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Homeoffice zu zweit - Wie regelt man das?

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Homeoffice zu zweit - Wie regelt man das?

Homeoffice zu zweit oder als Familie ist eine außergewöhnliche Situation, die traditionelle Balance zwischen Arbeit und Privatleben stört. Häufige Konflikte entstehen durch raumliche Belastungen, z. B. wenn einer im Wohnzimmer arbeitet und der andere aufgrund von Ablenkungen ständig gestört wird. Der Mangel an Smalltalk und persönlichen Gesprächen – insbesondere abends – führt dazu, dass die Beziehung weniger lebendig wird. Zudem entsteht ein Gefühl der Unbeweglichkeit, da die Fahrzeiten und Abendrunden fehlen. Um dies zu bewältigen, sollten Paare klare Grenzen definieren, z. B. durch Zeichen oder Arbeitszeiten. Eine tägliche Planung hilft, Struktur und Sicherheit zu schaffen, während regelmäßige Ausgänge wie Spaziergänge oder Mittagsausflüge das Gefühl von Freiheit und Abwechslung fördern. Wichtig ist auch die offene Kommunikation über unangenehme Gefühle und gemeinsame Lösungen, da neue Situationen keine bekannten Muster nutzen können. Diese strategische Vorbereitung ermöglicht es, eine konfliktfreiere und glücklichere Zusammenleben während des Homeoffices zu gestalten.

Transcription

3727 Words, 22589 Characters

German
Herzlich willkommen zu einem weiteren Podcast der Lebens-Ear-Listen. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen Paaren raus aus der Krise hin zu einer glücklichen und harmonischen Beziehung. In diesem Podcast soll es um das Thema Homeoffice zu zweit oder Homeoffice als Familie gehen. Wie könnt ihr das so regeln, dass ihr auf möglichst wenig Probleme und Konflikte dabei stoßt? Wenn du diesen Podcast hörst, liegt das wahrscheinlich daran, dass du dich im Homeoffice befindest. Vielleicht ist dein Partner, deine Partnerin auch im Homeoffice und ihr merkt, dass es gar nicht so einfach ist, alles gut zu regeln und wenig Konflikte zu haben, wenn man zu zweit oder sogar als Familie im Homeoffice ist. Nun muss man sagen, es ist ja auch kein wirkliches Homeoffice-Szenario. Das würde ja normalerweise ohne Corona ganz anders aussehen, denn dann wäre es ja eher typisch, dass man einige Tage der Woche im Büro vielleicht verbringt oder einfach in der Firma ist, andere Tage vielleicht auch beim Kunden ist und wiederum dann ein, zwei Tage die Woche mal im Homeoffice verbringt. Also da hätte man ja einen ganz anderen Mix. Und das ist ja auch häufig so, dass wir ja eigentlich ausschließlich im Homeoffice sind. Genau. Und das ist ja auch eine Situation, die für Paare und für Familien sehr außergewöhnlich ist. Also das gab es ja zuvor so noch nicht. Da war ja eher so das Homeoffice was Besonderes noch. Manche Firmen haben sich ja vor Corona regelrecht dagegen gewehrt und gesagt, dass es Arbeiten ist, was Soziales, wie der Chef von Adidas sagt. Und da muss man zusammenkommen. Aber Corona stellt halt alles so ein bisschen auf den Kopf. Und wir wollen jetzt einmal, ja, über die Problematik. Probleme sprechen, die beim Homeoffice auftreten können und wie man damit umgeht und was für eine Lösung es dafür gibt. Als erstes haben wir jetzt auch unsere Probleme so ein bisschen zusammengesucht, was wir gehört haben von anderen. Wir beide arbeiten ja nun nicht im Homeoffice, aber ja, durch die Coachings erfahren wir natürlich sehr viel und durch den Freundes- und Bekanntenkreis. Da gibt es schon das Problem der Raumaufteilung häufig, dass einer, wenn es jetzt zum Beispiel nur einen Arbeitsraum gibt und beide sind im Homeoffice, dass einer vielleicht im Büro arbeitet und der andere im Wohnzimmer. Problematisch wird es denn schon, wenn einer in der Küche arbeiten muss. Weil damit ist ja so ein Durchgangszimmer, sag ich mal, belegt, wo man sich mal zwischendurch was zu essen und zu trinken holt. Und derjenige, der da arbeitet, wird immer wieder rausgerissen, weil es natürlich ablenkt, wenn die Tür aufgeht. Und ja, man natürlich dann auch gerne mit dem Partner spricht. Und da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt, der Smalltalk. Genau, also bei der Arbeit läuft man ja regelmäßig anderen Kollegen über den Weg. Und da ist die Küche ein sehr guter Treffpunkt. Und das fällt halt einfach weg. Und dadurch bleibt letztendlich der Partner oder die Partnerin übrig, um dann diesem Bedürfnis nach mal kurz sich unterhalten, mal kurz sich austauschen, mal über etwas sprechen, abseits von der Arbeit. Da bleibt halt nur noch der Partner oder die Partnerin übrig. Also ich habe es zumindest so kennengelernt, dass in den Videocalls, die man so führt und auch in den Messengern, die man jetzt so einsetzt, dass dort sehr wenig Smalltalk vorkommt. Man ist doch eher in so einem Meeting. Im Modus. Ja. Und macht den Call, macht vielleicht doch nochmal so ein, zwei Sätze, aber dann geht man doch recht schnell zum Thema über und bringt das Thema hinter sich. Also an sich ist ja Smalltalk mit dem Partner auch nicht schlecht, oder mit der Partnerin. Aber das kann halt für einen von beiden auch eine Belastung sein, dass derjenige das geführt, okay, ich werde jetzt wieder so zum Schnacken aufgefordert und eigentlich bin ich jetzt gar nicht so in dem Modus drinnen. Gerade wenn man wirklich in der Küche sitzt. Ja. Und man immer wieder… Wieder angesprochen wird, auch weil der andere auf dem Weg zum Kühlschrank ist, auf dem Weg zum nächsten Getränk ist oder so. Und man eigentlich gar nicht die Bereitschaft hat, weil man hochkonzentriert vielleicht gerade an einer wichtigen Aufgabe arbeitet. Ja. Genau. Und der nächste Punkt ist auch, dass man dadurch sich abends auch nicht mehr so viel zu erzählen hat. Weil wenn das sonst so ist, dass man abends nach Hause kommt und jeder sagt, Mensch, wie war dein Tag? Was hast du gemacht? Man hatte so dann vielleicht manchmal erst den ersten Kontaktpunkt am Tag. Ist es denn so? Man hat ja den gesamten Tag gefühlt miteinander verbracht und durch diese Smalltalk-Pausen ja auch schon das Wichtigste ausgetauscht. Und das viele Paare berichten, die sitzen dann abends auf der Couch und da ist dann keine Kommunikation mehr. Genau. Und der Punkt ist dadurch auch, dass man das Haus nicht mehr so wirklich verlassen muss. Darf. Ja, oder darf. Genau. Je nachdem. Denn normalerweise ist die Arbeit ja einer der Gründe, warum ich morgens früh aufstehe, dusche, mich fertiglege. Und dann losfahre. Wenn ich jetzt zu Hause bin, dann stört das keinen, wenn ich auch in meinen Schlafklamotten erstmal loslege zu arbeiten. Und bin eh nur drei Meter vom Sofa entfernt und kann mich zwischendurch mal hinlegen oder mich ablenken lassen. Oder auch der Arbeitstag findet keinen so richtigen Start und keinen so richtigen Abschluss, weil ich am Abend einfach drei Meter rübergehe zum Sofa und lasse mich ins Sofa fallen. Das macht auf Dauer nicht so ganz glücklich, ne? Nee, das kenne ich ja noch aus der Zeit, als wir in Kiew waren. Und ich so mit meiner Selbstständigkeit gerade begonnen habe, diese in Vollzeit zu switchen. Ja. Und der Büroraum letztendlich mit in der Wohnung war. Das haben wir, glaube ich, knapp ein Jahr gemacht. Und da waren nämlich genau diese Nachteile. Dass es wirklich Tage gab, wo ich zwei, drei Tage gar nicht aus dem Haus musste, weil eingekauft war. Es stand jetzt abends nichts mit Freunden an oder so. Wir waren auch ja relativ frisch zusammen, haben sehr, sehr viel Zeit miteinander verbracht abends. Ja. Und es gab. So gesehen keine Notwendigkeit, aber irgendwie so nach zwei, drei Tagen fällt einem trotzdem auch mal die Decke auf dem Kopf zusammen. Und das war der Grund, warum. Oder einer der Gründe, dass ich auch nach knapp einem Jahr gesagt habe, ich würde ganz gerne einen Arbeitsplatz außerhalb der Wohnung haben wollen. Ja. Ich möchte gerne irgendwo ein Büro anmieten und will wieder das Gefühl haben, ich fahre zur Arbeit hin, bereite mich gedanklich darauf vor, weg von zu Hause hin zur Arbeit. Und habe abends auch genau diesen Rückkehrer-Effekt. Ich kann mich von der Arbeit lösen, habe meinen Computer da gelassen und bin dann zu Hause und bin auch wirklich zu Hause. Weil wiederum auch ich immer mal in der Versuchung war, dann abends zu sagen, ich habe gerade einen Impuls gekriegt, das mache ich jetzt schnell. Und dann sitzt man wieder ein, zwei Stunden dran, gerade wenn man sein Hobby zum Beruf gemacht hat und da auch einfach Spaß dran hat. Genau, du hattest gerade schon was gesagt mit der Fahrzeit. Also für viele Menschen ist es ja auch so, dass die Fahrzeit. Ja. Von der Arbeit nach Hause, natürlich ist das so ein Übel für viele, sagen, oh, jetzt sitze ich noch im Auto eine Stunde, eine halbe Stunde oder so. Aber manche sagen ja auch ganz bewusst, ich brauche diese Zeit, um runterzukommen, um zu entspannen und so einen Abschluss zu haben von der Arbeit. Und das fällt jetzt ja auch weg. Und dieser Stressabbau, ja, wird selten kompensiert mit etwas zu Hause. Also dass man dann sagt, okay, normalerweise hätte ich jetzt meine halbe Stunde eigentlich Arbeitsweg. Und jetzt mache ich das, baue ich das. In unsere Situation zu Hause ein, ne? Was natürlich auch gerade schwierig ist, wenn da ein Alltag läuft, wenn da Kinder sind, die natürlich da auch überall lang wuseln, ne? Ja. Was genau wieder so ein Punkt ist, dass einfach da man wieder neu über den Ausgleich von Geben und Nehmen sprechen muss und schauen muss, wie geht man jetzt mit dieser neu gewonnenen Zeit dann auch irgendwie um? Also normalerweise ist man es vielleicht gewohnt, dass der Partner zehn Stunden aus dem Haus ist, weil er acht Stunden arbeitet. Eine halbe Stunde Pause hat, anderthalb Stunden Fahrzeit hat. Ja. Nun ist auf einmal so, dass man sagt, Pause verbringt man zusammen, die Fahrzeit fällt weg. Also ist ja zwei Stunden mehr Familien, mehr Paarzeit sozusagen da. Die Frage ist, ist das wirklich stimmig, das einfach so zu erwarten und in diesen Modus einfach zu gehen? Hatten wir auch im Coaching genau dieses Thema, dass jemand, der auch eine längere Fahrzeit hat, diese Rückfahrt wirklich genutzt hat, um den Tag zu reflektieren. Da noch Lösungen gefunden. Hat für Probleme, die aufgetreten sind und so weiter und damit ja ein Stück weit frei von dem Arbeitsstress zu Hause ankamen und jetzt in der neuen Situation im Homeoffice, dass so war, dass derjenige die Arbeitszimmertür öffnete und auf einmal war er im Familienleben und genau diese Zeit, die vorher gebraucht wurde, die fehlt entsprechend, ist Stress und Belastung gestiegen, weil diese Zeit zum Runterfahren nicht mehr da war und ja, das haben wir dadurch gelöst, dass wir gesagt haben, mindestens eine halbe Stunde in dem Fall, 20 bis 30 Minuten sind einfach nochmal Zeit, die nach der Arbeit dann gebraucht werden, um runterzufahren, um dann wirklich frei ins Familienleben starren zu können, was auch immer man in diesen 20, 30 Minuten macht, ob wieder meditieren, Yoga, Sport, Pause, Pause, also sich kurz hinlegen, schlafen, also irgendwas tun, was einem dabei hilft, frei von Stress, frei von den Gedanken der Arbeit. Genau und dass man das als Paar natürlich auch für sich definiert und dass dann auch ganz klar ist, dass das sozusagen wie zur Arbeitszeit dazu gerechnet wird, damit da keine Missverständnisse entstehen. doch zwischendurch erledigt. Man ist ja eh da. Warum nicht zwischendurch kurz eine Waschmaschine anstellen, mal kurz was aufhängen, Geschirrspüler saugen und so weiter. Und da muss man halt auch schauen, wie man damit umgeht, dass da einfach keine Erwartungshaltungen entstehen, die der andere gar nicht erfüllen kann, weil er sagt, Mensch, das geht nicht, ich habe hier trotzdem meine Termine einzuhalten, ich habe trotzdem mein Pensum an Anrufen, an Videocalls, Meetings, an E-Mails und ich kann nicht zwischendurch dauernd was anderes machen. Wiederum gibt es andere Menschen, für die ist das total möglich und stimmig und die sagen, ich finde das total super, ich kann jetzt zwischendurch mal schnell saugen. Wenn ich eh gerade über ein Problem nachdenken muss, dann kann ich dabei auch saugen und dann über das Problem nachdenken. Ja, genau, so unterschiedlich ist das halt, dass jeder so ein bisschen, jeder seine eigene Einstellung. Wo wir dann wieder so langsam zu den Lösungen übergehen. Genau. Einen Punkt haben wir vorher aber noch, nämlich Homeoffice. Mit Kindern, ne? Ja, was sehr, sehr schwer ist. Also wenn man an Homeoffice mit Kindern denkt, dann merken alle Menschen immer gleich so, oh, gerade, da kommt natürlich auch das Alter der Kinder an, wenn die natürlich schon, sag ich mal, zehn Jahre aufwärts sind, ist da natürlich ein ganz anderes Verständnis. Aber auch diese Kinder haben ihre Bedürfnisse und müssen gesehen werden. Aber mit natürlich kleinen Kindern wird das natürlich umso schwieriger und da geht es natürlich darum zu schauen, wie kann man es einfach vereinbaren, ohne dass… Jemand oder eine Sache total vorne rüber fällt, ne? Also wie kann ich das aufbauen, ohne dass vielleicht auch den ganzen Tag ein Medienkonsum läuft, sondern wie schaffen wir das einfach zusammen, dieser Herausforderung anzugehen und wie können wir uns aufteilen? Ich glaube, das Thema Aufteilung nimmt da noch eine große Bedeutung ein. Also wer hat welche Aufgaben, wer übernimmt wann die Kinder wirklich, damit jeder auch sich gesehen fühlt in dem System, ja. Und ich glaube, das ist auch ein gewisser Annäherungsprozess. Ja. Man muss einfach Dinge versuchen. Und merken, das funktioniert oder funktioniert nicht. Und dann intensiv miteinander kommunizieren und überlegen, was können wir tun, lernen oder verändern, damit das in Zukunft nun besser funktioniert. Man muss vielleicht gewisse Einschränkungen treffen. Ja, das kann auch mal eine Woche funktionieren und eine Woche dann nicht. Also es kann ja sein, dass die Kinder die ersten drei Tage Homeoffice super mitmachen, aber dann merken sie am Tag vier so, fühlt sich doch nicht so geil an, wenn Mama irgendwie nur halb da ist, gefühlt. Und wenn dann ein schlechter Tag ist, dann muss man das eh wieder alles umstellen. Und das ist, glaube ich, auch die ganz große Herausforderung, dass vieles unsicher ist zu dieser Zeit und das Leben sich aber weiter dreht, ne. Ja, das sollte man dann offen auch mit dem Arbeitgeber besprechen und schauen, ob man das volle Pensum leisten kann, ob man dann nur noch ein Teilzeitpensum schafft. Und ja, da muss man einfach auf einen verständnisvollen Arbeitgeber hoffen, so wie es die Politik letztendlich auch sagt. Und auch Partner oder Partnerin, ne. Und auch verständnisvollen Partner. Das ist einfach eine Ausnahmezeit. Ja, absolut. Das ist ja nichts, was hoffentlich von Dauer ist. Wir haben ja jetzt wahrscheinlich mit den Impfungen einen guten Lösungsansatz und können darauf hoffen, dass im Laufe des Jahres sich die Lage wieder etwas entspannt, ne. Also viel Kommunikation ist da gefragt und viel Kreativität, vielleicht im Schichtdienst, Homeoffice zu arbeiten. Also da gibt es viele Ansätze, die man da gehen kann und das ist, glaube ich, ein reines Try-and-Error-Prinzip und ist für jeden super individuell, was funktioniert und was nicht funktioniert. Und ja, wiederum habe ich gerade gestern ein Coaching gehabt, die im ersten Lockdown auch schon beide im Homeoffice waren, beide gearbeitet haben und damals hat der Arbeitgeber einen Sonderurlaub angeboten, den haben sie nicht in Anspruch genommen. Und jetzt mit den Erfahrungen aus dem ersten Lockdown sagte sie ganz klar, wenn das Wiederseins des Arbeitgebers angeboten wird, wird sie es diesmal in Anspruch nehmen, weil sie einfach nach der letzten Phase, wo beide im Homeoffice waren, und ein kleines Kind zu betreuen war, gemerkt haben, die Energie war raus. Das war, sie haben sich ein Stück weit übernommen und das hat keinen Sinn gemacht und deswegen wird sie jetzt dieses Angebot des Sonderurlaubs halt auch eingehen. Ja, man darf ja auch immer nicht vergessen, dass Corona ja auch mit Kindern etwas macht, ne, wo jetzt auch zum größten Teil in Deutschland die Betreuungsmöglichkeiten so eingeschränkt sind. Das macht natürlich auch mit Kindern was und die brauchen auch ihren Ausgleich in dem System. Ja, jetzt kommen wir mal zu den Lösungen. Ja, wir haben fünf ganz konkrete Punkte. Ja, wir haben fünf ganz konkrete Punkte rausgesucht, die euch dabei helfen können, eure Homeoffice-Paarzeit ein bisschen konfliktfreier zu gestalten. Das erste ist, dass ihr Arbeitszeit von Beziehungszeit trennt. Also man sollte darüber sprechen, welche Zeiten man wie einhält, sollte feste Zeiten vielleicht sogar einplanen, Grenzen setzen und dafür vielleicht sogar gewisse Signale und Hinweise einbauen. Ähm, meinetwegen sogar ein Schild ähnlich wie beim Hotel bitte nicht stören oder so, dass man wirklich weiß, wenn da jetzt das Schild hängt oder wenn die Tür zu ist, wenn jemand ein Kopfhörer auf hat, was auch immer, dass man Signale vereinbart, die dem Partner oder der Partnerin zeigen, ich bin gerade hochkonzentriert, ich bin gerade im Call, was auch immer, ich stehe gerade für ein Smalltalk, für ein Gespräch, für irgendwas stehe ich gerade nicht zur Verfügung, dass da einfach Klarheit herrscht. Ähm, dann natürlich auch der Punkt aktiv miteinander. Also in der Beziehungszeit geht es natürlich auch dann darum, die Zeit zusammen zu nutzen und das gerne mal wirklich aktiv machen, also zusammen rausgehen, raus aus dieser ganzen Blase Homeoffice zu kommen und mal in die frische Luft zu gehen, spazieren zu gehen, sich was einfallen zu lassen in den Möglichkeiten, die natürlich dann gegeben sind und auch zu überlegen, wie können wir wirklich wieder in Austausch kommen miteinander, also wonach ist uns als Paar, ist es eher ein Filmabend auf der Couch, ist es eher ein Gespräch, wollen wir irgendeine Dokumentation gucken, wollen wir ein Spiel spielen, also da ein bisschen kreativer werden und zu überlegen, ähm, wie können wir aktiv miteinander Zeit verbringen, worauf haben wir Lust. Genau, dann haben wir das Thema Smalltalk gehabt und da geht es ja genau darum, jetzt dieses aktiv miteinander Zeit verbringen, ähm, ist ein Stück weit schwieriger, wenn wir zwischendurch schon dauernd Smalltalk gemacht haben und am Ende des Arbeitstages da sitzen und sagen, ja, was, was machen wir jetzt, worüber sprechen wir eigentlich noch, ähm, ein Ansatz könnte sein, an der Stelle, sicherlich hast du Freunde oder Bekannte, die auch im Homeoffice arbeiten, die eine ähnliche Problematik und Herausforderung gerade haben, warum sich nicht zu gewissen Zeiten, wie der Mittagspause, in der Kaffeepause, mit diesen Freunden per Videocall verabreden und den Smalltalk entsprechend mit anderen führen zwischendurch, um damit am Ende des Tages ausreichend Gesprächsstoff für deine Partnerin oder deinen Partner zu haben. Ja, dann werden die Abende nicht so lang, ne? Ja, genau. Also gefühlt, dass man nur nebeneinander sitzt und kein Thema da ist, ne? Genau, dass man dann diesen Smalltalk mit anderen macht, dann kann man auch darüber noch ein bisschen berichten und so weiter und, ähm, hat dann einfach wieder, ja, mehr Gesprächsstoff am Abend, hat das Gefühl, man hat was, was erlebt und dadurch entsteht, glaube ich, auch im Gefühl eine bessere Trennung von Arbeitszeit und von Paarzeit, weil man dann das Gefühl hat, da entsteht nicht mehr so ein Mix, auch in diesem Smalltalk sozusagen. Der nächste Punkt wäre diese tägliche Planung des Tages. Also, dass man einmal einen Tagesplan macht, wie lange arbeiten wir, wann wollen wir Mittag essen, wollen wir zusammen Mittag essen, wann gehen wir einkaufen, also eine Struktur in diesen Alltag zu bringen, um damit man das Gefühl hat, es ist irgendwie natürlich eine Ausnahmesituation, aber die Regelungen sind klar. Man weiß genau, wann was ansteht und da kommen mir keine Fragen auf, wie wollen wir das jetzt heute wieder machen, sondern dass jeder auch so ein bisschen Planungssicherheit für sich hat, um das auch bei der Arbeit dann gut einzubauen, ne? Das ist ja auch so, man konzentriert sich auf die Arbeit und man macht sich doch irgendwie zwischendurch wieder Gedanken um den Tagesablauf, weil man ja auch einfach angetriggert wird, wenn man zu Hause ist. Man sieht irgendwas, man denkt, ach, das konnte ich noch machen, das wollte ich noch machen und so weiß man, das ist eingeplant im Alltag. Und der letzte Tipp, den wir haben, ist, schaut, dass ihr ein- oder zweimal am Tag, meinetwegen auch noch öfter, aber mindestens ein-, zweimal am Tag wegkommt von eurem Arbeitsplatz, also im Prinzip von eurem Zuhause. Zusammen beschließt, ihr macht zusammen eine Mittagspause, versucht doch, wenn das Wetter das hergibt, einen Spaziergang zu machen, irgendetwas einzubauen, wo ihr mal das Haus zumindest mal für eine halbe Stunde verlasst und das Gefühl habt, ihr seid auch mal draußen gewesen. Holt euch was zum Mittagessen, irgendwo zum Abholen vielleicht, das kann man ja auch, da unterstützt man auch noch die anderen Restaurants oder so, sowas gibt's ja auch, dass man da sagt, okay, man bestellt nicht jeden Tag vielleicht was, sondern man geht mal zwei, drei Tage die Woche sich einen Mittagstisch holen, man holt das mal ab. Sowas zum Beispiel, also einfach mal gucken, welche Ideen kann es geben, dass man nicht nur Zuhause Zeit verbringt und abends das Gefühl hat, ich hab das Haus gar nicht verlassen oder nach drei Tagen merkt, wir waren ja nur noch zu Hause und sind aus dem Pyjama gar nicht mehr rausgekommen, haben nur unser Hemd kurz übergeschmissen, um im Videocall gut auszusehen, aber da einfach zu schauen, wenn es geht, täglich ein-, zweimal das Haus zu verlassen, um einfach eine Abwechslung zu machen. Dafür zu sorgen, dass man andere Dinge sieht, dass man frische Luft tankt, auch das tut sehr gut, all diese Dinge können dazu beitragen, dass das Homeoffice sich nicht ganz so eintönig anfühlt. Meinen letzten Punkt, glaube ich, was so über allen Tipps immer so drüber steht, ist, in Kommunikation zu gehen, also aussprechen, ansprechen, wenn ein ungutes Gefühl entsteht und das nicht mit sich rumzuschleppen und zu sagen, okay, die ganze Situation ist halt schwierig, das ist halt doof, sondern das anzusprechen und auch. Gemeinsam eine Lösung zu finden, wie man Sachen verändern kann, weil es ist eine neue Situation, ihr hattet das vielleicht vorher auch noch nicht und das ist ja auch keine. Normale Situation, aber darüber muss gesprochen werden. Und tendenziell umso intensiver, je neuer eine Situation ist. Also wenn ich etwas schon mal erlebt habe, dann kann ich ja aus alten Mustern, aus alten guten Lösungen mir Dinge zurechtsuchen und habe schon einen ganz guten Plan vor Augen. Aber sobald eine Situation völlig neu und noch nie da gewesen ist, wie das beide gleichzeitig im Homeoffice arbeiten und das nicht nur an einem Tag, sondern jeden Tag die Woche und über Wochen hinweg vielleicht. Wer weiß wie lange. Muss das Ganze umso intensiver besprochen werden, denn das hilft einfach enorm. Genauso wie beim Punkt eine tägliche Planung zu machen. Diese tägliche Planung dauert fünf bis zehn Minuten, kann aber den ganzen Tag so viel leichter erscheinen lassen, wenn man sich diese Zeit nimmt und das ist bei der Kommunikation halt ganz genauso. Wir hoffen, dass der Podcast euch gefallen hat und ihr unseren Podcast schon abonniert habt. Ansonsten habt ihr jetzt die Möglichkeit dazu und freuen uns auf das nächste Thema zusammen. Und falls ihr. Tatsächlich beide im Homeoffice seid, berichtet doch sehr gerne mal von euren Erlebnissen. Sehr gerne würden wir das ein oder andere Mal in unserem Podcast vorstellen und darüber sprechen, wie ihr das erlebt habt, wie ihr es gelöst habt. Also da wir halt selber nicht im Homeoffice sind, aber wissen, dass das für viele andere ein Problem ist, freuen wir uns sehr auf eure Eindrücke und Erfahrungswerte, um einfach noch mehr an andere weitergeben zu können. Vielen Dank, dass ihr dabei wart und wir freuen uns, wenn ihr auch beim nächsten Podcast kommt. Bis bald. Bis dann.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Homeoffice zu zweit oder als Familie führt zu Konflikten durch raumliche Aufteilung, Ablenkungen und das Verlieren von Smalltalk.
  2. Die vollständige Abwesenheit von Tagesausgang und Fahrzeiten erschwert den Transfer zwischen Arbeits- und Familienzeit.
  3. Der Mangel an gemeinsamen Abschlussphasen und Smalltalk vermindert die emotionale Bindung und führt zu einem trockenen Abendleben.
  4. Es ist notwendig, klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Beziehungszusammenhang zu definieren, beispielsweise durch Zeichen wie Kopfhörer oder Schilder.
  5. Aktive gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge oder Videocalls mit Freunden helfen, Abwechslung und Kommunikation zu fördern.
  6. Eine tägliche Planung der Arbeits- und Freizeit schafft Struktur und verhindert Unsicherheit.
  7. Mindestens ein- bis zweimal täglich das Zuhause zu verlassen fördert Lebensfreude und vermeidet eine eintönige Routine.
  8. Offene Kommunikation und gemeinsame Lösungen sind entscheidend, um neue Herausforderungen wie Homeoffice zu bewältigen.

Summary:

Homeoffice zu zweit oder als Familie ist eine außergewöhnliche Situation, die traditionelle Balance zwischen Arbeit und Privatleben stört. Häufige Konflikte entstehen durch raumliche Belastungen, z. B.

wenn einer im Wohnzimmer arbeitet und der andere aufgrund von Ablenkungen ständig gestört wird. Der Mangel an Smalltalk und persönlichen Gesprächen – insbesondere abends – führt dazu, dass die Beziehung weniger lebendig wird. Zudem entsteht ein Gefühl der Unbeweglichkeit, da die Fahrzeiten und Abendrunden fehlen.

Um dies zu bewältigen, sollten Paare klare Grenzen definieren, z. B. durch Zeichen oder Arbeitszeiten.

Eine tägliche Planung hilft, Struktur und Sicherheit zu schaffen, während regelmäßige Ausgänge wie Spaziergänge oder Mittagsausflüge das Gefühl von Freiheit und Abwechslung fördern. Wichtig ist auch die offene Kommunikation über unangenehme Gefühle und gemeinsame Lösungen, da neue Situationen keine bekannten Muster nutzen können. Diese strategische Vorbereitung ermöglicht es, eine konfliktfreiere und glücklichere Zusammenleben während des Homeoffices zu gestalten.

FAQs

Man sollte klare Arbeitszeiten festlegen und gemeinsam Grenzen schaffen, beispielsweise mit einem Schild oder Kopfhörern, um zu signalisieren, dass man gerade hochkonzentriert ist oder nicht zur Verfügung steht.

Der Arbeitstag erschwert den persönlichen Austausch, da der Partner oft in der Küche oder anderen Bereichen arbeitet, und es fehlt die natürliche Gelegenheit, sich bei der Arbeit zu unterhalten oder zu entspannen.

Durch gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge, Filme oder Spiele, die die Abende lebendig machen und den Austausch erweitern, ohne dass die Arbeit den Alltag dominiert.

Sie schafft Struktur und Planungssicherheit, damit beide Partner wissen, wann was passiert und sich keine Unsicherheiten oder Stresssituationen aufbauen.

Durch klare Aufteilung von Aufgaben, regelmäßige Kommunikation, gemeinsame Regelungen und die Erkennung von Zeiten, in denen die Kinder besonders aktiv oder müde sind.

Um frische Luft zu tanken, einen Abstand von der Arbeit zu schaffen und das Gefühl zu erhalten, dass man auch außerhalb der Arbeitsumgebung aktiv und aus dem Alltag ist.

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