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Konflikte lösen - Schritt für Schritt

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Konflikte lösen - Schritt für Schritt

Um Konflikte nachhaltig zu lösen, ist es entscheidend, dass beide Partner ein positives, dauerhaftes Gefühl nach der Lösung haben, ohne dass sich alte Verletzungen wieder aufbauen. Der erste Schritt besteht darin, den Punkt zu finden, wo es vor dem Konflikt gut war, um die Ursachen der aktuellen Verletzung zu erkennen. Beide müssen bereit sein, im ruhigen, bewussten Rahmen zu sprechen, ohne Zeitdruck oder negative Emotionen. Es geht nicht darum, die andere Person zu bestrafen, sondern das Gefühl anzuerkennen, das durch die Handlungen entstanden ist. Wut oder Traurigkeit werden innerlich verarbeitet, etwa durch das Vorstellen, wie man eine Wut in einem Sandsack loslässt oder in einen Rucksack verpackt. Derjenige, der verletzt wurde, fühlt sich verstanden, und derjenige, der die Verletzung verursacht, verpflichtet sich, zukünftig anders zu handeln und Vereinbarungen einzuhalten. Eine Rechtfertigung kann jedoch neue Verletzungen auslösen und muss daher vermieden werden. Ein entscheidender Faktor ist ein geschützter, ruhiger Gesprächsraum mit klarer Zeit, der im Alltag oft fehlt. Ohne diese Struktur kann der Konflikt eskalieren und zu einer Spirale führen. Die Methode ist einfach und wirksam: nachdem die erste Verletzung verarbeitet ist, entstehen neue, gesunde Vertrauensbeziehungen. Kleine Konflikte lösen sich in wenigen Minuten, komplexe Fälle brauchen mehr Zeit, aber fast alle Konflikte sind lösbare Herausforderungen. Die Lösung ist nachhaltig, weil sie keine Emotionen belastet, sondern sie aufnimmt und verarbeitet.

Transcription

4828 Words, 29013 Characters

German
Herzlich willkommen zu einem weiteren Podcast der Lebensirrlisten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Coaches und Paartherapeuten und möchten heute mit euch das Thema Konflikte richtig und nachhaltig lösen genauer ansehen. In den letzten Podcast-Folgen haben wir über die Ursachen von Konflikten gesprochen. Wir haben uns kurzfristige Strategien angeschaut. Wie können wir einen Streit oder einen Konflikt nicht so stark eskalieren lassen? Wie können wir mit verschiedenen Umgehensweisen mit Konflikten umgehen? Also wenn jemand zum Beispiel eher flieht oder eher in einen Angriffsmodus geht. Und wir haben immer wieder darüber gesprochen, dass es halt notwendig ist, einen Konflikt nachhaltig zu lösen. Und jetzt wollen wir uns mal nähern. Was heißt denn nachhaltig lösen? Und vielleicht ist die erste Frage, was Nachhaltigkeit überhaupt bei einem Konflikt heißt. Genau. Nachhaltigkeit, glaube ich, heißt für mich in einem Konflikt, dass ich das Gefühl habe, ich kann etwas selbstständig lösen, über längere Sicht gesehen. Also dass ich keine Lasten mittrage aus anderen Streitigkeiten, sondern dass, wenn ich einen Konflikt gelöst habe, ich mit einem guten Gefühl rausgehen kann, dass das nicht mehr zwischen mir und meinem Partner steht. Und es nicht dazu kommt, dass ich mich nicht mehr mit meinem Partner auseinandersetze. Und es nicht dazu kommt, dass ich nach einer gewissen Zeit zu so einem Rundumschlag komme und da Sachen wieder aufgewärmt werden, die vor drei Jahren passiert sind, weil das irgendwie doch noch so in mir drin schlummerte. Und wenn ich dann mit Freunden oder Freundinnen spreche oder wenn man in größeren Runden ist und dann kommt das Thema an oder das Thema hervor und das triggert mich so an, weil ich das Gefühl habe, okay, das habe ich auch in der Partnerschaft schon erlebt. Und das beschäftigt mich immer wieder. Es kommt so in schlechten Phasen im Leben, wenn man wie ins Grübeln kommt, immer wieder hervor. Das wäre für mich nicht nachhaltig, sondern dass ich einen Befragten, ein freiendes Gefühl habe, dass ich ein gutes, harmonisches Gefühl zu meinem Partner habe. Genau, also kurz zusammengefasst ist einfach, dass das Gefühl, was dabei entstanden ist, das ungute Gefühl, auch rückblickend nicht mehr hochkommt. Also schaue ich nochmal auf diesen Konflikt, der mal war, dann macht der kein ungutes Gefühl mehr. Und ich bin mit einem guten Gefühl am Ende rausgegangen. Und vor allen Dingen, das Thema werden wir uns noch ein bisschen genauer ansehen, es hat bei mir keine neue Brille geformt oder meine Brille zum Partner verändert. Das heißt, ich habe jetzt. Kein Schubladendenken bekommen in Richtung, alles klar, sie ist also immer zuverlässig, sie ist immer unpünktlich, sondern das hat den gleichen Wert wie vorher. Genau, also es gibt so ein paar Voraussetzungen, die natürlich erfüllt sein sollten, damit ein Konflikt oder eine Verletzung auch letztendlich gelöst werden kann. Und das sind natürlich Dinge, die wir hier im Coaching bei uns direkt herstellen, die aber zu Hause, wenn so etwas spontan oder zwischendurch, zwischen Tür und Angel aufkommt, dann meistens nicht so gegeben sind. Das eine ist zum Beispiel, dass die Ruhe da ist und man Zeit dafür hat. Also wenn man hier ins Coaching kommt, dann hat man natürlich einen Zeitplan, man hat anderthalb, zwei Stunden einen Termin, man hat einen geschützten Rahmen, man nimmt sich Ruhe und man hat die Sicherheit, dass jemand Drittes da ist, der eingreifen würde, wenn es denn zu intensiv wird. Den hat man natürlich zu Hause einfach nicht. Deswegen ist einfach der Rahmen zu Hause so wichtig, dass man die Ruhe hat, dass man die Zeit hat, dass vielleicht nicht die Kinder im Kinderzimmer nebenbei noch spielen und jederzeit rauskommen könnten und den Konflikt unterbrechen. Also all diese ganzen Außeneinflüsse auch einfach nicht da sind, dass der richtige Rahmen geschaffen ist. Genau. Ich glaube auch wichtig, dass beide bewusst auch Zeit sich nehmen dafür. Also dass keiner unter Zeitdruck ist, dass es kein Tür- und Angelgespräch ist. Das ist auch nochmal wichtig, dass es eine bewusste Zeit ist. Und im Zweifelsfall verabredet man. Man sagt, Mensch, ich habe da ein Thema, was ich sehr gerne klären möchte. Ich weiß, das braucht ein bisschen Raum und Zeit. Wie sieht es heute Abend aus? Und das ist wieder das Thema Bereitschaft erfragen. Also sind beide bereit von der Zeit her, von der innerlichen Verfassung und Haltung her für eine Konfliktlösung, wenn die innere Haltung nicht stimmig ist, man Stress von der Arbeit noch hat, was in einem brodelt, man andere schlechte Nachrichten bekommen hat, man gerade insgesamt einfach nicht gut rauskommt, woran auch immer das liegen mag, dann kann das dazu führen, dass ein Konflikt, der sich eigentlich gut lösen ließe, wenn man die Bereitschaft hätte, die innere Haltung hätte, dann auf einmal nicht lösen lässt. Das heißt, auch das beidseitig zu hinterfragen und auch zu sagen, wenn jemand gerade für ein Feedback, für eine Verletzung, die aufgelöst werden soll, für einen Konflikt, eine Diskussion, die angestrebt werden müsste, um mal ein Erziehungsthema zu klären, was auch immer gerade vorliegt, wenn dafür nicht die Bereitschaft da ist, macht es einfach keinen Sinn. Nee, ist auch nur anstrengend dann. Absolut anstrengend. Weil letztendlich entsteht dann auch wiederum so eine langfristige Brille. Hatte ich gerade letztens bei ein paar. Die haben kaum noch miteinander gesprochen, auch im Guten nicht. Weil immer, wenn die miteinander gesprochen haben, sind die eigentlich nur aufeinander zugegangen, wenn einer sich von beiden nicht gut fühlte. Sie wussten aber nicht ganz genau, wie man es richtig löst. Und das ist immer in einem Streit eskaliert. So dass am Ende. Wenn am Ende die Erfahrung entstanden ist, immer wenn wir miteinander sprechen, endet das im Streit. Also lassen wir es am besten ganz sein. Und irgendwann entsteht so ein kommunikativer Stillstand dadurch. Ja, genau. Genau. Zuerst, wenn wir jetzt an die Lebensregeln denken, ist Lebensregel Nummer 9 ganz wichtig. Stelle dich dem Konflikt sozusagen. Also die Lebensregel besagt ja, aussprechen was ist und anerkennen was ist. Also wenn ich eine Verletzung, ein ungutes Gefühl, ein Konflikt habe, ein Konflikt mit dem Partner verspüre, ist der erste Schritt, dass ich das anspreche und sage, da ist etwas, was bei mir ein ungutes Gefühl ausgelöst hat, worüber wir mal sprechen müssten. Genau. Und das ist der nächste Schritt. Wäre, dass der andere das anerkennt. Also einfach mal zu sagen, ja, okay, kann ich sehen. Also es heißt ja nicht immer, dass ich eine hundertprozentige Zustimmung habe zum Konflikt. Aber einfach mal erst mal zu sehen, der andere hat eine Last bei sich. Genau. Genau. Und dieses Anerkennen ist immer auf der Gefühlsebene, nie auf der Ebene, wie hat man sich verhalten, wie ist das sachlich zu klären, sondern es geht um das Gefühl anzuerkennen, bei dem anderen kann ein ungutes Gefühl entstanden sein. Trotz meiner positiven Absicht vielleicht. Und klar gibt es natürlich noch ein paar allgemeine Aspekte, wie andere Meinungen zu akzeptieren, auch am Ende natürlich mal für einen Kompromiss bereit zu sein, um eine Lösung herbeizuführen, auch natürlich seine eigenen Emotionen zu reflektieren. Aber im Kern sind es andere Punkte, die wichtig sind, um einen Konflikt nachhaltig zu lösen und die vielen gar nicht so bewusst sind. Genau, also ersten Punkt hatten wir jetzt, aussprechen, was ist und anerkennen. Genau, dann ist es so, dass gebraucht wird, dass man an den Punkt zurückgeht, wo es mal gut war. Also wenn ich jetzt das Gefühl habe, wir können ja mal ein Beispiel nehmen, vielleicht dann wird es, vielleicht wird es greifbarer. Also nehmen wir an, ein Paar vereinbart, dass der Mann vor der Arbeit noch den Geschirrspüler ausräumt und er schafft es aber nicht, denn er schaut noch mal auf den Terminkalender und sieht, oh Mist, ich habe von meiner Sekretärin noch drei Termine reingedrückt bekommen und jetzt, ich brauche dringend was zu essen, ich schaffe mein Mittagessen in der Kantine nicht, wie ich es mir vorgestellt habe, das wird alles zu eng, ich muss mir jetzt noch was zu essen machen. Mit dem Hintergedanken, schaffe ich das nicht, heute Tag über was zu essen, bin ich abends total fertig, habe Kopfhörer, Kopfschmerzen und das fällt am Feierabend auf meine Familie zurück. Also positive Absicht, die er hatte. Wollte für sich sorgen und sogar für einen schönen Feierabend mit der Familie sorgen, dass er noch die Energie hat, dann auch noch gemeinsam was zu erleben. Nun sieht die Frau das und das macht bei ihr ein ungutes Gefühl. Anerkennung, Wertschätzung verletzt, Ausgleich von Geben und Nehmen vielleicht verletzt, weil sie hat auch andere wichtige Aufgaben an dem Tag übernommen, auch andere Haushaltsaufgaben und sagt sich, Mensch, das kann doch nicht sein, wir haben uns so abgeschätzt, wir haben uns so ausgesprochen, wieso macht er das nicht? Eine Erwartung wurde also nicht erfüllt. Ja, aber in dem Fall mal eine ausgesprochene Erwartung und eine Vereinbarung wurde sogar nicht erfüllt. Was ja auch dann eine Brille formen kann. Das kann sein, dass dadurch der Gedanke entsteht, er ist unzuverlässig, er hat keine Lust auf den Haushalt, wenn wir was absprechen, macht er das sowieso nicht. Also da können so viele Dinge draus entstehen, aus einer Kleinigkeit, gerade wenn es sich irgendwann wiederholt. Das heißt, wenn jetzt die beiden sich das angucken, und sagen, sie wollen den Konflikt lösen, dann müssten sie erst mal dahin gehen, wo es mal gut war. Das heißt, sie müssen mal schauen, ob bevor dieses ungute Gefühl bei der Frau entstanden ist, dass der Geschirrspüler nicht ausgeräumt wurde, ob davor alles gut war. Das kann sein, dass sie dann zu dem Zeitpunkt schon die Brille hat und sagt, er hat schon wieder nicht den Geschirrspüler ausgeräumt. Immer wenn. War ja klar das. War ja klar das, genau. Wenn das so sieht, Signalworte sind, die da sind, dann war es vor dem Geschirrspüler auch noch nicht gut. Dann sind davor schon Verletzungen gewesen. Dann hat er vielleicht davor schon mal irgendwas nicht gemacht, was sie vereinbart hatten. Dann muss man auch da vorgehen. Und ansonsten dreht man sich im Kreis. Das kennt ihr vielleicht, wenn man was anspricht und derjenige sagt, ja, stimmt, ich habe den Geschirrspüler nicht ausgeräumt, aber du hast gestern auch nicht gestaubsaugt. Und sie sagt dann, ja, weil du hast davor auch die Betten nicht gemacht, was wir vereinbart hatten. Ja, und du hast davor, und so dreht man sich rückwärts und rückwärts. bis man zum Ergebnis kommt. Wir beide machen eigentlich nie das, was wir. was wir uns sagen, macht also wenig Sinn. Das heißt, an dem Punkt zurückgehen, wo es mal gut war, also wo es beim Thema, wer macht was im Haushalt oder wie werden die Vereinbarungen eingehalten, wo das noch kein Konflikt war, wo noch kein ungutes Gefühl da war und wo man noch nichts sagen würde, wenn der erste Konflikt entsteht, oh, schon wieder, sondern wo man sagt, oh, das hätte ich nicht erwartet, das ist jetzt neu für mich. Oder sich auch dann die Frage stellt, oh, warum hat er das denn nicht geschafft? Also eher, was ist ihm denn dazwischengekommen? Also jetzt nicht vorwurfsvoll, sondern sich dann, ja, das ist eine wertschätzende Art, das zu fragen. Und genau das ist der Punkt, warum wir da hingehen, wo es mal gut war, weil da ist meistens noch der Blick dafür da oder die Haltung dafür da, zu fragen, warum kann das passiert sein? Was war seine positive Absicht? Ist ihm was dazwischengekommen? Also da kann man sich noch ganz viele andere Fragen stellen. Passiert das mehrfach und man ist da schon in seiner Vorbereitung und vorgefertigten Haltung und Meinung drin, dann ist man wie in so einem Tunnel drin. Dann gibt es keine Fragen mehr links und rechts, sondern es ist einfach nur alles klar, wieder unzuverlässig. Dann sprudeln die Gedanken in eine bestimmte Richtung. Und am Anfang, wenn das das erste Mal passiert ist, dann kann man sich meistens noch andere Fragen stellen. Und man selber ist natürlich in einer entspannten Haltung, dass das erste Mal passiert, dass man weiß da noch nicht, dass das mehrfach passieren wird und dass sich dann ein gutes Gefühl intensiver aufbauen wird. Das heißt, wenn ich mich in das Gefühl hineinversetzen kann, wie das vor dieser ersten Verletzung war, dann merke ich eigentlich im Regelfall, dass ich eine recht entspannte Haltung habe. Und dann ist der nächste Punkt, dass wir gar nicht die Verletzung mit dem Geschirrspüler von heute auflösen, weil das geht nämlich noch gar nicht. Wir müssen die Verletzung auflösen beim ersten Mal, wo er vielleicht gesagt hat, er wird bügeln und hat es nicht gemacht. Und damit ihr gezeigt habt, nachhaltig, ich bin unzuverlässig, wenn es um Haushaltsthemen geht. Die erste, da ist ein erstes ungutes Gefühl vielleicht bei der Frau entstanden und eine erste Brille von Unzuverlässigkeit, die müssen wir uns ansehen. Und danach können wir zu den folgenden Verletzungen kommen. Genau, meistens kann man sich sehr gut an diese erste Verletzung erinnern. Das sind nicht immer große Sachen, das sind meistens bei ein paar unserer Erfahrungen auch Kleinigkeiten, die im Alltag aufgetreten sind. Und da hilft es manchmal, wir im Coaching machen das immer so, dass wir so einen Zeitstrahl aufmalen. Also das kann auch mal ganz gut, Orientierung bieten, dass man die Verletzung, die jetzt aktuell ist, einträgt und dann mal so den Zeitstrahl rückwärts geht und überlegt, was ist da passiert und dann zur ersten Verletzung kommt. Das ist auch der Grund, warum dann vielleicht bei dem Geschirrspüler man innerlich oder auch äußerlich explodiert und man sich fragt, Mensch, es ist nur ein Geschirrspüler. Das kostet mich vier, fünf Minuten meiner Zeit, wenn ich denn jetzt ausräume. Warum kommt so eine starke Emotion hoch? Die starke Emotion sind die ganzen Dinge, die vorher alle in den Absprachen nicht geklappt haben, wo sich immer mehr ungute Gefühle in mir ausbreiten. Die mir aufgestaut haben. Und das kommt dann in diesem einen Moment zum Tragen, wenn vielleicht noch zwei, drei unglückliche Dinge zusammenkommen. Und dann entsteht dieses Explodieren oder dieses starke emotionale Gefühl. Starke Wutgefühl auch, ne? Bei Kleinigkeiten. Ja, genau. Und das ist auch, vielleicht mal so aus dem Nähkästchen geplaudert, ja auch immer ganz interessant, wenn Paare anrufen. Das sind nämlich häufig so die Punkte, die so das Fass zum Überlaufen bringen. Also viele Paare können sich noch daran erinnern, an den Moment, an den letzten Konflikt, der dazu geführt hat, dass sie bei uns anrufen. Und das sind dann bei jemand in der Küche, was nicht weggeräumt hat oder etwas nicht so gemacht hat, wie der andere gedacht hat. Und dann kommt die ganze Wut hoch und dann stellt man alles in Frage. Und ja, das ist immer, finde ich, sehr interessant. Wenn man den einzelnen Konflikt betrachten würde, würde man nie sagen, ja, deswegen haben wir jetzt bei der Paartherapie da mal ein Paarcoaching angerufen. Weil da würde jeder sagen, ja, nur weil du den Obstsalat so schneidest oder. den Müll nicht rausgebracht hast, deswegen ist das ja nicht so schlimm. Das hat immer alles eine Geschichte. Und das ist die Gefahr, dass daraus halt diese Konfliktspirale entsteht und man irgendwann in das Gefühl gerät, wenn ich mich mit meinem Partner jetzt schon wegen einem Geschirrspüler so intensiv streite, wie gut kann es zwischen uns eigentlich sein? Wie harmonisch läuft das zwischen uns? Wie glücklich können wir miteinander sein, wenn so eine Kleinigkeit zu so einem großen Streit führt? Gehen wir an den Punkt zurück, wo es mal gut war und schauen uns die erste Verletzung an. Wir bleiben bei unserem Haushaltsbeispiel. Erste Verletzung war, ich habe nicht gebügelt, obwohl ich das zugesagt hatte. Dann, wir können es ja durchspielen, Ina ist die verletzte Person. Ja. Und bei dir hat das ein ungutes Gefühl gemacht. Was machst du? Genau, dann würde ich im ersten Schritt das ja ansprechen, also aussprechen, was ist. Dann das Gespräch suchen, natürlich erst mal abchecken, passt der Rahmen? Hast du Zeit, bist du mit dem Energielevel, ist das in Ordnung? Ist unser Sohn nicht gerade mit im Raum? Okay, was sprichst du ganz konkret an aus? Genau, dann würde ich ganz konkret sagen, was für ein Gefühl das bei mir gemacht hat. Also nehmen wir mal davon an, ich sehe, beim ersten Mal, du hast nicht gebügelt, in dem Moment, das hat bei mir Magenschmerzen gemacht. Dann würde ich sagen, damals, oder dass du nicht gebügelt hast, das hat bei mir Magenschmerzen gemacht. Ein Grummeln im Magen. Okay. Das war ganz wichtig, dass sie jetzt ganz objektiv beschrieben hat, mein Verhalten. Ich habe nicht gebügelt, obwohl wir es vereinbart haben. Das ist der ganz objektive Anteil. Und dass sie dann nur sagt, was für ein Gefühl das bei ihr ausgelöst hat. Genau. Ich wiederum, es wird jetzt ja gebraucht, dass ich das Gefühl anerkenne. Also, dass ich sage, oh, das kann ich mir vorstellen, dass das bei dir Bauchschmerzen gemacht hat. Das tut mir leid. Das war nicht meine Absicht, dass du dadurch Bauchschmerzen bekommst. Genau, dann gucke ich, was bei mir als nächste Emotion so hochgekommen ist. Also, nach den Bauchschmerzen. Das Erste ist immer das Körpergefühl, was aufploppt. Dagegen können wir uns ja auch nicht wehren. Wir reagieren jetzt erst immer körperlich. Und dann kommen Wut, Angst, Trauer. Nehmen wir mal Wut. Ich bin wütend geworden. Also, ich spüre jetzt noch, wenn ich drüber spreche, ich habe den Konflikt ja noch nicht mit dir gelöst, spüre ich die Wut. Das hat mich wütend gemacht. Ja. Dann auch das ist natürlich wieder wichtig, dass ich das sehen kann. Dass das bei dir Wut gemacht haben. Und dass ich sage, dafür möchte ich Verantwortung übernehmen. Und die Wut, die bei dir entstanden ist, die kannst du zu mir zurückgeben. Ich will die zurückhaben, die Wut. Genau, also im besten Fall natürlich, wir machen das natürlich jetzt untereinander schon recht verkürzt, aber dass du dann sagst, dass es nicht deine Absicht war, dass das entstanden ist und es dir leid tut. Genau. Und dann habe ich ja die Wut in mir und ich habe ein Gefühl, jeder kann sich ja Wut gut vorstellen. Ich stelle mir bei Wut immer so ein bisschen das Kräftige vor. Und ich stelle mir immer, wenn ich meine Wut loswerde, immer vor, wie Florian zum Beispiel hinter so einem Sandsack steht. Weil ich will ihn ja nicht verletzen, das ist nicht meine Art Wut. Ich möchte so die Wut nicht zurückgeben, aber ich möchte das Gefühl haben, ich bin meine Wut ja losgeworden. Und dann stelle ich mir einfach vor, innerlich, wie Florian so einen Sandsack festhält und wo ich einmal voll raufschlage und mir den Moment vorstelle, wie ich diese Wut gespürt habe. Und wie ich mir auch die Erleichterung danach vorstelle. Also wie ich mir vorstelle, wie dann meine Arme leichter werden, ich tief durchatmen kann, merke so, ja, das ist jetzt von mir abgefallen. Genau, also die Wut, die übergeben die Menschen ganz unterschiedlich. Ich würde sagen, zwei Drittel machen das durch Anschreien, aber dann innerlich natürlich. Es wird nicht wirklich geschrien, sondern man stellt sich das innerlich nur vor, bis sich das so entladen hat. Andere wiederum packen so Wutpakete und stellen die zu. Genau. Und übergeben das dann sozusagen die Last. Das können sich viele, also aus meiner Erfahrung im Coaching auch mal sehr gut vorstellen, wenn man die Wut übergibt in einem Rucksack. Also wenn der Rucksack schwer ist und dann übergeben wird und das dann bei einem auf der Seite, wo man den Rucksack vorgetragen hat, dann leicht wird. Und wie du schon gesagt hast, machen wir das natürlich im Alltag nicht. Das ist vor allen Dingen im Coaching so, dass wir so intensiv darüber sprechen, wie man die Wut los wird, damit dieses Gefühl wirklich nachlassen kann. Und auch nachhaltig weg geht. Während wir jetzt im Alltag alles stimmig ist und wir eigentlich keine Verletzungen mehr miteinander haben, dann reicht es aus, wenn ich sage, das tut mir leid, das war nicht meine Absicht und dann geht das Gefühl automatisch zurück. Also das ist wie Fahrradfahren. Am Anfang ist das alles noch ein bisschen ruckelig. Man fällt mal hin, man übt noch mal und das ist alles sehr mechanisch und Gleichgewicht halten muss man bewusst machen. Und irgendwann ist auch das Verletzung auflösen wie Fahrradfahren, voll automatisiert. Die Dinge laufen so ab und das funktioniert gut. Ja, ich glaube auch, der große Punkt ist diese Brille. Wenn man alle Verletzungen gelöst hat, dann hat man ja auch keine Brille mehr auf den anderen. Dann kann ich das ja auch gleich annehmen. Wenn du dann sagst, oh Ina, das war nicht meine Absicht, es tut mir leid, dann kann ich das ja auch objektiv, also kann ich das ja wirklich auch annehmen. Sagen, okay, ich glaub dir das, ich nehm das so an und das ist für mich dann auch in Ordnung. Genau. Dann haben wir noch den letzten Punkt, der gebraucht wird, nämlich, dass wir eine neue Brille dann sozusagen mitgeben. Das heißt, wenn eine Verletzung vorliegt, dann sagt jetzt nicht Ina, was sie sich von mir wünschen würde. Das wird nämlich typischerweise gemacht, dass eigentlich Ina sagt, und ich wünsche mir, dass du in Zukunft zuverlässig bist und wenn wir vereinbaren, dass du bügelst, dass du das auch einhältst. Also nochmal so ein Umraufgeben. Genau, das ist irgendwie doof. Das ist für beide Seiten nicht wirklich angedehnt. So belehrend auch, richtig. Genau. Das heißt, ich hab jetzt ja gesehen, dass ich vorher gar nicht gedacht hätte, dass das bei Ina Bauchschmerzen macht und Hut erzeugt und dass es bei ihr eine Brille formt, die ich ja gar nicht habe bei mir. Also ich selbst hab von mir nicht Ich selbst habe von mir nicht den Glaubens, dass ich unzuverlässig wäre. Bei Ina entsteht aber jetzt auf einmal die Überzeugung, ich bin unzuverlässig. Das passt gar nicht zu mir. Von daher gebe ich dann einfach mit, mit dem Wissen, dass es bei dir das Gefühl gemacht hat, werde ich in Zukunft natürlich darauf achten, Vereinbarungen einzuhalten, die wir miteinander treffen. Und dann gilt es natürlich auch, das in Zukunft zu tun. Denn neues Vertrauen entsteht dann durch neues Verhalten, weil letztendlich das Misstrauen, was mal entstanden ist, oder diese Unzuverlässigkeit im Gefühl, die wird dadurch jetzt auf Null gesetzt. Und jetzt kann durch neues Verhalten neues Vertrauen entstehen. Genau, und das sind einfach Erfahrungswerte, die man dann sammeln muss, damit sich eine neue Brille bilden kann. Und ich glaube, das hört sich jetzt vielleicht für euch alles ein bisschen mechanisch an, so eine Verletzung zu lösen oder ein bisschen kompliziert. Aber im Alltag ist das wirklich gar kein Problem. Und man macht das auch in seinen Worten. Also da groovt man sich dann so, nein, dass das dann passend ist. Und das fühlt sich nachher wirklich wie eine Erleichterung an, so einen Weg gefunden zu haben, so ein Ritual für sich, um die Verletzung dann aufzulösen. Und es geht ja auch viel schneller. Also das, was sich jetzt lang anhört, ist ja letztendlich gesehen viel effektiver, das so geordnet zu klären, als wenn man seinen Megastreit raus hat. Dann dauert das länger und man hat mehr Gefühle und ist die Last nicht los. Genau, ein Hinweis noch. Und dann fassen wir, glaube ich, noch einmal ganz kurz zusammen. Also ein Hinweis, was eine neue Verletzung häufig macht, was viele gar nicht glauben, ist eine Rechtfertigung. Also wenn ich dann erkläre, warum ich das gemacht habe, dann macht das häufig eine neue Verletzung. Stellen wir uns vor, ich würde jetzt noch sagen, es tut mir leid, das war nicht meine Absicht, bei dir das Gefühl zu machen. Das war so, als ich bügeln wollte, da hat jemand von der Arbeit angerufen und ich musste diesen Anruf unbedingt annehmen. Und das war total wichtig. Zack, neue Verletzung bei Ina. Prioritäten, der von der Arbeit ist wichtiger als meine Vereinbarung. Dann geht es ja für Ina gar nicht um das Bügeln im Vergleich zu dem Anruf, sondern für Ina geht es dann um die Zusage. Wir haben eine Vereinbarung getroffen. Kinder machen das noch viel deutlicher. Bei Kindern ist alles ein Versprechen. Ich habe ihr versprochen, ich mache das. Und mein Versprechen ist für Ina wichtiger, als wenn irgendwer anruft, der vorher gar nicht relevant war. Und daher kommt das. Also eine Rechtfertigung macht häufig eine neue Verletzung. Es geht eher immer darum, beim anderen das Gefühl anzuerkennen. Also es heißt, was sind die Schritte? Schritt 1, wir gucken, ob es vor der Verletzung, die gerade da war, wirklich gut war. Wenn nicht, gehen wir an den Punkt zurück, wo es mal gut war. Dann sprechen wir an, welches Verhalten des anderen hat bei mir welches Körpergefühl ausgelöst. Bauchschmerzen, Zittern. Herzklopfen, mir wird heiß. Und der andere, das gilt das dann anzuerkennen. Das andere sagt, ja, das kann ich sehen. Das tut mir leid und war nicht meine Absicht, dieses Gefühl bei dir zu machen. Das ist das Anerkennen. Wenn man möchte, kann man dann noch den Schritt gehen und innerlich die Wut zurückgeben, die dabei entstanden ist. Oder auch andere Emotionen. Kann ja auch Traurigkeit sein. Wobei Traurigkeit anders verarbeitet wird. Ja. Bei Traurigkeit. Ja. Da sind die beiden dann im besten Fall zusammentraurig. Das heißt, umarmen sich vielleicht. Und sagen, das macht uns beide traurig, dass das so gewesen ist. Ja. Und dann gilt es, dass derjenige, der die Verletzung verursacht hat, eine neue Brille mitgibt. Also das heißt, der sagt, wie er mit dem Wissen, dass das das Gefühl auslöst, was ja nicht seine Absicht war, sich anders verhalten hätte. Und damit natürlich auch in der Zukunft anders verhalten wird. Und so lässt sich die Verletzung nachhaltig lösen, wie haben es jetzt in knapp 25 Minuten erklärt. Ja. Und vielleicht habt ihr noch Detailfragen dazu. Aber am Ende ist es so, dass kleine Verletzungen sich damit binnen kürzester Zeit, in drei, vier Minuten wunderbar lösen lassen. Und wenn es komplexe Dinge sind, lassen die sich vielleicht auch mit ein bisschen mehr Zeit gut lösen. Allerdings muss man sagen, es gibt fast keinen Konflikt, der sich nicht lösen lässt. Ich glaube, man muss auch einfach für sich da mal ehrlich sein und sagen, kriegen wir es? Zu zweit? Oder brauchen wir jemanden, der das noch mal unterstützt? Und der uns den geschützten Rahmen vielleicht noch mal gibt zum Gespräch? Vorsicht, Werbeblock. Nein, aber es ist ja manchmal so, wenn man erst mal zu Hause ist. Und ich habe immer das Gefühl, manchen Paaren tut das richtig gut, weil die haben Babysitter sich organisiert. Die sind hierher gekommen, die verbinden das manchmal auch vielleicht noch mit einer anderen Sache, dass sie dann danach noch mal eine Runde spazieren gehen oder so. Je nachdem, wie das Gefühl dazu ist. Aber dieser geschützten Rahmen, den darf man nicht unterschätzen. Und einfach auch die Zeit, die man da hat. Gerade für starke Konflikte. Für den Anfang vielleicht auch, um so einen Stein ins Rollen zu bringen, um die Technik noch mal genau zu erlernen. Genau. Letztens hat ein Paar das mit einem Personal Trainer und dem Sport verglichen. Die haben gesagt, sie hätten zwar in der Woche Zeit, miteinander zu reden, auch wenn sie zwei Kinder haben. Sie nehmen sich die Zeit aber einfach nicht. Und wenn sie einen Termin mit mir haben, dann halten sie ihn halt einfach ein, weil sie haben ja einen Termin. Und dann sind die zwei Stunden im Kalender fest geblockt. Könnten die beiden natürlich. Ohne mich machen, sich einfach mal zwei Stunden im Kalender blocken, war auch die Empfehlung, das mal zu tun. Auch wenn das unromantisch vielleicht wirkt, um sich dafür dann einen Termin zu blocken. Aber wenn beide berufstätig sind, man zwei Kinder hat, dann macht es vielleicht doch Sinn, das zu tun. Wenn man merkt, man kriegt es sonst nicht hin. Und das haben sie sich verglichen wie mit einem Personal Trainer. Man kennt das ja, man ist häufig im Fitnessstudio angemeldet und geht einfach nicht hin, weil man hat keine Verpflichtung, außer die 19, 29 Euro oder was auch immer man zahlt. Ansonsten hätte man einen festen Termin. Ja, und da wartet jemand im Trainingsanzug. Dann lässt man das nicht sausen. Dann hat man eine ganz andere Verpflichtung, die man eingegangen ist. Genau, das zum Thema Konflikt nachhaltig lösen. So lösen wir bei uns im Coaching die Konflikte. Und so würden wir auch euch empfehlen, Konflikte zu lösen. Denn das ist die für uns nachhaltigste Methode, um wirklich dafür zu sorgen, dass ungute Gefühle, die sonst in einem schlummern und zurückbleiben und irgendwann in so einem Rundumschlag explodieren, wirklich weg sind. Also hört euch das sonst noch ein zweites Mal an. Geht auf unsere Website, schaut euch das Konflikte-Lösen-Thema mal genauer an. Bei YouTube werden wir das Ganze vertiefen. Also befasst euch da gerne näher mit. Das ist super hilfreich und noch mal in Nuancen so anders, aber so hilfreich. Absolut gut. Ja, wir hoffen, ihr konntet einige Impulse, mitnehmen und freuen uns auf den nächsten Podcast. Genau. Bis bald.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Nachhaltiges Lösen von Konflikten bedeutet, dass das gegenseitige Ungutgefühl nicht mehr aufkommt und ein positives, stabiles Gefühl nach der Lösung bleibt.
  2. Es ist entscheidend, den Punkt zu finden, wo es vor der Verletzung gut war, um die erste Verletzung und die daraus entstandene Brille zu erkennen.
  3. Beide Partner müssen bereit sein, im bewussten und ruhigen Rahmen zu sprechen, ohne Zeitdruck oder negative innere Situationen wie Stress oder schlechte Nachrichten.
  4. Der erste Schritt ist das Aussprechen von Fakten und das Anerkennen des gegenseitigen unguten Gefühls, ohne es auf Verhaltensfehler zu reduzieren.
  5. Die Wut oder andere Emotionen werden innerlich zurückgegeben, beispielsweise durch das Vorstellungsvermögen von Wutübergabe, wie bei einem Sandsack oder Rucksack.
  6. Der Verursacher einer Verletzung verpflichtet sich, zukünftig anders zu handeln und neue Vereinbarungen einzuhalten, um Vertrauen aufzubauen.
  7. Eine Rechtfertigung für das Verhalten kann neue Verletzungen auslösen und sollte daher vermieden werden.
  8. Ein geschützter, ruhiger Rahmen mit fester Zeit ist wesentlich für die erfolgreiche und nachhaltige Konfliktlösung.

Summary:

Um Konflikte nachhaltig zu lösen, ist es entscheidend, dass beide Partner ein positives, dauerhaftes Gefühl nach der Lösung haben, ohne dass sich alte Verletzungen wieder aufbauen. Der erste Schritt besteht darin, den Punkt zu finden, wo es vor dem Konflikt gut war, um die Ursachen der aktuellen Verletzung zu erkennen. Beide müssen bereit sein, im ruhigen, bewussten Rahmen zu sprechen, ohne Zeitdruck oder negative Emotionen.

Es geht nicht darum, die andere Person zu bestrafen, sondern das Gefühl anzuerkennen, das durch die Handlungen entstanden ist. Wut oder Traurigkeit werden innerlich verarbeitet, etwa durch das Vorstellen, wie man eine Wut in einem Sandsack loslässt oder in einen Rucksack verpackt. Derjenige, der verletzt wurde, fühlt sich verstanden, und derjenige, der die Verletzung verursacht, verpflichtet sich, zukünftig anders zu handeln und Vereinbarungen einzuhalten.

Eine Rechtfertigung kann jedoch neue Verletzungen auslösen und muss daher vermieden werden. Ein entscheidender Faktor ist ein geschützter, ruhiger Gesprächsraum mit klarer Zeit, der im Alltag oft fehlt. Ohne diese Struktur kann der Konflikt eskalieren und zu einer Spirale führen.

Die Methode ist einfach und wirksam: nachdem die erste Verletzung verarbeitet ist, entstehen neue, gesunde Vertrauensbeziehungen. Kleine Konflikte lösen sich in wenigen Minuten, komplexe Fälle brauchen mehr Zeit, aber fast alle Konflikte sind lösbare Herausforderungen. Die Lösung ist nachhaltig, weil sie keine Emotionen belastet, sondern sie aufnimmt und verarbeitet.

FAQs

Nachhaltiges Lösen bedeutet, dass das Gefühl von Verletzung nicht mehr aufkommt und beide Partner mit einem guten Gefühl aus dem Konflikt herauskommen. Es entsteht ein stabiler Zustand, bei dem keine Rückwirkungen oder Wiederholung von Konflikten auftreten.

Ein geschützter Rahmen schafft Ruhe, Zeit und Sicherheit, sodass beide Partner sich frei und ohne Druck auf die Konfliktlösung konzentrieren können. Zu Hause fehlt oft dieser geschützte Raum, was die Intensität der Auseinandersetzungen erhöht.

Beide sollten bereit sein, Zeit und innere Verfassung für eine konstruktive Diskussion zu haben. Wenn einer unter Stress, aufgeregt oder mit anderen negativen Erfahrungen ist, ist es sinnvoller, den Moment abzusagen, um später zu versuchen.

Die erste Verletzung bildet die Grundlage für eine Brille von Unzuverlässigkeit. Wenn diese nicht erkannt und gelöst wird, können sich die Gefühle und Bewertungen ständig weiterentwickeln und zu einer Konfliktspirale führen.

Der Partner, der verletzt wurde, beschreibt seine Körperreaktionen wie Bauchschmerzen oder Herzklopfen. Der andere akzeptiert dies als Gefühl, sagt: „Das kann ich sehen, tut mir leid, das war nicht meine Absicht.“

Weil die kleine Verletzung oft das Ergebnis längerer, unbewusster Verletzungen ist. Die Wut oder Angst entsteht, wenn sich mehrere negativer Erfahrungen in einem Moment zusammenspielen und die emotionale Belastung übersteigt.

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