Das Helfer-Syndrom ist kein medizinisches Diagnosekriterium, sondern ein populärwissenschaftlicher Begriff, der beschreibt, wie Menschen mit einem starken Bedürfnis, andere zu helfen, physisch, emotional und psychisch über belastet werden. Es entsteht durch eine Kombination aus Verantwortungsbewusstsein, Anerkennungssucht, Kontrollbedürfnissen und der Übernahme von familiären Rollen, wie z. B. als große Schwester oder Tochter. Typische Symptome sind ein zwanghaftes Helfen, Schwierigkeiten, nein zu sagen, übermäßige Verantwortung und tiefe Erschöpfung, die zu Burnout oder depressiven Zuständen führen kann. Viele betroffene Personen haben die Hilfsbereitschaft als Kern ihrer Identität und Selbstwertschätzung, was zu einem Verdrängen eigener Bedürfnisse führt. Das Syndrom ist eng mit dem Elternintrojekt verknüpft, da Menschen ihre Elternschaft innerlich übernehmen. Therapeutisch wird es angegangen, indem die Motive hinter dem Helfen untersucht, Grenzen erkannt und die Fähigkeit, authentisch „nein“ zu sagen, entwickelt wird. Gute Hilfe bedeutet nicht, andere zu entlasten, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu helfen. Dieser Prozess ist nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich relevant, insbesondere in helfenden Berufen wie Pflege oder Sozialarbeit, wo der Druck hoch ist und Unterstützung fehlt. Es ist wichtig, dass die gesellschaftliche Struktur und die Arbeitskultur diesen Muster nicht ausnutzen, sondern gesunde Grenzen und Selbstfürsorge fördern – was letztlich zu einer nachhaltigen und nachhaltigen psychischen Gesundheit führt.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode "Psychologie Togo".
Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse, direkt aus meiner Psychotherapeutischen Praxis.
Hallo und danke fürs Einschalten. Mein Name ist Frank-Hachiruti. Ich bin von Beruf Psychotherapeutin und heute soll's mal ums Helfer-Sundrom gehen.
Und ich dachte mir, bevor wir das auseinandernehmen, was ist das überhaupt woran? Erkennt man das und was kann man tun, wenn man sich da wiederfindet?
Erzähl ich vielleicht mal eine Fallgeschichte, wie immer stark abstrahiert und kein realen Personen zu ordnenbar, denn ich möchte natürlich nicht gegen meine Schweigepflicht verstoßen.
Aber ich möchte das gerne so erzählen, dass auf jeden Fall das Muster und das Prinzip klar wird.
Und an meiner Seite ist ein Mensch, den ich in vielerlei Hinsicht als Experten fürs Helfer-Sundrom einschätzen würde.
Was?
Das ist mein Mann Christian Weiß, er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und ob er womöglich selbst ein bisschen am Helfer-Sundrom leidet, können wir eventuell in dieser Podcastfolge aufschliessen.
Hallo Clubheit.
Hallo Schönheit.
So, Schluss mit den Albernheiten. Ich habe eine Fallgeschichte für dich.
Lasst hören, lasst hören.
Also, ich nenne sie jetzt mal Frau L, 38 Jahre alt und sie ist krankenschwester.
Sie arbeitet in der Intensivpflege.
Sie ist verheiratet Mutter von zwei Kindern und was sie auszeichnet und wofür sie tatsächlich muss man sagen, auch von jeher besonders auch innerhalb ihrer Familie gelobt wurde ist,
dass sie wahnsinnig zuverlässig ist, äußerst hilfsbereit und sehr belastbar.
Okay.
Immer zuverlässig.
Sehr hilfsbereit und sehr belastbar.
Das ist der Fluch für eine krankenschwester, sag ich dir direkt.
Okay, ja, ich weiß.
Weil du kannst dir vorstellen, was passiert?
Sie ist bei ihrer Arbeit dafür bekannt, dass sie immer einspringt.
Also, wenn man sie anruft, als Stationsleitung ist sie diejenige, die natürlich so für Einsatzbereitschaft zeigt, aber auch so viel Pflichtbewusstsein empfindet und auch immer denkt,
ja, mein Gott, einer muss es ja machen.
Sie sagt nicht nein.
Sie sagt nicht.
Nein, genau.
Auch wenn jemand Probleme zu Hause hat, du kennst, glaube ich.
Diese Verhältnisse sind mir ja sehr nah.
Mhm, genau.
Ja, vielleicht überrascht ich das aber auch nicht, dass sie auch diejenige ist, die zu Hause trotzdem den Großteil der Kerarbeit übernimmt,
haushalt sich und die Kinder kümmert.
Und Frau L sagt aber auch selbst, wenn schon mal besorgte.
Freundinnen, sie ansprechen oder auch ich als Therapeutin.
Darma behutsam so ein bisschen Nachfrage.
Das sieht das auch so will.
Mhm.
Weil ihr geht das Nummer erstens alles schneller von der Hand zu Hause als ihr Mann.
Zweitens ist sie auch kritisch manchmal.
Also sie kann so richtig die Kontrolle und die Verantwortung auch nicht abgeben.
Das weiß sie auch und dann sagt sie auch lieber so was wie ach, ich mach das halt mal eben.
Was auch immer.
Mhm.
Und sie sagt auch, dass sie das zufrieden macht.
Also sie sagt, sie kann das halt auch nicht ertragen, wenn irgendwas nicht gemacht ist oder nicht ganz in ihrem Sinne gemacht ist oder nicht so hundertprozentig oder nicht in ihrer Ordnung.
Das erträgt sie halt auch schwer und sie empfinde tiefe zufriedenheit, wenn sie viel schafft.
Okay.
So weit auch durchaus nachvollziehbar finde ich.
Ja, aber da waren das Frau L.
Ja, Nummer in meiner Praxis ist.
Daraus kannst du ja ableiten.
Das ist ihr zuletzt überhaupt nicht so gut ging.
Sie fühlt sich zunehmend ausgelaugt.
Sie hat Schlafstörungen entwickelt, sie hat häufig grübelgedanken und eine eher schlechte Stimmungslage.
Und jetzt fällt ihr dann doch auf, dass sie erstens kaum Zeit hat für sich selbst und zweitens überhaupt keine Kraft.
Also sie hat früher zum Beispiel in einem Orchester gespielt.
Nee, wie heißt das so ein Spielmannszug?
Mhm.
Ja, und das hat ja eigentlich immer Spaß gemacht und sie hat überhaupt keine Energie mehr.
Also wieder zu üben noch zu den Proben zu gehen oder so.
Und tatsächlich, und das finde ich jetzt schon krass, scheut sie manchmal die Begegnung mit anderen Menschen.
Weil sie ein bestimmtes Anforderungsniveau dann fühlt oder auch fürchtet, das bestimmte Anforderungen explizit an sie rangetragen werden.
Also zum Beispiel, wenn sie zu den Proben geht vom Spielmannszug, dann ist jeder auch mal dran, Kuchen mitzubringen und so.
Und sie hat wirklich die Befürchtung immer, wenn ich mit Menschen zusammen treffe, dann wollen die entweder direkt was von mir und ich müsste nein sagen, was ich nicht kann.
Oder die sagen gar nicht, dass sie was von mir wollen, aber ich fühle, dass es irgendjemand nicht gut geht.
Oder ich sehe, dass irgendjemand Hilfe braucht.
Oder ich weiß, dass irgendjemand Unterstützung bedarf hat und dann springe ich auf jeden Fall ein, obwohl ich nicht mehr kann.
Was sie jetzt merkt, das sind mir krass.
Ja, genau.
Und deshalb zieht sie sich zurück, weil sie das Gefühl hat.
Sobald ich mit Menschen in Kontakt bin, klebe ich am Fliegenfänger.
Ja, ich verstehe.
Also das kommt aus ihr selber heraus.
Mhm.
Und man muss ja sagen, es gibt einen schönen Spruch von "Tabby Pratchett".
Der besonders gut graben kann, kriegt zur Belohnung eine größere Schafe.
Ja, und genau das ist ihr Leben und ich glaube da ist ja jetzt die Frau L auch nicht alleine mit diesem Erleben,
dass wenn man ein hilfsbereiter empathischer, aber durchaus auch fleißiger belastbarer Mensch ist, ist man eben auch der Mensch bei dem besonders viel offentisch landet.
Ja, kennst du das aus Unternehmen?
Da gibt es nämlich auch so ein Satz, da heißt es, wenn du unbedingt etwas schnell erledigt haben möchtest,
gibt es dem, der am meisten zu tun hat.
Ja, genau.
Okay, erstmal vielleicht so bis hierhin.
Also die Frau L hat ein großes Bedürfnis an den Menschen zu helfen.
Sie hat das ja sogar zu ihrem Beruf gemacht, aber eben über den beruflichen Kontext "Hinaus" ist sie sehr einsatzbereit,
sehr verantwortungsbewusst.
Sie will alles Mögliche regeln und lösen und unterstützen, mit einer kleinen Tendenz aber auch Verantwortung überhaupt nicht abgeben zu können.
Also es hat bei ihr auch mit so einem gewissen Kontrollbedürfnis zu tun.
Du beschreibst schon so ein bisschen so verschiedene wie Symptome.
Genau, und vielleicht könnte man darauf auch mal zu sprechen kommen.
Also ich glaube so vom Typ her ist Frau L ja vielleicht deutlich geworden und klar, sie kam zu mir in die Praxis,
weil sie deutliche Erschöpfungsymptome hatte und es ging bei ihr klar in eine depressive Richtung.
Also immer wenn wir über Burn-Out sprechen, sprechen wir im Grunde über sowas wie eine arbeitsbezogene Erschöpfungsdepression.
Und das war die Symptomatik mit der sie gekommen ist.
Und jetzt hast du gerade schon gesagt, was ich geschildert habe, passt ganz gut eben zu diesem Begriff "Helfer-Syndrom".
Vielleicht müssen wir am Anfang mal sagen, dass "Helfer-Syndrom" ja keine Diagnose ist oder keine Krankheit.
Nee, das gibt's so nicht in der ICD-10 nicht, das gibt's auch in der neuen ICD-11 nicht.
Das ist so das Diagnosehandbuch für uns.
Es ist halt ein populär wissenschaftlicher Begriff oder wenn man so will, ein poppsychologischer Begriff,
der geht auf Wolfgang Schmittbauer zurück, der war arzt und analytiker und der hat in den 70er Jahren in seiner Tätigkeit als Psychotherapeut bei vielen Menschen in Helfenden berufen.
Also sprich Medizinerinnen, Sozialarbeiterinnen und so weiter, eben immer wieder so das gleiche Muster entdeckt, was er dann als Helfer "Syndrom" bezeichnet hat.
Kannst du mal kurz erklären, was ein "Syndrom" überhaupt ist.
Das klingt ja immer sehr medizinisch-gewichtig.
Ist es im Grunde genommen auch ein "Syndrom" bedeutet nur eine Ansammlung von Symptomen.
Das kommt aus der Medizingeschichte, also wenn man verschiedene Symptome gesehen hat.
Die gleichzeitig auftreten? Ja, dann hat es auf eine Krankheit hingewiesen, wo man die Ursache vielleicht noch gar nicht kannte.
Also erstmal was nur so eine Art Symptome-Beschreibungs-Sammlung.
Ja, genau, enge Poppille, hängen das Augenlied und eingefallendes Auge, "Horner-Syndrom" ist dann so.
In Wirklichkeit, das wusste man da noch nicht so genau, steht eine Nervenschädigung dahinter.
Aber, nimmst verschiedene Symptome, die gleichzeitig auftreten, dann ist das ein "Syndrom".
Und welche Symptome fallen denn jetzt zusammen, wenn wir über das Helfer "Syndrom" sprechen?
Was haben wir denn da so für typische Anzeichen?
Typisch ist dieses inanführungszeichen zwanghafte Helfen.
Das heißt, das Bedürfnis Menschen vielleicht auch tieren zu helfen,
auch wenn es über das normale hinausgeht.
Wenn es mich selber vielleicht sogar schädigt und wenn meine Bedürfnisse weit hinten anstehen.
Ja, okay, jetzt hat ja die Frau L, tatsächlich als Krankenschwester,
auf der Intensivstation, auch einen Beruf ergriffen und übrigens du und ich auch,
dessen Kern ist, ist Menschen zu helfen.
Das ist ja erst mal überhaupt nichts, schlechtes.
Menschen zu helfen, liegt uns als sozialen Wesen ja in der Natur sozusagen.
Aber du sagst, beim Helfer "Syndrom" geht das Helfen zum Beispiel über den Beruf hinaus
und nimmt viel mehr Zeit viel mehr Ressourcen, viel mehr Energie in Anspruch
als eigentlich dem Helfen selbst noch gut tut, oder?
Jemand anderen zu helfen macht mir ein gutes Gefühl, weil ich empathisch bin.
Das bedeutet, die Gefühle meines Gegenüber, die wirken auch irgendwie bei mir im Kopf und im Herzen.
Ja. Und wenn der sich gut fühlt, fühle ich mich gut, das Empathie.
Ja, und das ist ja bei Frau L, auch so, dass es ja, dass sie so eine zufriedenheit erlebt,
wenn sie nicht nur viel geschafft hat, sondern wenn sie vor allen Dingen auch vielen Menschen geholfen hat dadurch.
Ja, und so weit super, normal, menschlich kein Problem.
Aber wenn ich selber Schmerzen erleide, wenn ich unter umständen gesundheitliche Schäden erleide,
wenn meine Bedürfnisse die eigentlich
größer sind als die Hilfe, die ich leisten kann. Ja. Wenn das so ein Ungleichgewicht ist,
dann habe ich da mindestens einen Symptom. Das ist wie schon zwanghaftes. Ich kann nicht
anders als zu helfen. Koste ist, was das wolle gefühlt. Okay. Da würde ich gleich gerne noch
mal was zu sagen, aber lass uns erst mal kurz nochmal aufzählen, welche Symptome alle zusammenfallen,
wenn wir von dem Helfer sind, drohensprechen. Also das erst ist dieses fast zwanghafte helfen wollen.
Ja. Nummer zwei ist nicht nein sagen können. Sie kriegt den Anruf kannst du kommen. Sie hat die
Kinder vielleicht zu Hause, muss noch 1.000 Dinge erledigen, sagt trotzdem ja, obwohl es fast
physikalisch nicht geht. Richtig. Und das ist ja auch der Grund, weil sie nicht nein sagen kann,
dass sie wirklich Menschen inzwischen meidet und weil sie sich nicht traut ihrer Pflegedienstleitung
irgendwie nicht ans Telefon zu gehen oder nein zu sagen, sagt sie da immer ja und da, wo es ihnen
bis hin leichter fällt, sagt sie halt insofern nein, als sie nicht mehr hingeht, nämlich bei ihren
privaten Veranstaltungen zum Spielmandszug. Da sagt sie sowas wie nein, aber auch nicht so richtig.
Sie geht einfach nicht mehr hin. Die letzte Form des Selbstschutzes. Ja, genau. So traurig eigentlich.
Was auch ein Symptome sein kann, ist der starke Wunsch nach Anerkennung. Das heißt, ich würde so als
tiefen psychologisch ausgebildet sagen, dass so eine nazistische Lücke oder so eine kleine nazistische
Schädigung, denn wir haben ja alle nazistische Anteile in uns, was ja okay ist, richtig so ist. Und
diese nazistischen Anteile verlang nach Anerkennung. Ja. Und wenn das einfach nicht richtig befriedigt wird,
wenn ich darum ringe, wie verrückt Anerkennung zu bekommen und die nur mit helfen erlangen zu können,
dann kann das ein Symptome sein. Also helfen um unbedingt Anerkennung zu bekommen, weil ich denke,
anders geht es nicht. Okay, das ist das, was natürlich auch so ein bisschen zu dem passt, was Frau
Eld durch ihre über ihre Biografie hat durchblicken lassen, dass ihre ausgesprochene Hilfsbereitschaft und
ihre Umsichtigkeit immer ganz doll gelobt und hervorgucken wurden. So in ihrer Familie hieß es immer hier,
die Xy, das hier ist unsere große, die ist auch immer so. Also die kannst du laufen lassen, die ist so
umsichtig und auch schon so selbstständig. Und die sieht auch die Aufgabe, weil übrigens wird
ich das vielleicht nicht überraschen. Frau El ist natürlich die älteste Tochter und große Schwester.
Ich finde ich auch häufig. Ja, das fährt häufig zusammen. Das fährt uns so auf. Das ist jetzt, ich weiß nicht,
das Wissenschaftlich besteht nicht. Ich weiß nicht, ob das Evidenz basiert ist, aber das ist
eminenz basiert. Also wir erleben das häufig. Das gerade auch ältere Geschwisterkinder,
eine frühe, so ein großes Verantwortungsbewusstsein entwickeln und aber auch besonders eben für ihre
Umsicht, ihre Einsatzbereitschaft, ihre Hilfsbereitschaft und all das gelobt werden, was sich natürlich
toll anfühlt und eben genau die Anerkennung füttert, die wir ja auch alle brauchen. Aber bei
Frau El ist es so gut wie die einzige Strategie sich anerkann zu fühlen oder sich gut oder wichtig zu
fühlen. Ja, du bist gerade schon so ein bisschen bei den möglichen Ursachen. Ja, sorry, der kommt
gleich nochmal drauf, das finde ich super. Was wir als Symptom oft finden noch beim Helfer-Syntrom,
das ist so wie du sagst, dass die Menschen viel erschöpft sind, dann eben auch trotz Erschöpfung
immer noch mal weiter machen. Ja und auch daraus, wieder, schuldige, wenn ich ja nochmal einhacke, so eine
Art nazistische Hebung draus ziehen. Unter Umständen, dass sie so extra belastbar sind, dass sie so viel
schaffen, obwohl sie so müde sind, dass sie das alles schaffen, obwohl sie nur drei Stunden geschlafen
haben. Also das bringt nochmal so eine andere Ebene mit rein, also dass sie sich teilweise bewusst sind,
dass sie so krass über ihre Grenzen gehen, aber gerade das sie auch noch gut fühlen lässt und
ihnen gerade das teilweise auch noch Anerkennung einbringt. Jetzt mal ein paar Schwillen exkust. Ich sage,
das ist Eltern-Introjekt. Ja, wirklich. Ja. Komm ich gleich nochmal drauf. Was wir häufig auch finden
ist Überverantwortlichkeit. Für alles mögliche die Verantwortung übernehmen. Das bedeutet auch
durchaus mal für Dinge, für die man gar nichts kann. Also nicht nur die Verantwortung übernehmen,
ich werde das jetzt hier leiten, sondern auch irgendwas ist schief gegangen, wer war es, man war es selber
gar nicht, aber hier trotzdem einen Arm kommen. Ich kann das nicht schuldern. Ja und das ist aber auch
etwas, was glaube ich viele Menschen im Rahmen ihrer Biografie und so auch Frau L gelernt haben,
also dass sie als älteste Schwester, als älteste Tochter für alles mögliche Verantwortung übernehmen
sollte, einschließlich das Verhalten ihrer frechen kleinen Brüder oder die Außenwirkung der
Familie oder die gute Laune vom Papa. Also Frau L hat ganz früh veränderlich. Das ist aus
irgendeinem Grund alles ihre Zuständigkeit und die hat sie angenommen und geschultat und machts
bis heute so, so wie sie ja auch innerhalb ihrer jetzigen eigenen Familie viel mehr Aufgaben übernimmt
als ihr Mann und das teilweise mit so einer Selbstverständlichkeit, dass ich da manchmal gar nicht so zu ihr
durchdringe, weil sie es noch nicht mal als ungerecht oder irgendwas empfindet, sondern sie fühlt
einfach ja das, ich kann das, ich mach das, ich kümmere mich, ist mein Job. Sie hinterfragts gar nicht.
Ein letztes wichtiges Symptom will ich noch erwähnen und das ist, wenn man bei den betroffenen
sieht oder die das selber spüren, dass sie durch das Helfen der anderen, ihre eigenen Probleme nicht
angehen können, keine Zeit. Ah, okay, ja das ist natürlich interessant, denn ich hatte ja gerade
schon mal durchblicken lassen, so die Laune von Frau L's Vater und so es gibt schon Dinge, auch in Frau L's
Biografie über die sie sicher mal nachdenken könnte und die sicherlich auch Spuren hinterlassen haben,
aber wie du sagst, ihre ganze Aufmerksamkeit ist nach draußen gerichtet und nur auf die Bedürfnisse und
die Anliegen anderer Menschen und es kann natürlich auch ein Schutz sein, ein Selbstschutz vor den
eigenen unbequem Gefühl, die hochkommen könnten, würde man diese Antennen mal nach innen richten
oder würde man die ganzen Ressourcen mal sich selbst zur Verfügung stellen und mal empathie für
sich selbst aufbringen. Ah, okay. Also ich fasse das nochmal bis dahin zusammen, das Helfen sind
drum, ist keine Diagnose und das ist auch keine Krankheit, aber es beschreibt ein typisches
gemeinsames gleichzeitiges Auftreten von Symptomen eben wie zwanghaftesständig helfen müssen,
Schwierigkeiten einzusagen, einer Tendenz sich selbst aufzuopfern, bis hin zu eigenen Schädigungen
an der Gesundheit manchmal vielleicht sogar an den Finanzen oder dem Energiehaushalt ja absolut,
aber auch gekoppelt an einen starken Wunsch nach Anerkennung oder auch dem Wunsch vielleicht,
dass Menschen dankbar sind, dann geht es oft zusammen mit einem ganz ganz hohen
Verantwortungsbewusstsein, also Überverantwortlichkeit und es kann auch mit Schwierigkeiten verbunden sein,
überhaupt Kontrolle abzugeben, also dass sich bei Frau L. auch, sie lässt ihren Mann ja letztlich,
zum Beispiel auch innerhalb der Familie nicht viel machen, weil sie findet, er macht das alles
nicht so gut. Das hat er geschickt eingefädelt. Und zu Grunde liegen, kann zum einen natürlich
ein biografisch angelegtes Muster, es kann aber auch eine Strategie sein eigene Probleme zu
vermeiden und es mündet ganz oft in eine wirklich tiefe, tiefe Erschapfung, Stichwort Burnout oder
Erschapfungsdepression. Was ich interessant finde, wenn man jetzt wirklich guckt so aus
wissenschaftlicher Sicht, findet man, weil eben der Begriff Helfer so ein Drom keinen psychologisch
wissenschaftlicher ist, dazu nicht viel, aber was man gucken kann, sind natürlich Untersuchungen,
zum Beispiel zum Thema Altruismus oder zum Thema Grenzen setzen oder zum Thema Koabhängigkeit
oder auch Forschung zum Thema übrigens Compassion Fatig. Da habe ich schon meine Podcastfolge
darüber gemacht, das ist die Mitleizmüdigkeit, die Mitgefühlsmüdigkeit. Denn tatsächlich, und es
überrascht mich gar nicht, sind gerade Angehörige der helfenden Berufe, also eben wie Frau L,
die als Krankenschwester arbeitet, aber alle helfenden Berufe in der Medizin, in der Sozialarbeit,
im Therapie-Wesen und so weiter, häufig Ziel von Untersuchungen, weil das eine Berufsgruppe ist,
die auch häufig erschafft ist und krank. Ja, wenn du das sagst, wenn ich fast schon so ein bisschen
Berufspolitisch finde, sich nun mal einfach viele unter den ganzen Kollegen, so wurde erzlichen
als auch in der Pflege, den ich durchaus zumindest ein ansatzweises Helfer-Syndrom zugestehen würde.
Und da ist es auch manchmal so leicht, die Arbeitsbelastung hochzudrehen. Ja, weil das diejenigen
sind, die das mitmachen. Ja, du gehst doch nicht von Stationen, wenn da noch zwei Angehörige sind,
die Gespräche von die erwarten, aber es ist 18 Uhr. Genau. Aber du kannst nicht nein sagen.
Ja, genau. Und das ist auch, finde ich, in diesem helfenden Beruf so extra schwer und das ist auch
das, wo ich hier direkt bei der ersten Punkt mit dem zwanghaften Helfen noch mal darauf
zu sprechen kommen wollte. Alle meine Patientinnen, die Krankenschwester sind oder alle meine Ärzte
und Ärzte, die ich in Supervision oder in Selbsterfahrung habe, die springen mir an den Hals,
wenn ich sowas sage, wie ja, da muss man immer üben, nein, zu sagen.
dann gucken die mich an und sagen, bist du bekloppt, hast du mich nicht verstanden?
Ich arbeite mit Menschen. Ich kann nicht den Stift fallen lassen und gehen.
Die sind faktisch von mir abhängig.
Das sind Sachen, die ich real machen muss.
Weil die in Not sind, weil die von mir abhängig sind,
weil ich nicht einfach sagen kann.
Ja, aber jetzt ist Feierabend. Ciao.
Und das stimmt. Und das ist, wie du sagst, berufspolitisch aus meinen Augen,
eine absolute Katastrophe,
dass Menschen mit diesen Verantwortungsbewusstsein und diesen Pflichtgefühl
und vielleicht sogar diesem Helfer-Syndrom,
genau in solcher Situation gebracht werden,
wo sie über Stunde nach über Stunde kloppen,
weil die moralische Verpflichtung so hoch ist.
Ja, exakt. Wobei diese Art von mentaler Daumenschraube,
wahrscheinlich mit fast jeden funktionieren würde,
kann es als normaler Mensch bin,
jemand abhängig ist davon, gehst du nicht weg.
Du hast nicht so viele Berufe eben außer die helfenden Berufe,
wo real manchmal das Leben oder die Gesundheit davon abhängt,
ob du jetzt noch eine Stunde weiter Einsatz zeigst oder nicht?
Ja, und da meine ich, da würde auch jemand ohne Helfer-Syndrom die Stunde bleiben.
Aber mit den Leuten mit Helfer-Syndrom ist es einfacher.
Die Änderlande an morgen und nächste Woche nichts da dran.
Die ziehen das durch, bis sie komplett zusammenklappen.
Das ist halt meine Erfahrung.
Und die gehen meiner Wahrnehmung nach richtig kaputt daran.
Und weißt was dann passiert? Ausfälle, die nicht nur mal drei Tage oder eine Woche sind,
sondern depressionstypisch, ab drei Wochen aufwärts bis zum halben Jahr.
Und die werden auf Station nicht ersetzt, sondern. Weil die Stelle ja noch besteht.
Genau, das wird dann wiederum auf die verbleibenden Schultern sozusagen verteilt,
die dann noch mehr Druck erleben.
So jetzt haben wir doch Berufspolitik gemacht.
Ja, ich kann auch nicht anders als an dieser Stelle einfach immer und immer wieder zur Revolution aufrufen.
Ja, ich finde das. Ich finde es eine absolute Katastrophe.
Und wenn ich sage, die Menschen gehen daran kaputt,
meine ich das gar nicht melodramatisch, sondern ganz genau so wie ich das sage.
Ich habe den Eindruck, dass Menschen, die einmal so weit was gerade das Bild der Daumenschraube bemüht,
also bei denen die Schraube so weit gedreht wurde,
dass die richtig ein Knackst davon tragen können und schlimmstenfalls so was wie eine akulade Störung bekommen.
Weißt du, wie die Handys früher, wo dann der Akku gar nicht mehr auf lautbar war?
Du hast sie irgendwie über Nacht an die Steckdose gehangen und dann waren die trotzdem.
In 0, nix nur noch auf 20 Prozent.
Spannende Metaphe für psychische Erkrankungen?
Ja, aber so kommt mir das vor.
Diese Menschen bekommen auf Dauer eine Akku-Auflade Störung.
Und ich finde das ganz, ganz schlimm.
Und ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, dass wenn wir jetzt hier in diesem Psychologiepodcast
über das Helfer-Syndrom sprechen und am Ende der Folge auch so was wie Tipps oder Impulse geben,
was man selber da tun kann,
es will mir nicht komplett verstehen und sehen,
dass das auch ein gesamtgesellschaftliches und ein politisches Problem ist.
Ja.
Aber da will ich mich jetzt gar nicht so ein Rage reden.
Es passiert wie jedes Wahl, denn das betrifft ja auch nicht nur Menschen in Helfen im Beruf,
sondern das betrifft ja auch Menschen, die im weitesten Sinne Kerarbeitgleisten unentgeltlich,
die innerhalb ihrer Familien wahnsinnig hohen Einsatz zeigen.
Und auch da gibt es ein breites Feld, wo man sich absolut aufreiben kann,
wo man vielleicht schlimmstenfalls ausgenutzt wird und wo man gesundheitlich,
mental wie körperlich auf der Strecke bleiben kann.
Deswegen müssen wir auch nochmal festhalten.
Mit dem Wort Helfer-Syndrom wird ja auch ganz gerne ein bisschen kockettiert.
Und man findet es auch irgendwie gut, wenn man Helfer-Syndrom hat.
Das ist es in Wirklichkeit ehrlich gesagt, aber nicht.
Wenn man jemand ist, der viel hilft, bedeutet das nicht automatisch, dass man Helfer-Syndrom hat.
So wie wir das jetzt betrachten.
Und deswegen müssen wir es mal so ein bisschen entblättern,
will ich sagen, was denn dahinter stehen kann.
Und du hast vorhin schon damit angefangen, indem du gesagt hast,
dass das ständige Helfen von anderen dafür da sein kann,
sich vor den eigenen Problemen wegzuducken,
in eigenen Probleme gar nicht in Angriff zu nehmen.
Und das kann tatsächlich so ein Mechanismus sein.
Und jeder, der so zuhört und sich selber so ein bisschen fragt,
habe ich vielleicht ein Helfer-Syndrom oder jemanden.
Kennt von dem er denkt, er hätte das.
Der sollte mal auch die unangenehmen Fragen mit uns durchgehen.
Kann es sein, dass ich so viel Helfe,
weil ich mich mein eigenen Problem nicht stellen möchte?
Und das können vielfältige Probleme sein.
Also das kann sein, dass du zu Hause eine unglaublich schlechte Beziehung hast
in einem ganz faulen Kompromiss lebst
und willst dich damit aber eigentlich nicht auseinandersetzen.
Dann richtest du halt lieber deine Aufmerksamkeit auf die Nöte anderer Menschen
und hältst dich damit beschäftigt. Das kann sein.
Kann es sein, dass ich durch meine Hilfe versuche,
eine gewisse Kontrolle zu behalten, denn das kann ja funktionieren.
Wenn ich jemanden die ganze Zeit helfen und etwas abnehme,
dann kann der das vielleicht nicht.
Deswegen braucht er mich.
Und ich kann kontrollieren, wie er was tut, wann er was tut,
weil er es alleine nicht kann.
Das ist interessant.
Und das ist zum Beispiel das, wie ein Helfersyndrom auch mit Coabhängigkeit zusammenhängen.
Also wenn du als Coabhängige vielleicht Partnerperson,
einer abhängigen Person im Grunde so agierst,
dass du und es muss noch nicht mehr bewusst sein,
eigentlich das System stützt.
In dem du als Coabhängige Person einerseits hilfreich bist,
ja, aber andererseits vielleicht auch die wahre Symptomatik verschleiasst,
für die Person lügst, die Suchtmittel beschaffst,
hältst du also gleichzeitig auch das System
und auch deine Position, deine unentbehrliche Position aufrecht.
Und das muss nicht nur in Coabhängigkeiten so sein.
Mache ich mich unentbehrlich.
Hab ich das Bedürfnis unentbehrlich zu sein.
Der Psychator in mir, der Therapeutin mir fragt doch immer,
so wie der Kommissar immer fragt, wo ist das Geld?
Fragte Therapeutin mir immer, wo ist die Angst?
Das heißt, es kann die Angst dahinter stehen, zum Beispiel verlassen zu werden.
Zum Beispiel keine Rolle mehr zu spielen.
Ja.
Und das kann ein Antrieb sein zu helfen.
Und zwar gerne auch in alle Richtungen, überall hin.
Und das war so der Punkt, wo ich bei Frau L.
Regerecht wie so einen blinden Fleck wahrgenommen habe,
weil sie im Kontakt mit ihrem Mann, den sie in meinen Augen,
ebenso von ganz viel Verantwortung entbunden hat und ihm alles abgenommen hat
und alles für ihn gemacht hat.
Immer mit dem Argument, ja, aber der kann das ja auch nicht.
Aber eben auch nicht verstanden hat, dass in dem sie es ihm nie machen lässt.
Sie ja auch selber dafür sorgt, dass er anhalten,
bestimmte Dinge angeblich nicht kann.
Und dann kann man sich ja fragen, okay, und inwiefern ist das eine Lösung?
Also wenn das deren Beziehungsdynamik ist und die Lösung ist,
dass sie alles kann, kompetent ist, belastbar ist und rund um die Uhr alles wuppt
und er kann so gut wie nichts und sie hält es so und sie sieht es noch nicht mal so.
Wofür könnte das gut sein?
Also das ja auch so eine typische Therapeutenfragen.
Wenn das das ist, wie ihr es lebt, wofür ist das gut?
Und ich halts nicht für ausgeschlossen, dass sie einfach vor dem Hintergrund
ihrer Lerngeschichte und ihrer Biografie wirklich auch verinnerlicht hat,
so hält man Beziehungen aufrecht, indem man den anderen im Runde auch ein bisschen
unselbstständig und abhängig hält und alles selber im Griff hat
und viel Kontrolle über alles hat.
Weil wer weiß, ob der, wenn er ein autaker, freier,
selbstständiger, kompetenter, patenter Mann wäre, ob er dann überhaupt bleiben würde?
Ja, das ist doch die Angst, dass dieser Art von Angst würde ich fanden.
Ja.
Das heißt ja nicht, dass ich mal was finde, aber diese Überlegung, die finde ich dahin gehen klug.
Möchte nicht unerwähnt lassen, dass ich solche Beziehungsdynamiken extrem schwierig finde
und keinesfalls das jetzt so aussehen lassen möchte, als sei das immer genau so der Fall,
wenn wir diese Muster entdecken.
Nein, nein, nein.
Weil es im Fall vor allem so natürlich sich auch die Anteile von dem Mann,
der sich das natürlich allzu bequem genau so hat gefallen lassen,
ein Leben zu führen, die uns eigentlich sonst nur aus einem Hotel mit sehr gutem Service kennt.
Roomservice, Vesche Service, Essence Service.
Aber das ist eine andere Debatte.
Das ist das Adrenalin, was noch in mir kreist wegen der schlimm beruflichen Situation.
Verstehe.
Die nächste Frage, wenn all das nicht zutrifft, die nächste Frage, die man sich durch den eigenen
Helfer so einen Droms Kopf gehen lassen kann, ist, wenn ich zum Beispiel für alles die Verantwortung übernehme,
bedeutet das nicht auch, dass ich eine mächtige Position habe?
Ich bin verantwortlich für dies und selbst für die Sachen, die irgendwie schlecht gelaufen sind,
die ich gar nicht verbockt habe und trotzdem übernehme ich die Verantwortung.
Das ist ja, das ist ja erstmal wie so eine großzügige Geste.
Aber es bedeutet gleichzeitig, hey wow, ich bin stark.
Ich bin anerkennenswert.
Ich bin eine große Nummer.
Das ist das, was wir mit der napsistischen Hebung schon gesagt haben.
Das kann ein innerlich natürlich auch aufrichten.
Die Person im Raum zu sein, die es jetzt regelt oder wuppt, die es sich zumutet, wie auch immer.
Und da sind wir, weil du es sagst, schon wieder bei dem Thema, wo ich von meint ihr, die napsistische Lücke,
Wo ich vorhin das angesprochen habe mit dem Elternintrojekt.
Frau L. hast du gesagt, fand es sich gut, dass sie so gemacht hat.
Sie war stolz, wenn man so will.
Ja, und es ist auch echt schwer gewesen im therapeutischen Prozess,
das überhaupt in Zweifel zu ziehen, weil das so der Kern,
also ihr Epizentrum sozusagen war.
Ich bin hilfreich, gut, fleißig, belastbar.
Und sie hatte immer das Gefühl, ich will ihr das wegnehmen oder irgendwie so, ne?
Ja, das ist natürlich schwierig, weil es, weil es vor allem über die dauerte Zeit identität bildet.
Ja, genau, und es war so sehr mit ihrem Selbstwert verknüpft.
Also gut bin ich, wenn ich gutes Tour, für andere, sonst nicht.
Und klar, hatte sie das Gefühl, wenn ich ihr das jetzt kaputt rede,
also dann ist ihr Selbstwert Quell sozusagen versiegt.
Da mussten wir erstmal so ganz behutsam drumherum arbeiten,
dass das natürlich nicht der Fall ist und ich gar keine Kompetenz wegnehme
und auch nicht ihr Selbstwertgefühl dadurch kaputt machen möchte,
sondern im Gegenteil mehr Quellen für Selbstwertgefühl aufbauen.
Und da ist ja wo ich sage, das kommt möglicherweise aus dem Eltern in Projekt.
Und jetzt erkläre ich so mal ganz kurz, die tiefen psychologische Idee dahinter ist,
dass wir ein Bild des Wesens unserer Bezugspersonen meistens die Eltern in uns aufnehmen,
und wenn man so willst, ein Teil von uns werden lassen.
Das heißt, wir tragen unsere Eltern immer innerlich mit uns herum.
Das sind dann manchmal auch die Stimmen, die wir hören, die mit uns schimpfen der Innere,
eine Antreiber, schimpfend oder auch lobend.
Und wir glauben, das sind wir.
Es ist aber, das wäre für uns ein Ei in uns drin, ein silisches Ei in uns drin.
Unsere Eltern, oder das, wie wir glauben, wie die waren.
Und dann gibt es ein innerliches Stolzgefühl, dein Lobgefühl,
wenn man jemanden geholfen hat und das über die eigenen Grenzen hinaus.
Erst wenn du den Schmerz gespürt hast, dann war es richtig, was wert.
Und übrigens erst dann, wenn du Schmerz spürst und über alle Grenzen gegangen bist, darfst du dich ausruhen.
Nur dann ist sowas wie Müdigkeit oder Schlafen wollen, überhaupt gerecht verteilt.
Kann auch eine Grund für Helfer so ein Drum sein.
Mir fällt übrigens auf, dass deine psychologischen Metafan häufig was mit Lebensmitteln sind.
Also, die Seele des Kindes hast du als Kochkäse bekommen.
Jetzt hast du gerade gesagt, in Projekte sind wie ein Ei.
Aber ich lasse das so stehen, ich finde das gut.
Ja, und ob ein Ei ein Lebensmittel ist, ist hier nur eine frage der Verwendung.
Ach so, mir stimmt. Stimmt auch.
Aber um nochmal auf Frau L zurückzukommen,
wann wird denn viel helfen, letztendlich zum Problem?
Und für wenn ihr häufig mal nach kurzen knackigen Setzen für komplexe Probleme befragt.
Ja.
Und da würde ich dann am ehesten sagen, es ist dann ein Problem,
wenn ich jemanden etwas abnehme und trage dann schwerer, als derjenige, dem ich's abgenommen habe.
Ja, interessant. Ja. Ja. Also, ich finde, das ist sowieso so ein zentraler Punkt,
wenn wir über das Helfer so einen Drum sprechen und alle atverwandten Themen,
also auch patologischer Altruismus oder Co-abhängigkeit.
Dass es Menschen so schwer fällt, quasi zuzulassen,
dass jetzt etwas problematisiert wird oder vielleicht sogar patologisiert wird
und kritisch betrachtet wird, was sie aber bisher als so Identitätsstiftend selbstwert steigand.
Und positiv. Ja. Und durch und durch positiv in ihrem Leben erlebt haben.
Und ich hatte teilweise auch mit Kraft und Mühe und Anstrengung aufrecht erhalten.
Und dann kommt dann so eine blöde Therapeutin daher und sagt, oh, das ist aber schwierig.
Renn mal mal über Ballos. Also das erlebe ich wirklich bei Menschen in helfenden berufen häufig
als ganz kritischen Punkt auch in der Therapie.
Ich kann doch nicht etwas loslassen. Und auch so was wie, wo kommen wir denn dahin?
Wenn jetzt alle nur noch sich um sich selbst kümmern und so, ne?
Also, es wäre jetzt meine Aufforderung so.
Wir machen jetzt mal alle komplett nur noch das Gegenteil.
Wir denken nur noch an uns selber. Alle anderen Menschen sind uns egal.
Wir knipsen unsere Empathie aus. Wir denken nur noch an unser eigenes Wohle gehen.
Es ist ja nicht der Fall. Also es ist ja nie so, dass die Therapie darin besteht,
dass man die jetzige Natur eines Menschen durchs Gegenteil ersetzt.
Sondern es geht ja darum, dass man sich in kleinen Schritten auf ein gesundes Gleichgewicht zu bewegt.
Und Hilfsbereitschaft und Leistungsfähigkeit und so weiter kann man alles,
wie gesagt, als Kompetenz super gerne behalten. Aber die neue Fähigkeit würde darin bestehen,
es auch zu lassen, wenn es nicht nötig ist oder es zu lassen.
Wenn man merkt, jetzt schadet es mir, es geht über eine Grenze.
Das ist halt der wichtige Punkt.
Sehr gut. Und wie würden wir jetzt therapeutisch ganz grob gesprochen?
Wie würden wir das angehen?
Also, ich finde immer einen guten Startpunkt, die eigene Motive mal zu überprüfen.
Also im Grunde, sich ehrlich die Frage zu stellen, warum mache ich eigentlich, was ich mache?
Warum denke ich, was ich denke? Also das ist ja so im Grunde das therapeutische Grundhandwerkszeug,
dass man mal ein Interesse und eine Neugier für sich selbst entwickelt.
Aber auch ernsthaft hinterfragt, warum. Was sind meine Motive?
Welche unbewussten Bedürfnisse befriedige ich mir selbst dadurch?
Welche vielleicht frustrierten Motive versuche ich jetzt zu lindern?
Weil sie früher frustriert wurden? Oder auch welchen Rollen erwartungen werde ich immer noch gerecht?
Weil sie mir übergestellt wurden? Oder oder?
Also da kannst du ja eine Menge Antworten drauf geben.
Die einfache Frage, die frauelt sich also stellen müsste, wenn sie einen Anruf bekommt, kannst du einspringen.
Wäre, sage ich jetzt ja, weil ich Angst habe oder sage ich ja, weil es mir Freude macht, jemanden eine Freude zu machen.
Oder sage ich ja, weil ich denke, niemand anders kann was so gut wie ich.
Oder sage ich ja, weil ich denke, okay, wir gehen alle am Stock, aber ich noch ein bisschen weniger als die anderen.
Oder sage ich ja, weil ich mir ins Geheim erhofft, dass mich dann alle bewundern werden.
Oder sage ich ja, weil ich Angst vor dem Konflikt habe, Angst vor den enttäuschten Augen meiner Stationslaltung,
Angst vor dem Bruch in der Stimme, wenn sie sagt, dann weiß ich jetzt auch nicht weiter, kann ich das nicht ertragen?
Und warum sage ich eigentlich nicht nein?
Wenn man also besser Bescheid weiß, wie die eigene Motivationslage ist, dann kann man auch mehr forschen, wo es herkommt.
Also wo kommt denn mein Helfer so ein Drumherb, wo hat das seine Würzeln?
Und da fahren hängt dann unter Umständen ein bisschen ab, wie man therapeutisch weiter vorgeht, wenn es den notwendig ist.
Und du hast es ja vorhin schon erwähnt, wenn zum Beispiel ein Kleinkind in der Familie vor allen Dingen Lob für Helfende Tätigkeiten bekommen hat.
Und jetzt wird es ganz wichtig, keine Zuwendung, wenn es das nicht gemacht hat.
Also es ist völlig normal, dass Kinder, wenn sie aufwachsen und spielen und was geben, was schenken oder was helfen in der Küche, was weiß ich Kleinigkeiten, dass man sie dafür lobt.
Ja genau, also du sprichst jetzt das an, was wir die biografische Einbettung nennen.
Also wir gucken, so zu sagen, welche Würzeln hat denn, das heutige Erleben und das heutige Verhalten, wo kommt das denn her?
Und gerade jetzt in Bezug auf das Helfer-Sundrom, das hatte ich ja gerade schon auch angesprochen als knifflige Situation mit der Frau L,
ging es halt ganz klar auch darum, andere Quellen für Zufriedenheit oder auch für ein Selbstwertgefühl zu entwickeln.
Also zum Beispiel, dass sie ausgerechnet ihren Spielmannszug weggelassen hat, obwohl ihr das Freude gemacht hat und da hätte sie ja auch anerkennung zum Beispiel draus ziehen können.
Das hat sie aber weggelassen, zugunsten eben von noch mehr Helfer-Tätigkeit bzw. auch um Anforderungen aus dem Weg zu gehen, weil sie nicht nein sagen konnte.
Und das wäre dann vielleicht Punkt Nummer drei, dass man therapeutisch sich darum kümmert, überhaupt erst mal ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo sind meine Grenzen?
Und auch das sehe ich durchaus nicht nur als individuelles, sondern auch als gesamtgesellschaftliches Problem.
Das viele von uns glaube ich, gelernt und verinnerlicht haben, das überhaupt etwas abzulehnen oder nein zu etwas zu sagen, nur dann statthaft ist, wenn du schon nicht mehr kannst.
Und das ist natürlich zu spät aus therapeutischer Sicht.
Dann ist ja schon symptomatisch losgegangen, also wenn du nur nein sagst, weil du absolut nicht mehr kannst, führt das dazu, dass manche Menschen sich quasi unbewusst immer gestresst halten, weil das ja die einzige Position ist aus der heraus, sie auch mal was ablehnen, dürfen und auch mal nein sagen dürfen.
Was dazu führt, dass sie die ganze Zeit auch gestresst sind, habe sich logikantricki sein?
Genau, okay, also wir hatten bisher gesagt, die eigene Motive ergründen, denn selbst wird anders stabilisieren als über Anerkennung, die eigenen Grenzen überhaupt erst mal erkennen und dann auch üben diese Grenzen zu schützen und nein zu sagen.
Und das ist tatsächlich ein üben und das fällt Patientin.
und klienten regelmäßig schwer vor allem die ersten Male, und ich will jetzt überhaupt
keine Werbung machen. Aber zufälligerweise hast du ein Buch über das Nein sagen geschrieben?
Ja, also es ist mehr so ein Selbsterkundungsjournal, würde ich es mal nennen. Wo man sich selber so ein
bisschen auf die Schliche kommen kann, wenn man sich schwer tut mit dem Nein sagen, warum das so ist
und wie man das üben kann. Und das ist gerichtet an Menschen, die eben nicht gut Nein sagen können.
Wir sehen das als eine ganz häufige Quelle für richtig viel Probleme. Ja, also ich finde es
nicht übertrieben zu sagen, dass Nein sagen und damit meine ich jetzt nicht irgendwelche passiv
agressiven Block-Hier-Aktion, sondern wirklich ein authentisches, freies, begründetes, aber auch
klares Nein zu sagen, halt ich für eine der wichtigsten Kompetenzen überhaupt, wenn wir über
Gesundheit sprechen, also sowohl mentale als auch physische Gesundheit. Wir müssen Nein sagen.
Und wer schon weiß, dass er damit Probleme hat, der möge sich bitte mit, ich sage jetzt
irgendwelche Literatur dazu einwecken, muss nicht dein sein. Nein. Aber das ist ein anzugehendes
Problem. Ja, es ist wirklich wichtig, genau. Und dann hätte ich natürlich therapeutisch auf
noch andere anliegen. Also jetzt speziell an Frau L zum Beispiel mal zu überdenken, was
gesunde Beziehungen sind. Und warum, Frau Ls., wie auch immer geartete Beziehungen, also fast alle
Beziehungen, aber eben auch ihre Liebesbeziehungen, so ein deutliches Gefälle hatten. Und sie immer
die Position der Gebenden, der Helfenden, der Regulierenden war und sie sich umgekehrt ganz
schwer getan hat, auch mal Hilfe anzunehmen, Verantwortung dafür abzugeben, aber auch dadurch
Augenhöhe zuzulassen. Und gesunde Beziehungen spielen sich nach meinem Dafürhalten eben auf Augenhöhe
ab und das war, weil Frau L auch nicht der Fall. Und es klingt vielleicht ein bisschen kontraintuitiv,
weil sie kam ja in Therapie, weil sie so erschöpft war und so abgearbeitet und so. Und auf der
anderen Seite war sie, aber auch die, die die Rolle Kontrolle hatte, alle Fäden in der Hand,
die keine Verantwortung abgeben wollte, die auch irgendwie dachte, keiner macht es so gut wie ich,
also sowohl private Sachen als auch im Beruf. Und das war schon auch noch ein Stück
therapeutische Arbeit, in verschiedenen Hinsicht auch mal Dinge loszulassen, abzugeben, Dinge zu
delegieren, Hilfe einzufordern, aber eben auch, mich gerade sagte, Augenhöhe zuzulassen, dadurch.
Sie hat das Teil, da ist Schwäche empfunden. Und ich finde es in dem Kontext übrigens auch
noch mal wichtig, dass gerade Menschen in Helfen berufen, Frau L zum Beispiel, war ja jetzt
intensiv kranken Schwester, aber es gibt auch Untersuchungen dazu, dass Menschen, die in so hoch
herausfordernden berufen tätig sind und selber kein Hilfe annehmen, zum Beispiel in Form von Supervision
oder interkollegialem Austausch oder auch eine eigenen Therapie, auch viel gefährdeter sind,
zum Beispiel eine Sekundertraumatisierung zu erleiden. Also weil gerade helfende Berufe sind ja häufig
auch inhaltlich und emotional sehr belastende Berufe und durch den eigenen Beruf regerecht
Sekundertraumatisiert zu werden, weil du mit so viel Traumatisierung zu tun hast, das ist eine
reale Gefahr und die ist höher, wenn du selber keine Hilfe annimmst. Beziehungsweise keine Hilfe
angeboten bekommst, das kommt ja noch dazu, manchmal ist der Beruf so, dass du noch nicht mal diese
Angebote hast. Und zum teraportischen Angebot sollte meine Meinung nach auch immer unbedingt
ein Spannungstechnik dazu gehören, also am Anfang die etwas die Einsicht, dass man als Mensch so was
braucht, die pausen und dann später auch Techniken, wie zum Beispiel Autogenestraining oder Achtsamkeitsübung,
die dann irgendwann hoffentlich auch etwas verinnerlicht werden, das kann immer sehr helfen,
es ist bei sehr vielen Sachen hilfreich, glaubt man nicht. Ja, das war auch eine Studie mit Pflegekräften
in dem Fall, die Achtsamkeitsübungen trainiert haben und deren emotionales Erschöpfungserleben
sich nachweislich dadurch reduzieren ließ, wenn sie regelmäßig Entspannung und Achtsamkeit
praktiziert haben. Wundert mich gar nicht. Also gibt es eine Therapie vor allen Dingen darum,
erst mal sich die Verhaltensmuster bewusst zu machen, zu schauen, woher denn das Helfer
Bedürfnisse kommt, mentalisieren, in sich rein gucken, dann muss der Selbstwert unter Umständen
anders gestärkt werden oder es muss eine Biografie erfolgen. Das gibt ja häufig auch Hand in Hand.
Und irgendwie muss man versuchen, einen Dreh zu finden, zu mehr Selbstfürsorge statt, nur Fürsorge für
andere. Ja, genau, das ist das, was ich immer mit den nach innen und nach außen gerichteten Antennen
versuche zu symbolisieren. Also es kann nicht gesund sein, wenn man so gut wie keine Antennen
nach innen hat, sprich eigene Bedürfnisse und Wünsche, aber auch Schieflagen überhaupt nicht wahrnimmt
und nicht zur Kenntnis nimmt und dafür alle Antennen nach draußen gehen, auf die Anforderungen und
Bedürfnisse anderer Menschen. Das ist nie gesund. Also, wenn du bei dir das dringende Bedürfnis entdeckst,
jemandem der vor dir läuft, die Tasche abzudeben, der sich abend, du aber selber eine Tasche in der Hand
hast, mit der du dich abmüßt, dann hast du vielleicht eine Hälfer so droh. Okay, darf ich dazu folgende
absolut hundertprozentbare Geschichte erzählen, die jeden Tag vertretet, wann immer ich eine Tasche
trage und Christian eine Tasche trägt, sagt er zu mir, gibt mir deine Tasche und ich sage,
wie so, du trägst auch schon eine. Möchtest du selber sagen, was du dann hast? Ja, ja, ich brauche
deswegen im Gleichgewicht, sonst bin ich einseitig bin. Ich wundere mich aber schon sehr, dass wir es
genau das Bild nimmst, um jemanden mit einem Hälfer so drauf zu kennzeichnen. Okay,
also ich bin ja wirklich ausgesprochen, gerne hilfreich. Das ist etwas, was mir durchaus
Freude macht, dass es vermeint sind und dass es auch was Identität stiften ist, aber ich bin
ziemlich sicher, dass wenn meine Ressourcen aufgebraucht sind, ich dann auch ein klares,
freudliches Nein sagen kann. Ja, das stimmt. Und ich habe glaube ich in Hinblick auf mein eigenes
möglicherweise veranlagt, das Hälfer-Sundrum ganz, ganz viel aus der Zeit gelernt als ich
sozialerweiterisch und als Betreuerin tätig war, wo ich manchmal so ganz überschießend viel
auch für die Menschen tun wollte und ich unglaublich abgearbeitet habe. Und damals hat
mein Chef Bernd gesagt, Franka das gras wächst nicht schneller, wenn man dran sieht. Ein bisschen
müssen die Leute auch selber tun und Hilfe ist dann am besten, wenn es sowas ist wie Hilfe
zur Selbsthilfe und wenn es die anderen Leute stärkt, nicht, wenn es die anderen Leute einfach nur
zu 100% entlastet, schon und auch ein bisschen aus der Verantwortung rausnimmt, dann führt
das eher eben in eine emotionale Abhängigkeit von dir und dann ist eine dauerhafte Hilfe-Stellung
durch dich nötig, anstatt dass du die Leute unterstützt, dass sie selbst klar kommen. Das ist
eigentlich eine gute Hilfe. Das ist auch eine hilfreiche Gedankenstütze. Manchmal ist es auch so,
dass es reicht zu fragen, ob jemand Hilfe braucht und die Hilfe nicht überzustilten. Ja, ja, genau.
Also nochmal kurzes wrap up. Ein Helfersyndrom hast du, wenn du mehr Hilfs als dir gut tut. Ein Helfersyndrom
ist nichts Gutes, auch wenn man vielleicht damit ein bisschen kockertiert. Erschöpfung ist kein
Badge of Honor, keine ehren Auszeichnung, sondern ein Waren Hinweis, dass dir irgendwas schief läuft.
Helfersyndrome werden ausgenutzt. Also wo auch immer ein Mensch ein Helfersyndrom hat,
halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass das ausgenutzt wird, ob jetzt beruflicherseits oder
gesellschaftlich oder auf individueller Zwischenmenschlicher Ebene für 100% gegeben, es wird ausgenutzt
werden. Und deshalb ist es so wichtig, dass man seine eigenen Grenzen kennenlern, diese Grenzen auch
schützt, dass man lernt, nein zu sagen, Verantwortung abzugeben. Aber das bedeutet auch, Kontrolle abzugeben
und da kommt es natürlich darauf an, die eigenen tieferen Motive zu hinterfragen, die Biografie zu
ergründen und sich mal so ganz liebevoll anzugucken und sich zu fragen, was bin ich denn für ein
Jacke und warum bin ich so? Darum geht es ja irgendwie in der Psychologie. Genau. Und gute Hilfe
besteht eben nicht immer darin, dass man jemand anders zu 100% von irgendwas endbindet, sondern
gute Hilfe bedeutet, denjenigen zu befähigen und zu unterstützen, sich selbst wieder zu helfen.
Das können wir gerne als Schlusswort nehmen. Ich bin so gespannt, ob ich morgen mal meine Tasche alleine
tragen darf. Ich würde ja meine noch mit dazu geben, es braucht sich weniger Ausgleichungen. Ja,
weil morgen müssen wir nämlich wie den Wähen wieder beladen, denn dann geht es weiter auf unserer
Reise, auf unserer kleinen Europa-Weltreise. Europa-Welt? Ja, im Moment noch Europa, mit dem Wähen.
Wenn du darüber mehr hören willst, dann schalt gerne Freitags ein bei "Happy to Go" und ansonsten sehr gerne am
nächsten Sonntag wieder zu Psychologie-To-Go. Bis dahin habt's gut! Tschüss!
Das war's für heute. Ich hoffe, du könntest eine Menge frischer Gedanken für dich mitnehmen.
Nähr davon gibt es auch auf meiner Seite www.frankar-geruti.de
Podcast Summary
Key Points:
Das Helfer-Syndrom ist kein medizinisches Diagnosekriterium, sondern ein populärwissenschaftlicher Begriff, der beschreibt, wie sich Menschen mit einem starken Bedürfnis, andere zu helfen, aufgrund von Verantwortungsbewusstsein, Kontrollbedürfnissen und Anerkennungssucht auswirken.
Typische Symptome umfassen ein zwanghafte Helfen, Schwierigkeiten, nein zu sagen, eine starke Nachfrage nach Anerkennung, Überverantwortlichkeit und eine langfristige Erschöpfung, die zu Burnout oder depressiven Zuständen führen kann.
Das Syndrom entsteht oft aus biografischen Wurzeln, wie einer frühen Rolle als große Schwester oder Tochter, bei der Hilfsbereitschaft als Identitätsquelle und Selbstwertquelle verankert ist.
Der Helfer-Syndrom ist eng mit dem Elternintrojekt verbunden, da Menschen ihre Elternschaft innerlich übernehmen und sich dadurch als hilfsbereit und kontrollierend verhalten.
Es führt oft zu einer Unterdrückung eigener Bedürfnisse, einer fehlenden Selbstfürsorge und einem Gefälle in Beziehungen, wo der Helfende stets die Position der Kontrolle und des Gebens einnimmt.
Eine therapeutische Herangehensweise besteht darin, die Motive hinter dem Helfen zu erkunden, Grenzen zu erkennen und zu schützen sowie die Fähigkeit, authentisch „nein“ zu sagen, zu entwickeln.
Der Helfer-Syndrom ist eine gesellschaftliche und berufspolitische Herausforderung, besonders in helfenden Berufen wie Pflege oder Sozialarbeit, wo die Arbeitsbelastung hoch ist und Unterstützung fehlt.
Gute Hilfe bedeutet nicht, andere zu entlasten, sondern sie zu stärken und in der Lage zu führen, sich selbst zu helfen – ein fundamentaler Wandel von der Hilfe für andere hin zu der Hilfe für eine selbstständige Entwicklung.
Summary:
Das Helfer-Syndrom ist kein medizinisches Diagnosekriterium, sondern ein populärwissenschaftlicher Begriff, der beschreibt, wie Menschen mit einem starken Bedürfnis, andere zu helfen, physisch, emotional und psychisch über belastet werden. Es entsteht durch eine Kombination aus Verantwortungsbewusstsein, Anerkennungssucht, Kontrollbedürfnissen und der Übernahme von familiären Rollen, wie z. B.
als große Schwester oder Tochter. Typische Symptome sind ein zwanghaftes Helfen, Schwierigkeiten, nein zu sagen, übermäßige Verantwortung und tiefe Erschöpfung, die zu Burnout oder depressiven Zuständen führen kann. Viele betroffene Personen haben die Hilfsbereitschaft als Kern ihrer Identität und Selbstwertschätzung, was zu einem Verdrängen eigener Bedürfnisse führt.
Das Syndrom ist eng mit dem Elternintrojekt verknüpft, da Menschen ihre Elternschaft innerlich übernehmen. Therapeutisch wird es angegangen, indem die Motive hinter dem Helfen untersucht, Grenzen erkannt und die Fähigkeit, authentisch „nein“ zu sagen, entwickelt wird. Gute Hilfe bedeutet nicht, andere zu entlasten, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu helfen.
Dieser Prozess ist nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich relevant, insbesondere in helfenden Berufen wie Pflege oder Sozialarbeit, wo der Druck hoch ist und Unterstützung fehlt. Es ist wichtig, dass die gesellschaftliche Struktur und die Arbeitskultur diesen Muster nicht ausnutzen, sondern gesunde Grenzen und Selbstfürsorge fördern – was letztlich zu einer nachhaltigen und nachhaltigen psychischen Gesundheit führt.
FAQs
Das Helfer-Syndrom ist kein medizinisches Diagnosekriterium, sondern ein populärwissenschaftlicher Begriff, der beschreibt, wie Menschen ein zwanghaftes Helfen verinnerlicht haben, oft über ihre persönlichen Grenzen hinaus. Es geht um eine Ansammlung von Symptomen, wie ständiges Helfen, Schwierigkeiten, nein zu sagen, und ein starker Wunsch nach Anerkennung.
Typische Symptome sind ein zwanghaftes Helfen, das nicht nein sagen können, eine starke Nachfrage nach Anerkennung, Überverantwortlichkeit und eine tiefe Erschöpfung, auch wenn man weitermacht. Zudem werden eigene Bedürfnisse oft vernachlässigt, um anderen zu helfen.
Nein, Helfen ist nicht automatisch ein negatives Verhalten. Das Helfer-Syndrom entsteht, wenn das Helfen über die eigenen Grenzen hinausgeht und zu Erschöpfung, psychischer Belastung oder gesundheitlichen Schäden führt. Es ist ein Warnsignal für ungesunde Muster.
Mehrere Gründe führen dazu: Ein tiefer Wunsch nach Anerkennung, eine frühe Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein, oft in der Familie, und ein Schutz vor eigenen emotionalen Problemen, die durch das Helfen verdrängt werden.
Man sollte zunächst eigene Motive klären, warum man hilft, und sich fragen, woher diese Motive kommen. Darauf aufbauend kann man Grenzen erkennen, lernen, nein zu sagen, und eigene Bedürfnisse wieder wahrnehmen und fördern.
Ja, das Helfer-Syndrom ist auch ein gesellschaftliches Problem. Viele Menschen, insbesondere in helfenden Berufen wie Pflege oder Sozialarbeit, werden durch Systeme gezwungen, ständig zu helfen, ohne Grenzen oder Unterstützung, was zu langfristiger Erschöpfung führt.
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