war jetzt nicht die Krise, aus der man gestärkt hervorging, aber du hast vorhin gesagt, Russland.
War für euch ein ganz bedeutender Markt.
Ich geh jetzt mal davon aus, in den letzten Jahren hat sich das drastisch verändert, wie geht man dann damit um, wenn man eben sieht, der Markt bricht nicht nur weg, sondern der wird auch in naher Zukunft nicht wiederkommen, das ist ja dann wahrscheinlich etwas, wo man kurz auch an so ne existenzielle.
Bedrohung rankommt und ganz schnell reagieren muss.
Strategisch mit dem gesamten Unternehmen und so ein Mittelständler ist ja schon so ein Kahn, den dreht man ja nicht von heute auf morgen.
Sprecher*in 2
Also ich muss dir sagen, ich selber persönlich bin wahrscheinlich so vor meiner Persönlichkeit gestrickt, auch so wie ich das Unternehmen jetzt seit 5 Jahren führe.
Ich antizipiere viel, ich lese sehr sehr viel und überlege mir immer was heißt das für mich, was heißt das für die Company, muss ich da irgendwelche Rückschlüsse und Änderungen vornehmen und ich sehe.
Natürlich gibt es Krisen, aber ich sehe in den ganzen Krisen auch immer, welche Chancen es gibt.
Ergeben sich immer irgendwelche Chancen und es war ja auch dann tatsächlich eben nicht nur covid, sondern es war Russland, dann hatten wir noch ne Flutkatastrophe, ne große Inflationsrate, Logistik et cetera, supply Chain also, denn so viele Themen und trotzdem ergeben sich Dinge, aktuell ist es neben jetzt war es Russland, jetzt ist es China, wir hatten vor 22 Jahren noch etwa n Umsatzanteil von China von 10%, jetzt sind wir unter 5, haben aber dann frühzeitig erkannt.
Weil wir auch natürlich in den Märkten unterwegs sind und das dann auch mitkriegen, dass das schwierig wird und haben einfach Ressourcen auf Indien, auf den deutschen Markt einfach frühzeitig zu antizipieren, sich zu überlegen, hat das Auswirkungen für mich und was kann ich machen und so kommen wir tatsächlich eben wirklich verdammt nicht nur verdammt gut durch die Krisen, sondern zeigen sogar n Wachstum, was überproportional ist.
Sprecher*in 1
Du hast jetzt Indien genannt, es spielen die Vereinigten Staaten eine Rolle, jetzt vielleicht nach der Wahl von Trump noch mal mehr, oder wie seid ihr da aufgestellt?
Sprecher*in 2
Also tatsächlich, das ist spannend, dass du es fragst.
Ich war letzte Woche in Miami auf der Cosmoprov, das ist eine sehr große Beauty Messe für Nordamerika, denn wir werden dieses Jahr im amerikanischen Markt einsteigen.
Wir haben den Einstieg in den Markt jetzt anderthalb Jahre vorbereitet, haben uns sehr, sehr viele Partner angeschaut und überlegt, mit Match und Retailern wollen wir zusammenarbeiten.
Wie sieht das Ganze aus und werden jetzt im Februar starten?
Hatte jetzt tatsächlich gar nicht unbedingt etwas mit Trump zu tun.
Nichtsdestotrotz muss ich sagen, ich glaube, dass das auch auch das für uns Chancen bietet.
Ich hab da selber im im Markt gar nicht so viel gespürt von irgendwie, von Angst oder oder sonst etwas.
Also es war tatsächlich eher ein positives Bild, was ich da mitbekommen hab und ja, Amerika ist natürlich ein riesen Markt, ist der zweitgrößte Duftmarkt weltweit ist.
Aufgrund der Population, so weil es einfach so ein riesiger Markt ist, mit so vielen Menschen.
Das Thema Duft ist jetzt nicht unbedingt n Kulturgut dort, also es ist jetzt nicht Duft an jeder Ecke und außergewöhnliche Inspiration was das Thema Duft angeht, aber der Markt ist einfach so groß, dass man den nicht liegen lassen kann, aber er ist auch kompliziert und deswegen haben wir eben anderthalb Jahre gebraucht um den Einstieg gut vorzubereiten.
Sprecher*in 1
Ja, das ganze Thema Trump und Text spielt eine Rolle, heißt ihr produziert direkt in Amerika oder ihr arbeitet dort mit einem bestehenden Vertriebssystem oder werdet ihr wirklich, ich sag mal, basically von Köln und eurer Produktion exportieren nach Amerika?
Sprecher*in 2
Also aktuell planen wir Export.
Wir haben noch nicht vor, dort unten auch eine eigene Unit aufzumachen, das würden wir uns gerne erst mal anschauen in einem Jahr, wie sich so eine Umsatz, also wie sich der Umsatz entwickelt.
Haben aber NN Konstrukt gewählt, dass wir einen sehr langen vertrauten Partner aus Australien mit ins Boot geholt haben und jetzt einen neuen Partner in Amerika und wir 3 sozusagen und dann eben wir.
Wir schauen dann regelmäßig, wie das so funktioniert, wir werden auch sehr stark erst mal n Fokus auf digital setzen, mit Amazon starten und dann eben einzelne Retailer, die für uns interessant sind, da ist jetzt beispielsweise n Alter n target walgreens, das sind so große Retailer.
Das ist eigentlich auch unsere Strategie, tatsächlich mit einem Key Account wirklich großflächig eine Distribution aufzubauen.
Sprecher*in 1
Wenn man in Amerika belegt, mir persönlich fallen gerade etwas von der Stichwort Vertriebskanäle schon genannt, für mich sind gerade in Amerika eigentlich personifizierte Vertriebskanäle, Stichwort Kardashians, Paris Hilton und, und, und.
Das sind ja wirklich unternehmen, die mit einem Gesicht stehen.
Ist das etwas, wo du sagst, das hat sich dort etabliert?
Habt ihr so was im Auge, beobachtet ihr diese?
Das ist ja jetzt schon kein Trend mehr, das ist ja schon ein eigener Markt, der gesättigt, vielleicht noch nicht, aber absolut erprobt ist.
Waren das so Themen, die euch interessiert haben und geht ihr da rüber und produziert dann zum Beispiel, wenn eine Kardashian Familie oder auch eine Nummer kleiner sagt, Wir wollen Duft rausbringen, arbeiten die mit euch zusammen oder werdet ihr wirklich eure Klassiker?
Die dann auf dem amerikanischen Markt anbieten.
Sprecher*in 2
Also aktuell sind es tatsächlich 2 Marken, die wir im Portfolio haben.
Es sind wirklich klassikermarken, 4711 und Tabak, da sehen wir einfach, dass ein hoher Demand in dem Markt ist.
Also es werden viele Produkte schon auf Amazon verkauft, nicht von uns, das bedeutet, es gibt irgendwelche Lecks in unserer, in unserer Distribution, aber wir sehen eben, dass eine hohe Nachfrage da ist und auch die Bewertungen bei Amazon sind wirklich top von diesen Marken, deswegen starten wir mit diesen beiden Marken das andere Modell.
Was du gesagt hast, das ist höchst interessant, das schauen wir uns auch an.
Aber wir müssen uns natürlich auch jetzt gerade in Amerika als Player etablieren, wir zählen schon zu Europas Top Ten, aber Amerika ist einfach riesig und da spielen die großen Player einfach noch mal eine ganz andere Rolle und da müssen wir erstmal ein Ausrufezeichen in in der in der Branche setzen und das dauert einfach seine Zeit.
Das was du angesprochen hast, das Modell, das haben wir ja schon in Deutschland vor einigen Jahren begonnen, also wir haben mit dem Justin Fuchs, dem dem Founder von Peso, haben wir eine Brand Audion aufgebaut und.
D to C 100% mit einem Job Charakter.
Gerade haben wir mit Farina Opoco Nulls auf den auf den Markt gebracht.
Also das heißt, das was was die Kardashians in Amerika groß machen, das machen wir tatsächlich schon in Deutschland seit einigen Jahren mit ausgewählten Influencern und das funktioniert super, sollte sich dann mal ein großer Celebrity bei uns melden, sag ich nicht nein, sag ich dir ganz ehrlich.
Sprecher*in 1
Für wen würdest du gerne Duft produzieren, wenn du es dir aussuchen könntest?
Sprecher*in 2
Oh, da gibt es gerade sehr viele.
Wenn ich mir jetzt einen aussuchen könnte, oh, da müsste ich mein Marketing Team Fragen, die sind da was die was die General.
Sprecher*in 1
Helene Fischer oder muss es jünger sein, damit eben, wie du schon gesagt hast, tik TOK Instagram, damit diese ganze Merchandise Social Media Kampagne dann wirklich läuft?
Sprecher*in 2
Ach, es muss nicht Social Media sein, ich es muss eine starke Community sein, darauf kommt es an, das ist uns auch wichtig bei den Influencern, mit denen wir hier zusammen.
Zusammenarbeiten also, wenn es um solche solche Modelle geht.
Wir sind im Influencerbereich echt groß, wir haben ne riesige Datenbank sind da, ich würd fast sagen mit der Datenbank State of the Art wissen genau für welches Target wir welche welche Influencer auswählen müssen und es heißt nicht immer, dass jemand der tollen Content macht.
Followeranzahl ganz, ganz groß ist, dass die auch eine starke Community haben und diese auch bewegen können.
Soll heißen, ich würde eher schauen, wie stark ist die Community, kann sie die Community bewegen und wenn ich Produkte verkaufen will, brauche ich eben genau das und da ist mir dann manchmal der Content auch nicht ganz so wichtig, sondern wenn ich Produkte verkaufen will und Umsatz machen will, muss ich eben eher darauf achten.
Sprecher*in 1
Wenn du entscheiden kannst, einen Influencer mit einer starken Community.
Solche Kooperationen wie du schon angesprochen hast, die ihr erfolgreich umgesetzt habt versus.
Eine bessere oder eine präsentere Fläche, ein präsenteres Regal im Drogerie Shop.
Wie würdest du entscheiden, also wie wichtig letzten Endes ist der Point of Sale, der traditionelle, der Alte und jetzt diese neue Welt, wenn sie denn noch neu ist.
Sprecher*in 2
Also der Point of Sale ist immer noch enorm wichtig und ich würde sagen immer noch stärker als das, was jede Media Kampagne mit sich bringt.
Wenn ich eben als Hauptdistributionskanal diesen stationären Handel habe, soll bedeuten, wenn ich eine Distribution habe wie jetzt beispielsweise, wir haben ja ne voll Distribution mit unseren Marken im in Deutschland, was den Drogeriemarkt angeht, da hab ich ja über 5000 Türen in Deutschland an jeder Ecke hab ich einfach Verfügbarkeit von diesem Produkt, da ist es einfach wichtig, dass das Produkt im Regal gut aussieht, gut platziert ist.
Das ist viel, viel mehr wert, sage ich dir, als eine gute Social Kampagne.
Diese kann beflügeln und gut flankieren, aber wenn ich stationär Brick and Walter mache, brauche ich eben genau das.
Wenn ich allerdings ein d to C Geschäft habe, dann muss natürlich die Social Kampagne sitzen, weil wenn die nicht sitzt, dann verkaufe ich nicht ein Produkt.
Sprecher*in 1
Noch mal zum Thema Auswahl des Testimonials oder des Kooperationspartners.
Wie habt ihr die ausgesucht, mit denen ihr zusammengearbeitet habt oder es auch immer noch tut und ist es dann schon so, dass du sagst weiblich, männlich, eher 16 bis 25 wie wo sind die Nischen, wo du wirklich sagst, wenn du von dieser Community sprichst, die du erwähnt hast, die jetzt nicht darauf abzielt, dass es Millionen sein müssen an Followern, sondern dass die Bindung zwischen Kopf und Crowd stimmen muss.
Was sind so die Indikatoren, wo du sagst, das ist das Rezept für eine erfolgreiche Social Kampagne oder eben auch überhaupt ein Produkt Launch?
Sprecher*in 2
Also wir haben jetzt keinen klassischen Cluster oder Filter, wo wir jetzt sagen, OK, wir, wir wollen jetzt junge Männer ansprechen, das so sind wir gar nicht dran gegangen, sondern wir haben wirklich geschaut, was sind wirklich.
Ich sag mal Influencer, die angesagt sind, die vielleicht auch nicht jedem so bekannt sind und die ne starke Community haben.
Ne also und ich mein ich jetzt, ich krieg das mal so aus meiner Vergangenheit, bei mir war das halt also ich find Thema Musik ist immer etwas was enorm fesselt, ne starke Community hat bei mir in der Zeit war es RNB und Hip Hop, also einfach eine Kultur die mich sehr stark geprägt hat und ich finde auch wenn man heute noch also ich mein Ich war letztes Jahr auf dem Apache Konzert wenn du wenn du mal siehst dass der 3 Tage hintereinander ne ausverkaufte.
Auf der Lanxess Arena schafft, da ist das einfach der Wahnsinn.
Also ich meine das das das ist das was ich meine, also mit mit diesen Charakteren zusammenzuarbeiten, da mache ich mir gar keine Gedanken ob der zieht oder nicht und ich glaube da braucht man das richtige Gespür, da braucht man auch die richtigen Teams die auch immer mal mir was zuwerfen und sagen komm lass mal das mit der oder der Person versuchen.
Mittlerweile sind noch viele dabei die ich nicht kenne, das ist aber auch gar nicht schlimm dann dann ich vertraue da meinem Team und ich glaube darauf kommt es an, man muss einfach so n Gespür haben.
Wie ist die Person gerade aufgestellt und ich Cluster da nicht nach männlich, weiblich, jung, alt, sondern das ist tatsächlich eher so trendgespür, ja.
Sprecher*in 1
Jetzt haben wir auf jeden Fall einen Apache.
Wäre jemand, mit dem die Kooperation vielleicht noch aussteht, super interessant, wieviel wirklich verkaufte Fläschchen sind eine erfolgreiche Kooperation ist ja, wenn man die unterschiedlichen Märkte und die Produkte anguckt, ganz, ganz verschieden.
Wer heute 5000 Bücher verkauft, ist ein.
Ist eigentlich erfolgreich.
Ich könnte mir vorstellen, dass das jetzt bei bei Düften eine andere Liga hat, also muss so ein ich sag jetzt mal so eine erfolgreiche Kooperation verkauft, die am Ende 50000 Flakons verkauft die 500000 was ist da für dich, für euer Unternehmen erfolgreich?
Sprecher*in 2
Also um eine Zahl zu nennen.
Wir haben letztes Jahr etwa 40000000 Flaschen.
Produziert nicht alle, verkauft aber fast alle rein verkauft in den Handel.
Also da um ein Gefühl zu haben, wie groß wir sind, also 40000000 Flaschen und es kommt natürlich auf den Kanal an, wenn wir über so ne sehr große Distribution sprechen.
Also wenn wir in einer Drogeriemarkt Distribution Verbrauchermarkt International noch hypermarkets dabei oder growseries, dann kann es schon mal so sein, dass du über 10000 Türen hast und dann musst du schon.
Über ne Millionen Stück bewegen, sonst macht es, sonst macht es keinen Sinn.
Wenn du jetzt im Influencer Bereich also wirklich über rein d to C sprichst, dann dann ist es auch schon finde ich erfolgreich, wenn man innerhalb kürzester Zeit 10000 Flaschen zu einem guten Preis verkauft, also irgendwas wieviel.
Sprecher*in 1
Zeit ist wieviel also in 24 stunden 10000.
Sprecher*in 2
Ja genau so etwas.
Dann ist das schon, dann ist das schon sehr erfolgreich.
Wenn du jetzt beispielsweise n Influencer Duft im Drogeriemarkt machst, dann dann ist dann.
Ich sag mal die Währung 10000 zu einem höheren Preis.
Da musst du im Drogeriemarkt eher 50000 Stück verkaufen, damit du annähernd zu dem Umsatz und dem Ergebnis kommst.
Also insofern kann man das schwer sagen, aber also irgendwas zwischen.
Wenn du jetzt Drogeriemarkt würde ich einfach behaupten, da muss schon 102 100000 Stück verkauft werden, damit es einigermaßen erfolgreich ist.
Sprecher*in 1
OK, aber an alle, die sich melden möchten, wer es schafft auf seinem Account 10000 Fläschchen in 24 Stunden zu verkaufen, kann sich melden und hat ne.
Sprecher*in 2
Chance ich glaube, es war sogar Elon Mast, der das Elon Mast, der es auch gemacht gemacht hat.
Ich glaube, der hatte auch irgendwann letztes oder vorletztes Jahr, wo er ganz stolz irgendwie glaub ich präsentiert hatte, er hat irgendwie n Duft verkauft 10000 Stück war total stolz und ich dachte mir so ja gut das das haben wir auch schon vor 2 Jahren gemacht, das war jetzt nicht so besonders, wobei ich sagen würde ansonsten ist er glaub ich weit voraus ja.
Sprecher*in 1
Super spannend, wenn ich mir überlege.
Ich finde trotzdem, dass 10000 Menschen stell die mal in eine Reihe, dass die in 24 Stunden klicken und für ne Personenmarke die sagt, Hey mein Duft den ich als Konsument hier im ersten Schritt überhaupt nicht riechen kann, wenn ich ihn digital bestelle.
Also ich stehe ja nicht in der Drogerie oder Parfümerie, hab diesen ganz klassischen etablierten Papierabschnitt ja und Wedel da n bisschen rum und guck ob der zu mir passt.
Das heißt, ich binde mich so sehr letztlich an diese Referenz und diese Empfehlung dieser Person.
Warum auch immer, ziemlich begeistert und ich mich an an ihr orientiere.
Ja, dass ich sage, ich schließe diesen Kauf ab, das ist ja wirklich eine Menge, wenn du das jetzt vergleichst.
So viel Leute kriegst du ja wahrscheinlich in 24 Stunden weder in nen Rossmann noch in nen DM noch in Budnikowski, von daher absolut direkter Zugang, aber.
War und darüber wird ganz wenig gesprochen.
Ich lese immer wieder, dass letzten Endes der Hidden Champion des Marketing und Sales in diesem Drogeriemarkt dann doch auch Teleshopping ist.
Ja, also gleiches Phänomen, du kannst nicht riechen, du kannst nicht testen und trotzdem kommt es zum Kauf.
Ist das überhaupt noch ein Kanal, den ihr benutzt und wenn ja, in welchem Ausmaß?
Sprecher*in 2
Also bis vor 2 Jahren war es kein Kanal von uns, aber im Zuge der Diversifikationsstrategie, die wir haben, haben wir uns auch diesen Kanal angeschaut und sind vor 2 Jahren tatsächlich gestartet mit Thomas Rath, mit der mit der Duftlinie von Thomas Rath bei HSE und ich muss ja sagen, ich war auch da wirklich überwältigt, wir reden über irgendwie Tracking von live Daten und als ich dann da war und man mich mal durchs Studio geführt hat und dann wirklich.
Also ich meine, das ist Wahnsinn in der Aufnahmeleitung dann irgendwie die schwarze Tasche in die Kamera geht und dann dann heißt es regieanleitung Schwarz raus, weiß rein, weiß wird rein gezeigt, weiß läuft gut 5 Sekunden länger, also es ist wirklich Wahnsinn und dementsprechend war da war ich danach natürlich vollends überzeugt und wir haben auch bei mit Thomas Rath waren wir innerhalb von ich glaub 6 verkaufsstunden mit ich.
Ich bin mir jetzt gar nicht sicher.
Ich glaube auch über 20 25000 Tüfter haben wir da verkauft, also unglaublich, wirklich einfach unglaublich.
Ja, also.
Sprecher*in 1
Existiert eigentlich für dich so ne ganzheitliche Strategie oder gehst du wirklich immer in die unterschiedlichen Segmente oder ist der Best Case eigentlich eine Person?
Auf die wird ein Duft zugeschnitten, gelauncht und dann geht die sowohl in die Drogerie als in die Parfümerie auch so n bisschen vom unterschiedlichen Kundenstamm von der Zielgruppe hat dann meine.
Deswegen im ja im TV, so wie du es gerade beschrieben hast, eine Woche lang einen Slot und hat parallel noch eine laufende Social Kampagne.
Ist das das 360 Grad Schema von Meurer und Wirtz oder sagst du das funktioniert überhaupt nicht?
Man muss sich auf die unterschiedlichen Kanäle dann schon konzentrieren.
Sprecher*in 2
Also die perfekte Formel gibt es nicht.
Es kommt leider drauf an, es klingt immer langweilig, aber es ist leider so, man muss es sich differenziert anschauen.
Also zunächst einmal glaube ich, was wichtig ist für uns, unsere Klammer zu allem ist das Thema Perfum, also wir sind das House of Perfumes, soll heißen, wir haben auch für uns entschieden, klar, Skincare ist eine bessere Marge, kann man gut verdienen, wird gehypt, Make up auch immer gut, aber wir haben für uns gesagt wir sind das House of Perfumes und machen nur Duft aber.
Aber eben Düfte in alle Preissegmente und für jeden anders.
Also das ist ganz wichtig, dass wir uns da nicht verlieren, dass wir ne klare Fokus und Expertise haben, so, und dann muss man sich tatsächlich anschauen.
Welche Stärken und Schwächen bringt jeder Kanal mit?
Ne also die die Stärke, die ich jetzt gerade von von Teleshopping gesagt hab, das ist natürlich einfach dieses ja wirklich wie eine persönliche Beratung eines Prominenten und man fühlt sich wirklich geschmeichelt, man fühlt sich perfekt beraten und das ist eben, da brauche ich gar keine Social Kampagne dafür, weil mehr Beratung geht eigentlich gar nicht, also da würde ich auf eine Social Kampagne verzichten, da kann man PR flankierende Maßnahmen machen, aber würde ich nicht social.
Wenn ich allerdings jetzt einen großen Launch habe, im Prestige oder auch in diesem massiv Segment, in dem wir uns auch stark befinden, dann brauche ich wirklich eine 360 Grad Kampagne.
Da brauche ich den richtigen POS auftritt, ich brauche die richtige Media Kampagne, den richtigen Mediamix für die Zielgruppe, die ich ansprechen muss.
Also man kann tatsächlich auch nicht sagen, es ist so, wir machen immer das gleiche, sondern wir sind sehr spezifisch in den verschiedenen Kanälen unterwegs.
Sprecher*in 1
Hat man gesehen.
Ich glaube 2 Jahre ist es her, da hattet ihr die Kampagne mit Sophia Thomalla für alle männerinnen ich glaube, haben viele haben viele wirklich zur Kenntnis genommen, herzlich gelacht und unheimlicher Wirkungsgrad.
Ist das dann doch das Traditionsrezept, dass man sagt, Celebrity and Dorseman klassisch Plakatwand und dann eben verbunden einer eurer Marken, die eben etabliert ist, wo man jetzt sagt, es gibt vielleicht gerade noch mal einen neuen Ableger des Produkts, aber die Marke als solche ist nicht neu, sondern es ist ein Bestseller.
Sprecher*in 2
Also ich muss da ein bisschen ausholen.
Also ich habe einige Mentoren und einer der dieser Mentoren hat mir immer geraten, du musst Dinge machen, die mutig sind und die anders sind.
Nur dann wirst du auch außergewöhnlich Erfolg oder wahrgenommen werden, wenn du immer nur das machst, was du im Mainstream machst, dann ist das vielleicht auch mal schön und ansehnlich, aber damit wirst du nicht wahrgenommen.
So, und diesem Credo Folge ich, versuche ich häufiger zu folgen und deswegen haben wir uns eben für diese dann doch zu der Zeit sehr, ja frechen Kampagne mit Sophia Thomalla entschieden und die hat ja auch für Wirbel gesorgt.
Wir waren bei Ertel exklusiv auf der Bild Zeitung, also überall drauf große große Beschwerden, was was wir denn da vorhaben und was wir denn da machen so und wir sind halt eben nicht der globale Player wie damals NPNG oder wie n Kooti, die mit unheimlich vielen Media Power so etwas durchsetzen können, oder?
Beispielsweise n David Beckham als Testimonial einsetzen.
So viel Budget haben wir nicht, also müssen wir halt kreativ sein und uns Dinge überlegen.
Mutige, freche Dinge, die einfach auffallen und es passte wirklich perfekt.
Also Sophia Thomalla als Testimonial für die Marke Tabak, die so.
Als Männermarke etabliert ist und dann noch so n bisschen auch zu provozieren, das passte perfekt.
Also das ist schon eine Art und Weise, wie wir versuchen, auch so sehr tradierte Marken Heritage Brands in die Moderne zu führen, indem man eben auch seinem Markenkerntreu bleibt, aber auch mal mutig frech Ausrufezeichen setzen.
Sprecher*in 1
Diesen Spielraum, von dem du gerade sprichst, den muss man ja als Geschäftsführer auch erst mal haben.
Also ich könnte mir vorstellen, so wie du gerade das beschreibst, ne Mutige, natürlich auch ne risikobürgende Kampagne auf den Markt zu bringen und zu sagen, ich hab das so gelernt, das ist woran ich glaube, das ist ja mal der eine Schritt, da kommen wahrscheinlich auch Konzernchefs drauf, ja nur nen gesellschaftspolitisches Thema in dieser Phase war ja gendersprache doch noch mal n anderer Aufreger als es heute ist.
Sich auf diesen Konflikt gerade zu begeben.
Hat das dein Haus direkt mitgetragen oder musstest du da gewisse Gräben erstmal überwinden oder auch Vorurteile und dann pro und contra wirklich kommunizieren?
Intern?
Wie ist dein Spielraum?
Sprecher*in 2
Also jetzt muss man sagen, fast vor einem Jahr ist unser Inhaber gestorben, wir sind ja geführt oder wir waren geführt in der fünften Generation und sind jetzt in der sechsten Generation, und der Inhaber hat das mit mir sofort getragen.
Also ich hab zu der Zeit, ich hab alles mit meinem Inhaber oder mit unserem Inhaber abgestimmt.
Und er fand die Idee auch super.
Also, wer für so etwas immer zu haben.
Insofern war das dann eben das Go für wir versuchen es, ich bin ganz ehrlich, Franka, ich war da schon ziemlich aufgeregt, als das dann live ging.
Weil ich meine, ich weiß nicht, weil ich das war jetzt vor 2 Jahren, da war ich knapp 40 es ist schon gewagt, es muss ich ganz ehrlich sagen, es ist dann schön, wenn es funktioniert, aber ich war wirklich sehr aufgeregt, weil so so locker das auch immer klingt, mit irgendwas mutig sein, das kann ja auch mal in die Hose gehen.
Wir waren also dann prepared, also wir haben uns dann genau überlegt, was für n wording wir aufsetzen, falls es kritische Stimmen geht, haben auch jeden Tag getrackt, OK, wo geht die Gemengelage hin, ne und?
Also es war ein gemeinschaftlicher Plan, der funktioniert hat und aktuell dadurch, dass der Inhaber jetzt nicht mehr da ist, führe ich das Geschäft dann jetzt alleine und Berichte an die die Gesellschafter und an den Beirat.
Aber diese Themen der operativen Umsetzung, die würde ich auch im Vorfeld dann nicht mehr abstimmen, sondern die obliegen dann mir in der Entscheidung.
Sprecher*in 1
Also auf jeden Fall zum Thema Mittelstand ja auch noch mal.
Etwas sehr attraktives, ne.
Also macht den Job ja letztlich viel reizvoller, wenn man weiß, diese Beinfreiheit, die habe ich, es geht eben nicht um 20 Abteilungen und jeder muss sein Kürzel drunter setzen, ne also ist ja ein absolutes Pro, genau inwiefern ist denn diese Kampagne einfach nur getriggert dadurch Aufmerksamkeit zu erzielen, zu sagen wir gehen bewusst hier in so eine in so eine gesellschaftspolitische Spannung, weil wir eben mit vielen Medien Aufmerksamkeit rechnen und das dann umgemünzt pures Marketinggold
ist.
Oder war da in dem ganzen Thema auch eine Botschaft eures Unternehmens, wie ihr zu diesen gesellschaftspolitischen Themen in dem Fall dem Gendern, steht?
Sprecher*in 2
Ja, also es war tatsächlich eben nicht nur eine Kampagne, um kurz Ruhm und Aufmerksamkeit zu erlangen, sondern es ist tatsächlich auch ein Statement von uns.
Also wir sind ein Unternehmen, haben, glaube ich, eine Frauenquote von 75%, was natürlich auch an der Beauty Branche liegt, aber es liegt auch mir persönlich ich.
Ich mag halt keine Extreme in jeglicher Form.
Es ist egal, ob es Religion ist, es ob es eben so etwas ist.
Ich mag das einfach nicht und genauso wie ich jetzt gerade die Diskussion nicht mag, dass man wieder in eine Anti vogue Haltung geht, so fand ich das damals auch völlig übertrieben und deswegen haben wir uns da schon so n bisschen auch rausgewagt und gesagt, Hey, jetzt kommt man wieder auf den Punkt auch.
Media oder Kampagne sind auch mal dafür da, um zu schmunzeln und mal auch ein bisschen reflektiert über Dinge nachzudenken.
Also da war schon auch ein Statement von uns dabei.
Sprecher*in 1
Wenn du jetzt auf die kommenden Jahre blickst.
Du hast schon gesagt, weiterwachsen, weitere Märkte erschließen.
Du bist offen für weitere dieser provokanten oder auch einfach.
Starken Kampagnen in Wo geht die Reise hin?
Wo siehst du das Unternehmen?
Du bist Anfang 40 bleibst du in dem Haus, weil du sagst mit 37 angekommen und bis ich 65 bin oder 70 führe ich den Laden weiter oder wie geht man als Mittelständler dann mit der aktuellen Lage der Perspektive nach vorne und auch eigenen Zielen, die du dir, du wirst ja einen gewissen Ehrgeiz haben, das merkt man deinem Werdegang an, mit Sicherheit vorgenommen hast.
Sprecher*in 2
Also ich möchte schon noch die Vision und die Strategie, die ich da für uns aufgesetzt hat, in Erfüllung bringen.
Also ich habe gesagt, bis 2030, da wollen wir top ten global sein, da brauchen wir etwa einen Umsatz von 500000000, wir kommen von 180, vor 4 Jahren, sind jetzt bei diesem Jahr 280, also haben schon einen ordentlichen Weg hingelegt, aber allerdings weiß man nie, was die Zukunft bringt.
Also ich habe da schon noch sehr klare Vorstellungen und bin mit meinem.
Mit meiner Reise auch noch nicht zu Ende, aber man weiß trotzdem nicht, was die Zukunft bringt und ich bin jemand, der zwar sehr gerne weit vorausschaut, aber manchmal ist es auch einfach schön, dass man gewisse Wege nimmt, die vorher gar nicht absehbar waren.
Also das ist schon etwas, wo ich mich einfach auf das einlasse, was da kommt.
Für uns tatsächlich heißt das eben, wenn ich diesen Wachstumsplan mit uns umsetzen wollen, heißt das, dass wir nicht nur organisch wachsen, sondern auch Anorganisch wachsen.
Also das heißt, wir sind ständig auf der Suche nach.
Nach eben Marken, die wir entweder kaufen können, Marken, die wir als Lizenzen übernehmen können, oder auch Unternehmen, die wir kaufen können, die schon gewisse Strukturen haben, beispielsweise wenn ich in einen Markt einsteigen will, in dem ich noch nicht bin.
Also da sind wir, bin ich sehr auf der Suche und bin auch aktuell wieder in in in tollen Gesprächen, das Macht auch meinen Job so interessant, also da wird es uns nicht langweilig und mein Team weiß das auch mittlerweile, dass es mit mir wirklich nicht langweilig wird.
Sprecher*in 1
Super spannend Marken kaufen kauft man oder interessiert man sich dann für eine richtige Big Brand wo man so sagt Bekanntheitsgrad 90% Plus in der Bevölkerung oder sind die so teuer, dass man damit letzten Endes von vornherein sich in so ein Minus katapultieren würde, dass das die Brand dann auch nicht wieder hochzieht oder oder einbringt?
Also sind es eher kleine Marken mit viel Potenzial auf die du schielst und die du beobachtest?
Oder ist es dann wirklich der ganz große Name, mit dem du gerne dann auch.
Hausieren gehen würdest.
Sprecher*in 2
Also jetzt muss man sagen, wir sind ja n Mittelständler, zwar n sehr großer mittlerweile und auch n führender, aber wir sind ja im Mittelstand, das heißt, wenn ich vor meinen Gesellschaftern und dem Beirat trete, da kann ich keine Übernahmen m und a Projekte zeigen wo ich n multiple von 10 bis 12 oder teilweise 20 hab, so wie es in dem in den Großen im Beauty Markt in den letzten Jahren tatsächlich passiert ist.
Also wenn man sich anschaut für was Tom Ford, Barbara Sturm.
All diese Marken fast für ne Multiple, die da über den die Ladentheke gehen, das kann ich nicht.
Also ich bin Mittelstand, ich hab n multiple von 3 bis 6 ne um mal so n Gefühl zu haben wie sich da das Verhältnis ist und der Case muss sich rechnen.
Da hab ich n ganz klares Cluster.
Welche Marken sind für mich interessant?
Also die müssen natürlich strategisch und taktisch zu uns passen, aber wenn ich mir so n Lebenszyklus anschaue, dann hat ja so n Lebenszyklus sehr sehr schön, der hat so ne Wachstumsphase stagnationsphase und dann so ne Abschmelzungsphase und für mich sind die interessant die in der.
Ersten Wachstumsphase sind, wo ich eben Potenzial sehe und wo ich weiß, ich kann noch, der Kaufpreis ist noch etwas niedriger, ich kann noch wachsen, weil ich eben aufgrund meiner Infrastruktur in andere Länder vorgehen kann, wo die Marke noch nicht ist, weil die Marke eben noch nicht das Potenzial ausgeschöpft hat, das ist die der eine Cluster, den ich setze.
Diese Marken finde ich interessant und dann aber durchaus auch Marken, die in der Abschmelzungsphase sind, das finde ich gar nicht schlimm, das sind vielleicht Marken, die.
Die schon Jahre im Markt sind.
Das heißt, die haben beständige Erlöse, das heißt, der Business Case ist für mich gut zu rechnen und vielleicht ist das auch ne Marke, so wie wir es damals bei 4711 gemacht haben, Marke, die vielleicht n bisschen vernachlässigt worden ist und die einfach noch mal revitalisiert und neu erlebbar gemacht werden muss.
Also das ist mein, das sind meine Cluster und nach denen screene ich so global die Märkte.
Sprecher*in 1
Kannst du mal so n so n Beispiel geben?
Also jetzt nicht 1 wo du gerade dran bist.
Vielleicht mal so so n Namen wo du sagst das ist so ne Größenordnung, damit könntest du flirten.
Sprecher*in 2
Ja, also irgendwas also Summen zwischen kann man sagen zwischen 5000000 und maximal 50000000 ist mit Sicherheit etwas was machbar ist.
Alles drüber ist ist einfach für uns nicht ist nicht ist nicht umsetzbar.
Sprecher*in 1
Was steht da dann drauf?
Was ist das?
Davidoff wird es nicht sein, ich Tipp mal, die sind größer.
Sprecher*in 2
Die sind größer, also was ich beispielsweise toll.
Sprecher*in 1
Nani wahrscheinlich auch nicht.
Sprecher*in 2
Bono Banani auch nicht.
Also was ich toll finde ist beispielsweise so ne Marke wie Escada, die schon sehr lange im Markt ist.
Also wenn wir jetzt über den Business Case sprechen, Abschmelzungsprozess sehr lange im Markt gefühlt für mich nicht mehr so richtig gut behandelt.
Da hätte ich Ideen, wie wir das hinkriegen würden, auch ne Marke, die auch aus Deutschland kommt ist auch nicht so schlecht, dass das dann eben dieses Thema ist.
Ne dieses German Brands, was wir nun mal zweifelsohne sind, das wäre ne Marke die interessant wäre, da gibt es auch noch viele viele andere Marken, aber über alle möchte ich jetzt nicht sprechen, weil vielleicht bin ich ja an der ein oder anderen dran.
Sprecher*in 1
Ja, spannend.
Wir werden es weiter verfolgen.
Stefan, Wir haben unheimlich viele Zuhörerinnen und Zuhörer, die noch ein bisschen jünger sind, die sich am Anfang ihrer Karriere befinden.
Trotzdem ist 37 Jahre, um CEO zu werden einfach extrem früh und daher mal so dein Erfolgsrezept.
Natürlich hat alles ein bisschen Fortune und zur richtigen Zeit am richtigen Ort kennt man aber gibt es ein Erfolgsrezept oder gibt es Dinge, an die du persönlich dich gehalten hast um deinen Weg dahin zu gehen, dass er am Ende so erfolgreich geworden ist, wie er bis jetzt ist?
Sprecher*in 2
Also ich find dieses Thema Mentoring sehr sehr wichtig.
Einfach Rat holen.
Man kann nicht alles wissen auch heutzutage, ich treff nicht jede Entscheidung weil ich der Meinung bin ich weiß es besser sondern einfach wirklich Meinung einholen.
Ich hab so rückblickend auf 5 Jahre hab ich so für meine meine leading principles irgendwie so für mich ausgemacht, das erste ist ganz einfach Listen to People und das ist genau das was ich gerade gesagt hab.
Hör Menschen zu, egal ob jung oder alt, jeder hat eine Story, die dich weiterbringen kann.
Show Respekt to everyone, das heißt zeig einfach jedem Respekt, das kriegst du auch doppelt zurück.
Das Thema Was glaube ich auch heutzutage immer wichtiger wird ist Take Decisions, entscheide lieber eine schlechte Entscheidung als keine daraus kannst du nur lernen, dann sei mutig.
Be brave, be bolt.
Und das letzte ist Enjoy what you do.
Nur wenn du glaub ich wirklich magst und liebst, was du tust, bist du richtig gut da drin und wenn du das mit n bisschen Fleiß kombinierst, glaub ich schaffst du es sehr weit.
Sprecher*in 1
Ich hatte vor einigen Tagen den CEO und Gründer von Get Your Guide, Johannes Beck im Podcast und er hatte mir erzählt, dass er absolut in diesem Gesundheits und Lifestyle Club, ich nenne ihn jetzt mal so den Invisible Club, den gibt es nicht wirklich, aber man hört und sieht es in allen Management Magazinen oder Interviews diese.
Ja, dieser Verzicht, eine gewisse Askese, eine Disziplin, wenn wir über Ernährung sprechen, Alkoholkonsum, Schlafenszeiten, Sportprogramme und, und, und.
Ich glaube, dieser Auraring haben, ich glaube so die Hälfte des deutschen Sellevels trackt sich selbst und möchte sich optimieren.
Ja, das geht ja dann praktisch aus dem Geschäftsleben in das persönlich private die Selbstoptimierung über, wie bist du da aufgestellt, vertrittst du oder lebst du da diesen Lifestyle oder bist du nicht in dem Club?
Sprecher*in 2
Also ich habe es erst mal gehört.
Toller Podcast.
Die Stelle habe ich mir auch genau angehört, also ich bin da, ich bin da ähnlich gestrickt, ich war immer schon sehr sportlich, also ich habe tatsächlich, war ja fast Profifußballer, das heißt, ich habe immer schon diesen diesen Leistungsgedanken mitbekommen, schon von klein auf und seit einem Jahr habe ich auch enorm meine Ernährung umgestellt, ich.
Nehme fast keinen Zucker zu mir.
Also ich schaue, dass ich mindestens immer so 5 Tage in der Woche sehr clean unterwegs bin und dann gönn ich mir natürlich mal ein 2 Tage in der Woche auch mal n guten Rotwein oder eben ne tolle Nacht.
Ich habe ich schaue schon viel Schlaf, wenig Zucker, kaum Alkohol.
Auch Supplements, mittlerweile gute Ernährung und ich merke tatsächlich seit einem Jahr, dass ich wesentlich energiegeladener bin, weniger krank, trotz der 2 Kinder auch ich hab 2 Kinder zu Hause und das das ist schon gut zu sehen.
Nichtsdestotrotz darf man nicht vernachlässigen, dass man nur einmal lebt, also insofern würde ich mich nicht geißeln und auf alles verzichten wollen.
Sprecher*in 1
Du hast gerade deine 2 Kinder angesprochen.
Du hast vorhin schon gesagt, alles was extrem ist in der Zustimmung oder auch in der Ablehnung ist nicht deins.
Du bist, ich hab es im Intro gesagt, schon jetzt ein bisschen länger Woman on top Partner, also sozusagen die Eventreihe und Initiative, die ja zu diesem Podcast gehört.
Wir haben von vornherein gesagt, bei uns gibt es keine Feindbilder, bei uns gibt es keinen Schubladen, denken wir bringen Frauen und Männer gemeinsam an den Tisch, wir möchten das ganze Thema Gleichberechtigung und.
Natürlich im Schwerpunkt Karriere und Familie nach vorne treiben und sind da ja von diesem gemeinsamen Gedanken getragen.
Wie kam deine Entscheidung, eure Entscheidung zu sagen, das ist in unseren Augen der richtige Ansatz, ist es etwas, was du auch privat lebst und vielleicht da auch erkennst, dass du natürlich in deiner beruflichen Rolle, aber eben auch als Familienvater gewissen Balanceakten ausgesetzt sind bist?
Ich tippe mal, dass es eher aus dieser Richtung kommt, weil du hast selber gesagt 75% Frauenanteil in der Beauty.
Die Branche also mit Quoten und und Frauen in Führungsetagen hast du jetzt nicht so das Problem oder musst gucken, woher du sie bekommst und wie du sie Motivierst an Bord zu bleiben.
Wie kam es also für wie kam die Entscheidung sich für Woman on Top und diese Mission einzusetzen als Unternehmen und auch als CO?
Sprecher*in 2
Ich finde euren Gedanken einfach super.
Eben genau das und das ist auch mein Gedankengut.
Da sind wir total inline und deswegen finde ich das super und unterstütze das auch gerne und auch nicht nur kurzfristig, sondern tatsächlich auch langfristig als als Partner.
Und wenn man eben der gleichen Meinung ist, die dann auch noch etwas Gutes bewirkt, dann sollte man da auch gemeinsam an der Front kämpfen.
Also insofern finde ich das toll und kann auch nur zu sagen, dass wir da auch als Partner noch weiterhin zur Seite stehen werden.
Sprecher*in 1
Wie machst du das persönlich?
Wie schaffst du den Spagat zwischen Familie und Führungsposition?
Sprecher*in 2
Also das muss ich schon auch sagen, dass etwas, was ich noch nahelegen kann, ist diese mentale Gesundheit, wie gesagt, relativ früh in diese Position gekommen und da auch eben diesen ganzen Druck von allen Seiten standzuhalten, ist nicht einfach.
Auch da würde ich sagen, sich einfach mal auch Hilfe holen, Hilfe zulassen.
Mal Beratungen wie sind andere Manager, die das schon durchlebt haben oder Managerinnen mit diesem Druck umgegangen?
Das kann tatsächlich nur helfen und das hat mir enorm geholfen, einfach mit erfahrenen Personen in den Austausch zu gehen, denn.
Im Grunde hat man Druck an allen Seiten, nicht nur auf der Arbeit, sondern auch zu Hause.
Man möchte jedem gerecht werden und wenn man eben diesen Leistungsgedanken hat, dann möchte man auch der beste Ehemann sein, der beste Papa sein und da möchte man aber noch zum Sport und also das ist halt alles überall, ist ja immer Optimierung und da muss man einfach den richtigen Weg finden und die richtige Balance auch um hin und wieder auch zu sagen, OK nee, jetzt brauche ich einfach ne Pause und so machen wir das auch hier, also wir würden hier wir sind n Familienunternehmen.
Wenn hier weiß ich nicht ne Mutter oder n Vater das Kind abholen muss in der Kita, dann schauen wir nicht auf die die Stechuhr und sagen so das das trägst du jetzt aber ein.
Also da sind wir einfach sehr human unterwegs und das finde ich auch gut.
Sprecher*in 1
Du sprichst von diesem Druck und ich glaube, als Mann hat man ihn definitiv.
Aber ich glaube, als Frau hat man ihn noch mehr, weil man wird ja auch in der Debatte gesellschaftlich schneller stigmatisiert zur Rabenmutter als zum Rabenvater.
Das ist so, ja, also ob das jetzt auf alten Mustern beruht oder woher das genau kommt, sei dahingestellt, aber diese Be und Verurteilung, die gilt dann doch schneller der Mutter.
Wenn du jetzt die Frauen bei dir im Unternehmen beobachtest, in den Führungsetagen, aber auch Frauen, die in diese Zeit kommen, dass man sagt so.
Familiengründung ist der nächste Schritt.
Wie gehst du damit um, das auf der einen Seite natürlich auch zu unterstützen und sich natürlich auch zu freuen und auch ne Vereinbarkeit so herzustellen oder anzubieten mit Incentives zu sagen, natürlich ist mir wichtig, weil es ist nun mal genau dieser.in der Karriere, wo man sich entscheidet oder wo viele Frauen nicht wieder 100% zurück in den Job kommen, sondern dann eben in Teilzeit weniger verdienen, das ist eben ne dieser entscheidende.
Schritt in der Karriere was macht ihr oder was machst du?
Wie gehst du damit um?
Du kennst das Gefühl, kommunizierst du darüber offen, habt ihr eine Kita im Unternehmen, bietet ihr gewisse Programme an oder teilt ihr Führungsposten in in eine Doppelbesetzung in eine Doppelspitze was kann man als Unternehmen konkret tun, um da auch Möglichkeiten zu bieten?
Sprecher*in 2
Also zunächst mal fängt es damit an, dass meine Tür immer offen steht.
Das ist jetzt nicht irgendwie so eine Floskel, sondern tatsächlich.
Ist es wirklich häufig so, dass die Personen, die dann schwanger sind, auch einfach es mir persönlich mit als Erstes sagen?
Ne, das zeigt auch eben dieses vertrauensvolle Verhältnis was wir haben und dass sie eben auch das zeigt eben auch, dass man eben auch als Unternehmen und auch als ich sag jetzt mal Chef offen für diese Dinge sind, also dass da keine Angst da ist, diese Dinge zu kommunizieren, natürlich, aus Unternehmensperspektive ist es immer schwer, wenn ich jetzt weiß, OK, ich krieg eine Montag, da sind dann 3.
Bald werdende Mütter, die mir dann sagen, auf die ich bald verzichten muss.
Das ist natürlich aus Unternehmensperspektive auch etwas, aber da muss man sich halt daran erinnern und ich bin auch zweifacher Papa, dass das auch einfach mit das Schönste auf der Welt ist.
Und da muss man sich einfach auch n bisschen, ja ich menschlich zeigen, sag ich dir ganz ehrlich, ich glaub dieses Thema Menschlichkeit wird heutzutage eh so n bisschen vernachlässigt und da muss man sich einfach aus dieser, aus dieser.
N bisschen mehr in die in die Vogelperspektive rein.
Was machen wir alles?
Boah, ich kann ja gar nicht alles aufzählen, was wir machen, da müssten wir jetzt meine Personaldirektorin fragen, wir machen auf jeden Fall sehr, sehr viel, also wir sind ja mehrfach ausgezeichnet, in jeglicher Hinsicht, nicht nur Great Place to work, kununu, sondern auch Zertifikat sind Top Familienunternehmen, Wir haben ne ne Kita mit noch 2 anderen Unternehmen zusammen, wir machen wirklich sehr sehr viel, aber was genau an Leistungsspektrum kann ich, der kann ich der gar nicht alles.
Erzählen.
Sprecher*in 1
Aber der Anfang ist ja schon gemacht.
Wenn du sagst, deine Bürotür steht offen, die Mitarbeiterin kommt zu zu dir direkt, also es ist ja von der Kultur sagt das ja schon viel aus, Stefan, ich danke dir sehr sowohl für deine professionellen als auch deine Privatpersönlichen Einblicke, wir sind sehr gespannt, wer demnächst an der nächsten Hauswand hängt, mit welchem frechen Slogan.
Oder wo wir dich mit welcher Brand, ob es Escada oder Jill Sander oder was auch immer sein wird.
Super interessant.
Vielen Dank für deine Zeit am 26.6.
Ist das nächste Woman on Top Event der Woman on Top Award und vielleicht sehen wir uns vorher spätestens da vielen vielen Dank für deine Zeit und euer Engagement als Unternehmen bei uns.
Sprecher*in 2
Vielen dank Franka.
Es hat sehr viel Spaß gemacht bis bald.
Sprecher*in 1
Tschau.
Sprecher*in 2
Tschüss.
Podcast Summary
Key Points:
Stefan Kem wurde mit 37 Jahren CEO des Kölner Traditionsunternehmens Meurer & Wirtz, das für 4711 und viele weitere Duftmarken bekannt ist.
Düfte sind starke Erinnerungsauslöser, da die Nase im Gegensatz zu anderen Sinnen nicht abgeschaltet werden kann.
Kem begann seine Karriere mit einem Praktikum bei L’Oréal, wechselte später kurz in die Medienbranche (RTL/VOX) und kehrte dann in die Beauty-Branche zurück.
Das Unternehmen wächst stark
Meurer & Wirtz deckt alle Preissegmente ab (von 6,99 € bis 240 €) und ist in Europa in den Top Ten.
Der aktuelle Parfüm-Hype wird vor allem durch Social Media (TikTok) getrieben, besonders bei jungen Männern, die hohe Preise für Nischendüfte zahlen.
Das Unternehmen hat Krisen wie Corona, den Russland-Marktverlust und die Flutkatastrophe durch frühzeitige Antizipation und Diversifikation gemeistert.
Meurer & Wirtz plant den Einstieg in den US-Markt mit den Marken 4711 und Tabac, zunächst über Export und digitale Kanäle wie Amazon.
In Deutschland arbeitet das Unternehmen bereits erfolgreich mit Influencern zusammen (z. B. Justin Fuchs) und ist offen für Kooperationen mit Celebrities.
Summary:
In dieser Podcast-Folge spricht Gastgeberin Franka mit Stefan Kem, CEO von Meurer & Wirtz, Deutschlands zweitgrößtem Parfümhersteller. Kem erklärt, dass Düfte einzigartige Erinnerungsauslöser sind, weil die Nase immer aktiv ist. Er selbst entdeckte seine Leidenschaft für die Beauty-Branche während eines Praktikums bei L’Oréal und wechselte später kurz zur Medienbranche, bevor er zu Meurer & Wirtz kam.
Das Unternehmen mit Sitz in Köln hat sich von einer Seifenfabrik (gegründet 1845) zu einem internationalen Player entwickelt, der alle Preissegmente bedient – von günstigen Drogeriedüften bis zu Luxusparfums für 240 Euro. Kem betont, dass der aktuelle Parfüm-Hype vor allem durch Social Media getrieben wird, insbesondere junge Männer geben hohe Summen für Nischendüfte aus. Trotz Krisen wie Corona, dem Verlust des Russland-Marktes und der Flutkatastrophe ist das Unternehmen gewachsen, indem es frühzeitig Chancen erkannt und diversifiziert hat.
Aktuell bereitet Meurer & Wirtz den Markteintritt in den USA vor, startend mit den Klassikern 4711 und Tabac über Export und digitale Kanäle. Zudem setzt das Unternehmen in Deutschland bereits erfolgreich auf Influencer-Kooperationen und ist offen für Partnerschaften mit großen Celebrities.
FAQs
Er wurde in den ersten drei Monaten bei Meurer & Wirtz zur Rosenernte nach Grasse eingeladen, wo Parfümeure ihm drei Tage lang beibrachten, wie man Düfte richtig beschreibt.
Junge Leute erstellen TikTok-Videos, in denen sie Düfte bildlich und detailliert beschreiben, was die Nachfrage nach teuren Nischendüften antreibt.
Es gab keine Anlässe wie Restaurantbesuche oder Partys, und viele Menschen trugen zu Hause kein Parfüm auf, was zu einem zweijährigen Einbruch führte.
Sie haben 1,5 Jahre lang Partner aus Australien und den USA ausgewählt, starten mit Export und digitalen Kanälen wie Amazon, und fokussieren sich auf die Marken 4711 und Tabac.
Nischendüfte sind hochpreisige, exklusive Parfüms. Junge Männer sparen dafür, ähnlich wie früher für teure Sneaker, getrieben durch Social-Media-Hype.
Sie haben frühzeitig Ressourcen auf Indien und den deutschen Markt umverteilt und so trotz Krisen ein überproportionales Wachstum erzielt.
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