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Konflikte lösen in der Familie: So könnt ihr Familienkonflikte zeitnah überwinden

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Konflikte lösen in der Familie: So könnt ihr Familienkonflikte zeitnah überwinden

In dieser Folge behandeln die Lebensidealisten Familienkonflikte und zeigen auf, wie sie zeitnah und nachhaltig gelöst werden können. Konflikte innerhalb der Kernfamilie – zwischen Kindern, Eltern oder Geschwistern – entstehen durch unterschiedliche Bedürfnisse, Altersstufen und Lebensziele. Es ist entscheidend, Grenzen zu erkennen, insbesondere bei körperlicher oder emotionaler Belastung, und hierfür ein klares „Stopp“ zu setzen. Wenn ein Kind um Hilfe bittet oder entgeistet, sollte ein Elternteil als stützende Hand auftreten, ohne zu beurteilen oder die Wut zu unterdrücken. Ein dritter Akteur, wie ein Elternteil, kann als Mediator fungieren, um die Konflikte zu vermitteln, ohne das Paar zu belasten. Der Erfolg hängt von der Balance zwischen Herz und Schwert ab: Empathie und Grenzen müssen zusammenwirken, um Sicherheit und Vertrauen zu schaffen. Vorbilder wie das Zähneputzen zeigen, dass Eltern die Aufgabe haben, grundlegende Sicherheiten zu gewährleisten, während Kinder die Möglichkeit haben, eigene Methoden zu entfalten. Der Prozess beginnt mit der Wertschätzung der Gefühle, ohne sie zu beurteilen, und endet mit gemeinsamer Verantwortung für eine bessere Zukunft. So wird der Konflikt nicht nur behoben, sondern die familiäre Bindung gestärkt.

Transcription

4341 Words, 26427 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten. In dieser Folge geht es um das Thema Konflikte innerhalb der Familie. So könnt ihr die Familienkonflikte zeitnah überwinden. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. In Beziehungen oder auch in Freundschaften kommt es immer mal wieder zum Streit, zu Konflikten. Manchmal entstehen aber auch innerhalb der Kernfamilie Konflikte und es kann besonders schwierig sein, einen Konflikt zu lösen. Es gibt verschiedene Ansichten, verschiedene Personen in verschiedenen Altersstufen mit verschiedenen Bedürfnissen, die aufeinandertreffen. Und wir zeigen euch, wie sich Familienkonflikte zeitnah lösen lassen. Wenn Streit in der Familie ausgebrochen ist, dann kann es. Es kann ja sein, dass zum Beispiel zwei sich untereinander streiten, aber sich andere mit eingemischt haben. Ein typisches Beispiel, die Geschwister streiten sich, ein Elternteil mischt sich ein. Oder ein Kind hat mit einem Elternteil einen Konflikt und der andere Elternteil mischt sich ein. Was aber grundsätzlich halt das Problem ist, dass es eine angespannte Atmosphäre innerhalb der Familie gibt, wo ungute Gefühle entstanden sind, wo Menschen genervt sind. Wo möglichst schnell wieder eine angenehme Stimmung entstehen soll. Es ist ja auch so, dass man mit den Personen sehr regelmäßig in Kontakt hat. Man sieht sich einfach tagtäglich mehrfach. Absolut. Und kann dem Ganzen schwer aus dem Weg gehen. Sodass hier insbesondere die Lösung zeitnah Sinn macht, weil man ansonsten natürlich in Folgeverletzungen hineinläuft. Wenn die Stimmung angespannt ist, dann gibt es entsprechend angespannte, nicht wertschätzende Antworten, Reaktionen. Je nach Altersstufe bauen sich da eben dann weitere Konflikte und weitere Verletzungen auf. Man trifft ja auch, finde ich, in einer Familie durch die Routinen, die man hat, immer wieder aufeinander. Wie Abendessen, Mittagessen, Frühstück oder so. Und möchte dies ja auch möglichst schnell in einer angenehmen Atmosphäre haben. Weil man, selbst wenn man nicht beteiligt ist, ja mit drunter leidet. Also die Welt dreht sich ja nicht so weiter für einen im positiven Sinne. Wenn. Ja, Leute in der Familie Streit und Konflikte miteinander haben. Also nochmal, um das mehr zu umreißen jetzt vielleicht. Es geht hier um Konflikte innerhalb einer Kernfamilie. Also zwei Eltern, ein, zwei, drei Kinder oder mehr. Und innerhalb dieser Kernfamilie entsteht zwischen Geschwistern, zwischen Kindern und Eltern in irgendeiner Konstellation Konflikte. Wir meinen eben nicht die Konflikte zwischen den Eltern selbst. Sondern immer. Ein Elternteil mit Kindern oder aber beide Elternteile mit Kindern oder Kinder untereinander. Also sozusagen alle Konflikte, die innerhalb der Familie entstehen können, innerhalb der Kernfamilie. Außer die zwischen dem Liebespaar sozusagen oder dem Elternpaar. Ja, was passiert in der Folge, wenn solche Konflikte entstehen? Die Situation in der Familie spitzt sich zu. Also man verliert dann ja irgendwie so ein bisschen den Draht. Vielleicht hast du auch das Gefühl. Die Bindung zu den Kindern, wenn das Konflikte mit den Kindern sind. Es ist schwierig, eine Lösung zu finden. Meinungen werden schwer berücksichtigt. Das alltägliche Miteinander fühlt sich belastend und schwer an. Anstelle von Wir-Gefühl, Familiengefühl, Leichtigkeit. Gerne zusammen Zeit verbringen. Nehmen wir mal ein konkretes Coaching-Beispiel. Ich hatte das jetzt gerade letzte Woche. Da waren Eltern, die sagten. Die ganze Stimmung innerhalb der Familie ist schon seit längerem stark angespannt. Oder es ist so eine gedrückte Stimmung, weil die Kinder untereinander sich immer ärgern. Also da geht es darum, wer welches Spielzeug hat, das jemand nicht teilen will. Dass es vielen zum Geschrei kommt. Dass das Gefühl da ist, dass einer sich benachteiligt fühlt. Was wiederum zu Konflikten zwischen den Kindern und den Eltern kommt. Also grundsätzlich ist irgendwie das Gefühl drin, es läuft. Es läuft nicht rund. Und dieses Gefühl von Angespanntheit ist etwas, was die Eltern möglichst schnell loswerden wollen. Weil sie sagen, natürlich kommen wir immer wieder in Konflikte mit den Kindern, aber die haben untereinander so eine kurze Zündschnur, dass das für unsere gesamte Familie ein Problem ist. Ja, und da ja auch immer die Frage, was ist normal? Dieses Glaubenssatz, dass Geschwister sich streiten, ist völlig normal. Mag vielleicht sein. Die Frage ist, in welchem Umfang? Wo hört die Normalität auf? Wo ist das etwas, wo wir als Eltern eingreifen sollten? Oder was können wir auch laufen lassen? Das ist ja dann auch immer eine sehr spannende Frage, die man sich dann als Elternpaar stellt. Und ich finde auch, das ist ja auch ganz individuell, was man selber als Belastung empfindet. Also wenn Eltern sagen, ich habe immer wieder ein Streitthema mit einem Kind, weil es nervt mich, es hört nicht zu, was ich sage. Es nervt mich, dass nicht die Jacke angezogen wird, die Schuhe angezogen wird, wenn ich sie isst und bitte. Und ich habe deshalb das Gefühl, es belastet mich. Dann ist das so. Also dann ist das von der Person mit der anderen Person eine belastende Situation, ohne Wertung. Und da hilft es ja auch nicht, wenn eine dritte Person aus der Familie kommt und sagt, ich verstehe gar nicht, warum du dich da so aufregst. Ist doch gar nicht so schlimm. Ja, es gibt sehr viele Themen, wo das passieren kann. Thema Schule, Hausaufgaben. Also es gibt so viele Themen. In jeder Altersstufe, was neu ist. Das liegt ja auch daran, dass unterschiedliche Prioritäten da sind. Kinder haben andere Prioritäten wie wir Erwachsenen. Kinder stehen mehr auf Abenteuer, wir mehr auf Sicherheit. Genau. Und das ist ja ganz normal, dass es da knallt. Nur, dass wir Erwachsenen uns noch in einer anderen Verantwortung sehen, noch mehr uns in dem System drin sehen, dass Sachen funktionieren wollen und müssen und Kinder eher dann auch sehr frei sind. Ja, das erinnert mich an unseren Sohn, der vorgestern eine sehr intensive Diskussion mit mir darüber führte, dass ich doch gar nicht arbeiten gehen müsse. Ich sollte doch zu Hause bleiben. Mama kann ja auch irgendwie arbeiten gehen und da hatte er irgendwie einen Tag, wo mehr sein Papatag war. Und ich dachte, ja, es gibt aber gewisse Aufgaben bei der Arbeit, die kann nun mal nur ich erledigen. Und es gibt bei der Arbeit auch gewisse Fristen, die ich einhalten muss. Nämlich um gewisse Dinge, wenn ich kümmere, dann bekomme ich Strafen. Ja, was für Strafen? Geldstrafen, bösen Brief. Ja, dann bezahlst du halt die Geldstrafen. Egal. Hauptsache, wir verbringen Zeit miteinander. Und da sieht man eben, dass die, natürlich wäre meine Priorität Nummer eins auch, mit ihm dann Zeit zu verbringen, aber ich muss eben auch mich an gewisse Regeln und Pflichten halten, um einfach, ja, da ging es jetzt um die Buchhaltung. Ich habe halt eine gewisse Frist, die Buchhaltung abzugeben. Wenn ich das nicht mache, dann bekomme ich eben vom Finanzamt entsprechende Sanktionen auferlegt und muss Strafen zahlen. Ja, aber das ist ja für einen sechsjährigen Finanzamt total unwichtig. Völlig unwichtig. Und ich würde auch lieber Zeit mit ihm verbringen, als das zu tun, aber ich möchte eben auch keine Säumniszuschläge zahlen. Und so sind dann die verschiedenen Ansichten, die dann eben so aufeinander prallen. In den verschiedensten Situationen. Das ist ja auch ganz spannend, weil ja was ja passiert in so einem Konstrukt Familie, in so einem System Familie ist, dass unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander prallen. Also jeder Mensch hat ein eigenes Bedürfnis, das kann in dem Moment Sicherheit, Nähe, Ruhe, was auch immer sein. Und dann gibt es nochmal so ein Bedürfnis zwischen den Eltern in der Paarbeziehung, was sind da für Bedürfnisse da? Und dann halt die Bedürfnisse der Kinder einzeln wieder und die Bedürfnisse halt von den Kindern an die Eltern. Und man kann ja auch so ein bisschen kann sich das jetzt ja schon so vorstellen, dass das wahnsinnig kompliziert ist und dass das häufig zur Enttäuschung führen kann, zu Erwartungen, die nicht erfüllt werden und dann kommt es zu Konflikten. Und gerade abhängig vom Alter des Kindes ist es natürlich auch schwierig, die Bedürfnisse auszusprechen. Kinder zeigen das dann durch Enttäuschung, durch so Gefühle wie Wut, Traurigkeit, Angst. Und es ist aber auch für uns Erwachsenen gar nicht so leicht, immer unsere Bedürfnisse selbst zu erfüllen und die Ressourcen zu haben. Denn nur wenn jeder eigentlich ressourcenstark ist in der Familie, kann auf die Bedürfnisse von allen gesund eingegangen werden. Und ich glaube, das ist eigentlich das größte Problem an Streit und Konflikten innerhalb einer Familie, dass die Ressourcen nicht da sind. Ja, neben der Paartherapie und dem Coaching von Einzelpersonen unterstützen wir auch Eltern und Familien im Coaching, wenn es darum geht, Konflikte nachhaltig zu lösen. Und da ist ja meistens Ina dann bei uns, die Spezialistin, die mit den Paaren und Familien zusammenarbeitet. Aufgrund der Erfahrung und Ausbildung als Erzieherin, Studium der Pädagogik und Soziologie ist sie natürlich da bestens gerüstet, um mit euch diese ganzen Themen anzugehen. Wenn das also etwas ist, wo ihr sagt, da fühlen wir uns angesprochen, da brauchen wir Unterstützung, dann meldet euch sehr gerne fürs telefonische Erstgespräch und dann können wir schauen, ob wir euch im Coaching dabei unterstützen können. Bei den Lösungsansätzen, können wir mal schauen, ob wir verschiedene Beispiele vielleicht hernehmen, was für Situationen und was für Altersstufen so entstehen können, beziehungsweise was dann die Lösungsansätze in den verschiedenen Altersstufen wären. Also spannend wäre vielleicht mal die Frage, weil wir eben darauf eingegangen sind. Nehmen wir, wir haben zwei Kinder, sechs und neun, die streiten sich untereinander. Was würdest du sagen, wo ist der Punkt, an dem ein Elternteil eingreifen müsste, wo man diesen Streit der Kinder nicht mehr laufen lassen kann? Da gibt es immer ganz gut den Spruch der körperlichen Unversehrtheit. Also in dem Moment, wo man das Gefühl hat, es entsteht eine körperliche Grenzüberschreitung, ist das erste, wo man eingreifen sollte. Damit ist jetzt nicht gemeint, wenn der eine den anderen mal so ein bisschen schubst oder piekst oder so, sondern wo man wirklich das Gefühl hat, es ist eine Grenzüberschreitung. Und wir Eltern haben da auch ein Gespür für, wo ein ungutes Gefühl entsteht. Da passt immer so der Satz zu, es sollen alle heil bleiben. Also es sollte keiner sich schwer verletzen. Und das kann manchmal auch in einer Dynamik entstehen, gerade vielleicht eher bei jüngeren Kindern, auch mal bei älteren Kindern, der Spruch, nach dem Lachen kommt das Wein. Also wenn etwas, eine Situation drüber ist, wenn man merkt, okay, die Beine fangen sich nicht mehr ein. Es entsteht gleich großes Leid in dem Sinne, dass einer sich den Kopf aufschlägt, weil hinter der Couch so schnell gerannt wird auf den Fliesen. Das geht nicht mehr gut. Dann sozusagen als Ankerpunkt einzuspringen, ich bin für die Sicherheit von euch zuständig und jetzt ist Schluss. Das ist ein Punkt. Und der zweite Punkt ist, wenn ein Kind aktiv um Hilfe bittet. Also wenn einer ganz klar sagt, ich kann diesen Konflikt hier nicht klären. Da gibt es ja immer auch den pädagogischen Ansicht, dass man sagt, ja, Kinder sollen das aber selber lernen, den Konflikt zu klären. Ja, da kann man ja auch erstmal nachfragen. Was hast du schon gemacht? Was hast du schon versucht, um den Konflikt selber zu klären? Bist du schon hingegangen? Kann man Strategien und Tools an die Hand geben? Aber wenn das Kind sagt, ich kann das nicht klären, ich bin genervt oder aufgelöst ist oder weint, spätestens da einzugreifen. Da finde ich immer das Beispiel ganz passend, so ein Schutzschild vor dem Kind zu sein. Und das ist eigentlich egal, welche Person da gegenübersteht. Das können Eltern sein, also der andere Elternteil, Schwiegereltern, das Geschwisterkind, eine Erzieherin, ein Lehrer, dass man in dem Sinne nicht der Part ist, der nochmal die Schwächen aufzeigt, sondern, der irgendwie so die stützende Hand ist, die sagt, okay, ich helfe dir, wenn du das nicht hinkriegst und ich stehe hinter dir. Und das ist ja so der Punkt, dass man sozusagen dann in dem Sinne Mentor oder Coach fürs Kind ist, also selbst zu lernen, wie man Konflikte löst, heißt ja nicht, es alleine lernen zu müssen, sondern natürlich Unterstützung zu bieten, wie man das macht. Und das heißt auch nicht, dass man in dem Sinne der Person Recht gibt, also dass man urteilt, sondern man begleitet den Prozess. Weil man ist ja oftmals gar nicht bei Geschwistern in der Situation dabei gewesen. Und es soll ja nicht so sein, dass man sagt, ah, okay, du armes Kind, du weinst jetzt, wir gehen mal zum anderen Geschwisterkind und der kriegt dann Ärger. Das ist ein ganz häufiger Punkt, der passiert, dass man in die Situation hineinkommt und sieht, was in der Situation passiert und sieht nur, der Große haut den Kleinen. Und jetzt gehst du natürlich auf den Großen los, weil der ist ja erstens der Große und müsste es besser wissen und zweitens hat er gehauen. Aber was vorher passiert ist, das weiß man alles gar nicht. Und da so innerlich diese Ruhe zu bewahren und hinzugehen, beide zusammenzuholen, wahrscheinlich muss auch der kleinere erstmal getröstet werden, weil er vielleicht weint, damit er erstmal wieder so die Fassung zurückbekommt und wieder da sein kann. Und dann mit beiden das zu machen, was wir auch im Parkcoaching machen, an dem Punkt zu gehen, wann war es mal gut. Also wann war es denn gut und wann hat wieder Streit begonnen und was ist passiert. Denn vielleicht merkt man, dass tatsächlich, dass der Kleine geschafft hat, den Großen so sehr in die Enge zu treiben und er vielleicht auch schon zwei, dreimal den Großen getreten und geboxt hat, bis der Große einfach nicht mehr wusste, was er tun sollte und auch hilflos geworden ist und dann den Kleinen gehauen hat. Jetzt ist hier meine Grenze erreicht, ich kann nicht mehr. Und an die Grenze gebracht wurde und jetzt dafür, dass er seine Grenze nur noch so wahren konnte, auch noch einen auf den Deck gekriegt und der andere ist der Kleine und wird beschützt. Dass man eben hier sich anguckt, was ist passiert, wie ist der Verlauf gewesen, wann war es mal gut und dann das aufklärt und dann kann jeder Verantwortung übernehmen für seinen Anteil, den er zu diesem Konflikt beigetragen hat. Und das ist genauso zum Beispiel mit dem anderen Elternteil. Wenn ein Kind auf einen zukommt und sagt, Papa ist doof, ich rede mit dem nicht mehr, ich mag den nicht mehr, dem will ich nichts mehr zu tun haben. Dann bringt es nichts zu sagen, ja aber sag sowas nicht, das ist ja gemein und so. Das sind die Gefühle, die gerade da sind und die, die das Kind altersgemäß vielleicht gerade auf die Strecke bringen kann. Beim späteren Zeitpunkt, wenn die Gefühle runtergekocht sind, kann man immer gerne nochmal darüber sprechen, wie man sich vielleicht ausdrückt. Aber in dem Moment bringt das gar nichts. In dem Moment sind die Gefühle da und da ist es viel wichtiger, dass man nicht auf eine Seite rutscht, sondern dass man vermittelt und dass man sagt, okay, sehe ich gerade, dich hat das wütend oder traurig gemacht, hast du das Gefühl, dass da gerade ganz viel Wut im Bauch ist und man nennt das immer so Schleifendrehen. Also, dass man immer diese Ja-Schleifen hat, dass man das Kind erstmal zu den Bedürfnissen bringt, was das ist. Also, brauchst du gerade von mir eine Umarmung und dass man erstmal runterholt und dann unterstützend in den Konflikt geht. Das heißt, da bist du jetzt in dem nächsten Beispiel gelandet, dass ein Kind einen Konflikt mit einem Elternteil hat und jetzt an deinem Beispiel zu dem zweiten Elternteil geht und sagt, mir geht es gerade mit Papa nicht gut, ich mag den nicht mehr. Und da ist ja auch immer die Frage bei vielen Paaren, wie macht man das? Weil für manche fühlt sich das dann übergriffig an, wenn der andere in den Konflikt mit einsteigt, weil dann immer das Gefühl ist, das müssen die beiden dann ja untereinander klären. Die Autorität wird von dem einen untergraben. Deswegen ist da ja ganz wichtig, dass so handhaben wir das ja, dass der Dritte, der jetzt ja gerade kein schlechtes Gefühl abbekommt, also du hast einen Konflikt mit unserem Sohn, ich nicht. Ich bin dann sozusagen aktuell der Konfliktpartner. Ich bin aktuell nicht in dem Konflikt involviert, also bin dort rausgenommen. Dann habe ich ja die Ressourcen und die Möglichkeit erstmal unseren Sohn wieder runterzuholen, dass der vielleicht von seiner Wut langsam wieder runterkommt, um dann sozusagen der Mediator zu sein für euch beide, dass ihr wieder zusammen findet. Und andersrum kannst du das ja auch für uns sein. Aber das geht nur, wenn wir untereinander keine Themen haben. Das ist auch eine Grundvoraussetzung. Also da ist wieder auch die Paarebene doch ein bisschen mit im Spiel, dass wir keinen Streit untereinander haben und da auch wichtig, dass das eine Begleitung ist, die, ja, ich sag mal, für die Familie ein gutes Ende hat. Also, dass man das nicht, das Gefühl ist, es entsteht ein fauler Kompromiss. Eben wie im System Empowering das Ganze so zu lösen, wie du schon sagst, dass es für alle nachher am Ende wirklich gut ist. Vielleicht nochmal so die Frage, die es vielleicht bei manchen aufgekommen ist, so dieses, ja, aber dann fühlt sich der eine doch vielleicht untergraben von dem Partner, wenn der denn ankommt mit dem Kind. Was ich in meinem Studium gelernt habe, was ich ganz schön fand, der Gedanke ist, dass es nie so sein sollte, dass zwei Erwachsene gegen ein Kind sind. Weil ein Kind ist Machtgefälle immer eh schon einer schwierigen Situation. Und was braucht man grundsätzlich als Mensch am wenigsten, wenn man Gefühle wie Wut, Angst, Traurigkeit hat? Dann braucht man nicht noch eine zweite Person, die auch noch oben rauf geht. Dann kommt man noch schwieriger aus dem Konflikt raus, aus seinen Gefühlen raus. Sondern man braucht immer eine helfende Hand. In dem Sinne meistens irgendjemand aus der Kennfamilie. Das kann auch ein Geschwisterkind sein, ein älteres. Muss nicht der zweite Elternteil sein. Aber man braucht jemanden, der einem hilft. Und ganz ohne Wertung hilft. Zumindest erstmal ohne Wertung über das Gefühl hinweg hilft. Genau, den Schritt macht. Dass diese ganzen Gefühle ohne Wertung rausgehen. Natürlich finde ich, darf dann, wenn die Gefühle erstmal abgeklungen sind, auch eine gemeinsame Wertung entstehen. Also wenn man dann zusammenkommt und dann es darum geht, was ist passiert, dann bin ich ja nicht ohne Wertung, wenn unser Sohn geschrien oder gehauen hat. Sondern dann finde ich das ja auch nicht gut, dass das passiert ist. Aber ich bin trotzdem ja im Wir-Gefühl da, dass wir sagen, wir als Familie wollen zusammen einen Weg finden, dass das sich verändern kann. Und dann nicht das Kind, das sich da vorstellt und sagen, ja, was kannst du tun, damit das anders wird? Oder du musst das anders machen? Sondern was können wir alle zusammen dafür tun, dass sich die Situation für uns verändert? Meistens hilft das in dem Moment schon aus, wenn man ohne Wertung bleibt, bis es sozusagen zu dem Moment kommt, dass Verantwortung übernommen werden kann. Weil das ist immer der größte Schritt. Das ist bei uns Erwachsenen heute noch so, dass es uns schwerfällt, zu einer anderen Person hinzugehen, zu sagen, hier, das geht auf meine Kappe, das war Kacke. Da habe ich echt Mist gebaut. Und Kinder sagen, das kann man schon so impositiv sagen, aber ich will mich nicht entschuldigen. Dass dieser Punkt ist, ich mag nicht allein hingehen oder der Stehende und sagen, Entschuldigung, wie bitte? Ja, da sieht man auch, wie die Kinder die Unterstützung dann brauchen. Wie oft brauchte unser Sohn die Unterstützung, das und jetzt auch noch, dass wenn er sich entschuldigen möchte, er trotzdem einen von uns dabei braucht, der ihn stärkt und der ihm den Halt gibt und damit er das aussprechen kann. Und warum sollte man das verwehren, das macht ja gar keinen Sinn, sondern ihn dabei zu unterstützen. das zu können, das wird er schon bald alleine können. Da fällt mir immer das Beispiel ein, das habe ich die Tage gelesen, das fand ich ganz schön, jeder kennt vielleicht die Situation, man ist mit dem Kind, wenn es nicht ganz klein ist, unterwegs und das Kind soll etwas bestellen oder möchte etwas fragen und das Kind sagt, nee, mag ich nicht. Kannst du das für mich machen? Und dann kommt von der gegenüberliegenden Seite sowas wie, kann er noch nicht oder kann sie noch nicht selber sprechen? Kann sie sich selber bestellen? Und das finde ich immer so eine Situation, wo man als Elternteil sich oftmals auch da steht und denkt so, macht irgendwie gleich so ein komisches Gefühl in den Hals gegen, man denkt sich so, und da dann nicht in die Entschuldigungshaltung zu gehen, zu sagen, ja, erjenige mag das noch nicht sagen oder ist ja noch klein oder so, sondern da macht man das Kind ja auch vor der anderen Person so ein bisschen klein und wehrlos, sondern sich hinzustellen und zu sagen, ist das für mich in Ordnung, wenn ich für mein Kind bestelle, weil mein Kind braucht gerade ein bisschen Schutz und Halt und für diese Bedürfnisse möchte ich gerne einstehen. Kannst du eine Bestellung von mir entgegennehmen? Die meisten Erwachsenen sagen dann, ja, ja. Und man kann ja auch sagen, ich bin nämlich der Überzeugung, mein Kind wird es später lernen und ich möchte das vormachen, damit das Kind das auch sieht, wie das geht. Und dieses Gefühl mitzugeben, so den anderen aktiv zu fragen, kannst du die Bestellung von mir auch annehmen und nicht dieses Kind zu klein zu machen? Und zu sagen, das ist ein, was du noch nicht kannst, sondern eher derjenige lernt das jetzt dadurch, dass ich das mache, weil der mag das gerade nicht. Du hast vorhin gesagt, dass das eine wichtige Voraussetzung ist, dass es zwischen dem Paar gut sein müsste oder sollte, damit der Dritte sozusagen mediieren kann nachher, wenn sowas passiert. Davor hast du noch gesagt, das fand ich auch spannend, dieses Halt, Stopp, ich bin für deine Sicherheit verantwortlich. Wenn das Kind zu schnell um den Tisch rennt. Da kommen wir zu einer ganz wichtigen Voraussetzung, wenn wir diese Kombination uns ansehen, dafür, dass das Ganze gut funktionieren kann. Und das ist die Ausgeglichenheit zwischen Herz und Schwert. Wir haben in uns ein Herz und eine Schwertseite. Die Herzseite ist dafür da, dass wir Gefühle sehen können, liebevoll sein können, Gefühle aussprechen können. Die Schwertseite für mutig sein, Grenzen setzen, Nein sagen. Nun ist es so, dass wenn wir auf unsere Kinder zugehen, nur mit dem Schwert und sagen, Halt, Stopp, du darfst nicht rennen. Verbot, Stopp, Grenze. Dann ist das fürs Kind schwierig, das anzunehmen und auch von der Nachverarbeitung her schwierig, weil das dann nur eine Grenze ist. Aber wenn man sagt, ich bin für deine Sicherheit verantwortlich oder auch durch die Haltung mitgibt oder ausspricht, ich mache das, weil ich dich lieb habe, du mein Sohn bist, dann ist das wieder was anderes. Dann kommt auch die Herzseite mit durch, dass man eben diese Grenze setzt, weil man für das Kind sorgen möchte, weil man das Kind gerne hat, weil man für die Sicherheit da ist. Und das ist etwas, was in diesem Kontext, wenn das mit rüberkommt, sehr, sehr förderlich für die Beziehung ist und auch für diesen Konflikt sehr hilfreich sein kann, dass eben diese Herzseite mit da ist. Das heißt nicht, dass dieses Thema dadurch schnell vom Tisch ist und das Kind nicht protestiert und das sofort annimmt. Das wäre schöner. Aber ich bin mir sicher, dass in Zukunft, wenn es darum geht, in der Rückschau auf die Kindheit zu gucken, irgendwann das Kind dann sagt, ich konnte das damals nicht so gut annehmen und verstehen, aber da war ich nicht so weit. Heute verstehe ich, dass ihr das gemacht habt, weil ihr mich ja lieb habt und für meine Sicherheit zuständig wart und ich war damals wahrscheinlich einfach schon so ein bisschen zu weit voraus und wollte für meine Sicherheit und alles selber verantwortlich sein. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Und auch zwischen uns dann halt, als Elternpaar, dass da eben auch die Ausgewogenheit zwischen Herz und Schwert da ist und nicht einer von beiden, Herz und der andere schwertlastig ist. Dann wird nämlich typischerweise der Schwertlastige mehr Grenzen setzen und wahrscheinlich auch mehr Konflikte mit den Kindern haben. Und der Herzlastige paart das immer mehr ausgleichen und auch dafür da sein, die Gefühle mit den Kindern zu verarbeiten. Und dann kann es nämlich auch dazu kommen, dass eben so dieses sich übergangen fühlen oder Autorität untergraben fühlen kommt, weil das macht meistens dann der Herzlastige mit dem Schwertlastigen. Der Schwertlastige empfindet das als Autorität untergraben und der Herzlastige geht einfach auf die Emotionen und Gefühle des Kindes in der Situation ein. Genau das, was du beschreibst, nennt sich in der gewaltfreien Kommunikation ja auch elterliche Führung. Also, dass wir als Eltern immer die Verantwortung haben für unser Kind, für so Dinge wie Sicherheit, Ausgeglichenheit. Also, wir haben für ganz viele Dinge sozusagen die elterliche Führung, aber man kann es am Beispiel von Zähneputzen finde ich immer ganz gut sehen. Wir sind zuständig für die Gesundheit unserer Kinder. Das ist unsere elterliche Aufgabe. Aber die Kinder können sich überlegen, wie sie das machen möchten. Also, möchten sie Zähneputzen im Sitzen? Möchten sie Zähneputzen im Stehen? Darüber kann man verhandeln. Aber ob Zähne geputzt werden, das ist sozusagen die Vorgabe. Ja, die Folge neigt sich dem Ende. Wir sind weit vorangekommen. Unser Gerät signalisiert, unsere Speicherkarte ist gleich voll. Wir haben heute sehr, sehr viel auf unsere Speicherkarte geladen. Wir hoffen, das Thema hat euch spannende Impulse geliefert und ihr habt neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie ihr Konflikte innerhalb der Familie angehen könnt und verhindern könnt. Wenn ihr dazu Fragen habt, meldet euch gerne bei uns oder folgt uns auf unseren anderen Kanälen. Nehmt an unseren Workshops teil. Holt euch über unseren Mitgliederbereich den Zugang zu dem Workbook zu dieser Folge. Und ansonsten freuen wir uns sehr, wenn wir uns beim nächsten Mal wieder hören. Bis dann. Ciao. Musik

Podcast Summary

Key Points:

  1. Familienkonflikte entstehen durch unterschiedliche Bedürfnisse und Prioritäten in verschiedenen Altersstufen.
  2. Es ist wichtig, Grenzen bei Kindern zu erkennen, insbesondere bei körperlicher Gefährdung oder emotionaler Belastung.
  3. Wenn ein Kind um Hilfe bittet oder entgegenstehend ist, sollte ein Elternteil eingreifen, um Sicherheit und Unterstützung zu bieten.
  4. Der Dritte, z. B. ein Elternteil, sollte als Mediator fungieren, ohne das Paar zu belasten oder eine Autorität zu untergraben.
  5. Die Ausgewogenheit zwischen Herz und Schwert – also zwischen Empathie und Grenzen – ist entscheidend für eine gesunde familiäre Dynamik.
  6. Konflikte sollten ohne Wertung behandelt werden, um das Kind zu stärken und ihm den Raum zum Ausdruck von Gefühlen zu geben.
  7. Eltern können durch Vorbilder und Handlungen das Verhalten ihrer Kinder beeinflussen, ohne sie zu übersteuern.
  8. Nach der Ausstrahlung der Gefühle kann gemeinsam über Lösungen und Verantwortung verhandelt werden, um langfristige Harmonie zu schaffen.

Summary:

In dieser Folge behandeln die Lebensidealisten Familienkonflikte und zeigen auf, wie sie zeitnah und nachhaltig gelöst werden können. Konflikte innerhalb der Kernfamilie – zwischen Kindern, Eltern oder Geschwistern – entstehen durch unterschiedliche Bedürfnisse, Altersstufen und Lebensziele. Es ist entscheidend, Grenzen zu erkennen, insbesondere bei körperlicher oder emotionaler Belastung, und hierfür ein klares „Stopp“ zu setzen.

Wenn ein Kind um Hilfe bittet oder entgeistet, sollte ein Elternteil als stützende Hand auftreten, ohne zu beurteilen oder die Wut zu unterdrücken. Ein dritter Akteur, wie ein Elternteil, kann als Mediator fungieren, um die Konflikte zu vermitteln, ohne das Paar zu belasten. Der Erfolg hängt von der Balance zwischen Herz und Schwert ab: Empathie und Grenzen müssen zusammenwirken, um Sicherheit und Vertrauen zu schaffen.

Vorbilder wie das Zähneputzen zeigen, dass Eltern die Aufgabe haben, grundlegende Sicherheiten zu gewährleisten, während Kinder die Möglichkeit haben, eigene Methoden zu entfalten. Der Prozess beginnt mit der Wertschätzung der Gefühle, ohne sie zu beurteilen, und endet mit gemeinsamer Verantwortung für eine bessere Zukunft. So wird der Konflikt nicht nur behoben, sondern die familiäre Bindung gestärkt.

FAQs

Familienkonflikte können zeitnah gelöst werden, indem man auf eine angespannte Atmosphäre reagiert und sofortige, wertschätzende Unterstützung bietet. Es ist wichtig, die Gefühle der Beteiligten ohne Wertung zu hören und gemeinsam einen Weg zu finden, der für alle nachhaltig ist.

Ein Elternteil sollte eingreifen, wenn es eine körperliche Grenzüberschreitung gibt oder wenn das Kind aktiv um Hilfe bittet. In diesen Momenten ist es entscheidend, die Sicherheit des Kindes zu schützen und als stützende Person zu fungieren.

Statt direkt zu urteilen, sollte der Elternteil das Kind zunächst unterstützen und ihm helfen, seine Gefühle auszudrücken. Es ist wichtig, sich als verlässlicher Begleiter zu positionieren, ohne das Kind zu verurteilen oder zu beurteilen.

Wenn ein Elternteil in den Konflikt mit einsteigt, kann dies das Gefühl verursachen, dass die Autorität untergraben wird. Es ist besser, den anderen Elternteil als Mediator einzusetzen, um eine faire und unterstützende Stimmung zu schaffen.

Das Ziel der elterlichen Führung ist es, Sicherheit und Ausgeglichenheit zu schaffen, während die Kinder die Freiheit haben, eigene Entscheidungen zu treffen. Eltern übernehmen die Verantwortung für die Grundregeln, aber nicht für die Details der Umsetzung.

Die Balance zwischen Herz und Schwert bedeutet, dass Eltern sowohl Grenzen setzen als auch Gefühle mitteilen. Diese Kombination stärkt die Beziehung, schützt das Kind und verhindert, dass das Kind sich unerträglich verletzt fühlt.

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