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Kritik des Patriotismus / Rolf Röhrig / 2015

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Kritik des Patriotismus / Rolf Röhrig / 2015

Der Redner kritisiert die weit verbreitete Haltung „Deutschland den Deutschen“, die in der Mitte der Gesellschaft verankert ist und oft fälschlicherweise als rechter Randphänomen abgetan wird. Er betont, dass dieser Standpunkt nicht auf historischen Einflüssen wie Hitler beruhe, sondern auf einem staatlich geschaffenen Privileg: Deutsche haben ein Recht auf Hiersein und Teilhabe, das Ausländern verweigert wird. Dieses Privileg wird fälschlicherweise als Dienstleistung des Staates interpretiert, obwohl der Staat selbst das Kollektiv der Deutschen erst durch Gewalt (z.B. Kriege) definiert. Die Illusion einer vorstaatlichen Volksgemeinschaft, die auf Sprache und Kultur basiert, wird von der Politik instrumentalisiert, um Patriotismus für eigene Zwecke zu nutzen – etwa zur Rechtfertigung von Sparmaßnahmen gegen Griechenland. Im Flüchtlingsdilemma wird dieser Patriotismus jedoch zur Herausforderung: Merkel versucht, ihn umzudeuten, indem sie den Flüchtlingszustrom als Ehre für Deutschland darstellt, um die Bevölkerung zur Aufnahme zu bewegen. Der Redner warnt vor den Gefahren dieses manipulativen Patriotismus.

Transcription

1839 Words, 11885 Characters

German
Der Standpunkt "Deutschland den Deutschen" ist tief verwurzelt Dieses wir, das du jetzt hier auf diesen kleinen Saal mündest, das ist in der Gesellschaft in Gänze völlig üblich, dieses Personalpronomen und meint eigentlich, wen die Deutschen und es gibt in der Bevölkerung unabweisbar neben den heute Abend schon zitierten vielen, die sagen, ich möchte den Flüchtlingen helfen, auch die anderen in immer größerer Zahl, mittlerweile sind es über 60%, die sagen. Mittlerweile ist es unerträglich, mit diesen Flüchtlingen. Das wird eine Überfremdung, die man nicht länger durchhalten kann, und die gesteigerte Fassung davon sagt vielleicht sogar Deutschland den Deutschen, und die sind dann als Demonstration unterwegs in Leipzig oder Halle oder wo auch immer Deutschland den Deutschen. Es gibt diesen Vorbehalt, es gibt diesen Standpunkt, und mich ärgert ein bisschen an den kritischen Initiativen, die es da gibt und. Dass sie das für einen rechten Mob halten. Nicht dass ich den sympathisch fände, aber dass sie das für einen rechten Mob halten und so tun, als sei das so was wie ein in diese Gesellschaft nicht hineingehörender Fremdkörper, der sich selbst deklassiert. Ewig gestrige Apropos ewig gestrige, Es ist eine völlig falsche Erklärung, dass das daher kommen soll, dass die das von Hitler gelernt haben, weil das also von gestern ist. Das kann schon deswegen nicht die Wahrheit sein, weil Alter einem Gedanken nicht adelt. Und wenn man das schon glauben tät, dann müsste man sagen, warum ist der Hitler so beliebt, der Marx müsste viel beliebter sein, der ist ja noch älter, den hält aber keiner für attraktiv, also muss man den Hitler attraktiv finden, wenn man sein Gedankengut heute wieder öffentlich zur Schau stellt, und vielleicht braucht man nicht mal einen Hitler, weil. Der Standpunkt, Deutschland den Deutschen oder Ausländer sind eine Überfremdung in der Mitte unserer Gesellschaft zu Hause ist und wächst. Wie der Staat das "Privileg" des Deutschseins schafft Was sagt eigentlich einer? Nehmen wir das jetzt wirklich mal ernst? Viele Menschen denken so was sagen die und was hätte man ihnen zu sagen, Deutschland, den Deutschen, einer, der so auftritt denkt das hier sein. Das pure Hiersein nichts weiter. Das pure Hiersein ist ein Privileg, das mir gebührt und den Ausländern nicht zusteht. Der tut, so der Mann, als wäre ein Vorrecht schon dasselbe wie ein Vorteil. Das ist ein Irrtum, das Privileg, das er beansprucht, das fragt überhaupt nicht nach einem Nutzen. Der hält es für ein Privileg, Deutscher zu sein, der hier sein darf. Und dieser Standpunkt eint Arm und reich, das können Hartz IV Empfänger genauso sagen wie Manager, die Leute, die sich tagsüber mit ihrem Vermieter streiten über die nächste Mieterhöhung oder mit ihrem Arbeitgeber über die Lohnsenkung, die sitzen abends vor dem Fernseher, Deutschland gegen Ungarn und Bullen Deutschland vor, die sind ökonomisch ein zerstrittener Haufen. Politisch als Kollektiv ein einiges Volk. Dieser Standpunkt Deutsch scheint, ist ein Privileg, schließt die anderen, die nicht dazugehören, natürlich aus den Ausländer, und die halten einen Ausländer genauso wie sie das Privileg für ein Schätzenswertes gut halten, den Ausländer für einen Schaden, auch wenn gar kein Schaden in Sicht ist, den er anrichtet. Wer sagt Überfremdung? Der muss den Fremden gar keinen Schaden nachrechnen, der sagt, der Fremde ist der Schaden, der gehört nicht daher. Diese Art zu denken, die muss man ernst nehmen, die ist zwar verkehrt, aber die ist nicht ein Produkt wilder Fantasie, sondern diese Art zu denken, Deutschland ist ein Privileg, die hat eine handfeste Grundlage im Staat selber, denn der Staat. Macht ernst damit, dass vor aller Interessenverfolgung, wo Menschen sich um Arbeit und auskommen bemühen, das Recht stellt, das der Staat setzt. Und dazu gehört das ganz elementare Recht des Hierseins die Staatsbürger, die auf diesem Territorium dieses Staates wohnen, die haben das Recht des Hierseins und können sich frei bewegen und um Schulplätze und um Arbeitsplätze nachfragen. Der Ausländer hat dieses Recht nicht, der darf nicht einfach nach Deutschland kommen, er braucht besondere, rechtlich zugesicherte Gründe der Arbeit wegen oder sonstiger Gründe wegen, dass er hier rein darf, der hat das Recht nicht. Insofern macht der Staat die Unterscheidung, auf die sich der Patriot beruft, der Deutsche hat das Vorrecht des Hierseins, der andere nicht diesen Umstand. Den veredeln Patrioten so, dass sie diese Berechtigung, ich darf hier sein, ich habe das Recht, für eine Dienstleistung halten, dass sie berechtigt sind, ihre Interessen zu verfolgen, dass sie in eine Schule gehen dürfen, dass sie eine Arbeit demnächst nachfragen, dass sie dazu berechtigt sind, im Unterschied zu den anderen halten sie für einen Dienst an sich, und darin liegt ein folgenschwerer Fehler. Denn dass etwas erlaubt ist, dass man die Erlaubnis hat, seine Interessen zu verfolgen, ist überhaupt nicht dasselbe wie der Erfolg wird garantiert. Ob ich zu was komme oder nicht. In der Welt der schulischen Konkurrenz, in der Welt der Arbeitsmarktkonkurrenz hängt nicht an der Erlaubnis, sondern an den Mitteln, die einer hat oder nicht, und deswegen gliedert sich ja auch diese Gemeinde der politisch gleichen, der Deutschen. Wirtschaftlich gesehen sehr auf in ein armes Segment, in ein reiches Segment und in eine Zwischenschicht. Die Illusion einer vorstaatlichen Volksgemeinschaft und ihre Wurzeln Wer aber diesen Fehlschluss macht, der Staat, der mich berechtigt, dies und jenes zu dürfen, ist ein Dienstleister für mich, der hat aus einer bloß äußerlichen Gewalt, der er unterliegt, die Seinige gemacht, er sagt, Mein Staat ist es, der mir nutzt, der mein Diener ist und. Um auch da in Klammern mal den Fehlschluss anzudeuten. In Wirklichkeit ist das Kollektiv das da sagt, das ist mein Staat, ganz das Produkt der staatlichen Gewalt, zunächst in dem ganz elementaren Sinn, wenn diese staatliche Gewalt sich ausdehnt in einem Krieg zum Beispiel ist schlagartig das Volk vergrößert. Ein Krieg Frankreich gegen Deutschland gewonnen, schon wächst das französische Volk an und Elsass, Lothringen gehört dazu. Hitler verliert einen Krieg, schon sind alle, die vorher deutsche waren, Österreicher, die Klammer der Gewalt bestimmt das Volk, nicht umgekehrt das Volk, das sagt, das ist mein Staat, definiert die Volkszugehörigkeit. Leute, die aber so denken, das ist mein Staat, der ist mein Diener, die lassen sich sogar noch einleuchten, dass das, was sie auszeichnet, Deutscher zu sein, nicht dieses profane Produkt ist, dass man einfach von der Macht, der man unterliegt, abgestempelt worden ist mit dem Pass, du bist meiner auf so etwas äußerliches könnte man doch nicht stolz sein. Bloß, dass ich den Stempel abbekommen habe in meinem Pass. Dieses Äußerliche soll mich auszeichnen, dass man das als Auszeichnung denken kann, das kommt daher, dass der Deutsche sich als etwas vor aller Politik feststehendes, als vorstaatliches kollektiv auffasst, dass etwas taugt, die Deutschen sagen über sich nicht nein, der deutsche Staat hat uns zu dem gemacht, was wir sind. Die Deutschen sagen die Franzosen genauso über sich. Was uns auszeichnet ist, wir haben dieselbe Sprache, wir haben dieselbe Kultur, wir haben dieselbe Geschichte, wir haben dieselbe Schicksalsgemeinschaft, als würde Sprache Menschen einigen, die sich in ein und derselben Sprache die hässlichsten Gemeinheiten an den Kopf werfen, als würde Kultur Menschen einigen, die Beethoven vielleicht nicht mal kennen oder auch nicht mögen, wenn sie ihn kennen. So wird aber argumentiert, und Hitler hat die Sache nur dahin übertrieben, dass er diese quasi jenseits des Willens behauptete Gemeinsamkeit des Volkes auch noch in die Natur im wörtlichen Sinn verlegt hat und gesagt hat, das ist dasselbe Blut, wie wenn das Volk eine über sich hinausgewachsene Familie wäre, die durch Blut verbunden ist. Wer so denkt, der hat aus seiner Volkszugehörigkeit. Die in Wirklichkeit aus einem profanen Gewaltakt kommt. Durch den Zuspruch zu dieser Gewalt, durch die Bejahung dieses Verhältnisses als rundherum brauchbar. So was wie die zweite Natur gemacht, der fühlt sich als Deutscher, er ist nicht nur deutscher, er fühlt sich als deutscher, und er sagt, wir, der stellt den Umstand der. Dass er mit wildfremden Leuten, die er nicht mal kennt, in einem politischen Kollektiv zusammengeschweißt, ist viel höher als die täglich zu machende Erfahrung, dass in den profanen Dingen des Lebens und im wirtschaftskampf Vermieter und Vermieter dauernd über Kreuz liegen. Lohnempfänger und Arbeitgeber, Steuerzahler und Politiker, die, sagen wir, auch, wenn kein Schwanz den anderen kennt, die sagen, mein Land, wenn Ihnen nicht mal ein Fleckchen davon gehört. Wie Politik Patriotismus nutzt und im Flüchtlingsdilemma umdeutet Die können sogar die Nation lieben, sagen sie. Ein asexuelles Objekt lieben und machen sich nicht damit lächerlich, weil alle Politiker dieser Welt diesen Patriotismus pflegen, die finden das gut, weil es nämlich so gut benutzbar ist. Leute, die sagen, Sie lieben ihre Nation, die Fragen nicht nach dem Nutzen, die Liebe steht viel höher, das ist. Bedingungslose Loyalität solche Leute, die ihre Nation lieben, die gehen mit ihrem Staat durch dick und dünn. Im Extremfall gehen die sogar zum Hindukusch und verteidigen deutsche Interessen am Hindukusch, obwohl sie gar keine Ahnung haben, welche Interessen da verteidigt werden, aber sie sterben dafür gar nicht so wenige, das machen sie, und sie lassen sich mit diesem angestachelten Patriotismus von oben angestachelt. Hinter eine imperiale Politik der Merkel Regierung gegenüber Griechenland stellen Deutschland, wir haben das vorhin kurz angesprochen, hat Griechenland in einen Konkurrenzkampf mit seiner Wirtschaftsmacht niederkonkurriert und die Pleiten und Arbeitslosen dort verursacht. Die Schulden, die die Griechen haben, die werden auf Geheiß der Regierung jetzt über Haushaltskürzungen dem griechischen Volk abverlangt und um das durchzusetzen. Kassiert Merkel, stachelt auf den Patriotismus der Deutschen mit dem Argument, Wir Deutschen müssen den faulen Griechen mal zeigen, wie ein Haushalt gemacht wird, und sie sollen gefälligst ihre Renten kürzen. Das ist etwas sehr giftiges, dieser Patriotismus, aber für die Politik Nützliches. Ein Unterschied tritt jetzt zutage, und dann kommen wir wieder bei den Flüchtlingen an. Beim Einbau der Flüchtlinge in den deutschen Volkskörper ist dieser Patriotismus ein wenig hinderlich. Man muss nämlich jetzt diesen Patrioten, die man so erzogen hat und so haben wollte, Deutschland den Deutschen, wir sind stolz auf dieses Land, wir lassen uns nicht ausnutzen, schon gar nicht von Fremden, denen muss man jetzt sagen, ihr müsst 2000000. Dahergelaufene Syrer oder Iraker oder Afghanen aufnehmen, in die politische Gemeinde. Leute, die erstens Fremde sind, die wir zweitens nicht mal bestellt haben und die drittens zu nichts Nutze sind, sondern nur eine Last, die müsst ihr aufnehmen, das leuchtet Patrioten nicht so ohne Weiteres ein, es sei denn, man schafft es wie Merkel und daran arbeitet die Frau. Den Patriotismus mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, die Merkel sagt gegenüber solchen Leuten, wir schaffen das, das freundliche Gesicht, das Deutschland zeigt, ist euch daran eigentlich klar geworden, was das bedeutet, wenn uns Millionen Flüchtlinge die Bude einrennen, dann ist es ein millionenfacher Beweis dafür, wie gut Deutschland ist. Wie sehr geehrt Deutschland wird durch diesen Zuspruch, sodass ihr, liebe Patrioten, doch einen ideellen Lohn darin sehen könnt, dass eure Heimat so heilig gesprochen wird durch diesen Flüchtlingsstrom, dass ihr die materiellen Opfer, die wir deswegen von euch verlangen, doch locker wegstecken können. Das ist die Agitation wie die Gemeinheit des Patriotismus gegen den Aufstand des Patriotismus eingesetzt wird.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Haltung „Deutschland den Deutschen“ ist in der Gesellschaft tief verwurzelt und wird von über 60% der Bevölkerung geteilt, die die Flüchtlingssituation als unerträglich empfinden.
  2. Der Staat schafft das „Privileg des Deutschseins“, indem er Deutschen das Recht auf Hiersein und Teilhabe gewährt, während Ausländer dieses Recht nicht haben.
  3. Der Glaube an eine vorstaatliche Volksgemeinschaft (basierend auf Sprache, Kultur und Geschichte) ist eine Illusion, die durch staatliche Gewalt und historische Ereignisse wie Kriege widerlegt wird.
  4. Patriotismus wird von der Politik genutzt, um imperiale Maßnahmen durchzusetzen (z.B. gegen Griechenland), aber im Flüchtlingskontext muss er umgedeutet werden: Merkel argumentiert, dass der Flüchtlingszustrom eine Ehre für Deutschland sei.

Summary:

Der Redner kritisiert die weit verbreitete Haltung „Deutschland den Deutschen“, die in der Mitte der Gesellschaft verankert ist und oft fälschlicherweise als rechter Randphänomen abgetan wird. Er betont, dass dieser Standpunkt nicht auf historischen Einflüssen wie Hitler beruhe, sondern auf einem staatlich geschaffenen Privileg: Deutsche haben ein Recht auf Hiersein und Teilhabe, das Ausländern verweigert wird. B.

Kriege) definiert. Die Illusion einer vorstaatlichen Volksgemeinschaft, die auf Sprache und Kultur basiert, wird von der Politik instrumentalisiert, um Patriotismus für eigene Zwecke zu nutzen – etwa zur Rechtfertigung von Sparmaßnahmen gegen Griechenland. Im Flüchtlingsdilemma wird dieser Patriotismus jedoch zur Herausforderung: Merkel versucht, ihn umzudeuten, indem sie den Flüchtlingszustrom als Ehre für Deutschland darstellt, um die Bevölkerung zur Aufnahme zu bewegen.

Der Redner warnt vor den Gefahren dieses manipulativen Patriotismus.

FAQs

Weil über 60% der Bevölkerung die Flüchtlingssituation als unerträglich empfinden, und dieser Standpunkt durch den Staat selbst gestützt wird, der Deutschen ein Recht auf Hiersein gibt, das Ausländern fehlt.

Der Staat gewährt Deutschen das grundlegende Recht, hier zu sein und sich frei zu bewegen, während Ausländer besondere rechtliche Gründe benötigen, um nach Deutschland zu kommen.

Sie verwechseln die Erlaubnis, ihre Interessen zu verfolgen, mit garantiertem Erfolg, obwohl der Erfolg von Mitteln wie Geld oder Bildung abhängt, nicht von der bloßen Berechtigung.

Weil das Volk durch staatliche Gewalt definiert wird, etwa durch Kriege, die Grenzen verschieben, und nicht durch gemeinsame Sprache oder Kultur, die Menschen oft spalten.

Politiker wie Merkel schüren Patriotismus, um bedingungslose Loyalität zu erzeugen, etwa bei der imperialen Politik gegen Griechenland, wo deutsche Interessen als nationale Überlegenheit gerechtfertigt werden.

Sie stellt die Flüchtlingsaufnahme als Ehrenbeweis für Deutschlands Größe dar, sodass Patrioten den ideellen Lohn der Anerkennung über die materiellen Opfer stellen.

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