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Hörer*innen-Fragen

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Hörer*innen-Fragen

Der Podcast behandelt eine breite Palette von Fragen von Zuhörern, die sich auf psychische Gesundheit, Alltagsbeziehungen und medizinische Behandlungen beziehen. Thematische Schwerpunkte sind die Komplexität zwischen biochemischen Prozessen und psychischer Verfassung, die Herausforderung des hohen Funktionsniveaus bei psychischen Erkrankungen und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Erkennung von Leiden. Das Achsensystem der Diagnose wird erklärt, wobei betont wird, dass eine Persönlichkeitsstörung nicht während einer episodischen Erkrankung wie einer Depression diagnostiziert werden sollte, da dies zu verzerrten Einschätzungen führen kann. Die Suche nach psychiatrischer Behandlung wird als schwierig und strukturiert beschrieben, wobei Hausärzte oft nicht ausreichend Unterstützung bieten. Behandlerwechsel sind emotional belastend, und eine vorbereitende therapeutische Betrachtung ist entscheidend. Ex-In-Genesungsbegleiter werden als wertvolle Quellen für persönliche Erfahrungen und Unterstützung anerkannt. Ergotherapeuten sind in der Behandlung entscheidend, da sie durch praktische Tätigkeiten wie Basteln und Handwerk die Wiederherstellung von Fähigkeiten fördern. Die Diskussion zeigt, dass psychische Erkrankungen komplex und vielschichtig sind und dass eine empathische, respektvolle Behandlung mit zielgerichteter Unterstützung notwendig ist.

Transcription

10069 Words, 63377 Characters

German
Hallo zusammen da draußen und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Jung und freudlos. Eurem Podcast aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Wir begrüßen euch heute wieder aus gewohnter Umgebung aus unserem Dachkabuff in der Uniklinik und sind zu dritt. Darunter ist Moritz, unser neugieriger Fragenstellender Medizinstudent, Ismene, die weltbeste Fachärztin an meiner Seite. Ich heiße Sebastian, bin noch Assistenzarzt und wir wollen heute mit euch eure Fragen beantworten. Oh ja, ein halbes Jahr nach dem Jubiläum. Nach der Jubiläumsfolge, wo wir sowas zum letzten Mal gemacht haben, haben wir gedacht, wir müssen mal aufarbeiten, was sich da so angestaut hat. Und ja, freuen uns, dass wir heute ein, Ismene würde es vermutlich Potpourri nennen, ein Potpourri aus verschiedenen Fragen von euch zusammengestellt haben, die wir euch beantworten werden. Nennen wir es ein Potti-Pourri. Ein Potti-Pourri, eine Mannigfaltigkeit. Ah, das stimmt, du bist mannigfaltig und Potpourri. Okay, aber wir müssen es nicht groß ankündigen. Vorher geht es ab in die Oder-Fragen. Ich starte durch mit. Ismene, Hörgerät, Hörsturz oder unerhört? Ich kann entscheiden. Ich entscheide mich fürs Hörgerät. Weil du dir schon immer eins gewünscht hast? Genau. Weil Thomas Gottschalk auch eins trägt? Tut er das? Ja, er macht zumindest kräftig Werbung dafür. Habe ich vor kurzem in der Fabrik in den Stand gesehen. Ich verpasse mal die ganze Werbung. Ja, ich glaube, früher oder später werde ich leider eins brauchen. Ist das aus Weingummi, das Hörgerät? Habe ich nicht getestet oder geguckt, das ist eine gute Frage. Ja, ich glaube, dass jedes Mal, wenn ich mit dem Flugzeug fliege bei der Landung, ähm, jedes Trommelfell einmal platzt. Und deswegen ist es auch schon sehr mitgenommen. Und ich glaube, irgendwann steht das Hörgerät ins Haus. Und ich hoffe, dass ich dann so eine fancy Variante, wie wahrscheinlich Thomas Gottschalk sie bewirbt, auch bekomme, so ein ganz kleines in bunt. Was hoffentlich unter den Kopfhörer passt, damit du weiter Podcast machen kannst. Ein kleines in Regenbogen, ja. Sehr gut. Okay, Sebastian, Ohrenschützer, Ohreule oder Ohrenschmalz? Ja, Ohrenschützer, aber gerne Ohrenschützer mit eingebautem Lautsprecher. Ich nenne das dann Kopfhörer. Ja, ich habe extra. Ich habe extra nichts mit Kopfhörern gemacht, weil ich dachte, das ist so suggestiv bei dir mit deinen Kopfhörern. Ich drehe mir das einfach so hin, wie ich das haben will. Ich nehme die Ohrenschützer mit eingebautem Lautsprecher. Findest du Ohrenschmalz eklig? Ja. Schon, das ist nicht so etwas, wo man gerne drüber spricht. Ich habe lange überlegt, ob ich das hinschreiben soll oder nicht, weil es so ein scharferhaftetes Thema ist. Das ist schon ein Tabuthema, oder? Ja, voll. Wir müssen auch mal über Tabuthemen sprechen. Ja. Nicht nur über psychische Gesundheit, auch über Ohrenschmalz. Jetzt bricht alles auf. Okay, nächste Folge. Also man soll ja übrigens keine Wattestäbchen verwenden. Ist mir eine. Wir machen schnell weiter, bevor es abstürzt. Ist mir eine. Anmut, Demut oder Mutprobe? Jetzt rate doch mal. Auf keinen Fall. Ich würde mir nie anmaßen über dich zu urteilen. Selbstverständlich Anmut. Ja. Naja, die Frage war zu suggestiv. Ich umgebe mich sehr gerne mit so anmutigen Gestalten wie euren Wenigkeiten. Ach, wie uns auch. Deswegen mag ich Anmut besonders. Wunderhübsch. Und Mutproben hasse ich. Das hätte ich schon fast überlegt. Ja. Okay, Sebastian. Aufgebauscht, eingeengt oder abgenabelt? Aufgebauscht. Ja? Nicht Wattestäbchen? Ja, aufgebauschte Wattestäbchen. Die passen dann nicht mehr ins Ohr und sind nicht mehr gefährlich. Und ich finde aufgebauschte Sachen immer ganz hübsch und schön und voluminös. Kann man sich selber auch aufbauschen? Natürlich. Weiß nicht, wie so eine Taube bei der Paarung, die dann ihre Brustfedern da aufbauscht. So ein. Tiersex finde ich fast noch schambehafteter als Ohrenschmalzmusik zu geben. Oh mein Gott, so ein Tabuthema. Das hat echt. Was ist eigentlich los? Ja, ich weiß auch nicht. Wir haben noch nichts besprochen. Okay, letzte Runde ist Mene. Ansprache, Absprache oder Sprachbarriere? Unabhängig von deinem Hörgerät. Absprache. Ich treffe sehr gerne Absprachen mit allen möglichen Menschen und dann muss man sich auch da dran halten. Ausrufezeichen. Ausrufezeichen. Das war ein Statement. Okay. Sebastian, zum Abschluss bei dir. Lobeshymne, Poetry Slam oder Minnesang? Ich finde eine Lobeshymne am coolsten. Sowohl zu halten als auch zu bekommen. Hast du es schon mal? Sowohl als auch? Ja, Lobeshymne müssen wir regelmäßig mal halten. Das ist ganz wichtig für die Menschen in deiner Umgebung, oder? Muss man das eigentlich auch singen? Ja, eigentlich schon. Du musst dann dein langes Haar schwenken und dabei in so eine Klampfe hauen. Das ist Minnesang. Ja, meine Güte, man kann ja auch Lobesminne machen. Lobesminne. Kennt man doch. Na gut, wir halten uns besser an die Ismene. Was? Das klingt wie Minne. Oh, krass. Okay, da muss ich auch echt lang. Ich dachte kurz, ob ich das rhetorisch lache. Ich habe schon mal sehr gute Ismene-Witze. Ich hoffe, ihr erinnert euch noch an Miesmene und Frohmene. Oh, damals, ja. Sollen wir loslegen? Ja, ich steige schon jetzt aus. Aber Mori, wir haben jetzt auch noch drei Fragelchen für dich. Na, hauen wir es durch. Ich habe die schwerste aller Oder-Fragen für dich. Tanzen, schwimmen oder moderieren? Oh, das ist wirklich schwierig. Ihr habt mich hier ertappt. Ja, mit euch moderieren, natürlich. Das ist jetzt aber ein totaler sozialer Wunsch. Ich glaube hier kein Wort. Moritz kann jetzt nämlich öfter mal nicht, weil er stattdessen lieber zum Tanzen geht. Oder manchmal auch zum Schwimmen. Wie viel Grad hat denn das Wasser, in dem du da schwimmen gehst? Nicht so viel. 38? Nee, ich weiß nicht gerade. 27? Das klingt sogar noch relativ warm. Aber es ist gar nicht so warm. Aber es fühlt sich nicht warm an. Es ist nicht so was, was einen mit molliger Wärmeumfang empfängt. Ja. Na gut, Moritz. Schimmern, glimmen oder schillern? Schillern. Warum? So ein bisschen glitzi finde ich irgendwie nicht verkehrt. So der Trash, der muss halt irgendwo so durchblitzen. Ich finde das gehört dazu. Glimmen ist so ein bisschen so, wäre auch nicht schlecht, aber da fehlt noch ein bisschen was. Also lieber glitzi. Ist gut. Okay. Eine geometrische Frage. Oh Gott. Viereck, Dreieck oder Kreis? Viereck. Warum? Das ist eine gute Frage. Hättest du jetzt überhaupt nicht gedacht. Symmetrisch und gerade Formen finde ich beides ganz gut. Dreiecks und Kreis sind auch symmetrisch. Ja, das stimmt. Also vor allem, wenn du hier meine Zeichnungen siehst. Ah, du hast es sogar skizziert. Da ist sogar das Viereck am wenigsten symmetrisch. Das stimmt. Aber ich, ne, doch, Viereck finde ich irgendwie eine sympathische Form. Kann man auch springen, ne? Was? Ja, man kann auch im Viereck springen. Ja, zum Beispiel. Und tanzen. Im Viereck. Und tanzen. Und den Walzer, den tanzt man doch auch auf der Bierkiste. Habe ich gelernt, ne? Na, ihr seid eigentlich die Tanzprofis, höre ich heraus. Ein bisschen Neid, höre ich damit übrigens. Tanzbär. So, Leute, es tut mir leid. Irgendwie hatte ich das Gefühl, das war besonders lang heute. Ja, ich hatte auch das Gefühl. Entweder, weil wir besonders inhaltlos waren bisher, oder. Dann lasst uns das einfach ganz schnell zu den Fragen kommen. Ich bin besonders müde heute. Oder weil es meine besonders müde ist. Danach habt ihr mich nicht gefragt. Das möchte ich gerne noch sagen. Du hast es schon mal gesagt, aber es ist total nett, dass du es nochmal sagst. Ich kann es nochmal sagen. Ich bin wirklich total müde heute. Okay, also ihr Lieben da draußen. Wir haben jetzt eben so eine Zusammenstellung an Fragen, die nach unserer Jubiläumsfolge, im Oktober, so ein bisschen gemischt aufgekommen sind. Seht uns nach, wenn wir nicht alle, alle zusammengefunden haben. Es war ein bisschen chaotisch, in unseren sozialen Kanälen zu suchen und zu finden. Ismene hat auch vorhin schon gesagt, wir haben es vor kurzem erst entdeckt, dass wir auch auf YouTube Fragen von euch bekommen haben. Die haben wir, ehrlich gesagt, noch gar nicht auf dem Schirm gehabt. Die müssen wir jetzt noch, da brauchen wir noch ein bisschen, bis wir die aufgearbeitet haben. Aber das folgt. Also wir haben euch nicht vergessen, ihr Menschen auf YouTube. Und wir haben auch nicht alle Fragen jetzt in dieser Folge unterbringen können. Es gab viele interessante Fragen. Teilweise habt ihr persönliche Antworten bekommen. Teilweise habt ihr uns auch Themenvorschläge geliefert, die wir gerne noch im Weiteren aufgreifen. Und ich glaube, wir werden heute wahrscheinlich keine Namen nennen, weil wir es, wie immer, nicht rechtzeitig geschafft haben, das grundsätzlich zu klären, ob wir Namen nennen dürfen von euch. Manche haben wir gefragt, aber solange wir da kein striktes Vorgehen haben, sagen wir einfach keine, oder? Oder wir sagen einen Namen, der uns einfällt. Okay. Ja? Einen random Namen. Okay, fangen wir an mit der ersten Frage. Die erste Frage von Hans, oder? Okay, fangen wir an. Hans hat uns geschrieben, es muss kurz vor dem Jahreswechsel gewesen sein, weil er schreibt alles Gute für 2020. Das heißt, es war wohl noch 2019. Er hat sich so ein bisschen an die Folge über posttraumatische Belastungsstörungen angehängt. Und er hat geschrieben, dass er immer wieder an ein Phänomen denken musste, und zwar das ererbte Trauma. Ihm ging es in seinem Text so ein bisschen um Epigenetik, also biochemische Prozesse im Gehirn, die eben auch vererbt werden können. Und er hat sich gewünscht, dass wir ein bisschen mehr dazu sagen können. Vielleicht auch zur allgemeinen Wechselwirkung zwischen biochemischen Prozessen und der psychischen Verfassung. Klingt nach so einer kleinen Nachfrage, aber großes Fass, würde ich sagen. Vielleicht könnt ihr trotzdem was dazu sagen. Einmal Epigenetik. Nochmal kurz erklären, was ist das eigentlich? Wir haben es schon mal angesprochen. Und zum Zusammenhang biochemische Prozesse und der psychischen Verfassung. Also Epigenetik. An dieser Stelle nochmal ein kleiner Verweis auf unsere Folge mit unserer wunderbaren, Chefin, Frau Professorin Domschke. Sie hat kurz schon mal erklärt, was Epigenetik eigentlich ist. Ganz, ganz an der Oberfläche gesagt, bedeutet Epigenetik, dass in unserem Genom bestimmte Gene ein- und ausgeschaltet werden können. Das kann durch ganz verschiedene Umweltfaktoren passieren, zum Beispiel durch Stress, durch Ernährungsfaktoren. Und das ist aktuell ein relativ großes und modernes Forschungsthema, was Epigenetik auch im Bereich psychischer Störung, so machen kann, auch welche Effekte zum Beispiel Psychotherapie auf die Epigenetik haben können. Und ich denke aber, um da wirklich fundiert euch Informationen zuzugeben, was jetzt zum Beispiel Epigenetik mit Traumafolgestörungen über verschiedene Generationen zu tun hat, da bräuchten wir, glaube ich, nochmal ein Experteninterview. Was ich, glaube ich, ganz kurz noch sagen möchte, ist, was vor allem der Unterschied zwischen eben Genetik und Epigenetik ist, also Epi steht lateinisch für drauf und es geht eben dabei, dass auf dem Genom sitzend nochmal Veränderungen vorgenommen werden. Also die eigentliche DNA wird nicht verändert, sondern an der DNA werden Dinge verändert, die dann zum Beispiel bestimmen, wird dieses Gen jetzt abgelesen und wird da ein Protein draus gemacht oder eben nicht oder wird das häufig gemacht oder wird das gar nicht mehr abgelesen und man ist sich nicht ganz klar, ob diese Sachen auch vererbt werden können. Da forscht man unter anderem auch dran und deswegen fragt auch Hans, glaube ich, ob so Trauma auch vererbt werden können, weil zum Beispiel man sich vorstellen könnte, dass durch eine Epigenetik eben auch so ein genetischer Code weitergegeben wird. Genau. Also das ist, Entschuldigung, also ich wollte sagen, dass es ein total spannendes Gebiet ist, was aber halt Gegenstand aktueller Forschung ist. Das heißt, wir bräuchten da ja am ehesten auch einen Gast oder eine Gästin aus der Forschung, der oder dir uns sagen kann, wie ist da jetzt gerade wirklich der aktuelle Stand, weil uns da keine veralteten Informationen preisgeben. Aber wenn es da spezielle Wünsche gibt, mit wem wir da mal drüber sprechen sollen, dann können wir ja gerne probieren, ob wir hier jemanden in unser Studio kriegen. In unser Kabuff. In unser Kabuff. Genau, vielleicht zum Abschluss zu dem Punkt nochmal, könnt ihr trotzdem nochmal was sagen zu biochemischen Prozessen generell und Wechselwirkungen zwischen diesen Prozessen und der psychischen Verfassung? Weiß man da was oder mehr? Also da vermutet man halt immer ganz viel. Also zum Beispiel haben wir ja gerade bei unseren Medikamenten ja als Hintergrund häufig diese Monotransmitter-Hypothese, dass wir zum Beispiel sagen, bei Depressionen haben wir eine Störung im Serotoninhaushalt und deswegen haben wir Medikamente, die greifen genau an diesem Serotoninhaushalt an und erhöhen letztlich die Serotoninkonzentration im synaptischen Spalt von den Nervenzellen. Man weiß aber eben nicht so ganz hundertprozentig sicher, wie kommt das eigentlich? Ist das jetzt auch wirklich genau der Effekt, der die Depression zum Beispiel auch erfolgreich therapiert? Ist es nicht nur irgendwo eine Nebenbaustelle? Man kann so ein bisschen sagen, upstream, downstream, wie bei einem Fluss. Ja, wir gucken uns einen Fluss an, wir sehen nur irgendwo eine kleine, einen kleinen Ausschnitt dieses Flusses und wir wissen zum Beispiel, in diesem Abschnitt spielt eben Serotonin eine Rolle, aber das sind ja alles komplexe oder komplexeste Wechselwirkungen, die man sich da nur vorstellen kann. Also unser Gehirn hat Billionen von Synapsen und deswegen ist das nach wie vor Gegenstand von Forschung und man kann glaube ich eben nicht so pauschal sagen, dass es jetzt einen klaren biochemischen Prozess gibt, der jetzt diese und jene psychische Verfassung auslöst. Sondern es gibt viele Hypothesen. Genau. Aber es gibt schon oder es spricht viel dafür, dass es auf jeden Fall eine gewisse Wechselwirkung gibt zwischen irgendwelchen Vorgängen im Gehirn oder auch irgendwo anders im Körper und eben dem Outcome im Sinne von der psychischen Verfassung oder Erkrankung oder sowas. Genau, also es gibt so ein paar simplere Vorgänge vielleicht, die auch wahrscheinlich schon übers Knie gebrochen sind, aber wo man es ein bisschen besser verstehen kann, sagen wir jetzt mal bei einer Angst- oder einer Panikreaktion aktivieren wir zum Beispiel ein Nervensystem, den wir den Sympathikus nennen. Das Gegenstück zum Sympathikus ist der Parasympathikus und der Sympathikus ist ein Nervensystem, was ganz gezielt gewisse Körperregionen an- und ausschaltet und zum Beispiel für die sogenannte Fight, Flight or Fright Reaktion zuständig ist. Also alles, wo wir Menschen in die schnelle Reaktionsfähigkeit versetzt werden müssen, in der wir rennen, reagieren, also zum Beispiel jagen oder wegrennen oder fürchten müssen. Und dadurch wird zum Beispiel die Muskulatur stärker durchblutet, Verdauungsprozesse, die jetzt gerade in dem Moment keine Rolle spielen werden, herunterreguliert, dass der Körper seine Energie auf die wesentlichen Orte konzentriert. Das ist jetzt allerdings eben auch nicht speziell biochemisch, sondern eher physiologisch. Dazu sagt man eben, wenn das ein paar Etagen drüber ist und da schon ein paar Etagen drüber sind, dann ist das schon einige Einflussfaktoren zusammenfließen. Aber man sieht trotzdem auch da ja ganz gut, dass eben so dieses eher körperliche, in Anführungszeichen, sag ich mal, oder eben dann biochemische, dass das auf jeden Fall irgendwie zusammenhängt und eben in Folge miteinander abläuft. Okay, dann war es das mit unserem Beitrag von Hans. Tut mir leid, oder tut uns leid, dass es jetzt vielleicht nicht in die Tiefe ging, die er sich vielleicht gewünscht hat, aber wenn er einen speziellen Wunsch hat, dann kann er uns ja sagen, mit wem wir uns darüber nochmal unterhalten sollen. Wir sind da ganz offen. Dann machen wir weiter mit ich nenne sie Lisa. Lisa hat uns einen längeren Text geschrieben. Sie ist selber von einer psychischen Erkrankung betroffen und studiert trotzdem, oder was heißt trotzdem, sie studiert Medizin und ist auch sonst engagiert, zum Beispiel im Sportverein und sie hat uns so ein bisschen geschildert über ihr Funktionsniveau oder ihr hohes Funktionsniveau im Sinne von, dass sie trotz der psychischen Erkrankung, die sie begleitet hat in ihrem Leben, viel noch leisten konnte und ich lese euch da jetzt einfach mal so ein bisschen vor, was sie geschrieben hat. Ich höre von allen Seiten, dass mein Funktionsniveau doch so hoch sei und ich ja so gut zurecht käme. Ja, ich kann Medizin studieren und in einem Sportverein sein. Ich kann einigermaßen mit Menschen reden, auch wenn mich das viel Energie kostet, weil ich da immer in eine Rolle schlüpfen muss und zum Beispiel meine Unsicherheit überspielen muss und darüber bin ich auch wirklich froh. Ich empfinde diese Funktionalität aber nicht nur als Segen, sondern auch als großen Fluch. Sie führt nämlich dazu, dass ich eigentlich an allen Fronten Unglauben oder Unverständnis ernte, beziehungsweise, dass niemand so richtig glaubt und nachempfinden kann, dass ich Probleme habe. Das ist mit Sicherheit ein Thema, wo sie nicht die Einzige ist, die das beschäftigt. Also diese sozusagen Divergenz zwischen man schafft trotzdem viel im Leben, man kommt voran, man kriegt irgendwie seine To-Do-Liste sozusagen abgehackt und trotzdem geht es einem vielleicht einfach schlecht. Vielleicht könnt ihr da so generell mal so ein bisschen was dazu sagen. Wie ist es mit hohem Funktionsniveau und psychischer Erkrankung? Also ich finde, man kann dazu vor allem sagen, dass es stimmt, was sie sagt. Das ist wirklich Fluch und See gegen. Das sagen wir auch unseren Patientinnen und Patienten immer, die was ähnliches schildern, dass sie einfach in der Lage sind, auch zu einem gewissen Maße eine Fassade aufrecht zu erhalten, eine funktionale Fassade und ihren Alltag zu bewältigen, dass es aber alles im Prinzip eine große Belastung ist und dass darunter Leid liegt, was dann von außen oftmals nicht so erkannt wird. Und es ist super, dass sie selbst erkennt, dass es trotzdem nicht gut ist und sich offensichtlich ja auch in Behandlung begeben hat und ich glaube, dass es wichtig ist, sich, wenn sie das schon erkannt hat, jetzt nicht einreden zu lassen, dass es kein Problem gibt, sondern letztendlich ist sie die Einzige, die in ihren Kopf schauen kann und die weiß, wie es ihr wirklich geht und die beurteilen kann, ob sie Unterstützung braucht oder nicht oder ob sie eine Behandlung braucht oder nicht. Und deswegen würde ich sagen können, wir müssen nur unterstützen, dann da dran zu bleiben und nicht das einfach so weiterlaufen zu lassen, weil es kann auch sein, dass man dieses Funktionsniveau über eine lange Zeit aufrechterhalten kann, dass es ab irgendeinem Punkt dann aber doch zu viel Stress ist und zu anstrengend und dass es einem dann eher noch schlechter geht und wie wir ja immer sagen, je früher man es schafft, ja den Fuß in die Tür zu bekommen, umso besser für den weiteren Verlauf. Das ist glaube ich ein ganz wichtiger Punkt, dass man eben nicht auch sich selber dann da so verunsichert ist. Oder unsichern lässt, wenn man das Gefühl hat, es geht einem wirklich schlecht und man ist hilfebedürftig, dann muss man sich Hilfe suchen, ob man das jetzt von außen direkt erkennt oder nicht. Ja, ganz genau. Sie schildert dann im Weiteren noch so ein bisschen, dass sie hat einen Therapeutinnenwechsel hinter sich und hat dann geschrieben, dass ihre aktuelle Therapeutin auch nicht so ganz sicher ist, wie sie das einschätzen soll und dass sie dann häufig anfängt, an sich selber zu fragen, zu zweifeln, eben ob sie sich jetzt nur anstellt oder ob sie übertreibt. Wie ist das denn jetzt auch aus eurer Perspektive der behandelnden Person? Wie geht ihr damit um, wenn ihr vielleicht auch so die Unsicherheit spürt, die die Therapeutin scheinbar da spürt? Das ist schwierig. Also ich kann das jetzt in der Situation nicht so gut nachvollziehen, weil ich natürlich nicht Behandler bin und wenn ich eine Unsicherheit verspüre, dann versuche ich das natürlich schon zu thematisieren im Gespräch, wobei ich eigentlich nur auf das nochmal eingehen möchte oder das bekräftigen möchte, was Ismene eben gesagt hat, dass unsere Patienten entscheiden, ob sie ein Problem haben und nicht wir. Und wenn in der Wahrnehmung unserer Patienten ein Problem existiert, dann müssen wir das auch ein Stückchen weit respektieren und können jetzt nicht diejenigen sein, die urteilen darüber, ob jemand gerade leidet oder nicht. Und für mich klingt zumindest diese Frage danach, dass da ein Leidensdruck da ist, dass es jemandem nicht gut geht. Und das würde ich erstmal versuchen in den Vordergrund zu stellen und auch zu bestärken und vielleicht im weiteren Verlauf eher zu versuchen nachzuvollziehen, warum das denn so ist. Vielleicht kann man es ja nicht auf Anhieb verstehen. Es gibt es ja manchmal, dass man jemanden trifft, der sehr, sehr kompetent ist. Und sehr funktional wirkt und man das Leiden gar nicht erkennen kann. Da braucht man dann ein paar Blicke mehr und ein paar Schilderungen von der Person. Vielleicht auch ein bisschen Zeit, bis man sich öffnet, bis das erstmal erkennbar wird. Das ist so selten nicht. Sind das auch Tipps, die sich so ein bisschen vielleicht fürs Umfeld ergeben, wenn sie sagt, es ist eben dieser Fluch, dass die Leute nicht so richtig nachvollziehen können, wie es ihr wirklich geht? Dass man genauer hinguckt oder erstmal akzeptiert, dass jemand einen Leidensdruck hat? Das ist zumindest was, worunter viele Betroffene von jetzt beispielsweise Depressionen leiden. dass es im Umfeld öfter mal so Reaktionen gibt wie: das ist doch mal traurig und stell dich doch nicht so an. Wenn es mir so geht, dann reiße ich mich einfach zusammen, dann mache ich weiter und dann wird es schon. Du musst Sport machen, solche Sachen. Das wird oft als invalidierend, ich weiß nicht, ob das zu fachwörtisch ist, als sehr invalidierend empfunden. Also wenn man sowas gesagt bekommt, dann fühlt man sich natürlich nicht verstanden, wenn es einem gerade wirklich schlecht geht. Insofern, wir hatten glaube ich auch mal von so Tipps für Angehörige, was kann man und sollte man sagen und was nicht, wenn man eine unterstützende Person sein möchte. Da kann man schon empfehlen, vielleicht erstmal zuzuhören, erstmal Fragen zu stellen und selber zu versuchen, auch zu verstehen, was ist denn das Problem, bevor man mit solchen eher wertenden Äußerungen um die Ecke kommt. Ja, das ist ganz wichtig, denke ich, weil viele Menschen haben immer so das Bedürfnis, sehr schnell Tipps oder Ratschläge zu geben, wenn sie irgendwo mit einem Leid konfrontiert werden, weil man will ja helfen, aber dieser Impuls ist häufig nicht so hilfreich. Es lohnt sich vielmehr, dann eben eine passivere Haltung einzunehmen, erstmal da zu sein, zuzuhören. Das ist auch schon mal eine wahnsinnig wichtige Leistung und ermöglicht einem vielmehr zu verstehen, was da eigentlich vor sich geht. Wunderbar. Dann hat Lisa tatsächlich auch noch eine weitere Frage gestellt, zwar ein fragenvoller Text. Die ist jetzt vielleicht ein bisschen spezieller, und zwar fragt sie, ob ihr sagen könntet, ob es jetzt für die Leute, die Medizin machen, eine spezielle Facharztrichtung gibt, die sich vielleicht eher eignet für Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Kann man da was zu sagen? Naja, wahrscheinlich nicht pauschal und nicht für jeden gültig. Also wir haben das im Vorfeld auch ein bisschen diskutiert. Das ist ein bisschen eine tricky Frage und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es wahrscheinlich überhaupt keinen Sinn macht, jetzt aufgrund einer psychischen Erkrankung sich eine Fachrichtung auszutragen, die man sich sonst nicht ausgesucht hätte, weil sie einen vielleicht nicht interessiert. Also das würden wir auf jeden Fall nicht empfehlen. Und ansonsten, Sebastian, was ist uns noch eingefallen? Wir haben vor allem auch gesagt, man kann das ja auch immer wieder rufen, so eine Entscheidung. Man kann ja auch Sachen mal probieren. Ich glaube, dass es eh eine schwierige Entscheidung ist, sich da zu entscheiden. Also ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sprechen und hatte da so ein bisschen Schwierigkeiten jetzt zu sagen, da möchte ich jetzt auch wirklich den Rest meines Lebens verbringen und ich kann jeden Verschluss haben. Ich kann verstehen, dem das genauso geht und jede und vor allem, wenn man dann dazu auch noch sagt, ich habe irgendwo jetzt auch ein bisschen verringerte Leistungsfähigkeit oder kann vielleicht auch mal in meinem Leben Phasen haben, in denen ich meine Arbeit dann nicht machen kann. Ja, das macht das natürlich nochmal schwieriger. Ich glaube, dass es eine Entscheidung ist, die ganz, ganz stark im individuellen Fall getroffen werden muss, wo man sich sicherlich auch beraten lassen darf von engen Angehörigen, Menschen, mit denen man sich gut versteht und vielleicht auch tatsächlich mit einer Psychotherapie, mit einer Psychotherapie. Und vielleicht können wir auch nochmal kurz auf die Folge mit den beiden Ärztinnen, die selber von einer bipolaren Störung betroffen sind, verweisen, weil die ja auch gesagt haben, dass es ganz wichtig ist, wenn man jetzt schwerer von einer Erkrankung, egal mal, ob somatisch oder psychisch betroffen ist, gibt es eben auch Möglichkeiten, zum Beispiel über den Grad der Behinderung, auch sich von Nacht- oder Wochenenddiensten befreien zu lassen. Das ist ja letztendlich auch was, was fachrichtungsübergreifend gilt und dass man dadurch so ein bisschen vielleicht es schafft, dann die Anforderung oder das Anforderungsniveau der Fachrichtung und den Anforderungen zu erreichen, an individuellen Möglichkeiten anzupassen. Also ich glaube, da ist wahrscheinlich nicht jetzt von Anfang an irgendeine Tür direkt verschlossen. Ja, genau. Und ich denke auch, man muss sich sein Umfeld bauen, in dem es gut funktioniert. Und das muss ja auch gar nicht von der Fachrichtung abhängen, sondern das kann ja auch vom einzelnen Krankenhaus her ganz stark variieren, ob man jetzt an eine große Klinik geht, an eine kleine, an eine Uniklinik, an irgendwie was Peripheres oder in eine Praxis. Oder gar nicht kurativ, das heißt im direkten Patientenkontakt arbeitet. Das gibt auch, glaube ich, die Zahl von fast 50 Prozent der Mediziner, die nicht mehr im Patientenkontakt arbeiten. Auch für viele, ich weiß nicht. Weiß ich auch nicht, aber die Möglichkeit gibt es auf jeden Fall. Okay, dann wären das, glaube ich, die Fragen, die Lisa uns gestellt hat. Vielen Dank dafür. Oder? Ich glaube, das haben wir beantwortet. Ja, ich hoffe. Ich hoffe auch. Es ist immer so interessant, wenn man so kurze Abschnitte behandelt, dann hat man, ich habe immer direkt das Gefühl, oh, irgendwie müsste man eigentlich noch mehr, dazu sagen, damit man da großräumiger sozusagen damit umgeht. Aber ich glaube, eigentlich sind es ja kurze Fragen und dann kann man auch mal kurz darauf antworten. Es fällt uns immer schwer, oder? Ja, mir auch. Einfach machen, so stehen zu lassen. Okay, weiter geht es dann mit der Frage von Roland. Die bezieht sich auf eine Folge, die schon richtig lange ist. Da werde ich direkt nostalgisch. Und zwar zur Folge zur Borderline-Persönlichkeitsstörung. Da schreibt er, sagt er am Ende, dass die Diagnose einer Achse-2-Störung bei Vorliegen einer Achse-1-Störung nicht zustimmt. Zulässig, beziehungsweise nicht sinnvoll ist. So, ich finde der Satz, wenn man ihn jetzt so isoliert hat, klingt ein bisschen wie eine Art Fremdsprache. Achse 1, Achse 2, was ist das nochmal? Ich würde sagen, wir nutzen die Gelegenheit, kurz zu wiederholen, was hat es denn mit diesen Achsen eigentlich auf sich? Was sollen die? Was ist Achse 1, was ist Achse 2? Und warum können die nicht gleichzeitig diagnostiziert werden? Ihr dürft loslegen. Unser Übersetzer Sebastian. Also das Achsensystem werde ich jetzt nicht in seiner Gänze erklären, weil wir das nicht brauchen, aber wir haben zumindest diese Achse 1 und Achse 2 und vielleicht auch noch die Achse 3, die man vielleicht ein bisschen verstehen muss. Das System ist ein bisschen veraltet und es hat jetzt auch keinen größeren Hintergrund, warum das so eingeteilt ist und wird auch demnächst abgeschafft, habe ich gehört. Deswegen gehe ich jetzt auch nur grob drauf ein. Alles Schnee von gestern. Genau, alles ist Schnee von gestern. Auf der Achse 1 befinden sich jetzt Erkrankungen, wo man zum Beispiel einen klaren Beginn identifizieren kann, die zum Beispiel häufig einen episodischen Verlauf haben, genannt seien da jetzt mal Depressionen, Schizophrenien oder auch erworbene Angststörungen. Die hat man irgendwann im Laufe seines Lebens erworben. Die haben einen klaren Beginn und liegen dann eben vor und können aber auch wieder aufhören, je nachdem, was für eine Krankheit auch eben vorliegt. Und auf der Achse 2 befinden sich jetzt sogenannte Persönlichkeitsstörungen. Das heißt, das sind Störungen, die sich eigentlich meistens in der Kindheit und frühen Jugend manifestiert haben und die eben sehr, sehr stark mit der eigenen Persönlichkeit verwoben und verwachsen sind. Und man kann zum Beispiel bei diesen Krankheiten nicht klar sagen, die haben jetzt da begonnen und hören auch da wieder auf. Man kann da natürlich was dran verändern. Das sind auch veränderliche Werte. Aber sie haben eben ein ganz anderes Charakteristikum als dieses episodische. Sie sind eher so in einem Längsschnitt des Menschen zu sehen, während jetzt zum Beispiel eine Achseeinstörung in einem Querschnitt, das heißt in einer Betrachtung des Momentzustands, durchgeführt wird. Und der Grund, warum man jetzt zum Beispiel nach unseren psychiatrischen Regeln keine Achse-2-Störung diagnostizieren soll, während eine Achseeinstörung vorliegt, ist, dass das sich zu stark überlagert. Dass zum Beispiel bei einer Depression ganz, ganz viele Persönlichkeitseigenschaften total verändert sein könnten. Also eine sonst sehr mutige Person, die wenig mit Angst am Hut hat, kann zum Beispiel in einer Depression sehr ängstlich sein, sehr besorgt, ständig sich Gedanken machen, dass irgendwas schief geht. Viele Schuldgefühle haben sehr zurückgezogen sein und das sind dann eben keine Persönlichkeitseigenarten. Zum Beispiel könnte man ja sagen, okay, das ist ja eine ängstlich dependente Persönlichkeitsstörung. Das machen wir eben aber nicht, weil wir zum Beispiel gerade eine Depression haben, die vorliegt und in der Depression ist es einfach nicht sinnvoll. Daher empfehlen wir immer Achse-2-Störung außerhalb vom episodischen Zeitraum der Achse-1-Störung zu diagnostizieren. Deswegen ist es nicht sinnvoll. Sehr schön zusammengefasst. Ich wollte gerade sagen, ich weiß gar nicht, ich muss jetzt noch was nachfragen. Ich war jetzt so geflasht von Sebastians Rede. Ich glaube, wir haben alles beantwortet, oder, aus diesem Beitrag? Schön. Eine ganz kleine Ergänzung hätte ich vielleicht noch. Man könnte jetzt ja sagen, dann frage ich doch die Person, seit wann das schon so geht, seit wann sie schon so ängstlich ist und dann würde sie mir ja sagen, erst seit die Depression begonnen hat. Das Problem ist aber auch, dass die Depression sogar die Sicht auf die Vergangenheit färben kann. Dass die Person dir sagt, ich war schon immer so ängstlich, ich konnte schon immer, keine Entscheidungen treffen. Das ist alles schon, seit ich Kind bin. Und es kann sein, dass, wenn die Depression dann behandelt ist, dass sich das wieder völlig in Wohlgefallen auflöst und die Person das selber auch wieder sieht, dass sie so nicht war. Und dann hätte man im schlimmsten Fall fälschlicherweise eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Das heißt also tatsächlich, beim Vorliegen einer Achse-1-Störung kann einfach alles so ein bisschen verfälscht sein, in Anführungszeichen, was so Persönlichkeitsmerkmale so angeht. Okay. Man muss dazu vielleicht noch sagen, es lässt sich nicht immer, vermeiden, dass man doch auch mal, während noch eine Depression vorhanden ist, eine Hypothese aufstellen muss. Und sagen muss, es kann sein, dass da eine Persönlichkeitsstörung drunter liegt, die wir mit beachten müssen, weil es auch Fälle gibt, wo die Behandlung einfach erschwert ist. In solchen Fällen kann man sich dann verstärkt mit Fremdanamnesen behelfen. Also es ist jetzt nicht komplett ausgeschlossen, dass man sowas mal macht. Ja, aber man sollte versuchen, es zu vermeiden. Okay, wunderbar. Vielen Dank. Dann geht es weiter mit dem nächsten Punkt. Diesmal von Angelika. Und zwar bezieht sie sich auf die Folge mit Herrn Jauch. Das ist der Hausarzt, den wir letztes Jahr, ich glaube, es war im September oder Oktober, zu Gast hatten, der so ein bisschen über seinen ambulanten Blickpunkt auf psychische Erkrankungen berichtet hat. Und da ging es ihr so ein bisschen drum, um diesen Schritt, wenn jemand mit psychischen Problemen zum Hausarzt kommt und dann dieser Weg in die Klinik wieder gebahnt wird. Und da hat sie so ein bisschen das Problem gesehen, dass es manchmal etwas mehr an Unterstützung braucht, außer die Aussage, na dann suchen Sie sich jetzt mal eine Klinik. Ich sage kurz, was sie uns wörtlich geschrieben hat. Ich würde mir wünschen, dass das Bewusstsein geschärft wird, dass es bei Patienten, die gerade in diesem Bereich Hilfe brauchen, vielleicht nicht getan ist mit, ich würde Ihnen empfehlen, in eine Klinik zu gehen, sondern dass da noch mehr hinten dran steht und dass da Unterstützung und ein Griff unter die Arme nötig ist, den der ein oder andere Behandelnde aber gerne mal abschiebt. Also sie sieht so ein bisschen das Problem, dass vielleicht der Hausarzt oder die Hausärztin eben nicht da mehr hinten dran ist, wenn es um die Frage zum Beispiel stationäre Behandlung in einer Klinik geht. Ich habe meinen Satz vergessen, ja. Genau, also das ist auf jeden Fall das Problem, dass vielleicht die Unterstützung von hausärztlicher Seite sozusagen fehlt. Punkt. Könnt ihr da auch was dazu sagen? Ja, ich glaube, wir können was zu beiden Seiten sagen, oder? Ich würde zuerst. Ich würde erst mal was sagen zu der Seite der Fragenstellerin, deren erfundenen Namen ich jetzt schon wieder vergessen habe. Rebecca. Nee, Annadur oder so habe ich gesagt. Angelika? Angelika. Okay, also zu unserer hypothetischen Angelikas Seite, das stimmt natürlich total, also das ist ein großes Problem in unserem Gesundheitssystem, dass es so schwierig ist, psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung zu organisieren, sei es ambulant oder stationär. Also sowohl. Eine niedergelassene Psychiater oder Psychotherapeuten zu finden, erfordert viele Telefonate, viel Geduld, man muss da dranbleiben und das ist natürlich super schwierig, wenn man eh schon eine Antriebsstörung hat oder eben gerade ganz andere Probleme hat. Und was die Suche nach einer stationären Behandlung betrifft, da gibt es je nach Klinik und je nach Behandlungskonzept Unterschiede. Für manche muss man sich quasi selber richtiggehend bewerben, bei anderen braucht man aber auch eine Anmeldung oder eine Einweisung. Das heißt, man kommt nicht so richtig drum herum, dann sich auch wieder auf diese Psychiatersuche zu begeben und ich glaube, dass das total schwierig ist. Ich glaube, das wäre schon für jeden ohne psychische Störung eine Herausforderung oder eine Geduldsprobe und das ist sicherlich nicht leicht. Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass zum Beispiel Hausärzte natürlich wahnsinnig volle Praxen haben und sich eben nicht in dem Maße darum bemühen können, wie man sich das manchmal wünschen oder vorstellen kann. Das ist befürchte ich einfach eine Eigenart unseres Gesundheitssystems, die nun mal so besteht und an der wir irgendwo nicht so richtig vorbeikommen, dass Hausärzte jetzt eben nicht die Kliniken abschieben können. Gut vernetzte Hausärzte werden in der Regel schon irgendwo auch Tipps haben, wo man hingehen kann, weil sie das garantiert nicht zum ersten Mal machen. Aber bitte auch so ein bisschen die Behandler zu verstehen, dass die eben auch sehr, sehr viel zu tun haben und viele, viele, viele Menschen behandeln müssen, zum Teil halt auch im ländlichen Raum, wo die Versorgung ist. Dass die Versorgung eh knapp ist, dass es da halt einfach knapp ist und dass die einzelnen Personen dafür auch nichts können. Es gibt ja auch noch so Sonderfälle, fällt mir gerade ein, wo ich auch im Dienst manchmal merke, dass da auch einfach ein Kommunikationsproblem stattfindet. Zum Beispiel, wenn jemand sich in eine Suchtbehandlung begeben will oder ich weiß nicht, ob du die Situation auch so oft hast, dass Angehörige kommen mit den Betroffenen und verzweifelt sind und sagen, können sie nicht den jetzt da anmelden und in die Suchtklinik schicken. Das Problem ist aber, die Suchtklinik wird mir sagen, ja, aber der Patient muss sich selber bei uns melden oder die Patientin. Das ist in allen Suchtkonzepten, die ich kenne, eine feste Regel. Man muss zum Vorgespräch kommen oder selber anrufen. Das hat was mit den speziellen motivationalen Aspekten der Suchtbehandlung zu tun. Ganz anders als bei einer Depressionsbehandlung. Da bringt es nichts, wenn der Hausarzt anruft in der Klinik. Und so ist es halt je nach psychischer Schmerz. Je nach psychischer Störung und je nach Einzelfall dann auch noch mal komplizierter. Und ich glaube aber, dass es nicht immer so gut kommuniziert ist und dass es auf Anhieb nicht so nachvollziehbar ist für die Betroffenen. Warum muss ich mich da jetzt drum kümmern, während bei anderen Patienten der Arzt anrufen muss. Also wie subsumierend das Gesundheitssystem bringt an den Stellen vielleicht die ein oder andere Tücke mit sich tatsächlich. Das ist, glaube ich, häufig so, dass viele Schwierigkeiten oder Unzufriedenheiten bestehen. Ständig für das System fehlt. Aber das kann man auch letztendlich häufig gar nicht haben, weil es ziemlich verschachtelt ist. Und auch die Leute, die drinstecken, nicht immer alle Facetten kennen. Also das ist, glaube ich, schon so ein bisschen die Schwierigkeit. Was ihr vorhin, als wir uns vorhin vorbereitet habt, noch gesagt habt. Was vielleicht aber trotzdem noch wichtig ist, wenn es jetzt jemandem akut richtig, richtig schlecht geht. Also jemand zum Beispiel von einer, wie wir es in der letzten Folge gehört haben, von einer akuten Psychose betroffen ist. Dann stellt sich nicht die Frage, dass man den Leuten hilft. Also da geht es ja dann nicht darum, dass die jetzt selber irgendwelche Leute abtelefonieren müssen oder so. Da greift das Gesundheitssystem dann mit anderen. Mit anderen Mitteln. Ja, also es gibt für so akut erkrankte Menschen ganz andere Hilfesysteme. Da gibt es Notdienste und ähnliches, die dann auch schneller funktionieren. Und was wir, glaube ich, auch noch gesagt hatten in der Vorbereitung, ist, dass es natürlich auch ein wichtiger Aspekt von der frühen psychiatrischen Behandlung teilweise ist, dass man eben auch die Eigenverantwortung so stark belässt, wie sie eben noch sein kann. Und das machen wir auch in der Klinik nicht anders, dass wir unseren Patienten relativ schnell klar machen, dass sie auch wieder auf eigenen Füßen stehen müssen und wir ihnen nicht, die Arbeit aus der Hand nehmen können die ganze Zeit und auch gar nicht wollen, weil sie sollen ja auch dranbleiben und das nicht verlernen. Okay, was aber, glaube ich, wichtig ist, was du gesagt hast, ist mir eine Frage, dass die Kommunikation gut stattfindet, also dass einerseits vielleicht die Behandler gut sagen, was sie sich denken oder wie das Vorgehen ist und dass natürlich auch Betroffene vielleicht äußern, wenn sie da Schwierigkeiten haben oder das Gefühl haben, sie kommen überhaupt nicht zurecht, dass man dann gucken kann, wie kann man denn vielleicht eine Möglichkeit finden, dass jemand sich Unterstützung sucht oder aus dem Umfeld jemand hat. Also wie so häufig, glaube ich, kann man zu dem Schluss kommen, dass Kommunikation da ein bisschen das A und O ist, um durch das Wirrwarr zu finden. Ja. Okay, dann machen wir weiter mit dem nächsten Text von Susanne. Den lese ich jetzt gar nicht im Speziellen vor. Susanne schreibt ein bisschen ausführlicher darum, dass es für sie immer sehr schwer war, wenn es zum Beispiel im Rahmen von der stationären Behandlung oder auch von der ambulanten oder tagesklinischen Behandlung zu einem Therapeutenwechsel kam, weil zum Beispiel eine Ärztin oder ein Arzt weggegangen ist, weil die die Station gewechselt haben oder es gibt ja verschiedene Gründe. Ja, und dieses Thema so Behandlerwechsel ist ja echt was, was wahrscheinlich häufig mal sehr emotional beladen ist und vielleicht könnt ihr auch da einfach so ein bisschen eure Erfahrungen schildern und wie der Umgang damit ist. Also Psychotherapien, vor allem intensive Psychotherapien, haben ja häufig eine sehr starke Bindung zwischen Therapeut und Patient als Charakteristikum und das ist natürlich sehr, sehr schwierig, das wieder aufzulösen. Es gibt deswegen in nicht wenigen Therapiekonzepten zum Beispiel auch klare, Angaben, Vorgaben, wie man diese Beziehung auch langsam wieder beendet, die man da aufgebaut hat. Das ist ja eine sehr wichtige, sehr stützende Beziehung in schlechten Phasen, die sicher nicht zu unterschätzen ist. Ich spreche jetzt nur von der Psychotherapie. Es gibt bestimmt auch viele Menschen, die zu ihren Ärzten, die jetzt eher ärztlich behandeln, noch ein Verhältnis, also auch eine Beziehung aufbauen. Das sind ja auch alles Beziehungen und es ist ja auch wahnsinnig gut, wenn man jemanden gefunden hat, mit dem die Chemie stimmt, oder bei der man sich gut behandelt, gefühlt hat. Und ich kann das sehr verstehen, wenn das, dann am Ende auch, warum auch immer, auseinander gehen muss, dass es sich schmerzhaft anfühlt für die Patienten. Ich denke, es ist auch wichtig zu wissen, dass das aber auch natürlich so seine gesunden Grenzen hat, dieses Gehen lassen, dass man dann so ein bisschen wie ein Liebeskummer verspürt. Das kann ich nachfühlen. Und das darf, denke ich, auch ein Stückchen weit sein. Aber es sollte einen jetzt, wenn es gut gemacht ist, nicht in tiefere Krisen stürzen. Deswegen gehört das auch so ein bisschen vorbereitet. Ja, wir erleben das auch häufig genug, dass es eine schwierige Phase ist, die Übergangsphase von Behandler zu anderen Behandlern oder Ähnlichem. Genau, also ich denke auch, dass das nachvollziehbar schwierig ist, erst mal für alle. Und dazu kommt ja noch, dass es bestimmte psychische Störungen gibt, bei denen es dann halt noch schwieriger ist. Also wo so Themen wie Abschied, Trennung verlassen werden, einfach ein Kernbestandteil des Leids. Und genau, da kann es dann besonders wackelig werden, sage ich mal, wenn es zu einem Behandlerwechsel kommt. Die Autorin dieses Kommentars schreibt, das klingt total doof. Also das möchte ich entkräften. Also das ist überhaupt nicht doof, sondern das ist einerseits normal und eben bei manchen Erkrankungen auch Teil der Symptomatik. Und dann ist sozusagen Ziel, dass man in einem Team versucht, damit Umgang zu finden und das so ein bisschen wieder zu verändern. Oder wie ist sozusagen der Lösungsansatz, wenn es zu so einer Situation kommt? Also ich würde da nochmal auf das, was Sebastian gesagt hat, zurückkommen. Wenn das ein bekanntes Problem ist und die Betroffene scheint das ja bei sich auch schon zu erkennen als ein gewisses Muster, dann würde ich das thematisieren. Und dann muss man eben schauen, wenn der letzte Wechsel sehr schwierig war, wie kann man vielleicht dafür sorgen, dass man auf den nächsten so gut wie möglich vorbereitet ist. Und wenn es dann immer noch nicht reicht, dann das wieder analysieren und schauen, was braucht man, damit man das überleben kann. Noch dazu kommt, also wir kennen das auch, wir haben eine Ambulanz, die an unsere Klinik eingegliedert ist. Da kann es einfach vorkommen, dass man im allerschlimmsten Fall alle sechs Monate einen neuen Behandler hat. Und das ist dann wahrscheinlich auch ein eher ungünstiges Setting für Personen, die sich besonders schwer tun mit solchen Wechseln, weil es ist. absehbar, dass es ständig wieder passiert. Das hat man natürlich nicht, wenn man einen niedergelassenen Psychiater oder Psychiaterin oder Therapeuten und Therapeutin hat, die man unter Umständen dann überjährt. Jahre, je nachdem wie lange die Behandlung geht, auch behalten kann und zu wechseln. Sebastian nickt. Ich nicke und bin zufrieden mit dem, was Ismini gesagt hat. Klasse. Also entscheidender Punkt ist, glaube ich, dass man es thematisiert und dann irgendwie einen Umgang damit findet und das im Zweifelsfall gut vorbereitet. Also eben, es ist nicht doof. Man braucht sich überhaupt nicht dafür zu schämen. Man kann da dran auch arbeiten. Man kann da einen Umgang mitfinden. Vielleicht um noch ein bisschen Hoffnung mit auf den Weg zu geben. Ich würde es einfach therapeutisch aufgreifen. Ja, genau. Wunderbar. Ihr macht jetzt schon so Kurzzusammenfassungen, wie wir normal am Ende unserer Folgen macht, ohne dass ich euch dazu auffordere. Ich sehe einen Progress. Wunderschön. Wir lernen halt auch dazu. Ja, das ist toll. Das freut mich. Okay. Dann machen wir weiter mit einer Frage von Vanessa. Die hat uns geschrieben. Ich bin mir leider nicht mehr sicher, ob es eigentlich schon mal in einer eurer Folgen vorkommt, aber habt ihr Erfahrung mit Ex-In-Genesungsbegleitern in eurer Klinik oder auch persönlich? Ja. Da stecken zwei Sachen drin. Ex-In. Genesungsbegleiter, Genesungsbegleiterin. Vielleicht könnt ihr einmal erstmal ganz kurz sagen, um was es sich dabei eigentlich handelt und dann könnt ihr auch noch sagen, ob ihr Erfahrungen damit habt und was ihr davon haltet. Also Ex-In ist eine Organisation, die ehemalig Betroffene oder halt auch immer noch Betroffene von psychischen Erkrankungen, die aber gerade in einer gesunden oder gesünderen Phase sind, die Möglichkeit gibt, als Genesungsbegleiter tätig zu sein und zum Beispiel in Selbsthilfegruppen, in Kliniken oder ähnliches das Kontakt mit Menschen zu suchen, die gerade akut betroffen sind von solchen Erkrankungen. Und ich persönlich finde das eine total gute Sache, weil ich glaube, wir haben das gerade auch in unserer letzten Folge mit Henning gemerkt, wie wahnsinnig wertvoll es einfach ist, jemanden zu haben, der über Jahrzehnte lange eigene Erfahrungen mit einer gewissen Krankheit verfügt und dass da teilweise auch Denkmuster bei diesen Erkrankungen dahinter stecken, die sich jetzt Menschen, die gar keine Erkrankungen hatten, nicht so gut vorstellen können. Und da hilft es, diese Ergänzung durch Ex-In zu haben. Ich habe jetzt zum Beispiel neulich einen Patienten betreut, der in einer anderen Klinik auch durch einen Ex-In-Mitarbeiter aufgesucht wurde und das war ein junger Mann ohne Krankheitseinsicht in der Psychose und der Ex-In-Mitarbeiter hatte eben eigentlich eine ähnliche Vorgeschichte gehabt und hatte auch berichten können, wie das für ihn war, so lange unmediziert herumzulaufen und sich nicht behandeln zu lassen. Und ich finde, das ist wahnsinnig gut. Das ist einfach nochmal was anderes, wenn einem das jemand erklärt, der biografisch und wirklich total glaubwürdig so einen Hintergrund hat und so eine Vorerfahrung hat und nicht ein Arzt oder ein Psychologe oder jemand aus der Pflege. Das hat einfach nochmal einen ganz anderen Stellenwert und für mich wäre es was ganz anderes, wenn ich jetzt mir vorstelle, ich wäre betroffen in der Situation. Ich finde es deswegen ein gutes Konzept. Genau. Vielleicht was wir doch kurz dazu sagen können, das schreibt unsere Hörerin nämlich auch, sie hat auch tatsächlich oder sie ist dabei eine Ausbildung zu machen zur Gedächtnisbegleiterin. Also das ist wahrscheinlich was, wo man einmal in der, wenn man noch nach wie vor oder von einer chronischen Erkrankung betroffen ist, in der stabilen Phase sein muss und wo man sich auch darauf vorbereitet. Also es ist jetzt nicht so, dass man am Ende oder nach Genesung von einer Depression dann direkt in die Klinik geht und damit arbeitet, sondern das ist wahrscheinlich ein ziemlich weiter Weg, bis man sozusagen vielleicht auch für sich selber in der Lage ist, das zu machen. Also wie weit der Weg ist, das wissen wir gar nicht so genau und das müssen wir ja tatsächlich aber vielleicht einfach auch nochmal herausfinden und haben uns schon im Vorfeld der Sendung darüber unterhalten, dass wir tatsächlich eigentlich mal sehr, sehr gerne jemanden von Ex-Innen einladen würden zu einem Interview, um auch genau diese Sachen zu beantworten. Wie funktioniert das eigentlich? Ab wann darf ich da eigentlich einsteigen? Wie sieht denn die konkrete Arbeit im Arbeitsalltag aus? Also wenn irgendjemand, der zuhört, Lust hätte, sich da mal zu melden und bei Ex-Innen ist, wir wären für ein Interview sehr offen. Sehr gut. Und noch zu Ihrer anderen Frage, habt ihr persönlich denn Erfahrung im Sinne von Zusammenarbeit mit jemandem oder ist das hier nicht der Fall? Also ich habe keine persönlichen Erfahrungen bei uns an der Klinik, hat sich das noch nicht etabliert, leider würde ich sagen, oder? So ist es, glaube ich. Oder ist das völlig an mir vorbeigegangen? Nee, also ich glaube, wir werden uns jetzt mal an die Recherche machen und uns genauer mit dem Thema befassen. Aber es klingt auf jeden Fall nach einem spannenden und wichtigen Konzept für beide Seiten wahrscheinlich, für die Betroffenen, die da als Ex-Innen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten und natürlich auch, wie du es gerade geschildert hast, Sebastian, für Leute, die akut noch betroffen sind. Okay. Dann kommen wir schon, ich glaube, zu unserer vorletzten Hörerinnen und Hörer-Frage und zwar von Felicitas. Ich finde die Frage ein bisschen witzig, weil sie so ein bisschen mit Klischees spielt. Und zwar fragt sie uns, inwiefern habt ihr mit Ergotherapeuten und Ergotherapeutinnen zu tun? Wisst ihr, was diese Berufsgruppe lernt und kann? Verbindet ihr mit diesem Beruf das Wort Basteltanten? Total die Suggestiv-Frage. Ja, ein bisschen ist es suggestiv. Ja, dann versucht mal so zu antworten, als hätte ich nicht gerade schon das Wort Basteltanten genannt. Also, liebe Felicitas, mein Vater ist Ergotherapeut. Daher weiß ich natürlich, was ein Ergotherapeut ist. Du bist vorbelastet sozusagen. Ich bin absolut erblich vorbelastet. Erzähl doch mal, was ist denn ein Ergotherapeut? Also, Ergotherapeuten sind eine Therapeutengruppe, die einen eigentlich auf das Arbeitsleben oder auf zumindest arbeitsähnliche Tätigkeiten wieder vorbereiten soll und die eigentlich ein ziemlich breites Spektrum an Therapien machen kann. Und die wir auch zum Beispiel im Haus haben, also im ambulanten Bereich, weiß ich, dass Ergotherapie häufig zum Beispiel eingesetzt wird, um ähnlich wie Physiotherapeuten, aber zum Beispiel an der Feinmotorik zu arbeiten, um Schriftbild zu verbessern, um ein Körpergefühl wieder zu entwickeln. Wir setzen es in der Klinik zum Beispiel also es ist wahnsinnig breit, auch ein zum Beispiel für Gestaltung oder für eine Art Ich sage jetzt mal ganz böse Beschäftigungstherapie, aber das ist nicht so böse gemeint. Also unsere Ergotherapeuten arbeiten mit unseren Patienten viel mit den Händen, viel plastisch und das bedeutet Malen, das bedeutet teilweise auch Basteln oder Specksteinschleifen, aber es ist einfach wahnsinnig gut, auch sowas mal zu machen können und aus dem teilweise sehr düsteren oder belasteten Kopf rauszukommen und in die Hände zu gehen und auch andere Körperregionen wieder ein bisschen kennenzulernen, Sachen zu machen, kleine Erfolgserlebnisse, zu haben. Man kann auch anhand von den Arbeiten sehr gut untersuchen, wie funktioniert die Handlungsplanung. Da haben Ergotherapeuten zum Beispiel einen geschulten Blick dafür. Ja, wo sind denn da eigentlich die Schwierigkeiten auf welcher Ebene? Wir kommunizieren auch sehr intensiv in unseren Teambesprechungen mit den Ergotherapeuten unserer Klinik und die sind eigentlich auch dadurch Teil der Diagnostik, weil zumindest für mich die Beobachtung von den Ergotherapeuten immer sehr wertvoll sind, weil die die Menschen in der anderen Umgebung kennen, die können die besser in der Gruppe beobachten, die können die beim Arbeiten beobachten. Ich habe die immer nur an einem Tisch sitzen mit voller Konzentration auf mich und da sind Ergotherapeuten in einer anderen Lage das zu urteilen. Also nein, das sind keine Basteltanten. Natürlich bastelt man in der Ergotherapie ab und zu mal und es gibt auch immer wieder Patienten, die damit, oder Patientinnen, die damit nicht so viel anfangen können, aber das ist ja auch okay. Für uns haben sie einen sehr hohen Stellenwert. Gibt es eigentlich auch Bastelonkels? Ja sicher, mein Vater ist ein Onkel. Ein Bastelonkel. Okay, also man merkt tatsächlich, die Ergotherapeuten, Ergotherapeutinnen sind ziemlich eng eingebunden bei euch und eben auch Bestandteil von den ganzen Teams. Das ist jetzt auch keine Rarität, muss man sagen, sondern was Häufiges. Ich muss auch sagen, ich bin ja aus allen Wolken gefallen in der Neurologie, da gab es ja auch Ergotherapeuten in der Neurorehabilitation. Die haben ja nochmal ganz andere Sachen gemacht. Die haben ja wirklich neuropsychologische Testungen gemacht und Neglect-Testungen, also wirklich neurologische Untersuchungen, die ich jetzt als Ärztin nicht so ohne weiteres hätte durchführen können. Das ist schon sehr spezialisiert gewesen und da geht es dann natürlich nochmal viel mehr um Motorik. Die waren quasi für alles zuständig, was oberhalb der Gürtellinie passiert, während die Physiotherapeuten, also die Krankengymnasten, sich eher um die Beine gekümmert haben. Also da war es auch nochmal ein ganz anderes Spektrum. Der Basler Klinik, wo ich gearbeitet habe, zum Beispiel, das war eine Klinik für Paraplegiologie, also für Querschnittslähmungen und da haben zum Beispiel Ergotherapeuten die Rollstühle identifiziert, ausgesucht und so weiter. Hilfsmittelversorgung sichergestellt. Also man sieht, ihr kennt euch gut aus mit Ergotherapeuten und Ergotherapeuten. Wir könnten uns bestimmt noch besser auskennen. Das vermute ich auch mit allem eigenen. Also gesprächsfreudige ErgotherapeutInnen nach vorne. Wir sind hier. Genau. Aber ich glaube, wichtig ist, dass es einfach ein wichtiger Teil von den Behandlerteams ist und eben auch Diagnostikteams, wie Sebastian gerade gesagt hat, die da auf jeden Fall, hier eine große Rolle spielen. Okay. Ich glaube, dann kommen wir zum letzten Beitrag. Der kommt von Andrea. Und zwar lese ich einfach vor, was sie uns geschrieben hat. Ich frage mich noch, ob, wenn beispielsweise bipolare und schizoaffektive Störungen als Differenzialdiagnosen nebeneinander stehen, ob der oder die Betroffene sich dann aussuchen kann, womit er oder sie besser leben kann. Sie bezieht sich da auf unsere Folge, ich glaube, zur schizoaffektiven Störung und sagt, dass sie ja schon das Gefühl hat, dass sich die Kreise, die damals Sebastian erwähnt hat, ziemlich überschneiden. Und dann ist die Frage an euch, was sagt ihr denn euren Patienten und Patientinnen, wenn ihr eine Diagnose nicht ganz sicherstellen könnt? Wie geht man damit um? Ich persönlich, wenn ich eine Diagnose nicht sicherstellen kann, sage dann zu meinen PatientInnen, es tut mir leid, wir können die Diagnose zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicherstellen. Du meinst, es wird kein Hehl drauf gemacht. Du wendest das Prinzip der radikalen Ehrlichkeit an. Ja, total. Ich weiß ja nicht, ob das alle so machen. Nee, aber wir haben ja hier oft schon auf dem Faktum rumgeritten, dass man nicht immer aus der aktuellen Querschnittssymptomatik auch die Diagnose stellen kann und dass vieles sich im Verlauf erst so richtig zeigt und ich finde es auch sinnvoll, die Betroffenen darauf vorzubereiten, dass man ja jetzt nicht in die Zukunft schauen kann, man weiß nicht, wie der Verlauf ist, sie müssen ja selber auch wachsam bleiben und gucken, ob noch andere Symptome auftreten oder wie sich die Symptome entwickeln. Das heißt, ich finde schon, man kann damit offen umgehen und sagen, es kann sein, dass wir es hier mit einer bipolaren Störung zu tun haben, es kann aber auch sein, dass sich doch zeigt, dass der Anteil der psychotischen Symptome so groß ist, dass wir es eher schizoaffektive Störungen nennen würden. Die Behandlung ist erst mal unter Umständen nicht unterschiedlich und ich würde das besprechen und ich denke, wenn der oder die Betroffene das Konzept von einer bipolaren Störung jetzt erst mal besser annehmen könnte, als das einer schizoaffektiven Störung, dann ist ja auf jeden Fall schon mal viel gewonnen, wenn für diesen Teil auch eine Problemeinsicht besteht. Auch da wäre therapeutisch ja auch erst mal ganz vieles, haben wir glaube ich mal angerissen in der letzten Folge, ja auch Ähnliches zu beachten. Und man kann letztendlich da ja auch nichts erzwingen, also alles zu seiner Zeit. Insofern natürlich können wir nicht in jedem Fall sagen, die Betroffenen können sich ihre Diagnose aussuchen, aber gerade wenn wir es jetzt mit so einem schwierigen Grenzthema zu tun haben, wir haben oft genug betont, dass es viele Überschneidungen gibt, schwierig abzugrenzen ist, dass teilweise nicht ganz scharfe Konzepte sind, also da dürfen wir jetzt dann ja auch nicht irgendwie kleinlich sein, oder? Und sagen, das ist jetzt aber ganz sicher. Genau, ich denke, der Kasus Knackus oder Knackpunkt ist es, wenn sich die Therapieentscheidungen massiv da durchändert. Und da müssen wir dann schon auch klar sein und sagen, wir brauchen dieses Medikament, aber auch wenn es jetzt eben bei einer bipolaren Störung beispielsweise jetzt nicht Ligiatus wäre, wobei das natürlich auch eh immer so ein bisschen Überschneidungen gibt zwischen den einzelnen medikamentösen Therapien und dem individuellen Fall besprochen werden sollte. Aber ich finde auch ein bisschen, die Abgrenzung ist manchmal nicht so ganz scharf und da darf man dann auch ehrlich sein und in Situationen, wenn das jetzt nicht so ganz sicher ist, dann ist es auch in Ordnung zu sagen, wir lassen das jetzt im Verlauf mal offen und wenn sich jetzt eben nichts mehr tut und nichts mehr dazukommt, dann kann man auch bei der bipolaren Störung bleiben. Und auch hier wieder der Punkt, das Wichtige ist, dass man es gut kommuniziert wahrscheinlich, dass die Betroffene oder der Betroffene weiß, auch dass es jetzt bei euch nicht im Sinne von Nachlässigkeit, so nach dem Motto, wir haben jetzt keinen Bock weiterzusuchen, jetzt gibt man halt mal so eine Zwischendiagnose, sondern dass es wirklich einfach ja nach wie vor, und das wird es auch glaube ich immer geben, in der Medizin Punkte gibt, wo man einfach nicht eindeutig sagen kann, ist es so oder so, es ist nicht schwarz-weiß, das haben wir ja wirklich häufig diskutiert und ich glaube, das muss man einfach gut kommunizieren und dann braucht es wahrscheinlich ein bisschen eine gewisse Zeit, bis man das auch annehmen kann als betroffene Person, ist ja auch nicht so leicht. Also ich stelle es mir auch nicht so leicht vor, wenn mir jetzt jemand sagt, also es geht in die Richtung, es könnte so, aber auch so und dann denkt man ja und jetzt. Wobei mir jetzt die Aspekte, aus denen heraus ich zum Beispiel vom Vorliegen einer psychotischen, einem psychotischen Anteil ausgehen würde, da wäre mir wichtig, dass die gut verstanden sind und dass die klar kommuniziert sind, weil ich mache das ja jetzt nicht aus Spaß oder weil irgendwie da so ein bisschen wie Chivashi mal, sondern das muss ja irgendwo zu greifen sein und das sollte man verstanden haben und das kann ja eben für die Prognose oder halt also auch für die Schwere von den jeweils auftretenden Episoden und man muss bei beiden Diagnosen einfach damit rechnen, dass Episoden wieder auftreten, das ist das A und O, das zu wissen und auch sich ein bisschen darauf einstellen können, welche Symptome können dabei sein und dementsprechend auch vorsätzlich reagieren und das wäre mir wichtig. Ja und wenn ich uns so reden höre, kann ich mir vorstellen, dass für manch einen oder manch eine, dass auch alles schon viel zu speziell ist und dass da vielleicht auch gar nicht in jedem Fall das Bedürfnis nach so einer Informationstiefe vorhanden ist, das heißt ich denke schon, dass auch unsere Aufgabe zu schauen, wem muten wir jetzt vielleicht auch zu viel zu mit diesen ganzen differenzial-diagnostischen Überlegungen, vielleicht ist es unsere Aufgabe an mancher Stelle es auch nicht zu kompliziert zu machen, sondern es einfach zu halten und aber natürlich trotzdem transparent aber dann vielleicht die wahrscheinlichste Diagnose erstmal als Diagnose auch zu stellen natürlich muss man immer den Verlauf beobachten also es ist dann auch eine Einzelfallentscheidung, oder? Ein wichtiger Punkt, dass man auch nicht überfluten kann Ein schönes Schlusswort würde ich sagen Wie fühlt ihr euch ihr beiden? Wir sind am Ende unserer Hörerinnen und Hörer Fragen der diesigen Runde angekommen Ich fühle mich besser als vorher Bist du wieder ein bisschen wacher geworden? Ich bin wacher, ja Das heißt die Folge hat sie auf jeden Fall schon gelohnt Sie hat Ismene von ihrer Müdigkeit geheilt Wir hoffen, dass wir Also mir geht es übrigens auch gut Ich wollte mich auch nochmal bedanken für die vielen Fragen und für die vielen Kommentare und auch für das viele Lob und auch die gut gemeinte Kritik die wir von euch hören Ihr steht echt in sehr regen Austausch mit uns Die Rückmeldung ist überwältigend und übertrifft alle unsere Erwartungen, wir hätten uns das niemals vorgestellt glaube ich nach Abschicken von Folge 1, dass wir mal mit so vielen Menschen in Kontakt stehen, wir freuen uns wahnsinnig Ja, das ist echt ganz ganz toll und ich hätte auch niemals erwartet, dass es so eine wertschätzende und sachliche Kommunikation sein würde Es ist ja letztendlich Internetkommunikation man hört ja schreckliche Dinge Shitstorms und so weiter, also wir sind da wirklich unglaublich dankbar, dass wir so eine tolle Community haben. Wir hatten noch nicht einen einzigen Shitstorm, also vielen Dank dafür. Genau und es tut uns leid, wenn wir manchmal vielleicht so zwei, drei Monate brauchen bis wir unsere Nachrichten beantworten Wir versuchen wirklich immer auch eine kurze Antwort zu schreiben aber es ist manchmal nicht so einfach. Klappt mal guter, mal weniger gut. Ganz genau Okay, also dann wie immer macht weiter so, meldet euch gerne, wenn ihr jetzt Anmerkungen zur Folge habt, wenn ihr Ex-Innenmensch seid und mit uns reden wollt, wenn ihr Ergotherapeutin seid und mit uns reden wollt, wenn ihr irgendjemand anders seid und mit uns reden wollt oder auch nur eine Meinung oder Frage habt, genau, also meldet euch wirklich jederzeit. Letztendlich war das bei Henning auch so, dass er sich bei uns gemeldet hat und daraus diese Folge entstanden ist, also auch für uns eine ganz große Bereicherung und ja, dann würde ich sagen, hören wir uns wieder in zwei Wochen. Sagen Tschüss für heute, oder? Gebt uns noch Sternchen bei iTunes, die Konkurrenz schläft auch nicht. Ist mir nicht mehr gesagt. Sind wir abgerutscht bei. Also bitte. Also jetzt ist es Zeit, Schluss zu machen. Und ihr könnt uns auch noch woanders Sternchen geben. Ich weiß leider nicht wo. Sucht einfach, wo wir uns Sternchen geben könnt. Und hört vor allem in zwei Wochen wieder rein. Bis dann. Macht's gut. Tschüss. Ciao. Ich muss sagen, willst du über Lieber morgen vergessen sein.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Podcast-Staffel behandelt eine Vielzahl von Fragen aus dem Alltag, die von den Zuhörern gestellt wurden, darunter Themen wie Hörgeräte, Ohrenschmalz, Mutprobe und Behandlerwechsel.
  2. Es wird betont, dass psychische Erkrankungen oft durch komplexe Wechselwirkungen zwischen Biochemie und Psyche beeinflusst werden, jedoch noch keine klare, einheitliche Erklärung vorliegt.
  3. Hohe Funktionsfähigkeit bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wird als Fluch beschrieben, da sie oft nicht verstanden oder geglaubt werden, was zu isolierenden und invalidierenden Reaktionen führt.
  4. Das Achsensystem in der Psychiatrie wird erklärt, wobei klargestellt wird, dass eine Diagnose einer Persönlichkeitsstörung (Achse 2) während einer episodischen Störung (Achse 1) wie einer Depression nicht sinnvoll ist, da das eine das andere verfälschen könnte.
  5. Die Suche nach psychiatrischer Behandlung wird als schwierig beschrieben, insbesondere bei stationärer oder ambulanten Behandlung, wobei Kommunikations- und Strukturprobleme zwischen Hausärzten und Kliniken auftreten.
  6. Behandlerwechsel sind emotional belastend, besonders bei intensiven Therapien, wobei therapeutische Vorbereitung und das Bewusstsein für Grenzen wichtig sind.
  7. Ex-In-Genesungsbegleiter werden als wertvolle, glaubwürdige Quellen für Betroffene angesehen, die durch persönliche Erfahrung schützende und ermutigende Wirkung entfalten.
  8. Ergotherapeuten spielen eine wichtige Rolle in der Behandlung, indem sie durch praktische Tätigkeiten wie Basteln oder Gestaltung die Wiederherstellung von Handlungs- und Körperfertigkeiten fördern.

Summary:

Der Podcast behandelt eine breite Palette von Fragen von Zuhörern, die sich auf psychische Gesundheit, Alltagsbeziehungen und medizinische Behandlungen beziehen. Thematische Schwerpunkte sind die Komplexität zwischen biochemischen Prozessen und psychischer Verfassung, die Herausforderung des hohen Funktionsniveaus bei psychischen Erkrankungen und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Erkennung von Leiden. Das Achsensystem der Diagnose wird erklärt, wobei betont wird, dass eine Persönlichkeitsstörung nicht während einer episodischen Erkrankung wie einer Depression diagnostiziert werden sollte, da dies zu verzerrten Einschätzungen führen kann.

Die Suche nach psychiatrischer Behandlung wird als schwierig und strukturiert beschrieben, wobei Hausärzte oft nicht ausreichend Unterstützung bieten. Behandlerwechsel sind emotional belastend, und eine vorbereitende therapeutische Betrachtung ist entscheidend. Ex-In-Genesungsbegleiter werden als wertvolle Quellen für persönliche Erfahrungen und Unterstützung anerkannt.

Ergotherapeuten sind in der Behandlung entscheidend, da sie durch praktische Tätigkeiten wie Basteln und Handwerk die Wiederherstellung von Fähigkeiten fördern. Die Diskussion zeigt, dass psychische Erkrankungen komplex und vielschichtig sind und dass eine empathische, respektvolle Behandlung mit zielgerichteter Unterstützung notwendig ist.

FAQs

Epigenetik beschreibt die Möglichkeit, dass bestimmte Gene in unserem Genom eingeschaltet oder ausgeschaltet werden können, oft durch Umweltfaktoren wie Stress oder Ernährung. Diese Prozesse können sich auf psychische Verfassung auswirken und sind ein aktuelles Forschungsthema, jedoch gibt es noch keine eindeutigen Beweise für eine Vererbung von Traumastörungen über Generationen.

Ein hohes Funktionsniveau bedeutet, dass eine Person trotz psychischer Erkrankungen erfolgreich ihr Leben führen kann, z. B. durch Studium oder soziale Aktivitäten. Dieses Funktionieren ist jedoch oft eine große Belastung und kann zu einem Fühlen von Unverständnis oder Mangel an Akzeptanz führen, da andere das leidende Gefühl nicht erkennen können.

Weil depressive Phasen Persönlichkeitseigenschaften verändern können, z. B. eine ängstige oder zurückgezogenes Verhalten. Es wäre dann falsch, eine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren, da die Veränderungen auf die Depression zurückzuführen sind. Die Diagnose sollte außerhalb des depressiven Zeitraums erfolgen.

Die Hausärzte können Unterstützung bieten, indem sie den Patienten bei der Suche nach einer stationären Behandlung unterstützen, z. B. durch Empfehlungen oder Hinweise auf Kliniken. Es ist auch wichtig, die Patienten zu verstehen, dass sie viel zu tun haben und die Versorgung knapp ist, was oft zu einer Unsicherheit führt.

Ein Therapeutenwechsel ist emotional belastend, da eine starke Beziehung entsteht. Es ist wichtig, dies zu thematisieren und eine langsame, vorbereitete Übergangsphase zu planen. Der Umgang sollte therapeutisch abgehandelt werden, um das Gefühl von Verlust und Wut zu reduzieren.

Ein Genesungsbegleiter ist jemand, der früher betroffen war und nun in gesunden Phasen Unterstützung bietet. Er vermittelt wertvolle Erfahrungen und biografische Hintergründe, die Patienten mit psychischen Erkrankungen besser verstehen können, was eine tiefere und persönlichere Unterstützung fördert.

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