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Matthias Sindelar: Glorifizierung eines Toten aus falschen Gründen

from Tatort Sport - Wahre Verbrechen

33m 43s

Matthias Sindelar: Glorifizierung eines Toten aus falschen Gründen

Der Tod des österreichischen Fußballstars Matthias Schindler 1939 wurde offiziell auf eine Rauchgasvergiftung zurückgeführt, eine Erklärung, die zwar sachlich plausibel ist, aber für die Öffentlichkeit unzufriedenstellend war. In den folgenden Jahren entstanden umfangreiche und sehr verbreitete Gerüchte, die das Bild von Schindler als Widerstandskämpfer gegen die Nazis verformten. Diese Legenden wurden durch die Medien, insbesondere im Ausland, weiterentwickelt – vor allem von jüdischen Schriftstellern, die Schindler als Opfer der Nazis interpretierten. Doch nach umfangreichen Recherchen von Malte Asmuss und David Foster lässt sich feststellen, dass es keine stichhaltigen Beweise für Mord, Selbstmord oder Widerstand gibt. Schindler war kein Widerständiger, sondern ein opportunistischer Teilnehmer an der Arisierung von jüdischen Unternehmen, was seine moralische Position in der Zeit des Nationalsozialismus zweifelhaft macht. Sein Tod resultiert aus einem tragischen Unfall, der jedoch postum zu einer Mythologie um einen österreichischen Helden wurde. Die Geschichte wurde später instrumentalisiert, um die österreichische Identität und Abgrenzung von Deutschland zu symbolisieren – eine Erzählung, die historisch nicht fundiert ist. So bleibt Schindler ein herausragender Fußballer, aber kein Held gegen den Nationalsozialismus.

Transcription

4465 Words, 29791 Characters

German
Der nimmt sich, was man will, wie die Gerüchtlinge ist. Dort, Sport. Wenn Sporthelden zu Tätern oder Opfern werden, ermittelt Malte Asmuss auf. Mein Sport-Podcast.de Denn manchmal ist Sport. Tatsächlich Mord. Wien am Morgen des 23. Januar 1939. In einer Wohnung in der Anagasse 3 im ersten Bezirk werden zwei nackte, leblose Körper gefunden, ein Mann und eine Frau. Die Frau stirbt später im Krankenhaus, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben, der man ist zu dem Zeitpunkt schon klopft. Brauchgasvergiftung, das war eine durchaus häufige Todesursache in der damaligen Zeit. Eine an sich schlüssige aber für die Öffentlichkeit unbefriedigende Erklärung. Denn der Mann ist nicht irgendwer, sondern die Fußball-Ikone Österreichs der damaligen Zeit. Vielleicht sogar der beste Fußballer Österreichs aller Zeiten, Matthias Schindler. 35 Jahre alt, ein mächtiger Mann, der so zerbrechlich wirkte, der Papierne genannt wurde. Der aber ein Genie und ein Künstler am Ball war, der Fußball-Moz hat. Ein Mitglied der legendären Wunder 11. Todesumstände, die nicht so eindeutig sind, das interessiert die Leute. Der Tod von Matthias Schindler war Tagesgespräch. Es sind einfach dann wilde Gerüchte entstanden. Gerüchte um die Todesursache war Selbstmord. War es ein Mord aus Leidenschaft? Doch ein politischer Mord, ein Attentat der Gestapo vielleicht? Oder tatsächlich doch nur ein Unfall? Der Tod von Matthias Schindler. Ein Todesfall, um den sich zahlreiche Legenden ranken, genau wie um Schindler selbst. Ein Mann, der jahrzehntelang als Widerstandskämpfer als Gegenspieler der Nazis verklärt wurde. Es gibt ganz viele Widerstandsgeschichten aus der Nazizeit. Die habe ich einfach einen nach der anderen abgekauft. Und bin daraus gekommen, dass fast nichts davon stimmt. Ein Kriminalfall mit einer geschichtlichen und einer politischen Dimension. Um den geht es heute hier bei Tatort Sport. Mein Name ist Malta Astmus. Und ich arbeite diesen Fall auf mit. David Foster, dessen Stimme habt ihr eben schon im Intro gehört. David kommt aus Österreich, ist Historiker und Journalist. Und beschäftigt sich mit Matthias Schindler bereits seit gut 20 Jahren. Zuerst für die Serie Fußball und am Hakenkreuz im österreichischen Magazin Ballester. Mein Ausgangspunkt bei Schindler waren die Legenden und Gerüchte rund um seine Tod. Für mich ging es, hauptsächlich darum zu schauen, an welchem Mütten ist irgendetwas dran, wenn man sich die Fakten anzieht. Also habe ich mich dann vertieft in den Kontext letztendlich, den Kontext dieser Zeit. Und das wollen wir auch in diesem Podcast machen in die Zeit von Schindlerabtauchen. Seine Zeit als großer Fußballstaat, die Fakten zu Schindlers Tod uns genauer anschauen. Und dann natürlich auch mit den Mütten aufräumen, die durch die Umstände seines Ablebens entstanden sind. Und sich lange hielten auch, weil die Polizei akten, in den während des Zweiten Weltkriegs über diesen Fall verschwanken, nie wieder auftauchten. Das ist natürlich Futter für Verschwörungstheoretiker gewesen. Und für andere, die die Persönlichkeit Schindelass-Postum für ihre Zwecke einspannen wollten. Sein früher Tod während der Nazi-Zelt haben damals schon 1939 und erst recht nach dem Krieg einfach dazu eingeladen daraus, die Figur eines österreichischen Patrioten zu machen. Man hat österreichische Heldenfiguren nach 1945 dringend gebraucht. Man hat auch Figuren gebraucht, die die Abgrenzung österreichs von Deutschland symbolisieren. Ich glaube, er ist einfach extrem geeignet als österreichische Identifikationsfigur als der beste Fußballer österreichs aller Zeiten. Und in dem Punkt sind sich die Fußballhistoriker einig genau. Das war Matthias Schindelad, nämlich, obwohl er nicht gerade der Idealfigur eines Fußballers entsprach. Er war Spindel Dürr, wirkte fast zerbrechlich. Und zu seiner besten Zeit erwog er gerade einmal 68 Kilogramm bei 1,76 Meter Körpergröße. Und das zu einer Zeit, als man sich unter Fußballern noch ganz andere Typen vorstellte. Seine zerbrechliche Gestalt war vielleicht auch der größte Vorteil von Matthias Schindelad. Denn sie zwang ihn, sein körperliches Spiel weiter zu entwickeln, zu perfektionieren. Keiner konnte seine Gegner im Dribbling so ins Lehre laufen lassen, wie er. Keiner passte so präzise wie er. Und Keiner konnte so Eiskalt abschließen, wie Schindelad. Das waren Fähigkeiten, die er schon als Kind in den Gassen des Wiener Arbeiterstaats favoriten gezeigt hatte. Dort hin waren seine Eltern mit ihm aus Bömen und Meeren hingezogen. Dort wuchs er auf. Wurde mit 15 Halbweiser als der Vater im ersten Weltkrieg viel. Schindelad spielte sich vom kleinen Klub härter zur großen Austrier. Dort entwickelte er sich zu einem der besten Fußballer Europas. Wurde Meister in Österreich gewann fünfmal den Pokal. Und zweimal den Metropackab, den Vorläufer des heutigen Europa Pokals. Im Finale 1933 gegen Inter-Mailand schoss Mittelstümmer Schindelad das Siktor. Und er war Leistungssträger des österreichischen Wunderteams. Dieser Sagen um Woben der Nationalmannschaft, die 1932 den Europa Pokal der Nationen holte. Und zwischen 1931 und 33 von 15 Länder spielen, zwölf gewann. Zweimal Remi spielte und nur in London mit drei zu vier England knapp unterlegen war. Schindelad würde man heute sagen war ein Superstar. Und in Österreich gab es damals bereits Profifußball Schindelad war also einer, der mit Fußball richtig Geld verdiente und er war auch eine gefragte Werbefigur. Er war für Joghurt, Bälle, Konfektion und auch für Zigaretten. Und er spielte eine Rolle in dem Oberrettenfilm Roxie und ihr Wunderteam von 1938. Klar, dass die Nachricht von seinem Tod für sehr großes Aufsehen sorgte, sich in Wien auch ausbreitete, wie ein Lauffeuer. Es gab hunderte Tageszeitungen zu diesem Zeitpunkt. Vieles davon, wie wir heute über den Tod von Matthias Schindelad diskutieren, hat damit zu tun, wie die Zeitungen gleich in den ersten Tagen seines Todes reagiert haben. Die ersten Berichte waren nämlich alle auf die Rauchgasvergiftung. Also Schadhafterofen in dieser Wohnung der Kastaniola. Schindelad und Sie müssen dort viel getrunken haben und lagen im Bett. Und da war Matthias Schindelad dann Tod. Und zunächst richteten sich die Zeitungen ihren Blick auf den Ofen und diese Rauchgasvergiftung. Das war eine durchaus häufige Todesursache in der damaligen Zeit. Ein undichter Ofen und die Leute sind erstickt in ihrem Schlafzimmer. Eine plausible Begründung für den Tod eines Fußball-Idols, die auch Polizei und Staatsanwalt später bestätigten, aber die für die breite Öffentlichkeit eher unbefriedigend war. Todesumstände, die nicht so eindeutig sind oder die aufgebaut werden als nicht so eindeutig, das interessiert die Leute. Das interessiert die Leute, wenn heute ein Sportstar unter Umständen stirbt, die nicht völlig eindeutig sind, gibt auch Diskussionen. Oder es gibt über jeden verstorbenen Rockstar die Überlegungen, wie es seinem Tod wirklich zugegangen oder noch interessanter Lebder vielleicht heute noch. Also ich glaube, das hat mit dem Tod berühmter Menschen auch viel zu tun. Es gab zum einen keine Zeugen für die Tod. Schindler Stab in den Armen von Camilla Castanola, die lebte zwar noch als die beiden gefunden wurden, war aber bewusstlos. Und das blieb sie bis sie dann im Krankenhaus schließlich verstarb. Und das setzten dann die Spekutation noch ein. Damals wie heute mussten Zeitung ihre Ausgaben verkaufen. Das taten sie damals schon je nach Leserkreis mit unterschiedlich großen und unterschiedlich reißerischen Schlagzeilen. Die seriösen Blätter, die hielten sich dabei eher an offizielle Informationen. Die anderen versuchen es mit anderen Alternativen ansetzen, allen voran auch die illustrierte Kronenzeitung. Der Boulevard hat aber dann eine flaschelige Kör, die auf einem Tisch stand im Blick gehabt. Und in Wirklichkeit beginnt da ein Teil der Mütten rund um den Tod, weil eben die Frage aufgetaucht ist, ob die Kastanjolder den Schindeler vielleicht vergiftet habe. Oder ob es ein Doppel selbst Nord war. Oder ob aus Kastanjolder und Schindeler Schindeler hat auch Karten gespielt. Ob es vielleicht aus verbrecherischen Kreisen jemand versucht, Schindeler umzubringen. Ein Gerücht, Kamila Kastanjolder soll Schindeler vergiftet haben, weil sie tieferige Füte für ihn gehabt haben soll als er für sie. Und tatsächlich war sie für Schindeler wohl auch eher eine lockerer Bekanntschaft. Eine Affäre erklärt mir David Foster. Also die engste Beziehung zu einer Frau hatte, das Schindeler zu seiner Mutter, bei der ja auch grundsätzlich gewohnt hat, lange, lange Zeit auch noch als da. Was wir wissen ist, das sind flüchtige Frauenbekanntschaften gewesen, hier gehabt hat eben auch zu Frau Kastanjolder. Eine Tat aus Leidenschaft. Also eine private Tragödie oder doch ein Suizid. Was Schindeler vielleicht krank auch das Vermuteneinige. Beweisend ließ sich das allerdings nicht. Oder war es ein Mord aus anderen Beweggründen? David erwähnte ja das Karten-Spiel, auch das könnte im Zusammenhang mit Kamila Kastanjola stehen, denn. "Die hatte ein bisschen zweifelhaftes Etabismo im ersten Bezirk und dort hat Matthias Schindler in der Todesnacht auch genächtigt." Das zweifelhafte Etabismo, das hieß zum weißen Rössel, war ein Beise, das ist der österreichische Begriff "Kneipe" oder "Wirzhaus" und das befand sich unter der Wohnung in der Anagasse 3. Aber für diese Mord-Theorie fanden sich letztlich auch keine stichhaltigen Beweise und die stichhaltigste Begründung, den kaputten Ofen, den wollten die wenigsten ja akzeptieren. "Der Umstand, dass dann die Polizei eben den Akt geschlossen hat, mit der Todesursache Rauchgasvergiftung. Das hat, das nicht unbedingt beruhigt, die Geschichten waren ja schon drinnen in den Köpfen der Leute." Und da dann nicht mehr rauszukriegen, die Gerüchte waren schnell in der Welt und ließen sich dann auch nicht mehr einfangen und schwappten auch über die Grenzen, Wienz und Österreichs hinaus, wo sie noch eine weitere Dimension bekamen. "Die Todesnachricht verbreitet sich zu den jüdischen Flüchtlingen ins Ausland, das heißt auch in Frankreich diskutiert man dann den Fallschindel her, mit Internet wäre das Ganze in ein paar Minuten vielleicht so gekommen." Aber auch damals war das eine riesige Schneeball-Effekt. Diesen Schneeball-Effekt den kennen wir ja heute genauso, dass die Polizei die Akte Schindelarschloss mit der Rauchvergiftung als offiziell Todesursache machte die Sache nur noch spannender. Und die Verbreitung dieser Spekulation lief dann auch über Schriftsteller, die vor den Nazis ins Ausland geflüchtet waren. "Fiele jüdische Schriftsteller, dieserzeit waren große Schindelarfäins und überhaupt auch große Fußballfäins. Und als die in Frankreich vom Tod von Matthias Schindelar in Wien hörten, haben sie in meiner Meinung nach ein Teil ihres eigenen Schicksals auf Schindelar projiziert. Für sie war klar, moment, die Nazis sind da, wie wir es kennen, gibt es nicht mehr. Schindelar muss sich umgebracht haben." Friedrich Thorberg, der Wiener Schriftsteller und Journalist war einer von denen, die diese Geschichte weitertugen und trug damit natürlich zum Mythos-Schindelar mit bei. Thorberg, der Charakterisierte sich selbst als Czechischer Österreicher und Jude, und er war 1938 zuerst in die Schweiz dann nach Frankreich und schließlich in die USA emigriert. Thorberg, der Wit-Mitte Schindelar, ein Gedicht, die berühmte Ballade auf den Tod eines Fußballspielers. Und sein Schriftsteller, Kollege Alfred Polger, war ein anderer, der mit an diesem Mythos-Schindelar passelte. Polger, der war vor den Nazis nach Paris geflohen und schrieb im Immigrantenblatt Pariser Zeitung am 25. Januar, also nur zwei Tage nach Schindelars Tod, das hier. Der brave Schindelar, der folgte der Stadt, der ein Kind und stolz er war in den Tod. Er war so verwachsen mit ihr, dass er sterben musste als sie starb. Aus Treue zu Heimat, alles spricht dafür, hat er sich umgebracht. Und so beginnt ihn Frankreich durch jüdische Literaten dieser zweite Erzählstrang, nämlich dass die das Schindelar sich wegen der Nazis umgebracht hat oder das Gardinatis in ermordet hätten. Und auch diese Geschichten sind langlebig. In Italien entstand, vor wenigen Jahren ein Kinderbuch, in dem auch graue Gestapo Männer ausgerückt sind und Schindelar und seine hier dezidiert jüdische Geliebte umzubringen. Schindelar, der widerständige, eine These, die für David Foster so einfach nicht haltbar ist, für die es nach seinen Recherchen keinerlei Beweise gibt. Nicht wahr ist z.B. was über den vermeintlich jüdischen Glauben von Camilla Castanola geschrieben wurde. Die war auch keine Jüdin, das atiert zum Mütos hinzu, sie wird meistens halt jüdin katholischen Glaubens beschrieben. Dass die beiden sich umbrachten, weil Castanola Angst vor allem von Nazis regierten Land hatte, kann man daher wohl auch ausschließen, ebenso wie diese These, die immer wieder im Zusammenhang mit Schindelar vertreten wurde und oftmals auch noch wird. Er war eine österreichische Held, er war widerständig gegen die Nazis. Diese These ist einfach nicht mehr haltbar erzählt, David Foster. Ich habe mit ganz viele Widerständsgeschichten aus der Nazizeit beispielsweise, die habe ich einfach einen nach der anderen abgeklopft und bin draufgekommen, dass fast nichts davon stimmt. Und was stattdessen dran war, am Mordfall Schindelar, an der Person Schindelar, das hört ihr gleich im zweiten Teil von unserer aktuellen Ausgabe von Tatort Sport hier auf meinen Sportpodcasti. Das wird auch manchmal ein bisschen ausschießt, das ist klar. Matthias Sommer, Spitzname Motsky, einer der immer wollte, der Antrieb, dirigierte und als Liebaro den Fußballer oberte. Europameister, Europas Fußballer des Jahres, Champions League-Sieger mit Borussia Dortmund, doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere kam das hier Ende. Das war eigentlich bitter, weil ich dann in zehn Tagen vier Spiele machen musste. Es war für das Knie ein bisschen viel. Matthias Sommer, nur sein eigener Körper konnte ihn stoppen, jetzt bei den 100 Fußballlegenden, überall Fußballpodcast, gibt. Ich habe zuge diese Recherchen, bin ich dann eigentlich weggegangen von dem Todesumständen und bin beim Arisierungsakt Schindelar gelandet. Arisierung, sonanden die Nationalsozialisten, die Verdrennung von Juden, Aushandel, Gewerbe, Wohnungen, Häusern und Wissenschaft. Jüdischer Besitz und Vermögen wurde zugunsten von Nicht-Juden, Aryan, Enteignet und jüdische Erwerbstätigkeit und der direkte Zugriff auf jüdisches Vermögen eingeschränkt. Auch Schindelar hat er ein jüdisches Geschäft arisiert, dass Wiener Caféhaus Anahehof dessen Vorbesitzer war ein gewisser Leopold Simon Drill, der später im KZ Theresienstadt ermordet wurde. Die Österreichischen Fußballer damals waren alle auf der Suche nach Jobs und Versorgungsposten. Denn 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, wurde der Wiener Profifußball von dem Nazis abgeschafft. Das heißt, wir hatten anders als in Deutschland damals eine Profilieger mit bezeigten Fußballern. Und da in Deutschland Amateur Fußball war, wurde nach dem Anschluss das in Österreich auch abgeschafft. Jetzt standen all diese Superkicker ohne ihr Einkommen da Potenzial zu mindestens. Weil sie sind alle irgendwo untergekommen und die Nazi-Behörten haben auch geschaut, dass eben die Stars schöne Geschäfte bekommen. Kaffeehäuser, Bäckereien, etwas, was halbwegs leicht zu führen ist ohne besonders vielen Fachwissen und wo man Geld damit verdient. Und Schindelar hat dazu gegriffen. Und Fachwissen hatte Schindelar nicht, er kam aus einfachen Verhältnissen, hatte mit 14 eine Schlosserlehrer gemacht, arbeitete später als Autoschlosser und dann noch in einem Sportgeschäft, und dann kam er an dieses Caféhaus. Und für das habe er aber einen angemessenen Preis bezahlt, um den ihm bekannten Leopold Drill zu unterstützen. Regelmäßig habe Schindelar in dem Café mit seinen Teamkollegen der Auswehr dort Karten gespielt. Das sagen zumindest die Verteidiger von Schindelar, die dann auf der Argumentation weiter aufbauen, wenn man jemanden kennt, dann haut man ihn nicht übers Ohr. Schindelar wird Drill dahin wohl nur geholfen haben, so ihre Argumentation im Mehrgeld als nötig gezahlt haben. Das war nicht viel mehr als eine Schutzbehauptung für den österreichischen Superstar, die aufgestellt wurde, nachdem irgendwann einfach nicht mehr verschwiegen werden konnte, dass auch Schindelar ein Ariseur war, sagt David Foster. So bin ich auch dieser legenden nachgegangen und bin dann draufgekommen, dass das auch ein Märchen ist, der angemessene Kaufpreis. Das war ein Schnäppchenpreis, zu dem man dieses Caféhaus arisiert hat. Schindelar war also ein Profitör einer Arisierung, kein Widerständiger. Es wurde eher ein opportunist, der die Zeichen der Zeit erkannt und zu seinen Gunsten genutzt hatte. Schindelar hatte wie alle prominenten Profis auch dazu aufgerufen, bei der Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs mit Jahr zu stimmen. Aber da gibt es ja noch andere Schindelanliegenden, die mit dem Anschluss spielt zwischen Deutschland und Österreich zu tun haben. Ja, das Anschlussspiel ist tatsächlich quasi eines der österreichischen Fußballspiele mit der höchsten Mütendichte. Es gibt eben die Geschichte Schindelar, habe auf rotweiß roten Dressen bestanden. Schindelar habe die Nazis verhöhnt, zuerst in dem man absichtlich daneben geschossen hat, weil das doch so befallen war und dann, dass er vor der Nazis, vor der Ehrentribüne, besonders auffällig, die Jubelt hätte. Ja, ich habe es so gemacht, wir mit allen anderen Dingen, in dem Müttersund bin die Dereinach durchgegangen. Und das machen wir auch, fangen wir doch mal mit denen an, die sich darum drehen, dass angeblich von höchster Stelle die Orde an die Österreicher ging. Das Spiel auf gar keinen Fall zu gewinnen. In Deutschland gab es schließlich noch viele, die sich an die krachenden Niederlagen des DFB-Teams gegen die Nachbarn von 1931 erinnerten, 0-6 dieses damals in Berlin. Und das Spiel in Wien, das endete mit einem 5-0-Sieg der Österreicher. Der einfacher Torschütze, damals übrigens Matthias Schindelad, der auch beim Anschluss spielen mit Werkte. dass allerdings keineswegs reglementiert gewesen sei. Beziehungsweise, wenn dann anders als immer kaproportiert wurde, sagt David Foster. Zum einen gibt es ja viele Akten von Ser Perberger im DFB-Achief und daraus geht eindeutig hervor, dass es keine Befehle gab, wie das Spiel auszugehen hat. Es war klar, dass das soll den möglichst freundlicher Atmosphäre stattfinden. Aber wenn man sich Wien damals im März April 1938 anschaut, eine freundlichere Atmosphäre zu den deutschen kann man sich kaum vorstellen. Es waren ja jeden Tag 10.000 Leute mit Hakenkreuz fahren auf der Straße. Das Klima war pro Anschluss. Und Herrberger hat es sich sogar noch geärgert, dass ihm nahe gelegt wurde. Die deutsche Mannschaft sollte nicht ganz so hart kämpfen. Also, wenn dann wurden die Deutschen in ihrer Spielweise behindert. Damit die letztendlich Wiener Nationalmannschaft, das waren ja alles aus der Wiener Profiliege eben. Das war die österreichische Liga. Damit sich die besser spielerisch entfalten können, soll doch bitte Herrberger Mannschaft nicht so hart rangehen. Also, Befehle von oben, dass die Österreicher nicht gewinnen dürfen oder keine Dore schießen, die gab es bestimmt nicht. Dann stimmt es auch nicht, dass Schindler zunächst mit Absicht zahlreiche Torschossen liegen ließ und also dann doch drauf sein Tor provozierend jubeln feierte, direkt vor der Ehrentribüne mit den versammelten Nazi-Größen. Das ist ganz interessant, weil es gibt Wochenchauaufnahmen von diesem Spiel, die von Kameras aufgenommen und da sieht man, da ist Schindler das Dore-Jubel drauf und er läuft nicht zur Ehrentribüne, um dort Nazis zu verhöhnen, sondern er läuft Richtung Mittelkreis und jubelt mit seinen Kameraden ganz normaler Dore-Jubel. Also, es ist ein sehr interessantes Spiel, das letzte Spiel der Österreichischen Nationalmannschaft bevor die beiden Mannschaften ja zwangstvereinigt wurden für die Weltmeisterschaft 1938. Es ist auch sicher vom Propaganda-Standpunkt sehr interessant gewesen. Es war noch vor der Volksabstimmung über den sozusagen Eintrieb Österreichs in das deutsche Reich. Da gab es jeden Tag ein Spektakel und eines dieser Spektakel war dieses Fußballmatch. Dieses Spiel, das die Österreich hat, das ist gesagt in rot-weiß roten Dressenspielten. Darauf soll auch angeblich Schindler bestanden haben und dahinter Säu gesteckt haben, dass er ein oppositionales Signal gegen das Regime senden wollte. Die rot-weiß roten Dressen, das ist interessant, dass das zur Widerstands-Tart hochstilisiert wird, weil Österreich hatte zwei Dressen, auch wenn das Konzept Heimdress auswärtsdress, damals nicht so wahr wie wir es heute kennen. Aber grundsätzlich hat Österreich gespielt in schwarzen Hosen, weißen Läbchen, also Schörz. Ja, die selben Farben hatten, aber die deutsche Nationalmannschaft auch, wenn 22 Mann im selben Dress Drico auf dem Feld gesteint werden, das hätte noch mal nicht funktioniert. Und Österreich hat in vielen seiner berühmten Wunderteenspiele in rot-weiß rot gespielt. So auch an diesem Tag. Also auch kein oppositionaler Akt. Aber was ist mit Schindler's Weigerung, nach dem Anschluss für die deutschen Nationalmannschaft zu spielen? Von Saarperberger ist ein Zitat überliefert, dass er Schindler darauf angesprochen hätte und gefragt haben soll, ob diese Weigerung für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, irgendwelche politischen Gründe hätte. Schindler soll ihm dann signalisiert haben, dass diese Vermutung durchaus ein Wahnkeern hat. Ich glaube, das Zitat ist einfach nachträglich im Kontext all diese Widerstandslegenden entstanden. In diesem Fall hatte Herrberger einen politischen Auftrag. Er konnte nämlich nicht seine Brästler 11 zur Weltmeisterschaft schicken. Die Österreicher hatten sich auch qualifiziert. Das heißt, beide Länder waren qualifiziert. Und an Herrberger ist der politische Auftrag herange tragen worden, eine 11 zu formen nach der Formel 6+5. Also möglichst gleichmäßig zwischen deutschen und Österreichern eine Mannschaft zu bauen. In kürzester Zeit vor dieser Weltmeisterschaft. Dass es nicht funktioniert hat, hat er dann die Weltmeisterschaft selbst gezeigt und er konnte auch später von dieser 6+5 Formel wieder abgeben. Und hat ihr 9+2 und andere Varianten dann gespielt. Zu Schindler und dem National Team muss man sagen. Schindler war zu dem Zeitpunkt 35 Jahre alt und war auch bei seinem Club, der Wiener Austria, ist er schon von seiner angestammten, mittelstürmer Position an die Seite abgerückt. Er war im österreichischen National Team wegen Verletzungen nicht immer dabei, im ganzem Gegenteil. Er hatte lange Unterbrechungen. Es war eine Karriere, die zu Ende ging, zu diesem Zeitpunkt. Das ist ja nicht Schindler am Höhepunkt seiner Kräfte. Sondern das ist ein eigenter Star, wenn man zu wählen. Und als Herberger diese Lehrgänge, also eigentlich heute würde man seinen Trainingslager einbrufen hatte, zu denen Schindler dann nicht hinfahren wollte, da lastete viel Druck auf den Spielern. Komm ich in diese 6+5 Mannschaft. Weil jemand der ursprünglich einen Stammplatz hatte in einer der beiden Nationalmannschaften, musste jetzt durchaus zittern. Es gab für jede Position mehr als zwei Kandidaten. Und ich glaube persönlich, dass Schindler sich das alles nicht mehr an tun wollte. Der wollte nicht im Konkurrenzkampf mit jüngeren, besseren stehen. Vielleicht wollte er auch nicht mit dem deutschen Trainer zur Weltmeisterschaft fahren. Und Herbergers, Stil- und Mannschaftsausrichtung waren ja auch ganz anders. Die Systeme der beiden Mannschaften waren anders. Ich denke, dass die Absage Schindler in diesem Zusammenhang auch zu sehen ist. Das ist dann also die Tese, dass Schindler ein Widerständler war. Ganz falsch für Schindler den Widerständigen gibt es tatsächlich einfach null Hinweise. Und konstruiert sind demnach auch alle Geschichten, die die Mordtheorie unterstützen. Wedlich stichhaltige Anhaltspunkte dafür gibt es nämlich keine. Zumindest nicht für den Mord durch die Nazis. Den kann man daher wohl auch ausschließen. Aber was ist jetzt mit Selbstmord aus finanziellen Gründen? Schließlich konnte er als Fußballer ja nichts mehr verdienen. Und man verdiente für damalige Verhältnisse als Fußballer richtig gut. Das haben der Journalist Ludwig Stetschevic und Spieler Karl Sester in einer URF-Doku erzählt. Mindestgage 80 bis 100 Schilling und höchst 300 Schilling. Aber die Höchstgagen sind dann schon durchs Bonsor, das hat es früher nicht gegeben, Gönner hat es geessen. Es ist sehr schönes deutsches Wort Gönner. Also wir haben damals nicht schlecht verdient. Natürlich ging hart, ist es ein Butterbrot. Aber wir haben weitaus besser verdient, dass wir sindlliche Angestöten. Und die Orbite bis vorne, wir sind natürlich gut. Mir haben wir ein Gehäutkopf an der Wurz nicht mehr gerückt, dass wir 300 Schillingen. Ich habe mir einen Zusatz vertrocknet, man kommt es privat nicht mit dem Presetan. Und nur um diese Zahlen mal einordnen zu können. Zum Vergleich ein Schnitzel mit Kartoffelsalat kostete damals in Wien Mitte der 30er-Jahre genau einen Schilling. Und das zeigt, wie gut die Profis wirklich verdient hatten. Wie sieht es denn also vor diesem Hintergrund mit der Tese vom Selbstmord aus finanziellen Gründen aus David? Der wäre sicher trotzdem nicht verarmt. Und auch die Machthaber haben ja die ganze Zeit umgehend. Am Tag vor seinem Tod hat er einen Ververtrag unterschrieben, dass er direkter des Wiener Stadions wird. Also der hatte ja Posten. Und ja auch noch das arisierte Kaffeehaus, das ihm für einen nicht angemessenen Kaufpreis gegeben worden war. Schindler war kein Widerständler, aber er war auch kein Nazi. Er war allerdings ein Profitör der neuen Machtverhältnisse, die man aus heutiger Perspektive wie beurteilen muss. Ich glaube, Schindler als tollen Fußballer zu sehen, nach wie vor. Und über die Geschichte vom Wunder-Team zu staunen. Das ist alles völlig okay. Die Frage ist immer, wenn man von Schindler dem Fußballer weggeht, zu Schindler dem Mensch, dann kann man meiner Meinung nach eindeutig sagen, dass er einigen moralisch zweifelhafter Entscheidungen damals getroffen hat. Er hätte sagen können ein jüdisches Kaffeehaus, in dem ich früher zu Gast war. Und er kannte ja den Kaffet je, das arisiere ich nicht. Oder ich arisiere über das Spiel. Hauptkäden geschäft. Die Möglichkeit hätte er gehabt. Schindler als Mensch hat im Kontext der Zeit zweifelhafte Entscheidungen getroffen. Und er war wohl auch kein Mord-Abfahrt, sondern es gestorben durch einen tragischen Unglücksfall und wurde dann posttum instrumentalisiert. Kein Held, ein Fußball-Held, aber kein Held gegen den Nationalsozialismus. Das sind Erzählungen, die ihren Sinnen gehabt haben. Man hat auch Figuren gebraucht, die Abgrenzung Österreichs von Deutschland symbolisieren. Man hat widerständige Figuren gebraucht. Aber der Punkt ist, es gab ja widerständige Menschen. Wir könnten uns auf die konzentrieren statt das Fußballland zu schreiben, die das nicht waren. Und das war Tatort-Sport mit dem Fall Matthias Schindler. Wenn euch unser Podcast gefällt, dann abonniert ihn doch einfach mit dem Podcast. Eurer Wahl rezensiert ihn gerne auch bei iTunes. Gebt uns fünf Sterne. Wenn euch unser Podcast gefällt, wenn euch was nicht gefällt, kontaktiert uns bitte auch, schreibt uns ebenfalls ein Kommentar oder eine Mail unter [email protected]. Wir sind für euer Feedback sehr, sehr dankbar und würden uns freuen, wenn ihr in 14 Tagen auch wieder einschaltet. Hierbei Tatort-Sport auf meinen Sportpodcast.de dann geht's um diesen Fall. 6. Januar 1994 Detroit-Cobo-Hall. Austragosort der US-Meisterschaften im Eisgrundslauf und gleichzeitig Qualifikations-Event für Olympia in Lillehammer. U.S. Eisprinzer Sennancy-Carrigan hatte gerade ihr Training beendet war auf dem Weg in die Kabine. Da passiert es. Auf einmal halten Schmerzenschreie durch die Katakompten der Arena. Ein unbekannte hatte Karrigan aufgeläuert. Ihr mit einer Eisenstange, mit voller Wucht aufs Knie geschlagen und war geflüchtet. Ein Attentat, das viele Fragen haben. Zumindest ein Aspekt der Frage, warum war schnell geklärt. Der Ex-Eleman von Tonya Harding, Karrigan's größte Rivalen, hatte den Schläger angeheuert, um Karrigan auszunocken, aus niederen Beweggründen, denn es ging um Geld. Allgradend derzeit unglaublich viel zu verdienen bei den USA, über Sponsoring, über die Tonein und so weiter und den war klar, wenn sie davor mitmisch, dann ist ihr Leben vergoldet. Und das wäre für Harding ohne Karrigan leichter, so das Gedenkenspiel von Harding's Ex, das auch aufzugehen schien, doch die Attacke. Die war so amateurhaft ausgeführt, dass auch die Frage nach den Tätern acht Tage später bereits beantwortet war, obwohl der Verdachtschut kurz nach der Tat im Raum stand. Da ist sofort der Name Tonya Harding gefallen, oh my god, was ist Tonya Harding, maybe? Aber wie viel wusste Harding selber von den Plänen ihres Ex-Mans und seine Hilferselter? War sie etwa selbst grupellose mit Wisservim? Oder war auch sie letztlich nur ein Opfer? Opfer seien dann die darin machen schaffen, oder vielleicht auch ein Opfer ihrer eigenen schwierigen Jugend? Dieser Fall ist Sport, Krimi und Soap Opera gleichermaßen. Und deshalb löste er auch einen in dem Ausmaß bis dahin einmaligen Medienheib aus und stellte Eisgrundslaufen und die gesamten Olympischen Spiele 1994 komplett auf den Kopf. Und das leben alle beteiligt ja sowieso, bis heute. Da nimmt sich was mal mit Bilden wie die Gerüchte in den Starten. Da man steht? Tatort Sport, wenn Sporthelden zu Tätern oder Opfern werden, ermittelt Malte Asmuss auf. Mein Sport Podcast.de Wenn manch mal ist Sport, tatsächlich Mord.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Der Tod des österreichischen Fußballlegenden Matthias Schindler 1939 wurde zunächst durch eine Rauchgasvergiftung erklärt, eine plausiblere aber für die Öffentlichkeit unzureichende Erklärung.
  2. Viel kontroversere Gerüchte entstand um Selbstmord, Mord aus Leidenschaft oder politischen Attentaten, insbesondere durch die Gestapo oder wegen einer Affäre mit Camilla Kastanjola.
  3. Diese Spekulationen wurden durch die Medien, insbesondere die illustrierte Kronenzeitung, gefördert und trugen zu einer Mythologie um Schindler bei, die über die Grenzen Österreichs hinaus reichte.
  4. Jüdische Schriftsteller im Ausland projizierten auf Schindler ein eigenes Schicksal und verhielten ihn als Widerstandskämpfer gegen die Nazis, was die Widerstandslegenden verstärkte.
  5. Nach reichhaltigen Recherchen gibt es keine stichhaltigen Beweise dafür, dass Schindler weder Widerständler noch Opfer von Mord war – seine Todesumstände blieben ein tragischer Unfall.
  6. Schindler war kein Widerständiger, sondern ein Opportunist, der bei der Arisierung von jüdischen Geschäften, wie dem Caféhaus Anahehof, mitwirkte und damit moralisch zweifelhafte Entscheidungen traf.
  7. Er hatte weder eine politische Opposition gegen die Nazis noch weigerte sich, für das deutsche Team zu spielen, und zeigte sich im Anschluss-Spiel als ein gewöhnlicher Teil der nationalen Mannschaft.
  8. Die Geschichte von Schindler wurde nach dem Krieg instrumentalisiert, um österreichische Identität und Abgrenzung von Deutschland zu symbolisieren – eine Erzählung, die keine historischen Fakten stützt.

Summary:

Der Tod des österreichischen Fußballstars Matthias Schindler 1939 wurde offiziell auf eine Rauchgasvergiftung zurückgeführt, eine Erklärung, die zwar sachlich plausibel ist, aber für die Öffentlichkeit unzufriedenstellend war. In den folgenden Jahren entstanden umfangreiche und sehr verbreitete Gerüchte, die das Bild von Schindler als Widerstandskämpfer gegen die Nazis verformten. Diese Legenden wurden durch die Medien, insbesondere im Ausland, weiterentwickelt – vor allem von jüdischen Schriftstellern, die Schindler als Opfer der Nazis interpretierten.

Doch nach umfangreichen Recherchen von Malte Asmuss und David Foster lässt sich feststellen, dass es keine stichhaltigen Beweise für Mord, Selbstmord oder Widerstand gibt. Schindler war kein Widerständiger, sondern ein opportunistischer Teilnehmer an der Arisierung von jüdischen Unternehmen, was seine moralische Position in der Zeit des Nationalsozialismus zweifelhaft macht. Sein Tod resultiert aus einem tragischen Unfall, der jedoch postum zu einer Mythologie um einen österreichischen Helden wurde.

Die Geschichte wurde später instrumentalisiert, um die österreichische Identität und Abgrenzung von Deutschland zu symbolisieren – eine Erzählung, die historisch nicht fundiert ist. So bleibt Schindler ein herausragender Fußballer, aber kein Held gegen den Nationalsozialismus.

FAQs

Nein, es gibt keinerlei stichhaltige Beweise dafür. Die Theorie, dass Schindler von der Gestapo ermordet wurde, ist rein spekulative und wurde von David Foster als unmotiviert abgelehnt.

Es gibt keine konkreten Hinweise auf Selbstmord. Die Todesursache wurde offiziell als Rauchgasvergiftung festgestellt, und Selbstmord ist weder durch Beweise noch durch Aussagen belegt.

Nein, es gibt keine nachweisbaren Hinweise darauf. David Foster stellt klar, dass fast alle Widerstandsgeschichten aus der Zeit der Nazis nicht stimmen und Schindler kein Widerständiger war.

Die Gerüchte entstanden durch die Unsicherheit der offiziellen Todesursache, die Medienkonflikte und die Projektion von eigenen Schicksalen, insbesondere von jüdischen Flüchtlingen, auf Schindler.

Nach dem Krieg wurden Heldenfiguren benötigt, um Österreich von Deutschland abzugrenzen. Schindler, als populärer Fußballstar, wurde ideal dafür ausgewählt.

Nein, der Kaufpreis war nachträglich als zu niedrig angesehen. Schindler erwarb das Caféhaus auf einem Schnäppchenpreis, was zeigt, dass er ein Opportunist war, nicht ein Widerständiger.

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