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Ist es Schüchternheit - oder eine Sozialphobie? Was du über soziale Ängste wissen solltest

70m 23s

Ist es Schüchternheit - oder eine Sozialphobie? Was du über soziale Ängste wissen solltest

In dieser Podcast-Folge von "Psychologie to Go" erläutert die Psychotherapeutin soziale Angststörungen (Sozialphobie). Anhand des Fallbeispiels Tobias wird verdeutlicht, wie sich diese Störung von normaler Schüchternheit abhebt: Sie führt zu erheblichem Leidensdruck und Vermeidung sozialer Situationen aus Angst vor Blamage und negiver Bewertung. Typische körperliche Symptome sind Erröten, Zittern und Herzrasen. Die Ursachen werden multifaktoriell erklärt – eine Kombination aus genetischer Veranlagung (z.B. ein überempfindliches "Alarmsystem" im Gehirn), prägenden negativen Erfahrungen (wie Mobbing) und daraus resultierenden tiefsitzenden negativen Glaubenssätzen über sich selbst. Die Therapeutin betont, dass allein das Wissen um Auslöser das Problem nicht löst. Stattdessen ist eine kognitive Verhaltenstherapie zielführend, die daran arbeitet, katastrophisierende Gedanken zu korrigieren und durch schrittweise Konfrontation (Exposition) mit angstauslösenden Situationen neue, positive Erfahrungen zu ermöglichen. Abschließend wird der Hörer ermutigt, bei entsprechendem Leidensdruck professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Transcription

10440 Words, 67041 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode "Psychologie to Go". Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Improze, direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis. Hallo und danke fürs Einschalten. Heute geht es um eine ganz bestimmte Form von Angst, nämlich um soziale Angst, auch bekannt als Sozialphobie. Ich würde gerne ein bisschen darüber erzählen, wie sich das von Schüchternheit unterscheidet, aber auch wie sich das von einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung unterscheidet. Dann gibt es ein paar Gedanken dazu, wie verbreitet das ist, wo es herkommt und dann natürlich, wie immer auch ein paar Gedanken dazu, wie man diese soziale Angst in den Griff bekommen kann, wie man damit leben kann, wie man sie bestenfalls hinter sich lassen kann. Aber natürlich, und das muss ich ab und zu vielleicht einschränken sagen, das hier ist ein Podcast, kein Therapieersatz. Und immer wenn ich hier über wirkliche Diagnosenspreche und über psychische Erkrankungen, dann beinhaltet der Podcast immer auch die Ermunterung, das du, wenn du dich da stark bring wieder findest, das vielleicht als Anlass nimmst dich mal mit einer Fachperson darüber auszutauschen, ob das, was du so empfindest, nicht vielleicht durchaus schon klinisch relevanten Charakter hat, also ob du nicht vielleicht tatsächlich unter einer jetzt in diesem Fall Angststörung leidest. Und das ist mir ganz wichtig und ich hoffe, dass das im Grunde in allen Podcast folgen, überkommt, mir ist einerseits natürlich total bewusst, dass es schwierig ist, aktuell und auch schon seit geraumer Zeit, einen Therapieplatz zu bekommen. Aber solltest du den Verdacht haben, dass es dir wirklich besser gehen könnte, als du das zurzeit empfindest, dann kann sich das sehr, sehr lohnen, dass du in deinem eigenen Interesse ist, trotz dem versuchst, dich auf Vaterlisten setzen lässt oder vielleicht auch deine Angehörigen um Unterstützung bitte ein Platz zu finden. Also gibt bitte an der Stelle nicht auf, nur weil du gehört hast, es wäre schwer. Ich hör nämlich auch immer mal wieder, dass Leute dann doch Glück hatten und ganz schnell irgendwo untergekommen sind. Und heute reden wir, wie gesagt, über eine Angststörung, Angststörungen sind die weltweit am meisten verbreiteten psychischen Erkrankungen, also Angststörung führt sozusagen die, wie soll ich das sagen, Hitliste der psychischen Erkrankungen an. Und wenn man jetzt innerhalb der verschiedenen Angststörungen schaut, die es so gibt, also zum Beispiel, gibt es eine generalisierte Angststörung oder eine isolierte Fabie, und dann gibt es eben auch die sozial Fabie oder sozial Angst und die ist innerhalb der Angststörungen am zweit häufigsten. Am häufigsten sind isolierte Fabien, also das heißt, Angst vor Insekten, Angst vor Verletzung, Blut und Spritzen, Angst vor Höhe und so weiter. Das sind die häufigsten Angsterkrankungen und die sind gefolgt von den sozialen Ängsten, über die wir heute mal sprechen. Mein Name ist Frankert Giruti, ich bin Psychotherapeutin und ich würde gerne einsteigen mit einem Fallbeispiel aus meiner Praxis. Wie immer, wenn ich einen Fallbeispiel erzähle, ist das stark abstrahiert. Ich werde natürlich niemals gegen meine Schweigepflicht verstoßen, aber ich stelle dir Eckpunkte aus diesem Fall so da, dass du vielleicht ein bisschen nachvollziehen kannst, wie sich das so anfühlt, an einer sozialen Fabie zu leiden. Und zwar erzähle ich dir von Tobias. Der Tobias war Mitte 30, als er sich bei mir in der Praxis vorgestellt hat. Und hat berichtet, dass er schon als Kind eher zurückhaltend war, eher Schüchtern, also schon in der Schule ist es ihm ein bisschen schwer gefallen, auf andere Kinder selbstständig zuzugehen. Aber da sagte aus heute, dass war alles irgendwie noch im Rahmen, da war er eben einfach ein bisschen Schüchtern, so weit so okay. Und dann gab es aber ein Moment während der Abschlussfahrt, also schon in der weiterführenden Schule war das. Da war er so 15 wahrscheinlich, vielleicht 16. Das war schon eine schwierige Situation für ihn, weil er ohnehin mit den meisten so aus seiner Klasse und seinem Jahr gar nicht so ein engen Kontakt hatte. Und da hat eine Mitschülerin beim gemeinsamen Essen ganz laut über den Tisch gerufen. Aha, der Tobi, der Frist wie ein Bauer. Und daraufhin wurden seine Tischmanieren, kommentiert und er wurde ausgelacht. Und er kam auch tatsächlich, also meine Praxis ist in einer ländlichen Gegend, so ist die Lage hier hier, kommen auch Menschen tatsächlich von Bauernhöfen oder arbeiten in der Landwirtschaft. Und er hat sich unglaublich gefähmt und bloßgestellt, gefühlt, also zum einen eben wegen seines. Es verhaltend wegen seiner offensichtlich fehlenden Manieren oder was immer seine Mitschülerin dazu bemängeln hatte, aber eben auch wegen seiner Herkunft und Baller als Bauer betitelt wurde. Und da kam so einiges zusammen und vielleicht kannst du dir das vorstellen, dass wenn man 15, 16 Jahre alt ist, so wie so eher zurückhaltend, eher Schüchtern, sich ein bisschen schwer tut mit sozialen Kontakten und wird dann vor der gesamten Klasse an der Tafel lautstark bloßgestellt. Das ist halt keine schöne Erfahrung für ihn gewesen. Und dann gar nicht so viel später während eines Praktikums in einem kleineren Betrieb. Da hat er mit den Kolleginnen und Kollegen zusammengesessen, beim Mittagessen und hat so eine Art Panikattacke erlebt. Also so schildert er das im Rückblick, während er gegessen hat, hat er plötzlich das Gefühl, sein Herz rast, er wird ganz rot und sein Besteck hat gezittert. Und er hat sich wahnsinnig unwohl gefühlt, ist jetzt im Rückblick nicht mehr so genau zu iruieren, was jetzt wirklich Panik oder nur kurz davor. Aber auf jeden Fall hat er ganz stark die Befürchtung, dass er jetzt nicht nur womöglich durch seinen Essen unangenehm auffällt, sondern auch, dass jetzt seine Kolleginnen und Kollegen und Erwerkstattmeister, dass die jetzt alle sehen, wie nervös und wie unbeholfen er ist, um wie aufgeregt er ist. Also das heißt, seine Angstsymptomatik an sich hat die Nervosität und damit wiederum die Angst auch noch verstärkt. Und das waren sozusagen Vorfälle an dir, sich noch sehr lebhaft erinnert hat und zu dem Zeitpunkt, also jetzt mit Mitte 30 zu mir in die Praxis kam, hat er inzwischen vollständig und konsequent vermieden, überhaupt mit anderen Menschen zu essen. Und das ist nicht das einzige, warum er jetzt eine Therapie aufgesucht hat, sondern die Angst hat irgendwie Kreise gezogen. Also er fühlt sich insofern wirklich in seinem Leben dadurch sehr eingeschränkt, weil er sich zum Beispiel eine Partnerschaft wünschen würde. Aber zum einen sich immer vorstellt, na ja, was macht man denn, wenn man jemanden Date oder wenn man jemanden das erste Mal trifft, viele Menschen möchten dann zum Beispiel zusammen essen. Wie soll ich das regeln? Und allein das hat ihn schon so nervös gemacht, dass er da jegliche Versuche in diese Richtung im Grunde auch unterlassen hat. Und seine größte Angst war inzwischen auch gar nicht nur das Essen, sondern die Nervosität und die Unruhe, das Zittern, das Schwitzen und das Rot werden, überfällt ihn auch in anderen sozialen Situationen. Also der Tobias hat bemerkt, dass er zum Beispiel, wenn kleinere Gruppen irgendwo zusammenstehen und von ihm jetzt vielleicht erwartet wird, dass er auch irgendwas sagen soll, dass ihm das unglaublich schwerfällt und schon allein der Gedanke daran, also auch an Geburtstagsfeiern oder sonstige soziale Interaktionen, die man eigentlich als Mitte 30 jähriger Mann ja vielleicht sogar genießen könnte, sind für ihn stress pur. Ich habe schon erwähnt, meine Praxis ist in einer ländlichen, drofflichen Region und da gibt es dann so Events, also zum Beispiel den Kahnweißzug oder das Schützenfest und so weiter. Und der Tobias hat bemerkt, dass er es ihm kurzzeitig leichter gelingt solche Gelegenheiten zu überstehen oder überhaupt daran teilzunehmen, wenn er Alkohol trinkt. Und über den Zusammenhang zwischen Angst, Alkohol und Depression habe ich schon meine Podcastfolge gemacht und auch hier beim Tobias spielte das eine Rolle zum Glück, hat er aber relativ schnell gemerkt, dass das ja keine Lösung sein kann und sicherlich auch keine gute Idee ist, das weiter zu verfolgen im Grunde einfach jedes Mal, bevor eine soziale Situation ansteht zu trinken. Also das hat er zum Glück relativ schnell gelassen, aber wir wissen aus allen Statistiken und eben auch aus der Praxis, dass das vielen Menschen zum Beispiel nicht gelingt, sondern sie merken, dass sie vermeintlich spaßiger lockerer und entspannter sind, wenn sie trinken, wenn sie Alkohol konsumieren und dass sie sich dadurch natürlich erheblich mehr Probleme noch zusätzlich einkaufen und sich in Wirklichkeit destabilisieren. Wie gesagt, dazu gibt es eine andere gesonderte Podcastfolge. Diesen Weg hat Tobias zum Glück nicht genommen, deshalb lass ich das an der Stelle jetzt nur mal bei dem Hinweis und verlinke diese andere Podcastfolge auch unter dieser hier. Beruflich hat sich das beim Tobias so dargestellt, dass er, wie soll ich sagen, weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt und das liegt einfach daran, dass im Grunde in jedem Job, wenn man Karriereziele verfolgt, man unweigerlich in die Situation kommt, entweder mit neuen Menschen Kontakt haben zu müssen oder sich einer Prüfung unterziehen zu müssen oder sich einem Vergleich aussetzen zu müssen. Wenn man sich zum Beispiel auf eine weitere Stelle bewirbt und all das war eben genau das, was der Tobias überhaupt nicht konnte und überhaupt nicht wollte. Und deshalb hat er sich in einer beruflichen Nische, sagen wir mal, eingenüstet, in der sich einigermaßen Entlarfungs- und Entblössungs- und Beschämmungssicher fühlte. Es war eigentlich nicht das, wo er hin wollte und eigentlich auch nicht das, wo er mit seinen Fähigkeiten hingekont hätte, sondern man muss klar sagen, dass die Angst in der ganz, ganz stark gebremst hat. Und vielleicht kennst du Anflüge oder Phasen davon aus deinem eigenen Leben auch. Viele Menschen haben insbesondere zum Beispiel während ihrer Probität Probleme mit dem Rot werden oder mit dem Schwitzen und dann kennst du das vielleicht auch. Und so hat der Tobias das erlebt, dass er schon in der Vorstellung, er müsste jetzt mit einer fremden Person in Kontakt treten oder sich zu einer Gruppe dazustellen oder jemand würde ihn auf einer Party laut ansprechen. Und dann würden ihn alle angucken, während er antwortet, also alleine die Idee hat ihn so gestresst, dass er rot geworden ist und dass er sichtbar auch geschwitzt hat. Und das wiederum, also diese körperlich sichtbaren Aspekte der Angst und der Unruhe, also einfach weil das Nervensystem so hochfährt, das wiederum war ihm in sich schon wieder total unangenehm. Also Tobias hatte wirklich das Gefühl in sozialen Situationen, wie unter einem Brennglas zu stehen oder wie unter der Lupa, es würden ihn alle anstören, es würden alle Menschen auf seinen Schwitzen, auf das Zittern seiner Hände achten, es würden sie nur darauf lauern, dass seine Stimme bricht oder unsicher wird. Wenn sich in Gesprächen irgendwie eine Pause eingestellt hat oder kurzes Schweigen fand er das unerträglich peinlich und hat ständig gedacht, dass er komisch wirkt oder unpassend und blammabel. Ja und dementsprechend, also ich habe schon gesagt, beruflich war hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben, privat war, weit hinter seinen Wünschen zurückgeblieben und hat schon gemerkt, das ist die Angst, die mich daran hindert. Und alles, was er geschildert hat, ist also schon typisch für eine soziale Angststörung zum einen eben eine einigermaßen lange Vorgeschichte von, sagen wir mal, Schüchternheit, was ein normaler Zustand sein kann. Dann gab es dieses Schlüsselerlebnis, der Tobi frisst wie ein Bauer und danach der Angstanfall während des Essens im Praktikum und das führte zu Vermeidung jeglicher Situation, in der das noch mal passieren könnte. Aber die körperlichen Angstsymptome wie erröten Schwitzen zitternd kam jetzt eben auch in anderen sozialen Situationen vor und Tobias war ständig beherrscht von dem Gedanken, er könnte sich möglicherweise blamieren. Ich erlebe es als Therapäuten oft, dass Menschen mit der Erwartungshaltung in die Therapie kommen, dass wir die Ursache finden gemeinsam und dann sich erhoffen, dass wenn man die Ursache kennt, für die heutige Verfassung, dass sich die dann sozusagen auflöst. Und ich finde Tobias ist noch mal ein gutes Beispiel dafür, dass das leider nicht stimmt. Damit sage ich nicht, dass die Beschäftigung mit der eigenen Biografie, mit der Kindheit und Jugend und den Erfahrungen und Lernerfahrungen, die man da gemacht hat, sinnlos ist, überhaupt nicht. Und natürlich machen wir das in der Therapie. Ich möchte nur sagen, dass darin keine Lösung liegt. Denn der Tobias hat sich ja an all das erinnert, er hat gewusst, dass er ein schüchternes Kind war, er hat gewusst, dass es diese schreckliche Situation auf der Klassenfahrt gab. Also er kannte sozusagen die Auslöser, aber das hat ja sein Problem im hier und jetzt überhaupt nicht gelöst. Und man kann sich ja fragen, ja, wie kommt denn jetzt so eine soziale Phobie zustande? Und es ist ja auch nicht so, als würde jeder Mensch, der in seiner Kindheit oder Jugend mal blamiert worden ist. Und das sind ja vielleicht sogar die meisten von uns, an irgendeiner Stelle mal wirklich beschämt worden oder ausgelacht worden oder so, nicht alle Menschen entwickeln eine soziale Phobie. Wie kommt das also? Und es gibt Hinweise, wie so oft, dass es eine genetische Veranwagung gibt. Also es gibt, anscheinend, eine möglicherweise geärbte Empfindlichkeit bestimmter Hirnregionen, die besonders sensible reagieren. Zum Beispiel die Amick-Dala, das ist die Hirnregion, die anspringt bei der Verarbeitung von Angst oder wenn es um emotionale Bewertung von Situationen geht und es kann sein, dass die bei sozialfrohbischen Personen einfach schneller stärker reagiert. Also kurz gesagt könnte man sagen, vielleicht haben Menschen mit sozialer Angst ein überempfindliches Alarmsystem, wenn man so will, geärbt. Und auch körperliche Symptome, wie z.B. herzrasen, schwitzen, erröten. Das hat ja auch was damit zu tun, ist man überhaupt ein hellhäutiger Typ, neigt man stark zum Erröten. Nicht alle Menschen schwitzen gleich oder an den gleichen Stellen und so. Also all das hat auch eine genetische Komponente. Aber das bedeutet natürlich nicht ja Pech, dann hast du das halt geärbt, dann ist es wie es ist, sondern das gilt ja für die aller meisten psychischen Erkrankungen, wie wir wissen. Aber das determiniert natürlich nicht, dass man jetzt dann damit klar kommen muss, sondern man kann ja trotzdem was dagegen tun. Und neben den genetischen Faktoren gibt es natürlich auch soziale Faktoren. Also da spielt alles rein, was mit den Lernerfahrungen zu tun hat und dem Umfeld. Also was hast du für Prägungen in deiner Herkunftsormilie während deiner Schulzeit gehabt? Wie war dein Freundeskreis? Wie hast du die Welt da draußen erlebt, als du noch kleiner warst? Was haben deine Bezugspersonen dir vermittelt? Ist die Welt gefährlich oder musst du perfekt sein, um akzeptiert zu werden? Welchen Druck warst du während deiner Schulzeit ausgesetzt? Und gab es vielleicht auch Mobbingerfahrung. Also all das spielt natürlich erheblich mit rein, wenn wir über die Entwicklung einer sozialen Fubi, einer sozial angst sprechen. Alle Menschen, mit denen ich bisher zu tun hatte, mit sozialen Ängsten, haben da ein breites Portpuri an Schlüsselerlebnissen, an unangenehmen Situationen, die erinnern sich sehr deutlich und sehr bildhaft an Situationen, in denen sie sich zutiefst geschämt haben oder sich ängstlich und unmächtig gefühlt haben. Und insbesondere die Emotionen scham und dann auch der Umgang, damit spielt eine große Rolle bei der Entwicklung einer sozialen Fubi. Ja und dann kann man natürlich auch noch sagen, Entwicklungspsychologisch gibt es eben auch noch so Faktoren wie Temperament und Persönlichkeit. Und ich hatte gesagt, Tobias war sowieso ein eher schüchternes Zurückhaltendes Kind, auch das scheint reinzuspielen. Also wir haben es sowieso eigentlich immer mit einem biopsychosozialen Erklärungsmodell zu tun. Und letztlich kommt es eben darauf an, wie diese Faktoren ineinander greifen, ob jemand eine soziale Fubi entwickelt oder eben nicht oder vielleicht eine andere psychische Störung. Also da gibt es keine eine dimensionale Erklärung, so wenn du das erlebt hast, wirst du die und die Störung entwickeln. So was gibt es eigentlich nicht. Jetzt kommt Werbung. Es gibt ja Menschen, die haben so einen ganz ausgeklügelten Plan, wo sie ihre Tomaten kaufen, wo ihr Brot und wo ihre Nudeln und die Steuern, verschiedene Geschäfte an, bis sie mit ihrem Wochenend einkauffertig sind. Und ich respektier das total, aber wir sind das Gegenteil. Das ist völlig unnötig in meiner Welt. Ja, wir steuern ein einziges Geschäft an und da wissen wir, dass wir alles bekommen und dass die Qualität stimmt. Und wer uns kennt, der weiß das schon, das ist Lidl. Bei Lidl gibt es über 950 Bioartikel und für mich das beste 200 Biolandprodukte. Biolandprodukte werden nach noch viel strengeren Kriterien erzeugt. Das ist, wenn man so will, das bessere Bio. Die Bio-Landprodukte von Lidl stammen, abgesehen von den Äpfeln, die kommen aus Südtirol, alles andere kommt wirklich zu 100% aus Deutschland. Das heißt, dass unsere heimische Landwirtschaft gestärkt wird. Und wir haben das auch schon ausprobiert, da guckt man dann eben auf seinen Apfelsaft, übrigens mein totaler Favorit, die sind natürlich über Apfelsaft. Oder man schaut auf die Kartoffeln und dann stellt man fest, hey, die kommen vom 12 km entfernten Hof. Außerdem unterstützt man mit dem Kauf von Bio-Landprodukten die biologische Vielfalt und den Bodenschutz, weil in der Bio-Landwirtschaft ohne chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel oder Kunstdünger gearbeitet wird. Bei jedem Kauf eines Bio-Landproduktes tut ihr also nicht nur euch und dem Klima und den Tieren was gutes Sondern, ihr unterstützt auch die heimischen Bio-Landbauern und Bäuren und die ökologische Landwirtschaft in Deutschland und die Apfelbauern in Südtirol. Mich freut es halt, dass Bio-Produkte für alle zugänglich sind, weil Bio eben auch günstig geht. Wenn ihr mehr über die Vielfalt der Bio-Qualität bei Lidl erfahren möchtet, dann findet ihr weitere Informationen, wie immer in unseren Show Notes. Werbungende Ich bin ja Verhaltenstherapeuten und meine Fachrichtung heißt "Kognitive Verhaltenstherapie". Und deshalb ist es mir natürlich auch besonders wichtig zu gucken, welche Gedanken und welche Überzeugungen bringt denn ein Patient oder eine Patientin mit in die Praxis? Also wie denkt die Person über sich selbst? Und bei Tobias war es ganz auffällig, dass er ganz tiefsitzende sehr negative Glaubensätze über sich selbst hatte. Also zum Beispiel sowas wie "Ich bin unbeholfen und peinlich". Oder wenn man sieht, wie nervös ich bin, lehnt man mich ab. Also die Überzeugungen haben sich teilweise auf ihnen selbst bezogen, teilweise aber auch auf das Umfeld, also wie andere reagieren würden. Und das hat der Tobias sicher nicht ausgedacht, wenn man so will, sondern diese Überzeugungen, die bei ihm sehr tief griffen, hat er abgeleitet aus realen Erfahrungen, die er ja nun mal gemacht hat. Aber die haben sich selbstständig, die haben sich über die Realität hinaus sozusagen als Überzeugung in ihm festgefressen und sind zu dem Filter geworden durch den jetzt der Tobias die Welt und jede neue Erfahrung sieht. Und das tragische bei Angst, insbesondere auch bei der sozialen Angst, ist, dass man sich häufig sogenannte sich selbst erfüllende Profizeiungen einkauft. Ich gebe dir mal ein Beispiel, das war jetzt nicht der Tobias, sondern ein anderer Patient mit einer sozialen Probi. Und dessen Fallbeispiel findest du auch in meinem Buch Psychologie to go. Der war so beschäftigt, damit sich richtig zu verhalten und nicht unangenehm aufzufallen, eben vor dem Hintergrund seines katastrophisierenden Denkens und auch dieses Übergeneralisierens. Also wenn ich einmal stotter, dann finden mich die Leute für immer superpeinlich und werden mich ablehnen und so weiter. Also vor diesem Hintergrund hat er versucht, sich maximal richtig zu verhalten, keine Fehler zu machen, nicht dumm rüber zu kommen, nicht toll patchig zu sein, nicht zu stottern, nicht rot zu werden und so weiter. Und dafür hat er sich aber, wie gesagt, wenn ich der Tobias ein anderer Patient, hat er sich eine Reihe von vermeintlichen selbsthilfe Strategien zugelegt, die aber muss man ehrlicherweise sagen, am Ende dazu geführt haben, dass er eigentlich dadurch erst die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich gezogen hat und sie teilweise vielleicht sogar tatsächlich dachten, na er ist aber ein bisschen sonderbar. Also zum Beispiel wollte er Leuten nicht unhöflicherweise die Tür vor der Nase zu machen. Du kennst das vielleicht im Einkaufszentrum, wenn du so durch die Tür schlüpst und dann guckst du nochmal kurz über die Schulter und siehst, ach, da kommt jemand und dann denkst du dir ja, dann halte ich jetzt die Tür noch auf oder soll ich jetzt die Tür zufallen lassen, ist ja auch ein bisschen unhöflich. Und das war zum Beispiel eine Situation, die war für diesen Patienten so schlimm, dass er, wenn er irgendwo in der Ferne noch jemand gesehen hat, der durch diese Tür vielleicht durchgehen würde, dann hatte da gestanden und hat die Tür aufgehalten, weil er halt auf gar keinen Fall unhöflich oder gleichgültig wirken wollte. Und dann kam aber immer neue Person und er hat dann selber gesagt, also ich zitiere ihn jetzt, das kam so weit, dass er irgendwann mal eine halbe Stunde lang seine Worte jetzt, wie ein schwitzender Tomatenrote voll Idiot allen die Tür aufgehalten hat, bevor er irgendwann mal endlich eine Chance da selber hindurch zu schlüpfen. Und du kannst dir vielleicht vorstellen, dass das natürlich das Gegenteil erzeugt hat von dem, was er wollte, also er wollte nicht unangenehm auffallen, nicht unhöflich sein, sich nicht blamieren, aber stattdessen stand er vielleicht schon von außen ein bisschen seltsam wirkend, sehr lange einfach nur an der Tür und hat die festgehalten. Und ich stelle mir das jetzt so vor, dass ich irgendwie vielleicht auf den Einkaufszentrum zugeh und schon in 20 Metern Entfernung steht da so ein Typ, der irgendwie so ein bisschen angespannt wirkt und hält und hält und hält die Tür, natürlich gucke ich den an. Weil ich mir denke, was ist mit ihm, warum steht er da und dieses angeguckt werden, war für ihn natürlich dann wiederum doppelt schlimm, er ist rot geworden, er hat noch stärker geschwitzt und so weiter. Und solche Episoden von sich in den eigenen Gedanken verheddern, darauf hin zu versuchen, alles richtig zu machen und dadurch aber vielleicht überhaupt erst die Aufmerksamkeit aufsicht zu lenken, die man ja eigentlich vermeiden will, das hatte jetzt sowohl bei dem Patienten, von dem ich jetzt erzählt habe, dessen Fall, wie du in meinem Buch findest, als auch beim Tobias manchmal so richtige Selbsthaskaskaden zur Folge, also du kannst dir das vielleicht vorstellen, dass nach so einem Tag, wo du ultra angestrengt gewesen bist, deine ganze Aufmerksamkeit nach draußen gerichtet hast einerseits, so was wollen die von mir, wie soll ich wirken, wie kann ich verhindern Fehler zu machen, wie komme ich hier jetzt irgendwie gelassen, freundlich, sympathisch, humorvoll, hilfsbereit und auf Zack rüber? Gleichzeitig so viel Aufmerksamkeit nach innen, die dir sagt, jetzt bloß nicht rot werden, jetzt nicht schwitzen, Hauptsache meine Stimme zittert nicht, was dann genau passiert, weil man das durch die Aufmerksamkeitsfokusierung auf diese vegetativen Reaktionen leider selber begünstigt. Also das alles ist so anstrengend und wenn das dann noch so nach hinten losgeht, dass du hinterher das Gefühl hattest, ich hab jetzt wie ein Tomatenroter voll Trottel rumgestanden, dann kommt ihm noch die negative Abwärtsspirale im eigenen Kopf. Das ist dann sozusagen der Beweis im eigenen Kopf, dass man unfähig ist, dass man ein Trottel ist, dass man nicht lebenswert ist und dass man nicht mit sich selbst erfüllende Profizeiungen produzieren, das sehe ich halt bei Patientinnen und Patienten mit Angststörungen in verschiedenen Spielarten immer und immer wieder. Und wie gesagt, das kann zu einer starken Selbstabwertung führen, zu einer inneren Beschimpfung, zu selbst Hass und Selbstverachtung. Und da haben wir eben die Überlappung auch mit Angststörung und Depression zum Beispiel. Also wie gesagt, die drei häufigsten psychischen Erkrankungen sind Angststörung, Depression und Abhängigkeit und die drei hängen ganz häufig in einer sehr sehr ungünstigen Wechselwirkung zusammen. Und die Art und Weise, wie der Tobias über sich gedacht hat oder eben auch mein anderer Patient war absolut verzerrt. Also er hat katastrophisiert und das zeigte sich durch so glaubensätze, wie wenn ich mich blamiere oder wenn ich rot werde, dann ist das eine katastrophe. Das muss ich unter allen Umständen verhindern, aber er hat eben auch übergeneralisiert. Also, dass mich einmal ein Mädchen in der Mittelstufe als ekelhaft fressenden Bauern bezeichnet hat, ist erstens die Wahrheit und zweitens zeigt, dass ich unattraktiv bin und sozial unverholfen und so weiter. Und deshalb muss ich das in Zukunft auch verhindern. Und diese Gedanken tragen natürlich dazu bei, dass aus einer Schüchternheit dann eine sehr starke Anspannung eine große Nervosität und irgendwann tatsächlich eine Phobie. Eine Angststörung erwachsen kann. Und zur Unterscheidung finde ich das vielleicht ganz günstig, wenn man sich das als Metafer vorstellt, Schüchternheit kannst du dir vorstellen, vielleicht wie so ein Kleiden. Jägerzauen hinter dem du stehst, aber der ist allenfalls so knie hoch. Also du merkst schon, ein kleines Hindernis zwischen dir und der Welt da draußen, zwischen den Anforderungen, zwischen den Menschen und du hast auch schon das Gefühl, du musst dich dazu bringen oder manchmal auch ein bisschen anstrengen oder schupfen. Um über diesen Jägerzauen drüber zu springen. Das ist Schüchternheit. Ganz viele Eltern kennen das von ihren Kindern oder kennen das noch aus ihrer eigenen Kindheit. Und das ist insofern normal, als das eine gewisse abwartende vorsichtige Haltung, fremden Menschen gegenüber überhaupt nichts schlechtes ist. Also das ist einfach in uns drin und ich würde mal behaupten, das ist für unser soziales Mitter nander auch gar nicht verkehrt, wenn wir erst mal ein bisschen abwartend sind. Also das würde ich jetzt also einen kleinen mentalen Jägerzauen bezeichnen. Aber eine soziale Phobie. Das ist ein Zaun, der ist mal mindestens schulter hoch und du fühlst dich durch diese soziale Phobie von anderen Menschen abgeschnitten und isoliert. Und du kannst die vielleicht durch diese Maschentrat-Zauen sehen. Aber es kostet dich innerlich unglaublich viel Kraft und Anstrengung, drüber zu klettern und in Kontakt zu treten. Und gleichzeitig ist dieser Zaun für dich aber in anderen Situationen vielleicht gefühlt auch sowas wie ein Schutz. Dahinter verbirgst du dich, weil du ja von dir selber glaubst, dass du so eine Bleimage bist oder so peinlich oder so unwürdig oder so unattraktiv. Und wenn wir das jetzt noch ein bisschen zuspitzen und mal sagen würden, das ist nicht nur ein Maschentrat-Zauen, der dir bis zur Schulter geht, sondern es ist eine meter dicke Mauer, die noch dein Kopf überragt. Das wäre dann vielleicht eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung, selbstunsicher vermeidend und der Unterschied zwischen einer sozialen Angst und einer selbstunsicher vermeidenden Persönlichkeitsstörung ist der von der Tiefe und ausgeprägtheit und auch der Absolutheit. Also Menschen mit einer sozialen Phobie, einer sozialen Angst, haben das zum einen häufig auf einzelne Situationen bezogen. Und wirken aber in anderen Situationen ganz unbelastet oder sind es auch. Also es ist ganz spannend, dass auch Menschen mit einer Sozialphobie, da hatte ich zum Beispiel auch mal eine Sängerin in Behandlung, Sängerin. Also live auftreten von einem riesigen Publikum, gar kein Problem. Aber ein kaputtes Tischer zum Beispiel, von dem sie erst zu Hause bemerkt hat, sie hat es neu gekauft, es war kaputt, das zurückzubringen und dieses Tischer umzutauschen unmöglich. Also die soziale Phobie ist ein bisschen selektiver, die bezieht sich häufig auf einzelne Situationen während Menschen, die eine selbstunsicher vermeidende Persönlichkeitsstörung haben, das wirklich sehr umfassend und auf ihre gesamte Persönlichkeit beziehen, nicht so sehr auf einzelne Situationen. Also der Unterschied besteht vor allen Dingen auch darin, dass Menschen mit einer sozialen Angst schon diese Angst als belastend erleben und auch als Problem bewerten und auch als Krankheitswertig, wir sprechen in dem Zusammenhang von "Ich" des Ton. Also die sagen, die Angst stört mich, die behindert mich im Leben, die verhindert, dass ich zwischenmenschlich oder auch beruflich mich entfalte, die sperrt mich ein, die Angst ist ein Störenfried und die Angst besteht darin, dass ich beurteilt oder bewertet werde, dass ich mich ein Vergleich oder einer Kritik aussetzen muss und ich kann damit nicht umgehen. Aber jemand mit einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung empfindet das als "Ich" Synthon und das geht tatsächlich so weit, dass diese Personen wirklich glauben, ich bin unwürdig, ich bin unattraktiv. Also sie ziehen das gar nicht in Zweifel, sie erkennen nicht, dass das dysfunktionale Gedanken sind oder eine Angst, die vielleicht Störungscharakter hat, sondern sie denken, "Neß fakt, ich bin halt echt nicht so der Hauptgewinn." Ich bin die totale Pfeife und es ist weniger auf Situationen bezogen als wirklich auf ihren tiefsten Persönlichen Kern und deshalb ist der Unterschied von Schüchternheit über Sozialphobie bis hin zur Persönlichkeitsstörung, der den ich jetzt gewählt habe von dem kleinen Jägerzauen, über den großen Maschentratzauen, bis hin zur dicken Fettenmauer. Wir reden da über wirklich unterschiedliche Intensitäten und auch unterschiedliche Ausdienungen, die diese Unsicherheit im eigenen Leben annehmen kann. Ja, also kommen wir noch mal zurück zu der Sozialangst, die Symptome betreffen, den Körper, die Emotionen und die Gedanken. Die körperlich-Fühlbahn Symptome hatte schon einige genannt, also das ist Zittern, schwitzen, rot werden, aber auch Herzklopfen, Hitze oder Kälte empfinden, Taupalzgefühle, Kribbeln auf der Kopfhaut, trockener Mund, dass man gar nicht mehr sprechen kann. Und übrigens natürlich auch Magen damit beschwerden, das sind so typische Sachen, die Menschen mit Angststörung und gerade auch sozial Ängsten haben oder auch den Drang, ganz oft auf die Toilette gehen zu wollen. Und diese Art Ängste können sich steigern bis hinein in eine Panikattacke, also mit dem Gefühl nicht genug Luft zu bekommen, mit einem enge Gefühl in der Brust, der Angst unmächtig zu werden oder auch der Angst verrückt zu werden. Manche Menschen empfinden das wie so eine Art out of body experience, so wie es würden sie sich von oben plötzlich sehen. Also das heißt, der Körper ist in absoluter Aufregung. Und das Fatale ist, dass Menschen Angst davor haben vor diesen körperlichen Reaktionen zum einen, weil sie sich ekelhaft anfühlen und eine Panikattacke geht wirklich oft mit Todesangstein her. Und die betroffene Menschen können nicht glauben, dass Panikattacke ungefährlich sind. Das heißt, die Panik an sich macht wieder Panik, weil sie sich so bedrohlich anfühlt. Aber selbst wenn sich das nicht, bis in eine Panikattacke mit Todesangsteinstein steigert, sondern nur in Anführungsstrichen ist beim Rot werden, schwitzen und Hände zitternd bleibt oder beim Bauchgrummeln und Handrang oder so, dann befürchten die betroffenen Menschen ja trotzdem, dass das jetzt irgendwie sichtbar werden könnte. Und das ist eben ein Teufelskreis, dass jemand mit sozialer Angst zum Beispiel Herzrasen hat vor einem Team Meeting. Und dann denkt und da kommen dann die Kognition ins Spiel. Oh nein, jetzt habe ich Herzrasen und hoffentlich wird meine Stimme nicht zitternd, hoffentlich sieht niemand wie nervös ich bin. Und genau dieser Gedanke verschärft natürlich den Stress. Das ist ein Stress, verschärfender Gedanke, woraufhin das Herz noch schneller schlägt und die Hände noch mehr zitternd. Denn die Reaktion des Körpers auf Stress ist normal, dass er dich auf körperliche Hochleistung gerade bringt, dass er dich ganz stark durch Blut will, weil dein Körper denkt, du musst jetzt gleich kämpfen oder rennen. Deshalb wirst du wahnsinnig durchblutet, deine Muskeln arbeiten, wie verrückt dein Herz-Pump-Trommal, als müsstest du gleich wegrennen oder um dein Leben kämpfen. Und dafür ist dieser Zustand perfekt und auch übrigens, dass du das Gefühl hast, ich muss zum Klo, ich muss alles unter mich lassen. Ja, dein Körper denkt jetzt aber alles raus, ich kann hier kein Ballast gerade vertragen. Das sind, um dein Überleben zu sichern, aus Sicht deines Körpers, aus Sicht deines Nervensystems, vollkommen vernünftige Hilfsangebote, die dein Körper dir da macht. Stattdessen werden sie aber für Menschen mit einer Angststörung echt in sich selbst zum Problem oder manchmal auch zum Hauptproblem und das nennt sich dann Angst vor der Angst. Also dann ist gar nicht mehr das Meeting an sich das Problem oder jetzt mit Menschen zu sprechen, ist alles auch ein Problem, aber das Hauptproblem ist die eigene Angst, die Angst davor, dass die Angst sichtbar werden könnte, die Angst davor, dass die Angst schädlich sein könnte und dann kommt eben alles zusammen. Das ist dann zumindest für Tobias so gewesen, dass er solche Episoden so verarbeitet hat, dass er dachte so und jetzt denken alle, wie unsöverehen und uncool ist er denn, das liegt bestimmt daran, dass er im Grunde gar nichts weiß und gar nichts kann. Der ist die totale Fehlbesetzung hier im Job und das ist natürlich wieder ein Stressverschärfnergedanke, also es ist wirklich ein Miesertäufelskreis. Und ich hatte schon gesagt, Charme spielt eine super zentrale Rolle in dem ganzen Ding. Auch über Charme habe ich kürzlich eine Podcastfolge gemacht, da geht es ja immer darum, dass man sich bloßgestellt fühlt, seiner Würde sozusagen behaupt, dass irgendetwas für alle sichtbar ist, was man lieber bedeckt hätte und bei Menschen mit sozialer Phobie ist die Charmeempfindlichkeit extrem hoch. Und Sie sind selber irre ungnählich mit sich selbst, also auch kleine Versprecher, ein kleiner Wackler in der Stimme finden Sie selber so beschämend, es hätten Sie was ganz, ganz unverzeiliges getan. Also Sie haben unglaublich hohe strengem Maßstäbe an sich selbst und glauben halt, als oft wirklich perfekt sein zu müssen und tadellig um akzeptiert zu werden. Und ich hatte schon gesagt, dass viele meiner Patientinnen und Patienten ganz gemeine Tränge abwertende innere Monologe mit sich selber haben, stichwort innere Kritiker und sich selber im Grunde die ganze Zeit runterputzen. Und das finde ich so interessant, denn wenn wir sagen soziale Phobie ist eigentlich die Angst vor negativer Bewertung und uns aber gleichzeitig klar machen, dass meiner Beobachtung nach zumindest niemand jemals einen sozial phobischen Menschen so negativ bewerten könnte, auch nur annähernd, wie er das schon selbst mit sich selber den ganzen Tag macht. Also Menschen mit einer sozial Angst haben Angst, dass andere schlecht über sie denken, aber denken über sich selbst. So gemein, so grausam, also was hast du dich wieder hier zum Idioten gemacht, du bist so peinlich und guck mal, wie du aussies, kein Wunder, dass alle dich nur lächerlich finden. Solche inneren Monologen sind absolut typisch und dann zu denken, dass andere das auch über einen denken, entwert oft jeder Grundlage. Noch mal, nahezu niemand wird so gemein über dich denken, wie du vielleicht selbst über dich denkst. Das sind automatische, negative Gedanken über dich selbst, die du vielleicht in dem Moment auch überzeugend findest, die aber natürlich die Symptomatik wahnsinnig befeuern. Und ein großer Aspekt ist eben die negative Aufmerksamkeit, also ich würde behaupten, dass Menschen mit einer sozialen Phobie in sozialen Situationen, also wenn sie in einem Meeting sitzen oder bei einem Geschäftsessen oder auf einer Party oder beim Bäcker, ganz egal, dass ein Großteil ihrer inneren Kapazitäten gar nicht auf die Situation gerichtet ist, sondern auf sich selbst. Menschen mit einer sozialen Angst sind die ganze Zeit in einem Beobachtungsmodus mit sich selbst, also sie checken sich die ganze Zeit selbst. Sehen meine Haare komisch aus, was machen meine Hände gerade, sitzen meine Klamotten, wirke ich nervös, habe ich jetzt gelächelt oder habe ich übertrieben gelächelt. Und diese ganzen mentalen Prozesse, also das checken von eigenen Körperwarnemungen, die auseinandersetzung, aber auch die Befeuerung des eigenen Charmsgefühls, die selbst Abwertung, all das verstärkt die soziale Angst. Und das ist zum Beispiel ein Punkt, wo die Kognitive Verhaltenstherapie natürlich auch ansetzt. Und dann als Aufrecht erhalten der Faktor, also ich hatte ja schon erzählt, wie soziale Verbien entstehen, da gibt es das biopsychosoziale Erklärungsmodell, aber wie würdest du denn jetzt aufrecht erhalten? Aufrecht erhalten wird es durch die negativen mentalen Prozesse, die ich gerade schon genannt hatte, aber vor allen Dingen werden Angststörungen und eben auch die Sozialverbie aufrecht erhalten durch das sogenannte Sicherheitsverhalten. Und das Sicherheitsverhalten ist jede Verhaltensweise, die die betroffene Person anwendet, um die befürchtete Plamage zu verhindern oder zu kaschieren. Und zu Sicherheitsverhalten gehört in einer geselligen Grunde möglichst nichts zu sagen, um eben nichts Falsches zu sagen, aber am Ende ist vielleicht derjenige am Auffälligsten, der den ganzen Abend nichts gesagt hat. Zu Sicherheitsverhalten gehört aber natürlich auch, wenn man gar nicht erst hingeht oder solche Momente komplett meidet, sowie Tobias, der überhaupt nicht mehr in Gesellschaft von irgendeiner anderen Person ist. Also das heißt, was diese Situation angeht, hat er sich hinter seinen Zaun zurückgezogen und sagt, ne, das mache ich einfach nicht mehr. Ich kann das nicht. Ich bring das nicht. Zum Sicherheitsverhalten gehört Alkohol, es wird als soziales Schmiermittel ja immer mal wieder eingesetzt, weil durch ein oder zwei Getränke die Hemmungen vermeintlich fallen und das Blöde ist halt, dass wenn Situationen mit Sicherheitsverhalten bewältigt werden, dazu gehören auch Beruhigungsverblätter. Also seder tiefer oder sowas, und dann klappt eine Situation gut, dann wird das häufig nur auf das Helferlein zurückgeführt. Also dann denken Leute, ja, okay, die Situation ging ganz glimpflich, dies eigentlich sogar ganz gut gelaufen, aber ja nur, weil ich vorher eine Tabur genommen habe, oder so, also irgendein Beruhigungsmittel. Oder hey, das war jetzt echt ein lustiger Abend, aber nur, weil ich was getrunken hatte. Das heißt, wenn man viel Sicherheitsverhalten zeigt, kann das sein, dass man sich genau dadurch von einer positive korrigierenden Erfahrung abhält, beziehungsweise wenn dann was gut läuft, man das überhaupt nicht aufs eigene Konto schreibt und sagt, ich habe das geschafft. Ich habe das super gemacht, ich hatte einen schönen Abend, ein erfolgreiches Meeting, ein gutes Vorstellungsgespräch oder ein nettes Mall Talk, sondern man glaubt, ja, aber eben nur wegen meines, wie auch immer gearteten, Helferleins, weil ich so stark geschminkt war oder oder. Deshalb sind aus terapäutischer Sicht diese ganzen vermeintlichen Sicherheitsmaßnahmen schwierig, weil wenn dadurch, wie gesagt, die Überzeugung entsteht, dass man nur wegen dieses kleinen Tricks irgendwas geschafft und sich nicht plamiert hat, dann bleibt ja die Angst im Kern komplett unbehandelt und die gute Erfahrung, die man vielleicht gerade gemacht hat, wird gar nicht als solche verarbeitet. Das ist auch der Grund, warum die meisten Psychotherapeut*innen, die ich kenne, Medikation beangststörungen eher ablehnen, zumindest die Medikation, die nur so punktuell hilft, so wie ein starkes Berührungsmittel. Ich sage nicht, dass es keine Anwendungsgebiete für Berührungsmittel gibt, also die können punktuell wahnsinnig hilfreich und wahnsinnig wirksam und nützlich sein. Aber zur Behandlung von Angststörungen sind beruhigungsmittel eine Katastrophe. Mediziner*innen sehen das häufig lockerer, aber die sind ja auch keine Therapeuten. Ganz interessant fand ich eine größere Überblickstarbeit, die war aus dem Jahr 2023. Ich werde die unter der Podcastfolge verlinken, die noch mal so neuere Entwicklung in Hinblick auf das Verständnis, aber auch die Therapie-Möglichkeiten von sozialen Ängsten ins Visier genommen haben. Und da ist mir eine Sache noch mal so besonders ins Auge gefallen. Früher hat man immer gedacht, dass Menschen mit sozialen Ängsten vor allen Dingen kritikempfindlich sind. Und bewertungsängstlich, weil sie eine negative Bewertung ihrer Person fürchten oder weil sie befürchten in einem direkten Vergleich, also ob das ein Test ist, eine soziale Situation mit mehreren Menschen, ein Bewerbungsverfahren oder was auch immer, also dass sie stets und ständig denken, dass sie in diesem Vergleich schlecht abschneiden. Interessanterweise scheint es aber so zu sein, dass auch positive Rückmeldungen oder neutraler Signale vom Gegenüber von Menschen mit einer sozialen Angst auf eine ganz bestimmte sehr ungünstige Art verarbeitet werden. Kritik und Ablehnung und Missbilligung wird als Bestätigung der eigenen negativen Überzeugungen über sich selbst verarbeitet. Das heißt, wenn ich über mich selber glaube, ich habe sowieso nichts interessantes beizutragen oder ich wirke in sozial Situation komisch oder unattraktiv oder dumm oder peinlich oder ich bin halt ein langweiliger Gesprächspartner oder sowas. Also wenn ich sowas über mich selber glaube und bekomme irgendeine Art negativer Kritik, dann nehme ich die und fühle mich dadurch bestätigt. Als wäre meine negative Überzeugung über mich selbst dadurch bewiesen, weil diese Person hat ja genau das bestätigt. Wenn ich aber eine positive Rückmeldung bekomme, ein Lob einer Anerkennung, irgendeine Botschaft, die im Grunde meiner inneren Überzeugung widerspricht, also dass jemand das Gegenteil sagt. Ich finde dich unterhaltsam, ich finde dich klug, ich finde dich attraktiv, ich finde dich interessant, ich unterhalte mich gern mit dir, finde dich geschickt, ich finde, dass du ausgesprochene Kompetenzen hast in irgendein Bereich. Also wenn jemand so etwas sagt, dann finden wir bei Menschen mit sozialangsten eine ganz interessante Art und Weise, wie sie mit diesem Feedback umgehen, nämlich, sie reden es klein, sie schreddern es sofort oder sie blenden es aus. Es gibt eine Studie, die zeigt, dass Menschen mit sozialen Ängsten sich signifikant mehr an negative Interaktionen und miserfolge in ihre Vergangenheit erinnern, als an die positiven und erfolgreichen Ereignisse selbst wenn das gleich verteilt war. Also es gab fünf positive und fünf negative Ereignisse und die Menschen mit einer sozialen Fabie erinnern aber tatsächlich eher die negativen Ereignisse und blenden die positiven aus. Und auch ein Kompliment, eine positive Bewertung und so weiter machen die betroffenen Personen sich entweder im Kopf total klein, indem sie so was sagen wie "Ja gut, die hat jetzt gelächelt, weil sie höflich ist" oder "der hat dir jetzt nur ein Kompliment gemacht, weil du ja so unsicher wirks" und wollte dich ein bisschen aufbauen, das hat er ja nicht so gemeint. Oder "Ja gut, das Kompliment" hat die jetzt gemacht, aber wie so eigentlich, was ich gemacht habe, war ja wohl selbstverständlich und das absolute Minimum und das hätte jeder gemacht und sie ist wahrscheinlich einfach nur eine freundliche Person. Also das heißt, alles was du aus deinem Umfeld an Informationen bekommst über dich selbst, die du eigentlich nutzen könntest, um selbstbewusster zu werden, um zu sehen wie andere Menschen dich wirklich sehen, um deine innere negative Bewertung deiner Person auszugleichen. All diese Informationen nimmst du möglicherweise her und machst sie plat, redest sie klein, wie es würdest du sie automatisch in den Schredderschicken und nie wieder darüber nachdenken. Und das bedeutet, die Welt von Menschen mit einer sozialen Angst ist wegen dieser Wahrnehmungsverzerung. Begen dieser realen Verarbeitungsstörung voller, kritischer, gemeiner, spöttischer, gehessiger, überheblicher, beleidigender Menschen, weil das erinnert wird, weil das verarbeitet wird und die ganzen höflichen, freundlichen, liebevollen, bestätigenden Situationen werden, nicht erinnert oder klein geredet. Und das heißt, wir haben sie jetzt aus Therapeutischer Sicht, wenn wir das wirklich mal als Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung betrachten, damit zu tun, dass wir Menschen wirklich beibringen müssen in der Therapie, viel genauer hinzuschauen, was sie eigentlich real für Feedback bekommen. Und sich das positive Feedback ernsthaft wirklich aufzuschreiben, zu fotografieren, vielen Leuten davon zu erzählen und sich selber zu helfen, sich daran fairerweise zu erinnern, damit das nach und nach wirklich auch ein Gegengewicht darstellen kann, überhaupt zu den ganzen Negativen selbst überzeugungen, die teilweise über Jahre oder Jahrzehnte angelagert wurden und sich so wahr anfühlen. Und zu dieser verzerrten Wahrnehmung gehören mehrere Phänomene, die in diesem Kontext bekannt sind, also das eine ist der sogenannte Spotlight-Effekt, das heißt, Menschen, die soziale Ängste, haben überschätzen, wie sehr sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Also sie haben ja selber sowieso die ganze Zeit einen beobachtenden Fokus auf sich selber liegen und sie überschätzen massiv, wie sehr andere Leute sie wahrnehmen, über sie nachdenken, sie bewerten und so weiter. Das ist der sogenannte Spotlight-Effekt, der heißt so, weil die betroffenen Menschen eben das Gefühl haben, die ganze Zeit wäre ein Scheinwerfer auf sie gerichtet, also ein gerelles Scheinwerferlicht, um gibt sie während sie sich unter Menschen begeben und alles ist sichtbar und alle schauen drauf. Und das ist in der Realität natürlich überhaupt nicht so, auch das ist eine Wahrnehmungsverzerrung. Und eine andere Verzerrung betrifft die Interpretation von sozialen Signalen. Ich hatte gerade schon gesagt, dass ja positive Signale auch oft als solche gar nicht wahrgenommen werden. Es ist aber schon so, dass sozialenstliche Menschen auch ein neutrales Gesicht zum Beispiel sofort als misbilligend oder arrogant oder sowas interpretieren und daraus ableiten, mein Gegenüber findet mich jetzt langweilig oder doof oder peinlich und sie beziehen eben auch ganz häufig Dinge auf sich selbst, die gar nichts mit ihnen zu tun haben. Also wenn zum Beispiel eine Menschenmänge irgendwo in einem größeren Raum, im Großraum Büro, in der Mensa, in der Bahn, lacht oder kichert, dann denken sie ganz gewiss geht's um mich, die lässt dann über mich, die reden über mich. Und weil eben der Aufmerksamkeitsfokus so stark auf den negativen Anteilen liegt, kann es sogar sein, dass eine Party irgendwie ganz gut gelaufen ist oder ein Date oder ein Besuch im Schwimmbad oder irgendwas. Und trotzdem nimmt man sich dann am Abend, am liebsten kurz vor dem Einschlafen, in so einem vulnerablen und schon so ein bisschen dämmerigen Zustand, die fünf Sekunden raus, die vielleicht ein bisschen unbehaglich waren. Und dann geht das Kopfkino los und die negativen Überzeugungen werden da reingepackt und dann läuft im Kopf plötzlich so ein Film, als wäre das alles von Abeszeit eine komplette Katastrophe gewesen, obwohl es das Objektiv nicht war. Also wir haben ein übertriebenes Maß an Selbstaufmerksamkeit, wir haben eine Überschätzung der Sichtbarkeit der eigenen vermeintlichen Fehler oder Menge oder Unsicherheiten, das ist das Spotlight. Wir haben negative Glaubenssätze über die eigenen Person und eine fehlerhafte Interpretation von zum Beispiel Gesichtsausdrucken, die eigentlich normal sind. Und das ist einer der größten Hebel überhaupt in der Therapie mit Menschen, mit sozialen Ängsten, nämlich sich klarzumachen, dass diese Wahrnehmung nicht die Realität abbildet. Und das ist Arbeit und es braucht unter Umständen auch wirklich therapeutische Unterstützung, sich da raus zu befreien und ein günstigeres, realistischeres, freundlicheres Denken über sich selbst sich anzueignen und vor allen Dingen erfordert eben die Therapie von Angststörungen, dass man nicht erwartet, dass nach drei Therapiesitzungen die Angst weg ist und dass man diese Situation plötzlich vollkommen Angstfrei bewältigt, sondern dass man es trotz der Angst, der noch tut und alles was passiert als Erfahrung mitnimmt und dann fair verarbeitet, was ist jetzt wirklich passiert, um nach und nach dahinter zu kommen. Also vielleicht betrachten mich die Leute gar nicht so sehr, wie ich dachte, vielleicht bin ich gar nicht so interessant für die Menschen, vielleicht denken die gar nicht so negativ. Vielleicht sind Fehler nicht so schlimm, rot werden kein Weltuntergang, das Zittern interessiert kein oder sie fanden sogar sympathisch und als meine Stimme gekickst hat, da mindestens zwei im Raum gedacht, Brau geht mir genauso, fühlig. Und das ist übrigens tatsächlich rein statistisch so und es kannst du auch gerne nochmal in meinem Buch nachlesen in dem Angstkapitel, wenn wir über soziale Ängste sprechen, weil die so häufig sind, gerade auch bei jungen Menschen und jungen erwachsenen. Du kannst davon ausgehen, dass in einer Schulklasse oder Berufsschulklasse mit 26 Menschen zwei darunter sind, die schwer unter sozialen Ängsten leiden. Und das heißt, wenn du dich jetzt ganz stark in den Wiedervindest, was ich heute erzähle, bist du auf gar kein Fall allein damit und es kann sogar sein, dass wenn du beginnst dich trotz deiner Angst Dinge zu trauen, trotz deiner Angst dich Situationen zu stellen, trotz deiner Angst und obwohl du weißt, du wirst rot werden. Und deine Stimme wird kiegsen und dein Herz wird rumpeln und du trust es trotz dem, dann ist das hoch wahrscheinlich, dass du für Menschen in deinem Umfeld, die vielleicht genauso angestrengt versucht haben, das zu verbergen, bisher wie du, das du für die wirklich zu einem Modell wirst, zu einer Person, an der sie sich gerne orientieren und sie sie genau deswegen total sympathisch und total inspirierend finden. Und mit der sie genau deswegen gerne mehr Kontakt hätten und überhaupt erstmal eine emotionale Verbindung herstellen können, genau aufgrund dessen und nicht trotz dem, sondern weil du so bist, wie du bist. Diese Art von Ängsten wirklich auch ernst zu nehmen ist auch deswegen wichtig, weil wir wissen, dass soziale Fubinen so erhebliche Einbußen in der Lebensqualität mit sich ziehen. Also Tobias zum Beispiel ist ja nicht mehr essen gegangen, das hat aber verhindert, dass er Dates hatte, dass er an bestimmten Aktivitäten in seinem Freundeskreis teilgenommen hat und überhaupt Freundeskreis. Sein Freundeskreis hatte sich im Grunde seit seiner Grundschulzeit überhaupt nicht mehr nennenswert verändert. Es sind im Grunde keine Leute mehr dazugekommen, weil er sich eben nur bei diesen Leuten sicher fühlte, von denen er jetzt nach den Jahrzehnten, die er sie kannte, wirklich keine Ablehnung mehr fürchten musste. Also nur da und innerhalb seiner Familie hat Tobias sich sicher gefühlt und ich komme nochmal mit dem Maschendrad zauen. Also den hat ja der Tobias errichtet. Nicht die Welt und das meint ich mit diesem widersprüchlichen Gefühl, dass Betroffene manchmal haben. Einerseits wollen sie rüber über den Zaun und erleben den als wahnsinnige Behinderungen und auch Einschränkungen ihrer Lebensqualität und manchmal denken sie auch "Nich ist mein Schutz hier!" Und wenn ich niemand an mich ran lasse, kann mir auch nichts Schlimmes passieren. Aber genau diese soziale Isolation, dieser Rückzug, auch dieses beruflich oder sonst wie kreativ, auch hinter seinen Möglichkeiten zurückzubleiben. Nicht das Buch zu schreiben, dass man schreiben wollte. Das Bild, das man gemalt hat, schnell wieder hinter dem Schrank verschwinden zu lassen. Die Musik, die man komponiert, niemals jemanden hören zu lassen, all diese Sachen, die ungelebt bleiben, die unausgedrückt bleiben. Also im Grunde ein Leben im Versteck zu führen. Das hat eben ganz viel Implikationen und führt auch oft zu ganz vielen Begleiterkrankungen. Ich hatte von Suchproblemen schon gesprochen, ich hatte von Depressionen schon gesprochen und auch von allem was Stress assoziiert ist, also Schlafstörungen, Magendarmprobleme, Kronische Verspannungen, Rückenschmerzen, Migräne, alles Mögliche, kann ja damit in Zusammenhang stehen, so dass die Lebensfreude einfach schrumpft und das Leben sich klein anfühlt hinter diesem Maschendrad zauen. Und jetzt kommt aber die gute Nachricht, die soziale Fubi, wie übrigens jede Angststörung, ist behandelbar und ich würde sogar behaupten, gut behandelbar. Ich habe schon Fälle erlebt in meiner Praxis, wo Leute wegen Ängsten zum Beispiel früh berentet waren und das finde ich so tragisch, also das muss wirklich nicht sein. Nachweißlich ist Therapie hilfreich und übrigens auch, und das sage ich natürlich aus Gruppenpsychotherapeuten, aus vollem Herzen, insbesondere ist Gruppentherapie hilfreich für Menschen mit sozialen Ängsten, weil ich weiß, Gruppe klingt wie der ultimative Horror schlecht hin, also wenn ich schon Angst habe und dann soll ich mich auch noch öffnen und über mich selber sprechen. Und das dann vor einer Gruppe, hallo, das klingt als hätte jemand in Plot nicht verstanden, so wie kannst du mich mit einer sozialen Angst in eine Gruppe setzen, aber genau das scheint bei sozialen Ängsten eben hoch effektiv zu sein und genau so habe ich das bei mir in der Praxis auch erlebt, dass das viel schneller gehen kann und viel hilfreicher empfunden wird als Einzelpsychotherapie. Aber das man nur so am Rande, also die Datenlage bezüglich der Symptom-Linderung durch psychotherapie ist gerade bei Ängsten sehr positiv. Und je nach Ausprägungen kann das hilfreich sein, dass auch eine medikamentöse Unterstützung hinzukommt, also eine Kombinationstherapie aus, meistens als serotonin wiederaufnahmehemmern und psychotherapie, das bewährt sich. Be ruhigungsmittel sind keine Therapie und machen es nicht besser. Und es gibt verschiedene Therapieform, ich habe schon gesagt, ich bin kognitive Verhaltenstherapäutin und die kognitive Verhaltenstherapie, wie der Name schon sagt, adressiert in der Therapie vor allen Dingen ungünstige Denkmuster, also Kognitionen, die dann nach und nach bearbeitet werden. Und am Verhalten arbeiten wir insofern, als wir über die Angstbesetzten Situation eben doch aufzusuchen. Also das, wo vorn man bisher zurückgeschreckt ist, wird natürlich behutsam und natürlich mit Unterstützung und kleinschrittig nach und nach geübt. Und zwar so lange, bleibt man immer auf einer Stufe, also man nähert sich sozusagen dem ultimativen Stress-Senario, ganz behutsam an, immer in kleinen Stufe, so bis wie man das Gefühl hat. Okay, super, das kann ich jetzt und da habe ich jetzt positive Gedanken über mich selbst und ich habe selbst Wirksamkeit stärken können in dem Moment und ich kann das jetzt stressfrei bewältigen und dann gehen wir den nächsten Schritt und den nächsten Schritt. Und wir machen eine Art Angsttraining mit Erfolgserlebnissen und Bearbeitungen der ungünstigen Gedanken. Und manchmal machen wir auch Videoaufnahmen, so dass die Betroffenen selber sehen können. Ach guck mal so schlimm sehe ich ja gar nicht aus, wie ich mich gefühlt habe oder ja, ich hab zwar gezittert, aber niemand hat darauf reagiert. Oder auch, ja da hat zwar jemand reagiert, aber das tut mir ja nichts. Selbst wenn jemand negativ auf mich reagiert, dann ist das Bestandteil eines normalen Lebens, dass dich nicht jeder mag, dass dich nicht jeder feiert, dass dich nicht jeder toll finden kann und auch das tut mir nichts. Den Therapieverlauf, nicht von Tobias, sondern den von dem Mann, der in der Tür stand, in meinem Buch heißt er "herfau", den hab ich in meinem Buch noch mal ausführlicher dargestellt und da findest du übrigens auch eine Checkliste, wo du für dich selber vielleicht mal einschätzen kannst, ist das bei dir noch Schichternheit oder wäre es eventuell eine gute Idee, mal mit einem Fachmenschen zu sprechen. Neben der KVT gibt es natürlich auch andere therapeutischer Verfahren, die gute Erfolge zeigen, zum Beispiel psychodynamische Therapien und da geht es dann mehr um die inneren Konflikte, die der sozialen Angst zugrunde liegen, also da wird zum Beispiel geschaut. Was habe ich für Beziehungserfahrung gemacht? Wie hat das mein Selbstbild geprägt? Hab ich vielleicht Schamgefühle, die mir gar nicht so bewusst sind? Hab ich unerfüllte Bedürfnisse? Gibt es Konflikte zwischen einerseits dem Wunsch nach Nähe, aber gleichzeitig der Angst davor habe ich große Angst vor Verletzung und so weiter. Sollte Dynamiken herausgearbeitet und was in der Therapie, natürlich bestenfalls in jeder Therapie, also unabhängig von der therapeutischen Schule, immer passiert ist, dass es bestenfalls eine vertrauensvolle und wertschätzende Beziehung gibt, in der die betroffenen Menschen sich dann eben aber auch öffnen können und gerade auch ihre Unsicherheiten oder ihre negativen Gedanken und all das benennen können und sich das auch trauen können. Und einen Ansatz, der auch bei engsten super hilfreich ist, ist die Akzeptanz im Commitment oder Acceptance in Commitment Therapie, act und da geht es gar nicht primär darum, direkt irgendwas zu verändern, sondern act arbeitet mit Akzeptanz. Also bei sozialer Angst bedeutet, dass man lernt, die Symptome, obwohl sie unangenehm sind und die Angst Gedanken, obwohl die ebenfalls unangenehm sind, erst mal einfach anzunehmen, ohne sich weiter reinzuschrauben, anstatt so was zu denken oder auch zu sagen wie, oh Gott, ich darf keine Angst haben und man darf mir das auch nicht anmerken und nicht ansehen und so weiter. Ich kann man eher üben, so was zu sagen wie, ich spür jetzt Angst und dass es unangenehm, aber es ist nicht gefährlich und ich kann trotzdem tun, was ich will und nicht, was die Angst mehr erlaubt. Also die Idee ist sozusagen, der Angst viel weniger macht, über das eigene Handeln zu geben, selber sich wieder zu ermächtigen, zu tun, was man möchte und wie ich gerade sagte, nicht nur noch das zu tun, was die Angst ein gestattet sozusagen. Und ein großer Bestandteil von Act ist auch die Konzentration auf die eigenen Werte, also auf das, was einem wirklich wichtig ist im Leben und wenn man das für sich selber rausgearbeitet hat, wenn man zum Beispiel sagt, ein Wert für mich ist. Freundschaft und Bindung, dann soll ein das sozusagen dazu motivieren, trotz der Angst diese Werte zu pflegen. Also dass man zum Beispiel sagen würde, ja ich hab Angst und ich fühle unbehagen und der Sprung über den metaphorischen Zaun strengt mich an und ich weiß auch nicht, was dahinter kommt und all das und körperlich fühle ich mich auch nicht wohl und gleichzeitig ist aber Freundschaft ein Wert von mir und Bindung ist ein großes Ziel von mir. Also mache ich alles, was auf diesen Wert einzahlt, auch mit Angst. Ich lasse mich von der Angst nicht davon abhalten, Dinge zu tun, die mir wichtig sind. Ich möchte mich orientiert an meinen eigenen Werten verhalten, auch wenn meine Angst das im Moment vielleicht nicht ganz einsieht und anstatt gegen die Symptome zu kämpfen, was viele Menschen erwarten, dass das in der Therapie passieren würde, dass man die Symptome unterdrückt oder dagegen ankämpft oder die Loswirt oder so geht es unterm Strich häufig darum, überhaupt nicht sofort angstfrei sein zu müssen oder auch nur zu können, sondern Druck rauszunehmen und zu gucken erst mal, wie man mit der Angst und trotz das Angstgefühle da sind und trotz das negative Gedanken da sind, man die Dinge, der noch tut. Und ich habe zum Schluss ein paar Fragen an dich für dich, über die du vielleicht mal nachdenken kannst, wenn du dich von dem Thema betroffen fühlst und die dir vielleicht helfen, die erst mal darüber bewusst zu werden, über deine eigenen Gedanken, über deine Muster, über deine Verhaltensmuster, denn alles, was man sich ins Bewusstsein holt, kann man dann auch bearbeiten. Also die erste Frage an dich wäre, in welchen Situationen fühlst du dich stark von sozialer Angst und starker Unsicherheit begleitet, also sind es Auslöser, ist es vor Gruppen etwas zu sagen, ist es jemand unbekannten anzusprechen, ist es telefonieren? Also find mal für dich konkret raus, was sind Auslöser für deine soziale Angst und was hast du vielleicht schon begonnen zu vermeiden? Und dann ist die nächste Frage, welche Gedanken schießen dir durch den Kopf? Und es kann sein, dass du dir deine vielleicht sehr abwertenden, vielleicht sehr gemeinen inneren Monologen noch nie hingeschrieben hast, dir noch nie bewusst gemacht hast, was du da eigentlich alles denkst, was dein innerer Kritiker dir alles vor die Füße kübelt in solchen Situationen. Sind es sehr negative Gedanken oder sind es auch sehr irrationale Gedanken, sowas wie alle achten auf dich oder alle finden dich jetzt blöd oder das war oberpeinlich, also schau mal auf deine Gedanken. Notier sie dir und das wird dir vielleicht helfen, dich damit mal auseinanderzusetzen ist das eigentlich fair, würde das jeder so sehen, würde ich das nach Freunden auch so an den Kopf knallen und falls nein, warum rede ich mit mir selber eigentlich so und ist es alles realistisch? Dann kannst du mal gucken, wie dein Körper reagiert, welche Symptome nimmst du am stärksten war? Also es ist das Herzklopfen, musst du auf die Toilette gehen und spürst handrang oder schwitzt du stark und dann ist die Frage und wie bewertest du das? Also was ist deine Bewertung dieser körperlichen Symptomatik und denkst du zum Beispiel, dass jeder andere Mensch das auch so sehen würde, dass das jeder Mensch bemerken würde, dass das automatisch negativ auf dich zurückfällt? Da gibt es zum Beispiel spannende Untersuchungen zum rot werden, dass entgegen der Annahme der meisten Menschen die rot werden und darunter leiden, in Wirklichkeit Menschen die rot werden nicht etwa als unsuberehen wahrgenommen werden oder als Pfeifen oder auch als würden sie lügen, sondern die meisten Menschen bewerten, andere Menschen die rot werden als sympathisch. Die aller meisten Menschen können sehr stark personieren mit dem Mensch, der rot wird und empfinden Sympathie und interpretieren das rot werden eher als Zeichen dafür, dass der Person, die jetzt gerade rot wird, diese Situation wirklich außerordentlich wichtig ist, dass sie der Situation mit Respekt begegnet und das macht sympathisch. Hattest du das gedacht? Also nochmal, wie reagierst du, welche Symptome nimmst du am stärksten war und wie bewertest du sie selber und wiederum mit der Frage "Aha" und stimmt das? Die nächste Frage bezieht sich auf deinen Vermeidungsverhalten. Was hast du typischerweise gemacht, bisher um mit deiner Unsicherheit umzugehen? Hast du eine Emotional-Support-Wasserflasche benutzt du homopartische Kügelchen oder Berührungsmittel oder Alkohol? Hast du dir angeeignet, Situationen komplett zu vermeiden? Oder schminkst du dich ganz, ganz stark, weil du dich nicht traust, dich anders sehen zu lassen? Also was sind deine Strategien? Und helfen sie dir wirklich auf Dauer? Oder halten sie dich eher davon ab herauszufinden, dass es vielleicht auch ganz ohne geht? Dann kannst du dich fragen, welche Überzeugungen hast du denn über dich selbst in Gesellschaft anderer Menschen? Also die soziale Phobie ist ja immer in Interaktion mit anderen zu sehen, eben im sozialen Kontext und was glaubst du denn eigentlich? Obst du das, du langweilig bist oder unattraktiv oder unwillkommen oder tollpatsig? Was auch immer, woher könnten diese anderen kommen? Und wenn du dich jetzt mal dediktivisch auf die Suche machen würdest nach Gegenbeweisen? Und aktiv, wirklich nach Gegenbeweisen zu suchen, nach Aussagen von Menschen, nach Bewertungen, wie auch immer positiven Kontakten, gibt es irgendwelche Hinweise, dass deine Überzeugungen über dich selbst gar nicht oder nicht mehr stimmen? Und die letzte Frage, die du dir stellen kannst, was würdest du denn tun, wenn du mit einem Finger schnippt, die Angst verschwinden lassen könntest? Also wenn du plötzlich gar keine sozial Angst mehr hättest, selbstbewusst wärst, klar, keine negativen Gedanken mehr über dich selbst im Kopf hättest und so weiter, was würdest du dann tun? Wenn würdest du anrufen, wo würdest du hingehen, was würdest du endlich machen und sich das bewusst zu machen? Also gibt es das unveröffentlichte Buch oder die nicht erfüllte Liebe oder die große Reise? Also was würdest du dann machen, wenn die verdammte Angst nicht wie ein großer Maschenzaun im Weg stehen würde? Wenn du das weißt, dann weißt du auch, wofür sich das lohnt, die kleinen, unbequemen und nicht immer schön Schritte rauszugehen und dich deine Angst zu stellen und die Dinge mit Angst, mit Herzklopfen und mit schwitzigen Händen trotzdem zu tun. Also sich darüber bewusst zu werden, was alles in Wirklichkeit geht, also wofür lohnt es sich? Den Maschendratzaun, Masche für Masche, Reihe für Reihe, Knips Knips, Knips, immer kleiner und immer kürzer und immer weniger Hindernlich zu machen. Also ich hoffe, dass rüber gekommen ist, dass soziale Fubi kein lebenslanges Schicksal ist und selbst wenn du schon lange unter einer Sozialfubi leidest, was gut sein kann, also ich hab durchaus Patient und Patientinnen die kommen erst mit Mitte 50 in die Therapie. Aber selbst dann ist das nichts, dem du hilflos ausgeliefert bist, was du akzeptieren musst und was du den Rest deines Lebens mitmachen musst, sondern gerade Ängste, gerade Angst vor sozialen Situationen und vor Mitmenschen kann man Schritt für Schritt reduzieren und das kostet Zeit und Übung und Vertrauen und Mut. Und du wirst nach und nach wohlwollender mit dir sein, freundlicher zu dir sein, die inneren Verzerrungen auflösen und dich mit deinen Ecken, Kanten, Tollpattigkeiten, Quirks und Deiner Nahrung zum Rot werden trotzdem irgendwann akzeptieren und dich davon nicht bremsen lassen, denn du bist erstens mich allein und zweitens ganz bestimmt ein wunderbarer Mensch und ich wünsch dir da Geduld mit dir selber und vielleicht hast du jetzt nach dem Höhen dieser Podcastfolge auch einfach ein bisschen. Mehr Bock auf, Verbindung mit Menschen anstatt, Flucht und Abkappselung vor Menschen. Ich mache wie immer einen Post dazu bei Instagram und in meinem Newsletter, den du über meine Seite www.frankar-gerutipunkt.de abonnieren kannst, gibt es auch immer noch ein paar extra Infos zum Beispiel die Fragen, die ich gerade genannt habe, noch mal zum Mitlesen. Danke für deine Zeit, danke fürs Zuhören und wir hören uns nächsten Sonntag wieder. Tschüss! Das war's für heute, ich hoffe, du könntest eine Menge Frischer Gedanken für dich mitnehmen. Mehr davon gibt es auch auf meiner Seite www.frankar-gerutipunkt.de Und natürlich nächste Woche wieder hier!

Podcast Summary

Key Points:

  1. Soziale Angststörung (Sozialphobie) ist eine häufige psychische Erkrankung, die sich durch intensive Angst vor sozialen Situationen und Bewertung durch andere auszeichnet.
  2. Sie unterscheidet sich von Schüchternheit durch ihren schwerwiegenden, lebenseinschränkenden Charakter und zeigt typische Symptome wie Erröten, Zittern, Schwitzen und Vermeidungsverhalten.
  3. Die Entstehung wird durch ein biopsychosoziales Modell erklärt, das genetische Veranlagung, frühere negative Erfahrungen (z.B. Bloßstellung) und erlernte negative Gedankenmuster kombiniert.
  4. Kognitive Verhaltenstherapie zielt darauf ab, dysfunktionale Gedanken (z.B. "Ich wirke peinlich") zu identifizieren und durch Exposition neue Lernerfahrungen zu ermöglichen.
  5. Der Podcast betont, dass professionelle Hilfe bei Verdacht auf eine klinisch relevante Angststörung wichtig ist, auch wenn die Therapieplatzsuche schwierig sein kann.

Summary:

In dieser Podcast-Folge von "Psychologie to Go" erläutert die Psychotherapeutin soziale Angststörungen (Sozialphobie). Anhand des Fallbeispiels Tobias wird verdeutlicht, wie sich diese Störung von normaler Schüchternheit abhebt: Sie führt zu erheblichem Leidensdruck und Vermeidung sozialer Situationen aus Angst vor Blamage und negiver Bewertung. Typische körperliche Symptome sind Erröten, Zittern und Herzrasen.

B. ein überempfindliches "Alarmsystem" im Gehirn), prägenden negativen Erfahrungen (wie Mobbing) und daraus resultierenden tiefsitzenden negativen Glaubenssätzen über sich selbst. Die Therapeutin betont, dass allein das Wissen um Auslöser das Problem nicht löst.

Stattdessen ist eine kognitive Verhaltenstherapie zielführend, die daran arbeitet, katastrophisierende Gedanken zu korrigieren und durch schrittweise Konfrontation (Exposition) mit angstauslösenden Situationen neue, positive Erfahrungen zu ermöglichen. Abschließend wird der Hörer ermutigt, bei entsprechendem Leidensdruck professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

FAQs

Soziale Angst (Sozialphobie) ist eine klinische Angststörung, die mit starken körperlichen Symptomen und Vermeidungsverhalten einhergeht, während Schüchternheit ein normales Persönlichkeitsmerkmal ohne solche Beeinträchtigungen ist.

Angststörungen sind weltweit die häufigsten psychischen Erkrankungen. Innerhalb dieser sind soziale Ängste die zweithäufigste Form, direkt nach isolierten Phobien wie Höhen- oder Spinnenangst.

Sie entsteht durch ein Zusammenspiel genetischer Veranlagung (z.B. überempfindliches Alarmsystem im Gehirn), sozialer Faktoren wie prägende Erfahrungen oder Mobbing, sowie persönlicher Merkmale wie ein schüchternes Temperament.

Häufige Symptome sind Erröten, Schwitzen, Zittern, Herzrasen und starke Nervosität in sozialen Situationen, begleitet von der Angst, sich zu blamieren oder negativ bewertet zu werden.

Sie kann zu beruflicher Unterforderung, sozialer Isolation und Vermeidung von Partnerschaften führen, da Betroffene aus Angst oft Situationen meiden, die ihre Fähigkeiten oder Wünsche erfordern würden.

Auch wenn Auslöser wie Schlüsselerlebnisse bekannt sind, löst dies die aktuelle Problematik nicht. Die Therapie muss daher an den gegenwärtigen Gedankenmustern und Verhaltensweisen ansetzen.

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