Hochsensibilität bei Kindern: Geschenk oder Herausforderung?
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Die Erkenntnis, dass der Sohn hochsensibel ist, hat das Familienleben tiefgreifend verändert. Die Eltern haben erkannt, dass die intensivere Wahrnehmung des Kindes in bestimmten Situationen – wie vollem Spielplatz oder lauten Umgebungen – zu Überreizung führt. Dies hat sie dazu gebracht, Situationen vorherzusagen und frühzeitig zu intervenieren, um das Kind zu schützen. Die Eltern haben gelernt, gemeinsam abzustimmen und einheitlich zu reagieren, um das Kind in Sicherheit zu fühlen. Hochsensibilität ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Gabe: das Kind zeigt ein feines Gefühl für Emotionen, Geschmack und Gerechtigkeit, was für eine tiefgreifende Bindung und besondere Fähigkeiten sorgt. Diese Gabe wird jedoch durch die emotionalen und sensorischen Belastungen beeinträchtigt, weshalb die Eltern viel Aufmerksamkeit auf die Regulierung der Emotionen und die Entwicklung von Ruhepausen legen. Ein zentrales Ziel ist es, nicht nur die Herausforderungen zu bewältigen, sondern auch das Potenzial der Sensibilität zu fördern – etwa durch berufliche oder soziale Entwicklung. Die Erfahrung zeigt, dass das Verständnis für die andere Perspektive, das gegenseitige Vertrauen und die gemeinsame Erklärung von Situationen entscheidend sind, um ein harmonisches und stabileres Familienleben aufzubauen.
Was hat sich für dich verändert, als wir entdeckt haben, dass unser Sohn hochsensibel ist?
Also als wir zu dieser Erkenntnis kamen, wo wir ja auch Unterstützung bei hatten, war das erstmal schon so ein Aha-Moment, rückblickend auf die letzten Jahre.
Also ich habe mich natürlich in der Tiefe dann mal mit dem Thema beschäftigt, habe viel darüber gelesen.
Und es war für mich so, dass ich rückblickend auf das Leben von ihm geschaut habe oder auf unser Familienleben.
Und dann so einzelne Situationen mir als Impuls hochkamen, wo ich dachte, ah, okay, jetzt mit diesem Blickwinkel gesehen, macht das Sinn, warum die Situation so verlaufen ist, wie sie verlaufen ist.
Also so ein Muster hat sich bei mir im Kopf eher verfestigt, dass ich das mehr nachvollziehen konnte.
Und natürlich ist unser Sohn immer noch der Gleiche, auch jetzt mit diesem Blickwinkel.
Mit dieser Gabe oder Herausforderung, da kommen wir auch noch drauf, die er jetzt nur mitbringt.
Aber es macht das Familienleben schon anders.
Also ich gehe jetzt an bestimmte Situationen schon anders ran, mit einem anderen Wissen einfach und merke auch, dass das manchmal wirklich ein Vorteil ist.
Welche konkrete Situation ist dir denn so in den Kopf gekommen, direkt als du zurückgeblickt hast und nochmal neu reflektiert hast?
Und wo ich mich gefragt habe, warum die Situation so in eine Richtung verlaufen ist, die vorher nicht vorhersehbar waren.
Mach mal ganz konkret, welche denn zum Beispiel?
Also wir waren zum Beispiel mal mit ihm auf dem Spielplatz, wo es sehr, sehr voll war und wo es in dem Moment ganz schwer war für ihn, sich zu orientieren, sich an Regeln zu halten in dem Moment, wo viele Kinder waren, vieles durcheinander.
Und es war unbekannt für ihn, es war eine hohe Geräuschkulisse.
Und eigentlich, ich das Gefühl hatte, es ist eigentlich ein schöner Sommertag, wir hatten davor eine entspannte Sache gemacht.
Und ich mich gewundert habe, warum bei ihm so viel Emotion hochkam in dem Moment und warum es nicht mehr möglich war, ihn richtig anzusprechen.
Also warum ich nicht es aufbauen konnte in dem Moment, mit ihm in Ruhe zu sprechen und zu sagen, Mensch, was ist denn los?
Was passiert denn hier gerade, dass dich das gerade so unglücklich macht?
Oder warum bist du denn so wütend? Warum bist du denn so traurig?
Und jetzt rückblickend mit dem Wissen von heute war sein Filter einfach dermaßen voll, dass er gar nicht mehr aufnahmebereit war.
Und das, was ich in dem Moment versucht habe, ihn anzusprechen, ihn in irgendeiner Form aufzufangen, war schon viel zu spät.
Und das habe ich jetzt rückblickend auch mit Situationen, die jetzt heute passieren im Vergleich.
Wenn ich jetzt das Wissen habe, okay, wir kommen in ein bestimmtes Schema, was ihm schwerfällt.
Wenn ich früher eingreife, wenn ich früher beobachte, noch nicht da dran bin, dass ich es schaffe oder wir es schaffen, Situationen noch umzulenken.
Oder ihn eher dafür zu sensibilisieren, auf sich zu achten und zu schauen, geht es dir gut damit? Ist alles in Ordnung?
Genau.
Ja, die entsprechenden Muster, die haben wir ja vorher schon reflektiert und auch viele erkannt.
Das Label hochsensibel, das war jetzt dann nur nochmal.
Ich glaube, dass man es einfach stehen hat und weil es auch manchmal ganz gut ist, weil wir sind ja bei uns so geprägt, dass wir für alles irgendwie am liebsten eine Diagnose oder ein Label haben wollen, damit das auch anerkannt wird.
Weil das ja sonst immer, ja, hast du das selbst diagnostiziert oder hast du das selbst, hast du dir so erdacht, ja, ja, hochsensibel.
Das ist bei mir so wie mit meiner Zöliakie, wenn ich dann irgendwo im Restaurant oder irgendwem sage, ich muss mich glutenfrei ernähren, dann ist der erste Weg immer so, ah, das ist so ein Lifestyle-Ding, oder?
Ich habe da wirklich eine Erkrankung, bei mir macht das wirklich was kaputt, wenn ich das esse, ich mache das nicht zum Spaß.
Ach so, okay, also du hast das wirklich.
Und das merkt man hier natürlich dann auch, dass es manchmal ganz gut ist, wenn man eben sagen kann, da gibt es ein fremdes, unbeteiligtes Institut, das hat verschiedene Testverfahren mit ihm durchlaufen und kam zum Ergebnis, dass er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, 90% hatten wir ja fast als Wert, hochsensibel ist.
Das bedeutet laut Aussage der Psychologen dort 90%.
Und ist maximal hochsensibel eigentlich, bist am obersten Rand dran.
Und ich finde, was ganz schön ist, das haben wir aber, wie gesagt, vorher mit den Mustern ja auch schon gesehen, dass man am Anfang hat man noch, finde ich, immer die Problematik, und das hört dann nämlich nach und nach auf, dass sich das noch so random anfühlt.
Du gehst zehnmal zum Spielplatz und sechsmal klappt das gut und viermal eskaliert das und du fragst dich, warum?
Ja.
Was soll das jetzt, was ist hier heute anders?
Bis man irgendwann merkt, warte mal, das eskaliert immer dann, wenn der Spielplatz total voll ist und die Sonne besonders doll scheint, also es heute warm ist.
Ja.
Ah, okay, das sind irgendwie Faktoren, was ist denn da los?
Und merkt dann, wir probieren es nochmal aus, ah, es ist leer auf dem Spielplatz, es funktioniert super, ah, okay, es ist voller, es funktioniert wieder nicht.
Und was, was passiert da?
Alles klar, irgendwie muss das was mit vielen Menschen zu tun haben.
Und so setzen sich immer mehr Positiven.
Und das ist halt auch das Spannende, wenn man selber ja auch sehr reflektiert ist, und das sind wir beide ja nun, dass man schon versucht, ein Muster zu bilden, aber wenn man nicht weiß, welche Faktoren man einbeziehen sollte, um dieses Muster zu bilden, wie du sagst, Sonnenschein, etwas blendet ein, ein bestimmter Geruch, Menschenmengen und so weiter, da kommen wir ja nochmal im Detail gleich drauf zu sprechen, dann suchst du auch so ein bisschen die Nadel im Heuhaus.
Und dann fängst du auch an, natürlich ganz viel zu interpretieren.
Also, da kannst du ja von bis alles rein interpretieren, was denn los ist.
Du möchtest dir das natürlich auch schön machen.
Das ist ja immer so, du willst eine angenehme, harmonische Stimmung haben, du möchtest das Kind glücklich ist, man möchte einen schönen Tag haben.
Und dann fragt man sich ja, wo ist die Stellschraube, an der ich jetzt drehen darf?
Ja, es führt auf zu viel Anerkennung, weil ich bin ja bei vielen Dingen eher pragmatisch, das heißt, wenn jetzt irgendwas nicht so schmeckt,
wie ich es mir wünsche, dann macht es mich trotzdem satt, also esse ich es dann halt.
Aber bei unserem Sohn ist es ja ganz häufig so, dass Dinge, die für mich relativ ähnlich bis gleich schmecken,
die ich einfach problemlos essen würde, für ihn eben gar nicht mehr möglich sind.
Wo man dann rauskommt aus dem Stell dich nicht so an, hin zu, okay, für ihn ist es gerade wirklich unerträglich eklig,
weil er in meiner Vorstellung halt 10, 15 mal besser und feiner schmecken kann als ich.
Und ich kann einfach diese Nuance nicht schmecken, so wie man vielleicht bei einem Hund hat,
dass der eben Piepgeräusche hören kann oder Piepgeräusche, also ganz hohe Töne, die ich selber eben dann nicht höre,
wo ich ja auch nicht irgendwie sagen würde, jetzt stell dich nicht so an oder das ist quasi einfach anatomisch oder von den Neuronen her anders.
Was man ja auch bei so einem Test, haben wir es auch mal festgestellt, beim Hörtest, dass er andere Töne hören kann,
eine andere Range hat als normalerweise.
Ja, sensible Menschen, festgestellt durch einen Arzt, wo man auch wieder sagen kann,
das hat jemand anderes rausgefunden, das haben nicht wir selber uns erdacht.
Ja, wir sprechen heute über das Thema Hochsensibilität bei Kindern.
Das hat einen Anteil Geschenk, einen Anteil Herausforderung und dem wollen wir uns heute widmen,
vor allen Dingen aber auch, was das eben für uns oder euch als Eltern bedeutet,
denn das kann ja durchaus eben besondere Herausforderungen, Stresssituationen und auch Konflikte zwischen Eltern,
herbeiführen, denn wenn der eine sagt, hey, lass ihn doch, der schmeckt es halt so und der andere sagt,
der soll sich nicht so anstellen, ich kenne das auch, dass gegessen wird, was auf den Tisch kommt,
dann haben wir eben auch als Elternpaar bestimmte Herausforderungen miteinander.
Du bist im Podcast der Lebensiderlisten gelandet, mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung.
und wir auch viele Paare in Coachings schon begleitet haben.
Auch auf die Podcast-Folge oder die Folgen zur Gefühlsstärke
haben sich viele Paare bei uns gemeldet
und sind auch dann speziell zu uns ins Coaching gegangen,
weil sie eben gemerkt haben,
dass natürlich diese Kombination aus fundierter Methodik
plus eigener Erfahrungswelt extrem hilfreich ist,
weil man einfach aus anderen Blickwinkeln berichten kann.
Und in der letzten Folge haben wir ja schon
über Hochsensibilität bei Erwachsenen in der Partnerschaft erzählt
und haben da ja schon grob eingeleitet.
Deswegen wollen wir ein paar Fakten zur Hochsensibilität
nur schnell überfliegen,
bevor wir dann direkt in die Tiefe einsteigen, würde ich sagen.
Also 15 bis 20 Prozent der Menschen sind hochsensibel.
Das kann von Geburt an da sein oder sich erst entwickeln.
Dennoch gibt es viele Kinder,
bei denen Hochsensibilität vermutet wird
und somit auch viele Eltern,
die eben vor dieser Herausforderung stehen.
Leider gibt es keine genauen Zahlen,
weil es eben kein Thema ist, wozu es viele Studien gibt.
Auf der anderen Seite eben auch etwas,
was nicht klassisch diagnostiziert wird,
entsprechend auch von Krankenkassen ja nicht erfasst wird,
wie oft wird das diagnostiziert,
wie oft müssen wir da irgendwelche Leistungen vielleicht erbringen oder so.
Ich fand das auch da an dem Punkt sehr spannend,
als wir damals dann vor dieser neuen Information standen
und man ja auch mal schaut, was gibt es denn da,
für Unterstützung.
Also welche Experten gibt es denn da für Kinder, für Eltern?
Und da war ich doch erschrocken,
wie wenig wirklich es gibt.
Also wie wenig fundierte,
gute Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
Wir haben da jemanden gefunden,
aber trotzdem ist es so,
dass es zu diesem Thema
ja manchmal ein, zwei Sätze auf einer Homepage irgendwie gibt,
aber gerne auch eher Richtung Erwachsene,
aber bei Kindern eher weniger.
Wahrscheinlich natürlich auch, muss man ehrlich sagen,
weil wir da auch im Selbstzahlerbereich sind
und es nichts ist, was über die Krankenkasse abgerechnet werden kann
und es halt noch eine Nische ist durch das Softlabel.
Und wenn man sich dann umschaut,
dann sieht man, dass die, die in diesem Feld beraten,
meistens selbst hochsensibel sind
oder Kinder selber haben, die hochsensibel sind.
Also dass sie ja eben aus der eigenen Erfahrung heraus
anderen Menschen helfen.
Und eben nicht alle Erfahrungen selbst voll durchleben zu müssen,
alle Fragen alleine durchstehen zu müssen,
sondern auf viele Fragen
vielleicht schon mal so passende Impulse Antworten zu bekommen.
Weil man muss natürlich auch sagen,
jetzt könnte man auch denken,
naja gut, das Kind ist hochsensibel,
das ist jetzt ja keine richtige Diagnose,
warum ist das denn alles so schlimm?
Jetzt kann man aber auch den Blickwinkel haben und sagen,
okay, wenn jemand hochsensibel ist,
wenn er einfach oder sie dieses Paket mitbringt,
diese Persönlichkeitsstruktur,
was heißt das denn für eine Familie?
Was heißt das denn für uns als Eltern?
Und das kann nämlich sehr herausfordernd sein.
Das ist ja nicht so, dass es immer nur eine Gabe ist.
Das ist das Schöne, was du sagst.
Wenn ich gut hören kann, wenn ich super schmecken kann,
wenn ich ein Feingefühl habe für andere Menschen
und auch das Gefühl habe,
ich kann mich in andere Menschen gut hineinversetzen
oder spüre auch so ein bisschen die Energie von anderen Menschen schnell,
die Gefühle hinter der Fassade,
gibt es bestimmt tolle Jobs.
Ohne Ende, wo du als Mensch mit diesen Fähigkeiten
eine Besonderheit und sehr begehrt bist,
aber als Kind in einer Entwicklung
bringt das doch ganz schöne Herausforderungen mit sich.
Und da musste ich so an unseren letzten Urlaub denken,
als ich mich jetzt auf die Podcast-Folge vorbereitet habe.
Vielleicht erinnerst du dich noch, wir waren in einem Lokal
und ihr beiden hattet das gleiche Gericht bestellt
und er hat sehr genau geantwortet,
was ihm an diesem Gericht jetzt nicht so gut geschmeckt hat.
Also er konnte genau sagen, okay, das war zu weich,
das war zu fettig.
Genau, zuerst war es zu fettig,
dann haben wir das ganze Fett abgetupft und so,
dass alles weg war.
Die Konsistenz der Wurst war zu weich.
Ja.
Und was hatte er noch?
Das war das Beides.
Das war das Beides, ja.
Genau, und das hat er ja auch in einer sehr wertschätzenden Art,
als die Kellnerin gefragt hat, wie es ihm geschmeckt hat,
wiedergegeben.
Und jetzt wird man natürlich schon so denken,
okay, das ist ein sehr gutes Gericht,
Gourmetkind.
Aber er nimmt es halt so wahr
und er kann das so schmecken.
Für dich war es unauffällig.
Nee, unauffällig war es tatsächlich nicht.
Ich habe auch gemerkt, dass die Wurst sehr weich innen war.
Ja.
Und die Konsistenz nicht optimal,
aber es war eben für mich pragmatisch egal.
Ja, genau.
Es hat bei dir keinen Impuls, dass du das,
ich glaube, du hättest es jetzt nicht gesagt, in dem Sinne, oder?
Nee, es war jetzt nicht so,
dass ich es hätte wiedergeben müssen als Feedback, nee.
Nee, genau.
Und dann ist was ganz Spannendes halt passiert.
Dass ihr halt nochmal auf Toilette gegangen seid
und dann kam die Kellnerin noch
und man hatte gefragt,
ob er gleich noch einen Lolli bekommen darf.
Und dann hat sie gesagt,
dass sie das an den Chef weitergegeben hat.
Das fand ich schon mega, ne?
Also, dass das vom Kind sozusagen auch so ernst genommen wird.
Und der Chef sagte, ja, da hat er absolut recht.
Das ist ihm auch schon mal aufgefallen.
Er hat auch schon eine Rückmeldung bekommen,
dass die Wurst zu weich ist.
Und da hat aber jemand ein sehr feines Gespür
oder sehr feinen Geschmack,
dass der das so wiedergeben konnte.
Er findet das gut,
dass das Leute mal zurückmelden,
weil er würde,
den Metzger gern auch die Rückmeldung geben,
dass das so ist.
Ja, wir wollen heute nochmal schauen,
dass wir versuchen,
mehr Verständnis dafür herbeizuführen.
Das ist auch ganz wichtig aus unserer Sicht,
dass sich beide Elternteile damit beschäftigen.
Wenn einer das primär macht,
ist das in Ordnung.
Aber dass derjenige den anderen voll abholt
und der auch das Verständnis dafür entwickelt,
damit man das besser annehmen kann
und auch mehr nachvollziehen kann,
wie das Kind sich fühlt.
Und da wollen wir ja vor allen Dingen auch draufschauen,
wie kann man als Eltern damit umgehen,
mit dieser Herausforderung zusammen,
als Elternpaar-Team,
wenn es nicht immer so ist,
dass man den gleichen Blickwinkel hat.
Wir können ja mit den Paaren,
die bei uns sind,
immer gut mitfühlen.
Und die Situationen,
die uns erzählt werden,
die erleben wir ja auch regelmäßig selbst.
Also zum Beispiel
dieser starke Drang nach Gerechtigkeit.
Zum Beispiel,
dass man sich nicht mehr so gut fühlt,
dass man sich nicht mehr so gut fühlt,
dass man auch sehr deutlich für andere einsteht.
Ich erinnere Situationen,
wo unser Sohn für andere
in der Schule regeln wollte,
dass diejenigen halt
in der Schlange beim Anstehen
wirklich am richtigen Platz sind,
dass die Lehrer wirklich
aufpassen, dass das gerecht zugeht
und keiner sich vordrängelt
und so weiter.
Das ist ein ganz starker Drang nach Gerechtigkeit,
nicht nur für sich selber,
dass ich gerecht behandelt werde,
sondern auch für die Mitmenschen
in der Umgebung,
dass für die alles gerecht läuft.
Und das ist natürlich etwas,
das kann in die eine
oder andere Richtung führen.
Das kann natürlich das Kind
bei anderen Kindern,
für die es solche Dinge regelt,
erfreulich sein.
Das kann wiederum für die,
die dann betroffen sind,
die sich nach hinten sortieren müssen,
nervig sein.
Das kann sich anfühlen wie jemand,
der petzt oder jemand,
der da immer eingreift.
Jemand, der auch etwas regelt,
was gar nicht in seinen Bereich fällt,
was andere Kinder stören kann,
was aber auch manchmal Lehrer stört.
Dass die sagen, er geht da in die Erwachsenenrolle.
Aber er geht nicht in die Erwachsenenrolle,
er hat nur eine Ungerechtigkeit bemerkt
und innerlich so einen deutlichen Drang,
das verändern zu wollen,
dass er was dazu sagen muss
und das nicht stehen lassen kann.
Auf der anderen Seite
würden die Lehrer versuchen,
voll in ihrer Verantwortung drin sein
und das bemerken und regeln,
müsste er es ja auch nicht tun.
Ein weiterer Punkt ist das Thema Gefühle
und Gefühle in dem Sinne von
wie authentisch ist die andere Person.
Und das finde ich mega interessant.
Als ich das mal so hinterblickt habe
für mich selber,
wie sein Blickwinkel darauf ist,
hat mich das schon sehr beeindruckt.
Weil das zeigt ja auch
oder das spiegelt auch so ein bisschen
unsere Gesellschaft wieder.
Also wie authentisch bin ich als Mensch?
Wie sehr spiele ich vor,
dass es mir gut geht
und eigentlich geht es mir nicht gut?
Wie sind meine Worte, die ich benutze?
Also da sind wir ja in einem
großen philosophischen Thema eigentlich drin.
Und da auch besonders die Gestik und die Mimik.
Also wie gehe ich mit Menschen um,
die immer lächeln,
weil sie in positiver Absicht handeln,
gar keine Frage.
Weil sie sagen,
es soll sich jeder willkommen fühlen,
bei mir ist es alles gut.
Ich bin immer offen,
ich bin immer freundlich,
ich bin immer ansprechbereit.
Aber was ist,
wenn das mit meinem Verhalten,
mit dem, was gerade passiert,
gar nicht zusammenpasst?
Ja, oder mit dem Gefühl,
was derjenige eigentlich innerlich spürt,
aber eben überdeckt.
Und jetzt könnte das
bei vielen Kindern eben
zu Aufbau von Bindung führen,
dass du angelächelt wirst,
dass jemand dir offen gegenüber ist.
Aber bei einem hochsensiblen Kind
kann das eben genau zum Gegenteil
führen,
zum Verlust von Vertrauen,
weil derjenige merkt,
warte mal,
die Ebenen stimmen nicht überein,
da beschwindelt mich jemand.
Da tut jemand so,
als wäre etwas,
aber das ist nicht so.
Ich kann dem gerade nicht vertrauen.
Und dann löst man auf einmal
den gegenteiligen Effekt aus,
den man erzielen möchte.
Und das ist ganz spannend,
weil ich mal beobachtet habe,
welche Menschen in unserem Umkreis
da ein besonderes Match mit ihm machen.
Und das sind wirklich auch Menschen,
die,
ihre Gefühle sehr deutlich zeigen, wo man sagt, okay, das
Das sind nicht immer die einfachsten Personen.
Also auch Personen, die wirklich in ihren Emotionen das auch ein bisschen ausleben.
Aber da kann man andocken.
Da hat man was Handfestes.
Da weiß ich, wenn jemand sagt so, oh Mensch, ey, das ist echt beschissen gerade.
Und man sagt so, oh, okay, das war jetzt sehr deutlich.
Aber dann weiß ich ja, woran ich bin.
Dann hast du so spannende Situationen, dass er dann auf einen zukommt.
Und Erwachsene haben ja eh häufig das Gefühl, dass Kinder weniger verstehen,
als sie in Wirklichkeit verstehen und wahrnehmen und auch nachvollziehen können.
Also da sind wir ja häufig falsch davor.
Bei hochsensiblen Kindern ist das dann meistens noch intensiver.
Man steht da auf einmal vor und sagt, Papa, die lügt ständig und erzählt immer die Unwahrheit.
Warum macht sie das?
Sie weiß doch, dass man das versteht und entlarvt.
Wo du denkst so, ja, vielleicht weiß sie das nicht, dass man das versteht.
Und entlarvt.
Aber du hast auch eine besondere Gabe, das dann entsprechend zu verstehen und zu sehen.
Man kann dir eben nicht so einfach was vormachen.
Warum macht derjenige das?
Ja, um sich zu schützen.
Das sind kleine Notlügen, um nicht in die Verantwortung kommen zu müssen.
Und das ist aber auch wieder ein Thema, was uns als Elternpaar natürlich auch herausfordert.
Weil wenn ich mit so einer Information komme, dann ist das natürlich auch etwas, das klären wir dann ja untereinander.
Aber manchmal wird dann ja auch was gegründet.
Also für ihn wird dann gebraucht, wie gehe ich damit um?
Weil man kann nicht immer die Welt verändern.
Es ist einfach so, wir können nicht alle Menschen verändern.
Menschen machen das in Positionen, Situationen, wo wir vielleicht auch nicht dabei sind oder was wir nicht ändern können.
Aber trotzdem ist es ja manchmal gar nicht so leicht, weil wir ja ganz viel Information bekommen als Eltern, wo wir erstmal uns abstimmen müssen.
Wir sagen müssen, okay, er hat mir das erzählt.
Wie gehen wir jetzt damit um?
Was machen wir jetzt?
Also dann haben wir ja vor allem ein Thema miteinander.
Was wir auch klären müssen.
Um da auch eine Linie zu fahren.
Denn das ist ja das, was ihm Sicherheit gibt.
Ja.
Also dass die anderen Menschen anders handeln, als er es erwartet.
Oder auch er dann diese Unterschiede sieht zwischen dem, was sie verbal sagen, aber nonverbal und im eigenen Gefühl ausdrücken.
Das erkennt er feinfühlig und bekommt dann Unsicherheit.
Und wir müssen sicherstellen, dass durch unsere Art und Weise damit umzugehen, wir konsistent miteinander sind.
Ja.
Und er dann wirklich eine plausible, sinnvolle Antwort bekommt, die dazu führt, dass er mit uns immer in Sicherheit ist.
Ja.
Und das finde ich manchmal einfach auch eine Herausforderung.
Das ist auch ein hohes Energielevel, was man selber braucht, finde ich.
Weil das sind jetzt ja nicht immer, muss man ehrlich gesagt sagen, Situationen, wo man noch voller Energie ist.
Sondern das ist eine Situation, wo du abends im Bett liegst und dann kommt er mit so einem Brocken an.
Wo du denkst, okay, puh.
Ja.
Und ich finde das selber spannend auch, dass. Es ein ganz viel, einen neuen Blickwinkel selber gibt über sich selbst.
Also, dass ich manchmal ja auch von ihm gespiegelt bekomme, wenn ich zum Beispiel sage, ja, das mache ich gleich.
Und ich dann genervt bin.
Dass er dann zum Beispiel sagt, ja, sagst du das jetzt, weil du es wirklich vorhast, gleich zu machen?
Oder sagst du es jetzt, weil du genervt bist und weil du keine Lust hast, darüber zu reden oder so?
Also, wo du immer denkst, so, ich räume jetzt hier gerade den Einkauf aus.
Ich möchte jetzt gar nicht so tief. Einsteigen gerade.
Das finde ich. Also, ich finde das super schön.
Das ist wieder so ein bisschen, finde ich, die Ambivalenz in der ganzen Sache.
Ich finde das gut, dass er diese Tiefe hat in seinem Wesen.
Ich finde es aber genauso auch manchmal herausfordernd, in diese Tiefe immer einzusteigen.
Und jetzt könnte man natürlich sagen, so, ne, pädagogischer Hammer, ja, klassischer Bedürfnisaufschub,
zu sagen, ja gut, man kann ja nicht immer, man muss ja nicht immer als Eltern dahinter rangehen.
Aber das ist ja gerade die Herausforderung, die er in sich trägt.
Wenn ich jetzt nicht. Wenn ich nicht darauf eingehe, sag ich mal, an diesem Tag oder in dieser Stunde, wie auch immer,
dann findet er nicht zur Ruhe.
Dann dreht das bei ihm innerlich Schleifen und Schleifen und Schleifen
und dann kommt er ja auch in eine Form von Überreizung da herein.
Dann habe ich ein ganz anderes Problem.
Also, das ist, finde ich, einfach eine Herausforderung für sich selbst auch.
Mir tut das ganz gut, weil ich mag nicht so gerne Smalltalk.
Und ich mag deswegen diese Tiefe, in die das immer sofort einsteigt, ganz gerne.
Mhm.
Was wir ja durchaus immer wieder haben, wenn wir mit irgendeinem Thema auf dich zukommen,
du sagst, oh, ihr beide schon wieder.
Ja.
Seid ja schon in irgendeinem Thema in die Tiefe eingestiegen.
Wir sind so beim Abendessen, ne, man redet wirklich so ein bisschen oberflächlich
und dann steigt ihr so tief rein, wo ich denke so, puh, okay.
Wir müssen jetzt nicht die Kriegsanalyse bis ins letzte Detail machen, aber es wird dann gebraucht, ne?
Ja, weil das ist dann die Ebene, bei der wir uns wohlfühlen, ne?
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Lass uns einmal auf die Herausforderungen für, ja, das Kind, auch die Eltern draufschauen.
Indem wir ja auch schon etwas intensiver gesprochen haben, ist die Wahrnehmung.
Bei hochsensible Menschen ist die Wahrnehmung stärker und intensiver.
Und das kann natürlich eine Herausforderung sein für alle Personen, also für das Kind in erster Linie natürlich,
dass die Reize an dem Tag so stark waren, dass der Filter voll ist, also nicht mehr so viel geht,
aber natürlich auch für die Eltern, die das dann begleiten dürfen.
Ja, die mentalen Ressourcen und Kapazitäten sind halt endlich.
Wenn wir viel mehr aufnehmen, dann ist diese Kapazität halt auch schneller verbraucht.
Man spricht ja immer davon, dass wir pro Sekunde 100.000 Reize wahrnehmen
und vier bis sieben davon kann man aktiv verarbeiten.
So, und wenn jetzt ein hochsensibles Kind dann eben einen offeneren Filter hat oder ein hochsensibler Mensch,
dann verarbeitest du vielleicht nicht vier bis sieben dieser Reize, sondern 40 bis 70,
je nachdem, wie sich das vom Faktor her anfühlt.
Ich stelle mir das immer bei unserem Sohn vor, dass es immer mal 10 ist, so 40 bis 70.
Entsprechend ist er auch zehnmal schneller mental erschöpft.
Hat natürlich, ich stelle mir das wiederum auch vor wie ein Muskel,
hat natürlich auch eine andere Möglichkeit zu trainieren.
Das heißt, dieses zehnmal schneller erschöpft, da trainieren wir mit ihm dran,
ist dann jetzt eben nur noch viermal schneller erschöpft.
Und er lernt immer besser damit umzugehen, sich abzugrenzen, aber auch für sich zu sorgen.
Das ist ja das, was wir tun können, dass wir sozusagen diesen Muskel trainieren,
dass diese Reizüberflutung nicht so schnell eintritt.
Wenn wir an die Schule denken, als er in die Schule gekommen ist,
war nach 90 Minuten alles dicht.
Jetzt ist vier Stunden kein Problem.
Das ist halt eine Trainingsfrage, es ist wie ein Muskel, damit zu lernen, umzugehen.
Ich finde das ganz spannend, als ich mich da so ein bisschen reingelesen habe,
habe ich mir überlegt, wann ich überreizt bin, um das ein bisschen nachzuempfinden.
Und ich habe so gedacht, das muss so sein,
wenn man mal so einen Reisetag hat, also irgendwie zum Flughafen fährt,
mit dem Flieger fliegt, dann am Urlaubsort ankommt und bis man dann auf dem Zimmer ist,
dann ist es für mich erstmal so, dass man denkt so, boah, jetzt sind wir angekommen.
Oder auch mit dem Zug fahren oder so.
Man nimmt ja so viele Reize an dem Tag wahr, man muss sich um Sachen kümmern,
man geht durch Menschenmengen, man hat so viel Neues auch um sich rum.
Und so stelle ich mir das auch immer mal vor, wie er durch den Tag geht.
Also, dass du einfach abends auch denkst so, boah,
ich bin so platt, aber gleichzeitig,
und deswegen finde ich, passt immer das Urlaubsbeispiel,
gleichzeitig willst du aber rausgehen aus dem Zimmer
und ja, aber die Anlage entdecken oder den Urlaubsort entdecken,
weil du denkst, jetzt bin ich schon hier, jetzt ist schönes Wetter.
Und du nicht immer vernunftgesteuert bist und sagst dir,
ja, aber jetzt müsste ich mich eigentlich eine Stunde hinlegen.
Und dann sagst du ja auch die Herausforderung fürs Kind,
dass es selber ja auch vielleicht den Entdeckungsdrang hat,
aber gleichzeitig eigentlich erschöpft ist.
Aber auch sehr, sehr erschöpft, sodass man dann,
wenn man das als Eltern nicht auffängt und das Kind ab und zu mal bremst
und auch sich selber bremst, man eben eine schlechte Erfahrung macht,
weil man dann vielleicht den Reiseort entdeckt,
aber merkt, boah, die Stimmung kippt, ist nicht gut,
er kann sich auf nichts einlassen.
Es wird einfach keine schöne Erfahrung.
Wenn man das oft genug erlebt hat, dann muss man einfach wirklich schauen,
dass man sich bremst und sagt, nein,
wir müssen akzeptieren, dass wir jetzt eine Pause brauchen,
uns regenerieren und dann entweder später oder morgen
diesen nächsten Schritt erstmal gehen, damit es gut wird.
Aber das braucht auch wieder ganz viel Kommunikation zwischen uns,
weil wir es ja beide vielleicht nicht so fühlen.
Das meine ich, man muss auch sich selber bremsen,
weil man das selber nicht fühlt und muss eben sehr auf das Kind schauen
und die Erfahrung mit einbeziehen.
Denn das Kind selber, wie ich ja meinte, hat ja diesen Tatendrang.
Das heißt, er steht dann vielleicht auch vor dir und sagt,
ich will raus, ich will entdecken.
Aber du hast andere Signale, die dir zeigen oder auch Erfahrungswerte,
wo du weißt, nee, das geht nicht mehr.
Das erinnert mich an die Situation, hatten wir ja jetzt erst vor ein paar Wochen,
Kurzurlaub in München, als wir zum Viktualienmarkt gegangen sind,
wo ich mich sehr darauf gefreut habe und wie er gerade zehn Minuten,
über den Viktualienmarkt gegangen sind.
Es war sehr warm, sehr, sehr voll.
Es war wirklich sehr voll.
Und die Sonne stand auch so, dass man richtig geblendet war die ganze Zeit.
Viele Gerüche.
Und wir gemerkt haben so 10 Minuten so, okay, er kann nicht mehr.
Er ist raus, ne?
Also er konnte sich auf nichts mehr einlassen.
Wobei ich fand den Viktualienmarkt nicht so voll.
Aber vorher der Marienplatz war sehr voll.
Ja, der war auch schon sehr voll, ja.
Und wir haben ja vorher mit der S-Bahn gefahren, was auch sehr aufregend für ihn ist.
Das heißt, man muss ja immer die Vorgeschichte auch mal einbeziehen.
So S-Bahn fahren war aufregend.
Dann sind wir über den Marienplatz mit einer riesen Menschenmenge gelaufen.
Und dann dort angekommen, dort, es war voll, aber nicht super voll.
Ich fand es auch schon mal voller dort.
Klar, so die Sitzplätze waren belegt und so weiter.
Aber die Wege und so, das ging noch.
Aber trotzdem war relativ schnell, dass man merkte, okay, er springt von Schatten zu Schatten.
Er will nicht mehr in die Sonne.
Ja.
Okay, das geht schon nicht mehr.
Und er dann auch sagte, ich will mich hinsetzen.
Und er setzte sich so auf die Steine auf den Boden.
Ich muss mich austun, ich will in den Schatten.
Ich muss in den Schatten sitzen und so.
Wo wir dann merkten, okay, es ist schon zu viel.
Und natürlich ist da auch eine Enttäuschung, weil ich gedacht habe so,
wir drei über den Viktorialmarkt, wäre schon cool.
Und letztendlich wieder entschieden haben, okay, ihr beide setzt euch ins nächste Café,
ein kaltes Getränk und ich gehe einmal alleine rüber.
Klar, er brauchte dann eigentlich so 20, 25 Minuten, die wir Pause hatten.
Wir haben uns wirklich hingesetzt, was getrunken.
Von dort aus ein bisschen.
Es war auch ein bisschen abseits, nicht so mittendrin.
Abseits, ein bisschen Menschen.
Beobachtet, ein bisschen geguckt.
Von da aus, welche Geschäfte sind denn da.
Und wir haben einfach tatsächlich da jetzt auch nicht mehr in der Tiefe gesprochen.
Da war so ein bisschen Smalltalk in Richtung, was für Geschäfte.
Ah, guck mal, da gibt es ein Eis oder was mit Schokolade und da gibt es das.
So ein bisschen darüber gesprochen.
Er hat noch ein bisschen Witze mit dem Kellner gemacht.
Und ja, dann war es auch so, dass er nachher, dann merkte, jetzt wird er wieder los.
Ja.
Also 20, 25 Minuten, dann fragt er schon, wo du bist.
Und dann merkt man, okay, jetzt hat es schon gereicht.
Ist erstmal wieder so, dass er weitermachen kann.
Und das ist auch eben ein Punkt von unserer Liste, die wir vorher gemacht haben.
Häufigere Ruhepausen werden gebraucht, um sich einmal kurz mental zu regenerieren,
um dann weitermachen zu können.
Ein Punkt auch, den ich schon zweimal in Coachings hatte, bei Paaren mit hochsensiblen Kindern.
Wenn Paare in der Krise sind, ist das kleinste Spannung diese Kinder sehr stark belasten.
Und ihre eigene Stimmung auch übermäßig davon beeinflusst ist.
Also das sind denn Kinder, wenn die Eltern in der Krise sind, also alle Kinder reagieren da sensibel drauf.
Aber diese Kinder leiden richtig mit.
Also die fragen auch viel, versuchen Vermittler zu sein, versuchen, dass die Eltern in Gespräche kommen.
Ja.
Die merken richtig die Stimmung am Abendbrotstisch, wenn die Eltern, die haben auch gesagt,
wir haben uns so eine Mühe gegeben, dass wir gut miteinander umgehen.
Wir haben nicht schlecht übereinander gesprochen.
Wir haben funktional das alles über die Bühne gebracht.
Aber die Kinder haben das gespürt.
Und das war ganz schwierig, weil sie wirklich mit der Zeit, wo die Eltern in der Krise waren,
da mussten wir auch sehr intensiv und schnell daran arbeiten,
da langsam Stück für Stück sonst dran zerbrochen sind, muss man wirklich sagen.
Also sowas wie. Dass sie nach Hause kamen, extrem doll geweint haben nach Kita und Schule,
also sich komplett entladen haben, auch an Emotionen und sehr doll die Elternteile vermisst haben,
schwer einschlafen konnten, das Gefühl hatten, besonders lieb und lustig zu sein,
damit Mama und Papa irgendwie wieder bessere Laune haben, damit die Stimmung wieder besser zu Hause ist.
Und ein Kind erinnere ich mich noch dran, das fand ich auch, also ist in meiner Erinnerung geblieben,
ist, dass. Das Kind immer weniger gegessen hat.
Er sagt, das schlägt ihm so auf den Magen.
Immer so doll Bauchschmerzen.
Nachdem das von der Kinderärztin abgeklärt worden ist, war klar, das ist wirklich das Gefühl, die Schwere.
Und das Kind konnte das ganz toll beschreiben.
War elf Jahre alt, konnte richtig sagen, ich komme nach Hause und spüre so einen Stein im Magen.
Das fühlt sich hier so schwer an, hier ist so eine Schwere.
Da haben die Eltern gesagt, ja, ganz ehrlich, das spüren wir selber auch, wenn wir nach Hause kommen.
Und dann haben sie gesagt, ja, das spüren wir selber auch, wenn wir nach Hause kommen.
Aber es ist so unheimlich, dass das Kind das so beschreiben konnte.
Das liegt daran, was wir ja schon genannt haben, diese Verwirrung bei unechten Gefühlsäußerungen,
beziehungsweise diese starke Reaktion auch auf Ungerechtigkeit.
Deswegen kann man da einfach nur transparent und authentisch sein.
Kindgerecht natürlich.
Klar.
Aber es macht tatsächlich keinen Sinn zu sagen, zwischen uns ist alles gut,
weil das Kind das definitiv merkt.
Es liegt quasi in der Luft für das Kind.
Es gibt ein Buch für Kinder, da war das ganz schön mit diesen Gewitterwolken beschrieben,
dass man dann so in diese Gewitterwolke der anderen Menschen eintaucht,
warum das dann für viele eben auch ganz schwierig ist, in der Schule zu sein,
in größeren Gruppen Sport zu machen, all diese ganzen Dinge.
Oder eben zu Hause zu sein, wenn zwischen Geschwistern, Eltern Konflikte da sind,
weil sie dann sofort in diese Gewitterwolke, die die Menschen dann umgibt, mit eintauchen
und bekommen das Gewitter eben voll mit ab.
Aber natürlich, je jünger man ist und desto weniger man über sich selber und Hochsensibilität weiß,
desto mehr verwirrt es dich, weil du bekommst dann eben dieses Gewitter ab, aber weißt nicht, warum.
Also so ein bisschen auf einmal, so ein bisschen wie manisch-depressiv quasi.
Also auf einmal bekommst du ein Gefühl ab und weißt nicht, warum.
Hat es eben gute Laune, toll gespielt, gehst in einen anderen Raum, auf einmal geht es dir schlecht.
Und fragst dich, was ist denn da los?
Weil du auf einmal die Gefühle der anderen Menschen aufsaugst und in deren Gewitterwolke drin bist.
Und das haben wir. Ja, eher normalsensible Menschen ja nicht.
Natürlich merken wir auch mal, wenn Spannung im Raum ist.
Aber wenn jemand das gut überspielt, dann nicht unbedingt.
Ein weiterer Punkt, der mich auch sehr berührt, ist diese Erwartung,
tiefe emotionale Verbindungen aufzubauen zu Menschen.
Also wenige Menschen haben zu ihnen einen sehr tiefen Kontakt,
aber diese Tiefe in dieser Verbindung finde ich sehr krass.
Und das ist auch etwas, was mich sehr. Das ist auch etwas, was mich sehr beeindruckt, wie tief und intensiv.
Und man merkt es auch richtig, wie die anderen Menschen das als so besonders empfinden.
Und gleichzeitig das auch so. Ja, ihn ja auch oder so liebenswert macht, weil das so besonders ist,
dass ein Mensch das einem anderen Menschen gegenüber aufbaut.
Er kann auch sehr genau beschreiben, was er braucht, um Vertrauen aufzubauen.
Wiederum kann er auch sehr genau beschreiben, was er nicht haben möchte.
Also was Misstrauen in ihm erzeugt und Unsicherheit erzeugt.
Und kann auch teilweise gut einfordern, was er möchte.
Ja, zum Beispiel einmal ganz klar gefordert, bevor ich Opa wiedersehen möchte,
möchte ich, dass Opa für eine Situation Verantwortung übernimmt, die ihn verletzt hat.
Also emotional verletzt hat.
Und da konnte er sehr klar sagen, wie er sich dabei gefühlt hat,
dass ihn das emotional verletzt hat und dass er Opa erst dann wiedersehen möchte,
wenn er Verantwortung für die Situation übernimmt.
Das fand ich auch sehr herausfordernd, muss ich sagen, als Elternteil.
Aber ich habe nur gedacht. Puh, okay, ja.
Naja gut, ich meine, das ist ja das, was wir mit ihm auch ständig machen und auch für uns erleben,
dass man eben Verantwortung für emotionale Verletzungen übernimmt
und dass er das natürlich auch da einfordert, ist ja nur natürlich und eigentlich auch gut so.
Aber eigentlich muss man ja auch die andere Seite dann ehrlicherweise begleiten,
weil viele Menschen ja mit dieser Methodik, dieser Art und Weise
noch nicht so in Kontakt gekommen sind und verwirrt sind
und erstmal nicht wissen, was möchte er jetzt, was erwarten die, warum.
Was ist los?
Jeder Mensch handelt in positiver Absicht.
Und da der Vermittler zu sein, finde ich manchmal herausfordernd.
Beziehungsweise je nach Setting, bei manchen Menschen mehr, bei manchen Menschen weniger,
einfach auch eine krasse Lebenserfahrung, weil man ja auch manchmal lernt,
okay, ich kann manche Sachen mir wünschen, aber nicht alles, was ich mir wünsche, kann erfüllt werden.
Und das ist einfach auch etwas, wo man selber. Das so die eigene Enttäuschung ja auch hat.
Und beim Opa kannst du es ja gut fordern.
Der gehört zur Familie.
Ja, genau, in so einem Raum.
Da kannst du es gut machen.
Aber du musst natürlich auch lernen, dass es eben Settings gibt,
wo die Menschen anders handeln, als wir uns das wünschen würden,
als das methodisch für uns sinnvoll ist und so weiter.
Zum Beispiel eben die Schule, wo man dann eben schaut, wie gehen die mit Konflikten um.
Okay, lass uns das mal verstehen.
Dann können wir eben auch unserem Sohn. Und natürlich auch uns selbst erklären, wie die denken, wie sie handeln,
was deren Glaubenssätze sind und können die Erwartungen anpassen
und können eben unseren Sohn stark genug machen, mit den Situationen umzugehen.
Weil das ist ja der Hebel, den wir haben.
Wir können ja nicht Institutionen ständig verändern und die Umwelt ständig an uns anpassen,
sondern wir müssen ja gucken, dass unser Sohn ausgänglichen Kraft voll genug wird,
mit der Umwelt umzugehen.
Ja.
Was ist eine Herausforderung für. Was wir uns als Eltern manchmal finden, ist, dass wir sehr genau abstimmen müssen.
Also sehr genau manchmal abstimmen müssen, was ist an dem Tag schon passiert?
Wie ist so die Stimmung?
Was hast du heute Nachmittag vor, wenn wir irgendwie so einen Wechsel haben?
Wenn einer arbeitet, was wäre noch gut, der eigenen Einschätzung nach,
an dem Tag noch zu machen oder auf was sollte man achten?
Und da auch wichtig, dass der andere das ernst nimmt
und gleichzeitig aber auch die Freiheit hat,
frei zu entscheiden nach dem eigenen Gefühl, was noch geht.
Nur weil das bei mir so ist.
war, heißt es nicht unbedingt, dass das bei dir
weiter so geht. Und das
finde ich manchmal
auch eine Herausforderung,
dieses immer auch
einzuplanen, dass wir uns gut absprechen,
dass das ein guter Übergang ist. Das ist Übungssache.
Am Anfang ist es uns natürlich schwierig gefallen, jetzt ist
da natürlich schon eine gewisse Übung auch drin, dass
es für uns normal ist, uns diese kurzen
Übergaben zu machen und
damit der andere auch
ein Gefühl dafür entwickelt, was ist heute schon passiert.
Ja, und diese intensive Wahrnehmung
des Kindes kann natürlich
für Eltern auch ermüdend,
erschöpfend, frustrierend sein.
Man kann es schwer nachempfinden.
Man
muss eben manchmal auf Dinge
eingehen und mitbedenken,
die einem selber eben gar
nicht wichtig sind. Das muss man
natürlich sowieso immer mal machen.
Es gibt ja eh immer verschiedene Bedürfnisse,
aber die Dimension
ist eben eine andere, weil
das dann eben nicht so ist,
dass jemand nur sagt, oh, das hätte ich mir
anders gewöhnt, sondern für jemanden geht das
dann quasi nicht mehr. Also
bestes Beispiel ist dann
vielleicht beim Essen,
da erlebe ich das immer sehr viel,
weil ich da eben so pragmatisch unterwegs bin
und für ihn diese Dinge
total wichtig sind. Also
zum Beispiel, wenn man einen
Toast macht, dann muss
das wirklich bis zu einer bestimmten Temperatur
runtergekühlt sein, bevor
ein Aufschnitt drauf darf.
Und der Aufschnitt, den darfst du auch erst
dann aus dem Kühlschrank holen,
weil das Toast muss eine bestimmte
Temperatur haben, damit es noch
schmeckt. Aber wenn der Aufschnitt
eben einen Tick zu früh aus dem Kühlschrank
kommt, schmeckt er anders.
Und wenn der Aufschnitt, zum Beispiel
eine Salami oder Fleischsalat,
das ist ganz deutlich, wenn das einen Tick zu früh
auf ein warmes oder ein bisschen
erwärmtes Toast noch kommt,
dann verändert sich der Geschmack
ein wenig. Das kann man
durchaus testen, wenn man mal zum Beispiel
sowas auf ein richtig heißes Toast macht und das selber
mal isst, dann merkt man,
das schmeckt wirklich anders.
Dann merkt man,
das schmeckt wirklich anders, aber
erst dann. Und für ihn ist es
aber schon viel, viel früher.
Und das eben anzuerkennen
und zu sagen, da gehe ich drauf ein,
ist eben etwas, was
für mich nicht wichtig wäre
und ich eben mich auf ihn da einlassen muss,
weil ich weiß, er kann es sonst wirklich
nicht mehr essen. Und wenn du dann das
siebzehnte Toast weggeschmissen hast,
weil du selber nicht dran gedacht
hast, du dachtest, das funktioniert schon,
dann erkennst du halt irgendwann an,
dass du sagst, es geht wirklich nicht.
Es ist nichts, wo man sich zusammenreißen
kann, sondern es ist dann wirklich
für ihn eklig,
er mag es nicht essen, es ist
raus aus dem Geschmack und für
einen selber ist es halt
Toast und Fleischsalat, Toast
und Salami.
Dann schmeckt es halt ein bisschen anders.
Ich finde das bei Schildern immer hinten,
also wenn man ein
Schild hinten im
Pullover oder in einer Jacke hat,
das ist natürlich nicht so angenehm,
aber das so zu empfinden,
als wenn mich das hinten
aufschneiden würde in dem Moment,
das ist schon
eine andere Range.
Das haben wir ja auch einmal sehr gut ausprobiert
in Flensburg, in der
Phänomenta.
Da sind wir
rausgekommen, er war natürlich völlig
überreizt von den ganzen Eindrücken da drinnen
und den ganzen Menschen.
Und das ist ja auch etwas,
was wir dann für uns auch erkennen.
Wir machen das, aber wir wissen,
wir werden dort das nicht voll erleben.
Wir können eine Dreiviertelstunde
da drin sein, dann müssen wir da raus.
Das müssen wir einfach in Kauf nehmen und
einkalkulieren und sagen, wenn wir jetzt das
Geld ausgeben, dann eben für eine kleine Runde.
Mehr wird nicht gehen.
Und dann sind wir nach einer Dreiviertelstunde
raus und wir hatten innen drin ja schon auch
zehn Minuten Pause im Innenhof gemacht, weil
da schon nach 20 Minuten das erste Mal
ein Knick war.
Und dann waren wir draußen und da hat er seine Sweatshirtjacke angezogen,
da war noch ein Schild hinten drin, das hat er noch nicht
entfernt und das war unerträglich.
Er musste die ausziehen, er konnte
das mit dem Schild nicht aushalten.
Dann waren wir eine halbe Stunde später runtergefahren,
wir waren spazieren und da haben wir eben die Sweatshirtjacke
wieder angezogen, ohne das Schild zu erwähnen
und er konnte damit laufen.
Das ging. Und das war nochmal so ein ganz
klares Zeichen, so dieses, okay,
ob er das spürt und wie unangenehm
das ist, ist ganz klar
eine Frage seiner mentalen
Kapazitäten, Ressourcen, wie voll ist
sein Filter innerlich gelaufen.
Das ändert sich ganz stark.
So, nun können wir natürlich ständig diskutieren mit diesem Schild
oder einfach per se, jetzt wie wir es machen,
natürlich alle Schilder entfernen,
dass einfach nie dieses Problem entsteht
und er auch, wenn er überreizt ist,
trotzdem die Kleidung anziehen mag.
Genau, ich finde, das muss man sich als Eltern
immer fragen, in welchen Krieg will ich
ziehen, sag ich mal. Also was
darf ich mir auch einfach einfach
machen? Und wo
geht es natürlich um die Bedürfnisse von allen?
Ich bin auch kein Fan davon, dass man
Sachen immer umgeht,
oder nicht macht, weil
es geht einfach auch in der Familie darum, dass
alle Menschen Bedürfnisse haben.
Genau, es erfüllt keinen Sinn,
zu trainieren, auszuhalten,
dass da ein Schild ist. Das ist einfach
für mein Leben nicht wichtig, weil ich kann aus jedem
Kleidungsstück das Schild einfach raustrennen.
Das heißt, das ist total irrelevant.
Es gibt aber andere Themenbereiche,
wo es wichtig ist,
finde ich, das zu lernen.
Zum Beispiel hat er jetzt Angst vor dem Fliegen gehabt.
Da war es wichtig, dass wir das mit ihm
intensiv
durchgehen.
Und dabei ist er ja schon häufig geflogen.
Und dann haben wir das mit ihm
entsprechend erarbeitet, auch
mit der Begleitung, wir
selber mit ihm. Und jetzt haben wir
eben diesen Testflug nach München gemacht und
zurück, extra einen kurzen
Flug genommen, wo es auch
weh tut. Hätten wir das abbrechen müssen und er wäre
nicht eingestiegen. Aber anders, als wenn es
ein großer Urlaub gewesen wäre.
Und das ist natürlich
etwas, wo es uns und ihm ganz wichtig
war, dass diese Limitierung
nicht da ist.
Weil man dann auch einfach sagen darf, als Elternpaar,
finde ich, zu sagen, das ist auch meine
Grenze. Mein Bedürfnis ist auch, ich möchte gerne
weiter weg
aus Deutschland auch mal. Und ich möchte
nicht immer mit dem Auto fahren, sondern ich möchte
einfach auch mich in ein Flugzeug
setzen können. Und
wir trainieren das. Und dann geht
das wieder.
Aber auch da, das
Anerkennen, finde ich, ist der erste Schritt, der ganz
wichtig ist. Weil zunächst
mal hat man ja selber
den Reflex und andere sowieso, zu
sagen, aber du bist doch schon geflogen, oder?
Ja, du bist doch schon groß.
Und welche Glaubenssätze auch dann immer kommen.
Aber du bist doch ein Junge.
Männer weinen doch nicht. Also, ist der auch
mal schnell in dem Bereich, ne?
Ja, du bist doch groß, du bist doch schon geflogen.
Also, es gibt immer ganz viele rationale Gründe.
Und du kannst natürlich dann auch Dinge
nochmal erarbeiten. Natürlich gibt es auch einige Dinge,
die da Wirkung machen. Wir haben uns Statistiken
angeguckt. Da kommt wenigstens Tiefe.
Statistiken, wie viele Flugzeuge
stürzen ab. Wir wissen jetzt, dass das
sicherste Verkehrsmittel der Fahrstuhl ist.
Und wir wissen jetzt, dass das sicherste Verkehrsmittel der Fahrstuhl ist.
Und wir wissen jetzt, dass eine Rolltreppe
ich glaube 32 Mal gefährlicher ist als ein Fahrstuhl.
Weil dort eben
in der Häufung mehr Unfälle passieren und so
weiter. Das haben wir uns alles angesehen.
Das Witzige ist, dass
er, obwohl er weiß, dass die Rolltreppe
so viel gefährlicher ist als andere
Sachen, weil du dir eben häufiger Verletzungen zuführst
durch dieses System,
dass er trotzdem immer noch Rolltreppe fährt.
Also, der negative Effekt ist zum Glück
nicht auf die Rolltreppe überschritten. Das hätte ja auch
passieren können, dass er sagt, ah, okay, ich steige jetzt wieder ins Flugzeug
ein, aber ich nehme keine Rolltreppe mehr.
Das stimmt.
Bevor wir gleich zu den Lösungsansätzen kommen,
die wir schon teilweise angeteasert haben,
an der Stelle nochmal der Hinweis,
falls euch das Ganze betrifft und ihr merkt,
euer Kind ist oder könnte
hochsensibel sein. Und das
macht euch entsprechende Herausforderungen
als Elternpaar, natürlich auch
als Liebespaar in der Folge,
aber auch insgesamt im Familienleben.
Und ihr möchtet dort Unterstützung haben,
wie ihr aus dieser Situation
herauskommt, die sich gerade
für euch hinderlich und belastend anfühlt,
hinzu, mehr Leichtigkeit,
mehr Verständnis, mehr
ja, auch Wissen, wie könnt ihr mit
Situationen richtig gut umgehen,
dann meldet euch sehr gerne bei uns fürs telefonische Erstgespräch
und wir schauen uns an,
wie wir euch optimal unterstützen können.
Wenn wir jetzt auf das Thema schauen,
Herausforderung oder Gabe
bei hochsensiblen Kindern,
wie kann man das jetzt meistern,
dass man die Herausforderung
gut besteht und die Gabe
bei dem Kind sehen kann
und das Kind passend fördern
kann.
Weil man selber ist natürlich erstmal sehr
fokussiert auf die Herausforderung
und möchte die möglichst
lösen, abstellen,
verändern, sodass man mehr Leichtigkeit
hat. Wenn man dort aber ein
gewisses Level erreicht hat, dann
macht es natürlich Sinn, sich wirklich darum
zu kümmern, was kann man damit nun
auch Gutes für das Kind
tun. Und da finde ich
halt diese Gleichzeitigkeit immer spannend.
Also, dass etwas eine Herausforderung
sein kann im Alltag als
Eltern, aber gleichzeitig
auch es ein Persönlichkeitsmerkmal
ist, was ganz viel Potenzial
hat. Also, ich habe mal gelesen
darüber, dass es auch so ein bisschen ist, wie
man sich das vorstellen kann, wie so eine Superkraft,
weil man ja alles intensiver
erlebt und man aber einfach als
Mensch, der dann heranwächst,
noch mehr Führung
braucht, um das Negative nicht nur
darin zu sehen, sondern auch zu sehen,
aber was für Möglichkeiten
erschließen sich für mich dadurch.
Und da
unser System ja leider darauf ausgerichtet ist,
erstmal immer auf das Defizit
zu schauen und nicht darauf
zu schauen, was ist das, was daraus
entstehen kann, was ist das Besondere.
Wenn ich jetzt zum Beispiel daran denke,
an Berufe, wie zum Beispiel,
wenn man sehr, sehr gut hören kann im musikalischen
Bereich oder im
Geschmacksbereich, das sind wir nachher Richtung
Koch oder Gastronomie, das sind
ja Sachen, da
arbeiten Menschen ganz, ganz lange dran,
damit sie das rausschmecken können.
Und das fand ich so spannend,
bei dem Hörtest, den wir mal durchgeführt
haben, da sagte der HNO-Arzt,
man kann natürlich sagen, es ist
ist jetzt echt anstrengend, dass man so viel hört
und so schnell hört und jede
Frequenz schon so früh hört. Auf der
anderen Seite, sagt er, gibt es auch Menschen, die
trainieren das ohne Ende und kommen
aber nur an einen gewissen Punkt ran in dem
Training, den diese Menschen
an sich schon überschreiten.
Deswegen ist der erste
Punkt Wissen erweitern
und das Umfeld aktiv
mit einbeziehen.
Und das ist etwas, das haben wir bei den
Herausforderungen gerade gar nicht erwähnt,
dass auch das Umfeld
natürlich ganz wichtig ist, dass man da
Verständnis erzeugt,
dass man eben
Onkel, Tanten,
dass man Großeltern,
einfach alle, die so mit dem
Kind in der etwas engeren
Bindung sind, mit einbezieht.
Spielefreunde, Spieleltern,
denen man begegnet.
Ich finde das auch immer sehr spannend, wenn man da Wissen
reingebt und sagt, Mensch,
die Situation, ich würde jetzt gern
vom Spielplatz gehen, jetzt ist zwar noch alles gut,
wo man sagt, Mensch,
lass die doch noch einfach, aber zu sagen,
ja, aber aus meiner Erfahrung heraus
ist es besser, wenn wir jetzt gehen.
Und wenn man da das Wissen
weitergibt, also im
Freundeskreis habe ich da bisher nur
positive Erfahrungen gehabt,
dass viele Eltern dafür Verständnis haben,
das spannend fanden, das Thema,
viele Fragen hatten.
Ja, und auch je nachdem,
in was für einer Schule man ist, wie die so
eingestellt sind, kann man das da natürlich auch
gut unterbringen. Wir haben da ja mit unserer
Schule,
und den Lernbegleitern sehr viel Glück,
die da sehr offen für solche
Themen sind, und wo wir
ja mit der Mentorin,
wie es da heißt, also seine eigene
Mentorin,
dass die auch sehr frühzeitig schon
erkennt, wenn er droht, in die Überreizung zu kommen
und schaut, dass er dann
sich regeneriert, Pausen macht und so weiter,
also die da auch einen Blick für einfach
hat, dass er in der Schule nicht ständig
in diese Überreizung hineinläuft,
weil das natürlich nicht nur für ihn unangenehm ist,
sondern in der Überreizung,
ist er halt nicht mehr er selbst,
so ein bisschen wie aus der
Werbung, wenn einem ein Snickers fehlt
und man zur Diva wird, er wird
dann eben auch ein anderer Mensch
und die Basisgefühle
schnappen über und er, das kognitive
Verständnis geht
zurück und entsprechend
kommen dann manchmal auch merkwürdige
Übersprungshandlungen dabei heraus
und da schützt sie ja nicht nur ihn mit, sondern
auch sich und andere Kinder, wenn sie einfach
schaut, dass er nicht in diese
unangenehme Überreizungssituation
kommt. Und da ist die Herausforderung
von beiden Elternteilen
Wissen
sich anzueignen und
auch Wissen zu verbreiten.
Also je mehr man darüber weiß und
je besser man diese Muster erkennt,
desto mehr kann man natürlich für sein
Kind einstehen und auch gut
abschätzen, wo meide
ich Situationen, wo
schütze ich das Kind,
wo bereite ich andere drauf vor,
wo trainiere ich
das Kind sozusagen dann
mit,
mehr Reize aushalten zu können,
in welcher Dosis und so weiter,
dass man diese Unterschiede erkennt.
Ein ganz großer Punkt ist ja auch die
Wahrnehmung von der Emotion, aber vor
allen Dingen auch die Regulation.
Und dafür braucht man,
finde ich, selber innerlich
für sich auch eine Festigkeit,
weil ich kann ja nur Gefühle von
anderen Menschen begleiten,
wenn ich selber
ausgeglichen bin,
genug, kein Mensch ist 100%
ausgeglichen, aber genug
ausgeglichen bin, dass ich mir
das auch noch in mein System reinholen
kann und gut begleiten kann.
Und das ist, finde ich, ganz viel Übung.
Also da sind wir ja auch mit
jeder Situation, die wir
erlebt haben, gewachsen, dass wir selber
über uns als Eltern ganz viel
gelernt haben, aber auch natürlich
an den Situationen gelernt haben,
zu merken, okay, welche Emotionen
ist das jetzt, wie gehe ich damit um?
Und ich finde es auch sehr spannend, weil
wenn man uns jetzt beobachten würde einzeln,
wir beide machen das auch anders.
Und das darf auch sein.
Das ist immer so ein bisschen auch ein Konfliktpunkt
bei Paaren, bei uns im Coaching, dass
gerne, muss ich sagen, die Frauen häufig
sagen, mach das so, wie ich das
mache. Wo der Mann sagt so, nee,
das bin nicht ich.
Das mache ich so nicht und ich habe
auch eine ganz andere Erfahrung gemacht, so wie ich es mache,
ist auch gut. Wo die Frauen dann sagen
so, ja, aber bei mir beruhigt sie
sich oder beruhigt er sich schneller oder bei mir
ist das so und so. Das mag auch sein, also
das will man der Person auch gar nicht abstreiten,
aber auch zu sagen, wir müssen
uns nicht klonen. Es dreht sich auch
nicht immer alles um das Kind,
so hart wie es klingt, das ist
ein Teil der Familie,
aber jeder darf das auch anders machen. Oma macht
das anders, die Tante macht das anders
und Kinder können sich darauf
auch einstellen, die sind da flexibel.
Wichtig ist nur, dass so ein
Grundzug da ist,
also dass immer gewährleistet
ist, dass Emotionen begleitet werden, dass
das Kind aufgefangen wird, dass man
liebevoll mit dem Kind umgeht,
dass das gewährleistet
ist, aber wie das jetzt im Detail
jeder macht,
ich finde es immer sehr spannend. Ich frage auch manchmal so,
wie habt ihr das gemacht oder wie ist das
so gelaufen? Man kann ja immer auch selber
einen Teil da mitnehmen, aber auch
gleichzeitig zu der Situation, wo ich sage, okay,
das hat jetzt bei meiner Schwester so geklappt,
das heißt aber nicht, dass das bei mir in meiner Situation
als Mama zum Beispiel klappen würde.
Wobei schon
wichtig ist, sich gut auszutauschen und
gemeinsame Lösungen zu entwickeln
und Emotionen eben auch wirklich
ernst zu nehmen.
All diese Sprüche, sei nicht so
empfindlich, reiß dich zusammen, auch
das, was wir eh schon wissen,
was wir in der Kindheit häufig gehört haben,
ein Indianer kennt keinen Schmerz, bist du
verheiratet, bist du, ist das wieder weg, all die ganzen Dinge,
die sind hier eben noch
unangebrachter, weil
hochsensible Kinder ja eh schon
rumlaufen und merken, sie sind anders
und sich fragen, was ist da mit mir
los, was stimmt da nicht mit
mir? Gerade bei den Erwachsenen, da haben wir es in der
Folge zuvor ja auch erzählt,
viele, die erst im
höheren Erwachsenenalter das
für sich entdecken und ein Buch über
Hochsensibilität lesen, auf einmal merken,
das ist das Buch über mein Leben.
Die spüren so eine Erleichterung,
auf einmal zu wissen, warum
sie so sind, wie sie sind, wer sie sind
und endlich die
Antwort auf die Frage haben, warum
versteht mich kein Mensch, warum bin ich so anders?
Es hat eine Frau im Coaching bei mir,
die sehr dicht am Wasser
gebaut war und als sie das für sich herausgefunden
hat und sie meinte, wie oft ich in meinem Leben
mir anhören durfte, ah,
du wieder, jetzt fängst du wieder an zu weinen.
Das ist ja klar, jetzt weint
sie wieder. Sie meint jetzt, wo
sie selber eine Tochter hat, ist das natürlich
ganz sensibel, wenn die Tochter weint,
dass sie denkt so, nee, jetzt nicht zu sagen, ach du,
du Sensibelchen, ne?
Kommen schon wieder die Tränen, ne? Das ist
natürlich etwas, was bei ihr so negativ behaftet
war. Ja, die Dinge werden
schnell
missinterpretiert.
Dass dann dieses schnelle Weinen, dass
jemand sagt, ah, das nutzt du nur, um
deinen Willen durchzusetzen. Das ist quasi,
wie so eine Art Totschlagsargument wäre.
Ja, aber jetzt fängt sie an zu weinen, da kann keiner
dagegen an. Ja, also Dinge,
Dinge werden von Menschen schnell
missinterpretiert.
Und das haben wir ja selber auch schon ein paar
Mal erleben dürfen, leider,
dass Situationen, die wir
für uns beschlossen haben, wie wir sie regeln,
indem wir zum Beispiel früher aus Situationen rausgehen,
zum Schutz
aller, muss man auch so ein bisschen sagen, damit alle
ein schönes Fest haben, damit es für alle einen guten
Abschluss hat,
kritisiert wurde oder das gesagt
wurde, das ist ja wieder typisch.
Also,
das macht natürlich auch
zwischen uns als Eltern etwas,
dass wir uns darüber danach austauschen und sagen,
ach Mensch, manchmal darf man die Welt
auch ungerecht empfinden, finde ich, und sagen,
das ist schade, dass Menschen
so denken. Wir können das halt nicht immer ändern,
um dann in Austausch darüber zu
sein, zu sagen, aber wir bleiben bei uns
als kleines System, was für uns gut
ist. Ja, und da ist halt nochmal
der Hinweis, auch
wenn jemand anderes von sich
selbst überzeugt ist,
auch hochsensibel zu sein,
das sind die Nuancen
und die
Unterschiede können extrem
sein. Also, nur
weil einer glaubt
von sich, er ist hochsensibel, heißt
das nicht, dass der einen anderen hochsensibel
verstehen kann, sondern
die müssten erstmal in Austausch gehen,
wie sich denn diese Hochsensibilität
genau zeigt, äußert,
ausgeprägt ist und
müssten da sehr viel über ihre Basisgefühle,
dazu sprechen, um Verständnis
zueinander aufzubauen, denn
im Umkehrschluss bedeutet das,
auch wenn ich einer anderen
vermeintlich hochsensiblen Person
erkläre, mein Sohn ist
hochsensibel, kann es natürlich dazu
führen, dass er sagt, ah, ich auch, ich verstehe das,
das muss überhaupt
nicht zu Verständnis führen, weil der
in ganz anderen Situationen
diese Hochsensibilität
spürt, als das,
und dann kann es eben sein, dass jemand, der sagt,
ah, ich bin hochsensibel, und du sagst, ja,
wir gehen früher, so Reise sind voll,
der das gar nicht verstehen kann,
und eben sich davon verletzt fühlt, wo du selber
dachtest, aber warte mal,
gerade derjenige müsste es doch am besten
verstehen, weil er ja für sich selbst
beansprucht, hochsensibel zu sein.
Ja, oder je nach
Umgebung, je nach Tag,
introvertiert, extrovertiert, hochsensibel,
können da schon wirklich
ganz starke, unterschiedliche Ausprägungen
sein.
Und wenn man sich dann auf den Weg gemacht
hat, und stärkt
das Kind, trainiert
dann diesen Filter,
dass man das länger aushalten kann, dass man
mit den Reizen besser umgehen kann,
lernt sich abzugrenzen,
auch immer mehr lernt,
dass diese Gewitterwolken, in die man hineinläuft,
dass das Gewitter halt zu den anderen gehört,
dass man das nicht annehmen muss,
und so weiter, dann geht's
natürlich irgendwann auch darin über,
jetzt die Hochsensibilität
mehr als Stärke anzusehen,
und das Selbstbewusstsein des
Kindes zu fördern.
Und das ist einfach ein Problem.
So wie man sich selber als Eltern auch nicht immer wieder Feedback geben darf und stärken darf und gemeinsam Erfolge feiern darf, so geht es auch darum, dass man dieses Gefühl von, oh, wir haben so eine Last, auch gemeinsam mal versucht, positiv zu sehen, zu sagen, ja, das fühlt sich gerade für uns so an, aber wo kommen wir her, wo stehen wir jetzt, wie wird es in Zukunft sein, wie können wir uns gegenseitig stärken, Mut zu sprechen, als Eltern,
ein paar, um dem Kind aber auch zu vermitteln, es geht jetzt nicht die Welt unter, sondern du bist genug, so wie du bist, du bist okay, du bist gut, du bist kein Projekt, was man irgendwie in Entwicklung hat, was nie gut werden wird, sondern zu sagen, wir versuchen, dass du glücklich bist, wir unterstützen dich dabei, aber uns soll es allen gut gehen und wir müssen uns auch manchmal Situationen, muss man sich das eingrooven, muss man Erfahrung sammeln.
Ja, das ist so ein rundes Schlusswort, eine Erfahrung sammeln durch Wissen, Umfeld einbeziehen, Emotionen annehmen, bei Regulation unterstützen, um dann dahin zu kommen, dass man die Hochsensibilität als Familie immer mehr als Stärke aufbauen kann und dafür sorgen kann, dass das Kind ausgeglichen kraftvoll genug ist, um dann in der Welt gut zurecht zu kommen.
Das ist also diese eher negativ oder limitierend empfundenen Aspekte der Hochsensibilität, dass man lernt, damit richtig gut umzugehen, um sich dann auf die Stärken und die Vorteile der Hochsensibilität fokussieren zu können.
Und sich als Paar nicht zu verlieren.
Schön, dass ihr dabei wart. Wir freuen uns, euch auch in der nächsten Folge wieder als Hörerinnen und Hörer oder Zuschauerinnen und Zuschauer begrüßen zu dürfen.
Bis dann.
Ciao.
Ciao.
Podcast Summary
Key Points:
Die Erkenntnis, dass der Sohn hochsensibel ist, hat das Familienleben tiefgreifend verändert und ermöglicht eine neue, reflektiertere Beziehung zu ihm.
Hochsensibilität führt zu einer stärkeren und intensiveren Wahrnehmung, was für das Kind überreizend und für die Eltern erschöpfend sein kann.
Es gibt klare Muster, wie bestimmte Umgebungen – wie volle Spielplätze oder hohe Geräuschkulisse – die Überreizung auslösen und das Kind in eine kritische Phase bringen.
Die Eltern lernen, frühzeitig auf Situationen zu reagieren, um das Kind zu schützen, und entwickeln ein Bewusstsein für seine emotionalen und sensorischen Grenzen.
Hochsensibilität ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Gabe mit großem Potenzial – wie z. B. ein feines Feingefühl für Emotionen oder Geschmack.
Eltern müssen gemeinsam lernen, sich abzustimmen, um eine konsistente, verständnisvolle und auf das Kind eingehende Haltung zu entwickeln.
Die Erfahrung von Elternpaaren zeigt, dass die Herausforderungen oft in Konflikten zwischen den Eltern entstehen, wenn sie unterschiedliche Ansichten über die Kinderreize haben.
Eine nachhaltige Lösung erfordert nicht nur die Anerkennung der Herausforderungen, sondern auch aktiv das Potenzial der Gabe des Kindes zu fördern.
Summary:
Die Erkenntnis, dass der Sohn hochsensibel ist, hat das Familienleben tiefgreifend verändert. Die Eltern haben erkannt, dass die intensivere Wahrnehmung des Kindes in bestimmten Situationen – wie vollem Spielplatz oder lauten Umgebungen – zu Überreizung führt. Dies hat sie dazu gebracht, Situationen vorherzusagen und frühzeitig zu intervenieren, um das Kind zu schützen.
Die Eltern haben gelernt, gemeinsam abzustimmen und einheitlich zu reagieren, um das Kind in Sicherheit zu fühlen. Hochsensibilität ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Gabe: das Kind zeigt ein feines Gefühl für Emotionen, Geschmack und Gerechtigkeit, was für eine tiefgreifende Bindung und besondere Fähigkeiten sorgt. Diese Gabe wird jedoch durch die emotionalen und sensorischen Belastungen beeinträchtigt, weshalb die Eltern viel Aufmerksamkeit auf die Regulierung der Emotionen und die Entwicklung von Ruhepausen legen.
Ein zentrales Ziel ist es, nicht nur die Herausforderungen zu bewältigen, sondern auch das Potenzial der Sensibilität zu fördern – etwa durch berufliche oder soziale Entwicklung. Die Erfahrung zeigt, dass das Verständnis für die andere Perspektive, das gegenseitige Vertrauen und die gemeinsame Erklärung von Situationen entscheidend sind, um ein harmonisches und stabileres Familienleben aufzubauen.
FAQs
Hochsensibilität bedeutet, dass das Kind intensiver und aufmerksamer auf Umgebungsreize reagiert. Das führt zu Herausforderungen wie Überreizung und emotionalen Reaktionen, aber auch zu tieferem Verständnis für Gefühle und eine stärkere Empathie. Das verändert das Familienleben, da Eltern anders auf Situationen reagieren und mehr Verständnis für das Kind entwickeln müssen.
Ein hochsensibles Kind hat einen empfindlicheren Filter, der mehr Reize aufnimmt. In voller Umgebung mit vielen Menschen, Geräuschen und Gerüchen wird der Filter schnell voll, sodass das Kind nicht mehr aufnehmen kann und emotional reagiert, was zu Überreizung und Ablenkung führt.
Eltern können durch Achtsamkeit, Wissen über Muster und regelmäßige Ruhepausen die Situationen besser meistern. Es ist wichtig, dass beide Elternteile einander unterstützen, gemeinsam nachvollziehen und die Bedürfnisse des Kindes respektieren, um ein sicheres und verständnisvolles Umfeld zu schaffen.
Das Kind spürt Emotionen sehr genau und kann die Stimmung der Eltern wahrnehmen. Wenn es Spannungen oder Konflikte im Elternhaus gibt, fühlt es sich entkräftigt oder unglücklich, was zu Verlust von Vertrauen oder Bauchschmerzen führen kann.
Beispiele sind eine extreme Reaktionsstärke auf Geräusche, Gerüche oder Menschenmengen, eine starke Empfindung für Geschmack und Konsistenz von Lebensmitteln, oder ein starker Drang nach Gerechtigkeit in sozialen Situationen.
Diese Fähigkeiten können genutzt werden, um berufliche oder soziale Rollen zu erlernen, wie z. B. im Kochen oder in der Gastronomie, wo ein feiner Geschmack oder ein hohes Hörvermögen vorteilhaft ist. Eltern können das Kind unterstützen, diese Stärken zu erkennen und zu fördern.
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