Es muss sich mal laut sein, doch zum Konzentrieren und allgemein um etwas zu tun, brauche ich absolute Ruhe. Die kleinsten Reuche können mich überfordern und wahnsinnig stressen. Sophie ist 26 und ihr ist die Welt einfach zu laut. Sie hat schon damals angefangen, meine Mama, meine Schwester, machen sich früh, das ist das erst, was sie machen, wenn sie aufwachen, machen sie sich Musik an. Und ich war immer so, ich brauche einfach komplett meine Stille. Und sie merkt schon als Teenager, dass sich Geräusche auf ihren körperlichen und mentalen Zustand auswirken. Am besten möchte ich den ganzen Tag einfach stille haben. Und da hat man schon ein bisschen Unterschied gemerkt, dass einfach so, ich weniger so auch Lärm möchte, oder Lautstärke oder Musik oder so. Und alltags Lärmen bringt sie so doll aus der Ruhe, dass sie sich kaum noch auf irgendwas konzentrieren kann. Aber zu einer richtigen Belastung wird Lärm vor allem so bald so viel das Haus verdest. Es ist schon interessant zu sehen, dass wenn ich zu Hause bin, mein Stresslevel ganz anders ist, als wenn ich aus der Tür raus gehe. So weil ich aus der Tür raus gehe, egal was es ist, egal was ich mache, egal wie schön, oder wie er nervig die Aktivität. Der Stress ist immer ganz, ganz oben. Ihr Umfeld hat darauf nicht immer so megaverständnisvoll reagiert. Weil dann auch super schnell gesagt wurde, so was wie, du bist immer so empfindlich oder du reagist immer so schnell über. Und es hat mich dann natürlich mega verletzt. Sophie hatte durch ihr Lärme empfinden, lange das Gefühl, dass mit ihr irgendetwas nicht stimmt. Was das Thema Lärm angeht, habe ich selbst zumindest Wohnungstechnisch schon so einiges mitgemacht. Darüber habe ich auch im Talk mit meiner Kollegin Steffi gesprochen, die diese Folge hier recherchiert hat. Ich habe mal an der Torstraße in Berlin gewohnt und für alle, die es nicht wissen, dass es eine, ich würde sagen, der Hauptverkehrstraßen in Berlin und deswegen bin ich seitdem so ein bisschen Lärm geschädigt. Wie ist das jetzt, hast du jetzt etwas leiserer Gegend ausgewählt? Ich habe die neue Wohnung ehrlich gesagt auch nach Lärmpegel gekastet und geschautet. Und ich lebe jetzt in einer etwas ruhigeren Gegend von Berlin. Und ich muss ehrlich sagen, dass mich die Torstraße wirklich fertig gemacht hat. Berlin hat mich schon verändert, zumindest was meine Geräuschempfindigkeit betrifft. Denn Lärm ist nicht nur einfach unangenehm, sondern er verursacht tatsächlich auch Stress. Und diese Folge wollen wir uns mal anschauen, wie gefährlich das für uns werden kann. Das sind dann Stress bedingte Herzerkrankungen und Herzkrankheit heißt dann auch, dass man so was wie Herzinfarkt kriegen kann. Mein Name ist Julian Stoppa und ihr hört Wissen Weekly. Der Podcast, der euch egal bei welcher Lautstärke wissen in Zylenpumpt. In diesem Podcast klemmen wir die Fragen, die man sich einfach schon immer mal gestellt hat. Dafür sprechen wir mit Experten in Graben und Stuhchstudien und reden mit den Menschen, die es wirklich betrifft. Heute macht Lärm uns krank. Bevor es jetzt richtig mit der Folge losgeht, wollte ich mir einen Moment nehmen, um mich hier mal kurz vorzustellen. Ich bin Julian Stoppa, 24 Jahre alt und wohne derzeit in Berlin. Eigentlich wurde ich aber in Hong Kong geboren und bin dann in der Nähe von Bremen aufgewachsen. Deshalb bin ich auch mit Leib und Seele Werder Bremen-Fan und versuche immer, wenn möglich ins Stadion zu gehen. Und deshalb würde ich an dieser Stelle jetzt auch jubeln, als hätte Werde ein Tor geschossen. Denn ich werde ab sofort zusammen mit Lisa diesen Podcast hier hausten. Aber ich schreihe jetzt mal nicht ins Mikro, denn heute geht es ja um Lärm. Und damit zurück zur Folge. Es gibt einen Selbsttest und zwar ist es der sogenannte Test der Hypa-Akkusus-Belastung. Das ist wieder meine Kollegin Stefanie Buchholz. Mit ihr habe ich einen Online-Test gemacht, der unsere Geräuschimpfindlichkeit in vier grade einordnet. Mit Hypa-Akkusus ist die Belastung durch alltägliche Geräusche, die wir als unangenehm laut, unerträglich bis Schmerzhaft empfinden. Der Test beinhaltet Fragen, wie zum Beispiel bestimmte Geräusche muss ich meiden. Oder bei Lauten oder unangenehm Geräuschen ziehe ich mich sofort zurück. Und bisher dachte ich, dass ich schon relativ empfindlich bin, wie gesagt Berlin, Torstrasse. Aber mein Test sagt. Ihr Resultat, dein Schweregrad ist der Schweregrad 1 leicht gradig. Für sie ist Geräusch über Empfindlichkeit überhaupt kein Problem. Super. Ich hatte tatsächlich das selbe Ergebnis, also ich habe auch den Schweregrad 1. Willkommen im Team. Den Link zum Selbsttest findet ihr natürlich in den Show notes. Aber auch wenn Stefanie und ich laut dem Test eher Lärm unempfindlich sind, kann zu viel Lärm gefährlich werden, auch für uns. Aber was ist Lärm überhaupt? Da geht es nicht darum, dass das Gehör kaputt geht, sondern da geht es darum, dass der Lärm im Organismus, im Körper psychisch und physisch stresserzeugt. Das ist Dr. Dirk Schreckenberg, den ihr zu Beginn schon mal kurz gehört habt. Er ist Umwebpsychologe und forscht seit über 30 Jahren zu der Wirkung von Umgebungslärm und Lärmbelestigung. Dabei schaut er sich genau an, welche psychischen und physischen Auswirkungen dauerhafte Lärmbelastung auf uns haben kann. Also früher hat man gesagt, Lärm sind unerwünschte Geräusche. Und seit einigen Jahren ergänzt man das ein bisschen und sagt, Lärm sind unerwünschte und potentiell gesundheitsschädliche Geräusche. Es geht also nicht nur darum, dass wir Geräusche als nervig empfinden, sondern viel mehr darum, dass unser gesamte Organismus auf Lärm reagieren kann. Vor allem, wenn dieser dauerhaft an den Orten ist, wo wir viel Zeit verbringen. Wie zum Beispiel zu Hause oder auf der Arbeit. Und um das zu messen, gibt es in der Wissenschaft sogar eine eigene Einheit. Es gibt so ein Schallpegel, Größe, die nennt man Tagabend, Nachtpegel, LDEN. Also DEN für Day, evening night, LDEN. Das ist so ein Gesamt 24 Stunden Tageswert. Da werden alle Lärmgeräusche eines 24 Stunden Tages zusammengezählt. Der LDEN, also Level Day, evening night, Wert, ist ein in Europa einheitlicher Wert des durchschnittlichen Lärmpägels über einen Tag gemessen, also über 24 Stunden. Zum Beispiel ist es so, dass die Welt gesundheitsorganisation, die WRO, da mal so Geidleinsleitlinien festgelegt hat, ab wann es da gesundheitlich problematisch wird. Und die sagen dann ab 53 DB Tag Abend, Nachtpilge beim Straßenverkehrslernen. Da sind die gesundheitlichen Risiken, die dann entstehen, die sind dann auch relevant. Und wenn dieser im Durchschnitt bei knapp über 50 Dezibel liegt, kann das schon negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. 50 Dezibel entspricht einem leisen Kühlschrank, leiser Radio-Musik oder Vogelgezwitscher. Und bei der LDEN-Rechnung wird der Lärm am Abend und in der Nacht noch mal stärker gewichtet, weil er Menschen dann auch mehr belastet. Also, wenn ich beim Schlafen die ganze Zeit einen 50 Dezibelkühlschrank hören würde, dann rechnet man da noch mal 10 Dezibel oben drauf. Und abends, wenn man sich entspannen will, 5. Weil das den Körper beim Tscheln und besonders beim Schlafen mehr belastet, als irgendwann tagsüber, wenn wir sowieso aktiv sind. Das wird dann alles zusammengezählt und ein Durchschnitt ausgerechnet. Und dieser Gesamtwert zeigt realistischer, wie belastend Lärm wirklich ist. Was denkst du denn, ist die lauteste Stadt der Welt? Das ist wieder meine Kollegin Steffi. Aber was würdet ihr tippen? Irgendwie Mumbai oder so? Sehr gut geteppt. Also, zu den lautesten Städten der Welt gehören laut Studien "de li", "mombai", "keiro" und "dakar". Dass es in diesen Megas-Hitties unfassbar laut sein muss, macht auch irgendwie Sinn. Aber wie laut ist dort wirklich, hätte ich echt nicht gedacht. Was denkst du denn? Was ist die Grundlautsstärke in "dakar", also in der lautesten Stadt der Welt? Also, bei welchem Dezibelwert liegt die? Kurz nochmal zur Orientierung. Unsere Atmung liegt ungefähr bei 10 Dezibel. Eine normale Gesprächslautsstärke liegt bei 50 bis 55 Dezibel. Ein Düsenjet bei ca. 140 Dezibel. Und viel lauter wird es dann auch eigentlich nicht. Also es wird ja mal deutlich über 55 sein. Davon kann ich mal ausgehen. Und dann würde ich sagen, weil 100 ist schon doll. Deswegen würde ich vielleicht so 75, 80 sagen. Also in "dakar", der Hauptschat von Bangladesh, hat das Umweltprogramm der Vereinten Nation eine Grundlautsstärke von knapp 119 Dezibel festgestellt. Damit ist ein "dakar" zum lautesen Ort der Welt ernannt worden. Klar, mit mehr als 36 Millionen Einwohner*innen, älteren Fahrzeugen mit lauten Auspuff und Motoren geräuschen und regelrechten Hubkonzerten wird es natürlich ziemlich laut. Diese Zahl war trotzdem ein richtiger Schocker für mich. Laut einer Lärmpegel-Tabelle des Hörlerbors der HTW Berlin entsprechen 119 Dezibel in etwa der Lautstärke eines Rock-Konzerts. Also 119 Dezibel sind einfach lauter als ein Presslofthammer oder eine Kettensege. Das ist schon crazy, wenn man bedenken, dass sich schon bei einer viel geringeren Grundlautsstärke das Risikofe Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöht. Geräuschpegel um die 120 DZB liegen deutlich im roten Bereich.
diese Lärmpägel Tabelle und werden nur noch von Düsenflugzeugen oder Silvesterböller übertroffen. Ab da kann dann unser Gehör auch irreparabel beschädigt werden. Das ist schon krass. Aber tatsächlich stört uns nicht jeder Lärm gleichermaßen. Was würdest du denn denken? Was ist der Lärm, der uns im Alltag häufig begegnet, beziehungsweise, bei dem sich am meisten beschwert wird? Boah, also ich glaube viele Nachbarn beschweren sich über das. Zulautomusik? Vielleicht kann es auch das sein, weil das überall manchmal ein bisschen zu laut in Restaurants oder so. Oder Hupen von Autos. Und damit liege ich gar nicht so falsch. Laut einer Umfrage des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2024 fühlen sich die meisten Menschen von Straßenverkehrslärm belästigt. Und direkt danach kommt der Nachbarschaftslärm. Aber auch Fluglärm kann in den betroffenen Kommunen zu einem richtigen Störfaktor werden. Okay, Zeit für einen kurzen Recap. Der LDE-Enwert ist ein Lärmindex, der die durchschnittliche Lärmbelastung über 24 Stunden hinweg berechnet. Dabei werden Tagesabend und Nachteiten unterschiedlich stark gewichtet. Liegt dieser LDE-Enwert zwischen 50 und 55 Dezibel, wird es gesundheitlich problematisch. Aber welche konkreten Auswirkungen hat Lärm denn jetzt auf unsere Gesundheit? Wir haben ja schon darüber gesprochen, was Lärm eigentlich ist und von welcher Art Lärm wir uns am stärksten gestört fühlen. Aber jetzt wollen wir wissen, wie sich Lärm auf unsere Gesundheit auswirken kann. Besonders im städtischen Raum herrscht meist ein gewaltiger Lautstärkepegel. Ist ja auch logisch. Mehr Menschen bedeuten mehr Verkehr. Und dazukommt, man wohnt ja häufig näher an seinen Nachbar*innen als in ländlichen Region. Deshalb sind die Gesundheitsrisiken von Lärm hier besonders hoch. Also das Herz wird schneller. Du hast das Gefühl, du kannst dich nicht mehr konzentrieren. Du kannst dich nicht mehr klar. Ja, mit jemanden vielleicht auch sprechen. Du bist die ganze Zeit abgelenkt. Und mir wird dann meistens auch ein bisschen wärmer, weil ich einfach halt gestresst bin. Sophie, habt ihr schon am Anfang gehört? Für sie werden lauter Alltagssituationen wie der Einkauf im Supermarkt oder die Fahrt mit der Bahn zu einer echten Belastung. Sie fühlt sich danach oft ausgelaugt. Für mich geht's schon los, wenn ich in den Einkaufsladen reingehe und ich hör das Piepsen von den Kassen. Und ich hör die Menschen, die miteinander natürlich reden. Und wenn dann auch noch viel los ist, dann ist natürlich automatisch auch lauter. Und dann sind da vielleicht noch durchsagen und hintergrundmusik und sonstiges. Und das alles zusammen ist einfach, ja, deswegen ich bin keine Person, die Einkaufen mag. Damit ist Sophie nicht alleine, sagt unser Experte Dirk Schreckenberg. Klar, man geht freiwillig in den Supermarkt, aber das dann dort Geräusche sind, das ist nichts, was man selbst sich ausgesucht hat. Diese Vielzahl an ja auch nicht wirklich zueinander passenden Geräusche, das ist ein Gerichtgeräuschsalat, der da schon mal entstehen kann und den ich mir nicht ausgesucht habe. Und das ist halt das, was Lärmbelestigung definiert. Und Lärmbelestigung ist ja genau das Stichwort über das wir gerade schon gesprochen haben. Eine Geräuschkulisse oder Geräuschsalat, wie Dirk Schreckenberg das genannt hat, die nicht mir nicht ausgesucht habe, kann Stress auslösen. Und diesen Alltagssituation kann man nicht so schnell entfliehen. Ich meine, es kann ja nicht auf einmal jedes Geräusch im Supermarkt abgestellt werden, oder? Obwohl vielleicht ja doch, aber dazu kommen wir später. Auf jeden Fall kann genau dieser Stress, der durch eine Geräuschkulisse entsteht, sogar körperliche Reaktion hervorrufen. Und spätestens hier wird es gesundheitlich relevant. So war es auch bei Sophie. Das Stress ist, der auch vom Kniischen oder Zähne zusammen pressen kommt, was man in der Verbindung auch sehen kann. Das halt sobald ich überreizt oder gestresst durch zum Beispiel Lärm bin, dass ich halt anfange, meine Zähne auffandern, dazu pressen, das mache ich zum Beispiel dann auch beim Einkaufen. Und je höher die Belastung ist, desto akuta sind die gesundheitlichen Folgen für unseren Körper. Laut unserem Experten betrifft das besonders eine Zielgruppe. Also die Gruppe, die da am stärksten belästigt sind, das sind so erwachsene mittleren Alters, auch immer mal irgendwo zwischen 30 und 55. Wow, okay, das sind Littschuldige genau die Leute, von dem man sagen würde, die stehen mitten im Leben. Und das liegt vor allem daran, das geradezu beginn dieser Lebensphase besonders viel gleichzeitig passiert. Man ist großgehörnert, Ausbildung hinter sich, man gründet vielleicht eine Familie, zieht nochmal um, etabliert sich irgendwie im Beruf. Und da gibt es überall Ansatzpunkte, wo Neues entsteht und wo auch Situationen sind, wo auch viel Altersstress auftauchen kann. Diese vielen Veränderungen und Verpflichtungen sorgen eben für einen hohen Alltagstress. Und da kommt Lärm oft auch noch on top und kann diesen Stress verstärken und gesundheitliche Folgen haben. Eine der bekanntesten Untersuchungen zu den gesundheitlichen Folgen von Lärm ist die NORA-Studie. Das steht für "Neues Related, annoyance, cognition and health". Sie wurde in Deutschland über mehrere Jahre hinweg durchgeführt und gilt als eine der umfassendsten Lärmbirkungsstudien weltweit. Die Forschenden haben untersucht, wie sich Flug, Straßen und Schienenlärm auf Gesundheit, Lebensqualität und sogar die kognitive Entwicklung von Kindern auswirkt. Das Ergebnis war ziemlich eindeutig. Je höher die Lärmbelastung desto größer die gesundheitlichen Risiken. Besonders auffällig war der Zusammenhang zwischen Lärm und Herz-Kreislauferkrankung. Aber auch Schlafprobleme, depressive Symptome und Konzentrationsstörung treten deutlich häufiger auf, wenn man permanenter Lärmbelastung ausgesetzt ist. Und das alles resultiert aus dem Stress, den Lärm erzeugt. Und Stress erzeugen heißt, dass eine ganze Batterie an Reaktionen, körperlichen Reaktionen und psychischen Reaktionen auftreten, die wir auch immer dann haben, wenn wir gestresst sind. Und da können dann eben Stressreaktionen so weit langfristig sich auswirken, dass das Herz-Kreislaufsystem beeinträchtigt ist. Und was so viel angeht, sie geht ihrer Geräuschempfindlichkeit irgendwann auf den Grund. Und dadurch, dass auf Social Media dann immer mehr dazu auch geteilt wurde, bin ich so die letzten Jahre, also auch relativ spät, sage ich jetzt mal, darauf auch Möchstang geworden, dass es halt noch also hochsensibilität gibt. Mit Anfang 20 geht sie dann mit ihrer Vermutung zu einer therapeutischen Beratung. Und die bestätigt ihr, dass sie vermutlich wirklich hochsensibel ist. Wichtig ist hier, dass hochsensibilität keine medizinische Diagnose ist, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Bei dem haben Menschen eine überdurchschnittlich hohe Empfindsamkeit und Sensibilität für emotionale und äußere Reize. Damit gehört Sophie wahrscheinlich zu den 10% der Lärm über empfindlichsten Menschen der Welt. Das ist jetzt auch voll schön zu wissen, dass da was ist, weil ich mich so viel besser informieren kann und so herausgefunden habe. Warum? Ich manchmal so reagiert habe, wie ich reagiert habe. Also fassen wir zusammen. Laut der Lärmwirkungsforschung kann eine Dauerbelastung ab 50 dB, das Risiko für langfristige Herz-Kreislauferkrankungen, Blut-Hochdruck oder einen Herzinfarkterhöhen. Bevor es soweit kommt, können Geräuschkulissen aber schon zu Konzentrationsproblemen oder zu anderen Stressreaktionen wie Zähneknüssen, Verspannungen oder auch Nervosität für. Bei einer längeren Belastung von etwa 90 dB oder höher wird Lärm dann übrigens auch gefährlich für unser Gehör. Das entspricht beispielsweise ungefähr der Lautstärke im Klub, aber auch Kopfhörer lassen sich zum Teil so laut einstellen. Hier ist übrigens die Devise, die 60-60 Schutzregel. Maximal 60 Minuten am Tag bei höchstens 60 Prozent der maximalen Lautstärke, insbesondere bei In-Eerkopfhörern. Also, Lärm kann dazu beitragen, dass wir krank werden. Und um das zu verhindern, schauen wir uns jetzt an, wie wir uns zumindest so gut es geht, vor Lärm schützen können. Was können wir denn jetzt gegen Lärmbelästigung tun? Manchen Geräuschkulissen können wir ja nicht einfach so aus dem Weg gehen. Deswegen gibt es mittlerweile ja verschiedene Gadgets wie Orschstöpsel oder Neuskänzling-Kopfhörer. Aber was bringen die eigentlich wirklich? Tip Nummer eins. Neuskänzling-Kopfhörer. Kopfhörer mit Neuskänzling, also Geräuschunterdrückung, machen das Hören in lauten Umgebungen angenehmer. Die Musik, das Hörbuch oder der Podcast im besten Fall natürlich wissen Weekly werden klarer und man nimmt weniger störende Hintergrundgeräusche von außen war. Oder man kann natürlich nur die Neuskänzling-Funktion einschalten, ohne etwas auf den Kopfhörern zu hören. Und auch ich bin Fan von den Dingen. Vor allem zu meiner Zeit in der Berliner Torstrasse habe ich meiner Kollegin Steffi erzählt. Ich habe mit Neuskänzling gearbeitet, aber ich glaube nicht, dass ich mir gedacht habe, aber jetzt gehe ich raus. Ich muss meine Neuskänzling-Kopfhörer reindpacken. Ich habe die einfach drin und habe dann einfach, wenn ich draußen war und es war dann irgendwie doch wieder sehr laut, dachte ich, "Oh ja, ich kann ja auch umswitschen auf Neuskänzling und das habe ich dann gemacht." Es gibt dazu aber auch kritische Stimmen.
in der Wissenschaft. Einige Audiologinnen halten es für möglich, dass Neuskänzling-Kopfführer die Hörverarbeitung im Gehirn beeinflussen könnten. Das bedeutet, dass Neuskänzling-Kopfführer möglicherweise verändern könnten, wie das Gehirn Geräusche verarbeitet. Nicht die Ohren, sondern dass Gehirn selbst könnte träge werden, weil es durch die Geräuschunterdrückung daran gewöhnt wird, weniger verschiedene Geräusche verarbeiten zu müssen. Andere Fachleute sagen wiederum, nicht die Geräuschunterdrückung ist das Problem, sondern eigentlich nur die häufig zu laut Musik, die wir durch unsere Kopfhörer hören. Die Wissenschaft ist sich hier also noch nicht ganz einig. Unser Experte schätzt Neuskänzling-Kopfführer aber als unbedenklich ein. Warum nicht? Also, das kann man schon machen, wenn man so was macht, man hat Kopfhörer auf, hat es zet auf und hört da was. Da muss man für sich darauf achten, dass man es nicht zu laut einstellt, aber dass man das an sich macht, dass man sich da so eine eigene Geräuschwelt schafft oder eben Neuskänzling-Kopfhörer aufhat und gar nichts drauf hat, das ist okay. Puh, Glück gehabt. Das klingt doch schon mal sehr gut für alle Fans der Neuskänzling-Funktion. Aber auch wenn Neuskänzling nicht per se schlecht für unsere Ohren ist, sollten wir sie natürlich trotzdem nicht 24/7 tragen. Denn sonst könnten sich unsere Ohren an eine geräuschlose Kulisse gewöhnen und das entspricht ja nicht der Welt in der wir leben. Und auch in bestimmten Situationen sollten wir das tragen eher vermeiden. Das sagt auch so viel. Ich Angst habe, dass ich nicht die Kontrolle habe, was um mich herum passiert. Und es immer so bei mir der Zwiespalt so einerseits würde ich gerne die Geräusche in der Straßenbahn oder in der Stadt unterdrücken, aber andererseits möchte ich auch wissen, was um mich herum passiert und darauf reagieren können. Problematisch werden Neuskänzling-Kopfhörer vor allem im Straßenverkehr oder überall da, wo man wahnsinnale Durchsagen oder andere Menschen hören sollte. Logisch. Deswegen besonders im Straßenverkehr lieber auf Neuskänzling verzichten. Tip Nummer 2 - Orstöpsel. Das ist wohl das Gadget an das man beim Thema Lärm als erstes denkt. Und es gibt dann nicht nur diese klassik Schaumstoffdinger. Aber es gibt spezielle kleine Ornstöpsel, die auch speziell für Konzerte gemacht sind, die nur so ein bisschen die Geräusche runterfahren. Das kann ich sehr empfehlen, dass man sich sowas holt, dass wenn es zu laut wäre, dass man die rein macht. Mittlerweile gibt es da ja auch so viele verschiedene Modelle. Also zum Beispiel extra weiche Schaumstoff Orstöpsel, Orstöpsel aus Wachs oder Watte oder diese elektronischen Orstöpsel, bei den man sogar verschiedene Modi einstellen kann. Tatsächlich kommt auch hier ein kleines Aber. Dauerhaft sollte man Ornstöpsel nicht tragen. Sie können nämlich zum einen den Orenschmals tiefer in den Gehörgang drücken und das kann zu Entzündung führen. Zum anderen gewöhnt man sich schnell daran, alle Geräusche auszublenden, sodass man zum Beispiel irgendwann nicht mehr ohne Stöpsel schlafen kann. Aber der wohl wichtigste Tipp von unserem Experten ist tatsächlich gar kein Gadget. Tipp Nummer drei, dem Ornmal eine Pause gönnen. Beim Schutz vor Lärmen sollte es nämlich nicht nur darum gehen, uns an lauten Orten etwas in die Orn zu stopfen, um den Lärm zu verringern. Unser Experterät, vor allem nach einem längeren Aufenthalt in einer extrem lauten Geräuschkulisse, wie in einem Club oder auf einem Konzert, sollten wir unseren Oren eine Pause gönnen und an einen möglichst ruhigen Ort gehen. Wenn man dann in den Club geht und es dann tatsächlich sehr laut ist, das merkt man dann auch. Dann geht man dann irgendwann mal nach wieder nach Hause und wenn man dann das Gefühl hat, man fühlt sich gerade etwas Taub um die Orn, dann wär es schon ganz wichtig, dass man irgendwie dem Orn dann auch eine Pause gönnt und nicht gleich irgendwie drei Stunden später in den nächsten Club geht. Aber ständig den Lärmquellen aus dem Weg zu gehen geht ja gar nicht. Wenn man täglich auf die Öffis angewiesen ist oder man einfach gern feiern oder auf Konzerte geht. Deswegen ist es wichtig, die Ursache des Lärms zu bekämpfen. Ich persönlich sehe da so ein bisschen auf die Frage des Verursacherprinzips. Wenn da draußen irgendwelche Lärmquellen sind, die so nicht sein müssten in der Form oder nicht zu derzeit sein müssten, dann wär es doch mal guter, übernachzudenken, ob man das an der Stelle nicht ändern kann und nicht alles den Menschen überlässt, die dann am Ende davon betroffen sind. Und um genau dafür zu sorgen, dass der Lärm an seiner Ursache verhindert oder zumindest mal reduziert wird, gibt es die sogenannte Lärmaktionsplanung. Dabei erarbeiten Städte auf Grundlage von Lärmkarten konkrete Maßnahmen, um Lärm vorzubolgen, zu verhindern und zu mindern. Dabei gibt es nur ein Problem. Dieser Lärmaktionsplan soll auch in Beteiligung mit der Öffentlichkeit erstellt werden und das ist etwas, was eigentlich nicht vernünftig passiert. Denn die meisten Menschen, inklusive mir, wissen überhaupt nicht, dass bei ihnen zu Hause Lärm dokumentiert wird und dass es so etwas wie ein Lärmaktionsplan gibt, und dem man sich beteiligen kann. Na ja, aber vielleicht habt ihr ja jetzt Lust bekommen, das für eure Gegend mal abzunehmen, Infos dazu verlinken wir euch in den Show-Nodes. Und auch so viel hat noch ein Tipp für alle Parade, die genau wie sie Probleme mit der Geräuschkulisse im Supermarkt haben. Die stille Stunde im Supermarkt. Mittlerweile tatsächlich sogar viel öfters. Also es war die letzten Jahre noch eine Seltenheit und ganz, ganz wenige Supermarkt haben mitgemacht, aber mittlerweile ziehen immer mehr Supermärkte nach, dass sie an einem Tag der Woche oder zwei Tage die Woche eine stille Stunde haben und dass Personen, die besonders auf Lärm reagieren, dann genau da einkaufen gehen können, weil da dann quasi das Gepiepe weg ist und die Hinterkunftmusik und alles einfach komplett stillgestellt ist. Das ist ziemlich cool, finde ich. Die Aktion wurde ursprünglich für Menschen mit Autismus, ADHS oder anderen Neurodivergänzenden inzluben gerufen und zumindest zeitweise die Reizüberflutung zu stoppen. Welche Supermärkte an der Aktion, wann und wie teilnehmen, könnt ihr auf der Homepage der stillen Stunde nachlesen. So viel schafft es mit Hilfe von Angeboten wie diesen, Gadgets und ihrem ruhigen Selfs-Base in ihren eigenen Vierwenden sich nicht mehr von Lärm einschränken zu lassen. Ich habe immer wieder probieren und tun und machen, weil ich glaube, wenn wir uns die ganze Zeit zurücknehmen, dann werden wir immer empfindlicher, weil wir natürlich immer weniger geräuschen ausgesetzt sind. Fassen wir also zusammen. Lärm ist eine größere gesundheitliche Belastung für uns, als wir vielleicht im ersten Moment denken. Dauerehafte Lärmhege wirken sich auf unsere mentale und körperliche Gesundheit aus, sogar dann, wenn wir die Symptome nicht direkt mit Lärm in Verbindung bringen. Es fängt an mit Werten von 25 bis 45 dB, die schon unsere Ruhephasen und unsere Konzentration beeinträchtigen können. Werte darüber hinaus können so viele Stressreaktionen uns auslösen, dass Lärm uns krank machen kann. Man könnte sagen, Lärm ist eine Art unsichtbarer Stressor. Besonders in Lebensphasen mit viel Verantwortung und wenig Rückzugsraum kann Lärm zur zusätzlichen Belastung werden. Erraubt uns Erholung, kann uns ablenken, erhöht unser Stresslevel und kann dadurch langfristig unsere Gesundheit und besonders unser Herz-Kreislauf-System beeinflussen. Und genau deshalb ist es wichtig, dass wir uns selbst vor Lärm schützen, den Ursachen so gutes eben geht entgegenwirken und dass wir selbst rücksichtsvoll anderen Menschen gegenüber handeln. Und vielleicht nicht nach 22 U-Born oder einen privaten Rave starten. Aber Lärm ist ein gesellschaftlich relevantes Thema für uns alle. Und genau deshalb liegt die Lösung nicht nur in Neuskänzling-Kopf-Fürren, sondern auch in einem bewussteren Umgang, bessere Planung und politischen Entscheidungen, die Ruhe als Gesundheitsfaktor ernst nehmen. Nächste Woche geht es hier bei Wissen Weekly um die Frage, ob Männer die schlechteren Menschen sind. Es spielt sich auf alle Fälle in den Zahlen deutlich, wie da das Frauen friedlicher sind, dass sie weniger Gewalt orientiert sind, dass sie sich eher um andere, aber auch um sich selbst sorgen. Wenn ihr dazu fragen habt, dann schreibt sie uns in die Kommentare. Wir beantworten sie dann in der nächsten Folge. Und wenn ihr auch die nächsten Folgen nicht verpassen wollt, dann folgt unserem Podcast auf Spotify und aktiviert die Glocke. Ich bin Juli am Stopa und bedanke mich bei allen, die mit uns für diese Folge gesprochen haben. Dr. Dirk Schreckenberg und Sophie. Wenn ihr uns Lob oder Feedback schicken wollt, könnt ihr das in den Kommentaren oder per Mail tun. Und zwar an
[email protected] Wissen Weekly ist eine Produktion von Spotify Studios in Zusammenarbeit mit Kugel und Nire, Executive Producer Michael Bad-Lefsky, Audioproduktion, Hammer und Ambus. Redaktion, Stefanie Buchholz, Tatiana Tameros und ich Juli am Stopa. Creative Producer, Nadine Raber, Line Producer, Sarrul Krause Yench. Hey, hier ist Stefie aus dem Wissen Weekly-Team. Ihr habt uns Fragen zum Thema Lermen schickt. Und Mikey wollte wissen, kann man sich an Lerm gewöhnen. Beziehungsweise ist es kulturell bedingt, wie Lermresistent ein Mensch ist. Also zuallererst muss man hier sagen, dass Lermempfindlichkeit natürlich generell ein subjektives Empfinden ist. Manche Menschen reagieren sensibler auf Geräusche als andere. Das hat aber keine kulturellen Hintergründe. Und unser Experte Dr. Dirk Schreckenberg sagt auch. Der Organismus kann sich nichts zu 100% an Lerm gewöhnen. Und so Körper reagieren alle sehr ähnlich auf.
unabhängig von Kulturer, Herkunft oder Wohnort. Aber es kann schon sein, dass sich unsere Wahrnehmung ändert, wenn wir dauerhaft in einer Lauten Umgebung sind. Dann kann es sein, dass man bestimmte Geräusche oder Lautstärkepägel so abjektiv als weniger störend wahrnimmt. Die gesundheitlichen Risiken bleiben jedoch dieselben. Deswegen kann man nicht von einer Lärmresistenz sprechen.