Hannah Arendt und Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft
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In der letzten Solo-Sendung kündigt Thorsten Martinson die Rückkehr von Jenny an und bittet um Hörerfeedback. Der Hauptteil widmet sich Hannah Arendts Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft", einem rund 1000-seitigen Standardwerk zur Totalitarismusforschung nach dem Zweiten Weltkrieg. Arendt untersucht darin die gemeinsamen Wurzeln von Nationalsozialismus und Stalinismus. Zentral ist ihre Unterscheidung zwischen öffentlichem (politischem), privatem und gesellschaftlichem Raum, wobei gesellschaftliche Themen wie Feminismus politisch werden können. Sie argumentiert, dass der Niedergang des Nationalstaats, illustriert an Phänomenen wie der Dreyfus-Affäre, den Boden für Totalitarismus bereitete. Dabei wurde Antisemitismus von einer privaten Leidenschaft zu einer gesellschaftlichen und schließlich staatlich legitimierten Ideologie, die von Bewegungen wie der NSDAP instrumentalisiert wurde, um Macht zu erlangen und zu festigen. Das Buch gliedert sich in die Kapitel Antisemitismus, Imperialismus und totale Herrschaft, wobei der Imperialismus den Übergang vom Chauvinismus zu einem völkischen Rassismus beschreibt.
Herzlich willkommen bei den "Ferrier Tönen". Für euch sitzt der dem Mikro, Thorsten Martinson. Und ich habe eine frohe Kunde, denn das ist die letzte Sendung, die ich hier alleine machen werde. Demnächst ist also Jenny wieder da, ab der nächsten Sendung ist alles wieder gut, alles wieder schön. Es wird großartig, ich freue mich. Und ihr hoffentlich auch. Also wahrscheinlich freut ihr euch noch mehr als ich mich freue, obwohl ich mir das eigentlich kaum vorstellen kann, weil es ist schon sehr anstrengend einfach so in ein Mikrofon reinzusprechen, ohne dass man in irgendeiner Form irgendeine Art von direktem Feedback bekommt. Ich mag schon lieber Gespräche führen. Ich mag schon lieber, wenn Menschen miteinander interagieren, vor allem mit mir. Okay, nichtsdestotrotz, das einledigt euch natürlich nicht, davon uns zu teilen, zu besternen und zu kommentieren. Kommentieren könnt ihr bei Blue Sky oder bei Macedon oder natürlich auch auf unserer Homepage für ihr töne.de Oder ihr schreibt uns einfach eine e-mail info@ferjetöne.de für ihr töne dann natürlich in dem Moment mit o.e. Das kann man alles machen, das wäre sehr schön. Da freuen wir uns, ganz besonders freuen wir uns natürlich über irgendwelche Dinge bei Spotify oder bei wo auch immer man uns hören kann, wenn es da ein paar Stärne geben würde, würden wir uns sehr freuen. Und man kann mittlerweile auch bei Spotify kommentieren. Fällt mir gerade ein. Also auch da geht das so in Media-Series. Es ist ja das Hanna-Arent, ja, jedenfalls bei den für ihr tönen und es ist ja jede Gelegenheit recht über Hanna-Arent zu reden. Und gerade in diesen Zeiten glaube ich ist es nicht ganz unwichtig, über Menschen wie Hanna-Arent zu reden. Ich glaube es macht auch noch mal Sinn, über Albiacamil zu reden und über Ernst Kassierer, die alle ihre Beiträge geleistet haben. Zu diesem ganzen totalitarismus-Debatte sicherlich auch Karl Popper, der musste auch noch mal erwähnt werden. Es gibt da so einige, die so ihren Beitrag geleistet haben. Aber ein ganz besonders großen Beitrag hat Hanna-Arent geleistet. Und zwar mit ihrem Buch "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft". Über die Biografie von Hanna-Arent habe ich ja schon gesprochen. Dazu verweise ich dann auf die entsprechende Sendung. Da kann man dann hören, dass sie in Königsberg aufgewachsen ist. Aber in der Nähe von damals noch in der Nähe von Hannover geboren ist. Nämlich in Linden, in Stadtteil von Hannover und so weiter und so fort. Um wo sie überall studiert hat und was sie so alles gemacht hat. Das kann man da alles hören. Heute soll es tatsächlich in allererster Linie mal um dieses Buch gehen. Und dieses Buch ist das umfangreichste Werk von Hanna-Arent. Das hat nämlich ca. 1000 Seiten. Und sie untersucht in diesem Buch die Entstehung und die gemeinsamen politischen Merkmale des Nationalsozialismus und des Stalinismus, der totalitären Herrschaft. Es handelt sich um eines der ersten Standardwerke der totalitarismusforschung nach dem Zweiten Weltkrieg. Und ursprünglich sollte das Buch eigentlich mal heißen. Zumindest hatte es diesen Arbeitstitel "Elemente der Schande", Antisemitismus, Imperialismus, Rassismus. Ein anderer Titel lautete die drei Säulem der Hölle. Oder eine Geschichte der totalen Herrschaft. Im März 1951 erschien dann das Werk in den USA. In London wurde das Buch unter dem Titel "The Berlin of our time" veröffentlicht. Warum die da jetzt wieder ein extra Titel hatten, weiß ich leider nicht, keine Ahnung. Es gab dann eine weitere Version dieses Buches aus dem Jahr 1955. Sie hat das auch immer fortwerend erweitert. Darin sind dann zahlreiche Neurequellen. 1958 erschien eine von der Autoren wiederum bearbeitete und erweiterte Neuauflage. 1966 schließlich auch die deutsche Fassung mit Namen, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Sie selbst sagte 1966, dass ursprüngliche Manneskript sei bereits im Herbst 1949 fertiggestellt wurden. So und jetzt fragt man sich, warum das Ganze. Und da kommen wir jetzt zu einem Wort, was ich hier bei den Verjötungen sehr gerne nutzen, nämlich Dringlichkeit. Sie wollte es machen wie Montesquieu, der im "Delesspre de Loa" vom Geist der Gesetze auf Deutsch, den Zustand der Gesetze beschreiben wollte. Und Sie wollte die größte Gefährdung des Menschen in unserer Zeit untersuchen. Das war das Dringliche. Und das merkt man dem Buch natürlich auch an, denn wie immer barhanearen, das macht sie ja gerne, sie schreibt, wie sie spricht. Das hängt nicht alles immer mit allem chronologisch zusammen. Sie setzt auch immer gerne viel voraus. Hannaaren, wir haben wirklich eine tolle Podcast darin gewesen, da würde ich mir ganz sicher. Da wird ja auch immer so von einem, mit es andere und von anderen zum einen, vom Heltskin, Obststuckskin und so weiter und so fort. Also da ist Hannaaren ganz groß drin gewesen. Also das alles ist natürlich mal wieder, wie so oft mit schneller Feder geschrieben. Also ohne Vorschrift und ohne alles, das hat Hannaaren die ja nie gemacht oder so gut wie nie. Später dann nochmal ergänzt, aber eben alles direkt ins Buch. Sie hat ja selber mal gesagt, in diesem berühmten Interview mit Günter Gauss, dass es eigentlich nur davon abhängen, wie schnell sie tippen könne, wie schnell ein Buch dann eben fertig würde. Ja, und so ist es dann eben auch bei diesem Buch. Und dann kann man auch schon mal tausend Seiten schreiben, wenn man dann so schnell unterwegs ist und zwar sowohl, was die Stippgeschwindigkeit angeht, als auch natürlich vor allem, was dies intellektueller angeht. Okay. Vorab ein paar Kleinigkeiten, ein paar Definitionen. Wir werden darauf noch näher eingehen, bei der Witte aktiver, was wir in diesem Jahr noch besprechen möchten. Hier nur ganz kurz. Hannaaren ist es grundsätzlich zunächst einmal ganz wichtig, dass es eine Öffentlichkeit, ein privates und ein gesellschaftliches gibt. Die Öffentlichkeit ist das politische. Da ist es da, wo Politik stattfindet. Da wo Menschen frei sprechen können. Ohne dass sie in irgendetwas geschieht, oder dass sie irgendetwas zu befürchten haben, auf Augenhöhe. Das ist zum Beispiel der Fall im Bundestag, im Bundesrat, in den Landtagen, Kreistagen, Radversammlungen. Das gehört alles natürlich zur Öffentlichkeit. Überall da, wo keine Herrschaft stattfindet, ist Öffentlichkeit. Das Private hingegen ist voller Herrschaften. Der Betrieb, in dem man arbeitet, ist ganz klar Herrschaftlich geführt. In den meisten Fällen ist da irgendjemand, der da bestimme ist, oder mehrere, oder wie auch immer. Gesetze, an die man sich halten muss. Das ist dann wie bekannt, ne? Man muss sich an die Gesetze halten, das ist privat. Aber man kann diese Gesetze kritisieren. Das ist öffentlich. Jede Art von Erziehung ist zu einem gewissen Grad Herrschaftlich. Ja, muss es sogar sein. Anders geht es ja gar nicht. Man kann ja die Kinder nicht auf die Straße laufen lassen. Das geht ja nicht. Zum Beispiel. Und das gesellschaftliche, das ist so eine Art dazwischen. So zwischen öffentlich und privat. Und es kann sein, dass das gesellschaftliche politisch wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich die Gesellschaft, also die Menschen im Privaten sozusagen, wenn man so will. Also nicht in irgendeiner Öffentlichkeit in einem Raum, wo wie Hannah Ahrend jetzt wieder sagen würde, im Erscheinungsraum, wo Macht entsteht und so weiter. Das hier spielt jetzt alles keine Rolle. Ist gar nicht so wichtig. Wichtig ist, dass man sich merken muss, dass es eben diese drei Sachen gibt. Und dass es auch manchmal sein kann, dass das gesellschaftliche politisch wird. Das ist dann zum Beispiel beim Feminismus der Fall. Oder wenn es vom Rechte von Minoritäten geht. Das ist dann erst gesellschaftlich und das gesellschaftliche wird dann politisch. Kommt alles noch bei der Witteraktiver. Wenn also das Außen zum Beispiel durch die Ökonomie, durch Medien oder Populismus oder sonstiges, zunächst ins gesellschaftliche und dann in das politische, in das Innengetragen wird. Wenn also diese Geschichten in die Politik sozusagen reindrängen. Und dafür sorgen im Zweifelsfall um dem Worst Case, dass Menschen eben nicht mehr freischprechen können, weil sie plötzlich Zwingen ausgesetzt sind. Und das gilt hier natürlich nicht für den Feminismus und die Rechte von Minoritäten. Aber das gilt zum Beispiel, ja, durch etwaige Bestechung oder sonstiges. Oder durch jeglicher Art von Zwang, also Herrschaft, die von Außen reindringt. Und das kann man zum Beispiel mit Hilfe der Ökonomie machen, durch Medien oder durch Populismus. Und so wird dann sozusagen aus dem gesellschaftlichen Zweifelsfall das politische. Aber in diesem Fall führt das nicht zu etwas positiven, sondern in diesem Fall führt es durch den Druck, da auf das politische Ausgübwert zum Gegenteil. Und da kommen wir gleich drauf. Es gibt also das politische, das unpolitische und das gesellschaftliche. Das politische ist alles, was in der Öffentlichkeit stattfindet, das Reihe sprechen, ohne dass man für etwas handelt außer für sich selbst. Also nicht für etwas, sondern für sich aus sich heraus. Und das unpolitische ist alles, was man außerhalb des politischen so macht. Also im Auftrag von irgendjemandem handelt oder im irgendeinen Art von Zwang. Und dazu gehört auch euer Job.
Selbst wenn ihr den freiwillig macht, macht ihr das, was ihr da macht nicht freiwillig. Sozusagen, ihr euch macht es vielleicht Spaß, was ihr da macht, aber ihr müsst das machen. Weil der Chef oder die Chefen das so möchte, ihr könnt da nicht komplett frei handeln. Das geht nicht. Ihr könnt ja nicht einfach die Firma so führen, wie ihr das gerne hättet. Nicht wahr? Das geht nur frei sprechen, also handeln kann man nur impolitisch. Wenn es nach einer Ahren geht. So. Wenn man sich in die Öffentlichkeit begebt. Und nun ist dieses Buch aufgeteilt in drei große Kapitel, nämlich in das Kapitel Antisemitismus, in das Kapitel Imperialismus und in das Kapitel totale Herrschaft. Und wenn man sich mal überlegt, wie dieser Antisemitismus von dem, was er war, zu dem wurde, was er dann wurde, also im Nationalsezialismus, was quasi dann die Nazis draus gemacht haben. Da gibt es ja eine Geschichte dazu. Und dieser Antisemitismus des 20. Jahrhunderts, der begann eigentlich mit dem Niedergang der Nationalstarten, das ist zumindest das, wo von einer Ahren, ausgeht, was ihre Grundtäse ist. Und es erklärt sich auch gleich, was Niedergang der Nationalstarten heißt. Sie macht erst mal drei Phänomene aus. Erstens, erstes Phänomen. Der Verlust der realen Macht. Und zwar macht jetzt im Sinne von Hanna Ahrend. Nicht im Sinne, wie die meisten es wahrscheinlich verstehen, nämlich als Macht ausüben, zum Beispiel auf andere Menschen. Macht hat bei Hanna Ahrend nichts mit Gewalt, die Zwang und Kontrolle umfasst zu tun oder mit Stärke, die auf die Fähigkeit eines einzelnen beschränkt ist. Macht im Hanna Ahrendschen Sinne bedeutet, dass Macht eine gewaltlose Kraft ist, die aus dem Konsens innerhalb einer Gruppe entsteht, in dem zum Beispiel jemand gewählt wird. Macht kann man also auf andere Menschen übertragen. Sie aber diese Menschen auch jederzeit wieder entziehen, wie das zum Beispiel bei uns in der Demokratie der Fall ist. Der Bundestag konnte zum Beispiel jederzeit dem Bundeskanzler abfählen. Das geht. In dem sie ihm ein Mistraunswotum an Heim stellen. In dem sie sagen hier, wir stellen den Antrag konstruktives Mistraunswotum. Wir wählen dich jetzt ab. So, das geht. Man kann also die Macht auch wieder entziehen. Das heißt, macht es bei Hanna Ahrend was rein politisches erst mal und wenn Macht missbraucht wird, dann ist das für Hanna Ahrend gewalt. Aber auch dazu kommen wir später. Das zweite, was Hanna Ahrend ausmacht, ist die Assimulation der Bildungsjuden und dadurch die Automisierung der Juden als Einzelne. Das heißt also, es waren jetzt die Juden und nicht mehr der jüdische Mensch an sich. Also dadurch, dass die Bildungsjuden sich assimiliert haben, haben sie sich sozusagen laut Hanna Ahrend atomisiert als Einzelne und wurden nur noch als Gesamtheit wahrgenommen und nicht mehr als Mensch, sondern als so am morfigen Masse die Juden heißt. So. Und es gab die Dreifusaffäre und das scheint mir doch mit der wichtigste Punkt zu sein. Weil, ich nehme euch mal kurz mit in das Fern des Jäkel. Da gab es diese große Dreifusaffäre und zwar war dieser Dreifus ein hoher mit vielen Orden versehener jüdischer Mensch, der eben ein hohen militärischen Rang hatte. Das war der Juden mit den höchsten militärischen Rangen zu der damaligen Zeit in der französischen in Frankreich. So. Und der wurde nun angeklagt aufgrund von Behauptungen. Also nicht aufgrund von Tatsachenfakten, sondern aufgrund von irgendwelchen Wagen, Geschichten und irgendwelchen Behauptungen, die sich im Nachhinein auch als Wald herausgestellt haben. Er wurde verurteilt. Und zwar weil hier nicht das Recht des Staates galt, sondern das Recht des gesellschaftlichen Bedürfnis ist, dass wir wieder beim gesellschaftlichen. Deswegen habe ich das gerade so erklärt. Das heißt, das gesellschaftliche hat in dem Fall Druck ausgeübt. Er wurde also verurteilt aufgrund von angeblichen Fakten und nicht aufgrund von Tatsachenfakten. Und das heißt, dass es kein Gesetz mehr gab, dass für alle gleichermaßen galt für diesen jüdischen Menschen in dem Moment nämlich nicht mehr. Und er wurde auch nicht frei gesprochen, weil es im Nachhinein halt ganz klar war, dass es eben aufgrund von völlig falschen Sachlagen entschieden wurde. Seine Frau hat mehrere Mal darum gebeten, dass man das Urteil doch bitte wieder aufheben möge. Das wurde dann mehrmals abgelehnt, das Verfahren wurde dann wieder neu aufgelegt und so weiter und so fort. Aber er wurde eben nicht frei gesprochen, sondern er war weiterhin schuldig. Es wurden aber irgendwann mal milder umstände zugesprochen und irgendwann wurde er dann begnadigt, aber er wurde eben nicht frei gesprochen. Also er durfte wieder auf freien Fuß sein irgendwann, aber er war weiterhin schuldig. Und das heißt eben, dass es kein Gesetz mehr gab, was für alle gleichermaßen galt für ihn nämlich nicht mehr. Und das meint eine Ahrend mit dem Verfall der Nationalstaaten. Weil eben hier nicht mehr das Gesetz galt, weil das Recht eben aufgehört hat und die Leidenschaften angefangen haben. Ja, es ging also nicht mehr um das Recht, sondern um die Leidenschaften. Um das, was die Menschen, die Gesellschaft sozusagen als gerecht empfand. Und das hat mir recht überhaupt nichts zu tun. Wenn man sich mal überlegt, was hier in Deutschland los wäre, wenn die Menschen auf der Straße entscheiden würden, wie Menschen, die vor Gericht stehen, welche Strafen, die kriegen oder nicht oder zu was die verurteilt werden würden oder nicht, dann hätten wir hier also, das möchte ich mir gar nicht ausmalen, was dann hier los wäre. Und da sind diese Leidenschaften sozusagen, also über die Gesellschaft, in dem Fall sozusagen haben auf das Gesetz und auf das Recht eingewirkt und die Gesetze werden gemacht vom politischen. Ich war, die Gesetze existieren auch nur durchs politische. Der Antisemitismus ist also eine Form dieser Leidenschaften, der durch verschiedene Zeitungen, durch Meinungsäußerungen zu einer Tendenz innerhalb der Gesellschaft wird. Und Hannah Ahren unterscheidet zwei Arten von Antisemitismus. Ein, der im privaten Stadt findet sozusagen, nämlich auf Augenhöhe, zwischen zwei oder mehrere Menschen, das ist dann von den Personen selbst auszufächten. Also, Beispiel wäre zum Beispiel, wenn wir zwei Menschen hätten und die haben zwei Häuser und die leben nebeneinander und dann ist der da berühmte Baum mit dem berühmten Apfel und die beiden beschimpfen sich gegenseitig rassistisch oder antisemitisch oder wie auch immer selbstverständlich sind sie auch wie zwei, wie es sich für gute deutsche gehört, Rechtsschutz versichert, dann kann der Richter oder die Richterin sagen, ja gut, ihr habt euch halt irgendwie rassistisch oder antisemitisch beleidigt, dafür zahlt es, kann ich euch beide dazu verknacken, aber das ist alles privat. Das ist komplett unpolitisch, in dem Moment. Weil es gibt hier keine Herarchie und es gibt auch keine Gewalt, und es gibt hier ein Gesetz. Man kann sich dann mit Hilfe des Gesetzes werden, indem man klagt oder sonst was macht. Das ist alles privat und alles im Rahmen. So kennen wir das auch, wenn jemand einen beleidigt, dann kann der den verklagen. Und dann gibt es den Antisemitismus von Personen, die anderen Personen vorstehen oder vom Staat noch schlimmer oder eine Organisation oder von was, was ich was ausgehen. Das ist dann Gewalt, weil hier eine Häuser herrscht und sich dagegen zu wehren ist schon viel schwerer. Und wenn es vom Staat kommt, sogar so gut wie unmöglich. Und in diesem Abschnitt von diesem Buch geht es darum, wie ein Vorurteil zu einem Faller dessen wird, was die Welt erobern will. Also hier wird die Leidenschaft antisemitismus als Vehikel genutzt für eine Ideologie eingespand, zu der wir noch kommen. Es geht um eine Bewegung, eine Bewegung, die den antisemitismus vom Gesellschaftlichen, erwähnen wir dann bei den Vorurteilen und den Leidenschaften, erst ins öffentliche Trinkt, mit Hilfe der Bewegung also ins politische Trinkt, es also auf die Agenda der Politik setzt und dann schließlich mit der Machtübernahme ins private Trinkt, also zum Gesetz macht. Nachdem man es ja schon gesellschaftlich mit Hilfe der Bewegung zum großen Teil legitimiert hatte, die Bewegung ist in dem Moment natürlich die NSDAP, der Nationalsozialismus. Und als die dann an der Macht waren und diese Gesetze gemacht hatten, da hatte man die Leute sozusagen schon im Boot, durch diese ganzen Leidenschaften. Und dann begann man die sogenannten Ahnenpässe einzuführen. Und dann begannen die Menschen sich damit zu beschäftigen, ob sie jüdische Wurzeln haben oder nicht. Auf diese Weise zwang man die Menschen sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Und somit konnte man das Narrativ, was man vorher schon dank der Leidenschaften in die Welt gesetzt hatte, gesetzlich untermauern und in den Köpfen der Menschen legitimieren. Weil das die Menschen zusammen schnürt. Sie zur Mehrheit von etwas macht und nichts mögen Menschen mehr als wenn sie nicht die anderen sind. Und so wurden die gesellschaftlichen Leidenschaften mit Hilfe von Gesetzen in den Köpfen
der Menschen legitimiert. So, das reicht jetzt natürlich noch lange nicht aus für das, was wir Nationalsozialismus nennen. Klar, das ist nur ein Teil davon. Wir kommen zunächst einmal aber zum Imperialismus dem zweiten Kapitel dieses Buches und zum Imperialismus gehört zunächst einmal, dass sich der Rassismus im 20. Jahrhundert verändert hat. Und hier kommt eine Ahrenden nämlich zu folgende Erkenntnis, das nämlich der Schovinismus, der National Schovinismus sauber mal, der noch stolz auf reale Dinge, reale Errungenschaften ist, also zum Beispiel auf finanzielle oder militärische Überlegenheit oder die Errungenschaft der Aufklärung, die Euro sehr Eurozentrösisch sein kann oder was weiß ich, hin zum Völkischen Rassismus, der also ins Innere des Menschen guckt und irgendwas von deutscher oder russischer Seele erzählt. Und hier spielen dann auch die sogenannten Paanbewegung oder Paan Nationalismen oder Paan Ideologien, wie man auch immer diese ganzen Sachen nennen mag, eine nicht unentscheidende Rolle. Und hierbei handelt es sich so um so eine Ansammlung von politisch-kulturellen Bewegungen, die aber alle einigt, dass sie sich zum Ziel gesetzt haben, das Zusammengehörigkeitsgefühl bestimmter Nationen oder Religionsgemeinschaften zu steigern. Und plötzlich spielt auch dieses reine Blut eine Rolle. Es geht jetzt also nicht mehr um das, was Menschen gegenüber anderen Menschen erreicht haben, um damit dann anzugeben, so zu sagen, wir sind die toll, gucken wir was wir alles geschafft haben, wir sind viel besser als der Rest. Was an sich schon an der Grenze ist, so, das ist auch schon nicht schön, sondern um das, was Menschen von anderen Menschen unterscheidet, ja sogar unterscheiden sollte aus damaliger Sicht. Der Schovinesismus hat also etwas reales als Basis, worauf er sich beziehen kann. Also darauf, dass er in irgendeinem Disziplin, welcher auch immer besser ist. Der Völkischen Nationalismus hat nichts reales mehr als Basis. Also keine Eigenleistung mehr auf diese, die man sich blurfen könnte. Außer, dass man irgendwo geboren ist, irgendwie aussieht oder was weiß ich was. Und so hat man dann diese Rasse Theorie mit in diese Bewegung reingebracht, die man Nationalsozialismus nennt. Und darauf hat man dann Gesetze gebaut, darauf Fußstern plötzlich Gesetze. Auch hier wieder über die Leidenschaften, rein, also über die gesellschaftlichen Leidenschaften rein getränkt, ins öffentliche, ins politische und dann wieder zurück ins private mit Hilfe der Gesetze als die Nazis dann an der Macht waren. Und plötzlich hatten wir rechtlose Menschen. Menschen, die weniger Rechte hatten als die anderen. Und damit kommen wir zur Ideologie. Wie funktioniert Ideologie? Was ist denn überhaupt Ideologie? Wie definiert man das so schön? Wie definiert man Ideologie? Wir haben gerade gelernt, dass Recht und Gesetze umgangen werden und neue Gesetze geschaffen werden, mit Hilfe der Leidenschaften, indem die Leidenschaften auf die Politik einwirken, indem also das gesellschaftliche auf das öffentliche Druck ausübt. Und das kann gut sein, sie fried is for future und all solche Geschichten, das kann aber auch schlecht sein, sie erffte. So, was ist denn nun eine Ideologie? Wie kommt es dazu, dass Gesetze und Recht umgangen werden? Eine Ideologie fußt erst mal auf einer Legitimation und zwar auf einer Legitimation, ja auf so eine Art Gesetz der Natur oder der Geschichte, die uns irgendwas befiehlt, irgendwas zu tun. Und zwar was bestimmt ist. Es geht um einen Ausgriff in die Zukunft im Namen, eines Gesetzes, was sich historisch oder in der Natur vollzieht. Es handelt sich also um einen Ausgriff in die Zukunft im Namen eben dieser Legitimation. Und so funktioniert natürlich auch jede dystopie und Utopie, nämlich mit diesem Ausgriff in die Zukunft. Man geht also davon aus, dass man dieses oder jenes im Namen eines großen Ganzen tun muss. Sei es im Namen der Vorsehung oder im Namen der Gerechtigkeit oder im Namen von was weiß ich was alles. Es geht immer um Erlösung vom hier und jetzt. Darüber haben wir schon im Zusammenhang mit Odomarquad gesprochen. Diese Folge sei an dieser Stelle nochmal empfohlen. Ich verlinke das natürlich auch alles in den Show notes, was ich hier so erwähne. Und natürlich hat eine Ideologie auch auf alles immer eine Antwort. Für alle Probleme dieser Welt gibt es in der Ideologie immer eine Antwort. Nichts bleibt unbeantwortet oder im Unklar. Also das Gegenteil von dem was die Demokratie und die damit ein hergehende Öffentlichkeit somit sich bringt. Nämlich Unklarheit. Ideologie stellt Zukunft her. Sie ist nicht fluide. Laut einer Ahrend kann man aber in der Politik nichts herstellen. Weil Politik fluide ist, sie geht immer weiter, sie endet nirgends. Ein Gegenstand kann man herstellen. Der ist irgendwann fertig. Seid ihr das handelt sich um Kölner Doma, aber ihr wisst schon was ich mein. Ein Gedicht, ein Song. Alles mögliche kann man herstellen. Zu einem Ende kommen. In der Politik kann man nicht zum Ende kommen, weil es kein Ende gibt. In der Ideologie aber schon. Es geht in der Ideologie nicht darum was ist, sondern darum was sein wird. Also um eine Zukunftsbeschreibung, die alles empirische dagegen wart unterdrückt und natürlich negiert. Das Ziel bzw. die Erlösung der Ideologie liegt also im deßseitigen imanenden Später. Das Äquivalent dazu ist natürlich natürlich die Religion oder der Glaube. Hier liegt das Ziel oder die Erlösung des Glaubens der Religion in der jenseitigen Transcendenten Ewigkeit. Und einer der herausragenden Eigenschaften der Ideologie ist die Mobilisierung von allem und jedem. Strukturen werden im Grunde in Prozesse verwendet. Und eine andere Eigenschaft ist, dass sie Willens ist, sich sogar selbst abzuschaffen, wenn es nur im Dienst des großen Ganzen steht. Es geht also nicht um einen Nutzen oder um mehr Macht. Also selbst der Utiliterismus in den USA wäre da außen vor. Darum geht es also überhaupt gar nicht. Es geht also nicht darum, irgendwas nützliches zu tun oder mehr Macht zu generieren oder sonst was. Das ist alles nicht der Sinn von Ideologie. Und da hat auch Hegel seinen Anteil daran. Er stellt nämlich die Geschichte, also diesem Gesetz auf die Zukunft orientiert zu sein, mit Hilfe des Arguments der Notwendigkeit über alles andere, auch über vorhandene Gesetze. Und das ist, was Ideologie auszeichnet. Und was Hegel leider auch ein bisschen mit in die Welt geklöpelt hat, weil eigentlich alle Ideologien des 20. Jahrhunderts darauf fusen. Ich will hier jetzt nicht zu tief bei Hegel einsteigen, das können andere besser. Kamü hat eine schöne Hegelkritik geschrieben, da kommen wir dann darauf, wenn wir das nochmal besprechen. Hier soll das jetzt erstmal reichen. Und auch klar ist, er trägt nicht die Verantwortung für das, was im 20. Jahrhundert passiert. Das ist auch klar. Denn dafür tragen alleine die Verantwortung, die diese Dinge zu ihrer Zeit verbrochen haben, die in dieser Zeit gelebt haben und das getan haben, was sie getan haben. Auch Marx ist nicht dafür verantwortlich, was in der UDSSR oder in der DDR passierte. Obwohl natürlich auch bei ihm der Klassenkampf auf eine Zukunft ausgerichtet ist und somit natürlich auch Protototalität zu sehen ist. Und somit ist es natürlich auch eine Ideologie, aber verantwortlich ist er nicht. Verantwortlich sind die Leute, die in der DDR gewirkt haben, die da, die Leute unterdrückt haben oder in der UDSSR. Marx ist nicht für Stalin verantwortlich, Stalin ist für sich selber verantwortlich. Wir können also schon mal jetzt mal zusammenfassen. Menschenrechte waren ursprünglich an Nationen gebunden. An den Schutz durch das Territorium und durch die Regierung. Nun haben wir aber die Leidenschaften, die über diesem Recht stehen. Was die Menschen entwürdigt. Ergo Auflösung der Nationalstaaten durch Rechtslosigkeit. Es kommt zu Menschen, die keine Menschenrechte mehr haben. Sie können ihr Beruf nicht mehr ausüben, sie können keine politischen Meinungen äußern, sie haben keine Teilhabe, sie werden so formuliertes Hannah Arendt überflüssig. Sie wurden überflüssig gemacht. Das ist laut Hannah Arend ein Aufruf zum Mord. Sie hatten keine Heimstätte, niemand der sie verteidigen könnte, deshalb pladiert Hannah Arendt für das Recht, Rechte zu haben. Das heißt, Menschenrechte müssen unabhängig von Staaten, die sie garantieren und durchsetzen können für alle Gelten. Das sind wir wieder bei Jeman Neukand. Der das auch schon gesagt hat. Was ist denn nun eigentlich eine totale Herrschaft? Jetzt haben wir über Ideologie gesprochen. Wir haben darüber gesprochen, wie der Antisemitismus von den Leidenschaften in die Gesetze übergegangen ist, in diese Bewegung übergegangen ist, all diese ganzen Sachen. Was unterscheidet eine totale Herrschaft von einer Dektatur von einer Türenei zum Beispiel? Nun, die Türenei ist gesetzlos. In der totalen Herrschaft herrscht.
aber Gesetze, aber eben Gesetze im Namen der Natur oder der Historie. Und es geht auch nicht nur um eine Nation, eine Gruppe von Menschen, sondern es geht um die ganze Welt. Es geht um alles. Und hier zitiert Hannah Ahrend Kippling, das große Spiel ist erst vorbei, wenn alle tot sind. Wenn also im Falle des Nationalsozialismus auf der ganze Welt nur noch Herrenmenschen unterwegs sind, es gibt keine soziale Ordnung mehr. Hier ist man entweder als einzeln der ganz verlassen und unmächtig, wie man es selbst in der Türanneinig wäre oder das ist eigentlich das Ideal der totalen Herrschaft, Teil eines gigantischen Menschenkörpers, da eine Gattung oder eine Spezie ist produziert. Hier ist Unterschied pluralität, einzigartigkeit und trennen des vollkommen eliminiert, systematisch verbrikmäßig eliminiert. Es ist die Reduktion des Menschen auf ein Räder, auf ein Reaktionsbündel, auf ein paar Flowschen Hund, der reagiert je nachdem was von oben kommt. Es gibt keine Gesetze mehr, es gibt nur noch Decrete. Man weiß nicht mehr, worauf und auf wen man sich verlassen kann. Man ist in jedem Moment Teil der Bewegung, die sich selber irgendwo hintreibt und alle Menschen mit. Und es gibt eben diese unendliche Ohnmacht. Und im Grunde genommen geht das veropfer und täter. Weil niemand mehr macht irgendwas aus irgendeinem Grund heraus. Die Opfer werden nicht mehr verfolgt, weil sie irgendwas getan haben oder irgendwelche Verbrechen begangen haben und die Täter handeln eigentlich nicht mehr, weil sie motiviert sind, das zu tun, was sie da tun. Sondern sie sind hier in ihren jeweiligen Kategorien gefangen und laufen diesem Naturrecht oder eben dieses Geschichtsgesetz hinterher. Das ist dann der Unterschied, weil es gibt viele Diktaturen auch jetzt ja noch in der Welt. Und man kann immer darüber diskutieren, wann eine Diktatur zum totaliterismus wird. Aber entscheidend ist, es gibt kein Grund mehr, irgendetwas zu tun. Es gibt kein Grund mehr. Warum man die Opfer tötet. Und es gibt auch kein Grund mehr, warum die Täter das machen. Außer eben wegen diesem großen, wegen diesem Naturrecht und diesem Geschichtsgesetz. Und damit die totalitäre Herrschaft eine solcheismus natürlich der Terror dazu kommen. Die Ideologie ist das Prinzip und der Terror ist das Wesen. Sagt Hannah Ahrend, der Terror erlaubt es überhaupt erst die Potenzialität, die der Ideologie in eine Wunthe frei zu setzen, indem er Verlassenheit des Einzelnen hervorruft. Jede Möglichkeit zu handeln ist per Dü. Es gibt sie nicht mehr. Man ist hilflos und verlassen. Hannah Ahrend beschreibt das Ganze als lebende Leichnahme. Selbst in der Türa Nai kann ich mich noch mit anderen treffen, anderen vertrauen. Das ist hier nicht mehr möglich. Und es gibt eigentlich nur noch das Gesetz des Terrors. Nämlich Töten. Das Gebot lautet also. Du sollst Töten. In der Türa Nai herrscht eigentlich Totenstille. Im totalen Herrschaft hingegen herrscht ständiger Lärm. Durch die äußere und innere Mobilisierung und durch den Terror und die Ideologie. Der größte Feind eines totalitären Systems ist nämlich der Stillstand, wenn mal irgendwie Ruhe einkährt. Die Bewegung muss also irgendwie permanent am Laufen gehalten werden. Der Prozess muss also ständig weiterlaufen, selbst wenn dadurch das Terror-Regime sich selbsterstören würde. Da kommen wir dann auf einen ganz einfachen Punkt. Nämlich ihr habt bestimmt in der Schule irgendwann mal diese Göbbelsrede gehört, wo ihr den totalen Krieg wollt. Genau das ist es. Und diese Sinnlosigkeit im Namen eines Gesetzes, nur um die Bewegung aufrecht zu erhalten, das hat es vorher nicht gegeben. Das war neu. Wir haben es mit einem neuen Phänomen zu tun gehabt, was im 20. Jahrhundert überhaupt erst aufgetreten ist. Das gab es so vorher nicht. Und was auch noch ganz wichtig ist, wenn Hannah Ahren über totaliterismus spricht, dann spricht sie nicht. Dann spricht sie vom Nationalismus und vom Stalinismus, wie ihr am Anfang schon erwähnt. Und ausdrücklich nicht vom Leninismus in der späteren Soffet-Union, weil es da Differenz gab, weil es Dessenz als Möglichkeit gab und weil es keine Welt eroberungsbewegung gegeben hat. Das sind Diktaturen. Ja, Partei Diktaturen. Jo, aber eben keine totale Herrschaft. Sie teilen das Diktaturische Moment. Aber der totaliterismus ist eben mehr als das und was anderes. Und deswegen hat Hannah Ahren da auch ganz klar unterschieden. Das haben die Linken aber nicht ganz zu Ende gelesen. Spannend an diesem Buch übrigens auch, dass sie nicht sagt, der, die oder das ist schuld. Sie sagt, dieses Jenes oder welches hat dazu geführt. Sie sagt nicht, wir müssen nur das machen, dann passiert das nie wieder. Sie bietet genau wie Kamu keine Universalwöse. Wahrscheinlich eine der Gründe, warum die beiden sich so geschätzt haben. Wir haben, sagt Hannah Ahren, durch das Wissen um das Totalitäre. Jetzt ein Wissen in der Welt, was sonst fortan bedroht. So wie ja auch die Atombombe. Nicht? Wir wissen jetzt, dass es sie gibt, wie man sie baut und was man damit machen kann. Und genauso wissen wir eben nun auch, dass es das Totalitäre gibt, wie man dahin kommt und was man damit machen kann. Wir wissen, wie man Menschen überflüssig macht. Wenn wir nun also sagen würde, na ja, wir wissen ja jetzt, wie schlimm es war, nun ist es ja vorbei. Dann ist genau das nicht der Fall. Das Gegenteil ist der Fall. Weil wir wissen, wie es geht, ist es so gefährlich. Die zunahme populistische Positionen in einer ganzen Reihe von europäischen Staaten macht natürlich dieses Dickebuch von Hannah Ahren dem Moment wieder sehr aktuell. Gerade beim Thema Ideologie und Terror führt sie sehr gut vor, welche Bedingungen herrschen müssen, wenn man nicht mehr den gesunden Menschenverstand bemüht. Gesunde Menschenverstand. Hannah Ahren hat diese aus heutiger Sicht etwas altertymliche Formulierung genutzt. Und wenn man das dann mal ins Englische übersetzt, dann kommt man auf Common Sense. Und das geht dann auf Kanz gemeinsinn zurück. Und wenn der aussetzt, respektive ausgehebelt wird, dann werden Zugänglichkeiten für ideologische Indoktrination geschaffen. Und dann gibt es jetzt eben auch mediale Voraussetzungen, was man so neu Deutsch Echokommern nennt. Soll heißen, früher waren es immer dieselben Menschen in einem Ort, die ja, die ein bisschen neben der Spur waren. Heute treffen sich diese Typen, die neben der Spur sind, aber mit anderen Menschen aus anderen Orten, in denen sozialen Netzwerken. Und dadurch bestärken die sich gegenseitig und merken, "Hey, wir sind ja gar nicht alleine, wir sind ja viel mehr." Und das bestätigt und bestärkt sie natürlich. Und weil sie es nur mit gleichgesinnten zu tun haben, ab jetzt? Und wenn ich mal mit anderen Menschen, die nicht neben der Spur sind, auseinandersetzen müssen, ist das natürlich gefährlich. Das ist der Moment, wo eine Gesellschaft auseinander fallen kann, wo sie zerfallen kann, weil man dann irgendwann an Realitätsverlust leidet. Weil sie eben nicht mehr in dem von Kant beschriebenen, objektivierbaren Erfahrungsraum gehen, um dort mit Hilfe der Intersubjektivität wissend zu schaffen. Sondern eben mit Hilfe der, heute sagen wir, Filterbabel, sich gegenseitig ihre eigene Wahrheit bestätigen lassen. Und Wahrheit ist das Gegenteil vom Wissen. Wahrheit ist subjektiv, wissen es objektiv. Nicht. Wahrheit ist immer subjektiv, hängt also von der Wahrnehmung einzeln ab. Wissen ist objektiv, intersubjektiv und damit empirisch und natürlich somit auch plural. Wenn nun aber die Menschen nur noch in ihren kleinen Filterbabels umherlaufen und sich gegenseitig ihre Wahrheiten bestätigen, nicht an intersubjektivität mit anderen außerhalb der eigenen Filterbabel interessiert sind, dann besteht die Gefahr, dass das Ganze sehr schnell ideologisch wird. Und was im Moment auch problematisch ist, ist eben dieses Abhandenkommensgemeinensinn. Das heißt, Menschen wollen nicht mehr politisch oder sonst irgendwie, was in der Gesellschaft machen. Sie wollen sich nicht mehr engagieren. Sie ziehen sich immer mehr ins private zurück. Also zum Beispiel stellen sie ihre eigenen ökonomischen privaten Dinge über alles andere. Das ist viel wichtiger als die Gesellschaft, viel wichtiger als das politische. Also sie gehen dahin, wo Verlässlichkeit und Vertrauteheit herrscht. Und das ist ja nun mal nicht das öffentliche. Das sind Menschen, die im arrenischen Sinne eigentlich gar nicht Politik fähig sind. Also sozusagen so Menschen, die so biedermeier betreiben, die versuchen alles von sich weg zu halten. Also natürlich können wir nicht jeden Tag immer alle Nachrichten gucken.
Wir müssen immer auf uns selbst aufpassen, das ist ja klar und nicht jeder und jede kann immer alles an sich ran lassen. Das geht ja gar nicht. Und wir können natürlich auch als Einzel, Mensch nicht die ganze Welt retten. Das ist ja auch klar. Man muss sich übrigens auch nicht in einer Partei engagieren. Man kann sich in allen möglichen Dingen engagieren. Das geht. Und sei es die lokale freiwillige Feuerwehr. Oder irgend ein Verein, irgend eine Gesellschaft. Was auch immer es ist. Und dazu haben immer weniger Menschen Lust. Wollen das nicht mehr? Und weil das so ist, sind sie im arren Schensinne eigentlich gar nicht politikfähig. Weil sie das private, also die Eigeninteressen, die ja immer privat sind, über das öffentliche, also den Gemeinsinn das politische Stellen. Und das öffentliche ist natürlich am Wagenis. In dem Moment, wo wir uns als Person in der Öffentlichkeit disponieren. Sagen wir etwas. Wir setzen uns als Person der Öffentlichkeit aus. Nicht? Dazu kann man am Ende eigentlich noch mal sehr schön an Ahren selber sprechen lassen. Denn sie hat das natürlich sehr viel besser auf dem Punkt gemacht, als ich das hier mal machen könnte. Nun, das Wagenis der Öffentlichkeit scheint mich klar zu sein. Man expuniert sich dem Licht der Öffentlichkeit. Und zwar als Person, wenn ich auch der Manu bin, dass man nicht auf sich selbst reflektiert. In der Öffentlichkeit erscheinen und handeln darf. So weiß ich doch, dass in jedem Handeln die Person in einer Weise zum Ausdruck kommt, wie in keiner anderen im Handel unsprechen. Das Sprechen ist eine Form des Handels. Er wie in keiner anderen Tätigkeit. Also das ist das eine. Das zweite Wagenis ist. Wir fangen etwas an. Wir schlagen unseren Faden in ein Netz der Beziehung. Was daraus wird, wissen wir nie. Wir sind alle darauf angewiesen zu sagen. Herr Vergiblin, was Sie tun, Sie wissen nicht, was Sie tun. Das gilt für alles Handel, weil einfach ganz konkret Weime es nicht wissen kann. Das ist ein Wagenis. Und nun würde ich sagen abschließend, dass dies Wagenis nur möglich ist, im Vertrauen auf die Menschen. Das heißt, da auf Ihnen irgendeinem Schwere genau zu fassenden, grundsätzlichen Vertrauen. In das menschliche Allermenchen. Andes könnte man nicht. Da ist eigentlich alles drin. Das Disbonieren in der Öffentlichkeit, das Wagenis und das Vertrauen. Und diese ganzen Dinge, die kann man nur machen, wenn es das politische gibt. Und das politische gibt es nicht in Diktatur. Kann es gar nicht geben, weil es kein öffentlichen Raum mehr gibt. Es gibt keine Öffentlichkeit mehr in Diktatur. Das ist das Wesen der Diktatur. Nicht? Wir können nicht über Politik reden, ohne auch immer über Freiheit zu reden. Und wir können nicht über Freiheit reden, ohne auch immer über Politik zu reden. Freiheit heißt für eine Ahrend-Öffentlichkeit. Heißt diese öffentlichen Räume, die wir haben. Wir können auch nur Politik machen, weil wir öffentliche Räume haben. Und wir machen Politik wegen dieser öffentlichen Räume in diesen öffentlichen Räumen. Und da können wir dann alle anderen Themen besprechen, die es so zu besprechen gibt. Aber ganz wichtig ist, dass wir das alles wegen dieser Öffentlichkeit machen, wegen dieser Freiheit. Die ist so erhalten gilt. Das sind alles Dinge, die es in einem totalitären System sowieso nicht, aber in einer Diktatur auch nicht gibt. Wir werden bei der Vitaaktiver noch mal ein bisschen mehr drauf eingehen, wie eine Ahrend-Sichters alles vorstellt. Und was dann, wie sie Freiheit definiert, wie was der Unterschied zwischen Arbeit herstellen und Handeln ist, usw. und so fort. Das soll hier keine Rolle spielen. Hier wollte ich einfach nur mal ja, aber man muss ja wirklich sagen, ganz kurz ein Abriss über Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft unter die Leute bringen. Und natürlich ist das Buch noch so viel Detailreicher. Und es gibt noch so viel mehr darüber zu erzählen. Man könnte noch erzählen, viel mehr über den Imperialismus, zum Beispiel, erzählen, den ich hier aus Zeitgründen einfach auch nicht mehr unterkriegen kann. Auch das spielt eine entscheidende Rolle. Auch hier wurden Menschen entrechtet, usw. und so fort. Das gehört natürlich auch dazu. Ich habe mich jetzt ein bisschen auf diese europäische Geschichte konzentriert und auf den Nationalsozialismus konzentriert. Natürlich haben sich Dinge auch geändert. Und natürlich ist heute nicht damals. Und wir dürfen nicht den Fehler machen, zu denken, dass wir heute in einer ähnlichen Situation sind oder noch schlimmer in einer gleichen Situation wie damals. Wir müssen das nicht nochmal tun. Klar, können wir das nochmal tun. Weil es schon mal da war, wissen wir ja jetzt, wie es geht. Aber wir müssen das nicht tun. Die Zukunft ist offen. Auch das unterscheidet Menschen, die vor einer Öffentlichkeit kämpfen, die für einen öffentlichen Raum kämpfen, für das politische Kämpfen oder einstehen, von Menschen, die eine Ideologie anheim gefallen sind. Es gibt kein Endpunkt in der Geschichte. Es gibt keine Erlösung vom hier und jetzt. Wir müssen im Gegenteil hier und im jetzt handeln und hoffen, dass das, was wir hier und jetzt machen, ein positiven Einfluss auf das hat, was dann später irgendwann mal kommt. Wissen, wissen können wir es nicht. Und ich glaube, das fällt vielen Menschen schwer. Vielen Menschen fällt schwer, dass man einfach nicht wie in der Mathematik 1+1/2 einfach die Zukunft berechnet kann. Das muss doch irgendwie möglich sein, naja und das ist eben nicht möglich. Alle dystopien, utopien, alles, was in irgendeiner Form auf die Zukunft greift. Auf die Zukunft zugreift. Gelt davon aus, dass alles bleibt, wie es ist und nichts entscheidendes dazwischen kommt. Und das ist natürlich unsin. Das funktioniert so nicht. Wir wissen nicht mal, wie morgen das Wetter wird. Wir wissen nicht mal, was in einer Stunde ist. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht mal, was in einer Sekunde ist. Und deswegen gibt es auch nicht das gleiche nochmal. Und deswegen müssen wir auch nicht das gleiche nochmal machen. Und deswegen sind wir auch nur in, wenn überhaupt in einer ähnlichen Situation, aber nicht in einer gleichen Situation. Dieses Gleichsetzen mit den 20er Jahren, damals hier in Deutschland, mit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, halt ich sogar für gefährlich. Weil das nämlich fatalismus ist. Weil viele Menschen dann sagen würden ja gut, dann ist es ja ja sowieso egal. Dann ist es eben wie damals, dann können wir da nichts mehr gegen tun. Das ist natürlich komplett ja unsin. Natürlich können wir was dagegen tun. Wir müssen da nicht hin. Wir können immer noch handeln. Und was das genau ist. Das klären wir dann in der Wetteraktiver, wenn wir über eine Ahrens-Wetteraktiver reden. Ich weiß, dass es immer so ein bisschen doof ist, wenn ich alleine über solche Dinge rede, weil natürlich wäre es schöner gewesen, wenn Jenny da gewesen wäre und Fragen gestellt hätte, und man miteinander reden hätte können. So ist das jetzt leider, wie es ist. Das nächste Mal wird es wieder anders und besser und dann wird auch alles wieder schöner und die Verjutöne werden, wieder so, wie ihr sie kennt und wie ihr sie hoffentlich auch mögt. Und damit bin ich ans Ende dieser Sendung angekommen und ich möchte natürlich trotz alle dem und das tolle ist, dass ich jetzt sagen kann, euch die Themen der nächsten Sendung vorstellen, die wir in der nächsten Sendung. Besprechen werden. Das ist das schöne an der ganzen Geschichte. Wir werden nämlich musikalisch werden und zwar natürlich, wie immer, wer das um Musik gehen und zwar zum einen um Tobias Hoffmann. Der hat einen Album für öffentlich, was da heißt Start/Stop. Jazz aus Deutschland, sehr schön. Und es geht um Christian Zimmermann, um Maler Novak, um Kataschiner-Budnic, um Julia-Okamoto, und es geht um Brahms, und es geht um die Klavierquartette 2 und 3. Und es wird wieder einen Open-Mail geben. Da fahr ich mich ganz besonders drauf. Und ja, es wird auch wieder verkostet geben, hurra endlich. Und jetzt kommt das Beste. Wir haben ja das Meisterkauf-Tibier in Deutschland noch gar nicht verkostet. Und das Meisterkauf-Tibier in Deutschland ist, recht durch Backs. Zumindest ist das größt, aber das Meisterkauf in Deutschland ist weiß ich gar nicht. Es ist aber die größte Brauerei Deutschlands, die Backs Brauerei in der Hansestadt Bremen. Also das wird es in der nächsten Sendung geben. Ich bin sehr froh. Dieses ganze Elan jetzt in Ende hat, also ich mein jetzt nicht diese Sendung hier insgesamt, sondern ich mein wirklich, dass ich hier alleine ins Nichts spreche muss sozusagen. Ich freue mich natürlich, dass ihr mehr zu.
aber es ist doch viel schöner, wenn es wieder mit gemeinsamen Kräften nach vorne geht sozusagen in dieser Sendung. So. Ihr teilt und leigt und weiß ich nicht, kommentiert die Verjetöne, wo ihr nur könnt und wie ihr nur könnt. Das wäre schön, das wäre sehr sehr cool. Im Hinblick darauf, dass Jenny nächstes mal wieder da ist, habt ihr ja nun wirklich auch Grund genug. Also ihr könnt sie zum Beispiel willkommen heißen, da ist es ja doch wär doch mal was. Ja, wär doch mal eine schöne Idee. Und wenn ihr damit fertig seid, dann ist die Woche um, dann sind wir wieder da. Und bis dahin bleibt mir an dieser Stelle nichts anderes als zu sagen, bleibt uns gewogen. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Podcast Summary
Key Points:
Die Sendung kündigt die Rückkehr von Jenny als Co-Moderatorin an und ermutigt zum Feedback über verschiedene Kanäle.
Der Fokus liegt auf Hannah Arendts Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft", einem grundlegenden Text der Totalitarismusforschung.
Arendt analysiert die Entstehung totalitärer Systeme durch die Wechselwirkung von Antisemitismus, Imperialismus und der Erosion des Nationalstaats.
Sie unterscheidet zwischen öffentlichem (politischem), privatem und gesellschaftlichem Raum, wobei letzterer politisch werden kann.
Antisemitismus wird als gesellschaftliche Leidenschaft beschrieben, die von Bewegungen wie dem Nationalsozialismus instrumentalisiert wurde, um Macht zu erlangen und zu legitimieren.
Summary:
In der letzten Solo-Sendung kündigt Thorsten Martinson die Rückkehr von Jenny an und bittet um Hörerfeedback. Der Hauptteil widmet sich Hannah Arendts Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft", einem rund 1000-seitigen Standardwerk zur Totalitarismusforschung nach dem Zweiten Weltkrieg. Arendt untersucht darin die gemeinsamen Wurzeln von Nationalsozialismus und Stalinismus.
Zentral ist ihre Unterscheidung zwischen öffentlichem (politischem), privatem und gesellschaftlichem Raum, wobei gesellschaftliche Themen wie Feminismus politisch werden können. Sie argumentiert, dass der Niedergang des Nationalstaats, illustriert an Phänomenen wie der Dreyfus-Affäre, den Boden für Totalitarismus bereitete. Dabei wurde Antisemitismus von einer privaten Leidenschaft zu einer gesellschaftlichen und schließlich staatlich legitimierten Ideologie, die von Bewegungen wie der NSDAP instrumentalisiert wurde, um Macht zu erlangen und zu festigen.
Das Buch gliedert sich in die Kapitel Antisemitismus, Imperialismus und totale Herrschaft, wobei der Imperialismus den Übergang vom Chauvinismus zu einem völkischen Rassismus beschreibt.
FAQs
Jenny kehrt ab der nächsten Sendung zurück, wie von Thorsten Martinson angekündigt.
Man kann über Blue Sky, Macedon, die Homepage ferriertöne.de oder per E-Mail an info@ferriertöne.de Kontakt aufnehmen. Auch Kommentare bei Spotify sind möglich.
Das Buch untersucht die Entstehung und politischen Merkmale des Nationalsozialismus und Stalinismus als totalitäre Herrschaftssysteme. Es gilt als frühes Standardwerk der Totalitarismusforschung.
Macht ist für Arendt eine gewaltlose Kraft, die aus dem Konsens einer Gruppe entsteht, etwa durch Wahlen. Sie kann übertragen und auch wieder entzogen werden, wie in einer Demokratie.
Arendt unterscheidet das Öffentliche (politische Sphäre), das Private (herrschaftsgeprägte Bereiche wie Arbeit) und das Gesellschaftliche (Zwischenbereich, der politisch werden kann).
Arendt sieht den Antisemitismus des 20. Jahrhunderts im Niedergang der Nationalstaaten verwurzelt, wo Leidenschaften und gesellschaftliche Vorurteile das Recht verdrängten, wie in der Dreyfus-Affäre.
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