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Langjährige Beziehung, Gefühle weg: Ist euer Liebes-Aus vorprogrammiert? #258

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Langjährige Beziehung, Gefühle weg: Ist euer Liebes-Aus vorprogrammiert? #258

Die Transkription beschreibt, wie eine Beziehungskrise durch langsame Abnahme der Gefühle entsteht, oft durch emotionale Distanz, Schutzmauern und strukturierte, aber funktionale Alltagstätigkeiten. Beispielsweise führt eine hohe Arbeitsbelastung eines Partners zu einer Aufteilung der Verantwortlichkeiten, wodurch die emotionale Nähe verliert. Die Frau fühlt sich alleinerziehend, während der Mann sich in seiner neuen Rolle vollständig einarbeitet und wenig Aufmerksamkeit für die andere Person zeigt. Diese Situation führt zu Verletzungen, die sich zu einer Schutzmauer ausbreiten, wo positive Gefühle und Zugehörigkeit verdrängt werden. Die Aufarbeitung dieser Verletzungen ist entscheidend, um ein neues Verhältnis zu schaffen. Durch tiefe Reflexion, die Erinnerung an frühere positive Momente und gemeinsame Erfahrungen wird die Liebe wieder gelebt. Es geht nicht nur darum, die Trennung abzustellen oder den Alltag zu überleben, sondern um echte, emotionale Verbindungen zu schaffen – durch gemeinsame Zeit, Abenteuer und offene Kommunikation. Das Ziel ist eine Wunschbeziehung, die auf echter Verbundenheit, Empathie und gemeinsamer Lebenserfahrung basiert. Die Beziehungen können nur dann langfristig stabil sein, wenn die emotionalen und strukturellen Ursachen der Krise erkannt und verarbeitet werden.

Transcription

6285 Words, 38218 Characters

German
Wie konnte das denn passieren, dass ich das bei meiner Frau nicht gemerkt habe? Sie hat ja nichts gesagt. Es gab doch gar keine großen Streitigkeiten. Hier lief doch der Laden. Wieso ist mir das nicht aufgefallen? Hey, warte mal, das ist mein Verantwortungsbereich. Red mir da nicht rein. Du musst doch wissen, was du willst. Was willst du denn jetzt? Willst du jetzt, ist das jetzt die Trennung oder ist das nicht die Trennung? Wir müssen doch jetzt die nächsten Schritte besprechen. Wie sollen wir es den Kindern sagen? Hast du mit anderen drüber gesprochen? Letzte Woche haben wir akute Tipps gegeben, was du tun kannst, wenn dein Partner oder deine Partnerin keine Gefühle mehr hat. Heute gehen wir in die Tiefe und erklären, wie ihr Klarheit findet und die Beziehungskrise überwindet. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch, raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung. Es ist ein sehr häufiges Thema, warum sich Paare bei uns melden, dass die Gefühle nicht mehr da sind oder zumindest starke Zweifel. Ist das Liebe? Ist das Gewohnheit? Was unterscheidet das? Es kommen Fragen auf, zum Beispiel, wie definiert man Liebe denn überhaupt? Wie spürt man das? Was ist denn der Unterschied zwischen Liebe und Gewohnheit? Das heißt, wenn da erstmal so ein Punkt entstanden ist, dass man in diese Zweifel hineinkommt, dann hinterfragt man erstmal oder dann beschäftigt man sich das erste Mal so richtig damit, was bedeutet das denn überhaupt, dass ich Liebe für jemanden empfinde, also gegenüber den Kindern? Ist das vollkommen klar, wie sich das anfühlt? Und die Verliebtheit, die können wir auch sehr gut definieren und sagen, was das mit uns macht. Aber das Gefühl von Liebe, da ist dann doch häufig, dass erstmal so ein Stocken kommt und man sagt, ja warte mal, was heißt denn Liebe überhaupt für mich? Und wie spüre ich das genau? Das sieht man auch immer daran, wenn Menschen in den Coachings bei uns erzählen, warum sie so erschüttert darüber sind, dass die andere Person keine Gefühle mehr hat. Also wenn wir in diese Reflexion einsteigen, dann ist es gar nicht selten so, dass jemand sagt, ja, aber wir waren doch noch zusammen im Urlaub. Ja, aber wir haben uns doch gerade noch neue Fahrräder gekauft. Ja, aber wir hatten doch letzte Woche eigentlich einen ganz netten Abend zusammen mit den Kindern. Also wir versuchen Sicherheit zu gewinnen und zu sagen, aber mir fallen doch so viele Momente ein und so viel Verbindlichkeit zwischen uns. Das kann doch nicht sein, dass du keine Gefühle mehr hast, weil das andere besteht ja trotzdem. Und viele befinden sich in einer Situation, die wir jetzt einmal kurz beschreiben, wollen, wie jetzt Mia und Mike, haben wir sie mal genannt, Ende 30, sind seit elf Jahren in einer Beziehung, seit fünf Jahren verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder, die zwei und vier sind. Mike hat nach der Geburt von dem zweiten Kind eine Führungsposition eingenommen und ist nur noch maximal zwei Tage die Woche im Homeoffice, hat viele Geschäftsreisen, ist extrem eingespannt und hat eine hohe Führungsverantwortung. Mia hingegen fühlt sich alleingelassen, spürt Einsamkeit. Trotz ihrer Beziehung. Sie fühlt sich alleinerziehend mit den zwei Kindern. Und das ist etwas, was bei Mike dann auch gar nicht so ankommt. Der ist ja voll in seiner neuen Aufgabe drin, arbeitet sich ein und ist da total eingespannt. Der ist ja voll eingenommen dann auch einfach im Kopf und hat dann gar nicht mehr so den offenen Blick dafür, wie Mia sich fühlt. In der Folge erlebt Mia Unsicherheit über ihre Gefühle. Das Paar lebt nebeneinander her. Es wird immer funktionaler. Man kommt durch die Woche, macht am Sonntag so einen Haken dran. Ich habe die Woche überlebt oder wir als Familie haben die Woche überlebt. Aber es fehlt eben die Paarzeit, die Zeit als Liebespaar, wo man am Ende der Woche sagt, dass das war eine echt schöne Woche gemeinsam. An einem Abend, an dem Mia für die Familie schön gekocht hat, kommt es dann dazu, dass Mike gestresst wieder von der Arbeit nach Hause kommt, schmeißt die Arbeitstasche ins Büro. Legt das Handy beim Esstisch neben sich und die Kinder erzählen von ihrem Tag im Kindergarten, wofür Mike aber gar kein Interesse zeigen kann. Mia fühlt sich erneut einsam. Sie hat keine Wertschätzung bekommen dafür, dass sie sich um die Kinder gekümmert hat, dass sie so nett gekocht hat. Es gab keinen Begrüßungskuss. Sie dachte, das wird irgendwann mal anders, aber es hat sich nichts geändert. Sie fühlt sich eigentlich eher wie eine Arbeitskollegin. Wie ein weiterer Termin. Wenn die Kinder nicht wären, hätte sie sich schon lange die Reißleine gezogen. Und als Mia dann ausgesprochen hat, dass sie über ihre Gefühle nachgedacht hat und dass sie gemerkt hat, dass ist das Liebespaar eigentlich in der Form, wie sie sich das wünscht, nicht mehr gibt und dass sie eigentlich ein Team sind. Und selbst da sie sich sehr allein fühlt, sondern es eigentlich recht funktional ist zu Hause, gab es erstmal Schock und Verunsicherung über das Aussprechen der Wahrheit. Und natürlich auch eine sofortige Angst, dass es jetzt zur Trennung kommt, dass das sozusagen das erste Häppchen ist auf dem Weg zur Trennung. Und auch ein starkes Gefühl von Ablehnung und auch von persönlichen Versagen, weil Mike war natürlich in seiner Welt, in seinem Blickwinkel gerade auf dem aufsteigenden Ast. Er hatte gedacht, er macht was für die Familie, er baut was auf. Er fühlte sich wie jemand, der in voller Verantwortung steht. Und hat jetzt das Gefühl von Ohnmacht und Kontrollverlust über den weiteren Verlauf. Und er zweifelt natürlich auch an sich selbst, dass er gesagt hat, wie konnte das denn passieren, dass ich das bei meiner Frau nicht gemerkt habe. Sie hat ja nichts gesagt, es gab doch gar keine großen Streitigkeiten, hier lief doch der Laden. Ich finde, da sind zwei Aspekte total wichtig drin. Das eine ist dieser Unterschied in der Wahrnehmung der Gesamtsituation. Davon ausgeht, er tut der Familie etwas Gutes, denn dadurch, dass er jetzt diese Führungsverantwortung hat, mehr arbeitet, kann er den Lebensstandard der Familie erhöhen und kann eben für schönere Urlaube sorgen, für mehr finanzielle Freiheit im Alltag und so weiter. Und macht das in seinem Gefühl eben für die Familie, was durchaus bei der Frau in dem Fall kognitiv ankommt. Das ist für den Kindern nicht, weil gerade mit zwei und vier, die erleben nur, Papa ist mehr weg. Aber dass die Urlaube irgendwie exklusiver sind oder so, das ist noch nicht in deren Welt. Und dann erlebt die andere Seite, hier in dem Fall die Frau einfach, ich habe jetzt mehr Care-Arbeit, mehr Stress. Und dann kommt dieser Team-Aspekt hinzu, der hört sich immer erstmal toll an. Nur wie arbeiten Teams ja typischerweise zusammen? Indem sie Abteilungen bilden. Dann eine Abteilung Care-Arbeit und eine Abteilung Geld verdienen zum Beispiel. Und dann kann es dazu kommen, dass eben immer mehr emotionale Distanz entsteht, weil wenn ich für einen Teil recht intensiv verantwortlich bin und die Aufgaben darin erledige, brauche ich darüber ja auch nicht mehr so viel Austausch. Ich mache es ja eh alleine. In einem Unternehmen hätte man jetzt in einem Team wahrscheinlich eher drei, vier Leute zusammen in dieser Abteilung. Und dann hat man das. Dann haben wir ja diese Team-Arbeit. Aber jetzt sind wir ja als Elternpaar und als Liebespaar zu zweit. Das heißt, wenn wir Teams bilden und anfangen, Verantwortungsbereiche zu trennen, dann hat keiner mehr irgendwie einen Spirits-Partner, einen Team-Partner. Und dann beginnt das, dass wir uns zwar als Team fühlen und funktional die Woche gut strukturiert gestalten, aber jeder für sich. Und das ist das, was die emotionale Distanz immer weiter herbeiführt und diese Einsamkeitsgefühle. Und dann können wir auch einfach immer weniger Gespräche stattfinden. Und wenn dann noch entsprechende Verletzungen zukommen, dann geht sogar die Konfliktspirale in eine weitere Richtung. Nämlich, dass wenn wir dann ein Gespräch über unsere unterschiedlichen Abteilungen führen und ich sage, ja, aber müsstest du nicht mit unserem Sohn das und das anders machen? Dann entsteht eine Abwehrreaktion in Form von, hey, warte mal, das ist mein Verantwortungsbereich. Gerne genommen, wenn zum Beispiel jemand tatsächlich in der Wohnung ist. Wenn jemand in der Woche viel am Reisen ist oder tatsächlich dann für seinen Job in eine andere Stadt fahren muss, dort dann vier Nächte macht und dann wieder zurückkehrt, dann ist am Wochenende ja derjenige auf einmal im Familienleben drin und möchte natürlich daran teilhaben und möchte mitgestalten. Das stört aber die etablierten Prozesse, die etablierten Dynamiken und dann wird derjenige zunehmend mit längerer Zeit als Störfaktor empfunden. Und das sind alles Dinge, die diese emotionale Distanz immer weiter herbeifördern. Also ein Team sein ist grundsätzlich gut, aber wenn man das in Abteilungen aufgliedert, dann wird es schwierig. Und wir brauchen ja auch nicht ein funktionales Team für ein Liebespaar. Nämlich Gefühle zeichnen sich ja auch dadurch aus, dass wir nicht nur Aufgaben verteilen, sondern dass wir eine emotionale Nähe haben. Also dass es noch etwas anderes gibt, außer die Verwaltung unseres Lebens. Weil das kann ich mir hart gesagt ja auch mit anderen Menschen. Sonst teilen, dass man mit anderen Menschen Wohngemeinschaften bildet, Verantwortlichkeiten abgibt, was auch immer. Sondern das ist ja auch der Unterschied zu Freundschaften, zu anderen Beziehungen, dass da etwas zwischen zwei Menschen ist, was im besten Fall exklusiv ist und was besonders bei beiden Menschen etwas auslöst. Dass ich vielleicht nicht mehr das Bauch kribbeln nach ein paar Jahren, aber ein Gefühl von enger Verbundenheit, besonderer Vertrautheit, von Geborgenheit. im ganz speziellen Sinne weiß und auch von körperlicher Anziehung. Und das habe ich nicht, wenn ich nur in einem Teamgefühl bin, sondern das bekomme ich durch gemeinsame Zeit, gemeinsame Momente, gemeinsame, ja, einfach auch treiben lassen im Leben und nicht von gemeinsamen To-Do-Listen abhaken. Ja, deswegen sage ich mal so, dass den Sonntag, wenn man so den Haken dran macht, wir haben die Woche überlebt, das ist ja nicht das Ziel. Also natürlich möchte ich überleben, aber ich bin irgendwie nicht funktional durch die Woche gekommen und wir haben alle Pflicht-To-Dos abgearbeitet. Das ist vielleicht im Job so, dass man das vielleicht da so benennt, aber im Privaten, in der Beziehung ist auch das Ziel, dass man seine Pflicht-To-Dos auch hier so effektiv und effizient wie möglich abarbeitet. Aber eigentlich ja, um Freizeit rauszuholen für Lebensmomente, für schöne Zeit als Paar, schöne Zeit als Familie, Zeit für mich alleine. Also das ist ja das eigentliche Ziel, was ich erreichen möchte, dass möglichst viele Lebensmomente entstehen, auch im Alltag. Gerade in dem Coaching gehabt, dass das Paar auch nochmal für sich so die Erkenntnis hat und sagt, ja, also wir leben ja eigentlich immer in unserem Alltag, aber das macht ja gar keinen Sinn für den Urlaub. Den Alltag quasi zu gestalten und durch den Alltag irgendwie so durchzukommen, um dann sich auf den Urlaub nur zu freuen, weil wir haben ja irgendwie 320, 330, 340 Tage im Jahr, wo wir Alltag haben und vielleicht irgendwas so zwischen 10 und 20 Tage, wo wir verreisen und irgendwie insgesamt 30 Tage Urlaub, wo man auch nochmal einige To-Dos häufig macht, die man ja sonst nicht geschafft hat. Ja. Das heißt, es muss irgendwie so sein, dass der Alltag schön läuft. Wenn wir in dieser absoluten Krisensituation sind, kommt es sehr häufig auch zu Kommunikationsschwierigkeiten, weil es ist so eine ungeklärte Situation und jeder Mensch reagiert da anders drauf. Einige Menschen möchten sich gerne in der Situation zurückziehen, haben das Gefühl, es wird mir alles zu viel, ich muss für mich alleine sein, ich kann gar kein Gespräch führen, das würde nichts bringen. Und andere Menschen sagen, jetzt müssen wir darüber reden. Ich muss jedes Detail wissen, ich muss das verstehen, ich muss das Gefühl haben, ich komme übers Reden wieder in die Kontrolle und in die Sicherheit. Und dabei kommt es natürlich auch zu sehr vielen emotionalen Verletzungen, weil es da häufig leider in der Kommunikation nur über Vorwürfe gibt, über Rechtfertigung, über Schweigen. Es ist eine Kommunikationsstruktur, die eigentlich immer Leid erzeugt und wo beide sich auch wirklich dann alleine gelassen fühlen, weil derjenige, der keine Gefühle mehr hat. Und die Person ist verzweifelt und sagt, ja, was soll ich denn machen, ich war jetzt doch ehrlich zu dir, ich habe doch nur das gesagt, was ich fühle. Die andere Person sagt, ja, das soll ich jetzt dir dafür noch danken, aber mir geht es total schlecht. Du musst doch wissen, was du willst, was willst du denn jetzt, willst du jetzt, ist das jetzt die Trennung oder ist das nicht die Trennung, wir müssen doch jetzt die nächsten Schritte besprechen, wie sollen wir es den Kindern sagen, hast du mit anderen darüber gesprochen. Also da ist so viel Druck in der Situation und man hat ja auch das Gefühl, man hat zu viel gemeinsame Verpflichtungen. Jetzt bei der ganzen Unsicherheit, ob es noch Hoffnung gibt. Das ist die wesentliche Frage. Ich finde, was man auch noch bedenken sollte, ist, dass es ganz häufig noch Trigger gibt, die hiermit aktiviert werden. Das eine, was wir häufig hören, ist, dass dann jemand sagt, ich bin selber Scheidungskind, also dann entsteht so eine Sorge vor dieser Situation der Trennung, der Scheidung, was macht das mit uns, mit den Kindern. Also da häufig eigene Erlebnisse als Kind. Die mehr oder weniger verarbeitet sind, aber wo dann so eine Sorge entsteht und dann ja auch eine Verlustangst, die bei manchen eben stark aktiviert wird, je nachdem, was man eben in vorherigen Beziehungen in der Kindheit erlebt hat, welche Menschen man schon im Leben verloren hat, ist das etwas, was auch nochmal die Situation verstärkt, was dann bis hin zu Flashbacks, Panikattacken laufen kann, Menschen nicht mehr in der Lage sind, arbeiten zu gehen, sich nicht mehr konzentrieren können. Also ganz viele verschiedene intensivste Auswirkungen. Wir wollen jetzt genauer schauen, wie löst man das. In der vorherigen Folge haben wir ja so ganz typische Tipps erstmal eingegeben, die man vielseitig findet, aber auch schon mal einen Punkt reingegeben, der in die Tiefe geht, die Suche nach der Ursache, wann war es mal gut. An dieser Stelle noch der Hinweis, wenn die folgenden Tipps euch schon weiterhelfen. Aber ihr merkt, ihr möchtet ganz gerne. Begleitet in die Tiefe gehen, das ist eine existenzielle Situation, die ihr ernst nehmen wollt, dann meldet euch sehr gerne bei uns für das telefonische Erstgespräch. Wir haben sehr, sehr viele Paare, die in eurer Situation sind, bereits begleitet, haben vielen dabei geholfen, ihre Beziehung neu zu formen, eine Wunschbeziehung zu visualisieren und dann über verschiedenste methodische Bausteine auch wieder zu einem Gefühl zueinander zu finden. Das, was wir jetzt ja am Ende sehen, ist ja nicht die Ursache, also die Ursache ist jetzt ja nicht, dass die Gefühle weg sind, sondern das ist das Symptom, was am Ende so zum Vorschein kommt. Und jetzt ist es, wie wir schon sagten, sehr wichtig, auf die Ursache zu kommen, um nachhaltig, damit sich so etwas in der Zukunft auch nicht wiederholt, handeln zu können. Und dafür ist es erstmal wichtig zu schauen, was ist da entstanden. Also gibt es gerade eine Schutzmauer, die entstanden ist? Die durch emotionale Verletzungen sehr häufig entstanden ist, die ja auch die Funktion hat, alles von mir erstmal wegzudrängen. Und mit alles meinen wir wirklich alles, nämlich auch die positiven Gefühle. Also ich decke meine negativen Gefühle, die entstanden sind, meine ganzen Verletzungen, aber auch das Positive und werde sozusagen neutral. Und neutral ist ein Zustand, den wir in einer Beziehung nicht brauchen. Gefühle sind nicht neutral. Wir wollen die andere Beziehungsperson ja nicht als jemanden ansehen. Der einfach da ist, sondern wir möchten in einer liebevollen Partnerschaft, dass wir gegenseitig uns die Liebe zeigen können. Und das ist schon immer ein großer Punkt, zu sagen, wie stehen wir zueinander? Wie lange sind diese positiven Gefühle vielleicht schon weg? Ist da eine Gleichzeitigkeit auch zu erkennen, wie wir ja auch schon sagten? Also gleichzeitig zu den Verletzungen, hat sich bei mir da eine Schutzmauer auch den positiven Gefühlen gegenüber aufgebaut? Merke ich, dass ich auch weniger motiviert war? Die letzten Monate, die letzten Jahre, weil ich gesagt habe, das gibt eh nur Stress, das mache ich nicht. Ich mache sowieso alles falsch, da gebe ich mir keine Mühe. Zum Geburtstag wird bei mir auch nie sich Mühe gegeben, mache ich auch nicht. Also was hat man alles runtergefahren? Und da fallen Menschen sehr viele Sachen ein. Und das sind meistens Kleinigkeiten, aber wir begrüßen uns gar nicht mehr richtig, wir küssen uns gar nicht mehr. Es gibt einfach nur noch so ganz oberflächliche Tür- und Angelgespräche. Wir reden nur noch über die Kinder. Wir essen gar nicht mehr gemeinsam. Jeder macht so ein bisschen sein eigenes Ding. Man fragt nur noch kurz, wie war dein Tag? Und das ist natürlich etwas, wenn man möchte, dass man liebevoll und mit Gefühl miteinander umgeht, das darf sich dann ändern. Ja, die Schutzmauer zeigt ja auch, dass in mir eine Sorge oder eine Angst entstanden ist. Das kann ich auch sehr gut für mich reflektieren und schauen. Gibt es in mir in der Vergangenheit Sorgen, Ängste, vor allen Dingen eben von neuen Angriffen oder Verletzungen? Denn deswegen schütze ich mich ja. Wenn eine neue Verletzung entsteht, die an mich selber gar nicht so rankommt, dass die an der Schutzmauer abprallt, dass, wenn ich da so ganz offen bin, voller Liebe, zugewandt und mein Partner verletzt mich, dann habe ich natürlich auch ein besonders intensives Gefühl, weil das dann auch fern von dem ist, was ich eigentlich erwarte und mir wünsche. Aber wenn ich Erwartungen, Wünsche, Bedürfnisse an die Partnerschaft runterfahre, eine Schutzmauer habe, dann prallt das ab. Und das ist ein Zustand. Wo man mal gucken kann, liegt der vor und gibt es in der Vergangenheit Situationen, die Sorgen, Ängste vor erneuten Verletzungen gebildet haben? Option 2 wäre, dass die positiven Gefühle tatsächlich abgebaut worden sind. Und das ist etwas, was ganz häufig damit einhergeht, dass man irgendwann in der Vergangenheit eine Art Entscheidung für eine Distanz getroffen hat. Also, dass man innerlich sagt, alles klar, ich schließe jetzt mit dem Thema tiefgründige Gespräche ab. Okay. Ich schließe jetzt mit dem Thema körperliche Nähe vollkommen ab. Ich mache da keinen Versuch mehr. Und dass man so irgendeinen wichtigen Aspekt für einen selber, der einem auch genau dieses Gefühl der Verbundenheit liefert oder was auch die eigene Sprache der Liebe ist, abhakt und damit die Gefühle abbaut. Das haben wir in der letzten Folge auch schon kurz angerissen. Das sind die beiden Optionen, die grundlegend zur Verfügung stehen und was wir eben dann auch in der Paartherapie oder ihr, jetzt eben auch in der Selbstreflexion erarbeiten könnt. Denn die Option 2, die Gefühle sind wirklich abgebaut, führt typischerweise zur Trennung. Weil es gibt bisher keine Methodik, mit der man Liebesgefühle wieder richtig erzeugen kann, wenn sie wirklich abgebaut sind. Man muss ja auch sagen, erzwingen. Liebe ist freiwillig. Wir können heutzutage sehr viel machen, aber das Gefühl, die Liebe, wir möchten ja auch alle immer, von der anderen Person in Freiwilligkeit geliebt werden, nicht aus Verbindlichkeit, Abhängigkeit, weil man denkt, ich muss das machen, ich kann die andere nicht hängen lassen, sondern wir wollen ja aus wirklich dem Gefühl geliebt werden. Und das können wir. nicht erzwingen und das wollen wir auch nicht erzwingen, weil das wäre auch nie nachhaltig. Was wir tun können, ist emotionale Verletzungen, Sorgen, Ängste lösen, neue Verhaltensweisen etablieren, Hoffnung und Zuversicht und damit auch Vertrauen in die Zukunft generieren, sodass die Schutzmauer nicht mehr gebraucht wird. Und dann der Zugang zu den positiven Gefühlen wiederhergestellt wird. In der letzten Podcast-Folge haben wir den entscheidenden Schritt schon vorgestellt. Es ist wichtig, an den Punkt zurückzukehren, wann war es mal gut. Wann bist du dir deiner Gefühle vollkommen sicher? Und hast das Gefühl, ja da weiß ich, wenn ich zurückblicke, da waren so Lebensmomente, bei dem Urlaub, bei dem Ausflug, da war das voll da. Auch wenn man Bilder vielleicht mal zurückguckt im Handy, reichte häufig inzwischen viele, viele Jahre zurück. Kann man durchaus gucken und mal sagen, bin ich da glücklich, bin ich da nicht glücklich und so weiter. Ich habe gerade in einem Gespräch ein schönes Beispiel gehabt, da war so ein Moment, da ist das jemandem sehr bewusst geworden. Und zwar ist da jemand bei einer Feierlichkeit von einem anderen Menschen angesprochen worden und hat gesagt, hey, du bist eine echt attraktive Person, aber du siehst total unglücklich aus. Und hat damit den Nerv getroffen. Und das war hier der Moment, das mal zu reflektieren und dann wirklich zu merken, stimmt, das ist eigentlich schon längere Zeit so. Also, irgendwann wird es in der Vergangenheit Dinge gegeben haben, entweder prägnante größere Ereignisse oder auch eine Summe von vielen kleinen Verletzungen, die dazu geführt haben, dass sich etwas im Gefühl verändert hat. Mehr Distanz entstanden ist, dass man sich die Entwicklung mal ansieht. Um eben auch zu unterscheiden, gibt es dort so eine Entwicklung, wo sich eine Schutzmauer aufbaut? Oder gibt es eine Entwicklung, wo man eher eine Entscheidung getroffen hat und sich das Gefühl abbaut? Das kann man eigentlich ganz gut für sich reflektieren und schauen, ob da eben auch dann gewisse Zweifel entstehen in Form von, vielleicht sind meine Gefühle gar nicht weg, vielleicht ist nur eine Schutzmauer davor. Ich würde sagen, tendenziell so aus meiner Coaching-Erfahrung der letzten Jahre ist es eher so, dass Fall Nummer 1 häufig auftritt. Also, dass es meist ein Prozess ist. Also, so hart wie es ist, so wie wir uns meistens nicht immer auch langsam in eine Person verlieben und dadurch auch Verbundenheit spüren, so ist es halt auch, dass es ein Prozess ist, wenn wir uns entlieben. Natürlich kann es auch eine Sache sein, die ganz schlimm passiert, aber dass es meistens so Kleinigkeiten sind, die immer auf ein Konto einzahlen und man dem sich am Anfang auch gar nicht bewusst ist und dass sich Gewohnheiten und Strukturen in der Partnerschaft aufbauen, die wie so ein Puzzle sind und nachher setzt sich, irgendwann so das letzte Puzzlestück drauf und man selber steht dann davor vielleicht als die Person, die gesagt, ich habe keine Gefühle mehr und sagt so, ja, okay, jetzt macht das irgendwie Sinn. Und wenn ich jetzt drauf schaue, sehe ich auch, okay, das ist nicht erst seit zwei, drei Wochen, wo bei mir der Gedanke aufgekommen ist, sondern ehrlich gesagt geht es schon länger so. Und gar nicht selten ist es ja auch im Coaching so, dass, wenn man beide dann fragt, die andere Person sagt, ja, ich kann das auch sehen, dass wir nicht wirklich glücklich waren und dass das sehr herausfordernd war die letzten Monate und Jahre, ist es äußerst, äußerst selten so, dass einer sagt, wieso, wenn man sagt, total glücklich, ich bin total glücklich, wie kannst du denn jetzt keine Gefühle mehr haben, sondern da ist schon etwas, was so im Prozess ist, aber die Wahrnehmung von, wie schlimm ist das und in welcher Konsequenz sitzen wir vielleicht irgendwann da, die kann sehr unterschiedlich sein und dann passiert Folgendes eigentlich immer, finde ich, dass dann die andere Person sagt, ja, okay, krass, du hast keine Gefühle mehr, ich möchte an der Beziehung arbeiten, lass uns daran arbeiten zusammen und die Person dann, die andere Person sagt, ja, ich hatte aber auch ehrlich gesagt schon mal öfters gesagt, dass ich unglücklich bin und auch schon öfters gesagt, ich würde gerne mal irgendwie mir ja Unterstützung holen, du wolltest ja nie, dann sagt die andere Person, ja, aber jetzt möchte ich doch, jetzt, du hast ja auch gesagt, du hast keine Gefühle mehr, jetzt möchte ich, na, können wir machen, wir starten alles, ich verändere mich und die andere Person sagt, ja, wir können das mal gucken, aber ehrlich gesagt, ich finde es schwierig und auch, dass du jetzt sagst, dass du jetzt mitarbeiten willst und dass du dich verändern willst, das macht mich so wütend und traurig, weil jahrelang war ich im Leid und da hast du dich nicht verändert und jetzt vor einmal, wo ich sozusagen die Pistole auf die Brust setze, jetzt geht das vor einmal alles, ich weiß gar nicht, ob ich das noch will, ich möchte erst mal Klarheit finden. Man kann eigentlich sagen, dass Krisen erleben, ist ein anderes, also bei der Variante, dass die Gefühle abgebaut sind, ist häufig so, dann, dass einer von beiden sich in der Krise befindet und das ausspricht und der andere sagt, nee, ist doch eigentlich gut. Und der andere spricht weiter aus und das ist der, die Krise steigt immer weiter in der Person an und der andere sagt weiterhin, nee, ich sehe keinen Bedarf, ist alles gut. Und dann hakt der andere ab und sagt, okay, ich bin voll in der Krise, der andere sieht es nicht, ich hake ab. Und jetzt entsteht dieser Trennungsprozess innerlich und das Gefühl baut sich ab und dann kommt es zum Aussprechen, meine Gefühle sind weg und jetzt ist auf einmal der andere in der Krise, und geht nach oben, aber die Person, bei der sich die Gefühle abgebaut haben, die sagt, es ist durch. Ich habe auch kein Krisengefühl mehr, es ist zu Ende. Genau, an dem Punkt, wo du warst, da war ich schon. Ja, genau, also mein Kampf um die Beziehung war vor vier Jahren, da war bei dir nichts und jetzt möchtest du kämpfen, das sehe ich auch, das tut mir auch sehr leid, aber ich bin durch. Und das ist dann häufig dieses, wenn die Gefühle abgebaut sind. Bei dem anderen, wenn die Schutzmauer eher eintritt, dann hat man eher ein gleichmäßiges, einen gleichmäßigen Krisenaufbau, der vielleicht ein bisschen unterschiedlich empfunden wird, sicherlich in Nuancen, aber wo beide dann, wenn das ausgesprochen wird, eher sagen, ja stimmt, wir sind auch wirklich seit drei, vier Jahren, kriselt das bei uns zunehmend und da gibt es immer mehr Konflikte. Das ist häufig der Unterschied. Und das ist wichtig, das mal zu reflektieren. Ja. Wann war es mal gut und mal zu gucken, was liegt da eher vor? Geht das in die eine oder andere Richtung? Jetzt geht es natürlich darum, das Ganze in der Tiefe auch zu lösen und damit zu arbeiten, wenn man diese Erkenntnis hat. Und deswegen ist wichtig, an dem Punkt, an was man gut auch anzusetzen und die emotionalen Verletzungen, die entstanden sind, aufzuarbeiten. Und aufarbeiten heißt, nicht irgendwie zu gucken, wie kann ich die besser noch verdrängen. Das heißt auch nicht, dass wir sagen, wir sprechen die einfach nur aus, dass die Situationen scheiße waren und machen einen Haken dran. Das reicht nicht aus. So funktioniert unser Unterbewusstsein nicht. Wir müssen mit fundiertem Vorgehen die emotionalen Verletzungen lösen, also objektive Wahrnehmung aussprechen, die tiefer liegenden, echten Basisgefühle benennen. Der andere übernimmt dafür Verantwortung, dass diese Gefühle entstanden sind und man begibt sich gemeinsam in den Prozess, dieses Gefühl zu verarbeiten. Also als Beispiel, Traurigkeit ist etwas, wo man sehr gut zusammentraurig sein kann. Das kennen wir so aus der Kindheit. Wenn wir da traurig waren, haben uns die Eltern in den Arm genommen und haben uns geholfen, dabei Traurigkeit zu verarbeiten. Und das brauchen wir zum Beispiel dann auch, wenn ich sage, Mensch, dein Verhalten XY hat bei mir Traurigkeit erzeugt und du sagst, das kann ich sehen. Das wollte ich nicht, das tut mir total leid, dass dich das traurig gemacht hat. Dann würde es total helfen, die Traurigkeit zu verarbeiten, wenn wir uns in den Arm nehmen und gemeinsam dafür traurig sind, dass das passiert ist. Als Beispiel, wie so eine Aufarbeitung funktionieren kann. Haben wir auch schon einige Podcast-Folgen dazu gemacht, wo das noch detaillierter wird. Und im Coaching ist es dann immer so, dass sich das zeigt, ob halt positive Gefühle im Laufe des Prozesses, wenn wir Verletzungen auflösen, zurückkehren oder nicht. Und ob jemand sich wieder öffnet und auch wieder bereit ist, in die Beziehung zu investieren oder nicht. Und da ist es ganz wichtig, dass es nicht darum geht, im Leben einfach Zeit zu verstreichen und zu sagen, ja, das wird schon wieder. Wir haben jetzt da viel gesprochen, das muss ich jetzt erst mal setzen. Und dann gucken wir, machen wir einen Neustart, wir gucken nur nach vorne und dann ist wieder alles gut. Sondern es ist wichtig zu schauen, was ist zwischen uns passiert und was passiert, wenn wir in die Tiefe eindringen und das lösen? Entstehen denn wieder Gefühle? Entsteht denn Leichtigkeit? Wird es vielleicht erstmal neutral und dann kann es wieder offen werden? Weil gar nicht selten sind das auch Momente, die wir im Coaching ja auch als sehr emotional empfinden, bei der anderen Seite. Wenn mal etwas ausgesprochen wird und gesagt wird, worauf schon jahrelang gewartet wird, wenn Verantwortung übernommen wird und gesagt wird, oh Mensch, das tut mir wirklich leid. Jetzt kann ich sehen, dass sich das traurig gemacht hat oder wütend oder enttäuscht. Ich dachte, ich hätte dir das gesagt, aber es ist wirklich nicht meine Absicht gewesen. Und vor einmal merkt man in dem Gesicht, finde ich, und in der Körperhaltung, wie die beiden Menschen sich anschauen, da löst sich lange mal etwas. Und dann kommt am Anfang dann immer so ein bisschen was Distanziertes und dann wird ein Taschentuch manchmal gesucht. Und dann sagt man, wäre es für dich in Ordnung, wenn er dich mal in den Arm nehmen würde? Fühlt sich das gut an? Dann kommt meistens ein kleines Nicken und dann an der Umarmung sieht man auch, finde ich, immer, dass sich dann auch etwas löst. Dass das so eine ganz andere Umarmung ist, die ist nicht so ein kurzes Getätschel, sondern da ist ganz viel Innigkeit drin. Jetzt könnte in einem so die Frage entstehen, muss man das wirklich alles nochmal aufarbeiten? Und die Antwort ist ja. Man darf es nochmal alles aufarbeiten. Tatsächlich ist das Thema nämlich, dass einem ganz viele dieser Verletzungen gar nicht bewusst sind. Also ganz häufig werden dann Situationen geschildert, wo der andere sagt, ich dachte, das war alles in Ordnung so. Mir war überhaupt nicht bewusst, dass es dir damit schlecht geht. Ich habe sogar gedacht, ich tue dir Gutes damit. Und deswegen reichen oberflächliche Lösungsansätze nicht. Wir müssen da in der Tiefe durchgehen, damit sich diese Verhaltensweisen, wo ich denke, ich tue dem anderen was Gutes, aber ihn eigentlich verletze, nicht wiederholen. Weil ansonsten kommen wir da nicht raus. Ich hatte gerade jetzt ein Coaching abgeschlossen, wo der Mann gesagt hat, also letztendlich, ich komme mir irgendwie fast so ein bisschen verarscht vor von meinem Leben. Ich habe so viele Dinge gemacht für mich in positiver Absicht und habe mir da irgendwas zusammengereimt. Und habe auch meinen Kumpels davon erzählt, dass ich ja so toll bin und hier und da unterstütze. Und ich habe eigentlich das Falsche gemacht. Habe sie damit verletzt und habe das voll kompliziert gemacht. Hätten wir da mal drüber gesprochen. Also natürlich, es geht ja auch nicht um den Schuldigen. Sondern anteilig hätten wir da mal drüber gesprochen, hätte ich das anders gemacht. Denn wären wir ganz anders abgebogen in unserer Beziehung. Aber wir haben darüber nicht gesprochen, weil es ist auch teilweise untergegangen im Alltag. Und dann wird auch berichtet, was für eine Leichtigkeit jetzt in der Beziehung entsteht, weil jetzt kein Berg mehr aufgebaut wird. Ja, jetzt haben sie ja das Vorgehen, die Strategie, wie klären wir jetzt Konflikte, wie klären wir jetzt Sachen, bevor es wieder zur Interpretation kommt. Und er sagt, das Leben ist einfach jetzt viel einfacher. Es ist nicht mehr so komplex. Mit jedem Schritt, den man dann auf der Zeitlinie der Beziehung weiter voranschreitet und die nächste Verletzung löst, entsteht natürlich auch immer wieder ein neues Wir-Gefühl, Zugehörigkeit. Man zeigt dem anderen seine wahrhaftigen Gefühle, die in der Situation entstanden sind, erhält wiederum Empathie und Verantwortung, verarbeitet das gemeinsam. Und wenn ihr das zu zweit macht, dann sollte nach einiger Zeit spürbar sein, dass sich was verändert. Du hast es auch gerade schon beschrieben, bei uns im Prozess sind es häufig so drei, vier Termine. Dann merkt man das und merkt einen deutlichen Unterschied. Und was man dann noch ergänzen kann, ist das Thema Lebendigkeit, Abenteuer, Wunschbeziehung. Denn dann geht es darum, auch mal wieder wirklich miteinander gemeinsame Zeit zu verbringen. Gerne auch Zeit, wo man Anfänger ist, wo man neu ist. Denn wenn man überlegt, wie fühlte sich denn das Verliebtsein an? Man hatte Kribbeln im Bauch, zittrige Knie, schwitzige Hände, Hitze ist aufgestiegen. Und wie ist das, wenn du etwas Aufregendes das erste Mal im Leben machst? Wovor du vielleicht auch ein bisschen Sorge und Angst hast. Und wenn das passiert und man durchlebt das gemeinsam, macht gemeinsam ein Bungee-Jumping oder was auch immer einem so gerade in den Sinn kommt, was diesen Nervenkitzel auslöst. Dann? Dann habt ihr gemeinsam dieses Gefühl und es fühlt sich genauso vom Körper her an, wie in der Verliebtheitsphase. Und auch das ist etwas, wo man sehr gut feststellt, ist das einfach nur ganz nett? Ist das nett, dass ich das mit dir mache? Und ich sage, ist aber eigentlich egal, dann hätte ich auch mit Felix machen können, wäre auch cool gewesen. Oder merke ich danach, das ist besonders deswegen so schön, weil wir beide das jetzt miteinander teilen können und ein Lebensmoment entstanden ist. Ich muss gerade an einen Lebensmoment von uns denken, der mir irgendwie gleich aufgeploppt ist. Da waren wir in einem großen Schwimmbad in Dänemark zusammen und unser Sohn wollte eine bestimmte Wasserrutsche runterrutschen. Und wir beide waren sehr lange am Überlegen, ob er die runterrutschen darf, weil man nicht so erkennen konnte, ob das für das Alter wirklich gut ist. Und wir dann mutig gesagt haben, komm, wir rutschen, wir beide rutschen als erstes mal zusammen runter, checken das einmal aus. Und dann sagen wir, ob er rutschen darf. Und wir sind diese Rutsche runtergerutscht und ich weiß nicht, wie es sein konnte, ich bin in den Tod gerutscht gefühlt. Und das war so krass, wir sind so hin und her geschleudert worden, nachher eingesogen in so einem Teil. Ich habe gedacht, echt, wir kommen da irgendwie mit Knochenbrüchen raus. Wir sind unten gelandet, weiß ich noch, in diesem Becken. Fix und fertig, wir haben uns angeguckt, wir waren zwischen, ich war kurz vorm Heulen, weil mir wirklich mein Körper wehtat, aber auch zwischen irgendwie lachen, weil ich das so paradox fand, dass wir ansatzweise überlegt hatten, dass er jemals da runterrutschen darf. Aber auch diese Verbundenheit zu zweit zu sagen, diese Rutsche werden wir zu zweit. Dieses Abenteuer, was wir eigentlich ein Abenteuer geplant haben, werden wir aber nicht vergessen, weil wir das zusammen erlebt haben. Und das ist sowas Besonderes und natürlich auch der Moment, wo wir beide völlig fertig zu unserem Sohn gekommen sind und zu deiner Mutter und gesagt haben, du kannst da nicht runterrutschen, auf gar keinen Fall. Und die uns das fast nicht geglaubt haben. Aber das sind so die Momente, wo man zusammen ins Abenteuer geht, geplant und ungeplant, aber wo man auch rückblickend sagt, erzählen wir uns noch in 20 Jahren von. Und dafür. Und dafür brauchen wir kleine, große, mittlere Momente, die diese Verbundenheit schaffen. Und jetzt könnte man natürlich auch sagen, naja gut, das hättest du ja genauso gut mit einem Freund erleben können. Aber wenn ich da jetzt mit meinem Freund Felix runtergefahren wäre, dann hätten wir uns am Ende einfach nur angeguckt, abgeschlagen und gelacht. Und dann hätte man auch sich gar nicht wahrscheinlich so offen gezeigt, oh mir tut was weh, sondern wäre eher in so einem, ja war ein cooles Ding Modus gewesen. Während wir ja runtergefahren sind und unten ankamen. Und man umarmt sich, man fragt sich, wie geht's dir? Und krass, wie wir dachten, unser Sohn kann da mitfahren und so weiter. Und das eben dann etwas ist, was anders in Erinnerung bleibt, dass man das zusammen erlebt. Das ist einfach ein anderes Gefühl, was man dann auch durchaus voneinander differenzieren kann zu einem Gefühl mit einem Kumpel. Und das sind die Momente, wo man auch gut für sich, wenn die Verletzungen erstmal gelöst sind und diese Schutzmauer auch nicht mehr so da ist, wo man mal gut für sich erleben kann, wie fühlt sich das an? Ist das einfach wieder nur nett? Oder sage ich, wenn ich jetzt ewig Nein horche, du bist gerade leider vollkommen austauschbar gegenüber meinem Freund, meiner Schwester. Es ist eigentlich gerade egal, dass du das bist. Wenn das das Gefühl ist, dann war hinter der Schutzmauer die Liebe doch schon abgebaut. Auch das ist eine Variante, die vorkommen kann. Und dann sind wir bei der Variante der Trennungsbegleitung, wo es denn darum geht zu schauen, wie geht es respektvoll und wertschätzend auseinander, gerade wenn Kinder dabei sind. Wie können wir ein starkes Elternpaar sein? Und auch da begleiten wir viele Paare, die diesen Weg gehen möchten. Aber wir begleiten natürlich auch Paare bei der Klarheitsfindung und bei dem Aufbau einer Wunschbeziehung. Und wenn es noch einen wichtigen abschließenden Hebel gibt, das Ruder rumzureißen sozusagen, dann ist es der Fokus, die Priorisierung des Ganzen und die Bereitschaft zu sagen, ich möchte auch wirklich mich selbst reflektieren, mich einzeln als Mensch aus dieser Situation heraus weiterentwickeln und als Paar eine Wunschbeziehung formen und danach streben, diese zu erreichen. Denn was immer klar ist, das ist auf jeden Fall ein Warnsignal für die Beziehung und wir brauchen eine signifikante Veränderung zu dem, wie es bisher war. Vielen Dank fürs Zuhören. Wir hören uns in der nächsten Folge. Bis dann.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Abwesenheit von Gefühlen entsteht oft nicht durch einen plötzlichen Verlust, sondern durch langsame, sich aufbauende emotionale Distanz und Schutzmauern.
  2. In Beziehungen mit hohen Arbeitsbelastungen, wie bei einer Führungsposition, können sich Abteilungsaufgaben entwickeln, die emotionale Nähe und gemeinsame Zeit erschweren.
  3. Der Unterschied zwischen Liebe und Gewohnheit wird deutlich, wenn positive Gefühle verdrängt oder abgebaut werden – oft durch innere Ängste vor Verletzungen.
  4. Sehr häufig entsteht eine Schutzmauer, die positive Gefühle und auch das Gefühl der Zugehörigkeit ausblendet und eine emotionale Abkapselung fördert.
  5. Die Wiederherstellung echter Gefühle erfordert tiefe Reflektion, die Verletzungen aufarbeitet und gemeinsam verarbeitet wird, anstatt sie zu verdrängen.
  6. Kontrollverlust, Ablehnung und Angst vor Trennung entstehen, wenn eine Person sich als verantwortungslos oder nicht ausreichend verstanden fühlt.
  7. Der entscheidende Punkt ist die Erkennung, wann es mal gut war – ein früheres positives Erlebnis, das als Grundlage für eine neue Beziehung dient.
  8. Eine Wunschbeziehung entsteht durch gemeinsame, emotionale Momente, Abenteuer und Lebenserlebnisse, die eine echte Verbundenheit fördern.

Summary:

Die Transkription beschreibt, wie eine Beziehungskrise durch langsame Abnahme der Gefühle entsteht, oft durch emotionale Distanz, Schutzmauern und strukturierte, aber funktionale Alltagstätigkeiten. Beispielsweise führt eine hohe Arbeitsbelastung eines Partners zu einer Aufteilung der Verantwortlichkeiten, wodurch die emotionale Nähe verliert. Die Frau fühlt sich alleinerziehend, während der Mann sich in seiner neuen Rolle vollständig einarbeitet und wenig Aufmerksamkeit für die andere Person zeigt.

Diese Situation führt zu Verletzungen, die sich zu einer Schutzmauer ausbreiten, wo positive Gefühle und Zugehörigkeit verdrängt werden. Die Aufarbeitung dieser Verletzungen ist entscheidend, um ein neues Verhältnis zu schaffen. Durch tiefe Reflexion, die Erinnerung an frühere positive Momente und gemeinsame Erfahrungen wird die Liebe wieder gelebt.

Es geht nicht nur darum, die Trennung abzustellen oder den Alltag zu überleben, sondern um echte, emotionale Verbindungen zu schaffen – durch gemeinsame Zeit, Abenteuer und offene Kommunikation. Das Ziel ist eine Wunschbeziehung, die auf echter Verbundenheit, Empathie und gemeinsamer Lebenserfahrung basiert. Die Beziehungen können nur dann langfristig stabil sein, wenn die emotionalen und strukturellen Ursachen der Krise erkannt und verarbeitet werden.

FAQs

Weil sich die Beziehung zunehmend funktionalisiert und emotionale Nähe verliert. Die Partner fühlen sich oft wie Teammitglieder, was das Gefühl der Liebe und Verbindlichkeit erschwert.

Liebe ist ein empfindungsvolles, emotional verankertes Gefühl mit Vertrauen und Zugehörigkeit. Gewohnheit ist ein strukturiertes, alltägliches Miteinander ohne tiefe emotionale Verbindung.

Durch die Aufteilung von Verantwortlichkeiten in Abteilungen, wie z. B. Care-Arbeit und Finanzen, entsteht ein Gefühl von Abstand, da jeder für sich verantwortlich ist und wenig Austausch gibt.

Weil sie häufig die emotionale Belastung durch die Kinderbetreuung und Haushaltsarbeit tragen, ohne Wertschätzung oder Anerkennung, was zu einem Gefühl der Alleinarbeit und Einsamkeit führt.

Durch die Aufarbeitung emotionaler Verletzungen, die Wiederaufnahme von gemeinsamen Momenten und die Schaffung von persönlichen, nicht-ufgabenbezogenen Zeitraum, wie Abenteuer oder gemeinsame Erlebnisse.

Ja, sie kann funktional weiterlaufen, aber ohne das Gefühl der Liebe. Ohne emotionale Nähe und Verbindung ist die Beziehung nicht dauerhaft glücklich oder harmonisch.

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