In guten wie in schlechten Zeiten eine glückliche Beziehung führen - Interview mit Eddi Hüneke (ehem. Wise Guys)
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Eddie Hünecke teilt seine persönliche Erfahrung aus einer langjährigen Partnerschaft, in der die Beziehung durch schwierige Zeiten geprägt war. Gemeinsam mit seiner Frau haben sie eine tiefe, offene Reflexion über Vertrauen, Verletzungen und Werte durchgeführt, was zu einem Wiederaufbau von Vertrauen führte. Der neue Song „Immer wieder neu“ symbolisiert diesen Prozess: die ständige Neuausrichtung der Beziehung und das Vertrauen, das durch ehrliche Kommunikation und gegenseitige Verantwortung entsteht. Das Interview zeigt, dass Liebe nicht statisch ist, sondern ein ständiger Prozess der Wiederfindung und Wiederentdeckung von Vertrauen, die durch die Bereitschaft, Dinge offen zu benennen und zu akzeptieren, ermöglicht wird. Dabei spielt die Rolle von Paartherapie eine wichtige Rolle: sie hilft, Konflikte zu lösen, Grenzen zu definieren und langfristigen Wachstum zu fördern. Der Kern des Erlebens ist die Erkenntnis, dass Vertrauen nicht einmalig, sondern täglich neu gefasst und geteilt werden muss – ein Prozess, der auch für andere Paare als lebendige, wertvolle Inspiration wirkt.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge bei den Lebensidealisten.
In dieser Folge geht es um das Thema, in guten wie in schlechten Zeiten eine glückliche Beziehung führen.
Dies ist ein Interview mit Eddie Hünecke, ehemals Wiseguys.
Mein Name ist Florian.
Hallo, ich bin Eddie und freue mich sehr, dass ich hier bei den Lebensidealisten dabei sein darf.
Ich bin Paartherapeut und Coach und helfe euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Es gibt hunderttausend Lieder
von Schmetterlingen im Baum
vom Rausch des Verliebens
oder gebrochenem Vertrauen
Ups und Downs in einer Beziehung sind normal.
Vielleicht kennt ihr das auch, dass man phasenweise mal mehr streitet, mal weniger streitet.
Wichtig ist, dass man weiß, wie man mit solchen Zeiten umgehen kann.
Eddie Hünecke hat zu diesem spannenden Thema einen neuen Song veröffentlicht.
Immer wieder neu aus dem Album Träum weiter.
Und es geht inhaltlich darum, wie eine Liebe viele Jahre übersteht.
Normalerweise hört ihr an dieser Stelle Ina und mich.
In dieser Folge möchte ich einmal gemeinsam mit Eddie über seine Motivation für den Song sprechen.
Wir spielen den Song euch natürlich auch mal ein und tauschen uns dann entsprechend über Ups und Downs in der Beziehung aus.
Und was man tun lernen, verändern kann, um eine langjährige, harmonische und effektive,
erfüllende Beziehung zu führen.
Ich stelle euch Eddie einmal kurz vor, für alle die, die ihn noch nicht kennen.
Als fünftes von fünf Kindern wurde Eddie in London geboren und ist in einem musikalischen Haushalt aufgewachsen.
Seine Geschwister brachten ihn auf die Popmusik mit circa 14 Jahren, Finger dann an Gitarre zu spielen.
Nach dem Abitur 1990 hat Eddie in Köln mit vier ehemaligen Klassenkameraden die Wiseguys gegründet.
Gestartet haben sie damals als Schülerband und sind dann immer erfolgreicher geworden.
Den Wiseguys ist Eddie bis zur Auflösung 2017 treu geblieben, dann ging diese schöne Reise zu Ende.
Als Solo-Künstler kann Eddie nun sein kreatives Potenzial voll entfalten.
Er hat das Gefühl, dass wenn er Solo auf der Bühne steht, nun genau da ist, wo er sein soll.
Heute ist Eddie als Pop-Liedermacher Solo unterwegs und bleibt seinem Wunsch treu, mit seiner Musik zu unterhalten, aber auch zu ermutigen.
Er schreibt jetzt mehr klare Popsongs, aber auch mehr kabarettistische Nummern.
Mit denen er sein Publikum zum Lachen bringt.
Haben wir das gut getroffen?
Das hast du schön gesagt, Florian. Ja, ich fühle mich da sehr gut getroffen.
Perfekt. Wir haben gerade im Vorgespräch schon kurz darüber gesprochen bei der Auflösungstour oder bei eurer Abschiedstour 2017.
Da haben wir uns einseitig wahrgenommen. Also ich dich, du mich nicht.
Da waren wir in Köln nämlich dabei.
Im Tanzbrunnenkonzert hast du gesagt, das ist in Köln.
Das durften wir seit 2001 regelmäßig bespielen, vollmachen.
Fast immer war es ausverkauft, dankenswerterweise.
Ich glaube, 12.000 oder 13.000 Leute waren da.
Und da haben wir im Sommer 2017 an einem Wochenende unser wirklich größtes Abschiedskonzert dann gemacht.
Ja, da erinnere ich mich sehr gut dran, denn da war unser Sohn noch nicht ganz ein Jahr.
Und das war unser zweites Pärchenwochenende sozusagen, wo die Oma aufgepasst hat.
Und wir dann mal was für uns zu zweit gemacht haben.
Denn das ist ja immer ein spannender Switch, so vom Elternpaar wieder zurück zum Liebespaar zu finden.
Und das war ein Bestandteil davon.
Ja, und der Tanzbrunnen war für unsere Kinder auch immer was Tolles, weil die da im Backstage-Bereich sein durften.
Da gab es einen Kicker, da gab es Würstchen und Kartoffelsalat.
Für alle, die hatten kein superfeines Catering, obwohl ich glaube, in dem Jahr war es ein bisschen besser.
Aber jedenfalls konnten die sich da aufhalten und da waren sowieso haufenweise Leute im Backstage-Bereich.
Es war sehr familiär, es war wie so ein großes Familientreffen.
Und das war auch sehr traurig, das dann hinter sich zu lassen an der Stelle.
Dann gab es aber die neue Möglichkeit, Solo durchzustarten.
Und hast ja auch dann beschrieben, dass das jetzt so das ist, was dich voll erfüllt.
Das ist natürlich auch schön, wenn sich dann. Also Türen schließen und sich dann dadurch wieder neue Türen, neue Chancen öffnen.
Ja, auf jeden Fall.
Also ich bin. Es war eigentlich erst mal ein bisschen ein Verlegenheitsentschluss.
Ich hatte vorher nicht klar, was ich machen wollte, als ich entschied, dass ich bei den Wiseguys aussteigen wollte.
Da war noch nicht klar, dass ich die Band dann auch auflösen würde.
Und dann habe ich eigentlich gedacht, ich mache irgendwas ganz anderes.
Und habe dann aber. Irgendwie habe ich ein paar Kreise gedreht und habe dann gedacht, okay, ich probiere es jetzt erstmal Solo.
Und habe dann festgestellt, dass es doch mal wieder was ganz Neues ist für mich.
Dass ich eben jetzt dabei bin, mein eigenes Programm zu schreiben.
Meine Lieder wirklich selber alleine zu performen.
Ganz allein verantwortlich zu sein für das, was ich da mache.
Das war für mich nochmal ein großer Schritt, den sich viele vielleicht gar nicht vorstellen konnten oder können.
Die sagen, aber du warst doch vorher auch schon vor Tausend.
Tausenden von Leuten auf der Bühne, ja, ist richtig.
Und trotzdem war da immer diese Gruppe, diese vier Freunde, wo ich mich ein bisschen auch immer mal zurücklehnen konnte.
Mal ein bisschen verstecken konnte, wenn man so will.
Und jetzt eben ganz alleine da die Verantwortung zu übernehmen, das ist nochmal ein ganz anderes Ding.
Und hat mich nochmal wahnsinnig nervös gemacht.
Ich war super aufgeregt die ersten Konzerte, die ersten Jahre kann ich eigentlich sagen.
Aber ich habe dann eben auch nach einiger Zeit, ich weiß noch, das war so, das muss so 2019 gewesen sein, irgendwo im Hinterland.
Von Aachen auf der Bühne gestanden und das Gefühl gehabt, wow, irgendwas merke ich gerade.
Was ist das? Ah ja, ich habe das Gefühl, ich bin genau da, wo ich sein soll.
Und ich mache genau das, was ich machen soll.
Ich bin irgendwie angekommen und ich wusste gar nicht, dass ich da was vermisst hatte.
Also ich hatte das nicht vermisst, aber ich habe es gefunden.
Das ist ein großes Geschenk, das ich allen Zuschauenden und Zuhörenden wirklich sehr herzlich wünsche,
dass man das findet, wo man sich so am richtigen Ort fühlt.
Das ist in der Beziehung was ganz Tolles.
Aber das ist eben. Das ist eben beruflich auch was ganz, ganz Tolles und da bin ich super dankbar für.
Wollte ich gerade sagen, das kann man jetzt wahrscheinlich auch gut als Metapher auf die Beziehung übertragen.
Diese Unsicherheit, die zwischendurch entsteht und dann wieder zurückzukehren in die Sicherheit.
Genau, lass uns gerne den Übergang in Richtung Song machen, denn jetzt ist ja die Frage hier,
Paartherapie, Podcast, wir wollen Menschen dabei helfen, eine erfüllende, glückliche, harmonische Beziehung zu führen.
Rauszukommen aus der Krise, wie passt das zu deinem Song? Erzähl gerne ein wenig.
Ja, also wir haben 20-jährigen Hochzeitstag gehabt letztes Jahr, Vicky und ich,
und haben kurz vorher eigentlich auch nochmal so ein bisschen die Kurve gekriegt,
aber sind eben auch ein bisschen ins Schleudern geraten, haben ein Thema entdeckt,
das uns wirklich auch nochmal sehr, sehr. beschäftigt hat und wo wir festgestellt haben, dass wir nochmal an die Grundfesten gehen müssen
und schauen, ob das Vertrauen sich wiederfinden lässt und waren sehr, sehr, sehr intensiv im Gespräch
über längere Zeit, über viele Tage, über viele Wochen und sind es letztlich bis heute, kann ich sagen,
obwohl auch es ist dann, man kann sich dann immer gar nicht vorstellen, ich weiß nicht, ob es euch geht so,
aber man kann sich ja immer gar nicht vorstellen, dass es aus so einer wahnsinnig intensiven Phase
dann irgendwann wieder in so was Alltägliches auch mal geht.
Wo man dann das Gefühl hat, ja, jetzt haben wir uns irgendwie eigentlich ein paar Tage nur über
den Einkauf und die Kinder oder irgendwie so das, was so im Alltag ansteht, unterhalten.
Das war zu dem Zeitpunkt gar nicht vorstellbar, aber es ist auch da wieder ein bisschen eingekehrt,
aber jedenfalls zu dem Zeitpunkt wahnsinnig intensiv und ich habe dann
gemerkt, dass, ja, das ist jetzt so gesehen vielleicht für manche nichts Neues,
aber für uns war es, oder mir wurde das nochmal so,
vor Augen geführt, dass diese Entscheidung, die man scheinbar so für alle Zeiten trifft,
vor dem Traualtar zu sagen, wir bleiben uns treu, wir entscheiden uns füreinander,
dass diese Entscheidung eigentlich nicht nur da getroffen wird, sondern immer wieder neu getroffen wird,
so gesehen jeden Tag neu oder immer wieder und deswegen habe ich eben einen Song dann schreiben wollen,
der sich mit dieser langen Sicht der Dinge beschäftigt.
Liebe, die über viele Jahre geht und nicht so wie viele Hollywood-Filme und viele Liebeslieder
sich mit dem Anfang eigentlich, mit diesem Verlieben, mit dem ersten Kuss,
mit dem ersten Verliebtsein, mit den Schmetterlingen im Bauch beschäftigt
oder auch nicht mit dem dramatischen Ende, da gibt es ja auch jede Menge Liebeslieder
über Trennungen und Trennungsschmerz und ich wollte gerne mal was dem Thema widmen,
das doch für viele von uns viel, viel präsentiert.
Ja, die Liebe zwischen einem Liebespaar, die ist ja an Bedingungen geknüpft,
solange es beiden gut geht und man zufrieden miteinander ist, eine glückliche, erfüllende Beziehung führt,
so ist die Liebe auch da, anders als vielleicht die Liebe zu den Eltern,
zu den Kindern, die entsprechend dann bedingt werden.
Beziehungslos typischerweise ist oder sein sollte.
So ist dann tatsächlich in einer Beziehung gerade heute, wo beide auch gleichberechtigt sind, volle Optionen haben, man nicht mehr zusammenbleiben muss aufgrund äußerer Umstände meistens, ist eine Trennung ansonsten eine echte Option.
Deswegen, wie du schon sagst, da entscheidet man sich regelmäßig eigentlich dafür, in der Beziehung zu bleiben, wenn denn alles rund läuft.
So wie wir sagen immer, man überprüft ja sein inneres Bauchgefühl, ist das stimmig, unstimmig, so eine Entscheidung, die ich treffe.
Und das sollte bei Entscheidungen immer wieder hinterfragt werden, ob das richtig ist, ob der Kompromiss, dem wir eingegangen sind, richtig ist.
Und genauso kann man immer auch wieder hinterfragen, bin ich glücklich und zufrieden in der Beziehung, muss was geändert werden, was können wir tun, lernen, verändern, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen.
Klar, genau, finde ich auch.
Wobei ich auch glaube, dass die vermeintliche Leichtigkeit der Trennung vielleicht auch manchmal unterschätzt wird.
Das ist dann irgendwie, dass man so denkt, ja, dann halt nicht so.
Und ich glaube, eine Trennung kann, gerade wenn auch natürlich Kinder im Spiel sind, dann sowieso kann die unfassbar viel noch an Schmerzen,
an Nebenwirkungen.
Nebenwirkungen sozusagen noch erzeugen, die man vielleicht gar nicht so im ersten Moment auf dem Schirm hat oder erkennt.
Absolut, also das ist ja ein Thema, was häufig im Streit dann eher mal das erste Mal hochkommt.
Vielleicht ist es besser, wir trennen uns.
Das ist dann mal so dahergesagt, ohne sich genau diese ganzen Konsequenzen alle näher anzusehen.
Und typischerweise, so kennen wir das, trennen sich die Paare ja auch erst an dem Punkt, wo entweder einer von beiden merkt, dass keine Liebe mehr da ist.
Und man das auch nicht mehr zurückholt.
Also keine gedeckelten Gefühle drüber liegen, die dafür sorgen, dass man da nicht mehr so den Zugang zu hat.
Oder die zweite Option, wo dann Paare sich näher trennen, ist, wenn der Schmerz innerhalb der Beziehung größer ist, als der Schmerz, den man für die Trennung überwinden muss.
Ja.
Dann muss man sich daraus kämpfen und dann wird die Trennung auch gebraucht.
Ja, das stimmt.
Also aus. Erfahrungen von früher aus schmerzhaften Trennungen kann ich das sozusagen auch bestätigen.
Aber ich glaube doch, dass es auch. Ja, das ist irgendwie. Dieses, was du vielleicht als gedeckelt oder drüberliegen beschrieben hast, dass das irgendwie vielleicht auch manchmal missverstanden wird.
Oder eben, dass man denkt, da sind Schmerzen.
Und eigentlich geht es aber darum. Sich zu finden und sich zu äußern und ehrlich zu sein zueinander und dann durch einen sicherlich auch schmerzhaften Prozess zu gehen, aber dann eben zueinander zu finden wieder.
Ja, genau.
Wollen wir mal gemeinsam in deinen Song reinhören, mal eine Passage einspielen.
Dann können wir danach mal über die Geschichte dahinter genauer sprechen.
Uns interessiert natürlich hier sehr, was hat zur Krise geführt?
Wie seid ihr da genau rausgekommen?
Damit andere entsprechend auch lernen können, ihre Krise zu überwinden.
Gerade, wenn sie in einer langjährigen Partnerschaft sind.
Ja, genau.
Genau.
Genau.
Genau.
Genau.
Willst du kurz ein bisschen was nochmal dazu erzählen, nochmal ein bisschen reingehen?
Ja, also ich weiß noch, wie ich über diesen Text nochmal drüber geschaut habe.
Und diese zweite Strophe war klar am Anfang, dass da geht es irgendwie um diesen steinigen Weg über die schwierigen Zeiten.
Und ich hatte eine andere Fassung, ich weiß jetzt gerade gar nicht mehr, wie die geht.
Aber ich habe mit jemand anders zusammen an dem Text dann nochmal gearbeitet, mit dem Toni.
Jemand, der sich sehr gut mit Liedtexten auskennt, weil mir dieser Liedtext sehr, sehr viel bedeutet.
Und ich wollte den sozusagen so gut schleifen, wie ich es konnte.
Und dann kam er auf den Vorschlag, da zu enden mit, zum Glück habe ich an uns geglaubt.
Und ich habe dann gesagt, nee, zum Glück hast du an uns geglaubt.
Also, das ist meine Frau.
Meine Frau an uns als Beziehung geglaubt hat.
Beinahe wären wir versunken, zum Glück hast du an uns geglaubt.
Und als wir auf diese Zeile gekommen sind oder als ich auf diese Zeile gekommen bin, hat mich das auch nochmal umgehauen.
Also, ich habe dann einfach gemerkt, mir kamen dann Tränen, dass mich dieser Vertrauens, dieses Glauben von ihr an uns,
dieser Vertrauensvorschuss, dass mich das extrem berührt, dass ich mich da an der Stelle sehe.
Dass ich mich da sehr, sehr getragen fühle und da groß sehr, sehr dankbar für bin.
Wie habt ihr oder an welchem Punkt habt ihr gemerkt, dass das in der Beziehung kriselt?
Also, wie seid ihr da in die Reflexion gegangen?
Habt ihr ein ganz offenes Gespräch geführt oder wie ist das bei euch passiert?
Weil das ist ja immer so ein Punkt, der bei vielen Paaren sich sehr lange hinzieht.
Also, dass Paare sehr, sehr lange warten, bis sie in diese tiefgründigen Gespräche kommen.
Oder bis einer von beiden wirklich anerkennen kann, oh Mensch, da fühlt sich der andere gerade wirklich unwohl.
Also, so unwohl, dass wir hier zusammen handeln müssen und nicht mehr länger warten können.
Und auch bis jemand so ins Coaching oder in die Paartherapie kommt, da ist immer schon sehr viel passiert.
Wie war das bei euch?
Also, ich habe in einer Arztpraxis, wo ich mit meiner Mutter war und auf den Arzt gewartet habe,
da lag eine Zeitung aus und da war ein Interview mit einem Paartherapeuten
und der sprach dann von Gesprächen, die man, er bezeichnete die Beziehung als ein fortdauerndes Gespräch
und das ist ein wichtiges Gespräch geben müsste, zum Beispiel über das Thema Vertrauen,
dass das sozusagen das Grundding ist.
Und ich habe, wir haben dann dieses Gespräch gesucht, also ich habe mir, Klammer auf,
ich habe mir das Buch geholt.
Ich habe mir das Buch geholt, acht Gespräche, die jedes Paar führen sollte und wir haben dann das uns angeguckt
und dann haben wir das beiseite gelegt und dann sagte Vicky irgendwann,
lass uns doch mal dieses Buch mitnehmen auf unser Paarwochenende.
Wir haben also, wir haben ja mehrere Kinder und wir machen dann gelegentlich Paarwochenenden,
wo wir ohne Kinder verreisen und haben uns da sehr darauf gefreut.
Ich habe das Buch dann mit mir genommen und habe dann im Nachhinein gedacht,
das stimmt, eigentlich hatte ich dieses Buch schon vor einem halben Jahr uns besorgt und irgendwie,
hatte ich so ein Gefühl, da liegt irgendwie so eine Leiche im Keller.
Da ist ein Thema, wo ich mich ein bisschen scheue, das anzusprechen und wo ich sozusagen uns das lieber nicht antun will
und habe das vor mir hergeschoben und rumgedruckst und habe dann auch sogar bei dem Gespräch noch versucht,
da auszuweichen, bis sie mir sozusagen ein bisschen die Pistole auf die Brust gelegt hat und gesagt hat,
sag mal, wenn da jetzt irgendwas ist, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, das zu sagen.
Und dann habe ich einfach. auf die, wie sagt man, auf die Kugel gebissen und habe es einfach geäußert.
Und ja, das ist so ein Stück weit auch dieses, ich glaube, Ehrlichkeit an der Stelle muss eben einfach,
ja, da musste ich lernen, auch Dinge ehrlich zu äußern, von denen ich weiß, dass sie ihr nicht so gefallen würden.
Weil ich neige dazu, Leuten gefallen zu wollen.
Das ist, glaube ich, bei vielen Bühnen.
Bei vielen Menschen so ein Charakterzug.
Nicht nur bei Bühnenmenschen, aber auch.
Und natürlich will ich auch gerade in meiner Beziehung gefallen.
Und das heißt, dass ich Dinge, die vielleicht irgendwie nicht so ins Bild passen, lieber aussortiere.
Sogar vor mir selber.
Ich habe da Sachen entdeckt dann in diesem Gespräch, an die ich auch lange nicht gedacht hatte.
Und dann haben wir die in aller Ehrlichkeit und gleichzeitig in allem Respekt. besprochen.
Ich habe versucht, nicht zu beschönigen, aber auch jetzt nicht irgendwie zu verletzen, bewusst oder so.
Und ich glaube, Vicky hat versucht zu verstehen und das auch nicht so persönlich genommen,
wie sie es vielleicht auch zu einem anderen Zeitpunkt genommen hätte, zu einer früheren Zeit in unserer Beziehung.
Also wir waren da eben zu dem Zeitpunkt auch schon einfach 20 Jahre zusammen.
Und da haben wir uns gemeinsam, aber auch einzeln, glaube ich, echt ziemlich entwickelt.
Und ich weiß, oder sie. Sie sagt selber, sie hätte das zehn Jahre vorher nicht unbedingt so als einfach eine Aussage. nehmen können, was ich da
erzählt habe,
sondern als hätte
das er persönlich genommen.
Wir haben uns also
in diesem Gespräch
diesen Ängsten gestellt
und haben uns fallen gelassen,
muss ich sagen, in dem
Nichtwissen, was dabei rauskommt,
weil das war natürlich,
ich habe ja nicht ganz ohne Grund
das für mich behalten davor, sondern das
war sozusagen eine gewisse Angst, dass da was
sie es
persönlich nehmen könnte, dass sie dann sagen würde,
weißt du was, dann lass mich doch in Ruhe,
dann lass, dann
mache ich das hier alleine weiter oder irgendwie
sowas. Ja, ich
habe es ehrlich erzählt, ich habe mich
dann auch dafür entschuldigt oder um Entschuldigung
gebeten und
sie hat mir das auch verziehen und
das ist natürlich irgendwo ein Geschenk,
das ist ein riesiges Geschenk,
dass ich,
dass mir verziehen wurde und
das habe ich sehr gerne
angenommen, aber ich weiß es sehr zu
würdigen, sehr zu schätzen und
ja, ich glaube,
da zählt einfach dazu, dass wir uns
gegenseitig
viel
Raum einräumen und
vertrauen, dass die
jeweils einer Person das tut, was
sozusagen, was sie braucht
und dass das
eine Entschuldigung dann eben auch ernst gemeint ist.
Da beschreibst du was, was wir von
ganz vielen Paaren ja kennen,
also diese Angst vor den Konsequenzen,
wenn man etwas ausspricht,
aber auch die Angst vor einem offenen
Konflikt, weil man muss ja sagen,
ein Konflikt entsteht ja nicht
dadurch, dass man ausspricht, was
passiert ist, was man fühlt,
sondern der Konflikt, der ist ja schon in einem da.
Also der ist ja schon in einem da,
dass man selber merkt, ich müsste was
sagen, ich kann mich nicht ganz
durchringen. Der andere merkt ja auch die
Anspannung, merkt ja auch, dass da,
dass man verändert ist und so weiter.
Also das erleben wir ja auch,
ganz häufig, dass dann
genau das passiert, dass der andere sagt, Mensch, da ist
doch was, also sag, was
los ist. Also das heißt, es schwebt zwischen
einem und der Konflikt ist schon da.
Der ist nicht erst dann da, wenn man es ausgesprochen
hat, aber dann, wenn man es ausgesprochen hat,
hat man gemeinsam die Möglichkeit,
das zu lösen.
Und dann ist es natürlich schön, wenn man so eine
Erfahrung macht wie du und merkt,
du hast es ausgesprochen und
deine Frau hat es anerkannt.
Und dann wiederum
konnte sie aber auch deine Entschuldigung
annehmen und auch anerkennen.
Das heißt,
dann kann man dieses Thema lösen
und wieder ins neue
Vertrauen hineinkommen und dann ja auch wieder
neues Vertrauen aufbauen.
Was ich jetzt spannend fände, ist,
wenn du jetzt für dich einmal so diese Hürde
genommen hast, sowas auszusprechen,
wie ist das für dich
mit anderen Themen, wenn ihr jetzt was habt?
Weil ich stelle mir das immer so vor, wie wenn man
auf die Bühne geht, wenn man so sehr große Angst
hat, vor Menschen zu sprechen oder
vor Menschen dann zu singen. Aber man hat
das,
vielleicht einmal so richtig überwunden und hat von
so einer großen Menschenmenge dann
entsprechend gesungen.
Dann stehst du irgendwann vor einer kleineren Gruppe
und das ist für eigentlich relativ
entspannt. Vielleicht noch so ein
angenehmes Lampenfieber, damit man eben
wirklich auch Performance liefert.
Das ist in der Beziehung häufig
genauso. Dass wenn man dann einmal geschafft
hat, über so ein wichtiges Thema zu sprechen
und merkt, hey, wir kriegen das zusammen hin,
wir bleiben im Wir-Gefühl und wir
kriegen es gelöst, dann ist es danach
doch deutlich entspannter und man weiß,
wenn wieder was ist, wir können miteinander reden, oder?
Absolut. Kann ich
so unterzeichnen.
Haben wir jetzt noch
bei dem neuen
Paar-Wochenende gehabt, dass
es so eine kleine Situation
gab, wo sie irgendwie
unabsichtlich was gesagt hat, was mich
verletzt hat. Und ich habe das
nicht erst mit mir rumgeschleppt und irgendwie
erst Tage später angesprochen, so wie ich das vielleicht früher
gemacht hätte, sondern habe es eigentlich praktisch sofort,
also irgendwie
fast sofort geäußert.
Und wir konnten das
eigentlich irgendwie quasi auf der
Fahrradfahrt von A nach B
in 20 Minuten klären.
Und das war dann auch einfach energetisch
ausgeräumt. Also das war, glaube ich,
ist eine Entwicklung.
Also ich weiß jetzt nicht, dein Bild ist ein
schönes Bild. Ich würde das
eher so sehen, dass wir uns insgesamt
über die letzten 10, 20 Jahre
so entwickelt haben, dass wir leichter Sachen
miteinander besprechen können. Wir haben eigentlich immer
versucht, das von Anfang an zu tun.
Aber es gelingt
uns jetzt leichter, Dinge nicht so persönlich
zu nehmen. Und irgendwie auch, dass
ich auch eben auch merke, ja, okay, wenn mich was
verletzt hat, was sie gesagt hat, dann ist das
meine Verletzung. Das ist erst mal
was, was in mir passiert ist. Und ich lasse
sie das einfach wissen,
weil sie es sonst nicht
wissen kann.
Und nehme nicht an,
dass sie das eigentlich selber sozusagen
spüren muss, sondern
das ist erst mal was, was in mir passiert ist.
Und ja,
irgendwie ist es alles nicht ganz so
wir nehmen es nicht so schnell so persönlich
zu Sachen. Also es geht uns, glaube ich, beiden so.
Deswegen ist
das so ein erster Glaubenssatz,
den wir mit reingeben. Was ganz wichtig
ist, jeder Mensch handelt in positiver
Absicht. Das heißt, egal
was ihr macht, ihr habt ja, macht das ja
nie mit der Hauptintention, euren Partner
zu verletzen. Das passiert
ja nur manchmal, weil wir inzwischen
menschlichen Kontakt das nie
verhindern können. Also dann müssten wir so vorsichtig
vorgehen. Das wird auch keinen Spaß machen.
Und das Schöne ist ja, wenn man das so
hinbekommt wie ihr, das ist ja immer so unser
Wunsch-Szenario, dass man, wenn man
sich verletzt fühlt, das so zeitnah
wie möglich ausspricht.
Weil ansonsten hättest du das Pärchenwochenende
mit dir rumgeschleppt und das ganze Wochenende
wäre für euch beide nicht so cool geworden,
wie in dem Moment, wo ihr es gemeinsam löst
und dann eine lockere, entspannte
Zeit danach miteinander verbringen könnt.
Ja.
Auch wenn der erste Moment
ist, glaube ich, irgendwie immer blöd. Also das will ich auch,
würde ich irgendwie, glaube ich, nie so kleinreden
wollen. Weil es irgendwie immer,
es ist so, wie wir vielleicht
das Bild vom Dreimeterbrett springen oder so,
es ist immer ein kleiner Angang, das zu tun.
Aber man lernt dann eben, dass man irgendwie
nicht auf den Boden aufschlägt, sondern im Wasser
landet und
dass es nicht ein
Bauchklatscher sein muss.
Du hast beschrieben, dass
ihr so im Laufe eurer Beziehung
gewachsen seid und dass es euch immer leichter gefallen
ist, Dinge auszusprechen, ne?
Ja. Hast du eine
Idee, was diesen Wachstum
bei euch gefördert hat, wie das dazu
gekommen ist? Weil bei vielen Paaren, die
zu uns kommen, da ist die Entwicklung
ja eher gegenteilig. Das heißt, am Anfang
konnte man auch ganz gut miteinander sprechen
und dann startet so eine Konfliktspirale
und irgendwann macht man sich nur noch
Vorwürfe und kommt nicht mehr in so
einen harmonischen Austausch, findet
keine Kompromisse mehr, keine richtig guten
Lösungen, mag immer weniger
Zeit miteinander verbringen.
Was würdest du sagen, war bei euch anders, dass
ihr in so eine positive Spirale
gekommen seid und das Aussprechen
oder Miteinandersprechen immer besser geklappt
hat?
Also ich glaube,
ein Schlüssel ist,
dass
ich zum einen auch erkannt habe,
dass Vicky
einfach so,
die muss nicht in allen Punkten
meinem Traumideal
entsprechen. Die darf einfach sie selbst sein
und ich darf sie trotzdem lieben.
Ich habe irgendwie so
einen Perfektionismus
loslassen.
Und das
betrifft auch mich selber.
Ich muss auch nicht in jedem Punkt
irgendwie
perfekt sein. Ich habe
meine eigenen Bedürfnisse und
die kann ich mir
manchmal erfüllen, manchmal geht es irgendwie
auch nicht und manchmal
passt das gut zu uns und manchmal
nicht so.
Wie haben wir das
gelernt,
einander vielleicht nicht ganz so
diese Überrolle
zuzuweisen,
dass wir jetzt alles füreinander
sein müssen?
Wie man das vielleicht so als
junger Mensch,
der auch von diesen
Hollywoodfilmen geprägt ist,
noch so dachte. Also ich zumindest.
Mittlerweile
sind wir
mehr in der Lage,
ja,
mehr Dinge den
anderen sein zu lassen und
zu akzeptieren, dass wir
verschiedene Interessen haben.
Ja, ich weiß nicht, ob das
eine Antwort ist auf deine Frage.
Es ist eine Teilantwort auf deine Frage.
Es ist eine Teilantwort, aber
das ist schon eine gute Antwort. Letztendlich
ist es ja
diese Gelassenheit, die du beschreibst
und den anderen in vielen
Punkten so lassen, wie er ist
und nicht verändern wollen auf der
Identitätsebene, nennen wir es dann ja immer.
Also ihn zu einem anderen Menschen machen.
Das braucht ja immer so, um
so als Paar zu matchen und damit das
auch lange Zeit stabil bleibt, ja eigentlich
so ein gesundes Maß an Überschneidung,
wo man gleiche Werte hat,
gleiche Interessen, Dinge, die einen
verbinden, aber auch Dinge, die eben
voneinander getrennt sind, die eben
außerhalb dieser Überschneidung liegen, die aber
im Toleranzbereich des anderen liegen
oder im weiten Interessensbereich.
Also wenn
du dich extrem für Musik interessierst,
logischerweise, und deine Frau nicht so
stark wie du, ist das kein Problem.
Wenn sie aber das voll toleriert,
dass es für sie okay ist, wenn du unterwegs bist
und auf Bühnen stehst und so weiter,
sie gerne mal mit zuguckt und auch da vorne
steht, dann ist das alles in Ordnung.
Sie muss nicht zwangsweise auch Sängerin sein.
Ja, genau.
Ja, und
wir sind auch, wir sind sehr verschieden
in ein paar Punkten. Zum Beispiel
bin ich flexibel und spontan
gerne und sie ist
eher strukturiert und organisiert.
Und
das kann Konfliktspotenzial sein,
das kann sich aber auch wahnsinnig gut ergänzen. Also wir
auch ein unheimlich gutes Team, weil wir viele verschiedene Stärken haben, wenn wir die summieren.
Ja, also die Intuition und das Gedankliche gehen zusammen. Also wenn wir einfach wissen, dass wir eigentlich dasselbe Ziel verfolgen, dann ist das eigentlich eine Stärke von uns, dass wir verschieden sind.
Ja, also sehr passend finde ich, dieses gemeinsame Ziel im Wir-Gefühl zu haben und was du beschreibst, so dieses, wie ihr strukturiert seid, das kommt ja auch dann so aus dem NLP, die Metaprogramme zum Beispiel, dass der eine mehr strukturiert ist, der andere spontan ist und das kann für die Beziehung hinderlich sein, wenn man das nicht so weiß oder das eben dazu führt, dass man eher Konflikte hat, Streit hat, irgendwie keine richtige Vereinbarung findet.
Oder wenn man das voneinander weiß und genau weiß, wie ich ticke und wie der andere ticke.
Dann kann man das für die Beziehung förderlich nutzen und darauf achten, dass man eben genau so agiert, wie die Metaprogramme, Sprachen der Liebe des anderen das benötigen.
Ja, und wir sehen das auch, glaube ich, durchaus sehen wir uns beide selber jeweils auch mit einem bisschen Humor. Also ich nehme mich nicht ganz so ernst mehr und meine, ich weiß auch nicht mehr, also ich weiß, dass ich nicht so genau weiß, was perfekt ist.
Wie?
Dass ich das mal gedacht habe, dass ich das wissen sollte oder angeblich weiß und Becci auch, die nimmt sich auch nicht ganz so ernst. Also das ist ganz, ganz hilfreich, glaube ich.
Habt ihr euch da auf eurem Weg dann Unterstützung gesucht oder habt ihr das alleine für euch geschafft, aus der Krise rauszukommen?
Ne, wir haben uns sowieso schon vor Jahren schon mal eine Paartherapie oder Paarcoaching gesucht.
Und sind da hingegangen und fanden das damals sehr hilfreich. Da ging es um ein ganz anderes Thema. Das haben wir, wobei, ja, die sind ja dann irgendwie alle miteinander verwandt, aber da ging es auch darum zu erkennen, wie wir unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Da ging es mehr so um Familie, Grenze, Großfamilie, Freundeskreis. Und das hat uns sehr geholfen damals, ja. Das ist aber schon ein paar Jahre her.
Und in diesem Fall konnten wir dann auf bestimmte Gesprächstechniken oder irgendwie so auch schon internalisierte Fähigkeiten vielleicht zurückgreifen, glaube ich. Also wir haben das, glaube ich, diesmal dann weitgehend so für uns gelöst.
Ja, super. Also im Prinzip ja genau der Effekt, der im Coaching passieren soll auch, dass man nicht nur irgendeine Thematik löst oder eine Krise löst, sondern auch nachhaltig lernt.
Und das später eben auch für sich selber einsetzen kann, nutzen kann, um dann eben kleinere Themen, Krisen, die dann im Laufe der Beziehung entstehen, alleine meistern zu können.
Größere, ja, genau.
Oder auch größere, genau. Was würdest du sagen, wie lange hat das gedauert, bis ihr an so einen Punkt gekommen seid, wo ihr sagtet, Mensch, jetzt haben wir es geschafft. Unsere Gespräche waren gut. Wir fühlen wieder volle Verbundenheit, Vertrauen. Uns geht es wieder als Paar echt gut miteinander.
Wie lange ab wann?
Ab dem Moment, als du ausgesprochen hast, was bei euch los ist oder was bei dir los ist.
Ja, das war sozusagen einerseits noch am selben Wochenende der Fall, andererseits zwei Wochen später, andererseits zwei Monate später. Also in so Wellen hat sich das fortgesetzt sozusagen.
Ja, her oder so. Ziemlich genau sogar. Und vielleicht geht es immer noch weiter, diese Wellen. Das ist wie so ein Stein, den man in einen Teich wirft und es kommt erst eine große Welle und dann kommt eine kleine nach und so weiter. Und es gibt immer noch Ringe. Also das hat uns geprägt, wird uns beschäftigen, aber eine gewisse Normalisierung im weitesten Sinne, würde ich sagen, vielleicht dann nach zwei Monaten.
Ja, klingt gut.
Super. Ich glaube, wir haben viele spannende Inhalte für die Hörer. Hast du noch einen Punkt, den du gerne mitgeben möchtest für jemanden, der vielleicht gerade selber diesen Podcast gefunden hat, weil in der Beziehung nicht alles so läuft, wie er es sich gerne wünscht, selber das Gefühl hat, Mensch, sollte ich eine Paartherapie machen oder nicht? Was würdest du so jemandem mitgeben?
Ich kann nur sagen, aus meiner eigenen Erfahrung, zum einen ist ein Paarcoaching oder eine Paartherapie was Gutes. Da muss man sich nicht für schämen oder irgendwie Angst davor haben oder so. Im Gegenteil, das wird helfen, das wird euch gut tun und es wird Klarheit schaffen und es wird euch nach vorne bringen. Und ich glaube, auch in aller Regel wird es heilen, helfen.
Und aus meiner eigenen Erfahrung auch.
Zweifel, ja. Aber ständiges panisches Zweifeln ist dann irgendwann auch so eine Hemmung und dann auch einfach mal loslassen und sich einlassen und vertrauen und umarmen.
Das ist das, was wir ja am Anfang der Beziehung durch das Verliebtsein sozusagen ganz von selber machen. Und das dürfen wir uns zugestehen. Wir müssen dann irgendwann auch nicht…
Ständig nach links und rechts schielen, sondern man darf dann auch sagen so, hey, das ist jetzt meine Partnerin oder mein Partner oder wie auch immer und ich brauche nicht nach links und rechts schielen. Ich habe mich jetzt entschieden und deswegen sehe ich jetzt auch die richtig guten Sachen und stelle die nach vorne für mich selber und bin ganz fein damit, dass ich auch mal ein paar Sachen unter den Teppich fallen lasse, die ich nicht ganz so doll finde. Ich muss nicht überkritisch sein.
Das hat für mich eine große Beruhigung gebracht.
Das denken zu dürfen und mir nicht immer ständig irgendwie wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren nach jedem vermeintlichen kleinen Fehler beim Partner.
Das nehmen wir als Schlusswort. Das hört sich sehr, sehr gut an. Vielen Dank, Eddie, dass du bei uns warst und so offen deine Geschichte geteilt hast. Vielen Dank auch an deine Frau Vicky, dass du das so teilen darfst und so offen darüber sprechen darfst, sodass andere Paare eben genau von dieser Geschichte was mitnehmen und lernen können und vielleicht den Mut fassen, dann auch Themen auszusprechen.
Die irgendwie zwischen einem liegen und zu versuchen, das dann eben selber zu schaffen oder durch ein Paar-Coaching oder eine Paar-Therapie dann wieder auf einen gemeinsamen Weg zu kommen.
Unbedingt.
Vielen Dank, dass du bei uns warst.
Sehr, sehr gerne. Danke. Alles Gute.
Danke. Bis bald.
Danke.
Danke.
Danke.
Danke.
Danke.
Danke.
Danke.
Danke.
Danke.
Neu in mich verliebt
Komm, wir springen ins große Weite
Komm, wir schwimmen durch das Meer
Wir tragen von den Zeiten
Wir nehmen den Ozean überquert
Ich werde an deiner Seite bleiben
Endlich fühl ich mich frei
Ich werd mich für dich entscheiden
Immer wieder neu
Immer wieder neu
Endlich fühl ich mich frei
Podcast Summary
Key Points:
Eddie Hünecke, ehemals Mitglied der Wiseguys, hat als Solo-Künstler einen neuen Song veröffentlicht, der die Dauerhaftigkeit und Fragilität einer langjährigen Beziehung thematisiert.
Der Song beschreibt, wie Paare in guten wie in schlechten Zeiten ständig neue Entscheidungen treffen müssen, um ihre Beziehung zu erhalten und zu stärken.
Die Liebe wird nicht als festes, ewiges Ding gesehen, sondern als ein ständig bewertetes, tägliches Vertrauen, das regelmäßig überprüft und neu gefestigt werden muss.
Ein entscheidender Moment für die Beziehung ist das offene, ehrliche Gespräch über unangenehme Themen, das Vertrauen und gegenseitige Verantwortung fördert.
Die Erfahrung zeigt, dass Paare durch gegenseitige Akzeptanz, Flexibilität und das Vertrauen in das „Wir-Gefühl“ eine stabile und erfüllende Beziehung aufbauen können.
Die Trennung wird nicht als Ende, sondern als notwendige Entscheidung betrachtet, die oft durch tiefe, unvermeidbare Konflikte und Verletzungen entsteht.
Es ist wichtig, dass beide Partner ihre eigenen Bedürfnisse akzeptieren und nicht versuchen, sich vollständig in einem idealisierten Bild zu entsprechen.
Paartherapie oder Coaching kann als sicherer Weg dient, um Konflikte zu lösen, Vertrauen wieder aufzubauen und nachhaltig zu lernen.
Summary:
Eddie Hünecke teilt seine persönliche Erfahrung aus einer langjährigen Partnerschaft, in der die Beziehung durch schwierige Zeiten geprägt war. Gemeinsam mit seiner Frau haben sie eine tiefe, offene Reflexion über Vertrauen, Verletzungen und Werte durchgeführt, was zu einem Wiederaufbau von Vertrauen führte. Der neue Song „Immer wieder neu“ symbolisiert diesen Prozess: die ständige Neuausrichtung der Beziehung und das Vertrauen, das durch ehrliche Kommunikation und gegenseitige Verantwortung entsteht.
Das Interview zeigt, dass Liebe nicht statisch ist, sondern ein ständiger Prozess der Wiederfindung und Wiederentdeckung von Vertrauen, die durch die Bereitschaft, Dinge offen zu benennen und zu akzeptieren, ermöglicht wird. Dabei spielt die Rolle von Paartherapie eine wichtige Rolle: sie hilft, Konflikte zu lösen, Grenzen zu definieren und langfristigen Wachstum zu fördern. Der Kern des Erlebens ist die Erkenntnis, dass Vertrauen nicht einmalig, sondern täglich neu gefasst und geteilt werden muss – ein Prozess, der auch für andere Paare als lebendige, wertvolle Inspiration wirkt.
FAQs
Der Song beschreibt, dass eine Beziehung nicht nur im ersten Verlieben, sondern tagtäglich Entscheidungen über Vertrauen und Zusammenhalt trifft. Es zeigt, wie Paare sich im Laufe der Zeit gegenseitig stärken und neue Vertrauen aufbauen können.
Eine Krise entsteht oft, wenn ein Partner merkt, dass das Vertrauen verloren geht oder dass sich die Grundlagen der Beziehung verändert haben. Das wird oft erst bemerkt, wenn der Konflikt bereits groß ist.
Durch das Erkennen, dass Konflikte bereits im Inneren vorhanden sind, und durch das sofortige, ehrliche Ausdrücken von Gefühlen, ohne zu verletzen. Dies führt zu einer gemeinsamen Lösung und verstärkt das Vertrauen.
Es bedeutet, dass Paare nicht nur in Krisenzeiten, sondern täglich über Werte, Bedürfnisse und Gefühle sprechen. Dies schafft ein stetiges Vertrauen und hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen.
Weil jede Beziehung unterschiedliche Bedürfnisse und Stärken hat. Wenn beide sich akzeptieren und ihre Unterschiede wertschätzen, entsteht ein gesundes Miteinander, das langfristig stabil bleibt.
Es dauert nicht immer lange. Die Heilung erfolgt in Wellen – manchmal schon innerhalb eines Wochenendes, manchmal über zwei Monate. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, nicht ein einziger Moment.
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