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Hochsensibel in der Partnerschaft: Kann das gutgehen?

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Hochsensibel in der Partnerschaft: Kann das gutgehen?

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das durch eine intensive Wahrnehmung von Reizen und Gefühlen gekennzeichnet ist und keine offizielle Diagnose erfordert. Es wird oft erst in Erwachsennheit entdeckt und beeinflusst die Beziehungen tiefgreifend, da beide Partner unterschiedlich auf Umgebungsreize und Emotionen reagieren. Introvertierte Hochsensible bevorzugen Ruhe und meidern Überreizung, während extrovertierte Personen oft in aktive, abenteuerliche Situationen eintauchen. Dies führt zu Spannungen, insbesondere in Bezug auf Temperaturen, Geräusche oder die Wahrnehmung von Körperempfindungen. Die größte Herausforderung besteht darin, dass eine gegenseitige Wahrnehmung und Kommunikation fehlt: hochsensible Personen empfinden Gefühle intensiver und reagieren schnell, während andere das als dramatisch wahrnehmen. Dies führt zu Misstrauen, Konflikten und dem Gefühl der Ungerechtigkeit. Die Lösung liegt in der bewussten Kommunikation von wahren, nicht interpretierten Gefühlen, dem Anerkennen des anderen und der Vermeidung von Dramatisierung. Mit diesem Verständnis kann eine tiefe, glaubwürdige und erfüllende Partnerschaft aufgebaut werden, auch wenn Hochsensibilität prägend ist. Die Wissenschaft bezeichnet Hochsensibilität als häufiges Merkmal – etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung – und betont, dass es trotz Herausforderungen zu tiefen Beziehungen kommen kann, wenn beide Parteien Verständnis und gegenseitige Anerkennung entwickeln.

Transcription

6889 Words, 43122 Characters

German
Das heutige Thema ist Hochsensibilität in der Partnerschaft. Etwas, was uns in den Coachings immer wieder begegnet und besondere Herausforderungen mitbringt, in Einzelcoachings relevant ist, weil Menschen von sich selber herausfinden möchten, was ist mit ihnen los. Und für uns privat ist das auch ein sehr spannendes Thema. Einerseits sind wir unterschiedlich sensibel, was natürlich Herausforderungen mit sich bringt, aber keiner von uns beiden würde sich selber als hochsensibel bezeichnen, aber unser Sohn ist hochsensibel. Wir haben es ja auch mal über so ein Ausschlussverfahren testen lassen. Eine echte Diagnose gibt es nicht, aber da wir sehr daran gelegen sind, dass unser Sohn natürlich gute freundschaftliche Beziehungen, familiäre Beziehungen, aber später auch. In der Lage ist, eine gute Liebesbeziehung zu führen, ist es für uns natürlich sehr spannend zu schauen, was braucht er denn alles so an Hilfsmitteln, Reflexionsmöglichkeiten und so weiter, um eine gute Beziehung führen zu können. Du bist im Podcast der Lebensidealisten gelandet. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung. Wenn du jetzt gerade den Podcast hörst, ist das wahrscheinlich ein Thema, was dich in irgendeiner Form schon mal beschäftigt hat oder gerade beschäftigt, weil das Thema Hochsensibilität ist ja etwas, wenn man das in so einer Folge liest, dass man meistens, wenn man sich das anhört, irgendeinen inneren Match dafür hat. Aber trotzdem. Steigen wir nochmal ein bisschen weiter vorne ein. Und für die, denen das jetzt doch nicht so ganz klar ist, was wir mit Hochsensibilität meinen, einmal eine kurze Erklärung vorab. Also ich höre in den Coachings häufig, gerade in unserer Generation oder älter, dass die Menschen lange, lange Zeit so auf der Suche waren, was ist mit ihnen los? Haben sich anders gefühlt, gemerkt, irgendwie laufen bei mir Dinge anders als bei anderen Menschen und haben dann aber irgendwann erst so ganz spät, so eigentlich per Zufall, das Thema Hochsensibilität entdeckt und überlegt, könnte das zu mir passen? Haben ein Buch gelesen, YouTube-Videos geschaut und gemerkt, die beschreiben genau mein Leben und haben dann für sich festgestellt, das könnte auf mich zutreffen. Hochsensibilität ist ja keine Diagnose, die man bekommt, wie jetzt zum Beispiel bei Autismus oder bei ADHS, sondern es ist ein Persönlichkeitsmerkmal, ähnlich wie bei der Gefühlsstärke. Manche nennen es auch ein Softlabel. Also keine Erkrankung oder nichts, was einem Diagnoseverfahren, was man so kennt, durchläuft. Und ich glaube, deswegen ist es manchmal auch so schwierig. Menschen können besser damit umwenden, wir sagen, okay, das wurde bei mir diagnostiziert, das ist klar. Das habe ich, wie kann ich damit umgehen? Sondern das ist etwas, was ein Persönlichkeitsmerkmal ist, eine Zuschreibung. Wir haben ja den Test bei unserem Sohn gemacht, den es da so gibt. Und da ist ja eine Reihe von Fragen. Fragen, die dann beantwortet werden. Und durch das Beantworten der Fragen kommt am Ende eher so eine prozentuale Wahrscheinlichkeit raus, wie wahrscheinlich ist es, dass man hochsensibel ist. Genau, es war eher eine Kombination aus Fragen, die er selber beantworten konnte, also altersgerecht natürlich, und auch Fragen, die wir beantwortet haben. Und dann gab es halt diesen Match und diesen Abgleich und dann gab es sozusagen eine Auswertung. Aber wie gesagt, das ist kein Diagnoseverfahren gewesen. Das war ein Test, der sozusagen einmal einen Einblick gewährt hat, könnten wir in dieser Richtung richtig liegen. Und das Besondere an der Hochsensibilität ist, dass man eine besonders intensive Wahrnehmung hat und die Verarbeitung von Reizen anders abläuft als bei normalsensiblen Menschen. Bedeutet, wir sprechen ja immer von einem Metaprogramm, also wie filtern wir Kommunikation oder wie filtern wir die Reize, dass unser Gehirn wirken, was pro Sekunde 100.000 sein sollen, die da wirken und vier bis sieben kann man verarbeiten. Das wäre jetzt der normalsensible und ich stelle mir das immer so vor, dass der hochsensible eben nicht nur vier bis sieben Reize verarbeitet, sondern der Filter offener ist und derjenige vielleicht 50, 60, 70, man weiß es nicht, aber ein Vielfaches der Reize verarbeitet, dadurch zum Beispiel intensiver schmeckt, Dinge anders wahrnimmt, Gefühle verarbeitet. Gefühle verarbeitet. Gefühle verarbeitet. Gefühle von anderen Menschen empathisch anders aufgreifen kann, weil der Filter eben offener ist, was aber auch wiederum viele Vorteile, aber auch Nachteile damit sich bringt, die wir uns heute auch nochmal anschauen können. Wenn man so auf die Stimmung schaut und auf die Zwischentöne, hat man schon das Gefühl, dass die halt stärker wahrgenommen werden und dass Erlebnisse intensiver oder anders intensiv wahrgenommen werden und ganz natürlich entsteht dadurch einfach auch, wie du schon sagtest, stärker eine Empfehlung. Es ist etwas Besonderes, durch den Tag zu gehen, wenn man eine Reiz- und Filterverarbeitung hat und wir haben diese Folgen jetzt so ein bisschen aufgebaut, dass wir in dieser Folge einmal uns mit dem Schwerpunkt Partnerschaft befassen wollen, was ja auch in unseren Coachings häufig ein Thema ist und dann gibt es eine zweite Folge noch, wie es ist als Elternpaar mit einem oder mehreren hochsensiblen Kindern. Was auch sehr häufig ein Thema ist tatsächlich, wie geht man damit um, gerade wenn man selber eben. Ja, ganz kurz, welche Bereiche können von Hochsensibilität allgemein betroffen sein? Es kann sensorisch sein, das bedeutet umweltbezogene Details, Berührungen, Empfindungen, die eigene Körperwahrnehmung ist halt viel intensiver. So ein ganz plakatives Beispiel ist das Schild hinten in der Kleidung oder an der Seite, welches einen besonders schmerzt. Stark stört. Ja, oder auch überhaupt Verarbeitung von Kleidung, ne? Also wie fühlt sich Kleidung auf der Haut an? Wann ist das kratzig? Wann ist das angenehm? Ist Kleidung kühlend oder wärmend? Also da ist einfach sensorisch ganz viel mehr drin. Dann emotional, zum Beispiel eine sehr ausgeprägte Empathie, eine sehr feine Wahrnehmung von Befindlichkeiten, keine Abgrenzung der eigenen Gefühle zu denen der anderen. Und das finde ich auch immer sehr schmerzhaft. Das finde ich auch spannend, also dass man merkt richtig, wie jemand dann die Gefühle anderer aufnimmt und zu den eigenen Gefühlen macht und dazwischen schwer unterscheiden kann. Also diese Abgrenzung, die ist dann sehr schwierig. Aber auch die feine Wahrnehmung von Befindlichkeiten, wenn jemand sagt, nee, nee, ist schon alles gut, dann ganz klar zu spüren, das stimmt nicht. Und das ohne den anderen jetzt lange kennen zu müssen und lesen zu lernen in der Mimik und Gestik. Und dann wirklich dieses Gefühl des anderen zu spüren und zu merken, jemand ist authentisch oder eben nicht authentisch. Und dann was natürlich auch ein großer Faktor ist, das Kognitive, also das wirklich tiefe Hinterfragen und Nachdenken. Auf der einen Seite diese schnelle Auffassungsgabe durch diese Reize, die halt schneller aufploppen, sag ich mal. Aber auch dieses Bilden von Zusammenhängen im Kopf, also schnell ein Puzzle zu legen und zu sagen, okay, den reizt, den reizt, den reizt, jetzt entsteht eine neue Fragestellung, was mache ich damit? Also da ist ganz viel Tiefe, damit vielleicht auch verbunden manchmal etwas Schwere. Weil natürlich, wenn man Sachen mehr hinterfragt, man auch, ja, sag ich mal, an anderen Ebenen kommt von emotionalen Gefühlen. Die weitere Unterscheidung ist dann, ob man introvertiert oder extrovertiert hochsensibel ist. Sehr spannend, 85 Prozent. Sollen eher introvertiert hochsensibel sein. Das bedeutet, diese Menschen haben oft viel Klarheit über die eigenen Grenzen und welche Situationen man lieber meidet. Bedeutet, jemand ist dann eher, wie es eben introvertiert auch so heißt, zurückgezogen, regeneriert für sich alleine und schaut dann eben, dass er Situationen, in denen eine Überreizung droht, meidet. Genau, das ist eher nicht die Person, die sich auf eine große Feier freut mit vielen Menschen und lauter Musik, oder halt wenn denn nur kurzzeitig, sondern das sind Menschen, die ganz bewusst gerne auch Sachen alleine machen, Hobby alleine machen oder nur in einer kleinen Gruppe unterwegs sind, die es auch angenehm finden, wenn man eher zu zweit ein tiefes Gespräch führt, als wenn mehrere Menschen einen wilden Austausch haben. Also die, ja, glaube ich, sind auch so das Paradebeispiel, was Menschen sich unter hochsensiblen Menschen eher vorstellen. Also oftmals, wenn man Bücher über Hochsensibilität liest, wird, deutlich mehr der Anteil der introvertierten, hochsensiblen Menschen angesprochen, als die der extrovertierten, hochsensiblen Menschen. Weil gesellschaftlich bei Hochsensibilität eher der introvertierte Mensch so, ja, in Erinnerung ist oder so im Bild ist, so ist so jemand, der hochsensibel ist. Aber es gibt noch, wenn es nur um die 15 Prozent sind, auch den extrovertierten, hochsensiblen Menschen. Ja, so ein bisschen der Abenteurer, der sich ins Chaos stürzt, denn eigentlich weiß derjenige um seine, seine Überreizungspotenziale, aber möchte Austausch, Unternehmungen und Erfahrungen sammeln. Und ja, geht natürlich da ständig in Eindrücken und Impulsen unter, die ihn überschütten. Es fällt sehr schwer, Pausen zu machen, sich abzugrenzen, sondern, diese Entdeckungslust ist so groß, dass man über seine Grenzen ständig hinweg geht. Genau, das ist dann eine Person, die bei einer Party eher die polonäse Blankenese anführt und dann eine halbe Stunde später, sag ich mal, eine komplette Überreizung kommt, aber gesagt hat, ich war voll dabei und ich war in erster Reihe. Aber genau, es kann dann halt natürlich dazu sein, dass es dann schwer ist. Man muss sich sehr, sehr genau kennen als Mensch, um zu wissen, was tut mir gut, was tut mir nicht gut. Dann noch abschließend so zu diesen Erklärungen, Definitionen der Hochsensibilität, jetzt auch mehr in Bezug auf Beziehungen, da ist sich nämlich die wissenschaftliche Forschung recht einig, dass auch hochsensible Menschen tiefe und erfüllende Beziehungen führen können, es aber häufig zu einer unausgewogenen Balance zwischen Nähe und Rückzug kommt. Dazu wurden Studien von 97 bis 2019 betrachtet. Den Link packen wir in die Shownotes zu diesen entsprechenden Forschungen. Die Erkenntnisse sind, 15 bis 20 Prozent der Menschen seien hochsensibel. Was ja wirklich viel ist. Ich denke, die wenigsten davon würden sich selber aber als hochsensibel bezeichnen oder wissen davon. Muss ich immer an ein Gespräch denken, was du mit einem Freund von uns hattest in Bezug auf unseren Sohn, als wir erzählt hatten, dass wir damals herausgefunden haben, dass das Thema Hochsensibilität da ins Spiel kommt, für uns als Familie. Und die Person sich im Telefonat sozusagen selbst reflektiert hat und gesagt hat, ja, also ehrlich gesagt, da trifft vieles auch auf mich zu und das sind viele Herausforderungen, die ich auch habe. Und ich glaube, das ist das, was du auch gerade meintest, dass da viele Menschen genau diese Herausforderungen und ja, auch Begabung kann man ja auch sagen, mit sich haben, aber trotzdem davon gar nicht so wissen, sondern eher sich zuordnen in mir wird das ein bisschen schnell zu viel, ich mag das nicht so gerne, ich weiß auch nicht, warum das so ist. Ja, der Mensch wirkt dann nicht belastbar und das ist, glaube ich, etwas, was so in der Leistungsgesellschaft dann immer eher kritisch gesehen wird. Nichtsdestotrotz, auch wenn er selber dann im Telefonat so durchging und merkte, oh, das trifft irgendwie auch alles auf mich zu, so würde er selber, glaube ich, nicht von sich sagen, ich bin hochsensibel oder hat auch nicht diesen Test mal für sich durchlaufen, sodass das einfach so eine Erkenntnis ist und sagt, oh, da trifft auch vieles auf mich zu, ich könnte sowas auch mal machen, aber da sind jetzt die Belastungen im Alltag gar nicht so gegeben, dass das gebraucht würde. Ja, weil die vielen Menschen natürlich auch gerade als Erwachsene auch ihre Strategien gefunden haben, vielleicht damit umzugehen. Was wir aus den Studien auch nochmal entnommen haben, ist, dass die Wissenschaft davon ausgeht, dass eben komplexe Wechselwirkungen zwischen genetischen Faktoren, aber auch Umweltfaktoren zusammenspielen, was dann zu dieser Hochsensibilität führen kann. Letztendlich muss man aber sagen, es sind immer noch sehr, sehr viele Fragen offen zu dem Thema. Es ist auch eine Sache, die in meinem Gefühl noch nicht überall angekommen ist und noch nicht überall anerkannt ist. Anders natürlich wie, sag ich mal, etwas wie ADHS, Autismus, was einen klaren Diagnoseverlauf hat, ist es natürlich für diese Softlabel, weil es halt auch Persönlichkeitsmerkmale sind, die aber trotzdem auch Leid, ja muss man sagen, mit sich bringen können, schwierig manchmal Anerkennung zu finden. Wir wollen in dieser Folge schauen, wie kann man mit den Herausforderungen der Hochsensibilität in Beziehungen gut umgehen? Was bedeutet das als Paar? Was verändert sich? Worauf kann man achten? Welche Möglichkeiten gibt es einfach? Im letzten Monat haben rund 45.000 Menschen unseren Podcast bei YouTube, Apple und Spotify gehört und wenn auch du dazu gehört bist und hast schon mehrere unserer Folgen gehört, dann hinterlass doch gerne eine Bewertung bei Apple oder Spotify, ein Abo bei YouTube oder einen Kommentar. Sehr gerne antworten wir dir oder freuen uns über dein Feedback bei den entsprechenden Plattformen. Kommen wir mal zu den Herausforderungen, wenn Hochsensibilität in der Beziehung eine Rolle spielt. Wie wir am Anfang schon sagten, kommt die Erkenntnis, dass man vielleicht hochsensibel sein könnte, oftmals sehr spät im Leben beziehungsweise eher, wenn man erwachsen ist und oft ist es dann schon, dass es die Beziehung eigentlich schon belastet. Also, dass man dann häufig in einer Beziehung ist und dass es dann schon erste Belastung gibt und man aber das Gefühl hat, man hat für diese Punkte bisher keine Lösung gefunden, weil man da mit einem anderen Bewusstsein reingegangen ist. Und Herausforderungen für hochsensible Personen sind zum Beispiel in der Partnerschaft, dass man halt die Umgebung anders intensiv wahrnimmt. Das könnte zum Beispiel eine Situation sein im Urlaub, dass wenn man zusammen Urlaub macht, dass man Situationen, wenn man unterwegs ist, wenn man irgendwie auf einem Markt ist oder wenn man in einer Hotelanlage ist, dass man das anders wahrnimmt, dass man andere Plätze vielleicht eher bevorzugt, wo man das Gefühl hat, dass es ein bisschen entspannter für einen ist und die andere Person das vielleicht nicht so verstehen kann, dass es jetzt nicht so schön ist, an diesem Strandabschnitt zu liegen oder da am Pool mit der Lautmusik. Also man hat das Gefühl, man kann diese intensive Wahrnehmung, die man hat, nicht teilen mit der anderen Person, weil das bei der anderen Person vielleicht gar nicht so ja ankommt. Diese unterschiedliche Wahrnehmung dann der Situation und der entsprechenden Reize, die damit einhergehen, die können natürlich dann für die andere Person zu unbedachten Kommentaren führen. Das bedeutet, dass derjenige dann sagt, Mensch, so warm ist es doch nun auch nicht, so laut ist es ja nun auch nicht, reiß dich mal zusammen. Und diese kleinen Spannungen, die können natürlich sehr übermäßig belastend wirken, denn wenn eben diese Filter offen sind, dann kann der andere sich nicht mal eben zusammenreißen. Fühlt dann einfach, dass es unerträglich heiß ist oder fühlt dann eben, dass es super unangenehm ist, weil gerade Schweiß den Rücken runterläuft und das ganz unangenehm sich anfühlt, die Kleidung klebt und das ist ganz, ganz unangenehm. Wir haben das bei unserem Sohn, der kann zum Beispiel, wenn er geschwitzt ist, eine Brille nicht aufsetzen, weil es einfach für ihn unfassbar unangenehm ist. Und da kann man nicht sagen, ja, jetzt mach doch mal, also mich selber stört das überhaupt nicht. Ich setze einfach die Brille auf, egal ob ich nach dem Sport geschwitzt habe oder nicht. Die Brille wird aufgesetzt und das ist nicht schlimm. Aber für ihn ist das in dem Moment unerträglich. Und diese Unterschiede, wenn man dann sagt, Mensch, setz die Brille auf oder auch in einer Partnerschaft, dass jemand dann eben sagt, ich muss hier raus. Das wird mir zu heiß. Und der andere sagt, Mensch, wir haben doch hier viel Geld bezahlt. Lass uns doch im Restaurant noch sitzen bleiben und ein bisschen das genießen. Ich kann es nicht mehr genießen. Ich muss hier weg. Das kann zu sehr vielen Spannungen dann führen. Ein Punkt, was ich auch schon im Coaching schon einmal hatte, war bei ein paar, das ist so klein. Die Möglichkeiten, die Emotionen stark beeinflussen können und man so eine Angst vor Konflikten dadurch auch entwickelt. Also, dass man das Gefühl hat, dass man diese Schwingung untereinander halt sehr stark merkt. Das war jetzt in dem Fall, sie waren zusammen auf einer Autofahrt zu einer Veranstaltung und ja, die andere Person war ein bisschen müde wohl, war ein bisschen ausgelaugt vom Tag und die Person, die mehr sensibel ist, konnte das schwer so stehen lassen, wollte sich innerlich so ein bisschen verbinden, hat dann immer nachgefragt, was ist denn los? Geht es dir nicht gut? Soll ich das Fahren übernehmen? Liegt das jetzt wirklich am Tag? Also dieses tiefe Hinterfragen, weil diese Emotionen halt, ja, diese Verbindung stärker gespürt wird, auch das Leid oder das Missempfinden von der anderen Person, dass es dann auch zu einem Konflikt kam, weil die andere Person irgendwann gesagt hat, du bist ein bisschen anstrengend. Immer fragst du, ich habe doch gesagt, dass alles in Ordnung ist. Lass mich doch einfach kurz in Ruhe. Ich fahre jetzt, ich kann fahren, ich bin einfach nur müde. Dass es nichts, was mit dir zu tun hat, aber dass das halt immer so zwischen den beiden weit war. Dann gibt es ein unterschiedliches Bedürfnis nach Ruhe, Rückzug, weil man schneller emotional erschöpft ist. Das kann auch in ganz verschiedenen Situationen dann eben wieder zum Tragen kommen, ob das die Grillparty mit Freunden ist, der Geburtstag in der Familie, das Weihnachtsfest also immer dann, wenn vor allen Dingen viele Menschen meistens aufeinandertreffen, dann ist einfach schnell die Überreizung da und derjenige braucht Ruhe und Rückzug. Hatte ich auch im Coaching zum Beispiel einen Fall, da hat die Frau jahrelang, natürlich als Kind schon angefangen, ja, so von den Eltern den Glaubenssatz mitbekommen, da muss man durch. Und das hat sie für sich als erwachsene Frau dann weiter so gemacht. Das heißt, bei Familienfesten mit den Kindern, jetzt zum Beispiel zu Ostern oder so, hat sie dann auch das volle Programm durchgezogen und ist danach dann so erschöpft gewesen und ist so tief sozusagen ausgelockt gewesen, dass sie sich erstmal ein, zwei Tage erholen musste, was dann für den Mann ganz schwierig war, weil er gesagt hat, ja, aber warum machst du denn vorher nicht weniger und läufst nicht in dieses Tief rein? Und das war auch schwierig, weil sie gesagt hat, ja, aber ich hab halt noch das in mir drinnen, dieses du musst ja jetzt durch, jetzt gibt's keine Extrawurst, zieh durch und das war auch spannend, dass er das schon bei ihr gesehen hat und da auch gesehen hat, was die Schwierigkeit ist, aber sie konnte das noch nicht. Ja, da fehlt aus der Kindheit die Rücksichtnahme, dass das dann so anerkannt wurde, überhaupt erkannt wurde und dass dann die Rücksichtnahme entsprechend war und man dann gemeinsam vielleicht überlegt hat, welche Lösungsansätze gibt es, damit derjenige trotzdem gut, aber für sich eben ressourcenschonend oder auf die eigenen Ressourcen angepasst an diesem Leben teilhaben kann. Was auch immer sehr auffällig ist, und das erleben wir auch privat sehr häufig. mit unserem Sohn, aber auch in den Coachings, diese spüren, wenn Gefühle nicht authentisch sind, nicht ehrlich kommuniziert werden. Also dass, wenn da Mimik und Gestik und also die nonverbale und die verbale Kommunikation nicht übereinstimmen, das wird extrem schnell erkannt und auch sehr zuverlässig erkannt. Und das ist eben auch etwas, was in Beziehungen, in den Coachings häufig eine Rolle spielt, dass der eine eben sagt, naja, ich weiß ganz genau, wie der andere fühlt und denkt, hat aber auch die Gefahr, dass man eben dazu neigt, zu interpretieren statt zu kommunizieren und nur noch den anderen liest, anstatt darüber zu reden, denn die Trefferquote ist zwar gut und sicherlich besser, als wenn ein normal sensibler Mensch nur interpretiert, was der andere fühlt, denkt, sich wünscht, welche Bedürfnisse da sind. Dennoch gibt es immer noch eine recht hohe Fehlerquote und das ist etwas, was man erstmal in der Beziehung dann etablieren muss, mehr kommunizieren statt interpretieren, um da wirklich in Sicherheit zu sein. Nächster Punkt, da sind wir, wie wir im Coaching sagen, Systemgesetz Nummer 3, Ausgleich von Geben und Nehmen, also ein starker Gerechtigkeitsgedanke. Der ist bei diesen Menschen auch so stark ausgeprägt, dass da auch schwer unterschieden wird, betrifft mich das jetzt? Nämlich das mir jetzt zu Herzen oder betrifft es vielleicht die Nachbarin, betrifft es eine Freundin, einen Kumpel und darf ich mich da abgrenzen? Und das ist in der Partnerschaft natürlich manchmal auch schwierig, wenn ich diesen Gerechtigkeitsgedanken habe und mir das bei mir innerlich das schnell aufploppt, dass das nicht im Gleichgewicht ist, bringt das natürlich einfach auch weitere Themen mit sich. Ja, es wird auf dieses Systemgesetz noch viel intensiver geachtet. Viel früher, viel intensiver und das ist ja eh schon etwas, was häufig schwierig ist, aber dann wird es noch komplexer. Es gibt halt auch eine hohe Erwartung an die tiefe Verbundenheit, weil man halt eine andere empfundene Tiefe von Emotionen erreicht und auch selber sehr einen ja, hohen Anspruch für sein Leben hat, ist es diesen Menschen besonders wichtig, sich mit anderen Menschen eng zu verbinden. Der Kreis der Menschen, mit denen sie sich eng verbinden, ist sehr klein, aber wenn sie sich verbinden in einer absoluten Tiefe und dann wissen sie auch alles über den anderen Menschen in jeglicher Varianz und das macht es in der Beziehung natürlich auch besonders, aber manche Menschen brauchen das nicht in einer Partnerschaft in dieser Tiefe und da ist es manchmal auch so, dass es halt zu einem, ja, Konflikt werden kann, wenn der andere diese Tiefe nicht braucht und das bei der Person, die das aber braucht, zu einem Mangelgefühl kommt. Weil gesagt wird, das Gespräch empfinde ich jetzt oberflächlich, wo die andere Person sagen würde, wieso? Wir haben da für mich schon ganz ausführlich drüber gesprochen. Die Person sagt, nee, ich fühle mich da mangelgefühlt, ich fühle mich nicht gesehen, nicht geliebt, nicht anerkannt. Da muss man natürlich in einem Abgleich sein, dass es für beide stimmig ist und diesen Abgleich zu finden, das kann eine Herausforderung sein. Und was du dann noch regelmäßig erleben wirst, die Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen. Denn so diese festen Routinen und Strukturen, die helfen natürlich gerade den introvertiert Hochsensiblen, sich zu regulieren, sich zu regenerieren, zur Ruhe zu kommen, diese Verlässlichkeit, dass etwas dann und dann kommt. Ich weiß, worauf ich mich einstellen muss innerlich. Das sorgt für mehr innere Sicherheit, Ruhe, Kontrolle und ein besseres Zurechtkommen mit den Reizen. Und wenn ein anderer Partner gerne Veränderungen mag oder Abenteuer vorschlägt und so weiter, dann kann es schwierig sein, sich darauf innerlich einschlassen. Beziehungsweise es wird ein viel größerer Rahmen und viel größere Vorkehrungen gebraucht, um dann diese Veränderungen herbeiführen zu können. Der Partner hat natürlich auch einige Herausforderungen. Meistens passend natürlich zu dem, was wir eben schon genannt haben. Aber womit man sich häufig konfrontiert fühlt, ist, dass man als stumpf oder nicht tiefgründig wahrgenommen wird, als oberflächlich. Wiederum, wenn man das Gefühl hat, die Partnerin oder der Partner sei halt übertrieben tiefgründig und übertreibt mit den ganzen Gefühlen und dramatisiert. Das ist so manchmal das eigene Gefühl, weil es für einen selber etwas normal passt. Man kann sich pragmatisch Dingen anpassen und für den anderen ist es ganz schnell zu viel. Und man selber denkt, Mensch, wieso musst du dann aus allem so ein Drama entstehen? Genau, und das ist passenderweise kein Drama. Und da passenderweise hat der Spruch auch, es wird kein Drama gemacht, sondern es wird ein Drama gefühlt. Und das ist natürlich dann einfach eine große Herausforderung, auch die Emotionen nachzuvollziehen, in dem Wirtsgefühl in der Partnerschaft zu sein, ein stabiles Fundament von beiden Seiten aufrecht zu erhalten im Gefühl und auch nicht nur die Unterschiede, sondern auch die Gemeinsamkeiten, zu sehen. Damit einher geht das Gefühl, ständig aufpassen zu müssen oder sich zurücknehmen zu müssen. Bedeutet, der andere ist natürlich mit seinen Gefühlen und Reizen sehr präsent und man selber das Gefühl, okay, ich habe da jetzt gar nicht mehr so Platz, beziehungsweise meine Gefühle und Bedürfnisse sind so viel weniger ausgefallen, so viel weniger intensiv, da spiele ich gar nicht mehr im Vergleich so eine große Rolle. Auf der anderen Seite eben aufpassen zu müssen, weil es vielleicht so viele Dinge gibt, die den anderen eben überreizen und wo ich schon weiß, oh, wenn das eintritt, dann und wenn das eintritt, dann. Ja, so ein Feuerlöscher, der vorrennt und sagt, ja, nee, das können wir auch anders machen. Da passe ich mich an und wie eine Co-Abhängigkeit, dass man nachher sein Leben und das, was man sehr gerne mag und was man schön findet, dem schon zu sehr anpasst. Weil man ja die Gefühle des anderen auch dann später begleiten soll, darf, kann. Und das ist ja auch etwas, was eine Schwierigkeit sein kann, wenn ich eben merke, boah, der andere hat immer so wahnsinnig intensive Gefühle. Die Range ist viel größer als bei mir und dann kann es schwer fallen, diese Gefühle nachzuvollziehen oder auch Stimmungsschwankungen dann richtig zu begleiten, weil es aus der eigenen Perspektive eben so wahnsinnig intensiv und übertrieben erscheint und man immer wieder annehmen muss und für sich reflektieren muss, hey, das ist ein anderer Mensch, der hat andere Gefühle als ich. Ich kann nicht meine Gefühle dem anderen überstülpen und davon ausgehen, dass der genauso fühlt, denkt, empfindet wie ich und das ist ja in jeder Beziehung so, aber hier eben ist dieser Unterschied so besonders groß. Ich hatte mal in einem Coaching den Fall, dass er gesagt hat, dass er es schwer findet, mit ihr den Alltag zu bestreiten, weil er das Gefühl hat, er tritt immer wieder in Fettnäpfchen rein, die er nicht sehen kann, weil es in seiner Wahrnehmung das nicht gibt oder sehr krass Zeit verzögert und selbst wenn er für sich schon sehr aufmerksam ist, hängt er immer hinteran. Also, da musste ich auch so ein bisschen an uns denken, also wir haben das auch in sehr unterschiedlicher Ausprägung, also dass ich Dinge zum Beispiel deutlich schneller wahrnehme, Gerüche, visuelle Sachen, auch Details deutlich mehr wahrnehme und da kannst du dich, glaube ich, sehr stark bemühen, aber bei dir ploppt es einfach von der Reizverarbeitung später auf und dem Beispiel war es zum Beispiel in einem Restaurant, dass sie reinkam und gesagt hat, oh, es ist so unwahrscheinlich warm hier drinnen und er hat gesagt, er war gerade drinnen. Also, er hat das noch gar nicht wahrgenommen und er wollte sozusagen auch, damit sie nicht so ein doofes Gefühl hat, auch mal derjenige sein, der sagt so, oh, das ist warm oder wollen wir das so und so, aber er kann da nie diesen Schritt gehen und dann sagt er halt aus Verzeichnung, aus Verzeichnung heraus immer so etwas wie, ja, stimmt. Und dann sagt sie, das passt gar nicht zu dem, was du sagst, also wir sind bei dem Punkt, weil du hast es doch noch gar nicht ehrlich gesagt so gerade empfunden. Und sagt er, nee, aber ich weiß, wenn ich jetzt länger darüber nachdenke, könnte ich es auch warm empfinden, aber da sieht man schon, wie komplex das ist und wie schwierig das manchmal ist. Ich finde, wenn ich jetzt an uns denke, wir hatten mal eine Situation, ich habe das viel mit ja Gerüchen, dass wenn Menschen riechen oder man irgendwo ist und es riecht, dass es wirklich so ist, dass wenn ich das zu dir gesagt habe, dass das 15 Sekunden später, konntest du das ja auch riechen. Natürlich vielleicht auch, weil ich dir denn diese Brille mitgegeben habe, aber dass es einfach auch gedauert hat. Ja, weil es vorher vielleicht auch für mich dann gar nicht wichtig war, aber dadurch, dass es für dich unangenehm wurde, wurde es auch für mich wichtig und dann hat sich wahrscheinlich mein Filtersystem so umgestellt, zu realisieren, okay, das ist wirklich so. Was aber auch schade ist, weil wenn es etwas Negatives ist, ist es ja auch irgendwie doof, wenn man das dann durch den anderen mitbekommt. Für mich ist es ja gar nicht negativ, wenn ich es nicht rieche. Nee, aber wenn ich es dann dir sage, hier riecht es nicht angenehm und du das dann erst auch empfindest, dann ist es ja ein bisschen doof, weil ich benenke ja dann diesen negativen Impuls, dir gebe, übergebe, den du vielleicht vorher gar nicht hattest. Also du würdest vielleicht dann da sein und sagen so, okay, ist alles gut, und würdest weggehen und sagen, alles gut, und so gehst du damit weg und bekommst dann sozusagen die Last ein bisschen mit. Ja, das stimmt, aber in Summe geht es ja darum, dass beide das da gerade aushalten und sich gut fühlen. Und dann ist natürlich schon wichtig, das auszusprechen, wenn es dann zur Folge hat, dass man die Kasse wechselt oder irgendwie sowas. Man kann es ja häufig einfach lösen. Aber es geht auch häufig darum, finde ich, dass man die Dinge zwar wahrnimmt und auch die Gefühle entsprechend selber auch hat, wie der andere, aber eben die Intensität nicht so stark ist. Man kann es eben besser ausblenden oder aushalten. Also wenn wir mit unserem Sohn durch die Stadt laufen zum Beispiel oder verschiedene Dinge machen und ihm ist wird es kälter und wird es wärmer, dann ist er sich am Tag gefühlt 17 Mal an- oder ausziehen. Also Pulli an, Pulli aus, Weste über, Weste aus, T-Shirt, Pulli, Weste, Jacke. Das geht die ganze Zeit hin und her, weil er ständig das sofort so spürt, dass er was tun muss. Und ich laufe dann durch die Stadt oder mache die Dinge mit und denke, okay, mir ist jetzt ein bisschen wärmer. Jetzt ist es wieder ein bisschen kälter. Ah, jetzt ist es angenehm, Windzug. Ah, wieder ein bisschen wärmer. Aber das ist mir egal. Ich muss nicht mich deswegen die ganze Zeit die Weste aus, Pulli aus und so weiter. Aber unser Sohn muss das eben sofort regulieren, weil es dann ganz schnell nicht mehr aushaltbar ist. Und dieses Verhalten kann halt auch im Umfeld zu Schwierigkeiten führen. Also, dass die Menschen halt auch dann das Gefühl haben, das wird schlecht über die Partner oder der Partner gesprochen bei einem selber. Dass die Person das kompliziert empfunden wird. Dass da Unsicherheit ist im Umgang. Weil es halt so viele Punkte gibt, die von der Person anders empfunden werden. Und dadurch wird auch manchmal von Freunden und auch von der Familie teilweise die Distanz gesucht. Und das kann halt auch innerhalb der Partnerschaft dann auch zu Überforderung und Frustration und Enttäuschung führen. Weil man selber denkt, es ist schade, dass man in den Ausschluss gerät. Schade, dass man nicht teilhaben kann. Dass das nicht so eine Stimmigkeit macht. Dass man zusammen die Emotionen im Wir-Gefühl nicht so wahrnimmt. Und das macht halt immer mal bei manchen Personen, so wird es auch bei uns in den Coachings gesagt, richtig das Gefühl von alleine sein. Ja, für beide an der Stelle. Der andere, der kann sich auch allein fühlen, weil er den Druck verspürt, den anderen verstehen zu wollen und zu müssen. Und das kann bei beiden dann natürlich auch einige körperliche Symptome mit sich bringen, die dann entsprechend entstehen, wenn dieser Druck da ist. Ob das dann Magenschmerzen sind oder Herzrasen, innerliche Unruhe. Dass Schlafprobleme entstehen. Das sind so typische Dinge, die da sind. Aber auch dann intensive Sorgen um die Beziehung. Gerade von der hochsensible Person, die dann eben merkt, hier stimmt was nicht. Die Schwingungen sind negativ. Wenn der andere den Raum betritt, ist sofort Schwere da. Und dass das alles so ganz intensiv wahrnimmt. Und eben dann ja auch einen ganz anderen inneren Krisenzustand erreicht, als das die normal sensible Person empfinden könnte. Bevor wir gleich einige Fragen beantworten zum Thema Hochsensibilität in der Beziehung, denn wir haben nochmal einige Fragen aus unseren Coachings und auch aus den Social Media Kanälen entnommen. An dieser Stelle einmal der Hinweis, sollte euch das Thema betreffen und ihr merkt, dass ihr einfach eine Krise in der Beziehung habt und auch das Thema Hochsensibilität damit hineinspielt, meldet euch sehr gerne bei uns fürs telefonische Erstgespräch. Sehr gerne schauen wir gemeinsam mit euch, wie wir euch auf dem Weg optimal unterstützen können. Die erste Frage, die wir haben, ist, ob denn Hochsensibilität nicht einfach nur so eine Art Ausrede ist für eine Überempfindlichkeit in der Beziehung. Also jemand, der einfach nur die Dinge auf die Goldwaage legt und zu ernst nimmt und Sachen dramatisiert. Kann das nicht einfach nur eine Ausrede sein? Hochsensibilität ist meiner Erfahrung nach keine Ausrede, die vom Menschen gewählt wird, sondern es ist ein Persönlichkeitsmerkmal, was gespürt wird. Was in dem Leben einen Platz hat und was positiv sowie auch negative Auswirkungen mit sich bringt. Und natürlich könnte man sagen, ja, vielleicht ist das eine Ausrede, aber letztendlich die Belastungen, die durch Hochsensibilität auch auftreten können, sind ja auch nicht gering, sodass es für eine Ausrede finde ich nicht passend ist. Typischerweise ist ja auch etwas, was schon in der Kindheit und der Jugend vorlag und auch schon vor der Beziehung gibt es da ganz klare Signale, sodass wenn man gemeinsam mal die Kindheit, die Jugend und die Zeit vor der Beziehung reflektiert, man einfach sieht, dass es in vielen Lebenslagen dann zu besonderen Herausforderungen kommt. Und hoffentlich, weil wir sprechen jetzt natürlich, weil bei uns heißt es immer raus aus der Krise, sprechen wir über die ganzen Herausforderungen. Es gibt dadurch ja auch eben ganz viele Vorteile, die man für sich nutzen kann. Hoffentlich hat derjenige aber auch einen guten Job gefunden, wo er seine Vorteile einbringen kann oder auch letztendlich im Sport, in anderen Umfeldern hat er vielleicht auch einfach ganz besondere Fähigkeiten, die andere Menschen so gar nicht teilen können und mitgehen können aufgrund dieser Hochsensibilität. Und am Ende sagen wir ja auch immer, ja, das ist jetzt natürlich so ein softes Label, ein Persönlichkeitsmerkmal. Es ist immer nett, wenn man sich das gibt, aber es ändert ja erstmal an den Gefühlen und wie man so tickt, ändert das nichts. Es gibt dem einfach erstmal einen Namen. Das heißt, viel entscheidender ist ja, welche Situationen fühlen sich als wenig förderlich, als hinderlich für die Beziehung an oder Sorgen für Limitierung, Probleme, Stress. Wie ist denn die Range zwischen dem eher Hochsensibleren oder dem Normalsensiblen allgemein oder auch bei uns beiden zum Beispiel. Es würde keiner von uns sich als hochsensibel bezeichnen, aber wir sind trotzdem unterschiedlich sensibel und auch da kann die Distanz ja sehr groß sein und das bringt dann Herausforderungen mit sich und das ist eigentlich viel entscheidender, wie groß ist die Distanz in den verschiedenen Themenfeldern und Bereichen und was bringt das für Herausforderungen für die Beziehung mit sich? Wie können wir das Ganze so gestalten, dass es eher förderlich sich anfühlt? Und da ist natürlich die bewusste Kommunikation über die eigenen Bedürfnisse sehr entscheidend. Also ich muss selber wissen, was tut mir gut, was tut mir nicht gut, wo ist meine Range, in der ich mich wohlfühle und das muss ich kommunizieren können an meinen Partner oder an meine Partnerin und da in den Abgleich gehen, dass das für beide sich gut anfühlt. Da helfen, finde ich, auch sehr unsere Glaubenssätze so zum Start. Jeder Mensch handelt in guter Absicht. Das heißt, wenn derjenige ausspricht, dass es ihm gerade mit etwas nicht gut geht, handelt er in guter Absicht und dann haben wir ja Systemgesetz 9, aussprechen, anerkennen, was ist. Wenn wir das in Kombination nehmen, geht es eben auch ganz viel hier um das Anerkennen, dass wir auch anerkennen, wie du vorhin sagtest, der andere spielt kein Drama, also dem anderen nicht zu unterstellen, dass er gerade etwas dramatisiert bewusst, sondern, dass derjenige eben dieses Drama fühlt. Da ist aber natürlich auch für die hochsensible Person wichtig, auch, dass derjenige, der sich nicht so gut fühlt, dann wirklich Dinge nicht zu dramatisieren, sondern auch bei den wahrhaftigen Gefühlen zu bleiben. Das ist ja auch eine Dynamik, die schnell eintreten kann, dass wenn wir mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen nicht gehört werden, dass wir diese immer intensiver kommunizieren und größer machen in der Hoffnung, irgendwann kommt der Punkt, wo der andere diese annimmt, aber dann wird es nachher schwammig in dem, was ist nun wirklich Hochsensibilität und wo sind die Gefühle echt, wo dramatisiert man, deswegen da die Empfehlung, Gefühle nicht zu dramatisieren. Es geht nicht darum, das Gefühl dem anderen noch größer darzustellen, damit er es anerkennt und versteht, sondern es geht darum, die eigenen Basisgefühle zu kommunizieren, also wahrhaftige Gefühle zu nehmen. Kann zu viel Sensibilität eine Beziehung ruinieren? Ich würde sagen, alles, was sich für die Beziehung als hinderlich anfühlt und nicht nachhaltig gelöst wird, was dann in Konflikten mündet, kann irgendwann auch dazu führen, dass eine Beziehung, die sich für einen selbst, für die Partnerschaft so belastend anfühlt, dass die Trennung sich als Ausweg besser anfühlt. Von daher würde ich immer ja sagen, sobald man ein Thema hat, was sich nicht lösen lässt im Gefühl und ausreichend stark belastet, kann das schon die Beziehung zu Ende führen. Konkreter geht es insbesondere bei der introvertierten Hochsensibilität ja darum, dass jemand eben diese Reize so stark spürt, dass er immer wieder in die Ruhe kommen muss, um nicht zu überreizen. Das heißt, es kann schneller dazu, dass die Zündschnur kurz ist. Das ist auch immer so wichtig, wie viele Ressourcen hat man innerlich? Das heißt, man hat schneller eine kurze Zündschnur, explodiert schneller, muss sehr gut auf sich achten, dass man nicht überreizt, braucht mehr Pausen und das sich dann zu gestehen in der Beziehung, wenn der eine viel mehr Pausen eigentlich braucht als der andere, das ist etwas, was im Ausgleich von Geben und Nehmen im Sinne der Gerechtigkeit eben schwer ist, damit umzugehen, da braucht es echt gute Lösungsansätze, viel Verständnis füreinander, eine gute Kommunikation und man darf sich eben das Leben nicht zu voll machen, also nicht zu viel Komplexität entstehen lassen, sodass das gar nicht mehr handelbar ist. Sind hochsensible Menschen anfälliger für emotionale Verletzungen? In meinem Empfinden schon. Das ist so die Erfahrung, die ich aus den Coachings mitnehme, dass dadurch, dass die Emotionen anders empfunden werden, eine frühere Verletzbarkeit empfunden wird. Also, dass Sätze, die emotional wirken, stärker empfunden werden, aber auch früher empfunden werden. Und dadurch werden natürlich kleinere und kritische Themen manchmal in der Beziehung schneller eine Verletzung und müssen einfach noch mehr Beachtung bekommen. Es muss noch mehr darauf geachtet werden, dass das Beziehungsfundament stabil ist, damit diese kleinen Themen, die sehr früh aufkommen, schnell verarbeitet werden, damit es nicht zu einem Berg kommt, der sich durch viele kleine, kleine, kleine Themen dann so aufbahnt, dass der entsteht, sondern dass man da frühzeitig ansetzt. Und wir neigen ja schon als eher normalsensible Menschen dazu, dass wir ungute Gefühle, die nicht ausreichend stark empfunden werden, beiseite wischen und darüber hinweggehen und uns kognitiv selbst argumentieren, warum das Gefühl nicht wichtig genug ist, es anzusprechen, darauf einzugehen. Und jetzt haben wir natürlich dann bei dem hochsensiblen Menschen ein Punkt, wo das noch nochmal ein, zwei, drei Stufen früher geschehen muss, damit die Dinge nicht so schnell und rasant innerlich groß werden. Das heißt, derjenige muss einfach viel früher intervenieren, während der andere sich damit zurechtfinden sollte, eben über Gefühle zu sprechen, die für einen selber unwichtig erscheinen, aber für den anderen unfassbar wichtig sind, damit das nicht groß wird. Und das ist etwas, was schwer ist, sich darauf einzustellen und aus meiner Sicht nur dadurch gut funktioniert, dass man eben, ich wiederhole mich, aber seine wahrhaftigen Basisgefühle mitteilt, sodass der andere die ausreichende Empathie aufbauen kann, wirklich nachzufühlen, wie die hochsensible Person das gerade innerlich spürt. Ja, um nochmal zur Kernfrage, zum Titel zurückzukommen, Hochsensibilität in der Beziehung, kann das gut gehen? Ich denke, man hat es rausgehört, es ist herausfordernd, aber mit entsprechender Kommunikation, Kommunikation von Basisgefühlen, weniger interpretieren, sondern lieber aussprechen und anerkennen vor allen Dingen. Das ist ganz wichtig, den anderen nicht als jemanden darstellen, der nur dramatisiert, sondern annehmen, dass die Gefühle so sind, wie sie geschildert werden. Auf der anderen Seite, wenn man hochsensibel ist, nicht dramatisieren, die wahrhaftigen Gefühle aussprechen, sodass der andere eben auch nicht in dieses Gefühl reinkommt, dass da nur dramatisiert wird und dieses Gefühl aus einer Frage, einer Ausrede entstehen könnte. Wie können wir als Eltern damit umgehen, wenn unser Kind hochsensibel ist? Darüber sprechen wir in der nächsten Folge, denn Hochsensibilität ist natürlich etwas, was in Beziehungen schon sehr relevant ist, allerdings sind wir ja heute sehr viel, weiter darin zu schauen, wie ist das mit diesen Persönlichkeitsmerkmalen, Hochsensibilität, Gefühlsstärke, halt die Dinge, die eben nicht klar diagnostiziert werden, aber trotzdem etwas ist, was einfach den Menschen sehr beeinflusst. So haben wir da einen besseren Blick auf die Kinder, wir sind viel informierter, wir haben viel bessere Bücher, es geht bei Hochsensibilität zum Beispiel auch, so ist meine Wahrnehmung zumindest, viel mehr erstmal um Kinder, es gibt auch einige Bücher für Erwachsene, aber so, der Kern dreht sich erstmal um Kinder und das dann gut zu begleiten, gerade wenn man als Elternpaar eher normal sensibel ist, das wollen wir uns in der nächsten Folge anschauen, wie man damit umgehen kann. Diese Fragestellung ist so groß, da können wir eine eigene Folge draus machen, vor allen Dingen können wir da ja sehr gut aus eigenen Erlebnissen, Erfahrungen plus Coachings berichten, das wird bestimmt eine intensive Folge beim nächsten Mal. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis bald. Bis bald.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, kein Diagnoseverfahren, gekennzeichnet durch eine intensive Wahrnehmung und eine tiefere emotionale Empfindlichkeit.
  2. Hochsensible Menschen spüren Umgebungsreize und Gefühle intensiver und erleben oft eine größere Empathie, was zu Spannungen in Beziehungen führen kann.
  3. Es gibt zwei Arten von Hochsensibilität
  4. In Partnerschaften entstehen Konflikte durch unterschiedliche Wahrnehmung von Umgebungen, Gefühlen und der Notwendigkeit nach Ruhe oder Aktivität.
  5. Die Herausforderung besteht darin, dass beide Partner die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen, kommunizieren und anerkennen, ohne die andere zu interpretieren oder zu verurteilen.
  6. Hochsensible Personen sind anfälliger für emotionale Verletzungen und benötigen frühzeitige, empathische Reaktionen, um Konflikte klein zu halten.
  7. Die Gerechtigkeit in Beziehungen wird durch starke Systemgesetze wie „Geben und Nehmen“ kompliziert, was zu Spannungen über die eigenen Grenzen führen kann.
  8. Mit bewusster Kommunikation, Anerkennung und der Wahrung wahrer Gefühle kann eine tiefe, erfüllende Beziehung trotz Hochsensibilität aufgebaut werden.

Summary:

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das durch eine intensive Wahrnehmung von Reizen und Gefühlen gekennzeichnet ist und keine offizielle Diagnose erfordert. Es wird oft erst in Erwachsennheit entdeckt und beeinflusst die Beziehungen tiefgreifend, da beide Partner unterschiedlich auf Umgebungsreize und Emotionen reagieren. Introvertierte Hochsensible bevorzugen Ruhe und meidern Überreizung, während extrovertierte Personen oft in aktive, abenteuerliche Situationen eintauchen.

Dies führt zu Spannungen, insbesondere in Bezug auf Temperaturen, Geräusche oder die Wahrnehmung von Körperempfindungen. Die größte Herausforderung besteht darin, dass eine gegenseitige Wahrnehmung und Kommunikation fehlt: hochsensible Personen empfinden Gefühle intensiver und reagieren schnell, während andere das als dramatisch wahrnehmen. Dies führt zu Misstrauen, Konflikten und dem Gefühl der Ungerechtigkeit.

Die Lösung liegt in der bewussten Kommunikation von wahren, nicht interpretierten Gefühlen, dem Anerkennen des anderen und der Vermeidung von Dramatisierung. Mit diesem Verständnis kann eine tiefe, glaubwürdige und erfüllende Partnerschaft aufgebaut werden, auch wenn Hochsensibilität prägend ist. Die Wissenschaft bezeichnet Hochsensibilität als häufiges Merkmal – etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung – und betont, dass es trotz Herausforderungen zu tiefen Beziehungen kommen kann, wenn beide Parteien Verständnis und gegenseitige Anerkennung entwickeln.

FAQs

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, nicht eine Diagnose. Es beschreibt eine intensivere Wahrnehmung von Reizen und Emotionen und wird oft als Softlabel bezeichnet. Es gibt keine offizielle Diagnose wie bei Autismus oder ADHS.

Ja, 85 Prozent der hochsensiblen Menschen sind introvertiert. Sie bevorzugen Ruhe, individuelle Zeit und meiden überreizende Situationen. Extrovertierte hochsensible Menschen sind eher abenteuerlustig, suchen Erfahrungen und können schnell überreizt sein.

Ja, insbesondere durch unterschiedliche Wahrnehmung von Umgebungen, Gefühlen und Reizen. Das führt oft zu Spannungen, wenn eine Person intensiv reagiert und die andere dies nicht versteht oder als übertrieben wahrnimmt.

Durch bewusste Kommunikation von Bedürfnissen und Grenzen, regelmäßige Rücksichtnahme auf die Gefühle des Partners und das Vermeiden von Interpretationen durch das Aussprechen von wahren Gefühlen.

Ja, sie empfinden Emotionen stärker und früher, wodurch kleinere Themen schneller zu Verletzungen werden können. Daher ist es wichtig, diese frühzeitig zu erkennen und zu verarbeiten, um Konflikte zu vermeiden.

Wenn die Herausforderungen nicht ausreichend kommuniziert und gelöst werden, kann es zu einem belastenden Gefühl kommen, das letztendlich zu der Trennung führen kann. Aber mit Verständnis und guter Kommunikation kann es auch ein starker Beziehungsfundament sein.

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