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Konflikte zu Beginn einer Beziehung: Gibt es eine Zukunft?

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Konflikte zu Beginn einer Beziehung: Gibt es eine Zukunft?

In der frühen Phase einer Beziehung treten oft kleinere Konflikte auf, die durch die idealisierte Sichtweise der „rosa-roten Brille“ als unwesentlich wahrgenommen werden. Doch diese Konflikte können schnell zu einer Konfliktspirale führen, wenn sie nicht früh erkannt und offen besprochen werden. Viele Probleme stammen aus vorbestehenden Vorprägungen, wie z.B. Unzuverlässigkeit, Eifersucht oder Lebensansichten, die aus früheren Beziehungen oder der Kindheit stammen. Es ist entscheidend, die eigenen Gefühle von den des Partners zu unterscheiden, um Verletzungen nicht falsch zu übertragen. Gleichzeitig entstehen häufig Missverständnisse, bei denen beide Parteien positiv handeln, aber unterschiedlich wahrnehmen. Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Veränderung der Identität des Partners, sondern auf der Anpassung von Verhaltensweisen für eine gegenseitige Zufriedenheit. Die frühe Erkennung und Bearbeitung von Musterproblemen – etwa durch Paartherapie – verhindert, dass Konflikte sich verstärken und langfristig zu tieferen Spannungen führen. Wenn Muster wiederholt auftreten, deutet das auf untrennbare emotionale oder psychische Prägungen hin, die reflektiert und gelöst werden müssen, um eine glücklichere, harmonischere Beziehung aufzubauen.

Transcription

4294 Words, 25910 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebens-Ear-Listen. In dieser Folge geht es darum, gibt es eine Zukunft, wenn man schon zu Beginn einer Beziehung Konflikte hat? Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Am Anfang einer Beziehung hat man oftmals diese rosa-rote Brille auf. Das heißt, der andere wird sehr idealisiert, es fühlt sich alles meistens super an, man schwebt im siebten Himmel, alles scheint perfekt zu sein und man malt sich dann gerne natürlich auch zusammen die Zukunft aus. Allerdings kann es auch in einer frühen Phase der Beziehung zu Streitigkeiten kommen. Und deswegen nehmen wir einmal dieses Thema in diese Podcast-Folge auf. Wir zeigen euch, wie ihr damit umgehen könnt. An der Stelle müsste man vielleicht nochmal differenzieren, wie stark sind die Konflikte am Anfang und was heißt am Anfang der Beziehung. Also ich würde mal so sagen, nehmen wir mal das erste Jahr vielleicht als Zeitraum und dann ist die Frage, was ist okay, was ist nicht okay, wann ist das… Wenn es eine Abstimmungsphase gibt, dass man den anderen erst kennenlernen muss, dass es da auch gar nicht selten mal zu Missverständnissen kommt und damit auch zuerst ein kleineren Problem, aber viele da eigentlich noch nicht so von Konflikten sprechen. Deswegen meinst du auch die Unterscheidung zu sagen, was ist jetzt so ein richtiges Problem oder was ist sozusagen ein durch den Prozess des Kennenlernens entstandenes Problemfeld? Vielleicht splitten wir das einmal auf und beschäftigen uns mehr mit der einen als mit der anderen Variante. Dass man kleinere Konflikte am Anfang der Beziehung hat, das ist relativ typisch. Was wichtig ist zu wissen, ist, dass bei so gut wie allen Paaren, die wir bei uns haben, die ersten wichtigen Konflikte im ersten Jahr waren. Ganz häufig sogar in den ersten sechs Monaten. Die waren nur zu dem Zeitpunkt gefühlt so irrelevant, so klein und dann noch in Kombination mit der rosa-roten Brille. Sind die nicht durch den Filter so aneinander gekommen. Aber wenn man drauf schaut, ist das wichtig, denn da baut sich so eine Konfliktspirale draus auf. Also man kann in den ersten Konflikten gut erkennen, welche Vorprägungen waren da, welche Themen bringt man mit in die Beziehung, die hinderlich sind und sollte die ernst nehmen und frühestmöglich angehen, lösen, besprechen und offen aussprechen, wenn es ein ungutes Gefühl gemacht hat. Ist das total relevant und wenn man früh in der Beziehung anfängt, ungute Gefühle aufzustauen, weil man sich noch nicht traut, die auszusprechen, dann ist im Regelfall davon auszugehen, dass diese Gefühle stärker werden, dass der andere sein Verhalten wiederholt, weil er nicht weiß, dass es eine Verletzung macht und dass das schlimmer und stärker wird und dann irgendwann zu echten Konflikten führt, während man die frühzeitig eben noch relativ einfach klären könnte. Also das sind viele Klassiker, so Sachen wie, wer bezahlt im Restaurant bei den ersten Dates, was wir schon häufiger mal hatten. Zuverlässigkeit als Thema. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, also so viele, viele Kleinigkeiten, die so da sind, die immer wieder eine Rolle spielen. Anfängliche Eifersucht, die reinkommt. Werte aber auch, Lebensansichten und Werte zum Thema Trinkverhalten, also Alkohol, dann zum Thema Kinder, das ist auch immer so etwas, also Wohnung und Kinder, also die nächsten Schritte und je nach Alter, ich sag mal so, die Tendenz ist ja schon da, dass Menschen, je älter sie werden, diese Schritte häufig schneller gehen und dass das einfach auch schnell am Anfang schon ein großes Thema werden kann, wenn einer sagt, Kinder ist überhaupt nicht mein Ding, kann ich mir nicht vorstellen. Wie man sich denn daran kaputt geht und sagt, oh, das war eigentlich meine Lebensvorstellung, aber das nicht aussprechen mag. Ja, diese ganzen Sachen eigentlich, die so in den ersten Monaten sich finden, wie viel Zeit möchte man miteinander verbringen mit Freunden und so weiter, Hobbys, wie läuft das alles ab, das sind Dinge, die können eben frühzeitig ungute Gefühle machen und wir neigen ganz häufig dazu, gerade in dieser Anfangsphase faule Kompromisse einzugehen, wo wir dem anderen etwas zu tun haben. Etwas zustimmen, was eigentlich gar nicht ganz stimmig für uns ist, eben auch durch die rosa-rote Brille, manchmal vielleicht auch durch die Sorge, so diese anfängliche Beziehung, die eben noch ein bisschen neu und vielleicht noch nicht ganz so sicher erscheint, nicht in Gefahr zu bringen und diese faulen Kompromisse, die sind eben später schwer aufzulösen, weil eben der andere davon ausgeht, dass es okay und gut so ist und das dann natürlich so weitermacht und dann ist es irgendwann komisch, wenn man auf einmal sagt, naja, ich will es anders und man sagt, wieso haben wir das immer so gemacht? Da hast du doch ja gesagt, dass es gut so ist und das sind eben so Dinge, die sich dann aufstauen können, also von Anfang an auf stimmige Kompromisse zu achten, auszusprechen, wenn ein Verhalten unstimmig ist, ein ungutes Gefühl macht, sorgt eben dafür, nicht später in diese Probleme hineinzulaufen. Dann gibt es natürlich auch die Fälle und auf die wollen wir jetzt noch ein bisschen näher eingehen, wo bereits in den ersten Monaten stärkere Konflikte entstehen, wo man jetzt nicht sagen würde, da hat man ein ungutes Gefühl. Was aber jetzt gerade noch gar nicht so relevant erscheint, was sich erst später als relevant zeigt, weil es sich aufstaut, sondern wo man am Anfang schon vielleicht in Streitigkeiten, klare Konflikte und ungute Gefühle hineingerät und auch vielleicht schon früh in Frage stellt, ob das die richtige Beziehung ist. Ein Punkt, der mir dazu immer einfällt, ist gleich das Thema Wertschätzung und Respekt, also der Umgang miteinander, wenn man das Gefühl hat, dass der andere einen gegenüber nicht… Ehrlich und respektvoll ist. Das ist so ein Thema, was viele Menschen ja tief erschüttert, verständlicherweise, wo man sagt, das kenne ich so nicht und das möchte ich eigentlich für mich auch nicht und das war von Anfang an eigentlich noch nie gut. Das Thema Vertrauen ist da häufig der Punkt, wenn jemand in die Beziehung hinein startet, also der klarste Fall ist immer so, wenn man aus einer Affäre heraus zusammenkommt, dann ist immer so die Frage, was passiert denn, wenn wir mal unglücklich sind, geht das dann wieder so, dass mein Partner, meine Partnerin mit einer Affäre sich aus unserer Beziehung hinaus bewegt, das ist sowas, das schwebt da immer meistens zwischen den Paaren, solche Sachen können passieren. Und dann, wenn es am Anfang deutlicher kracht, dann könnte es natürlich auch grundsätzlichere Sachen sein, dass Werte, Glaubenssätze nicht zusammenpassen und auch wirklich von der Toleranz… Ja. Da gibt es auch vielerlei Ausprägungen, das kann beim Thema Essen sein, das kann beim Thema halt Familienplanung sein, das kann beim Thema politische Ansichten sein, also da gibt es ja ganz viele Varianten, wo einfach auch Gegensätze dann aneinander knallen, wo man sagt, eigentlich sind wir da grundverschieden. Man sagt noch zu den Eltern, wie viel Zeit wird da verbracht, aber halt auch das Thema, wie viel Zeit möchte man als Paar verbringen, also wie möchte man als Paar leben eigentlich? Möchte man eher spontan unterwegs sein, möchte man neue Sachen entdecken, ist man eher der häusliche Mensch eher und sagt man, möchte sich zu Hause was aufbauen? Man entdeckt Verhaltensweisen, die man nicht so gut findet, wo natürlich auch häufig geprägt aus der Herkunftsfamilie. Wir hatten mal den Punkt… Sie war sehr perfektionistisch veranlagt, hat ihre Wohnung tipptopp gehalten und kommt dann das erste Mal zu ihm und merkt, oh, hier sieht alles eben nicht so aus wie bei mir, hier stehen Essensreste rum, hier ist noch ein Weinglas von gestern Abend und so weiter. Man merkt dann eben, dass die Beziehung dann anfängt anders zu werden, als man sich das vorgestellt hat oder natürlich auch zu diese Themen, dass man ganz unterschiedliche Bedürfnisse in Bezug auf Nähe und Distanz hat, wie viel Zeit verbringt man miteinander, wie viel Zeit mit Freunden, Herkunftsfamilie hast du eben schon genannt, da können natürlich auch ganz viele Dinge passieren. Und das Letzte, was wir haben noch auf der Liste, ist das Thema vergiftete Plätze. Das ist sozusagen immer… Und dann, wenn man mit vorherigen Partnern oder Partnerinnen Themen noch nicht abgeschlossen hat und so diese Rolle des Partners, der Partnerin, wenn da sozusagen ungute Gefühle dran kleben und man die abbekommt. Oder man könnte auch sagen, so grundsätzliche Glaubenssätze über Mann und Frau, wenn man so sagt, Männer gehen alle fremd, dann hast du ein Problem, weil dann ist es egal, wen du erwischst, dann hast du immer diesen Glaubenssatz mit drin und der Mann an der Seite der Frau, der Mann an der Seite der Frau. Dann hat immer so ein vergifteter Platz immer so ein Thema. Oder man verwechselt den dann innerlich mit jemandem, mit dem man schon mal ungute Gefühle hatte. Das heißt, der Partner, die Partnerin kriegt… dann Gefühle ab, die eigentlich zu einer anderen Person gehören und dadurch hat die Beziehung von Anfang an gar nicht so die richtige Chance. Dann kommen wir auch schon zu dem Punkt Folgen. Die Folge wäre daraus, dass irgendwann eine Konfliktspirale entsteht, also ein Konflikt immer wieder kommt, alte Sachen aufgewärmt werden, es immer stärker wird, dass Konflikte zueinander entstehen, der Abstand zwischen den Konflikten wird immer geringer, man weiß eigentlich gar nicht mehr, was ist jetzt der Grund, warum wir angefangen haben zu streiten, weil ein Streit irgendwie gefühlt nicht aufgehört hat, als der neue Schmiede angefangen hat, also so ein komplettes Durcheinander. Und man kommt natürlich in starke Zweifel. Möchte ich so in der Beziehung bleiben? Soll ich das lieber jetzt schon am Anfang beenden? Soll ich dem Ganzen noch eine Chance geben? Soll ich erstmal abwarten? Muss ich den anderen noch weiter kennenlernen? Das ist natürlich auch immer ein Punkt, wo viele Paare dann stehen und sagen, ist das noch normal, so wie es jetzt gerade bei uns ist? Oder sollten wir jetzt schon für uns sorgen und sagen, wir gehen getrennte Wege? Aber sicherlich auch nochmal so mit den Glaubenssätzen zusammen. Klar, absolut. Weil ich denke, dass bei vielen der Glaubenssatz mit drin ist, dass in den ersten Monaten das harmonisch laufen sollte. Also, dass man nicht zu früh schon Streit haben sollte, ansonsten sieht das Ganze eher schlecht aus. Das ist immer die Frage, wie die Puzzlestücke zusammenpassen und was vielleicht so auch in der Beziehung die jeweilige Lernaufgabe ist. Beziehungen sind ja ganz häufig auch mit Lernaufgaben verbunden, dass ich jemanden finde, der gewissermaßen gewisse Dinge in mir antriggert, damit ich sie lösen kann. Wenn ich sehr perfektionistisch bin, treffe ich vielleicht ganz gerne auf eine Frau, die eher ein bisschen schludrig ist, damit wir beide lernen, uns in der Mitte vielleicht zu treffen. Also, dass ich vielleicht ein bisschen entspannter werde und die Frau vielleicht ein bisschen ordentlicher wird. Könnte sein, dass diese Lernaufgabe so stattfindet. Das könnte sein. Könnte sein. Wenn euch das Thema näher interessiert, haben wir in unserem Blog noch den Beitrag Paartherapie nach kurzer Beziehung. Macht das Sinn? Und da zeigen wir euch auch nochmal, warum es Sinn machen kann, auch nach einer kurzen Beziehung schon in eine Paartherapie zu gehen und erste Themen zu lösen. Wir haben auch immer mal Paare, die kurz zusammen sind und bereits dann Dinge mit uns klären. Und ganz häufig ist es so, dass die Paare merken, da kommen ja Sachen auf uns zu in der Beziehung, die wir vorher auch schon in anderen Beziehungen hatten. Das wiederholt sich. Also ich habe einen neuen Partner, eine neue Partnerin und es entstehen die gleichen Themen. Das ist ja merkwürdig. Da muss ja irgendwas in mir stecken, was da vielleicht gelöst werden will. Und das ist eben genau der Punkt. Also das macht frühzeitig Sinn, um sich aus alten Beziehungen zu lösen, um frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen, um frühzeitig das Fundament sinnvoll aufzubauen, um eben genau solche wiederkehrenden Muster zu lösen, die da sind. Denn letztendlich gehen wir wieder von dieser Lernaufgabe aus. Ich komme in eine Beziehung, habe diese Lernaufgabe, erfülle sie nicht, weil ich sie nicht erkenne, sondern löse mich wieder schnell aus der Beziehung. Dann ist die Lernaufgabe nicht erfüllt. Das heißt, ich finde den nächsten Partner, den man anzieht, wo die Puzzlestücke wieder so matchen, dass ich wieder auf diese Lernaufgabe stoße, so lange bis ich sie erledige und da mit einem Partner oder einer Partnerin gemeinsam wachse. Spannend ist ja auch immer dann die Frage, warum gerate ich immer an den Typ Mann oder an dem Typ Frau? Das ist ja auch immer so, dass manche sagen, ja, aber irgendwie das kann doch nicht sein. Warum passiert mir das immer? Das sind diese Puzzlestücke. Die laufen wie Magnete durch die Welt und ziehen die Menschen in unser Leben, die uns bei Themen, die wir noch verarbeiten dürfen, die uns da anträgern können. Genau, und das kann man einmal als Bestrafung jetzt sehen, aus dem Blickwinkel von wegen so immer gerate ich an den und den Menschentyp, warum ist doch alles doof? Oder aus dem anderen Blickwinkel, dass man sagt, okay, jetzt hat wer auch immer Gott, das Universum, was es da auch noch so gibt, mir gerade nochmal einen Impuls geschickt, mach dich mal an dein Päckchen daran, an dein Thema, warum das immer so ist, warum du immer wieder in diese Lebenssituation kommst, dass du an einen unehrlichen Menschen gerätst, an jemanden gerätst, der vielleicht sehr stark zu Alkohol neigt, an du vielleicht eine Frau gerätst, die sehr stark Nähe sucht, was auch immer, das ist ja auch geschlechterunabhängig, aber das ist immer noch, eigentlich finde ich nochmal für sich ganz alleine spannend, das zu reflektieren. Ja, der erste Schritt, um das in die richtige Richtung zu bewegen, ist das Gespräch zu suchen und dafür den richtigen Rahmen zu schaffen, eine ruhige Atmosphäre, keine Ablenkung, ein entspanntes, nettes Setting zu bilden, nicht zwischen Tür und Angel, sodass man in Ruhe und mit ausreichend Zeit das klären kann und das natürlich auch gemeinsam oder so ein Stück weit ankündigt, dass die Bereitschaft da ist und sagt, lass uns mal ein Thema gemeinsam klären. Punkt zwei wäre dann natürlich aussprechen, was ist, das heißt die Gefühle zeigen, die entstanden sind bei einem, dass der andere das auch sehen kann und dann auch zeitnah das wirklich auszusprechen, also nicht darauf zu warten, bis der andere einen anspricht, weil irgendwas komisch ist oder vielleicht mit einem nicht stimmt, wenn man sagt, ich habe heute Abend keine Lust, essen zu gehen, dann sagt der andere, ja warum denn nicht, ja ich weiß nicht, ist denn alles in Ordnung bei dir, ja, ja, eigentlich ja und da fängt das schon an, also aussprechen, was ist, das natürlich mit einer wertschätzenden Haltung, das heißt ohne Vorwürfe, sondern es geht darum, nicht ein Gewinner und Verlierer am Ende des Gesprächs zu sein, sondern zusammen sich auf den Weg zu machen. Wir wollen am Ende zwei Gewinner haben. Im besten Fall, ja. Und das ist auch ein Punkt, also zwei Gewinner ist ja auch tatsächlich so, denn wenn ihr es schafft, dieses Thema im Guten miteinander zu klären, macht das ganz, ganz viel Zugehörigkeit und ganz viel Vertrauen, was dadurch automatisch entsteht. Ja, der nächste Schritt wäre, die Ursache für die Konflikte zu finden, also wir schauen dann ja immer zu dem Punkt, wann war es mal gut und die Frage ist ja bei so einem Konflikt, der in einer Beziehung entsteht, egal an welchem Punkt, aber auch gerade wenn es frühzeitig ist, liegt die Ursache jetzt wirklich in der Beziehung oder hat mein Partner, meine Partnerin nur etwas angetriggert, was eh schon da war, also die Ursache liegt vor der Beziehung, also du hast eben schon gesagt, man bringt ein Päckchen mit, was sich für einen selbst oder für die Beziehung als hinderlich darstellt und dann geht es eben darum, in frühere Beziehungen, die Kindheit zu gehen, wo auch immer die Ursache liegt und das da zu lösen und auch anzuerkennen und zu sehen, dass die Gefühle, die entstanden sind, zum Großteil zum Verursacher gehören, der vor der Beziehung lag und nur ein ganz kleiner Teil zu dem Partner, der Partnerin gehört, die das Ganze antriggert und das ist eben auch eine ganz wichtige Unterscheidung, und ein ganz wichtiger Punkt am Anfang der Beziehung, dass man eben genau schaut, gehört meine Wut, die gerade entsteht, wirklich zu meiner Partnerin, zu meinem Partner oder triggert der nur eine Wut an, die eigentlich schon längst in mir ist, wenn dann deine Partnerin, dein Partner die volle Wut abbekommt, das fühlt sich total unstimmig an, das wird der ablocken und wird gegen angehen, das heißt, das wird eine Front entstehen, das wird nicht passen, aber wenn man das innerlich schafft zu differenzieren und zu gucken, wann war es mal gut und merkt, Mensch, das ist ja gar nicht in meiner Beziehung entstanden, das ist ja was, was ich mitbringe, da gehört meine Wut ja zum großen Teil woanders hin und nur zum Partner sagt, Mensch, bei mir ist gerade Wut entstanden, du hast ein altes Thema bei mir angetriggert, ich gucke mal, woher das kommt und ich löse mal so das alte Thema für mich und der Partner sieht, ja Mensch, wusste ich nicht, tut mir leid, dass ich da was angetriggert habe, das wollte ich ja gar nicht, dann ist das eine ganz andere Basis, die entsteht. Der nächste Schritt, den hattest du gerade auch schon ein bisschen angesprochen, die Systemgesetzverletzungen lösen untereinander, also einmal aussprechen, was einen verletzt hat, das andere auch das erkennt, oftmals, zwei Menschen unterschiedliche Wahrnehmungen, das, was den einen verletzt, muss den anderen nicht verletzen, jeder handelt für sich in positiver Absicht und sei es ganz egoistisch für sich selbst, das heißt, der Partner, die Partnerin hat auf jeden Fall in positiver Absicht gehandelt, aber auch die positive Absicht kann ja bei mir eine starke Verletzung gemacht haben und da geht es darum, das aufzulösen untereinander, damit einfach nicht wieder verletzt wird, weil das was eigentlich passiert sind, diese dauerhaften kleinen und großen Verletzungen, die sich immer wiederholen. Und dann entstehen nämlich auch schnell Glaubenssätze über Themen sonst oder Glaubenssätze über den Partner, häufig auf Identitätsebene, dass derjenige die und die Person ist vom Mensch her und dann wird das schwierig, dann haben wir so einen Filter, so eine Brille, wie wir das nennen, auf den anderen aufgebaut, die eine Kommunikation, die wertschätzend und respektvoll sein sollte, schwer möglich machen. Da stecken nochmal zwei ganz wichtige Punkte drin, das eine, was du eben sagtest, man muss das aussprechen, denn jeder hat ein anderes Gefühl. Das finde ich echt ganz wichtig, weil das merken wir, fällt immer mal wieder schwer, dass jemand davon ausgeht, wenn das mich nicht verletzt, wird es den anderen wohl auch nicht verletzen. Und das ist nicht der Fall. Jeder hat seine eigenen Prägungen, Gedanken, Päckchen und so weiter und jeder hat einen anderen Punkt, was einen verletzt und was einen eben nicht verletzt. Und das Ding ist auch, dass zwischenmenschlich es auch ganz viele Missverständnisse einfach gibt, weil jeder eine Situation anders deutet. Ich hatte gerade jetzt im Coaching wieder eine Situation, das hat sie sehr verletzt, dass er sich nicht richtig verabschiedet hat. Das war jetzt ein Paar, was wir in der Trennung oder was ich in der Trennung begleite, wo es auch um Kinder geht und um Umgang. Und ja, da war einfach der Punkt, er hat gedacht, er soll gehen, aufgrund eines Verhaltens, was sie vorgezeigt hat. Sie ist reingegangen, ohne was zu sagen. Sie sagte, sie wollte sich nur ein Pulli holen, glaube ich, zum Überziehen oder irgendwas anderes. Sie wusste es, glaube ich, gar nicht ganz genau mehr. Aber, ohne eine Böswilligkeit. Absicht, dass er sich da unerwünscht fühlt. Er war noch mit den Kindern am Spielen und für ihn war das ein Zeichen von wegen, so ist es Zeit jetzt für mich zu gehen. Ich bin hier wohl nicht gerade so erwünscht. Das war jetzt eh abgemacht, dass er sich von den Kindern nach dem Umgang verabschiedet. Und das fand sie, als wir hier im Coaching waren, ganz schlimm, dass er da so unemotional vor einmal schnell gegangen ist. Und er hat sich einfach aufgelöst. Unterschiedliche Wahrnehmung. Er hat für sich in positiver Absicht gehandelt, weil er ihr Verhalten vorinterpretiert hat. Und sie war ganz überrascht. Wie konnte das denn entstehen? Das war ihr gar nicht bewusst. Und sie hatte sich jetzt schon sehr lange darüber in ihrer Wut natürlich Gedanken gemacht, warum er so handelt. Und das kann auch nicht sein. Aber den Punkt, dass da auch ein Missverständnis einfach aufgrund der Wahrnehmung vorliegen könnte, weil halt keiner in dem Moment ausgesprochen hat, was ist, darauf sind sie erst hier gestoßen. Und der letzte Schritt ist, neue Ziele für die Beziehung definieren. Also, das heißt letztendlich zu schauen, wie möchte man sein Verhalten anpassen verändern, damit das eben für die Beziehung förderlich wird. Und das ist der zweite wichtige Punkt, der da eben nochmal dazu kam für mich. Nämlich, das ist ja auch immer so eine Frage, gerade am Anfang der Beziehung. Man möchte ja seinen Partner nicht verändern, sondern will ihn ja so nehmen und lieben, wie er ist. Und da muss man nochmal diese verschiedenen Ebenen differenzieren. Also, es gibt die Identitätsebene und viel weiter oben die Verhaltensebene. Und es ist richtig, dass es schwierig ist, den Partner oder die Partnerin auf Identitätsebene verändern zu wollen. Also, Sätze wie ich bin, ich habe, was man über sich selbst denkt. Du bist so und so. Das ist schwierig. Da wird man auch eher wieder auf Konfrontation stoßen. Und darum geht es dabei auch nicht. Sondern es geht darum, auf Verhaltensebene Dinge zu ändern, bei dem man aber nicht sich selbst als Mensch auf Identitätsebene ändert, sondern nur sein Verhalten. Also, wenn ich vorher einmal die Woche Müll rausgebracht habe und das hat halt ein bisschen gestunken in der Küche und mich stört das nicht, dann ist das nicht schlimm. Wenn du dann dazukommst und sagst, puh, das ist irgendwie nicht gut, das macht bei mir ein ungutes Gefühl, könntest du den Müll dreimal die Woche rausbringen, damit das hier nicht so stinkt. Und ich sage, ja klar, kann ich tun, wenn das bei dir ungute Gefühle macht, dann bringe ich den dreimal die Woche raus. Dann habe ich mich nicht als Mensch verändert, sondern nur mein Verhalten. Ich bringe den Müll jetzt häufiger raus und du hast ein gutes Gefühl, wenn du bei mir in der Wohnung wärst. Also, darum, das muss man immer sehen, das ist ja auch immer so ein Punkt, der ganz häufig am Anfang der Beziehung eine große Rolle spielt. Wir wollen nicht, dass man die Identität des anderen verändert. Das ist nicht das Ziel des Ganzen, wenn wir sagen, neue Ziele oder so, es geht nur darum, dass man sein Verhalten so anpasst in der Beziehung, dass es sich für beide gut anfühlt. Wenn das nicht möglich ist und schwierig erscheint, oder man merkt, die Ursachen liegen in der Vergangenheit, oder man auch merkt, das ist da bei mir schon immer so, ich weiß gar nicht, wo die Ursache liegt, ich kenne das gar nicht anders, dann liegt die Ursache häufig bei Eltern, Groß- oder Urgroßeltern, dann könnt ihr euch gerne bei uns melden und eine Paartherapie oder auch ein Coaching in Anspruch nehmen, denn ganz häufig kommt es bei uns in Einzelcoachings, wo eben genau diese Prägungen und Themen gelöst werden, die man einzeln mitbringt, um eben für die Beziehung, besser gerüstet zu sein, förderlich in die Beziehung zu gehen, sich selber besser zu fühlen, aber auch eben weniger Konflikte zu haben und nach unserer Ansicht, je früher, desto besser. Und insbesondere dann, wenn man merkt, dass stärkere Konflikte entstehen, ich habe gerade im Coaching nochmal mit einem Paar darüber gesprochen, wann so der richtige Zeitpunkt ist, ein Thema zu reflektieren und über ein Thema zu sprechen, also wann ist so der Punkt, wo man sagt, es gibt einen Konflikt und man müsste das thematisieren, wenn. Und da stellt sich heraus auch, dass bei den beiden, gerade bei ihm, so der Ansatz war, naja, erst dann, wenn Ärger und Wut da ist, dann müsste man darüber ja sprechen. Vorher ist es ja noch gar kein Thema. Und da haben wir nochmal gesagt, dann müssen wir den Glaubenssatz verändern, denn der Punkt, wo es ein Thema ist, ist schon da, wenn es unstimmig ist. Der Punkt, wenn Ärger und Wut da ist, dann ist es schon schwer, darüber zu sprechen. Dann muss man zu dem Punkt zurückkehren, wann es stimmig war und wo es das erste Mal unstimmig wurde, innerlich. Das heißt, eine Unstimmigkeit reicht aus, Themen anzugehen, zu klären und zu lösen, denn die Erfahrung zeigt, dass aus Unstimmigkeiten nach und nach Ärger entsteht, noch mehr Ärger, Wut, Leid und immer mehr entsteht. Das heißt, das sind häufig Spiralen, die sich aufbauen und es macht Sinn, so früh wie möglich diese Spirale zu unterbrechen. Also meldet euch sehr gerne, wenn ihr merkt, da liegen auch schon frühzeitig bei euch Themen vor, wenn ihr merkt, Mensch, das ist so ein Muster, das kommt in dieser Beziehung schon wieder vor. Das habe ich schon zwei, dreimal erlebt. Da muss ja irgendwas in mir stecken, warum ich immer wieder den gleichen Typ Mensch anziehe, warum ich immer wieder in Beziehungen, in die gleichen Konflikte gerate. Dann können wir das gerne mit euch gemeinsam lösen und schauen, wo die Ursache ist, sodass ihr neue Glaubenssätze bilden könnt, neues Verhalten erleben könnt und eine harmonischere und glücklichere Beziehung führen könnt. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Bis zur nächsten Woche. Tschüss. Musik

Podcast Summary

Key Points:

  1. In den ersten Monaten einer Beziehung treten oft kleinere Konflikte auf, die durch die rosa-rote Brille als unwesentlich wahrgenommen werden.
  2. Diese frühen Konflikte können eine Konfliktspirale auslösen, wenn sie nicht früh erkannt und offen besprochen werden.
  3. Unangemessene Verhaltensmuster, wie Zuverlässigkeit, Eifersucht oder Lebensansichten, zeigen oft bestehende Vorprägungen aus der Kindheit oder früheren Beziehungen.
  4. Die Unterscheidung zwischen eigenen und fremden Gefühlen ist entscheidend, um Verletzungen nicht falsch auf den Partner zu übertragen.
  5. Starke Konflikte am Anfang der Beziehung weisen auf grundlegende Wertunterschiede hin, die aus Glaubenssätzen oder vergifteten Plätzen stammen können.
  6. Es ist wichtig, Verhaltensweisen zu ändern, nicht aber die Identität des Partners, um Wertschätzung und Respekt zu wahren.
  7. Konflikte können durch fehlende Wahrnehmung und Missverständnisse entstehen, obwohl beide Parteien positiv handeln.
  8. Frühe Reflexion und Therapie verhindern, dass sich Konflikte verstärken und eine Glaubenssatz- und Musterwiederholung entstehen.

Summary:

In der frühen Phase einer Beziehung treten oft kleinere Konflikte auf, die durch die idealisierte Sichtweise der „rosa-roten Brille“ als unwesentlich wahrgenommen werden. Doch diese Konflikte können schnell zu einer Konfliktspirale führen, wenn sie nicht früh erkannt und offen besprochen werden. B.

Unzuverlässigkeit, Eifersucht oder Lebensansichten, die aus früheren Beziehungen oder der Kindheit stammen. Es ist entscheidend, die eigenen Gefühle von den des Partners zu unterscheiden, um Verletzungen nicht falsch zu übertragen. Gleichzeitig entstehen häufig Missverständnisse, bei denen beide Parteien positiv handeln, aber unterschiedlich wahrnehmen.

Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Veränderung der Identität des Partners, sondern auf der Anpassung von Verhaltensweisen für eine gegenseitige Zufriedenheit. Die frühe Erkennung und Bearbeitung von Musterproblemen – etwa durch Paartherapie – verhindert, dass Konflikte sich verstärken und langfristig zu tieferen Spannungen führen. Wenn Muster wiederholt auftreten, deutet das auf untrennbare emotionale oder psychische Prägungen hin, die reflektiert und gelöst werden müssen, um eine glücklichere, harmonischere Beziehung aufzubauen.

FAQs

Ja, kleinere Konflikte sind sehr typisch im ersten Jahr einer Beziehung. Sie entstehen oft durch Kennenlernen und Missverständnisse, aber können sich zu größeren Problemen entwickeln, wenn nicht frühzeitig besprochen werden.

Frühe Konflikte zeigen oft alte Vorprägungen oder Werte, die in der Beziehung hindern. Wenn sie nicht offen besprochen werden, entwickeln sich daraus Konfliktspiralen, die sich verstärken und die Beziehung schädigen können.

Durch das frühzeitige Ausdrücken von unguten Gefühlen und die klare Kommunikation von Wünschen und Grenzen. Dies verhindert, dass Probleme später schwerer zu lösen sind und sich aufbauen.

Ein vergifteter Platz entsteht, wenn ungelöste Gefühle oder Konflikte aus einer vorherigen Beziehung auf den neuen Partner übertragen werden. Dies führt zu unangenehmen Empfindungen und kann die Beziehung von Anfang an beeinträchtigen.

Jeder hat eigene Prägungen und Wahrnehmungsweisen. Ein Verhalten kann einem einen Wutausbruch verursachen, während der andere es als positiv und aus guter Absicht sieht – das ist ein typisches Missverständnis.

Man sollte klären, ob die Wut tatsächlich durch das Verhalten des Partners ausgelöst wurde oder ob es aus einer früheren Erfahrung kommt. Nur so kann ein echter Zusammenhang zwischen Beziehung und persönlichen Prägungen erkannt werden.

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