In diesem Gespräch kritisiert Jürgen Derschner, Energie-Experte und Gründer des Netzwerks Klimajournalismus, die unzureichende mediale Berichterstattung über die Klimakrise, besonders während der jüngsten Hitzewelle in Deutschland. Er erklärt, dass viele Medien über die Hitze berichteten, ohne den Zusammenhang mit der Erderhitzung oder der Verbrennung fossiler Brennstoffe zu erwähnen. Der „Brandmelder“, eine Initiative des Netzwerks, zielt darauf ab, strukturelle Fehler in Redaktionen aufzuzeigen und Journalist*innen zu helfen, besseren Klimajournalismus zu leisten, statt Einzelpersonen an den Pranger zu stellen. Derschner lobt vereinzelte Beispiele wie den Deutschlandfunk oder ZDF-Spezials, die den Klimabezug herstellen, bemängelt jedoch, dass solche Einordnungen nicht zum Standard gehören. Zudem kritisiert er das Schweigen der Politik, etwa des Bundeskanzlers, während der Hitzewelle, und die Weigerung von Minister*innen, Interviews zu geben – ein Versagen, das auch die Medien nicht früh genug thematisiert hätten. Er verweist auf den Abbau von Wissenschaftsredaktionen, der Fachwissen gefährde, und betont, dass die Klimakrise als Querschnittsthema in allen Ressorts – von Lokalem bis Wirtschaft – behandelt werden müsse. Abschließend warnt er, dass eine Vernachlässigung des Themas die Glaubwürdigkeit der Medien untergrabe und die Menschen nicht in die Lage versetze, langfristige Lösungen zu verstehen. Die Hitzewelle sei nur ein Vorgeschmack auf kommende Extreme.
Die Art und Weise, die Medien, die Politik in den letzten Jahren, aber auch in den letzten Tagen, wo es ja nicht mehr zu leugnen war, dass die Klimakrise auch in Deutschland massive Auswirkungen hat. Da hat man sehr lange gezögert, die Politik unter Druck zu setzen und Media zu stellen. Jürgen, da schnau, hallo. Hallo, Jürgen, hier ist Holger. - Hi, Holger. Ich ruf an wegen Hitzeberichterstattung. Was lange beim VDR als Energie-Experte bis gründer des Netzwerks Klimasjournalismus und Redaktionsleiter beim Brandmelder? Der ist neu. Was genau ist der Brandmelder? Ja, vielleicht kann man das schon von dem Namen ableiten. Wir sind der Meinung, dass wenn die Erde brennt, so wie das damals viele gesagt haben, dass man auch bei der Berichterstattung darüber entsprechend, ja, ich sag jetzt mal, den Anführungsstrichen in den Alarmmodus gehen sollte. Und wir glauben, und darum hat sich das Netzwerk ja schon vor fünf Jahren gegründet, wir glauben, dass die Berichterstattung über die Klimakrise, das, was da abläuft, nicht angemessen ist. Nicht angemessen. Gemessen an der Bedrohung, natürlich, die das für uns alle darstellt und auch angesichts des Tempos, wie sich das entwickelt. Das haben wir in den letzten fünf Jahren ja dann noch mehrmals bestätigt und bekommen und in so einer Situation, wie jetzt mit der Hitze, ist das noch mal sehr augenscheinlich geworden, dass viele berichtet haben. Ja, es wird sehr heiß, aber nicht einmal das Wort Klimakrise oder Klimawandel erwähnt haben. Und was bezweckt ihr mit diesem Brandmelder? Ich sag mal so, was wir nicht wollen. Wir wollen nicht einzelne Journalisten und Journalisten irgendwie an den Pranger stellen. Wir sind keine Fehler-Sucher, die sagen, dann mit dem Zeigenfinger, haben wir die schon wieder erwischt, dass ihr den Klimawandel nicht erwähnt. Wir versuchen mit dem Brandmelder möglichst die strukturellen Probleme aufzuzeigen, die immer wieder zu ähnlichen Fehlern führen. Wir versuchen, Unterlassungen aufzuzeigen. Wir versuchen letztendlich den Redaktionen und auch den einzelnen Kolleginnen und Kollegen, letztlich zu helfen, besseren Journalismus in Zeiten der Klimakrise zu machen. Das ist ja sozusagen, wie in einer Redaktionskonferenz, da werden auch Artikel oder Beiträge, die man im Vortag oder in der Sendung hat oder im Platt hatte, und da zieht man dann einer Kritik. Wir sind keine Nestbeschmutzung, wie manche das vielleicht hintervor gehaltenen machen oder auch so Reflex-Adi sagen, "Ja, da sind ja nicht alle Medien so, dass sie das nicht beim Namen nennen." Nein, das unterstellen wir auch nicht. Sondern wir gehen differenziert heran. Wir haben immer wieder in unseren Beiträgen auch Strukturen aufgezerrt. Wir brauchen mehr Geld, wir brauchen mehr Personal, wir brauchen mehr Achtsamkeit, mehr Fachwissen. Um denen auch das Handwerk schwer zu machen, die die Klimakrise aus den Medien und damit aus der Politik heraushalten wollen. Weil wirklich heiß, ist auch mit meiner Wahrnehmung extrem viel berichtet worden, über die Hitze Serviceartikel, Wetterwarnungen. Vereinzelten dann eben doch, inwieweit diese Hitze an der Erderwärmung liegt. Du sagst, das war nicht in Ordnung, was die Medien da so berichtet haben, was war nicht in Ordnung? Na ja, die Medien, das ist ja mal so ein paar Schalbegriffen verwenden, wir nicht gerne. Weil es sehr, sehr viele Journalistinnen und Journalisten gibt, die sich große Mühe geben. Wir haben ja mehr als 1000 Journalistinnen und Journalisten, die bei uns über das Netzwerk auch vernetzt sind und uns auch berichten auf der anderen Seite, wie schwer das ist, in Interaktionen durchzudringen. Wir haben jetzt dadurch, dass diese Hitze so lange anhaltend war und gerade am letzten Wochenende so extrem spitzen Werte, die wir noch nie in Europa, noch nie in Deutschland hatten. Wir werden wahrscheinlich auch, was die Zahl der Opfer angeht, erst in ein paar Tagen annähern, das war ausmaß mitgeteilt bekommen. Und je heißer es wurde, um es mal so zu sagen, desto weniger Medien konnten es sich erlauben, da auch die Hintergründe mal zu, also nicht zu beleuchten, dass das eben mit der Erdderhitzung, dass das mit der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas zu tun hat. Und da hat sich schon einiges gebessert. Also ein Beispiel ist der Deutschlandfunk, der z.B. über seine Meldungen, ich hab das heute Morgen es wieder gelesen, über die Erhitzung der Meere, den das kleine Stichwort Klimawandel oben drüber schreibt. Das ist ein kleines Ding, ein einziges Wort, das aber den Kontext im Kopf schon herstellt, bevor man anfängt, den Artikel zu lesen. In britischen Zeitungen haben wir das sehr viel, dass das schon in die Neurschriften ist. In Deutschland hat man offenbar Angst vor den Begriffe gehabt, weil es ja einige gibt, die dann sofort eine Welle lostreten und sagen, "Was hat das denn mit dem Klimawandel zu tun?" Das glaub ich schon immer mal heiße, Sommer und heiße Tage. Also das hat sich schon an manchen Stellen etwas geändert. Das ZDF hat ein großes Spezial gesendet. Ich weiß gar nicht, wenn ich im Tag auf jeden Fall eine Dreifel stunde lang, war auch ein sehr interessanter Beitrag drin, weil der genau diesen Zusammenhang hergestellt hat und erläutert hat. Zwischen dem Wetter, das wir momentan hatten, und der Klimaentwicklung, die ja langfristig gesehen wird. Und wie diese Klimaentwicklung natürlich auch damit zu tun hat, dass wir Kohle in den Gas verbrennen. Also diese Ausreißer oder diese Beispiele gibt es auch. Und ich hoffe, dass es immer mehr werden. Aber warum braucht es dann dafür immer so eine große Krise, damit das den Weg in so viele Medien schafft, dass auch wirklich die breite Bevölkerung und damit dann auch die Politik davon Kenntnis nimmt? Ja, warum? Pruh, ja, da gibt es viele Gründe. Also das eine ist der Mensch selbst, der Mensch verdrängt gerne. Und vielleicht ist das auch bei Redaktionsleiterinnen und Redaktionsleitern so, dass sie sagen, das ist ein Thema wie viele andere auch. Und da wir sowieso nicht jetzt wirklich eine Lösung bringen können, wie bei manchen anderen Themen, da wird dann hin und her diskutiert, erhöhnen wir irgendein Beitrag oder irgendeiner Steuerersenken das, dann haben wir die Lösung. Das ist da ein bisschen komplexer und dann lässt man das überweckt. Das ist mal, sagt man, eine gutwillige Interpretation. Etwas etwas böse, weniger wäre, da sie vielleicht tatsächlich auch unter denen, die entscheiden, in den Redaktionen Leute gibt, die das gar nicht glauben, dass es so ein engen Zusammenhang gibt. Oder zumindest nicht glauben, dass es so dramatisch ist, wenn manche Wissenschaftler sagen, manche reden ja sogar von Alarmismus. Und die dritte Erklärung, die geht dann schon ein bisschen tiefer, ist vielleicht das auch der Druck durch diejenigen, die daran verdienen, wirklich im Wassen sind oder das Wort, dass wir weiter eben Kohle, Öl und Gas verbrennen und nicht den Fokus auf die Bekämpfung der Klimakrise legen, dass die ja auch ihren Einflussgelten machen, über diverse Wege, die wir manchmal gar nicht so direkt erkennen, die haben Medienagenturen, Peragenturen, die haben Kontakte zur Politikerin und Journalistinnen, dass die auch ein bisschen Einfluss haben oder ein bisschen das untertreben gemessen, an dem was sie daran verdienen, an jedem Tag, den diese fossilen Brennstoffe weiter gefördert, subventioniert und verbrannt werden, ist der Aufwand, den sie da in der Richtung finanziell und sonst viel leisten, noch relativ gering. Ich habe dich richtig verstanden. Wir, ich schär uns jetzt mal über einen Kampf, dass wir Journalistinnen nicht alarmiert genug. Es kommt zumindest nicht in dem Anweis, wir dann nachher publizieren und nicht in dem Maße, sage ich mal. Es gibt eine Reihe guter Beispiele. Wir verleihen ja schon seit zwei Jahren oder drei Jahren heute, im dritten Jahr, den deutschen Preis für Klimaschanalismus, den wir auch ins Leben gerufen haben, wo wir diese positiven Beispiele herausheben und hervorheben. Aber es muss sozusagen, um ein ganz böses Wort, zu nennen, es muss im Mainstream ankommt. Denitiative Klimaveracht will ja, das vor der Tageschau so ein regelmäßiger Sendeplatz gemacht wird. Da wird alles möglich gemacht, da ist es vor 8 und was weiß ich nicht. Alles, aber das ist der Punkt, der dazu führen könnte, dass bei uns die Klimakrise, die alle Bereiche, wie wir jetzt bei der Hitze, weil wir ja ganz drastisch erlebt haben, unseres Lebens betrifft, dass die dann auch als so ein Dauer in Anführungsstrichen Thema angenommen und wahrgenommen wird. Und dass wir dann Opfel-Local-Jondanismus machen, Wirtschafts- und Anlassmus-politische Berichterstattung, Auslandsberichterstattung, immer wieder, alles, was dort auf Ploppt auch in Zusammenhang setzen mit der Klimakrise. Und das nicht als ein Spezial-Thema anschauen, dass in vielen Fällen immer noch so eine Gertoyisierung erdebt in den Wissenschaftsabteilungen von Zeitungen Funkenfern sind. Diese Kasse Hitze ist ja tatsächlich die einzige Kreatastrophe. Wir haben Überschwemmungen, wir haben Dürre. Im Grunde selbst Wohnungsbau, Energiethemen. Alles Mögliche müsste eigentlich immer auch als Klima-Thema fandelt werden. Also eigentlich müssen wir eine konstante Kreatastrophen-Berichterstattung haben. Ist das überhaupt ansatzweise in den Reaktionen angekommen? Wird das da wenigstens intern reflektiert? Ich kann das schlecht beurteilen. Ich glaube zumindest nicht ausreichend oder so ausreichend, dass es Veränderungen dann in der Berichterstattung gibt. Ich habe eher sogar den Eindruck, dass in manchen Medien sogar noch so eine Entwicklung zurück ist. Also die ID-Plan, ihre Wissenschaftsredaktion bei Tageschau.de abzuschaffen. Oder im Deutschlandfunk gibt es Bestrebungen, die Fachredaktionen und die Fachsendungen einzustampfen oder zumindest im Dienerienprogramm. Und damit dann auch.
ein großes Potenzial an Kenntnis, das dort vorhanden ist, auch in Form von freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dann eben nicht mehr in der Sendung auftauchen und dann irgendwo anders hingehen, im günstesten Fall oder arbeitslos werden. Das sind Entwicklungen, die uns sehr viel sorge machen. Und ich kann nur hoffen, dass solche Ereignisse, wir hatten das damals auch nach der Art halb flut, das wieder wir gesagt haben, jetzt muss aber doch den Leuten irgendwie ein Licht aufgehen. Das ist nicht passiert. Das hat eben auch viel mit der Verdrängung zu tun. Tatscha Müller, der Klimaaktivist. Ja, sagt immer, das ist das normale Verhalten, damit habe er gerechnet. Je größer das Problem wird, desto größer wird auch die Neigung, das Ganze zu verdrängen und nicht darauf angesprochen zu werden. Und wer populistischen Journalismus macht und den Leuten immer nach dem Mund redet und Journalismus als wohlfühlveranstaltung missverständ. Der Kandanzer dem Schuss kommen und sagen, wir belästigen die Menschen nicht mit diesem ewigen Klimawandel. Das ist doch ohnehin eine Angelegenheit. Die können wir nicht in Deutschland, die können wir nicht in Köln oder die können wir auch nicht in Europa lösen und sich alle möglichen Ausreden einfallen lassen, dass nicht jeden Tag und bei jeder Gelegenheit zu thematisieren. Ist das Publikum, also fühlt es Publikum sich denn überhaupt belästig? Klar, aus den rechten Schwobel-Ecken kommt man so was ja regelmester, alles gar nicht so schlimm. Früher war es auch heiß im Sommer. War es das eigentlich? Nee, ne? Was früher hatten wir früher schon so viele Zitote? Nein, nein. Also die Fachleute sagen, ob man das jetzt Mist an der Zahl der Hitze Toten oder an den Grad zahlen, wir hatten in Deutschland noch nie 41,5 oder 6 Grad nicht nur im Juni, sondern überhaupt im ganzen Jahr nicht. Da waren Spitzen Temperaturen, die kanten wir hier nicht. Und eine Hitzewelle von am Stück in Köln hatten wir glaube ich fast 14 Tage, am Stück Temperaturen über 30 Grad und nachts Temperaturen, die nicht unter 20 Grad ging. Nein, das sind alle Sonne entwickeln und da sind das, das ist faktisch leicht nachweisbar. Da gibt es ja viele, die sich damit befassen. Was manche Programmentscheidern und Entscheidern anführen, ist auch so ihr wie so ein gefühltes Publikumsverständnis. Das wird ja nicht, die kommen dann mit Umfragen vor Wahlen und dann steht dann Klimakrise unten auf dem letzten oder vor letzten Platz. Ja, klar, wenn das nicht in den Medien erscheint, das ist mit vielen Problemen so. Die Medien, das ist ja so eine Wechselwirkung, wenn ich ein Problem stark betone, ich sag nur damals Messerstecher attacken vor der letzten Bundesdasswahl. In jeder Sendung, in jeder Nachrichtensendung, es waren ja auch eine Reihe von Attentate, aber im Medial war das aus meiner Sicht total überbetonend und das hat dann auch entsprechend auf die Umfragen gewirkt. Umfragen sind aber nicht das an dem sich Journalisten und Medien orientieren sollten. Ihr Auftrag ist ja der Menschen die Realität wiederzuspiegeln. Und die Klimakrise ist ja eine solche Realität. Das ist Physik, die lässt sich nicht weg diskutieren und das CO2, das wir schon in die Erde geblasen haben, entwickelt gerade seine Wirkung. Wir werden nicht selbst von heute auf morgen auf null gingen, nicht verhindern können, dass die Erdderhitzung noch ein Stück weitergeht, aber jedes Zehntel gerade, dass wir erreichen, dass wir in Zukunft möglicherweise verhindern, dass erleichtert uns das Leben auf diesen Planeten und was erleichtern bedeutet, das weiß man, wenn man 14 Tage hintereinander über 30 Grad erlebt hat in einem Kanahnung, im Meetshaus oder bei der Arbeit oder in der Schule, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Diese beim Publikum angenommenen Sorglosigkeit ist die eine Sache. Es gibt auch noch Vertrauen beim Publikum, wenn dann hinreichend oder angemessen berichtet wird über die Erdderhitzung. Vertrauen die Menschen, dann immerhin noch der Klimabrichterstattung oder denken die da auch ja die erzählen und die sind alarmistisch, wie du es am Anfang genannt hast. Sag mal mal anders rum, also wenn man in einer Situation, wie wir sie jetzt in den letzten 14 Tagen gehabt haben und jeder und nicht nur die, die im A-Tal wohnen, mitbekommen, dass es verdammt heiß geworden ist und dass es wirklich schwierig ist unter den Bedingungen, wie die Städte gebaut sind und die Wohnung und so weiter, das zu ertragen, dann in den Medien der Eindruck erweckt wird, als sei das eine Natukatastrophe, wie sie häufig passiert und dass man die Ursache nicht beim Namen nennt und damit auch den Menschen nicht die Möglichkeit gibt, Mittel und Langfristig das Ganze zu bekämpfen. Überhaupt, dass man es mal zu durchdenken. Ja, also die Lösung besteht ja nicht darin, dass sich jeder jetzt eine Klimaanlage ins Haus baut. Klar werden wir mehr brauchen davon, aber das ist ja nicht die Lösung, das wissen wir alle. Und wenn ich als Medium das, was sie Menschen im Alltag erleben, nicht widerspiegel und nicht ernst nehme, das haben wir bei vielen anderen Problemen bei der Armut, bei der Wohnungsnoten, an anderen Problemen auch, dann untergräbt es natürlich die Glaubwürdigkeit solcher Medien. Dann ist das vielleicht schön für die AfDler oder auch andere, die den Klimawandel leugnen oder zumindest die Konsequenzen nicht haben wollen, die den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen nicht vorantreiben wollen und ähnlich ist. Die hat man dann vielleicht auf seiner Seite, aber das ist mit dem reinen Leben der Menschen zunehmend nicht mehr kompatibel und das ist sozusagen die positive Lehre aus dieser extrem hitze, die wir hatten und die mit Sicherheit, das sagen ja viele Meteorologen und Klimaforscher. Das war nicht das Ende der Fahnenstange leider. Das jetzt zu dem, was man so aus den Medien gehört, wo ich stunglich wenig gehört habe, ist aus der Politik, was ist denn da eigentlich los? Ja, da haben wir ja gerade erst in unserem jüngsten Artikel aufgespieß, das ist erschreckend. Also selbst wenn Sommerpause wäre, die wir noch längst nicht haben, kann man noch erwarten, dass Politikerinnen und Politiker im Land, im Bund, sich zu einer solchen Entwicklung äußern. Es gab ja dann auch Sondersendungen. Es gab ja den Brennpunkt in der AID. Es gab die Spezial in MCTF und die Zeitungen waren von vorne bis hinten, ob sie übersport über Politik oder über lokales Berichtet haben, ja voll davon. Und politische, verantwortliche an der Spitze der Bundeskanzler äußern sich nicht. Und Medien versuchen, ich weiß es jetzt zum Beispiel hier aus Nordrhein-Westfalen, den Ministerpräsidenten oder den Umweltministerin, die Umweltministerin und Klimamministerin vor die Kamera zu bekommen und sie weigern sich in einer solchen Situation. Das ist noch nicht mal ein Medienversagen, sondern es ist tatsächlich origineär der Politik anzulasten. Es ist auch ein Medienversagen. Also, dass sie jetzt angefragt werden. Das habe ich jetzt erst so in den letzten zwei, drei Tagen mitbekommen. Sie hätten ja schon viel früher Interviews anfragen können. Und die Hitzewelle ist ja nicht von einen auf den anderen Tag gekommen. Sie hat ja vor angefangen von dem Prognosen der Meteorologen. Da wusste man es schon eine Woche vorher. Als wir mitten drin waren in der Hitzewelle, dass die Prognosen dann auch in den nächsten Tag und noch ein Tag und noch ein drauf. Da hätte man spätestens, hätte man zum Beispiel eine Talkshow veranstalten müssen und sagen müssen, so wer hier nicht hinkommt, der diskqualifiziert sich selbst dadurch. Das ist ja auch so ein bisschen die politische Funktion von Talkshows. Wenn man vermeintlich oder wirklich dringendes Problem hat, dann können sich viele politikerinnen und politiker nicht leisten, dort nicht hinzugehen. Aber diese Druck wurde von den Medien nicht aufgebaut. Die hat man zu lange so machen lassen, sich verstecken lassen, dass man meinen könnte, sie hätten überhaupt nichts damit zu tun. Und das, was dann vom Regierungsbrecher kam, das ja gesagt hat, na ja, unsere Klimapolitik ist wirksam. Das klang ja wie der Blanko-Rohn für alle die in den Notaufnahmen sich da haben behandeln lassen. Also das sind Dinge, die miteinander korrigieren. Die hat und Weise die Medien, die Politik in den letzten Jahren, aber auch in den letzten Tagen, wo es ja nicht mehr zu leugnen war, dass die Klimakrise auch in Deutschland massive Auswirkungen hat. Jürgen Derschner, vielen Dank. Danke dir. Holger ruft an, es ein Podcast von Übermedien, dem unabhängigen Werbefreienmagazin für Medienkritik, ausschließlich finanzieiert durch unsere Community. Ein Abo gibt es ab sechs Euro monatlich und dafür gibt es sofort Zugang zu allen Artikeln und obendrauf unseren wöchentlichen Newsletter. Wer unabhängige Medienkritik ebenfalls unterstützen möchte, findet alle Infos auf übermedien.de Und dort gibt es auch reichlich über Medien zu lesen, bis wir in den nächsten Folge auch wieder über Medien reden. Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit. Und hier noch ein Tipp zum Weiterhören. In der aktuellen Ausgabe von Nice und Nötig ist Christian Bollard, zugast bei Annika Schneider. Der hat einen neuen Regional-Protkast für Sachsen-Anhalt gestartet. Da Zwischen heißt der und es geht ausnahmsweise mal kaum um die extreme Rechte, sondern um sinnvolle Projekte wie zum Beispiel Start-ups oder Dorfläden. Wir haben auch einen großen Vorteil, weil unser Team eine große Sachsen-Anhalt-Expertise mitbringt. Also die beiden Hosts, Kathia und Marie sind in Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Die kennen die Leute, Kathia kommt aus Magdeburg, Marie kommt aus Dessau-Rosslau. Meine Verwandten kommen aus der Altmark im Norden. Das heißt ich habe auch eine Verbindung dazu. Ich glaube wir haben eine riesen Chance.
auch übersetzter zu sein und Leuten zuzuhören und ihnen auch eine gewisse Form von Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit zu geben. Und das ist was, was wir sehr stark eigentlich bei all unseren Themen, die wir bisher so gemacht haben spüren. Selbst wenn wir über kranken Tage in Sachsen-Analt reden, dass die Krankenkassen sagen, krass der MDR oder auch die Mitteldeutsche Zeitung oder die Volksstimmen, haben sich schon lange nicht mehr so intensiv mit so einem Thema beschäftigt. Danke, dass ihr da seid. Und als und nötig findet ihr, wo ihr eure Podcast findet.
Podcast Summary
Key Points:
Die Klimakrise wird in deutschen Medien oft nicht angemessen thematisiert, insbesondere bei Extremwetter wie der jüngsten Hitzewelle.
Der „Brandmelder“ ist eine Initiative des Netzwerks Klimajournalismus, die strukturelle Probleme in der Berichterstattung aufzeigen und Redaktionen unterstützen will.
Es gibt positive Beispiele wie den Deutschlandfunk oder ZDF-Spezials, die den Klimabezug herstellen, aber insgesamt fehlt eine konsequente Einordnung.
Politiker*innen, darunter der Bundeskanzler, schweigen während der Hitzewelle weitgehend, was als Versagen der Politik und teils der Medien kritisiert wird.
Medienabbau, wie die Abschaffung von Wissenschaftsredaktionen, verschärft das Problem und gefährdet Fachwissen.
Die Berichterstattung sollte die Klimakrise als Querschnittsthema in allen Ressorts verankern, nicht nur als Spezialgebiet.
Summary:
In diesem Gespräch kritisiert Jürgen Derschner, Energie-Experte und Gründer des Netzwerks Klimajournalismus, die unzureichende mediale Berichterstattung über die Klimakrise, besonders während der jüngsten Hitzewelle in Deutschland. Er erklärt, dass viele Medien über die Hitze berichteten, ohne den Zusammenhang mit der Erderhitzung oder der Verbrennung fossiler Brennstoffe zu erwähnen. Der „Brandmelder“, eine Initiative des Netzwerks, zielt darauf ab, strukturelle Fehler in Redaktionen aufzuzeigen und Journalist*innen zu helfen, besseren Klimajournalismus zu leisten, statt Einzelpersonen an den Pranger zu stellen.
Derschner lobt vereinzelte Beispiele wie den Deutschlandfunk oder ZDF-Spezials, die den Klimabezug herstellen, bemängelt jedoch, dass solche Einordnungen nicht zum Standard gehören. Zudem kritisiert er das Schweigen der Politik, etwa des Bundeskanzlers, während der Hitzewelle, und die Weigerung von Minister*innen, Interviews zu geben – ein Versagen, das auch die Medien nicht früh genug thematisiert hätten. Er verweist auf den Abbau von Wissenschaftsredaktionen, der Fachwissen gefährde, und betont, dass die Klimakrise als Querschnittsthema in allen Ressorts – von Lokalem bis Wirtschaft – behandelt werden müsse.
Abschließend warnt er, dass eine Vernachlässigung des Themas die Glaubwürdigkeit der Medien untergrabe und die Menschen nicht in die Lage versetze, langfristige Lösungen zu verstehen. Die Hitzewelle sei nur ein Vorgeschmack auf kommende Extreme.
FAQs
Der Brandmelder ist ein Projekt des Netzwerks Klimajournalismus, das auf strukturelle Probleme in der Klimaberichterstattung aufmerksam machen will. Ziel ist es, Redaktionen zu helfen, besseren Journalismus in Zeiten der Klimakrise zu machen.
Viele Medien berichten über die Hitze, ohne den Zusammenhang mit der Klimakrise oder der Erderhitzung zu erwähnen. Die Berichterstattung sei nicht angemessen angesichts der Bedrohung und des Tempos der Entwicklung.
Der Deutschlandfunk setzt über Meldungen zur Erhitzung der Meere das Stichwort Klimawandel, und das ZDF sendete ein großes Spezial, das den Zusammenhang zwischen Wetter und Klimaentwicklung erklärte. Zudem wird der deutsche Preis für Klimajournalismus verliehen.
Es fehlt an Geld, Personal, Achtsamkeit und Fachwissen. Fachredaktionen werden abgebaut, und es gibt Entscheider, die den Klimawandel nicht für dramatisch halten oder dem Publikum nach dem Mund reden.
Politiker wie der Bundeskanzler äußern sich nicht, und in Nordrhein-Westfalen weigern sich Ministerpräsident und Umweltministerin, vor die Kamera zu treten. Medien hätten früher Interviews und Talkshows forcieren müssen.
Medien haben zu lange zugelassen, dass sich Politiker verstecken, und keinen Druck aufgebaut. Die Aussage des Regierungssprechers, die Klimapolitik sei wirksam, wird als unangemessen kritisiert.
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