Speaker 1I know that gym's not meant to be easy, but man, in winter, doing it in the dark is hard. Doing it alone is hard. Doing it cold is hard. Doing it when you don't want to is hard. Even doing it when you do is hard. Doing it when it's too early for this is hard. Doing it when there's every reason not to is hard. Doing it again and again and again is hard. And we wouldn't want to be doing anything else. Gymshark. We do gym.
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Speaker 4Weimar, September 1826. Der alte Johann Wolfgang von Goethe sitzt in seinem Arbeitszimmer mit grünen Wänden. Das soll angenehm fürs Auge sein. In den Regalen um ihn herum stehen antike Büsten und Kunstwerke. In den Schränken sammeln sich Steine, Reagenzgläser und einige naturwissenschaftliche Objekte. Daneben Regale mit tausenden von Büchern. Und inmitten von diesem Chaos steht eine Glasglocke mit einem Kissen darunter. Darauf sorgsam drapiert ein Schädel. Johann wendet den Blick, er spricht mit ihm. Dann nimmt er den Schädel in die Hand und hält ihn einfach nur. Er greift zum Papier und fängt an zu schreiben. Ein Gedicht über den Schädel. Denn dieser abgetrennte Kopf gehört nicht irgendwem. Es ist der Schädel eines Guten. Eines sehr guten Freundes, der seit 20 Jahren tot ist. Sein Name? Friedrich Schiller.
Speaker 5And with this creepy scene, welcome to Mensch Goethe, the second part. I'm Mira Dönges and who is tuned in from Cologne is Heiko Beer. Hello Heiko. Hello. And we promised you, today it's going to be really dramatic. So many hearts are broken. It's really getting to the point. And that's why I really want to call this episode Dichter, Denker, Fuckboy. But Heiko refuses all the time.
Speaker 4I don't know, I find it a bit clunky and a bit like, oh, we're making a big taboo break now. We call the most famous Dichter of the Germans a fuckboy. But maybe it's just because I can't start with this term. So what exactly is that? So for me, in my understanding, that means that you as a guy are so manipulative and you are vague and untouchable and at the same time you try to take everything off what's going on with the women. Is that right? Do fuckboys do that with women?
Speaker 5Yes. Ah, I didn't think that far. I just thought it was a bit funny. But to be honest, I didn't think about it that deep.
Speaker 4Look, and there I am again and take you really seriously and try to reason with you. What does she mean with that now? No, there was nothing behind it.
Speaker 5Nothing. No. But Heiko, we have a new category or a rubric that you have introduced. Yes. And I have now, of course, another comment for you. Today. Yes. So I'm going to break your category a little bit now because I didn't have one comment. I chose ten comments. And that's from the episode Pamela Anderson 1.
Speaker 4Which you all want to read out now?
Speaker 5Yes. It's going to be a long episode. It's going to be quick. And that is, please, Frida Kahlo. Frida Kahlo. Frida Kahlo. Frida Kahlo. Yes, please, Frida Kahlo. Definitely, man, Frida Kahlo. Und ich könnte weitermachen. Also, ihr habt diese Kommentare so voll geschrieben mit Mensch, Frida, Kahlo. Das war wirklich beeindruckend. Also, ja, Heiko, wann Mensch, Frida, Kahlo?
Speaker 4Total gerne. Und das ist vielleicht dann die, also müssen wir natürlich ein bisschen aufpassen, wie wir es dann erzählen. Aber es könnte dann die erste Folge sein, die meine Tochter auch hört. Weil, kennst du diese Bücher? Die sind so für Kinder. Da werden so Biografien von berühmten Frauen ganz explizit. In so einer Mischung aus Bilderbuch und so kleinen Texten dazu so vorgestellt. Und das allererste, was meine Tochter geschenkt bekommen hat, war nämlich über Frida Kahlo. Cool. Und das haben wir schon unendlich oft durchgeblättert. Und Frida Kahlo ist ja sowieso überall, egal ob man beim Mexikaner sitzt. Da ist dann ein Bild von ihr und so weiter. Deswegen ist das für mich ganz nah. Und ich fände es super, auf jeden Fall.
Speaker 5Ja, dann machen wir das.
Speaker 4Cool. Dann haben wir ja schon das Nächste geklärt. Aber im Moment, jetzt sind wir ja noch bei Johann Wolfgang. Letztes Mal haben wir ja wirklich an einem dramatischen Punkt aufgehört. Nur nochmal kurz zur Erinnerung. Folge 1 am Ende. Da wird der Goethe von einer Frau verflucht. Und zwar aus Eifersucht, weil er ihre Schwester geküsst hat. Und ja, Johann ist schon so ein bisschen abergläubisch und zieht es dann tatsächlich durch. Eine Weile lang küsst er dann tatsächlich keine Frau mehr. Und in dieser Zeit lernt er dann erstmal einen Mann kennen. Der noch sehr wichtig wird für ihn. Also Johann ist inzwischen 21 Jahre alt. Und er trifft auf Johann Gottfried Herder. Ich finde es so fantastisch, dass wir mit diesen großen, bedeutsamen Namen hier um uns werfen. Es soll aber bitte niemand Nachfragen stellen. Also diese beiden, die verstehen sich sofort gut. Die kommen ins Gespräch. Also Gottfried, der ist nur fünf Jahre älter als Johann. Intellektuell ist er schon sehr angesehen in der Gesellschaft. Er ist nochmal so ganz grob. Dicht. Dichter, Philosoph, Kritiker. Also der ist einfach so ein öffentlicher, intellektueller. Und dieses Kennenlernen der beiden. Ja, man könnte für Johann quasi sagen, das ist eine intellektuelle Schocktherapie. Weil Gottfried, ja, der nimmt Johann ernst. Aber er kritisiert auch wirklich hart. Und zwar so hart, dass Johann sich dann öfters auch gar nicht traut, ihm seine neuesten Texte zu zeigen. Man muss aber sagen, am Anfang ist Herder auf jeden Fall ein Mentor für Goethe. Und er zieht Johann auch gerne auf. Es gibt einen Brief. In dem macht sich Gottfried dann über Johanns Nachnamen lustig. Also er schreibt, du stammst von Goten oder vom Kote. Also so Kackerhumor irgendwie bei Intellektuellen aus dieser Zeit immer mit dabei.
Speaker 5Ja, also diese Machtdynamik, die ist schon klar. Gottfried ist der ältere, erfahrene und macht sich jetzt hier über den jungen Johann lustig. Und Gottfried ist auch Shakespeare-Fan. Und das wird jetzt noch wichtig, weil das. geht jetzt auch auf Johann über. Und das beeinflusst den auch sehr.
Speaker 4Mira, Mensch, Shakespeare. Oh. Ich werfe es einfach. Wir sind jetzt nur noch in solchen Sphären. Keine Angst, wir kommen auch wieder ins Heute und ins Jetzt zurück. Nicht, dass die Leute denken, das wird jetzt so ein.
Speaker 5Wir haben die Popkultur nicht komplett über den Haufen geworfen.
Speaker 4Nein, nein, nein, absolut nicht.
Speaker 5Egal. Weiter. Und jetzt kommen wir doch wieder zu einer Frau. Also von einem Studienfreund von Friedrich Leopold Weiland. Hört Johann. Also der ist ja gerade immer noch in Straßburg. Und der hört jetzt, ja, 30 Kilometer nördlich von Straßburg. Da gibt es einen Pfarrer und der hat schöne Töchter. Okay? Und Johann ist direkt am Start. Und das ist. Also 30 Kilometer klingt kurz für uns. Das ist aber für damals 6 Stunden Reise mit dem Pferd. Und das macht er aber. Also Johann, der setzt sich auf sein Pferd und zusammen mit seinem Freund reiten die los. Und die verkleiden sich als arme Studenten. Also Johann, der trägt dann so einen richtig runtergekommenen grauen Rock. Und so eine schiefe Perücke. Und um das nochmal so deutlich zu sagen. Also Johann erfährt, da gibt es eine schöne Frau. 6 Stunden von deiner Stadt. Und der reist sofort los in Verkleidung. Ich finde das so verrückt. Und diese Verkleidung hat doch tatsächlich gar keinen Grund. Er findet es auch einfach lustig. Und Johann verkleidet sich auch einfach total gerne. Also Friedrich, der Freund, der kennt die Familie schon. Und der stellt denen dann Johann vor. Und die Familie ist auch total nett. Also die laden den dann auch so zum Essen ein. Und die dürfen dann auch über Nacht bleiben. Aber währenddessen. Johann, die ganze Zeit ausschauen. nach den Töchtern.
Speaker 4Dann geht natürlich irgendwann tatsächlich die Tür auf und eine Töchter tritt in den Raum und über diesen Moment schreibt Johann später, in diesem Augenblick trat sie wirklich in die Türe und da ging für wahr an diesem ländlichen Himmel ein allerliebster Stern auf. Diese Frau, die heißt Friederike Breon und Johann beschreibt ihr niedliches Köpfchen, ihre gewaltigen, blonden Zöpfe und ihre heiteren, blauen Augen und ja, er betont dann auch wieder, dass sie zart ist und dass sie dünn ist, Zitat schlank und leicht, als wenn sie nichts an sich zu tragen hätte. Haben wir ja letzte Woche schon drüber gesprochen. Das ist offensichtlich Johanns
Speaker 5Typ. Und nach dem Abendessen geht dann Johann noch eine Runde spazieren mit Friederike und die ist gut gelaunt. Also die erzählt auch so viel frei von sich und das gefällt ihm, aber am nächsten Tag schaut er in den Spiegel und plötzlich schämt er sich total für diese schäbige Verkleidung. Also erst fand er es lustig, aber jetzt merkt er, dass er Friederike wirklich mag und jetzt will er auf einmal gar nicht mehr eine andere Person sein. Und dann steigt er auf sein Pferd, reitet im Galopp davon und findet dann so einen Wirtssohn in der Nähe und tauscht jetzt mit dem wieder die Kleidung und erschwärzt sich aber auch die Augenbrauen mit Ruß. Und dann geht er zurück zu der Familie und gibt sich da jetzt als Georg aus und im Sommer 1771 entwickelt sich dann wirklich eine Sommerromance mit Friederike. Also sein
Speaker 4Leben ist wie so ein klamaukiges Theaterstück aus dem Unsorgtheater, oder? Ich finde irgendwie überhaupt, also der zieht sich andere Klamotten an, macht sich irgendwie die Augenbrauen schwarz und das ist es und sofort kommt er damit durch. Also so, ja, ich bin jetzt, wie heißt der, Georg? Und die sagt dann so, also die checkt das nicht, oder was? Also ich glaube ja tatsächlich eher, dass Friederike gedacht hat, was soll denn der Quatsch? Aber okay. Also die hat das doch,
Speaker 5als ob die das nicht gecheckt hat. Also irgendwie. Irgendwann hat er schon auch dann gesagt, hey, ich bin eigentlich Johann. Das war halt so ein Gag.
Speaker 4Richtig prankig, der Johann. Naja, die beiden sind dann also unterwegs zusammen und bei den Ausflügen ist auch die Familie dann oft dabei und einmal verliert Johann so richtig die Beherrschung wegen Mücken. Also wir erinnern uns, Friederikes Vater, der ist ja Pfarrer und bei diesem Ausflug, die ganze Familie wird quasi von Mücken attackiert. Johann ist so verzweifelt deswegen, dass er dann direkt an Gott zweifelt. Also er ruft, dass diese Schnaken allein mich von dem Gedanken abbringen könnten, als habe ein guter und weiser Gott die Welt erschaffen. Das ist sehr dramatisch, Johann. Und dann setzt er auch noch einen drauf und behauptet, Gott hätte einfach ein paar Mücken nutzen können, um Adam und Eva aus dem Paradies zu vertreiben. Da hätte er gar keine Engel gebraucht. Finde ich eigentlich eine ganz gute Punchline von ihm. Also man merkt, finde ich, schon so, der Johann ist eigentlich ein lustiger und auch unterhaltsamer Typ. Oder? Ja. Nicht unbedingt das, was ich so mit ihm eigentlich verbinde, ehrlich gesagt. Naja, aufgrund dieses Gags bekommt er dann so ein bisschen so einen Vortrag von Friederikes Vater, dem Pfarrer, aber ein bisschen grinsen muss der dann auch. Und Johann studiert in dieser Zeit nebenbei weiter. Allerdings das gerät so ein bisschen ins Hintertreffen. Also Friederike ist irgendwie deutlich spannender. Er arbeitet aber schon an seiner Doktorarbeit. Darin geht es um das Verhältnis von Staat und Religion. Ja, also er stellt die Arbeit auch fertig und reicht sie ein. Und sein Fazit ist, der Staat hat das Recht, beziehungsweise sogar die Pflicht, den öffentlichen religiösen Kult festzulegen. Also der persönliche Glaube bleibt dabei aber jedem selbst überlassen. Das klingt vielleicht gar nicht so weltbewegend, sage ich jetzt mal aus heutiger Sicht. Damals allerdings wird das als so problematisch eingeordnet von der Uni, dass, ja, also er fällt im Grunde durch. Er bekommt keinen Doktortitel, und muss dann einen anderen Weg wählen. Er stellt 56 juristische Thesen auf und macht dann eine mündliche Prüfung. Und dann kriegt er so den Abschluss. Das nennt sich Lizenziate der Rechte. Das ist ja so gut wie Doktor und reicht auf jeden Fall, um juristisch zu arbeiten.
Speaker 5Gleichzeitig geht eben die Beziehung mit Friederike immer weiter, wird auch immer ernster und tiefer. Und Johann merkt irgendwann, wenn er weitermacht, dann muss sie seine Frau werden. Also das ist damals einfach so. Und das ist auch das, was sie von ihm erwartet, weil das einfach der logische nächste Schritt ist. Also er kann das damals gesellschaftlich, vor allem hier, der Vater ist Pfarrer, das einfach so weiterlaufen zu lassen, das geht damals eigentlich nicht. Johann wird jetzt aber klar, dass er sich eigentlich nicht festlegen will. Vor allem bei sie, wo ist ja sehr auch an diesen Ort gebunden. Er ist so, er reist gerne rum und so, ist gerne in großen Städten unterwegs und so. Und er merkt jetzt, wenn er sie heiraten würde, dann müsste er dieses freie Leben auch ein Stück weit aufgeben. Und dann entscheidet er sich dafür, Schluss zu machen. Nicht, weil er keine Gefühle hat, sondern weil er wirklich merkt, hey, fürs komplette Leben ist es vielleicht doch nicht das Richtige. Und dann reitet er zu ihr und sagt ihr das. Und das ist jetzt wirklich hochdramatisch. Und diesen Moment verarbeitet er später in den Sesenheimer Liedern. Also ich zitiere jetzt mal die Stelle, wo er Schluss macht. Dich sah ich und die milde Freude floss von dem süßen Blick auf mich. Ganz war mein Herz an deiner Seite und jeder Atemzug für dich. Ein rosenfarbenes Frühlingswetter umgab das liebliche Gesicht und Zärtlichkeit für mich, ihr Götter. Ich hofft es, ich verdient es nicht. Doch ach, schon mit der Morgensonne verengt der Abschied mir das Herz. In deinen Küssen, welche Wonne, in deinem Auge, welcher Schmerz. Ich ging, du standst und saß zu erden und saßt mir nach mit nassem Blick. Und doch, welch Glück geliebt zu werden. Und lieben Götter, welch ein Glück.
Speaker 4Es ist schon, geil. Ich muss sagen, ich find's eigentlich geil. Ich find's auch geil, dass wir jetzt hier beim Mensch wirklich Lyrik zitieren. Ich find auch mit nassem Blick irgendwie schön. Johann fühlt sich schlecht. Zurecht, finde ich. Weil er hatte ja vorher einfach Hoffnung gemacht, obwohl er wusste, dass es nie zur Hochzeit kommen würde. Und sein Freund Friedrich, also das ist der, der am Anfang den Kontakt hergestellt hat, der kündigt dann Johann deswegen die Freundschaft, weil er das Verhalten respektlos findet. Das finde ich ehrenvoll, muss ich sagen. Nach dem Studium zieht Johann dann zurück nach Frankfurt und im Herbst 1771 wird er als Advokat zugelassen und übernimmt dann Rechtsfälle und setzt sich dabei, Achtung, für sozial Benachteiligte ein. Finde ich auch sehr respektabel von Johann. Auf Wunsch seines Vaters macht Johann dann noch ein Praktikum in Wetzlar am Reichskammergericht. Das Praktikum, das findet er stinklangweilig, aber er schließt sich einer Gruppe von Juristen an, die gemeinsam in den Gasthof gehen. Ja, hier hat er Spaß. Er kommt dann bald den Spitznamen Götz der Redliche. Wir erinnern uns, in Gasthäusern rumhängen, das macht Johann ja schon seit er 14 ist ungefähr und Götz, das wird ja auch
Speaker 5nochmal wichtig. Das kommt noch, ja.
Speaker 1"Doing it alone is hard. Gymshark. We do gym."
Speaker 2"Your call has been forwarded to an automatic voice message system." A missed call doesn't feel like anything. No red flag. No notifications screaming at you. That's why today's episode is brought to you by Quo. Spelled Q-U-O. All your calls, texts and voicemails live in one place. So anyone on your team can pick up a conversation, see the full history and respond fast No more "Wait, who talked to this customer last?" And if you're worried about after hours leads slipping through, Quo's optional built-in AI agent can answer questions and even book appointments while your team's offline. Try Quo for free. Plus get 20% off your first six months when you go to quo.com/tech.
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Speaker 5in seconds. Die Gruppe macht auch gemeinsam Ausflüge und hier lernt Johann jetzt Charlotte Buff kennen und Johann Christian Kästner. Also die drei teilen sich ganz einfach bei so einem Ausflug eine Kutsche und Johann weiß das noch nicht, aber die beiden sind verlobt. Aber er verguckt sich jetzt in Charlotte. Also ihr Spitzname ist Lotte. Und jetzt geht eine ganz komplizierte Geschichte los. Also Johann, Johann Christian und Lotte, die verbringen ganz viel Zeit zu dritt. Und Johann erfährt Er erfährt dann auch relativ schnell, dass die beiden verlobt sind. Aber die sind halt trotzdem so zu dritt befreundet. Und wenn Johann Christian keine Zeit hat, dann verbringt Johann auch ganz viel Zeit mit Lotte alleine. Und das ist jetzt wieder so filmreif. Also Johann merkt irgendwann, dass seine Gefühle für Lotte nicht verschwinden werden. Und er hat jetzt auch so viel Respekt vor seinem Freund, weil er ist ja auch mit dem Mann auch sehr gut befreundet. Und dann beschließt er irgendwann, er möchte den beiden nicht im Weg stehen. Er will auch diese Verlobung nicht stören. Und dann geht er zurück nach Frankfurt. Aber diese Liebesgeschichte, die ist auf jeden Fall so intensiv. Und es gibt sogar noch eine Anekdote später. Also Johann will den beiden unbedingt die Eheringe spendieren und macht es auch. Aber er schafft es dann tatsächlich aus Herzschmerz nicht, zur Hochzeit zu kommen.
Speaker 4So, jetzt müssen wir mal ein bisschen beschleunigen. Es kommen wirklich noch einige Frauengeschichten auf uns zu. 1772, Johann ist 23, da lernt er Maximiliane von La Roche kennen. Das ist die 16-jährige Tochter von Sophie von La Roche. Das ist eine Schriftstellerin. Die heiratet bald einen anderen und lebt dann mit dem auch in Frankfurt. Aber Johann besucht sie weiter und löst damit in Frankfurt ziemlich viel Getuschel aus. Das geht so weit, dass Johann irgendwann rausgeschmissen wird von ihrem Ehemann und quasi Hausverbot bekommt. Einiges von Maximiliane, vor allem ihr Äußeres mit ihren schwarzen Augen, fließt später in die Romanfigur Lotte aus Die Leiden des jungen Werters. Und ich würde jetzt. Einfach mal hier die These aufstellen. Johann steht auf vergebene Frauen, kann das sein?
Speaker 5Ja, ist auch nicht die letzte, kann ich schon mal sagen. Ja, aber wir können jetzt wirklich, wirklich nicht jede Romanze erwähnen. Das sind einfach, es sind einfach zu viele. Und die Gefühle für Lotte, die verarbeitet Johann jetzt 1773 in dem Drama Götz von Berlichingen. Ja, also dieses Stück, in dem auch unter anderem das Zitat vorkommt, er kann mich im Arsche lecken, richtig? Also nicht. Nicht am Arsch, sondern im Arsch.
Speaker 4Interessant. Bitte richtig zitieren ab jetzt.
Speaker 5Wir achten hier auf alles. Und er schreibt übrigens die ganze Zeit parallel zu seinem Job als Jurist. Und er verarbeitet auch in diesem Stück seine Reue wegen Friederike, also die Frau, der eben Hoffnungen gemacht hat. Und sein Freund und enger Vertrauter Johann Heinrich Merck, der spricht mit ihm auch über dieses Stück Götz von Berlichingen. Und der rät ihm jetzt, dass er das am besten selbst verlegen soll. Also wenn das Stück. Wenn das Stück erfolgreich wird, und er sieht da eben sehr viel Potenzial, weil es ihm dann einfach mehr Geld einbringen wird. Und das macht Johann auch. Und das geht voll auf. Also mit diesem Stück ist Johann echt auf einen Schlag berühmt als Autor. Also das, was er immer wollte. Das merkt man damals tatsächlich vor allem daran. Also diese erste Auflage, die ist sofort vergriffen. Es muss sofort nachgedruckt werden, mehrfach. Und gleichzeitig wird dieses Stück aber auch in intellektuellen Kreisen total viel besprochen und auch gelobt. Also das ist schon wirklich so mit der größte Erfolg, den man damals haben kann zu dieser Zeit. Aber Johann wird jetzt auch Opfer von Nachdrucken. Also es ist damals so, es gibt jetzt noch nicht so ein richtig geschütztes Urheberrecht. Und das heißt, man kann als Verlag, wenn man so ein Buch gut findet, das einfach nehmen, kopieren und halt selbst verkaufen. Und das passiert ihm jetzt ganz extrem mit diesem Stück. Das ist aber natürlich auch nochmal ein Beweis dafür, wie erfolgreich das ist.
Speaker 4Ja, ein Jahr nach seinem Erfolg schreibt er dann das nächste Stück. Und wieder verarbeitet er darin seine Liebe zu Lotte. Der Titel dieses Mal, Die Leiden des jungen Werther, schreibt er in vier Wochen runter. Und er denkt auch selber, das ist ein Meisterwerk und liest das dann begeistert seinem Freund Merck vor. Und der hört sich das dann an und sagt am Ende nur so, nun ja, es ist ganz hübsch. Und Johann ist dann am Boden zerstört und will das Buch am allerliebsten verbrennen. Er erfährt dann aber ein paar Tage später, dass der Merck einfach ein bisschen eine Krise hatte an dem Tag, gar nicht so richtig zugehört hat. Und ich glaube, man muss sich jetzt hier schon ein bisschen aus dem Fenster lehnen. Dieses Buch wird die Literaturwelt verändern, ist ja bis heute auch noch Begriff. Und Johann ist praktisch ein Star in der damaligen Zeit, wenn man das jetzt so mit heutigen Worten beschreiben würde, mit 25 Jahren. Also das Buch wird in Deutschland groß, wird dann aber auch bald international verkauft.
Speaker 5Und an der Stelle können wir auch kurz über den Inhalt sprechen. Also es geht im Kern eben um den jungen Werther. Der sich in Lotte verliebt, die ist aber schon verlobt mit Albert. Ist eine Story, kennt Johann vielleicht auch aus dem echten Leben. Und Werther verbringt dann trotzdem ganz viel Zeit mit Lotte. Und Lotte empfindet auch Zuneigung, entscheidet sich aber dann für Albert und heiratet ihn. Und Werther versucht dann auch einen Neuanfang ohne sie, scheitert aber. Und das kommt dann zu einer ganz hochdramatischen Szene, in der Werther Lotte küsst. Sie weist ihn dann zurück, erklärt, dass er aufhören soll. Und Werther leiht sich dann eine Pistole von ihrem Mann Albert und schießt sich damit in den Kopf. Also im Grunde eine relativ einfache Story, aber hochdramatisch und vor allem sehr emotional beschrieben.
Speaker 4Ja, da erinnere ich mich dran. Also nicht umsonst. Diese Epoche, die heißt dann ja später auch Sturm und Drang Epoche. Und ja, das heißt einfach leidenschaftlich, tiefgründig auch über Gefühle zu schreiben. Und das ist tatsächlich damals ein Skandal, weil so ungefiltert, und so roh, wie das da aufgeschrieben ist, das kennt man gar nicht. Und das ist wirklich das, was das Leiden des jungen Werthers auch auszeichnet. Der Hype um dieses Buch wird riesig. Also Menschen verkleiden sich dann tatsächlich wie diese Hauptfigur des Buches. Und es gibt, man kann nicht sagen, es gibt Merch. Also es gibt Geschirr mit der Figur von Werther. Das finde ich geniales Detail. Wusste ich nicht, dass es sowas gibt.
Speaker 5Aber was dieses Buch auch auslöst, das ist tatsächlich ein Anliegen, ein Anstieg an Suiziden. Und das wird im Nachhinein dann den Begriff Werter-Effekt prägen. Also den Begriff gibt es tatsächlich bis heute. Das ist so ein soziologischer Begriff. Und er beschreibt dieses Phänomen, dass wenn, zum Beispiel in der Popkultur, also in der Literatur oder sonst wo, wenn irgendwo das Thema Suizid erwähnt wird, dass dann tatsächlich statistisch gesehen für eine kurze Zeit die Suizidraten steigen. Und in England ist es damals sogar ein Grund dafür, dass dieses Buch verboten wird. Und das führt wirklich zu so einem riesigen Interesse auch, an Johann als Privatperson. Und alle wollen wissen, wer die echte Lotte ist und was Fiktion ist und was Realität. Und Johann, der ist total genervt zu der Zeit. Also der will eigentlich viel lieber über diese dieben Gedanken, über seine Dichterkunst und so sprechen. Und stattdessen wollen alle einfach nur den Gossip haben.
Speaker 4Tja, was ist Fiktion? Was ist echt? Also diese nervige Frage müssen ja Künstler wirklich schon seit der UN beantworten. Finde ich interessant. Oder Falco? Johann, der lernt da wieder jemanden kennen, die heißt Anna Elisabeth. Er ist ein sehr schönes Mann und der trifft sie beim Hauskonzert ihrer Familie in Frankfurt. Sie wird Lilly genannt und ist 16. Ich sage es jetzt mal ganz nüchtern, es ist schon wieder ein sehr junges Mädchen. Also mir ist schon klar, dass es gesellschaftlich damals anders akzeptiert jetzt als heute. Aber irgendwie, ich finde es doch schon so ein bisschen auffällig. Johann ist von ihr auf jeden Fall fasziniert. Und ab März wohnt sie dann bei Verwandtschaft in Offenbach. Und Johann besucht sie sehr oft und es entwickelt sich dann tatsächlich eine richtige Romantik. Johann schreibt auch bald Gedichte über sie und verarbeitet darin seine Sorge, dass ihre Herkunft zu unterschiedlich ist oder vielleicht auch die Lebensweise. Also wenn man es mal so vergleicht. Lillys Familie, ja, die sind reich. Da wird viel getanzt. Es gibt ein ganz prunkvolles Haus. Es werden viele Feiern abgehalten. Und Johann und Johanns Familie, ja, auch reich. Aber irgendwie leben die das anders aus. Ein bisschen altmodischer kann man sagen. Auch ein bisschen gebildeter. Und für ihn ist das so. Für ihn sind das Gegensätze. Und das ist halt einfach als Lifestyle ein bisschen weit weg. Ich zitiere jetzt mal aus dem Gedicht. Neue Liebe, neues Leben. Und an diesem Zauberfädchen, das sich nicht zerreißen lässt, hält das liebelose Mädchen mich so widerwillen fest. Muss in ihrem Zauberkreise leben nun auf ihre Weise die Veränderung, ach wie groß, Liebe, Liebe, lass mich los.
Speaker 5Ja, also so richtig überzeugt ist er noch nicht. Aber es ist eine Frau, also sie gefällt ihm. Und sie gefällt auch seinen beiden Eltern. Und deswegen ist ja der logische nächste Schritt eine Verlobung. Und dazu kommt es jetzt tatsächlich auch. Und das ist Ende März 1975. Also sie kennen sich noch keine drei Monate. Aber Johann bekommt jetzt sehr schnell Angst. Will er das wirklich? Also er kriegt wirklich Panik. Und er bricht jetzt zu einer Reise auf in die Schweiz. Also er will so darüber reflektieren. Und unterwegs, auch so eine Reiseanekdote, gibt es noch so einen kleinen Skandal. Also Johann und sein Freund, also mit dem er da unterwegs ist, die wollen nackt baden gehen. Die achten sogar extra drauf, dass keiner in der Nähe ist. Aber dann schreibt Johann in seiner Autobiografie, nackte Körper jedoch leuchten weit. Und dann kommen die Leute in der Schweiz, die kommen dann so angelaufen und finden das ganz, ganz schlimm. Dann müssen die sich verziehen. Die müssen dann woanders nackt baden und so. Ja, aber das ist übrigens, also so eine Anekdote über Johann, der hat wahnsinnig gerne nackt gebadet. Also Teilweise. Teilweise auf Reisen, wenn der so geschwitzt hat, dreimal am Tag, nackt, irgendwo. Der hat es geliebt. Und ich habe gestern tatsächlich mit meinem Vater telefoniert. Mein Vater wohnt in Darmstadt. Und mein Vater meinte gestern zu mir, ach, in Darmstadt, es gibt so einen Teich. Jeder weiß, dass Goethe da nackt gebadet hat. Im August kehrt er dann aber auf jeden Fall von seiner Reise zurück, zurück zu Lilly. Und er will diese Hochzeit eigentlich jetzt durchziehen. Aber dann holen ihn die Zweifel. sehr schnell wieder ein. Also er hat Gefühle für Lilly, aber er kann sich mit diesem Leben, mit ihr, er kann sich damit einfach nicht anfreunden. Und er hat dazu auch wahnsinnige Angst vor der Ehe. Und das alles führt dazu, dass er dann diese Verlobung im Herbst doch wieder auflöst.
Speaker 4Ein Grund könnte sein, dass er auch parallel ein spannendes Angebot bekommt von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach. Der lädt ihn nämlich ein, an seinen Hof zu kommen. Dieser Herzog, der ist jetzt gerade mal 18, aber der ist großer Fan von Johanns Werken. Und Weimar ist nicht dieses mythisch aufgeladene Ding, was es heute ist. Das ist unbedeutend. Und so einen wichtigen Dichter, also wie Johann, so einen Hofdichter im Grunde zu haben, ist gut fürs Ansehen. Also Weimar liegt 300 Kilometer weit weg. Das sind natürlich einige Tage Reise mit der Kutsche. Und Johann, ja, er weiß es natürlich noch nicht, aber jetzt ändert sich sein Leben und die Ausrichtung seines Lebens für immer. Am Hof werden er und der Herzog dann enge Freunde und sie verbringen wirklich Monate Zeit miteinander. Und dann im Juni 1776, da fragt Karl August, ob Johann Legationsrat im geheimen Konsilium werden möchte. Also das ist im Grunde die Regierung von Weimar und Johann wird Politiker. Also im Grunde hat er auch keine Vorerfahrungen, aber er gräbt sich richtig in die Themen ein. Sowas wie Bergbau, Straßen, Straßenbau, Militärangelegenheiten, Steuern. Also das ist wirklich von der Kunst in die Politik extrem
Speaker 5radikaler Schritt. Und natürlich kommt aber auch bald wieder eine neue Frau. Und diese Frau ist jetzt ganz anders als alle, die er bisher toll fand. Die hat nämlich sieben Kinder und ist sieben Jahre älter als Johann. Und sie heißt Charlotte von Stein. Also die ist eine verheiratete Hofdame. Ja, also schon wieder verheiratet. Also doch sein Typ. Ja, definitiv. Also damals ist es jetzt nicht so unüblich, dass Hofdamen Affären haben. Das wurde einfach so hingenommen und ignoriert. Und in Weimar kommt jetzt Johann auch in so eine Saufzeit. Und Charlotte, die ermahnt ihn immer wieder. Die sagt, dass er das lassen soll. Also die beiden sind wirklich permanent in Kontakt und Johann ist sehr schnell besessen von ihr. Und er schreibt auch echt immer wieder, dass er diesen beruhigenden Einfluss von ihr, dass er das total mag.
Speaker 4Ja, in der Zwischenzeit verlobt sich Johanns Schwester Cornelia mit einem alten Freund von Johann, Georg Schlosser. Und das ist hart für Johann. Er und Cornelia, die waren lange füreinander die engsten Bezugspersonen. Aber jetzt ändert sich das durch die Ehe komplett. Und als Reaktion darauf bricht dann tatsächlich Johann auch den Kontakt zu ihr fast vollständig ab. Er schreibt in seiner Autografie darüber und sagt, dass er sich verraten gefühlt hätte. Und dass dieser Mann ihm seine Schwester quasi weggenommen hat, ist ein bisschen trotzig kleinkindhaft. Aber ja.
Speaker 5Also wir bleiben noch kurz bei der Schwester. Also ihr Leben entwickelt sich tatsächlich leider sehr tragisch. Sie wird nach der Hochzeit schnell schwanger und hat eine sehr schwere Schwangerschaft. Und nach der Geburt hat sie etwas, das würde man heute wahrscheinlich postnatale Depressionen nennen. Und eine sehr lange. Also die kann tatsächlich zwei Jahre lang das Bett nicht verlassen, kann sich nicht um ihr Kind kümmern, kann überhaupt gar nichts machen. Und danach geht es ihr kurz besser. Dann wird sie aber sehr schnell wieder schwanger. Die Schwangerschaft ist noch härter als die erste. Sie baut körperlich wirklich ganz stark ab. Und am 16. Mai 1777 bringt sie dann ihr zweites Kind zur Welt und stirbt tatsächlich keine drei Wochen nach der Geburt. Also woran ist jetzt nicht so klar, aber sie ist auf jeden Fall komplett geschwächt. Also ich finde tatsächlich diese Geschichte so dramatisch, weil sie ja wirklich einfach so eng auch mit Johann aufgewachsen ist. Und im Grunde sehr, sehr lange ein sehr ähnliches Leben gelebt hat wie er und auch exakt die gleiche Bildung genossen hat wie er. Aber ihr Leben hat halt einfach, muss man auch sagen, dadurch, dass sie gesellschaftlich die Rolle einer Frau hatte, hat einfach eine komplett andere Richtung eingeschlagen als jetzt die von Johann, der natürlich ganz andere Freiheiten hatte.
Speaker 4Ja, also Johann trifft ihr Tod auch sehr hart. Er trauert intensiv und schreibt seiner Mutter in einem Brief mit meiner Schwester ist mir so eine starke Wurzel, die mich an der Erde hielt, abgehauen. Wurden Johann lebt noch immer in Weimar und für ihn startet dann allerdings hier ich sag's mal eine alberne Zeit. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass er sich so ein bisschen versucht abzulenken oder so. Also er und der junge Herzog machen so ein Beispiel. Die verkleiden sich als Gespenster und reiten durch Weimar oder die mauern heimlich eine Tür einer Hofdame zu und lachen sich dann kaputt oder die schmieren einem Mann Pfefferkuchenteig ins Bett und lachen ihn danach aus, weil sie so tun, als hätte der Mann ins Bett gemacht. Also genau diese alberne Art haben wir jetzt ja schon ein paar Mal erzählt, auch in seinen Gedichten und auch überhaupt als, ich sag mal, Persönlichkeit. Das zieht sich wirklich auch noch so parallel zu all der Ernsthaftigkeit und den ganzen tiefen Gedanken zieht sich das auch durch sein ganzes Leben.
Speaker 5Ja, und was sich auch durchzieht, ist seine sehr derbe Sprache. Also darüber haben wir auch schon letzte Folge kurz geredet. Ich habe auch so einen Brief gelesen. Darin beschwert sich Johann darüber, dass er Götz von Berlichingen, dass er das überarbeiten musste, um das zu verlegen. Und er schreibt da, muss alle Gerstgen Worte lindern, aus Scheißkerl schurken, aus Arsch mach Hintern. Und er schreibt allgemein so viel von Scheiße. Also wenn der einen Menschen nicht mag, dann nennt er den Scheißgesicht oder Scheißkerl. Und wenn er sein Leben gerade nicht mag, dann spricht er von einem scheißigen Leben. Hochkultur. So sind sie. In Weimar schreibt Johann dann auch so unterhaltsame Stücke, die er selbst inszeniert, wie Iphigenie auf Taurus. Und Johann spielt auch selbst oft mit in diesen Stücken. Und die Muse für Iphigenie ist Charlotte von Stein. Aber es kommt auch bald eine neue Frau dazu. Er verliebt sich noch in Corona Schröter. Das ist eine Sängerin und Schauspielerin. Also die spielt auch in diesen Stücken oft mit. Aber das Problem ist jetzt, der junge Herzog, der verliebt sich auch in die Schauspielerin. Und sie will aber nicht den Herzog. Sie will Johann. Also wieder so ein Liebesdreieck. Aber irgendwann gewinnt die Bromance. Also Johann und der Herzog, die sprechen sich ab und beschließen dann gemeinsam, dass keiner sie haben darf.
Speaker 4Ich meine, wir haben jetzt ja spekuliert, dass ja auch verheiratete Frauen stehen. Vielleicht steht er auch einfach auf dieses Prinzip Liebesdreieck. Also vielleicht will er da auch immer hin, weil er das so unheimlich dramatisch und emotional oder so. Könnte ja auch sein. Also ehrlich gesagt, ich komme jetzt mit den ganzen Frauen schon durcheinander. Wir gucken nochmal ganz kurz zurück. Was ist eigentlich nochmal mit dieser Charlotte? Die gibt es ja auch noch. Und die ist eifersüchtig. Und Johann beteuert aber immer wieder seine Liebe zu ihr. Und dann entwickeln die beiden so ein System, um sich zu treffen. Das finde ich ganz schlau. Also wenn Charlotte abends Besuch empfängt, stellt sie eine Kerze ins Fenster. Und wenn die Gäste das Haus dann verlassen haben, löscht sie die Kerze. Also das ist dann für Johann, der wahrscheinlich da irgendwie auf der Lauer liegt oder so, das Signal, der Weg ist frei und er kann sie besuchen. Herzog Karl August, der schenkt Johann dann auch bald ein Haus. Und das richtet er auch ein. Und es ist jetzt irgendwie auch klar, er will länger bleiben. Und es wird mit Charlotte immer intensiver. Sie erwidert zwar seine Gefühle, stellt aber auch klar, dass ihre Ehe unantastbar ist. Sie sagt ihm, dass durch ihn ihre Welt wieder schöner ist.
Speaker 5Also es folgen dann auf jeden Fall ein paar Jahre in Weimar. Also zwischendurch gibt es noch ein paar Reisen. Zum Beispiel reist Johann auch einmal in die Schweiz. Und dann ist es dann auch noch ein paar Jahre in Weimar. Und er besucht auf dieser Reise auch Lilli und Friederike. Also zwei ehemalige Liebesgeschichten. Und das fand ich total spannend, weil ja anscheinend das Verhältnis zu beiden noch total gut ist. Also es gibt auch wirklich viele Aufzeichnungen über die Gespräche, die die dann so führen. Und der ist auch total interessiert. So, ach so, du bist jetzt verheiratet. Und ach, wie ist es mit dir? Und so weitergegangen. Und 1782 kommt dann der Moment, in dem aus Johann Wolfgang Goethe von Goethe wird. Weil Kaiser Josef II. verleiht ihm diesen Titel. Und in diesen Jahren danach, also Johann bleibt sehr aktiv in der Politik. Aber er fängt jetzt auch immer mehr an, sich für Naturwissenschaften zu interessieren. Also wie jetzt Anatomie, Geologie, Mineralogie oder Botanik. Also da fuchst er sich jetzt so sehr rein, dass er wirklich kaum noch zum Schreiben kommt. Also beim Schreiben fängt er wirklich vieles an, beendet wenig. Zum Beispiel schreibt er an Egmont. Oder noch an so einem kleineren Nebenprojekt. Da arbeitet er ehrlicherweise schon seit 20 Jahren dran. Lässt es immer wieder jahrelang liegen. Das kleinere Nebenprojekt heißt Faust. Und gleichzeitig wird er auch viel unzufriedener. Also dieses Leben, das er gerade so führt, so vollgestopft, so viel Politik und so, das erfüllt ihn eigentlich nicht. Und er weiß auch künstlerisch wirklich gar nicht mehr, wer er ist. Also inzwischen ist er jetzt wirklich schon zehn Jahre am Hof in Weimar. Er ist 37. Und das alles führt jetzt dazu, dass er 1786 einen ziemlich radikalen Schnitt möchte. Er bricht auf zu einer Reise nach Italien. Wirklich einmal komplett raus aus allem. Und das, was jetzt folgt, das kennen viele aus dem Deutschunterricht als die erste Italienreise von
Speaker 4Goethe. Johann reist dann heimlich ab am 3. September 1786. Er sagt nicht mal mehr Charlotte Bescheid. Und er will irgendwie auch raus aus seinem Promi-Status. Und er gibt sich dann aus als Maler und nennt sich Johann Philipp Möller. Charlotte ist irgendwie sehr verletzt, weil sie halt von all dem nichts erfährt und fordert dann auch bald quasi als Rache alle ihre Briefe zurück, die sie ihm geschickt hat. Das sind über tausend. Also sie hat, während sie verheiratet ist, mit einem anderen Mann tausend Briefe an den geschrieben. Manche Leute regen sich über eine komische WhatsApp auf, die man geschrieben hat. Ich sage ja nur, Johann kommt dann dem nach und sie verbrennt auch viele Briefe und trotzdem bleiben die beiden aber in Kontakt. Diese Reise von Johann wird zwei Jahre dauern und die verändert ihn. Also er lebt dann in Rom unter Künstlern, er zeichnet sehr intensiv, er studiert Architektur, Skulpturen, Malerei und arbeitet parallel auch weiter an eigenen Texten. Also man kann schon sagen, in Italien hat er sich im Grunde neu, weiß ich nicht, wiederentdeckt, neu entdeckt. Auf jeden Fall ist er jetzt ein anderer Mensch geworden. Er ist so ein Allround-Künstler und auch die Art, des Ausdrucks verändert sich. Also wir haben es ja eben schon so benannt, Sturm und Drang. Es verschiebt sich ein bisschen Richtung griechisch-römische Antike, von der er jetzt sehr inspiriert ist. Klar, durch die, ich sage mal, die Welt, in der er jetzt lebt. Und man kann auch sagen, diese Phase des Politikerseins, die lässt er jetzt auch hinter sich und findet wieder, wer er eigentlich
Speaker 1sein will. I know that Jim's not meant to be easy. But man, in winter, doing it in the dark is hard. Jim Shark. We do Jim.
Speaker 2Jim. No red flag. No notification screaming at you. Spelled Q-U-O. So anyone on your team can pick up a conversation, see the full history, and respond fast. And if you're worried about after hours leads slipping through, Quo's optional built-in AI agent can answer questions and even book appointments while your team's offline. Try Quo for free.
Speaker 5Again? Und 1788 kommt er dann zurück nach Weimar. Das Ankommen ist erstmal ziemlich schwierig. Also es dauert wirklich mehrere Wochen, bis er sich wieder einigermaßen eingelebt hat. Und jetzt zurück lernt er einen anderen bekannten Dichter kennen. Der lebt inzwischen auch in Weimar. Und der Mann heißt Friedrich Schiller. Der ist knapp 10 Jahre jünger als Johann, aber auch schon sehr erfolgreich. Die beiden freunden sich an. Also man kann sagen, Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland, Friedrich Schiller und Goethe, also diese vier Männer, die prägen jetzt so richtig die sogenannte Weimarer Klassik. Aber also, es ist bei weitem nicht alles hochseriös, was Johann schreibt. Es gibt bei dem wirklich auch so ein Gedicht über Sardellensalat. Also ich glaube, ich zitiere das jetzt an der Stelle nicht, aber das sollte man mal im Unterricht analysieren.
Speaker 4Ich möchte die ersten zwei Zeilen schon zitieren, weil ich die so schön finde. Die Welt ist wie Sardellensalat, er schmeckt uns früh, er schmeckt uns spart. Ja, irgendwann kommt er dann doch wieder in Weimar an, Johann, und will Kontakt zu Charlotte. Die ist aber erstmal abweisend. Und wer kommt dann? Eine neue Frau. Es ist Wahnsinn. Also die heißt Christiane Vulpius. Und ursprünglich will sie Hilfe von Johann für ihren Bruder. Also Goethe soll quasi helfen, dass sie eine neue Stelle bekommt. Es funkt aber zwischen den beiden sofort und es geht auch sofort direkt eine Beziehung los. Christiane ist 23 und Johann ist in dem Moment 38. Und wirklich innerhalb von wenigen Wochen zieht sie dann bei ihm ein. Und jetzt kommt wirklich auch noch ein großer Schritt. Es dauert anderthalb Jahre und dann bekommen die beiden auch ihr erstes Kind. Das ist um es mal auszusprechen natürlich sehr ungewöhnlich, dass die beiden einfach nur so in wilder Ehe, hieß das ja dann, zusammen leben, dass die einfach Kinder bekommen und einfach nicht heiraten. Frechheit. Also Johann hat einfach so eine wichtige Stellung da am Hof, dass er sich sowas erlauben kann. Gern gesehen ist es allerdings nicht. Das erste Kind, ein Sohn, heißt August Julius Walter Goethe. Und sie bekommen dann auch noch vier weitere Kinder innerhalb von kurzer Zeit. Aber alle Kinder sterben kurz nach der Geburt. Nur August wird überleben und wird auch erwachsen werden.
Speaker 5Charlotte, die bleibt in Johanns Leben, allerdings wirklich ganz anders als Christiane. Also die Beziehung zu Charlotte, die ist wirklich viel intellektueller und auch komplizierter. Und man muss auch sagen, so wie sexuell das war zwischen Johann und Charlotte, das ist nicht so klar. Also in den Briefen merkt man zumindest, dass Johann sehr viel Lust auf sie hatte. Ob sie das jetzt wirklich ausgelegt haben, das weiß keiner. Aber ich zitiere jetzt mal so ein paar Stellen. Es gibt so eine Andeutung. Einmal schreibt er, wenn ich meinem Herzen gefolgt hätte, nein, will brav sein. Oder ein anderes Mal, ich liege zu deinen Füßen, ich küsse deine Hände. Oder der Gedanke, dich nicht zu besitzen, reibt mich auf und zehrt mich auf. Also ich fühle da schon so eine Spannung. Aber inwiefern das jetzt umgesetzt wurde, ist nicht so klar. Und 1791 übernimmt Goethe dann die Leitung des Weimarer Hoftheaters und ab Mitte der 90er, also so der 1790er, wird Schiller sehr wichtig für ihn. Also diese Freundschaft, die wird wirklich sehr, sehr eng. Die beiden arbeiten gemeinsam an Ideen. Johann veröffentlicht auch wieder, also zum Beispiel Wilhelm Meisters Lehrjahre 1795 und er schreibt weiter an Faust. Also das läuft wirklich die ganze Zeit so nebenbei.
Speaker 4Am 9. Mai 1805 stirbt dann Friedrich Schiller an einer Lungenentzündung. Da ist er 45. Jahre alt und ja, er ist zu diesem Zeitpunkt schon viele Jahre schwer krank. Das ist für Johann hart. Also er verliert nicht nur einen engen Freund, sondern auch einen kreativen Partner. Und er erfüllt ihm einen letzten Wunsch. Also Schiller hat immer zu ihm gesagt, schreib doch endlich dieses Faust zu Ende. Und 1808, da ist Johann 59 Jahre alt, veröffentlicht er Faust in der Version, wie wir es heute kennen. Also vorher waren das schon Fragmente, nie das ganze Stück. Und das wird langsam zum Bestseller. Das ist nicht so dramatisch wie die Leiden des jungen Werther, sage ich mal. Das ist viel intellektueller und dementsprechend kursiert das auch vor allem erstmal nur in den intellektuellen Kreisen. Also es ist so richtig groß, wird es im Grunde erst nach Goethes Tod. Also um mal so ein paar Sätze dazu zu sagen. Das ist die Geschichte um Faust eben. Das ist eine der bekanntesten der gesamten deutschen Literatur, auch eine der angesehensten. Und da geht es um eine Wette Gottes mit dem Teufel, dass er, der Teufel, der könne Faust vom rechten Weg abbringen, also quasi in Versuchung führen. Das ist quasi die Geschichte jetzt ganz knapp zusammengefasst und es ist endlos zitatfähig. Also da kommen so Begriffe oder Formulierungen vor, die kennen wirklich viele. Sowas wie Pudelskern, Gretchenfrage, die Kraft, die stets das Böse will und das Gute schafft und so weiter. Es ist schon eine starke Story, muss ich sagen. Also könnte man eigentlich
Speaker 5nochmal lesen. Also jetzt wird es wieder kurzgeschichtlich. Am 14. Oktober 1806 ist die Schlacht bei Jena und Auerstedt. Also das ist die Schlacht, in der Napoleons Truppen die preußisch- sächsische Armee besiegen und damit ziehen die Franzosen auch in Weimar ein. Also Johann, der kennt das ja schon als Kind. Da wurde ja auch schon mal Frankfurt von den Franzosen eingenommen und der kann auch sehr gut Französisch. Was sich gut trifft, denn er trifft jetzt auch auf Napoleon. Also Napoleon und Goethe. Da kommt es wirklich zu so einem Aufeinandertreffen. Und Napoleon ist ein riesen Fan von Johann. Stellt sich raus. Insbesondere von Die Leiden des jungen Werter. Und Napoleon hat dieses Buch wirklich ganz genau studiert. Und der kommt jetzt mit so richtig kleinen Anmerkungen. So hier hättest du diesen Vers aber anders machen können. Und hier bin ich in dieser Story aber nicht so ganz einverstanden. Und Johann muss im Nachhinein wirklich zugeben, ja die Kritik von Napoleon ist richtig, er hat einfach recht mit allem. Und in der Zwischenzeit heiraten Christiane und Johann, also die beiden sind schon seit 18 Jahren zusammen.
Speaker 4Ja, Johann verbringt dann die kommenden Jahre viel mit Forschung, also er wendet sich so der Wissenschaft zu, weniger seinen Texten und veröffentlicht zum Beispiel auch 1810 dann seine Farbenlehre. Da will Johann im Grunde erklären, wie Farben entstehen und wie Menschen sie wahrnehmen. Und an diesem Punkt ist er dann im Streit mit Isaac Newton, also nur so ganz kurz zusammengefasst. Newton sagt, man kann Licht spalten in unterschiedliche Farben. Weißes Licht besteht somit aus verschiedenen Farben. Johann sagt aber, Farben entstehen erst im Auge. Also er beschäftigt sich damit, wie Menschen Farben wahrnehmen. Also Johann glaubt, dass er mit seiner Forschung Newton widersprechen könnte.
Speaker 5Aber Johann ist wirklich ganz stolz auf seine Farbenlehre. Also er denkt, er hat damit wirklich ein krasses Meisterwerk geschaffen. Also er sieht sich inzwischen tatsächlich, innerlich fast mehr als Wissenschaftler. Und 1816 stirbt dann Johanns Frau Christiane. Also woran ist auch nicht ganz so klar. Die ist schon seit vielen Jahren krank. Und Johann, der ist inzwischen 66, lebt eher zurückgezogen. Und zu dem Zeitpunkt, also er trinkt auch sehr, sehr viel. Also es gibt so, wir haben die Zahlen der Abrechnung von 1816. Da wurden wirklich 900 Liter Wein an Johanns Haushalt geliefert im Jahr. Also das wären so 2,5 Liter am Tag. Und Bekannte beschreiben auch zu der Zeit, dass er wahnsinnig gerne durch sein Haus gelaufen ist, irgendwelche Texte diktiert hat und währenddessen aus der Flasche Wein getrunken hat. Und, also er bekommt dann irgendwann noch Enkelkinder von seinem Sohn. Und es soll ein Riesenspaß gewesen sein von Johann, dass er diesen Kindern einfach Wein gegeben hat und es dann wahnsinnig lustig fand, wenn diese Kinder betrunken waren.
Speaker 4Johann lernt im Sommer 1821 dann im Kurort Marienbad eine Frau kennen. Die ist 17. Er ist 22. Das ist jetzt wirklich ziemlich nah dran an der Story aus Faust, sagen wir mal. Diese Frau heißt Ulrike von Lebezow und ihre Mutter heißt Amalie. Die Familie, die ist reich, die ist adelig. Und Johann freundet sich erstmal mit beiden an. Also er geht mit Ulrike Steine sammeln in der Natur. Und Ulrike und Johann, die verbringen immer mehr Zeit gemeinsam. Und ein paar Monate später merkt er, es entwickeln sich Gefühle in ihm. Das wühlt ihn alles sehr auf und er fängt dann an, Liebesverse zu schreiben. Und er fährt jedes Jahr wieder an diesen Kurort und trifft dann da immer Ulrike und ihre Mutter wieder. Die verbringen weiter immer Zeit. Es bleibt alles platonisch. Dann, zwei Jahre später, 1823, ist Ulrike 19 und Johann ist 74. Und er beschließt, ihr einen Antrag zu machen. Beziehungsweise er geht da über Umwege. Also Johann ist ein guter Freund. Der Herzog, Karl August, der ist auch gerade auf Kur in Marienbad. Und Johann bittet jetzt diesen Herzog an seiner Stelle, den Antrag für Johann zu machen. Den jetzt ein bisschen ungewöhnlich ist, aber damals in adeligen Kreisen relativ normal. Und mit dazu wird auch Ulrike ein neues Haus in Weimar versprochen. Und eine üppige Witwenpension, wenn Johann sterben sollte. Und von den Fakten her ist das ja eigentlich, könnte man sagen, ein gutes Angebot. Aber Ulrike lehnt ab.
Speaker 5Und der Grund ist nicht nur das Alter. Also Ulrike mag Johann wohl, aber halt nicht auf romantische Art. Sie sieht ihn eher so als Vaterfigur. Man könnte auch sagen Großvaterfigur, so von dem Altersabstand. Aber dazu kommt auch ganz einfach, dass sie mit 19 einfach noch keine Lust zu heiraten hat. Tatsächlich wird Ulrike auch nie heiraten in ihrem Leben. Und sie will von ihrer Familie nicht wegziehen. Sie möchte nicht nach Weimar. Sie möchte nicht. Sie will nicht in Johanns Haushalt leben, weil Johann lebt nämlich auch mit seinem Sohn zusammen und der Schwiegertochter und den Enkelkindern. Und Ulrike sagt dann auch, naja, sie will sich da eigentlich auch nicht so reindrängen. Und sie meint, sie würde in dieser Konstellation auch irgendwie stören. Also da kommen einfach verschiedene Dinge zusammen. Es kommt auf jeden Fall nicht zur Ehe. Also nach dem Abschied schreibt Johann die Marienbader Elegie. Also die gehören auch heute noch zu seinen bekanntesten Gedichten. Und er verarbeitet jetzt diesen Schmerz. Und ich zitiere jetzt mal eine der bekanntesten Passagen. Mir ist das All, ich bin mir selbst verloren. Der ich noch erst den Göttern Liebling war. Sie prüften mich, verliehen mir Pandoren. So reich an Gütern, reiche an Gefahr. Sie drängten mich zum gabeseligen Munde. Sie trennen mich und richten mich zugrunde.
Speaker 4Das ist schon stark, oder? Also ich finde, es ist wirklich sehr bekannt. Aber das finde ich schon stark. Also Safranski haben wir schon erzählt. Das ist einer unserer Quellen. Der Autor dieser Serie. Sehr bekannten Goethe-Biografie. Der schreibt, dass er in diesem Gedicht auch Anspielungen darauf sieht, dass Johann frustriert ist. Ja, dass das Alter ihm im Wege steht bei der Liebe. Also so richtig explizit steht das da jetzt nicht. Man kann das aber reininterpretieren. Und es wird dann in den Jahren danach noch mal deutlich ruhiger. Man muss natürlich auch sagen, er ist jetzt auch wirklich ein alter Mann. Er arbeitet vor sich hin. Er ist zurückgezogen zu Hause in Weimar. Schiller ist jetzt ja schon über 20. Jahre tot. Er wurde gar nicht klassisch begraben. Also seine Überreste, die liegen mit vielen anderen in einer Gruft in Weimar. Und dann will der Bürgermeister Schillers Schädel ausstellen in der Bibliothek. Und deswegen werden dann alle Überreste geborgen. Und insgesamt 23 Schädel sind das. Und es ist dann leider nicht mehr ganz klar, welcher davon überhaupt Schiller ist. Und der Bürgermeister vergleicht die Schädel mit einem Abguss. Und dann ist er wieder da. Und dann ist er sich sicher, den richtigen gefunden zu haben. Und Johann ist sich auch sicher. Ja, das muss der sein. Ich glaube, das an den Zähnen erkennen zu können. Ja, und so kommt dieser Schädel dann in die Bibliothek in Weimar.
Speaker 51826 holt sich dann aber Johann den Schädel zu sich nach Hause. Ja, also diesen Einfluss hat er. Und jetzt sitzt der alte Goethe zu Hause mit dem Kopf von Schiller. Das ist ja auch unsere Anfangsszene. Also wirklich so gebettet auf einem blauen Samtkissen. Oben drüber so eine Glasglocke. Und Johann schreibt dann auch noch ein Gedicht. Das heißt Bei Betrachtung von Schillers Schädel. Also er nimmt auch wirklich hin und wieder den Kopf aus dieser Glaskuppel. Hält ihn so in der Hand. Aber ein bisschen bitter. Also 2008 wird dann dieser Schädel, den Johann für Schillers Schädel hält, der wird dann mit DNA untersucht. Also tatsächlich werden so enge Verwandte von Schiller auch ausgegraben, exhumiert. Wie auch immer. Und dann wird so die DNA verglichen. Und dann stellt sich raus, ja, dieser Schädel, ja, das war eigentlich nicht Schiller.
Speaker 4Die Geste zählt. Zwischen 1827 und 1830 verliert Johann dann wirklich alle seine engsten Bezugspersonen. Erst Charlotte, ein Jahr später der Herzog. Und dann stirbt auch noch sein eigener Sohn. Und 1832 stirbt dann Johann Wolfgang von Goethe mit, also für die Zeit in einem sehr hohen Alter, 82 Jahren. Er arbeitet wirklich bis ganz kurz vor dem Tod. Und knapp ein Jahr vor seinem Tod beendet er sogar noch Faust II. Und damit sind wir am Ende von zwei Folgen Mensch-Goethe. Das war ja schon eine außergewöhnliche Folge, wenn man bedenkt, über wen wir sonst so sprechen. Wie fandest du denn jetzt diesen Ausflug in die Geschichte?
Speaker 5Toll. Ich fand es richtig toll. Also ich war ja schon bei der Recherche total begeistert. Ich habe mich auch so gefreut, Heiko. Also ich habe ja diese Folgen vorbereitet. Und als ich dir dann so diese Vorbereitung geschickt habe, ich habe mich so gefreut. Ich war so, oh, da ist so viel drin. Und dann fandest du es halt auch total cool. Also ich fand es super. Aber vor allem auch, wie viel Gossip daraus gekommen ist. Also ich merke so in letzter Zeit, wenn ich mich mit Freunden treffe, ich erzähle die ganze Zeit von Goethe. Und dann hatte er den Schädel in der Hand. Und dann hat er sich verkleidet. Und dann hat er Wein gesoffen und so. Also ich bin so richtig on fire. Wie fandest du es?
Speaker 4Ich fand es toll. Ich fand es auch super. Ich habe da tatsächlich in meiner Studienzeit mich so mit dem auseinandergesetzt. Das meiste von dem, worüber wir jetzt hier geredet haben in diesen zwei Folgen, wusste ich nicht. Ja, nee. Weil das einfach dann nicht so ein klassischer Stoff ist. Ich meine, das ist ja sowieso klar, finde ich. Wir wollen jetzt ja hier nicht behaupten, dass wir ein Literatur-Podcast sind. Oder dass das irgendwie, weißt du, dass wir da so in die Tiefe auch jetzt die Texte da ergründen oder so. Das ist ja Quatsch. Das ist ja hier gar nicht der Platz. Das ist ja Quatsch. Und ich finde einfach, für mich, das reiht sich total ein in diese Geschichten, die wir hier sonst erzählen. Also ich meine, ich weiß nicht, wer so viele Frauengeschichten am Start hatte wie Goethe, oder? Also deswegen, also für mich hat sich tatsächlich, und was kann man eigentlich mehr und schöneres sagen über so eine Folge oder zwei Folgen sogar. Es hat sich jetzt wirklich, mein Bild von diesem Goethe hat sich noch so ein bisschen erweitert. Und vervollständigt, will ich fast sagen, so. Total, ja. Also weil ich jetzt wirklich ein Gefühl dafür habe, was für ein Typ das so war. Und ja, das finde ich toll. Wir können ja vielleicht auch jetzt mal offenlegen. Natürlich ist es ja so, dass wir immer ein bisschen schauen, wie viele Leute hören denn uns eigentlich so zu bei diesen Folgen. Wie werden wir denn so kommentiert? Und das ist jetzt schon eine Folge, wo wir doppelt und dreifach drauf achten, würde ich sagen. Weil wenn wir jetzt merken, merken, sei es jetzt irgendwie, dass nicht so viele Leute gehört haben, sei es, dass die Kommentare vielleicht weniger ausfallen oder sogar kritisch sind, dass wir dann natürlich auch Entscheidungen treffen. Also wir wollen ja auch was machen, was euch da draußen wirklich interessiert. Und deswegen hat es schon jetzt auch, ja, also sagen wir mal so, wir gucken mal, ob ihr das hören wollt, wie wir jetzt über Goethe geredet haben. Bin ich sehr gespannt.
Speaker 5Ja, schreibt uns das natürlich unbedingt, wie ihr uns das auch sowieso immer schon schreibt. Bei Instagram, unser Handle ist jetzt auch unter der Folge in den Shownotes. Also ihr könnt uns auch direkt finden mit einem Klick. Und deswegen schreibt uns das wirklich unbedingt oder unter die Podcast-Folge. Über wen sprechen wir nächste Woche eigentlich, Heiko?
Speaker 4Ich hatte jetzt so ein Wort, aber wenn ich das sage, dann weiß wirklich sofort jeder, wen ich meine. Wir sprechen über einen Briten, der zwei unterschiedliche, zwei unterschiedliche Augenfarben hat.
Speaker 5Und der Name ist tatsächlich auch unter den letzten Podcast-Episoden wirklich, wirklich oft gefallen. Also schreibt uns unbedingt, wenn ihr wisst, wer das ist. Und ansonsten, wir hören uns natürlich nächste Woche wieder. Bis dahin, macht's gut. Ciao. Du hast es ja noch nicht richtig abgespeist, diese Szene. Ja, merkst du das, wie
Speaker 4ich da richtig, ich habe eben noch dran gearbeitet.
Speaker 5Die ist echt gut geworden.
Speaker 4Ich freue mich, dass du das wertschätzt. Du bist einzigartig. Mensch. Mensch ist ein Podcast aus den Akers Creative Studios Germany.
Speaker 6Again? You could scroll all day, but you'd never scroll your way into this. Onyx builds apps for navigating the outdoors, so you can create adventures in the real world. Onyx. Onyx. Onyx. Lern mehr auf onxmaps.com