Go back

Liebespaar bleiben trotz Kind - Q&A mit Tipps für die Rückkehr zum Liebespaar

0m 0s

Liebespaar bleiben trotz Kind - Q&A mit Tipps für die Rückkehr zum Liebespaar

Die Podcast-Folge behandelt die Herausforderungen, mit denen sich Paare nach der Geburt konfrontiert sehen, wenn sie als Elternpaar leben müssen. Während die ersten Monate durch die Bedürfnisse des Kindes überwältigt werden, verliert die emotionale Nähe und die gemeinsamen Rituale des Liebespaares an Bedeutung. Der Alltag ist durch Schlafmangel, Energiemangel und die Umstellung auf die Elternrolle herausfordernd. Dazu führt das Ungleichgewicht zwischen Liebespaar und Elternpaar oft zu Distanz, mangelnder Kommunikation und Konfliktspiralen. Viele Eltern erleben Schuldgefühle, weil sie sich auf die perfekte Elternrolle vorbereitet haben, die in der Realität nicht erfüllt werden kann. Es wird betont, dass Gewohnheiten wie Abendroutinen oder fehlende Begrüßungen sich über Jahre festigen können und bewusst überprüft werden müssen. Der Wiederaufbau des Liebespaares erfordert bewusste Handlungen: gemeinsame Auszeiten planen, Rituale neu definieren, emotionale Nähe fördern und sich als Paar selbst wahrnehmen. Wichtiger als das perfekte Aussehen ist die Stabilität und die emotionale Sicherheit, die das Kind braucht. Ein stabiles Elternpaar, das sich gegenseitig unterstützt und als Liebespaar verhält, schafft die Grundlage für eine gesunde, langfristige Beziehung. Die Folge bietet praktische Tipps und zeigt auf, dass der Rückzug des Liebespaares nicht automatisch ist – sondern durch bewusste, aktive Investitionen zurückgewinnbar ist.

Transcription

6903 Words, 41371 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten. In dieser Folge geht es um das spannende Thema Liebespaar bleiben trotz Kind. Q&A mit Tipps für die Rückkehr zum Liebespaar. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Ein Kind zu bekommen ist für viele Paare einer der schönsten Momente im Leben. Die ersten Monate als kleine Familie sind sehr besonders, aber auch sehr herausfordernd. Wir beantworten euch heute einmal häufige Fragen zu dem Thema und geben euch auch Tipps für den ungewohnten Alltag, wenn ihr gerade frisch Eltern geworden seid, aber vor allen Dingen auch Tipps, wie ihr wieder zum Liebespaar zurückkehren könnt. Ja, das ist ja eine sehr romantische Vorstellung. Die man immer hat, wenn das erste Kind dann geboren wird, wie diese Zeit sein wird. Und da hört man ja auch von anderen Eltern meistens nicht so viel Negatives. Weil wenn da was Negatives war, dann wird das im Laufe der Zeit dann auch verdrängt und ist dann nicht mehr so präsent. Wenn man auf Fotos der Vergangenheit schaut, hat man die schönen Momente entsprechend fotografiert und in Videos auch festgehalten. Die eher herausfordernden Momente, wo man nachts dann drei Stunden lang sein Kind in der Trage schunkelt, weil es wie am Spieß schreit. Und man nicht schlafen kann und es morgens trotzdem um sechs Uhr wach wird, die hat man natürlich nicht aufgenommen und nicht fotografiert. Und das sind dann eben die Dinge, die eben diese Zeit herausfordernd machen können. Je nachdem, ob man das große Glück hat, jemanden zu haben, der sehr schnell durchschläft, recht zufrieden ist und wo das alles gut klappt. Oder ob man eben dann auch die Herausforderung hat, dass das Kind ein bisschen schlechter schläft, vielleicht Koliken am Anfang hat und so weiter. Es gibt ja eine Reihe von Themen, die am Anfang auf einen zukommen können, die man sich nicht wünscht. Die man anderen nicht wünscht, aber die eben dazu führen können, dass dieser Familienstart holpriger und weniger romantisch verläuft, als man es sich gewünscht hat. Es kommt ja auch eine neue Person in das System sozusagen herein und man weiß ja nicht, wer dazu kommt. Wie du schon sagst, es ist ja auch immer so eine Wundertüte, die man dann bekommt. Wie ist das Baby drauf? Wie kann es sich anpassen an die neue Welt? Wie ist das mit Essen? Wie ist das mit Schlaf? Von beiden Bindungspersonen, also Mama und Papa, am Anfang sehr viel Zeit und Mühe. Und es gibt viele neue Herausforderungen, auf die man sich auch nicht immer vorbereiten kann. Und man ist dann schnell in so einem Modus, dass natürlich die Beziehung erstmal in den Hintergrund rückt und es wenig Zeit füreinander gibt, weil die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund stehen. Es kann ja gar keine Bedürfnisse selber decken. Alle Grundbedürfnisse müssen von den Eltern erfüllt werden. Und immer dringend erfüllt werden. Und deswegen muss man sich da selber eben mit seinen Wünschen und Bedürfnissen ein wenig zurückstellen. Das fand ich ganz spannend. Ich hatte letztens mit unserem Sohn darüber gesprochen, dass er ja als Baby sehr viel geschrien hat. Und er hat gefragt, warum hat er denn so viel geschrien? Und ich habe gesagt, naja, Babys haben Hunger und können auch nicht so gut schlafen und so weiter und so weiter. Und dann sagte er ganz trocken, ja, ich konnte mir noch nicht selbst ein Brot schmieren. Und dann habe ich gedacht, ja, du konntest dir nicht selbst ein Brot schmieren. Und das ist natürlich dann auch so, jede Kleinigkeit, die man vorher als Einzelperson für sich selbst abgedeckt hat in der Beziehung oder was man auch leisten konnte für den anderen zusätzlich, man hat sich Mühe gegeben, diese ganze Energie geht erstmal in die Deckung der Grundbedürfnisse des Kindes. Und das ist auch erstmal ungewohnt für eine Beziehung, dass man die Energie, die man vorher hatte, die man den Partner oder Partnerin geben konnte, dass die erstmal vielleicht nicht da ist. Und das sind dann vielleicht auch Dinge, die ja auch eher Liebespaar-untypisch sind. Zum Beispiel erleben wir es so häufig, dass einer von beiden eben einen herausfordernden Job hat, der andere tendenziell in Elternzeit ist oder die Frau im Mutterschutz noch ist. Und man dann sagt, hey, wir müssen uns beim Schlafen aufsplitten. Einer von uns geht ins Gästezimmer auf die Couch und der andere, der schläft dann beim Baby. Ist dann entsprechend die ganze Nacht oder mehrmals pro Nacht dann vielleicht auch in Action. Während der andere dann so gut es geht durchschlafen kann. Und das ja auch etwas ist, was erstmal bei dem einen dafür sorgt, dass man eben weniger Schlaf bekommt. Man entsprechend weniger Ressourcen am Tag zur Verfügung hat. Aber auch fürs Liebespaar ja ist, dass sich das da erstmal so ein bisschen trennt. Man schläft nicht mehr zusammen in einem Schlafzimmer, was dann vielleicht für Jahre gewohnt geworden ist. Dass man nebeneinander einschläft. Nebeneinander aufwacht. Dass man sich einfach so ankuscheln kann und so weiter. Das fällt dann auf einmal in dem Moment vielleicht für mehrere Wochen, für manche auch für Monate erstmal weg. Oder auch Jahre. Also gerade wenn dann noch ein zweites Kind kommt, zieht es sich dann auch manchmal über Jahre, dass die Schlafsituation erstmal getrennt bleibt. Allgemein kann man sagen, dass körperliche Nähe häufig ja auch ein Thema ist, wenn man über das Liebespaar spricht, was problematisch ist. Das kann daran liegen, dass häufig die Frauen, wenn sie vielleicht noch stillen oder wenn sie allgemein viel das Kind noch tragen, davon ja auch berichten, dass sie sagen, ich habe das Gefühl, den ganzen Tag hängt jemand an mir und will was von mir. Ich bin in Bewegung, ich spüre nur Wärme und Nähe. Und wenn ich dann abends auf der Couch sitze und dieses Kind schläft, dann möchte ich nicht von einer weiteren Person noch berührt werden. Ich möchte niemanden streicheln und ich möchte auch nicht gestreichelt werden. Ich will einfach nur selber meine Ruhe haben. Und das ist natürlich auch eine total ungewohnte Situation, weil man da ja auch vielleicht seine Rituale und Routinen aufgebaut hat, abends auf der Couch, dass jemand sich ankuschelt und man dann das Gefühl hat, wir sitzen jetzt irgendwie hier so getrennt voneinander. Das fühlt sich komisch an. Spontanität ist ein typisches Problem oder eine typische Herausforderung, während man vorher sagen konnte, Mensch, lass uns mal heute einen Cocktail trinken gehen, mit Freunden treffen, was zu zweit machen, spontan zu zweit ins Kino gehen, zu zweit spontan was essen. Zu zweit spontan kuscheln, zu zweit spontan miteinander schlafen. Funktioniert alles auf einmal nicht mehr. Nicht mehr spontan, sondern ich brauche jetzt einen Babysitter. Wir brauchen jemanden, der aufpasst. Oder ich habe nur einen bestimmten Zeitraum dafür. Wir haben einen kurzen Zeitraum, wenn das Kind schläft. Wir wissen nicht, wie lange es schläft. Ins Kino gehen geht sowieso nur dann, wenn wir einen Babysitter haben. Dann müssen wir gucken, wie ist das mit dem Stillen? Wie lange kann man denn wegbleiben und so weiter? Also es gibt erstmal viele, viele Umstände. Aus Sicht des Lebens. Aus Sicht des Liebespaares, die man vorher so nicht hatte. Darauf kommen wir aber später ja nochmal in den Fragen, was so die Herausforderungen konkret sind. Kommen wir nochmal zum nächsten Punkt, zu den Folgen. Also die Folge ist erstmal, dass man in so ein Ungleichgewicht kommt. Also es gibt das Liebespaar, dann wird man Elternpaar. Und dann ist dieses Ungleichgewicht ja da, man kommt dann nicht wieder zurück zum Liebespaar. Es entsteht Distanz, wenn das Elternpaar da ist und das Liebespaar immer mehr schwindet und die Zeit verstreicht. Weil man auch merkt, Mensch, das kommt gar nicht so automatisch wieder zurück. Und dann entsteht immer mehr Distanz, man lebt aneinander vorbei, man geht seinen Elternverpflichtungen nach, hat mehr ein Teamgefühl, ein WG-Gefühl als ein Liebespaar-Gefühl. Und gar nicht selten kommt es dann auch durch vor allen Dingen eine verkürzte Kommunikation zu einer Konfliktspirale. Also dass man immer mehr in so eine Konfliktspirale reingerät, gerne auch durch Schlafmangel noch so ein bisschen gepusht. Dass der eine, was sagt der andere, sich schnell angegriffen fühlt und sich dann so einen Berg von Verletzungen und Konflikten aufgebaut hat. Und gar nicht selten entstehen auch in so einer Phase Zweifel an der Beziehung und an der Liebe. Denn viele gehen davon aus, dass man ja einfach automatisch diesen Impuls bekommen müsste, jetzt wieder aufeinander zuzugehen, sich wieder zu verabreden, zu kuscheln, körperliche Nähe mehr zu haben und die ganzen Dinge. Und sind dann manchmal verwundert, dass das gar nicht so automatisch ist und gar nicht so automatisch zurückgekehrt ist. Vielleicht hat man ja gar nicht mehr das Bedürfnis, das mit dem Partner zu erleben. Wir haben passend zu dieser Podcast-Folge in unserem Blogarchiv einen passenden Beitrag Beziehung nach der Geburt stärken. Mit diesen 10 Tipps werdet ihr wieder zum Liebespaar, denn das ist ein Thema, was uns wie gesagt sehr häufig begleitet. Und wenn ihr das Gefühl habt, dass das auch bei euch ein Thema ist und ihr euch Unterstützung wünscht, dann meldet euch sehr gerne bei uns. Zum telefonischen Erstgespräch. Wir schauen mal gemeinsam, wie das Thema bei euch ist, was das Ziel bei euch ist und ob wir euch dabei unterstützen können. Und dann könnt ihr bei uns ins Coaching einsteigen, um dann wieder zurückzufinden zum Liebespaar. Wir haben einmal 5 Fragen und Antworten zusammengestellt, was immer wieder in Coachings ein Thema ist, was uns auch über Social Media gefragt wird. Alles rund um das Thema Elternpaar, Liebespaar. Die erste Frage ist, was zeichnet ein glückliches Liebespaar? Und ein kompetentes Elternpaar aus? Wir sprechen immer von zwei Begriffen die ganze Zeit, ganz selbstverständlich. Einmal natürlich vom glücklichen Liebespaar und einmal vom Elternpaar. Mit dem Liebespaar ist gemeint, zwei Personen, die sich aufeinander verlassen können, die sich gegenseitig unterstützen, wo es Liebe gibt, also man Liebe dem anderen zeigt, aber auch Liebe entgegennehmen kann, wo es Respekt, Verständnis füreinander gibt. wo die Kommunikation offen und ehrlich geführt werden kann, es einen aktiven Austausch gibt, man dadurch auch eine emotionale Verbundenheit hat. Also man das Gefühl hat, da ist eine Verbindung zwischeneinander als Bezugsperson, man hat gemeinsame Werte, man hat gemeinsame Ziele, man kann sich über viele Sachen auch zusammen freuen. Man fühlt sich also als Liebespaar mit der Liebe zueinander verbunden. Das bedeutet aber auch, dass man sich wie ein Liebespaar eben verhält. Also man küsst sich, man umarmt sich zur Begrüßung, man unterstützt sich emotional, man hält vielleicht Händchen, kuschelt auf dem Sofa miteinander, packt mal die Handys beiseite und spricht miteinander, man reflektiert seine Beziehung, man sagt sich, was man aneinander mag, man hat Dates miteinander, ob das Kino ist, Theater, Essen gehen, Spaziergänge, was auch immer man macht, man kümmert sich darum, dass man als Liebespaar auch entsprechende Auszeiten, und vielleicht Familieneingehörige das Kind übernehmen können, babysitten, sodass man Auszeiten für sich hat und das Liebespaar entsprechend Platz hat. Mit Elternpaar meinen wir den Zusammenhalt in der Verantwortung für das Kind. Also ein Team sein, die Beziehung zueinander pflegen für die Familie, also dass das Familiensystem bestehen kann, dass man sich die Aufgaben gut und stimmig einteilt, dass man sich als Elternpaar gegenseitig unterstützt, das heißt nicht, dass es perfekt sein muss, also dass es da eine komplette Ausgewogenheit geben muss in den Aufgaben, aber dass man das Gefühl hat, man kann zusammen liebevoll und fürsorglich für das Kind da sein, kann sich halt aufeinander verlassen als Eltern, man kann den anderen um Hilfe bitten, man wird aber auch gebraucht, und jeder darf aber auch als Elternpaar immer noch weiterhin an sich denken. Und wichtig ist zu wissen, dass sich das Liebespaar, das Elternpaar trennen kann, das Elternpaar aber nicht mehr. Ab dem Moment, wo man gemeinsam ein Kind bekommt, bleibt man sein Leben lang Elternpaar. Das bedeutet, dass man natürlich lange Zeit nach der Trennung des Liebespaares noch für die Kinder gemeinsam da ist und dass man eben dafür sorgt, dass man Stabilität, Sicherheit herstellt. Das ist eben wichtig für die Kinder. Die Kinder brauchen ein stabiles, ausgeglichen, kraftvolles Elternpaar. Wenn das Liebespaar noch hinzukommt, ist das für Kinder natürlich super und besonders toll, aber damit eben die Kinder, sagen wir mal, ohne viele Prägungen, in Sicherheit, Zufriedenheit aufwachsen, ist vor allen Dingen das stabile Elternpaar entscheidend. Kommen wir zur zweiten Frage. Was sind die Schritte zum Elternpaar? Eltern wird man ja schon in dem Moment, wo das Kind gezeugt wird. Da muss ich immer so an die Worte denken. Von unserem Ausbilder, der gesagt hat, ab dem Moment ist man schon ein Elternpaar. Und rückblickend, wenn man jetzt auf die Beziehungslinie bei Paaren schaut, fängt das wirklich auch da an. Also gerade die Schwangerschaft ist ja auch für viele Paare schon eine prägende Zeit. Man befasst sich immer mehr mit dem Thema, wir werden Eltern. Es gibt erste Untersuchungen, es gibt vielleicht auch erste Ängste. Also da wird man ja so langsam in die Rolle des Elternseins reingeschubst. Und dann kommt die große Offenheit. Oftmals ja auch herausfordernde Situationen der Geburt, wo das Liebespaar auch nochmal einfach durch eine ganz besondere Phase geht. Und dann kommt das Kind auf die Welt. Und da gibt es ja auch diesen schönen Spruch. Es wird nicht nur ein Kind geboren, sondern es werden auch eine Mutter und ein Vater geboren. Und ich finde, das ist immer ganz passend. Weil ab dann startet ja sozusagen das aktive Elternpaar so richtig. Und das ist auch die Zeit, die viele Paare dann ja als sehr herausfordernd erstmal beschreiben. Man muss sich so eingrufen. Der ganze Alltag wird erstmal auf den Kopf gestellt. Das Liebespaar, wie wir sagten, rückt erstmal in den Hintergrund. Dann wird das Kind immer älter. Dann hat man die Routinen und Rituale vielleicht für sich so ein bisschen entwickeln können. Hat auch das erste Mal wieder vielleicht so das Bedürfnis, man möchte mal wieder ein bisschen Zeit mit sich, mit Freunden verbringen, vielleicht auch mit dem Partner. Und kommt dann so an den Punkt, dass erste Herausforderungen da sind. Sowas wie, wir brauchen ja jetzt einen Babysitter. Wem mag man sein Kind anvertrauen? Wo hat man ein gutes Gefühl? Wie lange soll das sein? Dann vielleicht auch so der Punkt, können wir das vielleicht mit Kind oder ohne Kind machen? Wie hat jeder da so die Erwartung vielleicht auch an die Zeit oder die Vorstellung, wie sowas ablaufen sollte? Meiner Erfahrung nach ist das gar nicht selten so, dass viele dann auch an dem Punkt erstmal aufgeben und sagen, das ist gerade so. Das ist mir zu aufwendig. Lass uns das doch erstmal. Das kommt schon von alleine wieder. Von alleine steht aber ganz selten der Babysitter. Der Babysitter vor der Tür. Zwar bieten Oma und Opa sich vielleicht mal an, aber so wirklich angenommen wird das manchmal auch nicht. Und man bleibt erstmal in dieser Elternparole drin. Oder man hat halt kein Netzwerk und müsste Anstrengungen dann erstmal hervorbringen. Und das ist, glaube ich, auch der entscheidende Punkt, dass man für das Liebespaar was wiederkehren müsste dann oder wiederkehren darf, dass man dann investieren muss. In Zeit, in Organisation. Und das aber die Schritte sind sozusagen, im Liebespaar zum Elternpaar wieder zum Liebespaar zurück. Jetzt merken manche an der Stelle für sich, dass das alles gar nicht so romantisch abläuft, wie erwartet. Und das mit dem Liebespaar tatsächlich schwieriger geworden ist als gedacht. Und wenn das alles nicht so glatt läuft wie gewünscht, dann sind manche bei der Frage, ob Schuldgefühle nach einer Geburt normal sind. Denn auch in dieser ersten, in dieser ersten Phase, wenn man Eltern wird, dann passiert so viel Neues, so vieles, auf das man sich nicht wirklich vorher vorbereiten konnte, weil man eben diese Gefühle nicht hat, Papa zu sein, Mama zu sein. Man kann sich in der Theorie ein bisschen vorbereiten, aber so wirklich in dieses Gefühl hineingehen, wie das sein wird, wenn dort das eigene Kind vor einem liegt, das kann man nicht. Und man ist natürlich besonders darauf bedacht, alles richtig zu tun. Man möchte alles richtig machen. Diesen kleinen Menschen unterstützen. Man möchte die Zeit genießen. Und das ist ja auch dann manchmal von dem einen oder anderen, wie heißen sie, Momfluencer und Co. Also es gibt da ja auch dann bei Social Media wieder viele, vor allen Dingen Mütter, manchmal aber auch Väter, die so ein perfektes Leben mit den Kindern zeigen, wo man dann schnell in dieses Gefühl kommen kann, oh Mann, bei mir läuft das nicht. Und ich habe diese ganzen überschwänglichen Gefühle von Liebe und das habe ich alles gerade gar nicht so. Ich bin so gestresst, da stimmt was nicht. Und dann ist die Frage, stimmt mit mir was nicht? Sind Schuldgefühle normal? Darf ich Schuldgefühle haben? Wie darf es mir gerade gehen? Das finde ich auch sehr spannend, gerade in dem Punkt, wie beeinflussbar bin ich in dem Moment? Also ich hatte gerade vor zwei Wochen ein Paar im Coaching, die gesagt haben, sie haben sich das Essen mit Kindern ganz anders vorgestellt. Also als das erste Kind auf die Welt kam, haben sie halt auch gesehen, dass andere Eltern ja auch ihre Kinder einfach so mitnehmen zum Essen gehen oder Social Media das auch mal ganz leicht gezeigt und nimmt auch nur ein paar Bücher mit und dann ein bisschen Malstifte und dann wird das schon. Und die gesagt haben, sie waren erst mit ihrem Kind und das war grausam, weil sie kamen gar nicht zum Sprechen. Sie waren dauerhaft nur damit beschäftigt, die Bedürfnisse des Kindes zu decken. Sie haben letztendlich mit dem Baby auf dem Arm, sind sie da langgelaufen und das Essen war kalt und man hat nur gedacht so, okay, so sieht das jetzt aus. Aber die auch gesagt haben, ja, dann haben sie gedacht, in dem Moment, dann ist noch nicht der Moment gekommen. Also entweder machen wir es jetzt mit den Kindern oder wir machen es gar nicht. Und dann waren sie jetzt im Nachhinein sehr traurig, weil sie gesagt haben, ja, wir hätten eigentlich uns damals schon ein Babysitter vielleicht für eine Stunde auch nur organisieren müssen, weil das war so deren Highlight, das Essen gehen immer. Wir haben darauf einfach verzichtet und wir dachten, wir sind schuld daran, dass wir keine guten Eltern sind und dass wir das einfach nicht gebacken kriegen. Und wenn ich, ich habe so überlegt und wenn ich an uns noch denke, bei unserem Sohn, Essen gehen am Anfang, das hätte man auch voll knicken können. Das, also macht ja auch total Sinn, ne? Ich meine, was ist denn bitte für einen Einjährigen spannend beim Essen gehen? Und so geht es ja auch viel, ne? Wenn man im Urlaub schaut, die Essenssituationen sind meistens immer die anstrengenden Situationen. Jedenfalls in der Tiefe so unterhalten, wenn man zu zweit nur als Liebespaar essen geht, als wenn man noch, selbst wenn ein Kind entspannt ist, das noch mitnimmt. Und dann fährst du in den Urlaub und hast wieder die romantische Vorstellung aus dem Reisekatalog. Dort gibt es einen Miniclub, da gehen die Kinder super gerne hin. Da wird so viel geboten für die Kinder. Und dann denkst du, super, da können wir unser Kind regelmäßig mal hingeben, haben da mal ein, zwei Stunden Zeit für uns ganz alleine, so als Liebespaar. Und dann kommt man da an und merkt, das Kind möchte da überhaupt nicht reingehen. Dann erleben wir in dem Urlaub zwei verschiedene Situationen, die immer wieder kommen. Menschen, also einer von beiden steht da und denkt, Mensch, dann lassen wir das sein. Der andere wird ein bisschen härter und sagt, nee, das muss jetzt funktionieren und sieht so seinen Urlaub dahin schwinden. Und dann entsteht dort ein Konflikt und Streit. Die einen nehmen das Kind wieder mit und sagen, nee, ich gebe es nicht ab. unstimmig. Die anderen geben das Kind ab. Das schreit noch ein kleinen Moment weiter und weint und man entfernt sich schnell und das sind so die typischen Situationen, die man erlebt und schon geht man aber weg von diesem Miniklub, hört noch im Hintergrund das Baby schreien und wie schön kann dann diese ein, zwei Stunden Liebespaar Zeit wirklich sein, wenn man sich entfernt hat und merkt, das hat gar nicht funktioniert. Und so entstehen halt immer wieder romantische Erwartungen, die dann für einige oder viele vielleicht funktionieren, aber für manche eben nicht funktionieren und das sind eben häufig mehr, als man denkt, für die das gar nicht so gut funktioniert. Die erzählen es nur nicht und dann kann es passieren, dass man das Gefühl bekommt, sein altes Leben zurückhaben zu wollen. Also so ein Moment, der des Gefühls, Mensch, damals war alles so leicht, so entspannt, so einfach, ist jetzt so herausfordernd, das kommt dem einen oder anderen Elternpaar mal, aber glücklicherweise verläuft ja die Kindheit immer in Phasen. Es gibt dann eine Phase, die ist herausfordernd. Und Einschube den Nächsten. Es gibt aber auch Pausen zwischen den Schüben, in denen man sich dann erholen kann und dann funktioniert es besser. Spannend ist ja immer der Aspekt, dass man vor allen Dingen als Liebespaar ja eine Grundvoraussetzung braucht. Also um mich in diese Stimmung als Liebespaar auch hineingeben zu können, brauche ich aber auch erstmal die Ressourcen, dass ich Kraft habe, mich zu investieren, also dem anderen wirklich aktiv zuzuhören oder auch körperlich Nähe zuzulassen, ich muss vielleicht kreativ sein, was wollen wir machen, wer organisiert den Ausflug und das sind ja auch alles Sachen, wenn man Schuldgefühle hat, das Kind abzugeben oder Schuldgefühle hat, allgemein in so einer Situation zu sein, ist das auch schwer möglich. Lass uns zur nächsten Frage kommen, zur vierten Frage. Wie kommt es zu dem Prozess, dass man sich als Liebespaar verliert, beziehungsweise wie gerät man dann in eine Krise hinein? Ein ganz großer Punkt ist, dass man halt keine Erfahrung hat, häufig. Also beim ersten Kind hat man keine Erfahrung, wie es ist, Elternpaar zu sein und wie es ist, dass das Liebespaar erstmal im Hintergrund ist. Und ich glaube, man hat halt ganz viel Erwartung an das Leben als Familie, die dann mit großer Wahrscheinlichkeit erstmal vielleicht enttäuscht werden in Anteilen. Und man selber so im eigenen Prozess ist, erstmal sein Leben gebacken zu kriegen, alle Bedürfnisse zu decken, genug selber zu essen und Schlaf zu haben, dass es so ein Überlebensmodus ist und man da ganz schnell unbewusst sich verlieren kann. Also dieses funktionelle Paar, ich habe das ganz, ganz häufig im Coaching, dass Paare vor mir sitzen und sagen, wir streiten uns gar nicht so mega doll, wir hassen uns auch nicht, aber wir sind so ein bisschen wie gute Teamkollegen. Also wir schlagen hier morgens ab, jeder macht sein Ding, jeder geht zur Arbeit, die Kinder sind organisiert, Mittagessen klappt auch, Einkaufen kriegen wir geregelt, dann kommen wir abends zusammen, Abendroutine, alles aufgeteilt, läuft, 20 Uhr kehrt so langsam Ruhe an und dann ist aber auch so, dann sind wir durch. Ja, dann liegt der eine oder beide auf dem Sofa, schauen noch ein bisschen Streamingdienste, vielleicht schafft es noch einer ein Buch zu lesen, vielleicht schläft der eine auch schon deutlich früher ein, weil das dann, weil es einfach die Nacht nicht so gut war oder beide gehen sehr früh schlafen und sagen, boah, wer weiß, was uns heute Nacht noch erwartet. Und dann kann das so passieren. Und dass diese Unterhaltung, die damals, die Rituale, die man hatte, man Ruhe zusammen, Kaffee trinken und was auch immer, dass das so Tür- und Angelgespräche sind und dass man mit der Zeit halt immer mehr das Gefühl hat, ja, ist das alles? Also sehen wir uns da auch noch irgendwie in fünf bis zehn Jahren oder bleibt das so? Kennt der andere mich noch eigentlich? Und das ist ja der spannende Punkt zum Einsetzen, bleibt das so? Denn wir erleben ja auch immer wieder in den Coachings, dass die Menschen abwarten, dass das von alleine wiederkommt, also dass so ein Impuls kommt zu sagen, hey, jetzt habe ich total Lust eigentlich mal mit dir Zeit zu zweit zu verbringen, zu kuscheln und dies und das und wieder das Liebespaar zurückzugewinnen. Und manche sind dann total verwundert und zweifeln an sich selbst und an der Liebe, dass das eben nicht zurückgekehrt ist automatisch. Aber das hat häufig mit der Liebe zum anderen gar nicht so viel zu tun, sondern vielmehr mit einmal der Energie und den Ressourcen, die man hat, aber auch eben mit den Gewohnheiten, die man hat. Hat man ein halbes Jahr, ein Jahr oder zwei Jahre, das Liebespaar und viele damit einhergehenden Gewohnheiten sich sozusagen abtrainiert und führt die gar nicht mehr durch, dann brauchen wir tatsächlich wieder etwas Aufwand, um die zurückzuholen, denn wir lieben einfach Gewohnheiten extrem und wir bleiben auch in Gewohnheiten drin, selbst wenn die für uns schlecht sind. Sonst würden nicht so viele Menschen so viel Zucker zu sich nehmen, so wenig Sport machen, zu viel arbeiten. Es gibt ja so viele Gewohnheiten, in denen wir drinstecken, wo wir eigentlich ganz genau wissen, die sind nicht gut für uns, aber weil es so eine tief verankerte Gewohnheit ist, bleiben wir drin. Das berichten ja auch viele, dass die sagen, diese Gewohnheit oder diese Distanz hat sich aufgebaut, als die Kinder klein waren und dann wurden die Kinder älter, dann wäre das gar nicht mehr so gebraucht worden, aber das Ritual ist dann so hängen geblieben. Wie zum Beispiel, dass jemand erzählte, dass sie eine sehr starke Abendroutine hatten, weil die Kinder klein waren und die das brauchten und durch diese Abendroutine ist aber auch schon viel Zeit so weggegangen. Also getrennt weggegangen und sie gemerkt haben eigentlich, als die Kinder selbstständiger wurden, die wurden nicht mehr so gebraucht. Die Kinder haben sich nachher selber angezogen, man hat nur nochmal Zähne nachgeputzt und so weiter, aber die die Zeit nicht genutzt haben, für sich als Paar mal zu sagen, okay, wir bleiben mal einen Augenblick länger am Abendbrotstisch sitzen, unterhalten uns mal, kommen wir wieder so ins Gespräch. Die Jungs, das war ein zweiter Jungskrieg, haben das selber geringelt mit Anweisungen und 10.000 Erinnerungen. Aber es war so, dass jeder das Handy rausgeholt hat und man sich gegenüber saß und eigentlich nur sich mit sich selbst und Social Media beschäftigt hat und gar kein Gespräch, obwohl die Zeit jetzt sehr dagewesen wäre, stattgefunden hat. Und davon gab es dann ganz viele Kleinigkeiten, sei es auch eine Umarmung, die am Anfang noch der Beziehung da war, denn war das weggefallen wegen einem Umstand, aber nicht mehr zurückgekehrt hat. Begrüßung, da geht's schon los, ne? Ja. Hoffentlich gerade im Coaching auch wieder, dass das so ist, dass die beiden sich nicht mehr so richtig begrüßen, wenn sie aufeinandertreffen, weil häufig der Mann nach Hause kehrt von der Arbeit, die Frau ist in Teilzeit und ist früher für die Kinder da und dann sind die schon in ihrer Abendroutine angekommen. Das heißt, die ist schon mit dem einen Kind in der Abendroutine drin, das zweite Kind kommt gleich dazu, da ist es noch in der Vorbereitung oder ist schon fertig und dann will er da gar nicht so reinplatzen und so stören. Dann gibt es gar nicht so richtig so ein Willkommen, sondern eigentlich fängt er dann an, sich direkt um das zweite Kind zu kümmern und das mit einzupacken und so weiter. In die Abendroutine steigt er also quasi nahtlos mit ein, aber es kommt gar nicht so zu dieser Begrüßungssituation zwischen Mann und Frau, zu diesem Austausch auch, Mensch, wie geht's dir? Wie ist deine Energie? Wie wird ein Tag? Wie ist gerade der Stand hier? Und so weiter. Das passiert dann gar nicht und der rutscht da einfach so rein. Und sowas dann umzubauen und für sich zu reflektieren, dass das keine gute Gewohnheit ist und kein gutes Vorgehen, wenn man jetzt als Liebespaar wieder zusammenfinden möchte, das ist eben die Herausforderung. Und damit sind wir auch bei der letzten Frage angekommen, denn die Frage ist ja für wahrscheinlich die meisten, die jetzt diese Folge hören, wie bleibt man nach der Geburt ein Liebespaar? Ein ganz wichtiger Punkt ist da die Kommunikation und da ehrlich mal drauf zu schauen, wie ist die Kommunikation? Wie wir schon sagten, am Anfang ist es ganz normal, dass man sich viele Sachen so zuwirft, man so eine Tür und eine Kommunikation hat, aber mit der Zeit mal zu schauen jetzt, wenn das Liebespaar nicht halt zurückgekehrt ist, wie ist unsere Kommunikation? Fragen wir uns gegenseitig wirklich, wie es uns geht? Gibt es da einen ehrlichen Austausch, dass wir auch eine gewisse Tiefe mal im Gespräch erreichen? Also nicht nur Sachen zu erzählen, wie war es bei der Arbeit? Wie geht es den Kindern? Hattet ihr einen schönen Tag? Ja, nein? Okay, abgehakt. Sondern mal in der Tiefe nachzufragen, Mensch, denkst du noch über den und den Punkt nach, was du mir vorgestern erzählt hast? Also so richtig mal mehr nachzuhaken, mal in der Tiefe nachzufragen und auch bewusst die Kommunikation zu suchen. Also nicht darauf zu warten, dass der andere anfängt, sondern selber aktiv zu werden. Ich finde, das ist mal dein Beispiel abends mit der Couch immer ganz gut, wenn jemand dazukommt. Dass man dann das Handy weglegt, den Fernseher ausmacht. Ja. Also auch ein offenes Signal aussendet in Form von, ich bin gesprächsbereit, setz dich zu mir, kuschel dich an, lass uns Zeit zu zweit verbringen. Genau. Weil sonst ist es natürlich auch klar, dass keine Gesprächssituationen entstehen. Also wenn ich gar nicht signalisiere, ich bin offen dafür oder wenn ich schon signalisiere, oh, ich bin total müde, ich hab keine Lust mehr zu sprechen, dann wird in großer Wahrscheinlichkeit der andere auch nicht nochmal ein tieferes Gespräch anfangen. Ein zweiter Punkt ist, sich bewusst zu machen, dass man für eine temporäre Zeit das Liebespaar zurückstellt und es sich dann auch aktiv zurückholt. Und das auch für einzelne kleine Routinen oder Gewohnheiten, die man verlässt, die fürs Liebespaar nicht so förderlich sind, die vielleicht fürs Elternpaar aber in dieser Situation gebraucht werden. Ein Beispiel wäre gegenseitige Unterstützung im Alltag. Vielleicht ist es so, dass der Schlaf nicht so gut ist und einige Themen so da sind, wo man merkt, meine Energie ist nicht so da, ich kann mich gerade so um mich selbst kümmern und eben noch die Bedürfnisse des Kindes decken, aber ich kann nicht wie früher noch irgendwie eine kleine Aufmerksamkeit meinem Partner geben, irgendwie noch eine Kleinigkeit extra machen oder diese kleine Extrameile im Liebespaar gehen, das geht eben nicht mehr. Und wenn das eine Zeit lang so ist, ist das ja okay, aber dass man sich bewusst macht, ich stelle das jetzt mal eine Zeit lang zurück, aber ich gucke in vier Wochen, in acht Wochen nochmal drauf, ob sich da in den Ressourcen was verändert hat und hole die alten Gewohnheiten und Routinen zurück und gucke, dass ich meinen Partner, meine Partnerin im Alltag wieder entlaste, dass ich kleine Aufgaben übernehme, dass ich Dinge wieder zurückhole und man sich auch dann wieder vielleicht gegenseitig Zeit für Hobbys und Pausen auch geben kann. Ich glaube einfach, man muss auch das Liebespaar. Ja, eine Priorität geben. Also wenn ich natürlich ganz viele Hobbys habe und wenn ich ganz viel bei der Arbeit zu tun habe, dann hat das Liebespaar auch zeitlich kaum noch die Möglichkeit wieder für Investitionen. Also viele machen das ja auch so, dass sie dann sich noch ihr altes Hobby zwar wiederholen, wenn das Kind größer ist, aber diese Liebespaarzeit halt nicht da ist. Und da geht es darum, eine Priorität auch mal zu setzen. Ja, der Glaubenssatz ist hier entscheidend, dass der Glaubenssatz ist, wenn es den Eltern gut geht, kann es auch den Kindern gut gehen. Mhm. Dann sorgt man für sich als Eltern und damit ist eben gemeint, auch als Liebespaar, weil den Eltern geht es eben auch gut, wenn sie fühlen, dass sie ein Liebespaar sind und dass man nicht alles aufopfert, weil man glaubt, dann geht es den Kindern gut, sondern die Kinder profitieren davon, wenn zwischen euch Stabilität herrscht, wenn ihr ein stabiles Fundament habt mit wenig Verletzungen zwischen euch und wenn ihr euch als Liebespaar wohl fühlt und damit eben einhergeht, dass ihr auch eure Beziehung gesichert ist, wenn ihr das Gefühl habt, euch zu lieben, dann geht es eben auch gut. Wenn ihr das Gefühl habt, euch zu lieben und auch das Gefühl habt, geliebt zu sein, euren Platz habt und das alles passt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass ihr euch trennen werdet, also dass Unsicherheit für die Kinder entstehen. Der nächste Punkt ist gemeinsame Unternehmung planen, also wieder so gemeinsame Ziele haben, aber auch ganz konkret sich versuchen, kleine Auszeiten zu nehmen. Wenn die Kinder ganz klein sind, ist das natürlich wirklich schwierig. Da geht es mal eine Stunde vielleicht. Genau, oder auch zu sagen, wenn Kinder allgemein nicht das, was sie mögen, dass andere erstmal auf sie aufpassen, nehmt ein Laufrad mit, ne, lasst das Kind vorwegfahren, so könnt ihr vielleicht ein bisschen mehr ins Gespräch kommen oder natürlich auch zu schauen, welche kleinen Momente im Alltag können wir einfach schon mal so festlegen. Also welche wissen wir, wo gibt es so Phasen, gerade am Wochenende, wo wir wissen, die sind ein bisschen entspannter. Ich hatte letztens ein paar, die gesagt haben, wir haben gemerkt, wir schaffen das ganz schwer, uns von dem Kind zu entkoppeln, das hat die Betreuung, ganz schwer durch Oma und Opa angenommen, dass sie gesagt haben, sie haben sich das versucht, im allerersten Schritt erstmal zusammen nett zu machen mit dem Kind. Also sich auf den Boden gesetzt, da ein bisschen Baustein was gemacht, aber jeder ein schönes Getränk dazu genommen und die haben gemerkt, allein das schon hat bei denen viel mehr Offenheit gebracht. Also sich einen schöneren Rahmen gestaltet. Genau. Ich denke auch, dass man trotzdem da gezielt versorgen kann, dass das mit Großeltern oder mit mit Babysittern im Familienkreis besser funktioniert, wenn man die nämlich sehr, sehr früh schon als weitere Bindungspartner etabliert. Also wenn man nicht nur in der Papa-Mama-Kind-Konstellation ist, sondern häufig die Oma dazu holt, den Opa, Tante, Onkel, wer auch immer dort viel Interesse hat und auch Lust hat, Baby zu sitten und auf diese Aufgabe auch Lust hat, da frühestmöglich für Bindung zu sorgen, begleitet zu sammeln, bis man an den Punkt kommt, wo man merkt, die Bindung ist so stark, dass das jetzt problemlos geht, dass man mal weggeht, weil sich das Kind total wohl bei der Oma, bei der Tante, beim Opa, beim Onkel fühlt und das Gefühl hat, hey, ich habe hier einen wichtigen Bindungspartner bei mir. Klar, Mama, Papa wäre immer cooler, aber ein wichtiger Bindungspartner ist da, ich fühle mich wohl. Und irgendwann ist es ja auch so, wenn die Kinder älter werden, wenn ich jetzt an unseren Sohn gerade denke, dass es dann auch nicht mehr ein schlechter, oder schlechterer Bindungspartner ist, sondern der manchmal auch schon sehr gerne gewollt wird. Ja, aber es war ja so eine spannende Phase. Das war am Anfang als Bindungspartner cool, so zum Beispiel mit der Tante. Dann gab es eine Phase, wo er das gar nicht wollte, alleine bei ihr zu bleiben. Da ging das nicht. Und dann kam dieser coolen Punkt zu sagen, hey, du hast ja begriffen, bei meiner Tante, da darf ich ja Sachen machen, die darf ich zu Hause nicht. Und die sagt manchmal bei einer zweiten Kugel Eis sogar, ja, das ist ja richtig cool, da gehe ich hin. Und dann haben so diese, dann kommt so dieser coolen Faktor ja noch hinzu, dass eben da nicht so der Erziehungsauftrag so groß ist. Natürlich immer noch die Babysitter im Werterahmen der Eltern handeln müssen, aber dort mal ein bisschen mehr zu erlauben, als es zu Hause möglich ist, das ist dann schon okay. Und ich glaube da auch, ich erinnere mich noch an die Phase, als es für ihn schwer war, sozusagen, sich von uns da zu trennen, dann für sich neue Möglichkeiten zu schaffen. Also ich weiß noch damals, dann war auch mehr, dass sie mehr bei uns war und dadurch dann längere Spielphasen stattgefunden haben und wir auch immer untereinander das Agreement ja hatten, wenn es nicht geht, dann geht es halt nicht. Ohne Druck, ne? Wir aber auch dann für uns gesorgt haben und ich weiß noch eine Zeit lang haben wir abends dann was zu essen bestellt und haben uns das da dann gemütlich gemacht. Immer auch im Hinblick darauf zu wissen, es wird auch wieder eine andere Zeit kommen. Ja, ich trauere immer noch an dem Eingriechen, der so einen super freundlichen Lieferservice hatte, der auch wahnsinnig leckeres Essen gemacht hat, der es geschafft hat, dass was frisch und lecker bei ihm ankommt, ist es immer noch schade, dass es den nicht mehr gibt. Ja, vor allen Dingen in dem Moment, wo wir es so gebraucht haben, war er da, aber den hätten wir gerne trotzdem jetzt noch weiter gehabt. Dann war er auf einmal weg. Also in uns lag es nicht. Wir haben ihn gut bestellt. Genau. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man sich eben nicht nur noch als Mama und Papa sieht, sondern auch als Paar, also weiterhin als Mann und Frau. Und auch in sich hineinspürt, fühle ich mich denn auch als Mann oder fühle ich mich als Frau oder fühle ich mich irgendwie nur noch als Papa oder nur noch als Mama? Und dass man dann schaut, wie kann man das auch wieder herstellen? Und das liegt eben an den Dingen, die wir eben schon genannt haben, dass man eben diese Liebespaarmomente, Date-Situationen herstellt, indem man sich eben auch als Mann oder Frau fühlt. Ja, oder auch, dass man wieder mal was für sich als Mann oder Frau tut. Also sich ganz bewusst auch mal Zeit für sich alleine nimmt, damit man auch als Liebespaar wieder gut aufeinandertreffen kann. Also nicht nur als Mama in einem Mama-Umfeld unterwegs sein, sondern vielleicht auch mal wieder mit einer Freundin oder so abends schön essen gehen. Sich da auch, was ich denn schick anzuziehen und wieder das Gefühl zu haben, mich gibt es auch noch als Einzelperson. Und dann in dieser Rolle auch auf den Mann zutreffen und zu sagen, ich kenne auch noch diese andere Seite an mir selbst und mag darin auch sein. Ja, für viele macht das was im Gefühl, ob ich da jetzt dann halt in der Jogginghose und Co. sitze oder ob ich mich dann mal entsprechend zurecht mache und ja, mich selber wieder ansehnlich fühle, mich selber wieder mag oder ob ich halt immer nur in Schumich-Klamotten da sitze. Ja. Aber es gibt auch Dinge, die eben gar nicht so sehr an die Zeit und die Ressourcen gekoppelt sind. Denn auch, wenn diese Zeit besonders herausfordernd ist für ein Paar und nicht so die Leichtigkeit da ist wie gewünscht, so kasten Küsse und Umarmungen nicht wirklich viel Zeit. Und das funktioniert auch so. Oder mal zwischendurch die Hand ergreifen, über den Rücken streicheln. Also es gibt verschiedene Dinge, die kann man jederzeit einbauen und egal ob das nun herausfordernd ist oder nicht und wie viel Zeit man hat, wie die Ressourcen sind, wie der Schlaf war, so kann man diese Dinge doch jederzeit tun und so immer dem anderen signalisieren, dass man noch gesehen wird, dass man den anderen noch wahrnimmt, dass man den anderen auch noch als Liebespartner sieht. Und das auch den Kindern vielleicht mal zu kommunizieren, das finde ich auch ganz spannend. Also, dass Kinder, je älter sie werden ja auch merken, Mama und Papa küssen sich, nehmen sich einen Arm, die gibt es noch als Paar. Und das euch auch offen zu zeigen und auszusprechen. Weil wir sind ja als Eltern sozusagen die erste Beziehung, die Kinder kennenlernen. So als Orientierung. Und dann wäre es natürlich schön, wenn Kinder auch sehen, dass Eltern liebevoll miteinander umgehen, wertschätzend miteinander umgehen und da eine Verbindung ist. Wir hoffen, diese Folge hat euch spannende Einblicke und Impulse gebracht und ihr könnt damit vielleicht selber bereits für euch in die Umsetzung gehen und seht Anknüpfungspunkte, wo ihr sagt, hey, stimmt, da könnten wir ran, das könnten verändern, da können wir aktiv werden. Denn es ist ja tatsächlich so, diese Podcast-Folge hören ist der eine Schritt und das ist gut, dass ihr sie hört, aber der nächste Schritt ist, hier aktiv zu werden und in eurem Leben dann auch wirklich etwas zu verändern, wenn ihr merkt, dass das ein Thema ist, was euch betrifft und belastet. Wenn ihr merkt, dass euch das betrifft und belastet und ihr kommt selber dann nicht so voran, wie ihr euch das wünscht oder wünscht euch eben einen schnelleren Hebel, einen Blick von außen, jemand, der euch anleitet, dann meldet euch sehr gerne bei uns und wir gehen mit euch ins telefonische Erstgespräch, schauen, wer könnte der passende Coach oder die passende Coachin für euch sein. Ihr geht dann ins kostenlose, unverbindliche Kennenlernen, prüft für euch, ob das von der Sympathie, von der Kompetenz, von Methodikausblicke für euch passend ist. Und wenn das alles für euch stimmig ist und ihr ein rundes Bauchgefühl habt, dann sagt ihr, ich gehe mit euch in ein Coaching. Danke fürs Zuhören. Bis bald.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die ersten Monate nach der Geburt sind herausfordernd, da die Bedürfnisse des Kindes die Eltern vorübergehend in den Hintergrund rücken.
  2. Körperliche Nähe, gemeinsame Rituale und spontane Zeit mit dem Partner werden oft gestört, weil die Eltern sich um das Kind kümmern müssen.
  3. Ein Ungleichgewicht zwischen Liebespaar und Elternpaar entsteht, das zu Distanz, mangelnder Kommunikation und Konfliktspiralen führen kann.
  4. Schuldgefühle und das Gefühl, das Leben nicht perfekt ablaufen zu lassen, sind häufig, aber nicht normal, und beeinflussen die Beziehung negativ.
  5. Gewohnheiten wie Abendroutinen oder das Fehlen von Begrüßungen können sich über Jahre festigen und müssen bewusst überprüft und zurückgenommen werden.
  6. Eine aktive Wiederaufbau von Liebespaar-Elementen wie Küssen, Gespräche oder gemeinsame Auszeiten ist notwendig, um eine stabile Beziehung aufrechtzuerhalten.
  7. Die Kinder profitieren von einem stabilen, liebevollen Elternpaar, das sich auch als Liebespaar verhält und sich gegenseitig unterstützt.
  8. Es ist entscheidend, dass Eltern das Liebespaar als Priorität sehen und Ressourcen für ein gemeinsames Leben investieren.

Summary:

Die Podcast-Folge behandelt die Herausforderungen, mit denen sich Paare nach der Geburt konfrontiert sehen, wenn sie als Elternpaar leben müssen. Während die ersten Monate durch die Bedürfnisse des Kindes überwältigt werden, verliert die emotionale Nähe und die gemeinsamen Rituale des Liebespaares an Bedeutung. Der Alltag ist durch Schlafmangel, Energiemangel und die Umstellung auf die Elternrolle herausfordernd.

Dazu führt das Ungleichgewicht zwischen Liebespaar und Elternpaar oft zu Distanz, mangelnder Kommunikation und Konfliktspiralen. Viele Eltern erleben Schuldgefühle, weil sie sich auf die perfekte Elternrolle vorbereitet haben, die in der Realität nicht erfüllt werden kann. Es wird betont, dass Gewohnheiten wie Abendroutinen oder fehlende Begrüßungen sich über Jahre festigen können und bewusst überprüft werden müssen.

Der Wiederaufbau des Liebespaares erfordert bewusste Handlungen: gemeinsame Auszeiten planen, Rituale neu definieren, emotionale Nähe fördern und sich als Paar selbst wahrnehmen. Wichtiger als das perfekte Aussehen ist die Stabilität und die emotionale Sicherheit, die das Kind braucht. Ein stabiles Elternpaar, das sich gegenseitig unterstützt und als Liebespaar verhält, schafft die Grundlage für eine gesunde, langfristige Beziehung.

Die Folge bietet praktische Tipps und zeigt auf, dass der Rückzug des Liebespaares nicht automatisch ist – sondern durch bewusste, aktive Investitionen zurückgewinnbar ist.

FAQs

Ein glückliches Liebespaar zeichnet sich durch gegenseitigen Respekt, offene Kommunikation und emotionale Verbundenheit aus. Beide Partner fühlen sich verstanden, unterstützen sich und haben gemeinsame Werte und Ziele. Sie genießen Zeit miteinander, kuscheln, treffen sich und haben Auszeiten für sich, ohne das Kind zu stören.

Nach der Geburt rückt das Elternpaar in den Vordergrund, da die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund stehen. Die Zeit für das Liebespaar nimmt ab, die Kommunikation wird eingeschränkt und körperliche Nähe wie Küssen oder Umarmungen werden weniger häufig. Dies führt zu einer Distanz, die manchmal für Jahre anhält.

Ja, Schuldgefühle sind normal, wenn Eltern sich auf die perfekte Elternrolle vorbereitet haben und die Realität nicht entspricht. Viele Eltern fühlen sich verunsichert, wenn sie nicht die romantische Vorstellung aus der Medienwelt erreichen. Das führt zu Zweifeln, ob sie gute Eltern sind.

Durch bewusste, kleine Schritte wie gemeinsame Auszeiten, ehrliche Gespräche und die Wiederherstellung von Ritualen. Es ist wichtig, sich selbst und den Partner zu sehen, nicht nur als Eltern. Auch kleine Tätigkeiten wie Händchenhalten oder ein gemeinsames Essen können helfen, die Verbindung wiederzufinden.

Bei der Geburt entsteht ein Alltag, der durch die Bedürfnisse des Kindes geprägt ist. Eltern müssen ständig aufpassen, und die Zeit für spontane Aktivitäten wie ein Kino oder ein Spaziergang wird eingeschränkt. Ein Babysitter ist oft erforderlich, was die Planung und die Freizeit beeinträchtigt.

Die Kommunikation ist entscheidend. Ein offenes Gespräch über Gefühle, Belastungen und Bedürfnisse hilft, Vertrauen aufzubauen. Es ist wichtig, nicht nur zu sagen, wie es den Kindern geht, sondern auch tiefere Fragen zu stellen, wie man sich fühlt und was man braucht.

Chat with AI

Loading...

Pro features

Go deeper with this episode

Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.