In dieser Folge von Lebens-Ear-Listen wird das Thema Streit in der Beziehung behandelt, mit dem Ziel, dass beide Partner als „Sieger“ aus einem Konflikt hervorgehen und sich nach dem Gespräch gut fühlen. Der Fokus liegt nicht auf dem sachlichen Thema, sondern auf der Lösung vorheriger emotionaler Verletzungen, die oft die Konflikte vorantreiben. Bevor das tatsächliche Thema behandelt wird, wird zunächst die emotionale Geschichte analysiert – etwa durch Erinnerung an frühere positive und negative Erfahrungen mit dem Partner. Ein wichtiger Schritt ist die Bereitschaft zu einem Gespräch in ruhiger, entspannter Atmosphäre, wobei beide Parteien ihre Energielevels und ihre Wahrnehmungen prüfen. Der andere Partner wird nicht auf Identitätsebene beschimpft, sondern konkrete Verhaltensweisen werden thematisiert, und die daraus entstehenden Gefühle, wie Wut oder Traurigkeit, werden offen ausgesprochen. Danach wird der Verursacher für die entstandenen negativen Gefühle entschuldigt, nicht für das Verhalten, sondern für die emotionale Wirkung. Auf diese Weise entsteht ein Gefühl der Wertschätzung und Verständnis. Danach können beide Partner gemeinsam eine Lösung für das ursprüngliche Thema finden, ohne dass ein fauler Kompromiss oder ein „Verlierer“ entsteht. Im Beispiel mit dem Hausverkauf zeigt sich, dass die Lösung des emotionalen Konflikts über Laubfegen und Zuverlässigkeit zu einer neuen, glücklichen Beziehung führt. Der Schlusspunkt ist, dass beide Partner nicht nur das Endprodukt, sondern die emotionale Qualität des Zusammenlebens schätzen und gemeinsam gestalten. Dies führt zu einer harmonischeren, stabileren Beziehung, in der beide ihre Bedürfnisse und Werte respektieren.
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebens-Ear-Listen.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch dabei raus aus der Krise,
hinein in eine glückliche Beziehung.
In dieser Folge geht es um Streit in der Beziehung.
Wie könnt ihr beide als Sieger hervorgehen,
dass ihr euch beide gut fühlt in jedem Streit?
Und beziehungsweise, wie schafft ihr das,
ohne faulen Kompromiss aus einem Streit hervorzugehen?
Beide haben am Ende des Streits wieder gute Gefühle füreinander
und jeder erreicht so sein Ziel, was er sich eigentlich gewünscht hat.
Also wenn du das Gefühl hast, aus manchen Streitigkeiten
als Verlierer oder Verliererin rauszugehen,
wenn du das Gefühl hast, dass du manchmal einen faulen Kompromiss eingehen musst
und am Ende trotzdem dich irgendwie noch verletzt fühlst,
dann bleib dran und hör dir unsere vier Schritte an,
wie du dazu analysierst.
Und wie du eine Lösung findest für dich.
Du kennst es vielleicht auch, dass es gar nicht so leicht ist,
sich in einem Konflikt mit dem Partner oder mit der Partnerin korrekt zu verhalten.
Man ist natürlich da voller Emotionen
und ist vielleicht auch weit davon entfernt, sich fair zu verhalten.
Und deswegen wollen wir das einmal in dieser Folge nochmal näher aufbauen.
Und das ist ja auch wichtig in einem Streit,
dass man nicht das Gefühl hat, es gibt einen Gewinner und einen Verlierer,
weil man schließlich ein Team ist als Paar.
Und es geht darum auch, dass beide ein gutes Gefühl nach dem Streit haben.
Weil du möchtest ja auch nicht der Sieger an einem Streit sein oder die Siegerin
und den Verlierer an deiner Seite haben,
dann wird dein Tag trotzdem nicht schön.
Das fühlt sich trotzdem ja nicht gut an, wenn der andere dann schlechte Laune hat
und man seine eigenen Bedürfnisse einfach nur durchgesetzt hat
und der andere macht es einem nur,
weil er den Tag trotzdem nicht schön hat.
Weil er dem Kompromiss, den faulen Kompromiss häufig ja auch eingegangen ist.
Genau, starten wir mal mit einem Beispiel,
dass wir uns vielleicht an einem Beispiel längs hangeln.
Und es ist ein Sachthema, was mal in einem Coaching entstanden ist
und eins, was ja relativ drastisch ist,
sodass man sagen muss, das hat schon einen hohen Wert,
dass wirklich beide als Sieger hervorgehen.
Das Beispiel ist, dass ein Paar bei uns war
und sie wollte ganz gerne die Umgebung verändern,
die oberste Ebene bei unseren Ebenen,
der Veränderung,
denn sie wollte ganz gerne das gemeinsame Haus verkaufen.
Das ist ein Resthof gewesen mit viel Land dazu
und sie wollte ganz gerne was Kleineres haben
mit weniger Aufwand, weniger Arbeit,
weil sie hat sehr viele Streitpunkte rund um das Haus,
um die Gartenarbeit und all sowas gesehen
und sagte, wenn wir das Haus verkaufen
und ein kleineres Haus nehmen,
dann werden wir uns auch weniger streiten.
Das war jetzt das Sachthema,
und um dieses Sachthema entstand im Prinzip ein neuer Streit,
weil er das Haus nicht verkaufen wollte
und er da auch nicht die Ursache für den Streit gesehen hat.
Genau.
Nun ist es so, dass immer wieder,
dass in diesem Sachthema eine Konfliktspirale vorausging.
Also die hatten vorher schon immer wieder Themen,
Streitigkeiten, Verletzungen rund um die Dinge,
die um dem Haus herum waren,
wie zum Beispiel Gartenarbeit.
Laubfegen war ein großes Thema.
Laubfegen?
Ja.
Und dadurch ist es halt so,
dass sie dieses Haus verkaufen wollte, er nicht.
Und eigentlich geht es ja gar nicht um dieses Sachthema im ersten Step,
sondern beide sind in dieses Sachthema Haus verkaufen, ja, nein,
immer mit ganz viel Emotion
und mit vorausgegangenen emotionalen Verletzungen gestartet.
Das heißt, eigentlich wollten sie sich zwar
über ein sachliches Thema unterhalten,
waren aber die ganze Zeit im Fundament,
nämlich in den Verletzungen miteinander.
Also sobald sie sich über ein sachliches Thema unterhalten,
sobald ihr merkt, das ist so der erste Tipp,
bevor wir zu den konkreten Schritten kommen,
aber der erste Tipp ist, sobald ihr merkt,
dass ihr ein Thema beginnen wollt
und da stecken viele negative Emotionen drin,
da stecken emotionale Verletzungen drin,
verlasst das Sachthema.
Es geht dann gerade gar nicht ums Sachthema,
sondern löst erstmal diese Verletzungen
und die Emotionen, die dahinterstehen.
Und wenn das der Fall ist
und ihr euch wieder gut fühlt,
dann könnt ihr mit der Energie
in das Sachthema einsteigen
und werdet merken,
ihr findet zu einer Lösung,
ihr findet einen Kompromiss,
der euch beide glücklich macht,
also keinen faulen Kompromiss
und ihr geht beide raus
und fühlt euch richtig, richtig gut.
Genau, also dann fangen wir mal
mit dem ersten Schritt an.
Regeln für ein Gespräch machen.
Das ist schon mal so eine gute Grundlage.
Was ist damit gemeint?
Ganz wichtiger Punkt ist die Bereitschaft
für ein Gespräch.
Also wie ist das Energielevel bei euch?
Häufig ist es ja so,
dass ein Streitgespräch
geführt wird nach der Arbeit
oder einer kommt nach Hause.
Das war ein anstrengender Familientag
und dann kommt noch das Streitthema
so oben rauf.
Da seid ihr natürlich vom Energielevel
ja schon ziemlich niedrig
und dann explodiert so eine Situation.
Das heißt, wenn man wirklich
an ein Thema rangehen will,
ist es wichtig,
eine Bereitschaft zu klären
und auch den geeigneten Rahmen
dafür zu schaffen.
Zu gucken, haben wir wirklich Ruhe
beim Sprechen?
Ist ja auch so ein Thema mit Kindern.
Also wann haben wir eine ruhige Atmosphäre,
wo erwachsene Menschen
sich unterhalten?
Unterhalten können, ne?
Also das Thema dann auch
wirklich angehen zu können.
Dann, wann ist der richtige Zeitpunkt?
Also fühlt sich das für euch gut an,
das am Abend zu klären?
Habt ihr da noch genug Energie für?
Da auch wieder zu achten,
drauf zu achten,
Energielevel ist bei den meisten Menschen
ziemlich niedrig,
wenn sie zum Beispiel hungrig sind.
Das kennt ihr vielleicht auch.
Wenn man hungrig ist,
dann ist man schon so ein bisschen so,
ja, einfach ungemütlich drauf
und ist nicht gerade
der beste Gesprächspartner
für ein Streitgespräch.
Also da auch nochmal zu schauen
und dann den anderen
auch aktiv zu fragen.
Also bist du bereit,
jetzt mit mir
dieses Thema anzugehen?
Weil man kann natürlich
von sich ausgehen und sagen,
jo, bei mir Energielevel ist gut,
kein Hunger, ich bin entspannt.
Aber ich kann ja nicht davon ausgehen,
dass das bei meinem Partner
genauso ist.
Kann ja sein, dass derjenige
ein ganz anderes Energielevel hat
und ich einfach loslege
und in dem Moment
gar nicht merke,
okay, das matcht überhaupt nicht.
Ich werde es ziemlich schnell merken,
wenn es nicht matcht,
aber dann habe ich eigentlich
schon kein gutes Gespräch mehr.
Ja, das ist ein total spannendes Thema eigentlich,
weil ich habe gerade
so an Fußball irgendwie gedacht.
In anderen Bereichen
ist das so selbstverständlich,
dass man sich bereit macht.
Zum Beispiel,
ich habe gerade gesagt,
der Fußballer,
der zieht ganz selbstverständlich
seine Fußballklamotten an,
der holt sich seine Fußballschuhe,
der nimmt Knieschoner und so weiter
und sonst wird er gar nicht
richtig starten,
professionell Fußball zu spielen,
weil die Verletzungsgefahr
zu groß vielleicht wäre.
Und wenn wir
ein wichtiges Thema
für uns klären wollen
und in so ein Gespräch reingehen,
dann glauben wir,
das geht so zwischen Tür und Angel,
obwohl wir nicht
richtig wichtige Dinge machen.
Und wir achten auch
beim Fußball auf den anderen,
denn wenn da jemand
uns gegenübersteht
und wir sehen,
oh, der hat gar nicht
seine Schuhe an,
dann sagen wir,
hey, du hast keine Schuhe an,
willst du nicht lieber anziehen?
Das könnte gefährlich für dich werden.
Also machen wir da ja auch.
Und warum?
Man glaubt,
das lässt sich alles
zwischen Tür und Angel klären.
Also da einfach
die Bereitschaft erfragen,
ist ein Riesenhebel.
Ja, weil wir brauchen
auf jeden Fall,
um ja auch gut
in ein Gespräch reinzukommen,
eine wertschätzende Haltung.
Ja.
Das heißt,
wir selber müssen uns gut fühlen
in der wertschätzenden Haltung,
dem Partner gegenüber sein,
mit den Gedanken
nicht noch bei dem Konflikt,
den wir auf der Arbeit
mit einem Kunden hatten, sein,
sondern voll da sein
und dann eine ganz wichtige
Voraussetzung sehen zu können,
nämlich jeder Mensch
handelt in positiver Absicht.
Trotzdem hat es manchmal
negative Auswirkungen
auf Gefühlsseite.
Jetzt sagen ganz viele,
positive Absicht kann ich
überhaupt nicht erkennen,
weil mein Partner war der Sache.
Ja, das ist dann
so die Brille,
die entstanden ist.
Da gilt es dann natürlich
aufzuräumen
und das wollen wir dann auch machen
in diesem Streitgespräch sozusagen.
Aber das ist ganz wichtig,
dass man in die positive Haltung kommt
um sein Sachthema
oder das,
was man gerade hat
oder auch wenn man Feedback geben will,
eine Verletzung äußern möchte,
dass man einfach wertschätzend
mit seinem Partner umgehen kann.
Denn eins ist ja klar,
ihr habt ein gemeinsames Ziel.
Ihr seid ja als Paar zusammengekommen,
damit ihr euch gegenseitig stärkt,
damit es euch gut geht,
damit ihr eine Familie gründen könnt.
Ihr seid ja ein,
eine Steigerung eines Teams eigentlich.
Ein starke emotionale Verbundenheit.
Da sollte es wichtig sein,
nicht nur das Endprodukt zu sehen
für einen selbst,
sondern einfach auch,
wie man zusammen danach dasteht.
Also ihr seid nicht im Diskutierclub.
Es geht nicht darum,
den anderen runter zu diskutieren,
ihn argumentativ fertig zu machen,
sondern es geht darum,
dass ihr beide ein Ziel habt,
was ihr erfüllen wollt.
Es soll euch beide gut gehen.
Es soll euch beide glücklich machen.
Denn letztendlich hat ja keiner was davon,
da rauszugehen und zu sagen,
hey, ich habe mein Ziel erreicht.
Und die Partnerin, die geht traurig ins Bett
und das wird sich auf die nächsten Tage auch auswirken
und keine schöne, gesunde Beziehung zwischen euch ausmachen.
Ja, und dann haben wir eigentlich so
den fast jetzt wichtigsten Punkt erreicht,
warum das dann in den Streit hineinführt
oder warum das sich manchmal so in Runden dreht
und man gar nicht genau vorankommt
und am Ende das Sachthema fallen lässt
und sagt,
man kann mit dir eh nichts klären
oder was auch immer passieren mag.
Denn wir brauchen den Punkt,
wann war es mal gut.
Das heißt, wenn jetzt zum Beispiel,
nehmen wir das Thema mit dem Hausverkaufen,
das Beispiel, was wir hatten
und man streitet darum
und das Haus soll verkauft werden,
zu gucken, wann war es mal gut.
Wann wollte man das Haus noch nicht verkaufen?
Wann hat man sich für das Haus
zum Beispiel gemeinsam entschieden?
Irgendwann haben die beiden das Haus ja gemeinsam gekauft,
weil sie überzeugt davon waren,
dass das für die beiden gut ist.
Und dann zu schauen,
wann war es nicht mehr gut.
Wann ist das erste Mal ein ungutes Gefühl
bei einem von euch beiden entstanden?
Genau, könnte ja zum Beispiel sein, wenn man das jetzt mal ein bisschen konkreter macht, als vielleicht die Kinder dazugekommen sind. Und davor haben sie noch harmonisch zusammen Laub gefegt und dann war die Belastung größer. Und das haben wir jetzt weiter gesponnen, das Beispiel. Und dann könnte man sagen, okay, boah, die Belastung war so groß, jetzt auch noch Laub fegen, jetzt auch noch das Grundstück und so weiter. Ja, dass da das erste Mal vielleicht an dem frühen Punkt ungute Gefühle entstanden sind.
Genau, dann ging es auch teilweise um Zuverlässigkeit und Ausgleich von Geben und Nehmen in Bezug auf die Zeit. Dass er gesagt hat, er wird eine Stunde Laub fegen, hat dann gesehen, oh, ich habe jetzt 60 Prozent geschafft. Ich brauche jetzt nur noch 40 Minuten, dann werde ich alles geschafft haben. Das macht bei mir ein gutes Gefühl, gute Absicht.
Und sie hat aber gedacht, nach einer Stunde kommt er zurück und man hat gemeinsame Zeit, Familienzeit und es war halt nicht so. Und da geht es dann um Zuverlässigkeit, Ausgleich von Geben und Nehmen und all diese ganzen Dinge.
Also positive Absicht bei ihm, negatives Gefühl bei ihr. Das heißt, wann war es mal gut? Wenn ihr merkt, ihr fangt an, euch im Kreis zu drehen, seid ihr nicht an dem Punkt, wo es mal gut war. Geht zurück an den Punkt, wann war es mal gut und klärt dann die Verletzungen konsequent, bis sie gelöst sind und dann könnt ihr irgendwann auch wieder zum Sachthema switchen.
Genau, also wann kam der Stein ins Rollen sozusagen.
Wann kam der Stein ins Rollen, genau.
Schritt zwei.
Sagen, Sachen verdrängen, weggehen, in Schweigen gehen, sondern ganz klar aussprechen, was das bei einem gemacht hat. Also was für ein Gefühl hat der andere bei mir ausgelöst?
Durch sein Verhalten.
Durch sein Verhalten, natürlich, na klar. Und da ist es wichtig, das auch klar zu benennen und klar auszusprechen.
Ja, und da ist wichtig, dass wir beim Verhalten wirklich bleiben. Wir gehen bei dem anderen nicht auf die Identitätsebene. Wir sagen nicht, du bist immer unzuverlässig.
Unzuverlässig, weil du hast gestern vergessen, den Müll rauszubringen, sondern das geht auf Identitätsebene. Ich fühle mich vielleicht zuverlässig und immer stimmt auch nicht, weil ich habe den 17 Mal erfolgreich rausgebracht und einmal nicht. Also nicht immer, das stimmt einfach nicht.
Und dann geht es darum zu sagen, gestern hast du vergessen, den Müll rauszubringen. Das hat bei mir ein ungutes Gefühl gemacht, weil ich bin morgens in die Küche gekommen und es hat sehr unangenehm gerochen. Das hat mir einen schlechten Tagesstart gemacht.
Genau, dann habe ich jetzt nicht dich als Person beschrieben, sondern dein Verhalten.
Genau.
Und dann zu gucken, welches Gefühl hat das bei mir gemacht.
Ja. Bei den meisten Menschen entsteht Traurigkeit, Wut. Als allererstes erstmal ein Körpergefühl. Dagegen können wir uns auch gar nicht wehren. Man hat immer eigentlich als Person so ein bestimmtes Gefühl, wo man das körperlich merkt. Manche Menschen schlägt das häufig auf den Magen. Manche sagen, sie merken so eine Brustenge, so ein Kloß im Hals. Da reagiert jeder ja so ein bisschen anders.
Und das ist das erste Gefühl, was hochkommt, wenn ich getroffen bin durch eine Verletzung.
Wenn mich irgendwas ganz doll geärgert hat oder so, dass ich das körperlich merke. Und das auch mal bewusst für sich wahrzunehmen. Wo merke ich das? Und dann, was kommt als nächstes? Welche Emotionen kommen dann? Wut, Angst, Trauer. Und das dem Partner dann auch zu sagen. Also das, was du gemacht hast, hat bei mir gerade Bauchschmerzen gemacht und das macht mich wütend. Genau.
Und dann ist wichtig, dass der Verursacher in dem Fall das anerkennt. Also wenn er ausgesprochen hat, ich werde angemacht.
Eine Stunde lang glaubfähigen, dann habe ich Zeit für uns als Paar und er hält das nicht ein. Dann gilt es anzuerkennen, dass er das Gefühl bei seiner Frau ausgelöst haben kann. Ja, er hatte eine positive Absicht, aber dennoch hat er bei ihr ein ungutes Gefühl ausgelöst. Und das gilt es anzuerkennen. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt.
Denn dann kann es zum nächsten Schritt gehen, zu Schritt Nummer drei, dass man als Verursacher Verantwortung übernimmt.
Genau.
Dass man die Gefühle des anderen sieht, dass man sagt, ja, ich kann sehen, das hat bei dir Bauchschmerzen gemacht und ich kann auch nachvollziehen, dass es Wut bei dir macht. Und dann zu sagen, es tut mir leid, das war nicht meine Absicht, diese Gefühle bei dir zu machen.
Ja. Und das ist ja auch der entscheidende Punkt, wenn es um das Thema Entschuldigen geht. Also für was entschuldigt man sich? Nicht für sozusagen das Verhalten zu entschuldigen, weil ganz viele Leute sagen, ich hätte das, wenn es jetzt nicht was mega krasses ist, sage ich mal, ich hätte das ja.
Oder ähnlich gemacht, weil jeder ja in positiver Absicht handelt. Es wäre ja dann komisch, wenn derjenige sagen würde, nö, mache ich, also bei manchen Themen natürlich schon, wenn das Thema Fremdgehen und so weiter, aber bei so einer La Paille zu sagen, ja, würde ich jetzt vielleicht in Zukunft ähnlich machen. Aber man übernimmt die Verantwortung für die entstandenen negativen Gefühle.
Und das ist ganz wichtig, dass man sich aber für die Gefühle entschuldigt.
Genau.
Weil nehmen wir jetzt wieder das Beispiel mit dem Laubfegen. Das macht gar keinen Sinn, dass er sagt, es tut mir leid.
Es tut mir leid, dass ich Laub gefegt habe.
Sondern er hat auch Laub gefegt mit einer positiven Absicht und es sieht am Ende gut aus. Es ist fertig.
Genau.
Das heißt, er hat vielleicht auch daraus gesehen schon gar nicht das Gefühl, sich dafür entschuldigen zu wollen oder zu müssen, sondern sagt, Mensch, jetzt habe ich mir schon die ganze Mühe gemacht und jetzt soll ich mich dafür auch noch entschuldigen.
Ja.
Das ist nämlich nicht der Punkt. Er soll sich dafür entschuldigen, dass er bei ihr ungute Gefühle gemacht hat. Das ist ein großer Unterschied.
Und dann können danach sogar wahrscheinlich beide rausgucken und sagen, dass es jetzt weg ist, ist eigentlich auch kein Problem.
Ganz schön.
Ja.
Jetzt ist der Garten wieder gut aus.
Und dann ja auch noch der wichtige Schritt, dass sie sich dann nicht etwas wünscht. Also, dass sie dann nicht sagt, ich wünsche mir von dir, dass du nächstes Mal kürzer Laub fegst oder so.
Sondern, dass von ihm aus es kommt und dass er seine Absicht, wie er in Zukunft handeln wird, erklärt, erzählt, damit sich eine neue Brille, so nennen wir das immer, bei ihr dann bilden kann.
Also, dass er sagt zum Beispiel, oh, das war nicht meine Absicht, dass du dich deshalb. Da hat sich gerade eine Lampe verabschiedet.
Oh Gott, da habe ich erschrocken.
Aber in Zukunft, jetzt wo ich weiß, dass sich das so verletzt hat, dass ich die 20 Minuten oder so noch mehr durchgezogen habe, werde ich natürlich darauf achten, weil ich möchte ja nicht, dass da negative Gefühle bei dir entstehen.
Dann werde ich reinkommen und dich fragen, Mensch, ist das in Ordnung, wenn ich nochmal kurz weitermache.
Also, es findet sich dann, sie fühlt sich dann gesehen und er hat auch das Gefühl, okay, wir haben einen guten Kompromiss gefunden.
Genau, da geht es natürlich darum, sich einmal zuverlässig daran zu halten.
Mhm.
Was man gesagt hat.
Und ansonsten kann er sich ja auch ein Stück weit optimieren und sagen, okay, ich habe mich da falsch eingeschätzt.
Ja.
Ich dachte, ich bin in der Stunde fertig und habe jetzt gesehen, ich brauche so eine Stunde 40 oder zwei Stunden, dann einfach zu sagen, ich bräuchte eine Stunde 40 oder zwei Stunden, ist das okay für dich?
Ja.
Also, immer wieder in Kommunikation halt zu kommen.
Das ist es halt.
Nicht davon auszugehen, dass der andere sich das denken kann, weil bei dieser Erwartungshaltung gibt es halt immer so viele verschiedene Sichtweisen.
Jeder hat eine andere Wahrnehmung.
Genau.
Kann ja nicht davon ausgehen, dass der andere das auch so sieht, wie ich das sehe, ne?
Ja.
Ja, dann geht es ja darum, dass wir ursprünglich ein sachliches Thema vielleicht klären wollten und darüber in Streit geraten sind.
Das heißt, es kann sein, dass wir jetzt nochmal zu Schritt zwei zurück müssen und jetzt der andere eine Verletzung auflöst, weil im Regelfall, weil ganz oft haben beide schon Verletzungen zu diesem Thema.
Das heißt, das bringt ja nichts, wenn nur der eine dann seine Sicht hat und seine Verletzungen löst und der andere muss seine Verletzungen auch lösen dürfen.
Das heißt, man startet jetzt und guckt wieder, was hat bei dem das vielleicht für ein Gefühl danach gemacht?
Und löst das auch auf, sodass man dann chronologisch die Verletzungen löst, bis der Punkt, wann es mal gut war, im Heute ist.
Und dann entstehen auf einmal ganz spannende Dinge, mit denen man dann eine Lösung finden kann.
Bei unserem Beispiel war das so, dass auf einmal sie sagte, ja, weißt du was, jetzt, wo die Verletzungen gelöst sind, rund um das Thema Laubfegen und all das, was dann sonst noch so gewesen ist ums Haus herum.
Ich könnte mir vorstellen, dass wir jetzt zusammen wieder Laub fegen.
Und dann geht es ja schneller, dann brauchen wir nur 50 Minuten vielleicht zu zweit und dann ist das ganze Laub weg.
Und über das Thema, das Haus zu verkaufen, brauchte sie in dem Moment auch nicht mehr weitersprechen, denn sie hatte gar nicht mehr so stark das Bedürfnis, die Umgebung zu verändern.
Weil vorher hat sie mit der Umgebung ganz viele Verletzungen verbunden, die für sie unlösbar erschienen, weil sie immer wieder zu den gleichen Themen in Streit geraten sind.
Und jetzt hatte sie das gelöst und sagte, lass uns das erstmal so weiter probieren.
Ich habe da Zuversicht.
Und diesem Haus, so wie es ist, sehr wohl fühlen können, wenn wir als Team gemeinschaftlich die ganzen Dinge, wie zum Beispiel Laub fegen und was noch alles so in dem großen Haus, in dem großen Garten an viel machen.
Und ich glaube auch, wir können die Kinder besser einbeziehen jetzt.
Genau, das ging auch viel um das Thema Anerkennung, aber auch, dass er sehen konnte, was sein Verhalten bei ihr ausgelöst hat.
Und als das vorhanden war, das war so ein bisschen so der Game Changer in dem Coaching, als das vorhanden war, als er ihre Verletzung sehen konnte,
da konnte sie dann auch den nächsten Schritt gehen und sagen, okay, ich kann jetzt eigentlich einen Kompromiss finden.
Ja, da ging es im Einzelcoaching bei dir mit ihm darum, nochmal über Gefühle sprechen zu können, Gefühle zu spüren,
weil das war auch noch so ein Part, der mit drin steckte, in diesem Ganzen zu sagen, für ihn war immer alles gut.
Und gut war die Range von total beschissen bis richtig geil, war gut, das war die Range.
Und das Wording zu verändern, die Gefühle.
Ja, das hat auch viel gebracht, ja.
Das heißt, wenn ihr beide das Gefühl habt, das ist Schritt 4, jetzt Lösungen finden,
wenn ihr beide das Gefühl habt, ihr habt eure emotionalen Verletzungen, die Emotionen, die da so hochgekocht sind, gelöst
und ihr seid jetzt bei dem Punkt, wo es mal gut war, angekommen, der ist jetzt heute,
dann könnt ihr zurückkehren zum Sachthema, in dem Fall jetzt zum Beispiel zu dem Haus.
Soll ich es verkaufen? Ja, nein.
Und dann werdet ihr nun eine Lösung für euch finden.
Manchmal, wie bei dem Hausthema, löst sich dieses ganze Sachthema auf einmal auf.
Und sie hat gar nicht mehr das Bedürfnis, das Haus zu verkaufen. Oder aber, wenn da immer noch das Bedürfnis ist, dann findet man einen guten Kompromiss.
Einen Kompromiss, der beide glücklich macht und nicht einen Kompromiss, bei dem einer oder beide sehr, sehr stark zurückstecken müssen und vielleicht sogar nur einen Kompromiss eingehen,
um diesen blöden Streit jetzt endlich zu beenden, um sagen zu können, Mensch, mach wie du meinst, Hauptsache der Streit ist zu Ende, sondern dann wirklich einen stimmigen Kompromiss einzugehen.
Kein Sieger und kein Verlierer.
Genau, zwei Sieger.
Ja.
Ja, das Thema Konflikte lösen ist natürlich eines, was uns regelmäßig in Podcast-Folgen bei YouTube oder auch in Blog-Beiträgen begleitet.
Gerade im Blog haben wir schon sehr, sehr viele Beiträge zu dem Thema. Schau doch einfach mal bei uns auf der Website vorbei.
Wenn dir diese Podcast-Folge gefallen hat, dann abonniere doch sehr gerne unseren Kanal.
Wir haben sehr viele weitere spannende Themen schon vorgeplant, die dir dabei helfen werden, deine Beziehung harmonisch zu verändern.
Und wenn du bei anderen Kanälen unterwegs bist und auch da Lust hast, dich zu inspirieren zu lassen, zum Beispiel, wenn du uns sehr gerne zuhörst, aber auch Lust hast, mal ein paar Bilder zu sehen, dann schau doch bei Instagram rein.
Da posten wir fünfmal die Woche für dich. Und genau, das war's für heute.
Genau, wir hören uns das nächste Mal.
Ich wollte noch was wünschen.
Okay, dann wünsch noch mal was.
Ich wünsche euch ganz viel Erfolg und dabei, eure Konflikte zu lösen und dann auch stimmige Lösungen für euch zu finden.
Und jetzt. Jetzt darf ich sagen, wir hören uns das nächste Mal.
Bis bald.
Bis dann.
Podcast Summary
Key Points:
Beide Partner sollten vor einem Streit die emotionalen Verletzungen und vorherigen Konflikte erkennen und behandeln, bevor sie das sachliche Thema behandeln.
Ein erfolgreiches Gespräch beginnt mit der klaren Bereitschaft beider Seiten, in ruhiger, energiegeladener Atmosphäre zu sprechen.
Es ist wichtig, auf positive Absicht zu achten, auch wenn negative Gefühle entstehen, und nicht auf Identitätsebene zu reagieren, sondern auf konkrete Verhaltensweisen.
Jeder Partner sollte klar aussprechen, welche Emotionen durch das Verhalten des anderen entstanden sind, wie zum Beispiel Bauchschmerzen oder Wut.
Der eine Partner muss sich für die entstandenen negativen Gefühle entschuldigen, nicht für das Verhalten selbst, sondern für die Verletzung, die es verursacht hat.
Nach der Anerkennung der Gefühle soll der Partner eine konkrete, verantwortungsvolle Absicht für die Zukunft formulieren.
Beide Seiten werden durch die Lösung emotionaler Verletzungen dazu geführt, eine gemeinsame, glückliche Lösung für das sachliche Thema zu finden.
Der Ziel ist kein Sieger-Verlierer-Szenario, sondern ein gemeinsames, positives Ergebnis, bei dem beide sich gut fühlen und das Ziel erreichen.
Summary:
In dieser Folge von Lebens-Ear-Listen wird das Thema Streit in der Beziehung behandelt, mit dem Ziel, dass beide Partner als „Sieger“ aus einem Konflikt hervorgehen und sich nach dem Gespräch gut fühlen. Der Fokus liegt nicht auf dem sachlichen Thema, sondern auf der Lösung vorheriger emotionaler Verletzungen, die oft die Konflikte vorantreiben. Bevor das tatsächliche Thema behandelt wird, wird zunächst die emotionale Geschichte analysiert – etwa durch Erinnerung an frühere positive und negative Erfahrungen mit dem Partner.
Ein wichtiger Schritt ist die Bereitschaft zu einem Gespräch in ruhiger, entspannter Atmosphäre, wobei beide Parteien ihre Energielevels und ihre Wahrnehmungen prüfen. Der andere Partner wird nicht auf Identitätsebene beschimpft, sondern konkrete Verhaltensweisen werden thematisiert, und die daraus entstehenden Gefühle, wie Wut oder Traurigkeit, werden offen ausgesprochen. Danach wird der Verursacher für die entstandenen negativen Gefühle entschuldigt, nicht für das Verhalten, sondern für die emotionale Wirkung.
Auf diese Weise entsteht ein Gefühl der Wertschätzung und Verständnis. Danach können beide Partner gemeinsam eine Lösung für das ursprüngliche Thema finden, ohne dass ein fauler Kompromiss oder ein „Verlierer“ entsteht. Im Beispiel mit dem Hausverkauf zeigt sich, dass die Lösung des emotionalen Konflikts über Laubfegen und Zuverlässigkeit zu einer neuen, glücklichen Beziehung führt.
Der Schlusspunkt ist, dass beide Partner nicht nur das Endprodukt, sondern die emotionale Qualität des Zusammenlebens schätzen und gemeinsam gestalten. Dies führt zu einer harmonischeren, stabileren Beziehung, in der beide ihre Bedürfnisse und Werte respektieren.
FAQs
Weil ein glückliches Ende eines Streits das Vertrauen und die emotionale Bindung stärkt. Keiner soll als Verlierer fühlen, denn ein Paar ist ein Team, das gemeinsam glücklich sein möchte.
Man merkt es an der Emotion, die durch ein Verhalten ausgelöst wird – etwa Bauchschmerzen, Wut oder Angst. Diese Körpergefühle sind ein frühes Signal für eine emotionale Verletzung.
Es bedeutet, dass der Partner das Verhalten bewusst getan hat, um etwas Gutes zu erreichen, aber nicht das Gefühl bei dem anderen berücksichtigt hat. Das ist ein wichtiger Punkt im Gespräch.
Weil es vermeidet, auf Identitätsebene zu reagieren. So bleibt das Gespräch konstruktiv und fokussiert auf das Verhalten, nicht auf die Persönlichkeit des anderen.
Der Partner muss sich für die entstandenen negativen Gefühle entschuldigen, ohne das eigene Verhalten zu leugnen, sondern auf die Wirkung auf den anderen zu achten.
Dann können sie wieder zur konkreten Frage zurückkehren, wie zum Beispiel das Verkaufen des Hauses, und gemeinsam eine Lösung finden, die beide glücklich macht.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.