Hochsensibel - Wie lernen wir unsere Gefühle besser kennen?
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In dieser Folge von „Facts und Feelings“ geht es um das Thema Hochsensibilität. Die junge Frau Lena beschreibt, wie sie seit ihrer Kindheit Reize und Emotionen intensiver wahrnimmt als andere. Erst in der Psychotherapie erkannte sie, dass es sich um Hochsensibilität handelt – eine Persönlichkeitseigenschaft, die etwa 20 % der Menschen betrifft. Sie erlebt dies als Fluch, weil laute Umgebungen und soziale Situationen schnell überfordernd wirken, aber auch als Segen, weil ihre Empathie und ihr Feingefühl sie im Beruf und in Beziehungen bereichern. Der Professor Philipp Jorke Herzberg erklärt, dass Hochsensibilität kein Störungsbild ist, sondern als Temperamentsmerkmal gilt, das durch wissenschaftliche Fragebögen erfasst werden kann. Die Psychologin Miriam Junge rät Betroffenen, sich reizarme Umgebungen zu schaffen, Grenzen zu setzen und Selbstfürsorge zu praktizieren. Besonders wichtig sei es, die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren und Hochsensibilität nicht als Schwäche, sondern als besondere Fähigkeit zu sehen – etwa in Berufen, die Empathie, Kreativität und Detailgenauigkeit erfordern. Lena wünscht sich mehr Akzeptanz für ihre Grenzen und betont, dass Hochsensibilität eine Stärke sein kann, wenn man lernt, achtsam mit sich umzugehen.
Eine laue Sommernacht. Partistimmung. Lena's Vater feiert Geburtstag. Lena spürt aber irgendwas los. Ich hab sofort gemerkt, es ist etwas anders. Die Mimik ist anders, die Tonlage ist anders. Irgendwann stimmt die nicht. Diese Antenzuhaben, dieses Gefühl, dass andere nicht so die emotionalen Feintöne checken, das kennt Lena schon. Seit einem Gespräch mit ihrer Psychologenweissie, sie ist hochsensibel. Ich bin einfach viel intensiver in dieser Wahrnehmung, was ein Mensch nach Hause in Ausstrahl ist. Das kann für Lena echt überfordern sein. Für mich ist es so, dass ich aus solchen Situationen einfach Versuche zu fliehen, würde ich schon behaupten. Also ich laufe nicht davon weg, aber solche Situation versuche ich einfach zu unterbinden, dass meine Wahrnehmung von den Emotionen der anderen einfach nicht reizbeflutet ist. Text und Felix. Ich bin Taline Rogal. In jeder Folge beschäftigen wir uns mit einem Alltagsthema. Wir drösen unseres Struggels auf und suchen nach Ursachen und konkreten Tipps, die uns das Leben miteinander leichter machen. Heute geht es im Hochsensibilität. Was ist das überhaupt? Und welchen Einfluss hat Hochsensibilität auf unseren Alltag? Für mich ist es so, dass ich die Gefühle meiner Mitmenschen genauso empfinde und auch wahrnehme, wie die Person das gerade empfinden. Vielleicht teilweise sogar noch verstärkt. Das heißt, wenn jemand traurig ist, bin ich auch traurig. Wenn jemand angespannt, bin ich auch angespannt. Ich bin total locker in der Situation reingegangen und von jetzt auf gleich ist wie so eine Blockade und ich bin auf einmal angespannt, obwohl ich eigentlich gar nichts habe. Lena ist Mitte 20. Mit ihrer Hochsensibilität hatte schon eine Weile zu tun und sie ist auch schon geübt darin, anderen zu erklären, was das für sie und ihr Leben bedeutet. Also meiner Freundin würde ich jetzt erklären, dass ich die Reize aus meiner Umgebung intensiver wahrnehme und emotional stark auf meiner Umgebung reagiere. Also ich merke das vor allem in meiner eigenen Wahrnehmung, dass ich feindfühle auf Menschen eingehe. Ich nenne das auch gerne empathisch. Die Stimmung von anderen Mitmenschen nehme ich sehr intensiv wahr und ich merke das vor allem auch in meiner Arbeit, dass ich da sehr sorgfältig arbeite und sehr genau bin, um diese Reize einfach auch irgendwo zum Gehen. Wann hast du das erste Mal von Hochsensibilität gehört? Ein genauen Zeitpunkt kann ich gar nicht so genau sagen. Ich vermute, dass das angefangen hat mit 15/16. Da habe ich das erste Mal gemerkt, okay, ich bin einfach anders. Ich bin super engagiert, auch in der Schule immer gewesen in Form von Hilfsbereitschaft. Und ich war immer die Seelsorge für alle. Ich habe mich schon immer gefragt, warum kommt eigentlich jeder auf mich zu? Was strahlich aus? Was ist dann mehr anders? Das ist ja auch nicht normal. Und dann habe ich mich, also ich bin jetzt 24 intensiv damit auseinandergesetzt. Ich war tatsächlich auch schon in Psychotherapie und habe das so eigentlich mehr oder weniger rausgefunden. Das ist ja eher eine Persönlichkeits-Eigenschaft als eine Diagnose. Und konntest du das dann gleich für dich so verstehen? Und annehmen ist dann so die Glühbirne angegangen oder hast du so ein bisschen für dich gebraucht? Also für mich hat mit diesem Input zu wissen, es gibt Hochsensibilität vieles ein Sinn gemacht. Meine Eigenschaften, wie ich durchs Leben gehe, wie meine Wahrnehmung ist. Weil ich schon das öfterin von meinem Umfeld gehört habe. Oh, du bist so ein Sensibelchen oder du nimmst immer alles gleich so persönlich. Soll ich die Dinge und man fragt sich ja dann schon, ja, was stimmt dann eigentlich mit einem nicht? Somit alles für mich, Fluch und Segen, Zeit gleich. Hier möchte ich ganz bewusst einhaken. Lehne hat es gerade schon gesagt, Hochsensibilität ist keine Fixed Diagnose. Trotzdem schwört der Begriff ja immer mal wieder in Gesprächen rum. Aber wie genau lässt sich Hochsensibilität einordnen? Für uns bei Facts und Feelings, deswegen ein super Grund, mal zu schauen, was die Forschung dazu eigentlich sagt. Hochsensibilität ist definiert, dass die Menschen die Reize intensiver verarbeiten, als die Mehrheit und sie haben eine höhere Empfindlichkeit für sogenannte subtile Umwildreize. Das sind so die beiden Hauptbestimmungstücke. Es ist definitiv keine Störungs, gibt auch keine Diagnose-Nummer. Aber es wird als Temperament zu merkt mal bezeichnet. Das heißt, es gibt einen Ante von Leuten, der um die 20% wiegt, die eben diese erhöhte Reizverarbeitung in ein höhere Empfindigkeit aufweisen. Hier hört ihr Philipp Jorke Herzberg. Er ist Professor für Persönlichkeitspsychologie und psychologische Diagnostik an der Hamut Schmidt-Unie Hamburg. Philipp Jorke Herzberg sagt, sich ein Überblick durch einen Online Selbsthest zu verschaffen. Es ist ein guter Startpunkt, aber es ersetzt keine Beurteilung von der Fachperson. Es gibt ja keine Diagnose, weil es da keine Stören ist, sondern man kann sich eben nur auf so einer Verteilung einschätzen, ob man da weiter oben oder weiter unten liegt. Es gibt den Weg der Selbstbeurteilung, in dem man wirklich irgendwas im Internet ausfüllt, was aber teilweise nicht sehr jüngst ist. Das sind einfach Fragesammlungen. Es ist einmal wie in einer Frauenzeit schrift, einfach zusammengestellt, aber nie wissenschaftlich untersucht. Oder es gibt eben das, was wir machen und andere Kollegen, die wirklich blassbare Messinstrumente hergestellt haben, also auf Fragebögen. Und das können im Psychologen machen oder hier an der Universität kann das gemacht werden. An dieser Stelle zurück zu Lena. Sie hat sich selbst beobachtet und dann irgendwann festgestellt, dass sie sensibler als andere im Alter kreagiert und auch reizanfälliger ist. Den richtigen Erharmoment hatte sie dann in ihrer Therapie. Und in den Sitzungen kann sie auch über die Herausforderung reden, die ihr durch ihre Hochsensibilität immer wieder begegnen. Mich stört es vor allem in der Kommunikation und im Grenzen setzen. Weil es mir nicht so leicht fällt für meine eigenen Bedürfnisse einzustellen. Wenn ich merke, ok, es geht jemanden nicht gut, dann will ich immer da sein, weil ich merke, ok, da braucht jetzt jemand Hilfe. Dann bin ich da auch, wenn ich persönlich eigentlich gar keine Social-Battery mehr habe. Und dieses Nein-Sagen-Fällt mir dann schon sehr, sehr schwierig. Auch wenn ich weiß, in diesem Moment, dass es richtig wäre, einzusagen. Für mich und diesen Reizen einfach aus dem Weg zu gehen. Kannst du noch mal so ein paar Beispensituationen nennen, wenn du merkst, ja, hier reagiere ich gerade Hochsensibel. Ja, also wenn ich zum Beispiel in einem Café sitzel, das ist super laut, dann versuche ich die Situation irgendwie auszuhalten und mir nicht mein Café vermiesen zu lassen von der Situation, weil es eigentlich zu viel ist für mich. Also nehme die Lautstärke ziemlich intensiv war, teilweise auch Gerüche. Und das stress mich im Unterbewusstsein richtig arg. Also es ist schon so, dass ich danach super angespannt aus diesem Café rausgehe. Und das ist zum Beispiel so eine Alltagsituation, die passiert ja eigentlich ständig, egal ob das jetzt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist, im Café, im Restaurant. Es ist einfach immer super laut und superviele und superviele Menschen. Und diese Reizüberflutung ist schon nicht einfach für mich. Hast du auch Situationen, wo du sagst, das bereichert dann neben die Hochsensibilität? Das hat was positives? Am Anfang tatsächlich nicht. Aber umso mehr ich das Akzeptiere, dass ich einfach so bin, wie ich bin. Sehe ich das inzwischen sogar teilweise auch als Stärke. Vor allem aus dem Grund, dass ich eben diese Empathie zeigen kann, die viele einfach nicht haben. Und es ist ja auch nichts Schlimmes. Jeder ist super individuell. Aber dieses empathische Auftreten hilft mir in meinem Beruf, hilft mir in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen. Und wie gesagt, ich würde wirklich sagen, dass es eine Stärke ist, wenn man Empathie zeigen kann. Hochsensibilität wird ja von manchen auch so als, ich sag mal, Mode-Erscheinung abgetan. Wie reagierst du darauf, bist du da schon mal auf Unverständnis gestoßen? Ja, tatsächlich wird es eher abgetan. Also, ja, du bist halt sonst ein Ziebigchen und du bist halt einfach mehr sensible als andere. Und macht doch nicht so einen Held raus und kommt doch jetzt einfach mit. Diese Überzeugung, wenn man Grenzen für sich selbst setzt, dass man eigentlich weiß, okay, ich gehe heute nicht mit ins Restaurant, weil ich weiß für mich ist, dass eine Reizüberflutung, dann versucht schon oft, des Außenstehende Umfeld ein zu überreden, kommt doch mit. Und das ist doch nicht so schlimm. Das habe ich schon. Was wünscht du dir denn von Menschen in deinem Umfeld? Ich würde mir wünschen, dass mehr gesehen wird, dass es hochsensibel sein nicht einfach ist, aber auch eine tolle Eigenschaft sein kann. Und einfach mehr Akzeptanz für die Grenzen von anderen mit Menschen. Oft ist es auch so, dass Menschen, die nicht hochsensibel sind, nicht so richtig checken, was es bedeutet, hochsensibel zu sein.
Hochsensibilität ist ein Spektrum. Es gibt keine starren Kategorien. Das sagt Miriam Junge. Sie ist die Plompsychologin und psychologisch-psychotherapeute für Verhaltenstherapie und Autoren. Von ihr habe ich Tipps gesammelt, wie Hochsensible Menschen ihren Alltag entlasten können und sich abgrenzen können. Miriam Junge sagt, bei Hochsensibilität geht es vor allem darum, sich selbst besser kennenzulernen. Deswegen ist es wichtig, sich selbst zu fragen, in welchen Bereichen empfinde ich mich als besonders fein fühl dich? Oder wie stark beeinflussen mich reize. Das ist wichtig, es gibt kein zu sensible, sondern nur die Erkenntnis, wie ich auf meine Umwelt reagiere und wie ich das in meinem Leben integrieren kann. Von welchen Herausforderungen erzählende die Menschen, die hochsensibel sind? Das, was ich gesagt habe, ist vor allem, dass ich kommen Raum und neben barwas los. Wenn jemand schlecht gelauert ist und es selbst gar nicht merkt, dass irgendwas schief liegt, oder ich kann zwischen den Zeilen ließen. Das heißt, ich nehme Stimmung wahr. Oder ich fahre mit der U-Bahn, mit den Öffis, oder wie auch immer. Und ich rieche ganz viele Gerüche. Es ist mir häufig zu viel. Oder auf der anderen Seite auch so eine Erschöpfung, wenn man das geführt hat, man ist so überwältigt von den ganzen Reizen des Tages, dass man abends wirklich müde ist. Und vielleicht sogar in die Überforderung rutscht und merkt, "Oh, es ist mir alles zu viel, ich brauche Rückzug." Das ist auch häufig ein Signal von ebenso einer Reizempfindlichkeit, die sehr auf unternerven Systeme einfluss hat. Und wir uns da ein bisschen besser erschützen müssen, wenn wir hochsensibel sind. Wie kann man das abgrenzen? Ich sag, jeder ist ja mal irgendwie genervt. Und das ist einem zu viel und so eine volle U-Bahn. Also, es ist wichtig, erst mal für sich klar zu haben, dass hochsensibilität keine Diagnose ist, sondern Persönlichkeitsmerkmal. Und wenn wir merken, wir reagieren auf Dinge, überreicht da mit stärkeren Stimmungen oder neben Themen besonders tiefer, ist es wichtig zu bemerken, sind das vor allem Themen, die andere eher kalt lassen. Und dann bietet zum Beispiel ein Selbsttest von der Psychologin Elaine Aaron, das ist eine Amerikanerin, die hat sich wahnsinnig viel mit der HP-Forschung befasst, bietet da schon eine ordentliche Orientierung. Was bringt das denn überhaupt dieses Label hochsensibel? Also was bringt das überhaupt, das so zu benennen? Das ist super spannend, das so das sagst. Und der eine wichtige Sache ist da eben noch, dass hochsensibilität von manchen Menschen schon als Teil von Neurodivergenten verhalten empfunden wird. Es ist aber keine wissenschaftlich betrachtet Neurodivergänis, wie z.B. Autismus oder ADAS. "Rowsensibilität" ist eine Schnittdelle zwischen Temperament, Persönlichkeit und Reizverarbeitung. Und dieser Punkt von, wie nämlich irgendwie selbst Dinge war, wie möchte ich nicht stigmatieren, ich brauche aber halt, weil ich merke, ich bin anders als die anderen, ist ein ganz menschliches Bedürfnis. Das heißt, ich irgendwie einzuordne und so sagen so, "Ahh, ich bin jetzt gar nicht zu viel", da kommen die alten Klaunensätzen spielen, ne? Sind dann, wenn wir erwachsen werden, häufig zu sagen, "Ich bin gar nicht zu viel", sondern mein Gehirn nimmt einfach mehr auf. Und ich muss anders mit mir umgehen. Und da fällt das Stigma weg. Hast du denn Tipps für Menschen, die hochsensibel sind, wie sie ihren Alltag besser gestalten können? Ja. Ganz wichtig ist es, außen einzuplanen. Besonders nach Termin mit vielen sozialen Kontakten oder sehr vollen Tagen, das ist wichtig, sich eine reizärmerer Umgebung zu schaffen. Also z.B. lernen, visuelle Reizte und Multitasking wirklich zu reduzieren und Grenzen setzen. Nein, sagen. Denn wenn was zu vieles muss, um mit den Grenzen zu setzen werden, und das sollte dann im besten Fall auch ohne schlechtes Gewissen stattfinden. Und was wirklich eigentlich für alle, aber für hohe Sensibelperson besonders wichtig ist, sind die selbst für Sorge gut hin. Also meditieren, in die Natur, Tagebuch schreiben, alles, was die stabilisiert. Und selbst für Sorge bedeutet auch, hochsensibilität nicht als Schwäche zu betrachten, sondern als Hinweis darauf, achtsamer mit den eigenen Bedürfnissen umzugehen. Hochsensibilität wird ja, sage ich mal, nicht in allen Kreisen ernst genommen. Wie kann man zum Beispiel im Job-Context sowas kommunizieren? Ich stell mir da schon herausfordernd vor, zu sagen, ja, es ist hohe ich bin hochsensibel und deswegen ist das so für mich, das einfach mal so rauszuhauen. Das ist genauso wie mit diesen ganzen anderen Themen, die immer so aufbloppen, dann ist es ja noch so eine hochsensible Person. Es ist vielleicht wichtig, damit ich Botschaften zu kommunizieren und zu sagen, ich nehme das gerade sehr intensiv wahr und das stresse mich. Können wir damit irgendwie anders umgehen? Dieses "Ich brauche, die und die Kommunikation" oder "Ich kann besser zum Ziel kommen, wenn wir die Situation so und so gestalten." Also, das ist wichtig, bei sich dann die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und auch zu kommunizieren, in welche Richtung man besser arbeiten kann oder was man eben wirklich braucht in Form auch von Ruhe oder auch zu kommunizieren. Ich merke, dass es mir ein bisschen zu viel, ich nehme mir mal ein bisschen Ruhe und ich komme später wieder auf dich zurück. Wie kann man dann vielleicht die Hochsensibilität für sich nutzen? Hochsensiblen Menschen sind häufig besonders empathisch, kreativ, intuitiv und detailgenau. Das heißt, dieses Erspüren und Bemerkungen, was zwischen den Zeilen steht, ist in bestimmten Berufen zum Beispiel, in wirklich ein totales Pro, oder sogar vielleicht sogar ein echtes Geschenk, weil dieses in Beratung oder in der Kunst und in der Lehre brauchen wir genau diese Fähigkeiten, die man in anderen Berufen nicht braucht. Und da ist es wirklich wichtig für sich, abzumärken, dass es eine Begabung ist oder eine Gabe ist, die wir nutzen können, weil Menschen mit Hochsensibilität emotional intelligenter sind und eben eine feine Wahrnehmung haben, die in besonderen Berufen besonders nötig ist, vor allem heutzutage. Ich habe heute einiges mitgenommen und ich hoffe, ihr auch, und wenn euch was interessiert, wenn ihr was gehört habt, wo ihr nicht so ganz genau wisst, was dahinter steckt, dann meldet euch gern. Wir vom Facts- und Feelings-Team freuen uns über jede Challenge. Kontaktinfos findet ihr in den Schonerns. Das Team für diese Folge, Betty Bricke, Christian Schmidt, Friedrich Geseger, Jan Morgos-Stern und ich, Charlie Nr. Roguei. Danke, ciao. Deutschlandfunk-Nover. Facts und Feelings. Jeden Mondert, Mittwoch und Freitag neu. In der Deutschlandfunk app.
Podcast Summary
Key Points:
Hochsensibilität ist eine Persönlichkeitseigenschaft, keine Störung oder Diagnose, und betrifft etwa 20 % der Bevölkerung.
Betroffene nehmen Reize intensiver wahr, insbesondere subtile Umgebungsreize, und reagieren emotional stärker auf Stimmungen anderer.
Lena erkannte ihre Hochsensibilität in der Psychotherapie und beschreibt sie als Fluch und Segen – sie ermöglicht tiefe Empathie, führt aber auch zu Reizüberflutung und Erschöpfung.
Herausforderungen im Alltag sind laute Umgebungen, soziale Situationen und das Setzen von Grenzen, besonders das Nein-Sagen.
Miriam Junge und Philipp Jorke Herzberg betonen die Bedeutung von Selbstfürsorge, Rückzug und Kommunikation eigener Bedürfnisse, auch im Beruf.
Hochsensibilität kann als Stärke genutzt werden – in Berufen, die Empathie, Kreativität und Detailgenauigkeit erfordern.
Summary:
In dieser Folge von „Facts und Feelings“ geht es um das Thema Hochsensibilität. Die junge Frau Lena beschreibt, wie sie seit ihrer Kindheit Reize und Emotionen intensiver wahrnimmt als andere. Erst in der Psychotherapie erkannte sie, dass es sich um Hochsensibilität handelt – eine Persönlichkeitseigenschaft, die etwa 20 % der Menschen betrifft.
Sie erlebt dies als Fluch, weil laute Umgebungen und soziale Situationen schnell überfordernd wirken, aber auch als Segen, weil ihre Empathie und ihr Feingefühl sie im Beruf und in Beziehungen bereichern. Der Professor Philipp Jorke Herzberg erklärt, dass Hochsensibilität kein Störungsbild ist, sondern als Temperamentsmerkmal gilt, das durch wissenschaftliche Fragebögen erfasst werden kann. Die Psychologin Miriam Junge rät Betroffenen, sich reizarme Umgebungen zu schaffen, Grenzen zu setzen und Selbstfürsorge zu praktizieren.
Besonders wichtig sei es, die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren und Hochsensibilität nicht als Schwäche, sondern als besondere Fähigkeit zu sehen – etwa in Berufen, die Empathie, Kreativität und Detailgenauigkeit erfordern. Lena wünscht sich mehr Akzeptanz für ihre Grenzen und betont, dass Hochsensibilität eine Stärke sein kann, wenn man lernt, achtsam mit sich umzugehen.
FAQs
Hochsensibilität ist eine Persönlichkeitseigenschaft, bei der Menschen Reize intensiver verarbeiten und eine höhere Empfindlichkeit für subtile Umweltreize haben. Es ist keine Diagnose oder Störung, sondern ein Temperamentsmerkmal, das etwa 20% der Bevölkerung betrifft.
Ein guter Start ist ein Selbsttest, wie der von der Psychologin Elaine Aaron, oder eine professionelle Beurteilung durch einen Psychologen. Achte darauf, ob du stärker auf Reize wie Lärm, Gerüche oder Stimmungen reagierst als andere und ob dich das im Alltag überfordert.
Nein, Hochsensibilität ist wissenschaftlich anerkannt als Persönlichkeitsmerkmal, auch wenn es manchmal als Modetrend abgetan wird. Es geht nicht um übertriebene Empfindlichkeit, sondern um eine tatsächlich andere Reizverarbeitung im Gehirn.
Hochsensible leiden oft unter Reizüberflutung in lauten Umgebungen wie Cafés oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie nehmen Stimmungen und Emotionen anderer intensiv wahr, was zu Erschöpfung und Überforderung führen kann, besonders wenn sie schwer Grenzen setzen können.
Hochsensible sind oft besonders empathisch, kreativ, intuitiv und detailgenau. Diese Fähigkeiten können in Berufen wie Beratung, Kunst oder Lehre eine echte Stärke sein und zwischenmenschliche Beziehungen bereichern.
Plane regelmäßige Auszeiten in reizärmeren Umgebungen ein, reduziere Multitasking und visuelle Reize, und lerne, Grenzen zu setzen – auch ohne schlechtes Gewissen. Selbstfürsorge wie Meditation, Natur oder Tagebuchschreiben hilft, dich zu stabilisieren.
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