Gründe für Fremdgehen verstehen: Darum kommt es zum Betrug!
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Der Grund für Fremdgehen ist nicht einfach ein Mangel an sexueller Nähe, sondern vielmehr ein tiefes emotionales Mangelgefühl – wie Anerkennung, Zugehörigkeit oder Liebe – besonders in stabilen oder langjährigen Beziehungen. Die Beziehungslage spielt eine entscheidende Rolle: in frühen Phasen wie der Kombination mit Kindern kommt der Abenteuertrieb dominant zum Tragen, später dann ein Gefühl der Isolation. Diese Entwicklungen sind oft durch konkrete Lebenssituationen wie die Geburt eines Kindes ausgelöst, wo sich der Fokus auf die Kinder verlegt und die emotionale Nähe verloren geht. Auch soziale Kontakte im Umfeld wie Arbeit oder Sport werden oft als Ressourcen genutzt, um emotional aufgehoben zu fühlen, was zu einer Verbindung führt. Alkohol und feierliche Gelegenheiten triggern diese Neigung, weil sie Grenzen lockern. Verdrängung oder sofortige Vergessen ist ineffizient, da das emotionale Leid weiterhin im Unterbewussten präsent bleibt. Online-Gruppen sind meist von negativen, pessimistischen Erfahrungen geprägt, da nur Menschen mit ungeklärten Problemen dort sind. Eine dauerhafte Lösung erfordert eine tiefgreifende, strukturierte Aufarbeitung mit einem Therapeuten, bei der Ursachen, frühe Verletzungen und das Beziehungsfundament analysiert werden. Ziel ist es, Klarheit zu erlangen: entweder, die Beziehung zu retten und eine Wunschbeziehung aufzubauen, oder im Guten zu trennen, um eine gesunde Zukunft für beide zu sichern.
Was, glaubst du, ist der häufigste Grund, warum Menschen fremdgehen?
Das kommt auf das Alter drauf an.
Auf das Alter?
Ja.
Okay.
Ich würde sagen, bis Ende 20 überwiegend das Abenteuer.
Ab 30 aufwärts tendenziell eher ein Mangelgefühl in der Beziehung.
Das heißt, da ist so ein Wechsel.
Vielleicht kann man das auch gar nicht nach dem Alter machen,
sondern eher danach, in welcher Beziehungsphase man sich befindet.
Ist die Beziehung noch kurz?
Ist man noch am Ausprobieren, am Gucken, noch nicht so gefestigt?
Dann ist man vielleicht eher noch offen für Abenteuer,
so in der Disco-Phase und so weiter.
Und wenn man gefestigter ist, die Beziehung schon langjährig,
dann ist es meistens eher ein Mangelgefühl.
Und auch gar nicht zwingend ein Mangelgefühl mit der körperlichen Nähe.
Also kein sexuelles Mangelgefühl zwingend,
sondern auch ganz häufig einfach Liebe, Anerkennung, Zuneigung,
zu viele Konflikte, sich nicht mehr gesehen fühlen.
Aber natürlich auch häufig in Kombination
mit Mangel der Nähe.
Da sind wir auch schon voll im Thema drin.
Wir wollen uns ja heute über die Gründe fürs Fremdgehen austauschen.
Denn wenn man die Gründe, also die eigentlichen Ursachen versteht,
kann man es besser verarbeiten.
Oder präventiv dafür vorsorgen, dass das gar nicht stattfindet.
Willkommen im Podcast der Lebensidealisten.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches
und helfen euch raus aus der Krise hinein
in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Here's your story, let's begin
The water's fine, come on, dive in
The future's here, it's right before your eyes
Wenn ein Seitensprung aufgedeckt wird,
also das zum Vorschein kommt,
dann ist das für die allermeisten Menschen
natürlich eine absolute Schocksituation.
Und ja, viele berichten, dass sie sagen,
dass die Welt erst mal so auf dem Kopf steht,
dass sie menschlich sehr enttäuscht sind
von dem Partner oder Partnerin.
Und ich glaube, das ist ein sehr guter Punkt.
Und damit gar nicht umgehen können.
Und im nächsten Schritt stellt man natürlich dann auch
ganz viele Annahmen, die man vorher
über die Beziehung hatte, in Frage.
Also man fragt sich, ob man den Menschen
dahinter wirklich gekannt hat,
ob die Person das, was er oder sie
in der Vergangenheit gesagt hat,
an Emotionen, an Liebe, ob das wirklich stimmt,
wenn man doch so etwas Schlimmes macht.
Also die ganze Welt ist so ein bisschen erschüttert.
Was damit ja häufig einhergeht,
ist ja das Verheimlichen, Belügen,
oder das Abstreiten.
Und das macht natürlich sehr viel
mit dem Vertrauen. Häufig ist das
schwerer zu lösen, als die Verletzung
aus dem Fremdgehen selbst.
Jetzt denken vielleicht manche,
die so zuhören und wo das auch
vielleicht gerade eine Rolle spielt,
weil das passiert ist.
Mensch, jetzt stehe ich ganz alleine davor.
Weil typischerweise kennt man niemanden
im Freundeskreis
oder ganz wenige, wo das passiert ist,
weil die wenigsten ja offen damit umgehen.
Genau, das ist meistens eine Sache,
vielleicht auch die engsten Freunde,
wenn denen so etwas passiert ist.
Aber viele schämen sich auch dafür,
möchten ja auch selber den Charme nicht haben,
die Frau oder der Mann zu sein,
der betrogen wurde.
Oder auch nicht der, der betrügt.
Genau, und die andere Seite natürlich auch.
Das heißt, das ist eine Situation,
die einfach sehr mit Charme belastet ist,
wo man sagt, spricht man nicht so locker drüber.
Und um das vielleicht mal so aufzuklären,
denn Fremdgehen ist eines der häufigsten Themen
mit im Coaching bei uns.
Also Fremdgehen vielleicht noch,
wenn man jetzt Affäre mit hinzunimmt
und sagt, wir zählen das mal so als Eins,
diesen Betrug,
dann ist das das häufigste Thema bei uns im Coaching.
Betrifft demnach hundert Menschen,
die schon allein bei uns im Coaching sind
und dann noch die ganzen,
die bei anderen Paartherapeuten und Co. sind,
plus die Dunkelziffer,
die nicht aufgedeckt wurde
und die ganzen Paare,
die das für sich selber lösen.
Also es ist ein total relevantes Thema,
was ganz, ganz viele Paare und Beziehungen betrifft.
Ist ja auch irgendwie verständlich.
Du hast vorhin von dem Begriff Mangelgefühl gesprochen.
Also ein Mangelgefühl ist ja etwas,
was große Unzufriedenheit macht
und was letztendlich,
und das stellen wir ja jedes Mal im Coaching,
in der Analyse auch fest,
die Menschen voneinander distanziert.
Und dann kommt es zu Fremdverlieben,
Fremdgehen, Affäre.
Also das ist ja häufig immer so die Konsequenz,
die aus diesem vorherigen Prozess,
der stattgefunden hat, dann ja erfolgt.
Ja, vielleicht.
Ich sage mal so ein paar typische Einstiege,
so ein paar typische Geschichten,
die immer wieder im Coaching vorkommen,
ist zum Beispiel die Phase nach dem Kinderbekommen.
Wenn man so dieses Liebespaar ein bisschen pausiert,
die Bedürfnisse der Kinder sehr im Vordergrund sind,
man sich so als Elternpaar findet.
Manchmal schon in der Schwangerschaft,
muss man sagen, fängt das schon an.
Spontanität ist noch nicht mehr so richtig möglich.
Und da verlieren sich einige in der körperlichen Nähe.
Im Liebespaar sein.
Und das ist eine typische Phase,
in der ein Fremdgehen entsteht.
Ein Paar von mir in der letzten Woche
beschrieb die Phase als eine Phase des Überlebens.
Also dass jeder, auch das ganz kleine Baby,
durch die Anpassung erstmal an das Leben
in so einer Überlebensphase war.
Und ja, die beiden Elternteile auch im Mangelgefühl waren.
Aber natürlich hauptsächlich den Fokus
auf die Deckung der Bedürfnisse
des Kindes gelegt hatten
und dann das schwer fanden,
da wieder zurückzukommen.
Und nicht bei sich eher zu bleiben
und bei dem eigenen Bedürfnis
und sich dann als Paar verloren haben.
Und ich finde das immer so traurig,
weil viele Paare ja denken,
dass das Liebespaar automatisch
nach der Geburt der Kinder wiederkommt.
Also weil es war ja vorher da,
dann kann das auch einfach so wiederkommen.
Als ganz natürlicher Impuls.
Genau. Irgendwann wird es wiederkommen.
Wir warten mal ab bei dem einen.
So wie mit dem Durchschlafen vom Kind.
Der eine schläft früh durch, der andere spät.
Irgendwann wird es passieren.
Aber meine Erfahrung ist,
es kommt in den seltensten Fällen einfach so wieder,
weil wir Menschen uns an etwas gewöhnen
und wir aus dieser Gewohnheit nicht mehr rauskommen.
Und das macht diese große Schwierigkeit aus,
dass zwei Menschen dann warten,
sich gegenseitig vielleicht auch Vorwürfe machen,
innerlich und auch ausgesprochen.
Aber die Investition, wieder zurückzukommen
zum Liebespaar, ist nicht gegeben.
Ja, die Gewohnheit wirkt stärker
als die Gewohnheit.
Man hat diese Impulse und das Mangelgefühl häufig.
Und deswegen kommt das nicht so einfach zurück.
Ja, wenn ich mich eingerichtet habe,
mit dem Handy abends im Bett
oder auf der Couch alleine zu sein
und wenn ich gewohnt bin,
dass man den Abend getrennt verbringt
oder allgemein die Abläufe gut aufgeteilt sind,
viele beschreiben das ja auch,
perfekt so als Team,
dann ist das natürlich schwierig.
Dann müsste ich ja mich selber reflektieren
und mich umstellen und mich wieder neu anpassen
und aufeinander so ein bisschen
eingrooven.
Und da sagen viele,
dann habe ich gar nicht mehr die Kraft.
Ich bin froh, wenn Feierabend ist abends,
ich früh schlafen gehen kann.
Ein weiteres häufiges Thema,
was wir haben, ist dann,
dass die Paare Konflikte miteinander haben,
die Kommunikation nicht so gut läuft,
man sich nicht über Bedürfnisse
und Gefühle und emotionale Verletzungen
austauschen kann,
Veränderungen nicht so stattfinden.
In der Folge fühlt man sich nicht so gesehen,
nicht anerkannt, nicht geliebt,
nicht gewertschätzt,
und dann gibt es irgendwen im Umkreis, der das macht oder der vielleicht auch das Leid teilt,
wo es beiden nicht so gut geht in ihren Beziehungen und die sich dadurch finden,
dass sie quasi Leidensgenossen sind.
Und das ist dann etwas, was zum Beispiel gerne in der Nachbarschaft vorkommt.
Beim Sport?
Beim Sport.
Bei der Arbeit?
Bei der Arbeit.
Das sind so die drei, ne? Nachbarschaft, Sport, Arbeit, finde ich.
Also Sport könnte man jetzt Freizeit vielleicht erweitern, ne?
Ja, Freizeit, genau.
Weißt du genau, habe ich auch beim Karate letztens da gehabt.
Du hattest das letztens beim Karate.
Interessant.
Es ist schwierig, weil ich gar nicht zum Karate gehe.
Du wolltest gerade sagen, du gehst ja gar nicht zum Karate.
Aber ich habe das in dem Coaching gehabt.
Oder Nachbarn war gerade ein Thema, Arbeitskollegen, Sekretärin, Auszubildende.
Aber überall sind die Gründe ja gleich.
Also du hast jetzt verschiedene Personengruppen oder wir haben verschiedene Personengruppen
angesprochen, aber die Gründe, warum man diese Verbindung zu anderen Menschen aufbaut
und warum man da so eine Anziehung findet, die sind eigentlich immer gleich.
Die sind sehr, sehr häufig halt ein Mangelgefühl in einem drin, dass man etwas sucht, eine
Bestätigung häufig sucht und die bei anderen Menschen, das sozusagen das Spiegelbild ist
und man sich ja aufgehoben fühlt.
Und häufig ist dann schon so eine Verbindung zueinander entstanden?
Mhm.
Dass man häufiger gesprochen hat, merkt, man versteht sich, man bekommt Lob, Anerkennung
für die Situation, man leidet vielleicht gemeinsam und merkt, dass da so eine Verbindung
entsteht oder merkt das vielleicht gar nicht, unterschiedlich.
Und dann gibt es Situationen, die sozusagen dann dazu einladen, ganz typisch ist die Firmenfeier,
die Weihnachtsfeier, irgendein Rahmen, der gebildet wird, wo Alkohol mit im Spiel ist,
Nachbarschaftsfeier, irgendein Rahmen.
Wo dann sozusagen durch den Alkohol die entsprechenden inneren Grenzen ein bisschen ausgehebelt werden,
wo das innere Leid stärker wird, das Basisgefühl mehr hervorkommt.
Ist ja im Prinzip genau der Hebel, was Alkohol macht.
Mein Basisgefühl verstärkt sich.
Also wenn ich in Glück und Freude bin, habe ich noch mehr Spaß.
Wenn ich im Leid bin, habe ich noch mehr Leid.
Gleichzeitig wird meine Möglichkeit zu deckeln ein Stück weit ausgehebelt.
Das kommt mehr hervor.
Ich kann nicht mehr so klar denken.
auch durch Alkohol für alle logisch ist, entsprechend
manche Grenzen und Hürden und
dann kann es passieren, dass
ich bis jetzt nur ganz oft
netten Austausch mit der Nachbarin hatte.
Jetzt ergibt sich beides zusammen,
Alkohol und Gelegenheit,
weil irgendwie die Situation ist.
Team-Building-Maßnahme bei der Arbeit hatte ich letztens auch.
Ja, da fängt das, also
man denkt sich das ja immer so ein bisschen wie im Film.
Also bei den beiden war das so,
dass
es so eine Team-Building-Maßnahme im Kletterpark
gab. Ja. Und davor
war halt ein engerer Austausch
Also. Aber wie geht man im Kletterpark
fremd? Nein, sie sind nicht im
Kletterpark fremdgegangen. Achso. Oh mein Gott.
Nein, nein, aber es fing, weil du meintest, das fängt
Oben auf die schwarze Piste, ganz oben im Baum und
Nein, aber es fing so
an, dass es bei der Arbeit nette Worte
gab, weil du meintest, und dann kommt man sich näher
und dann würde man jetzt zwei Menschen
so kuscheln in der Ecke bei so einer Filmfeier
vielleicht denken, gibt es auch, aber bei
dem war das zum Beispiel so, dass die im Kletterpark
waren und die sich in Teams, in Zweierteams
aufgeteilt haben
und die sich gegenseitig, und ich
weiß nicht, wie ich das richtig beschreiben soll, aber die sich gegenseitig
geholfen haben beim Anziehen
und dann bist du ja schon noch hier körperlich
ein bisschen näher. Ja.
Nach Auftrag.
Also, dass der eine sagt, okay, hier musst du das
nochmal zubinden, da musst du mich sichern
und dann machst du eine so eine mega krasse
Übung, wo es um Vertrauen geht,
um Sicherheit, um den anderen
Mut zu sprechen,
matcht total in das Mangelgefühl rein, ne?
Mhm. Verbindlichkeit.
Ja.
Und das war sozusagen da der,
der erste Weg, und dann sind wieder
ein paar Wochen, Monate vergangen, ne? Also, das ist
jetzt nicht so zack, zack, zack passiert, aber
wo rückblickend gesagt wird, okay, da hab ich gemerkt, da wurde
in mir drin, sagt die
Frau, etwas angetriggert. Das war
mir in dem Moment gar nicht so bewusst, also ich hab
gemerkt, ich hab was gespürt, aber das war so
zum Fremdgehen hin, so ein
Zwischenschritt. Ja, das
ist häufig, glaube ich, der Punkt, dass
das eben erstmal was in
Gemeinschaft entsteht und
dann sich daraus aber zweier
Situationen ergeben. Entweder da
jetzt, bei Firmenfeiern häufig,
dass man zu zweit nach
Hause fährt. Genau. Sich gegenseitig
begleitet oder sowas.
Irgendwas vorbereitet für
eine Firmenfeier zusammen. Sowas, oder auch
zum Beispiel Dienstreisen. Ja.
Wenn man dann mit seinem Arbeitskollegen zusammen
auf Dienstreise geht, ne, und
dann hat man halt seine Hotelzimmer
nebeneinander und irgendwann bei
Affären zum Beispiel häufig
ein Thema, wo das dann rauskommt,
dass gemerkt wird,
hey, warte mal, du warst mit deinem Arbeitskollegen
auf Dienstreise, es gab nur ein Zimmer.
Ja. Was ist denn da los?
Mhm, schon mal, ja. Und solche
Sachen und die
Zufälle, ne,
dann ruft man im Hotel an,
sagt, Mensch, heute
ist Frau Kleinschmidt doch bei Ihnen,
könnten Sie da mal einen Blumenstrauß
aufs Zimmer legen, willst du eine Überraschung machen?
Ja, die müsste ein Einzelzimmer bei Ihnen haben.
Ja, ja, die ist im Doppelzimmer mit Herrn Müller.
Wie bitte? Und schon
hast du da irgendwie, hat sich die Rezeptionistin
verquatscht. Ne, ich hatte das mal,
dass der Mann gedacht hatte, bei der Frau,
dass es ein normales Business-Hotel war.
Ja. Und es hat da angerufen, war es ein Romantik-Hotel.
Ja. Da fragst du dich natürlich auch,
was macht jemand auf einer
Dienstreise alleine eigentlich
in einem Romantik-Hotel?
Ja. Ja, genau.
Deswegen, also all das,
was man so in den Filmen sieht, das gibt's
in Wirklichkeit, das passiert.
Und da ist man nicht alleine davor.
Das passiert an ganz vielen Stellen.
Das ist nicht schön, dass es passiert,
aber sorgt natürlich,
dafür, dass wir die Erfahrung haben, das
zu lösen, weil es eben tagtäglich
vorkommt und sich jeden Tag
bei uns Paare melden,
wo entweder als Thema
Affäre, Fremdgehen oder Fremdverlieben
hervorkommt.
Und ich glaube, das ist auch das Besondere
bei uns im Coaching, dadurch, dass wir alle
so viel
Erfahrung mit dem Thema
im Coaching haben, haben wir auch
schon in kurzer Zeit
relativ viel gehört und gesehen.
Also es ist nicht mal
einfach,
kein Part, was zu uns kommt bei dem Thema,
sondern es ist ganz normal.
Und wir erfahren so viele verschiedene
Geschichten, so viele verschiedene Emotionen,
dass wir da, finde ich, auch immer sehr gut unterstützen
können, weil das ist ja letztendlich
im Coaching auch viel ein Muster erkennen,
in die Analyse gehen, so ein bisschen
einen Blickwinkel haben, Impulse haben.
Und ich bin davon überzeugt, dass das auch durch
die Übung kommt, die wir einfach in dem Themenfeld
haben.
Im Podcasten haben wir ja auch schon
ganz gut Übungen. Also solltest du
schon einige unserer Folgen gehört haben,
und sie helfen dir weiter,
dann hilft uns extrem
weiter, wenn du uns eine Bewertung
da lässt. Einerseits in der
Motivation, andererseits, ihr
kennt es natürlich auch, die Algorithmen
achten auf sowas, ranken
uns höher, noch mehr Menschen
hören unseren Podcast. Also wenn
du noch keine Bewertung bei Apple,
Spotify dagelassen hast,
oder uns bei YouTube noch nicht folgst,
dann lass doch eine Bewertung da und
folg uns gerne auf den entsprechenden
Kanälen.
Ja, es gibt eine ganze Reihe Lösungsansätze,
die Menschen probieren, aber die nicht helfen.
Die einfach
verpuffen leider, oder
nur dabei helfen, das zu verdrängen,
aber dass irgendwie man innerlich
merkt, das ist nicht gelöst,
das kommt wieder hoch,
das triggert mich etwas,
und man dann sagt, Mensch,
was für Wege gibt es, das zu lösen?
Da können wir mal gucken, was sind so Dinge, die typischerweise
probiert werden, die aber eigentlich
gar keine Wirkung machen.
Was viele ja,
als Schutz erstmal auch
probieren ist, häufig das
erstmal, ja,
zu verdrängen oder auch tot zu
schweigen. Also ich finde immer unser
Denkgefühl setzt da manchmal auch ein und versucht
uns da gute Worte zuzureden, von wegen
ja, naja, das kann
ja mal passieren,
ist ja auch gut, man muss ja nicht alles
zerreden, lass das mal ein bisschen Zeit
vergehen. Wegen einer
Sache muss man jetzt ja nicht so ein Fass aufmachen,
das ist anderen bestimmt auch schon mal passiert.
Ich bin auch vielleicht so ein bisschen sensibel,
das sind so die Sätze, die viele auch
so impulsartig dann haben, weil
je nachdem, wie wir geprägt sind, sind das Sätze,
die wir aus der Kindheit und Jugend natürlich mitgebracht
haben, in Situationen, wo wir
überfordert sind, wo wir uns angegriffen fühlen,
verletzt fühlen, erstmal so zu reagieren.
Das ist aber natürlich keine Lösung,
weil wie du schon sagst, das ploppt
ja immer wieder auf. Das ist ja nur unser
Denkgefühl, was wir in dem Moment schön
deckeln können, ganz kurz mal,
und wenn wir dann abends im Bett liegen
und alles ruhig wird und
das als Gedanke nochmal mit Bildern,
hervorschießt, dann hilft
uns dieser Gedanke meistens nicht mehr.
Ja, das Verdrängen, das ist eigentlich eher
als kurzzeitiger Mechanismus gedacht.
Ja, um zu überleben. Wenn nicht der richtige Rahmen
da ist, das zu lösen, bis der
Rahmen halt da ist. Und
was dann die Folge ja manchmal
ist, dass jemand das ganz schnell
vergibt und das Thema
totschweigen möchte, also
in so eine ganz extreme, dauerhafte
Verdrängung gehen möchte.
Und das funktioniert eben im Regelfall nicht.
Also das ist immer so ein
Warnsignal, wenn jetzt so
ein Fremdgehen aufgedeckt wird und der
andere, der vergibt
ganz schnell, so innerhalb von wenigen
Tagen und sagt, nee, nee, ist alles gut, brauchen
wir auch nicht mehr drüber sprechen, ist für mich abgehakt.
Das stimmt im Regelfall nicht.
Also im Denken ja, da will
man das abhaken, aber im Basisgefühl
bleibt das zurück.
Das wird beim nächsten Streit auf den Tisch kommen.
Das wird irgendwann in ein,
zwei Jahren auf den Tisch kommen, aber es
wird definitiv irgendwann
wieder Situationen geben,
wo das Ganze hervorkommt.
Und das haben wir auch immer mal
wieder, dass sich Menschen bei uns melden und das Fremdgehen
ist schon zwei, drei Jahre her
und man sagt, wir dachten, wir hätten es
verarbeitet, haben wir aber nicht.
Wir haben heute, wir beiden uns heute Vormittag auch
über das Thema Verlustangst so ein bisschen
unterhalten und das ist
typischerweise ja auch so ein Grund dafür,
dass Menschen, die so eine ganz starke
Verlustangst haben, sehr schnell
vergeben, weil sie Angst haben,
sie könnten den anderen verlieren, auch
wenn der oder die
verletzt hat.
In dem Moment ist die Verlustangst größer
und zu sagen, ich vergib dir jetzt auch
eine Ordnung. Hauptsache, du bleibst bei mir.
Es geht darum, jede
Auseinandersetzung mit dem Thema dann zu vermeiden,
um ja nicht in dieses Leid reinzukommen,
um diese Verlustangst zu triggern,
sondern das einfach
möglichst beiseite zu schieben, keine Hilfe
anzunehmen. In der
Paartherapie müsste man ja auch
über die ganzen Dinge sprechen
und auch über die ganzen Ursachen natürlich
sprechen und so weiter. Das geht
in die Tiefe.
Je nach Methodik
bei uns ist das mit so wenig Leid
wie möglich verbunden,
weil wir an dem Punkt gehen, man war es mal gut
und das dann sehr strukturiert
aufarbeiten, aber das
ist natürlich trotzdem auch anstrengend
einfach alte Verletzungen zu
lösen. Da ist es natürlich
leichter zu sagen,
Schätzelein, lass uns doch mal einen Kurzurlaub
fahren. Lass uns doch mal das Haus
sanieren. Oder ich lade dich
mal irgendwo ganz besonders zum Essen ein.
Wir machen uns eine schöne Zeit.
Irgendwo eine Hotelübernachtung.
Das sind zwei gute Punkte. Also quasi Ablenkung
oder Wiedergutmachung
durch andere Dinge. Beides
funktioniert im Regelfall nur kurzfristig,
aber hat keine tiefergehende
Wirkung. Das hatte letzte Woche
mir eine Frau im Coaching erzählt.
Sie hatte gesagt, dass
das Fremdgehen kam hervor
und dann hat ihr Mann sie eingeladen
zu einem ganz tollen Wochenende
auf Sylt.
Sie sagt, es war ganz, ganz toll. Tolles Wetter,
tolles Essen, mega Hotel,
alles so, wie man das
im Katalog sich vorstellt.
Abends noch einen Spaziergang am Wasser.
Aber sie hat
das Gefühl gehabt, nicht sie
war da. Also sie
konnte sich innerlich auf gar nichts
einlassen und das hat sie nachher so geärgert,
obwohl sie an einem sehr schönen Ort
war. Und es war so anstrengend
und sie war so fertig nach dem Wochenende.
Dann haben wir darüber gesprochen und
dann ja auch festgestellt, dass sie das ganze
Wochenende natürlich gedeckelt hat.
Sie hat das ganze Wochenende versucht, ihre
runterzuschlucken.
weil sie wollte dann nicht die Stimmung versauen, weil das war ja auch alles nicht günstig und der bemüht sich ja so.
Und man wollte dann ja auch nicht das Thema ansprechen in so einer schönen Atmosphäre.
Ja, man unterschätzt das eben, alles hat seine Nebenwirkungen sozusagen.
Jedes Medikament hat irgendwelche Nebenwirkungen und das ist beim Verdrängen quasi genauso.
Die Nebenwirkung ist, dass es dauerhaft Energie zieht, man nicht so präsent sein kann.
Und selbst wenn das nur unterbewusst ist, es kostet einfach Kraft.
Was mir noch einfällt, gerade so spontan, das haben wir gar nicht vorbereitet, aber das war jetzt nämlich in dem Coaching drin,
dass man nicht auf die Suche gehen sollte online, in Foren, in Facebook-Gruppen und so weiter nach irgendwelchen Lösungsansätzen.
Meinetwegen sollte man sich Blogs wie unseren oder Podcast-Folgen wie unsere anhören, auch von anderen Paartherapeuten,
gerne um sich darzustellen.
Dann Bilder zu machen und sich das so zusammenzupacken, was einem am meisten zusagt.
Weil es gibt ja auch ganz unterschiedliche Ansätze.
Man findet ja auch dann wiederum Ansätze zu sagen, naja, wir sind eh nicht für eine monogame Beziehung gemacht und öffne die Beziehung und du wirst deinen Mann niemals dazu bringen, dass er nicht fremd geht und so weiter.
Die Ansätze gibt es ja auch, findet man ja auch alles.
Und dann kann man für sich eben in dieser Abgrenzung rausfinden, was ist denn für mich stimmig, was passt denn da im Vergleich.
Was aber unstimmig ist, ist, was passt.
Wir haben regelmäßig Foren und Facebook-Gruppen und so weiter, weil, ganz einfache Erklärung, wer hält sich da auf?
Nicht die Menschen, die es gelöst haben.
Ja.
Die Menschen, die ein Fremdgehen nachhaltig gelöst haben und jetzt eine glückliche Beziehung führen.
Warum sollten die sich in einem Forum aufhalten, wo es um Fremdgehen geht?
Ja.
Macht gar keinen Sinn, weil die haben es ja gelöst, damit ist das Thema erledigt.
Das sehen wir ja auch.
Bei Instagram und Co. folgen uns Menschen und die sind nach ein paar Monaten wieder weg.
Warum?
Warum?
Die haben sich entweder getrennt oder sind glücklich zusammen wieder.
Aber das ist kein Thema mehr, diese Krise, die sie haben.
Und das ist beim Fremdgehen also ähnlich.
Wen findet man also in dieser Gruppe?
Menschen, die das nicht überwunden haben und anderen Menschen dabei helfen wollen, dieses Leid nicht erleben zu müssen.
Das heißt, wenn du da eine Frage stellst oder man die Frage sich anschaut, dann wird man typischerweise finden,
dass neun von zehn Antworten maximal pessimistisch sind.
Du findest keine Lösung, das geht nicht gut.
Du wärst einmal fremdgelegt, immer fremd.
Das sind diese ganzen Glaubenssätze, die werden da alle runtergerattert.
Ja, meine Geschichte ist so ähnlich wie deine und ich kann dir aus Erfahrung sagen.
Bei mir hat es auch nicht geklappt und so weiter.
Also man wird dort sehr viel Destruktives finden, aber wenig wirklich konstruktive Tipps, Impulse, Ratschläge,
Erfahrungsberichte, wie das funktioniert hat.
Weil wie gesagt, die Menschen, bei denen es funktioniert hat, die sind noch in der Beziehung,
die sprechen nicht darüber, dass ein Fremdgehen in der Beziehung war.
Das bleibt in der Beziehung.
Das heißt, die finden es nicht.
Das nennt man in diesen Foren nicht.
Folglich auch keine Lösung, sondern nur Horrorszenarien, dass es nie wieder was werden wird.
Wie so häufig bei Bewertungen.
Wieso Bewertungen?
Naja, auch bei Bewertungen ist es ja zum Beispiel so, bei Hotelbewertungen ja auch,
dass meistens tendenziell eher die schreiben, die negative Erfahrungen haben,
weil sie einen größeren Druck haben, das loswerden zu wollen.
Die, die vielleicht sehr, sehr glücklich waren da und das ist ein tolles Urlaub,
die schreiben auch noch, aber bei vielen, die sagen,
ja, war ein geiler Urlaub, war super, die schreiben nichts.
Du musst schon enorm motiviert werden zu einer guten Bewertung, selbst wenn du begeistert bist.
Also ist das ja selten der Fall, weil es ja eben Arbeit bedeutet.
Genau.
Interessant zu dem Thema ist auch die Parship-Studie, die wir gefunden haben aus dem Jahr 2021,
also noch gar nicht so lange her, bei der 16 Prozent der Befragten angegeben haben,
schon mal ein Seitensprung, also ein Fremdgehen.
Begangen zu haben, obwohl sie in einer Beziehung waren.
Ja, Parship macht regelmäßige Umfragen anscheinend, denn 2019, zwei Jahre davor,
wurde festgestellt, dass bei den Trennungen 25 Prozent aufgrund eines Fremdgehens in der Beziehung stattgefunden hat.
Also ein Viertel der Beziehungen laut dieser Umfrage trennen sich aufgrund eines Fremdgehens.
Das heißt, auch da wieder sieht man, wie relevant das Thema einfach ist.
Nun weiß man nicht, in welcher Gruppe die gefragt haben.
Und wie repräsentativ das ist.
Aber ich glaube, das würde auch zu unseren Zahlen gut passen.
Weil so oft wie bei uns das Thema Fremdgehen und Affäre eine Rolle spielt,
kann ich mir schon vorstellen, dass es ein sehr häufiger Trennungsgrund ist.
Weil man ja auch sagen muss, dass sicherlich viele, bei denen das auffliegt,
wo der Wert Treue das gar nicht mehr zulässt, mit den Menschen noch in eine Aufarbeitung zu gehen.
Wir haben ja auch häufig Menschen, wo der Wert Treue bei beiden sehr groß ist,
und beide sagen würden, wenn das passiert, dann kann ich das nicht verzeihen, dann trenne ich mich.
Und dann aber in der Situation drinstecken und merken,
hey, warte mal, aber in mir gibt es jetzt auch noch das Gefühl von Zugehörigkeit, Liebe, Verbundenheit.
So einfach trennen kann ich mich doch nicht.
Ich brauche Klarheit, ob ich das vielleicht doch verarbeiten kann.
Dieses Verarbeiten ist halt ganz wichtig, damit man auch wirklich eine nachhaltige Lösung,
eine Lösung hat.
Weil ansonsten ist ja die Folge, wenn ich etwas nicht verarbeite, also keine Lösung habe,
dass sich immer mehr Distanz weiter aufbaut.
Also sei es emotional, aber auch körperlich.
Und dann ist man immer mehr voneinander entfernt.
Und dann ist das so ein bisschen wie eine Trennung auf Raten.
Man versucht zwar immer wieder in Gesprächen nochmal eine Lösung zu finden,
aber man merkt, dass man sich emotional eigentlich schon verloren hat.
Naja, die Trägerpunkte sind da sehr relativ.
Und das ist auch relevant, vor allen Dingen, was das auch im Kopf macht.
Man schließt dann Bilder im Kopf, man hat so Kopfkino, stellt sich Situationen vor.
Und das Gemeine ist, dass man damit dann auch noch Bilder vermischt,
die gar nichts damit zu tun haben, die man aber vielleicht aus Filmen kennt und so weiter.
Und auf einmal mischen sich diese ganzen Situationen und man wird getriggert in Momenten
oder bekommt Bilder, die gar nicht gewesen sind,
aber die dann auf einmal emotional verarbeitet werden müssen, dass sie da sind, diese Bilder.
Genau, und das ist bei vielen Menschen in so alltäglichen, ganz langweiligen Alltagssituationen,
beim Autofahren, beim Zähneputzen, beim Einschlafen, beim Duschen,
dass dann diese Bilder hochschießen, aber natürlich auch thematisch angetriggert,
wenn man abends einen Film guckt, wenn eine Freundin was erzählt,
wenn man im Auto sitzt und im Radio irgendwas hört zu dem Thema,
dass das Kopfkino dann sofort losgeht.
Und das empfinden halt viele auch dann dazu anstrengend,
dass man eigentlich vielleicht einen guten Tag hatte,
und gut reingekommen ist und dann kommt ein Triggerpunkt und es geht sofort wieder runter.
Und das ist auch ein klares Signal dafür, ob das verarbeitet wurde oder nicht.
Also wenn jemand das Gefühl hat, er hat das schon verarbeitet,
dann kann er sich selbst reflektieren und sich überlegen,
wie oft stoße ich auf dieses Thema, wie oft denke ich daran, wie oft ist das präsent.
Am Anfang ist das tagtäglich präsent, irgendwann lässt das halt vielleicht nach,
aber es ist halt die Frage,
wenn du es verarbeitet hast, dann ist das kaum bis gar nicht mehr präsent
und kommt ganz, ganz selten nur nochmal in den Kopf hinein.
Die Frage ist, wenn man sagt, das ist jetzt vielleicht ein Seitensprung passiert,
der ist ein Jahr her, man hat das gemeinsam vielleicht besprochen und verarbeitet,
aber wenn man da jetzt immer noch zwei, dreimal die Woche dran denkt,
dann ist das nicht verarbeitet, weil dann ist noch irgendein Gefühl im Basisgefühl da,
vielleicht noch Angst, dass das wieder passieren könnte, irgendwas ist da, warum,
dass gebraucht wird, dass immer dieser Impuls und der Gedanke daran kommt,
dann ist das nicht verarbeitet.
Gar nicht selten hat das natürlich auch Auswirkungen auf die anderen Familienmitglieder,
also auf die Kinder.
Ja.
Zum Beispiel gerade, wenn sowas in der Nachbarschaft passiert,
vielleicht haben die auch Kinder, die Kinder sind miteinander befreundet,
jetzt will man natürlich nicht mehr sich so sehen,
sich auch in der Nachbarschaft nicht mehr sehen,
die Kinder fragen, wollen mit dem spielen, warum geht das nicht.
Manchmal hat das ein oder beide,
Kinder, wenn es zwei sind, rausbekommen,
dann ist die Frage, wenn das eine Kind das weiß, was mache ich mit dem anderen Kind.
Also es sind ganz viele Fragen, die man sich da auch stellt,
also es hat ganz viele Auswirkungen auf alle
und natürlich merken ja auch die Kinder, dass irgendwas da nicht passt,
dass Mama und Papa anders zueinander sind,
dass da irgendwie eine komische Stimmung, mehr Distanz ist,
dass sich etwas zum Negativen verändert hat.
Manche haben ja auch den Wunsch, sich kurzfristig räumlich erstmal zu trennen,
für ein paar Tage.
Und das kann man natürlich als Paar problemlos erstmal umsetzen,
mit Kindern schon ein bisschen schwieriger.
Wenn Kinder nachher kognitiv so weit sind, Zusammenhänge zu verstehen,
brauchen die ja eine Antwort, wo ist Papa, wo ist Mama,
wenn es nicht ein normales Muster ist, dass man mal ein paar Tage weg ist.
Was macht die da oder wann kommt der wieder?
Und dann entsteht Unruhe im System.
Und Kinder sind ja häufig immer ein sehr guter Spiegel von den eigenen Emotionen.
Also mit der Emotion, mit der ich reingehe, die bekomme ich dann auch zurück.
Und wenn die Emotion so ist, ich bin in Unsicherheit, ich brauche Klarheit,
ich bin wütend, ich bin traurig, ich bin innerlich zerrissen,
mir platzt der Kopf, ich fühle mich unruhig,
dann kriege ich diese Emotion auch zurück.
Oder ich kriege eine ganz andere Emotion nochmal gespiegelt,
nämlich ein Kind, was ängstlich wird,
also was vielleicht sich auch um mich kümmern möchte,
Oder was ganz lustig sein will, was überdreht. Also das gibt es ja auch manchmal.
Aber es sind auf jeden Fall Emotionen, die anstrengend sind, weil wenn ich mit meinen eigenen Emotionen schon nicht umgehen kann und überfordert bin mit der Situation, kann ich natürlich auch gar nicht die Emotionen von anderen begleiten, die das natürlich brauchen. Und schon dreht sich das im Kreis und man hat das Gefühl, das ganze Leben dreht so durch.
Das entstehen gerade am Anfang, wenn das rauskommt, einfach unfassbar viele Fragen. Was darf ich, was darf ich nicht? Alltagsfragen. Schlafe ich weiter im Ehebett? Gehe ich aufs Sofa? Was denken die Kinder? Was erzähle ich den Kindern, dass ich auf dem Sofa schlafe? Ich möchte eigentlich raus. Sollte ich das tun? Sollte ich das nicht tun?
Wenn sich das gerade ein bisschen gelegt hat, kann ich meine Frau jetzt wieder umarmen oder nicht? Oder wie wirkt das? Und worüber reden wir jetzt genau? Und es sind so viele Fragen.
Deswegen startet bei uns das ja im Coaching erstmal mit so einer Akuthilfe. Einerseits haben wir bei uns in unserem großen Videokurs genau diese ganzen Fragen im Bereich Akuthilfe drin.
Das heißt, wenn ein Fremdgehen eine Rolle spielt, schicken wir die Paare erstmal in diesen Bereich hinein, dass sie die ganzen Fragen alle klären, weil es sind all diese Fragen beantwortet.
Wie gehe ich damit um? Alle Akutfragen, die auftreten, am Anfang sind da beantwortet.
Und was dann noch übrig bleibt individuell, das wird dann direkt geklärt, sodass diese ganzen Fragen erstmal eine Antwort finden, weil man häufig am Anfang gar nicht weiß, wohin mit sich.
Und diesen ganzen Fragen. Weil man auch gefühlt niemanden hat, den man fragen kann.
Mit ganz vielen Dingen kannst du Freunde, Eltern fragen. Und dann sagst du, wie machst du das denn? Wie macht ihr das denn?
Aber du kannst ja nicht sagen, gehst ja nicht zu deiner Freundin normalerweise und sagst, du, mein Mann ist gerade fremdgegangen. Ich weiß gar nicht, wie ich mich im Alltag verhalten soll.
Und wie du schon sagst, Schamgefühl und so weiter. Und der kann gar nicht helfen, weil der selten hat da eine Erfahrung mit, wie man sich da verhalten soll. Entsprechend braucht man da anderen Input.
Also wenn euch das betrifft, bevor wir jetzt gleich zu den Lösungsmöglichkeiten kommen, dann meldet euch sehr gerne bei uns für das telefonische Erstgespräch.
Ihr habt schon rausgehört, ihr seid bei uns da überhaupt nicht alleine. Wir haben sehr, sehr viele Paare, die sich mit der Herausforderung fremdgehen.
Oder Affäre konfrontiert sehen und sehr gerne helfen wir euch dabei, diese Phase zu überstehen, beziehungsweise, wenn es gebraucht wird, erstmal Klarheit zu finden, ob das für euch möglich ist, das zu verarbeiten und ihr dann wieder in Richtung Wunschbeziehung gehen könnt.
Oder vielleicht sogar das erste Mal in eurem Leben so richtig in eine Wunschbeziehung gehen könnt.
Kommen wir einmal zu den Lösungsansätzen. Der erste Punkt ist auf jeden Fall, dass man in die Analyse einsteigen sollte.
Also wir brauchen ja die Ursache, warum ist etwas passiert, damit wir dieses Wissen mitnehmen können für die Zukunft.
Ich kann ja nur für die Zukunft etwas anders machen, wenn ich das Wissen aus der Vergangenheit habe und genau weiß, wann haben wir uns im Wir-Gefühl verloren, was sind die Ursachen, warum das Fremdgehen passiert ist.
Da geht es nicht um die Suche nach dem Schuldigen, das ist ganz wichtig, das sieht die Methodik überhaupt nicht vor, sondern es geht immer um Anteile.
Und in dem Fall natürlich ganz stark, was fehlte der einen Person und ehrlich gesagt sind das meistens mal beide Personen, die im Mangelgefühl sind.
Und da schauen wir immer sehr intensiv drauf, schauen, wann fing das an, wie ist so die Beziehungslinie aufgebaut, was sind die vielen Stadien und Muster, die sich wiederholen, damit wir dieses Wissen erstmal haben.
Ja, man sieht schon, dass man sich darauf einlassen kann, dafür braucht es eben, dass man so diese ganzen akuten Fragen geklärt hat.
Ja.
Es braucht, dass vielleicht auch ganz akutes Leid schon mal bearbeitet wurde, also dass man ganz akut schon mal guckt, welcher Schmerz ist entstanden und da schon mal so eine Grundlage schafft.
Also da gehen wir ins erste Mal Verantwortung übernehmen schon mal rein, um so diesen Grund, diesen ganz tiefen Schmerz schon mal zu lösen, um dann überhaupt diese innere Freiheit zu verspüren, sich auf die Beziehungszeitlinie zu bewegen und nach der Ursache zu forschen.
Manchmal ist ja schon klar, manche Paare kommen auch schon und sagen,
wir haben ganz tiefe Gespräche geführt, wir wissen das schon und dann können wir da ansetzen und bei manchen ist das noch unklar und wir gehen gemeinsam auf die Suche und finden dann die Ursachen.
Wir arbeiten ja nach der System-Empowering-Methode, das heißt, wir würden jetzt zurückkehren an den Punkt, wann war es mal gut und ganz bewusst uns in die Kennenlernphase begeben, schauen, was sind die ersten Verletzungen, die aufgetreten sind.
Also chronologisch in der Vergangenheit, in der frühesten Vergangenheit anzufangen und sich danach vorzustellen.
Das hat mehrere Gründe, warum wir das machen. Einmal ist es wichtig, eine wertschätzende Haltung zu haben. Wenn wir Verletzungen auflösen wollen, brauchen wir eine wertschätzende Haltung.
Da müssen wir ein gutes Gefühl haben, da dürfen sich nicht zwei komplett verletzte Personen gegenüber sitzen, die sich am liebsten die Vorwürfe an den Kopf knallen, sondern wir brauchen die wertschätzende offene Haltung.
Und die gibt es halt am Anfang bei vielen Paaren, als es noch gut war. Und da kämen wir hin zurück und schauen halt, wann sind die ersten Verletzungen aufgetreten.
Und dann arbeiten wir uns immer weiter nach vorne, bis wir in der Gegenwart angekommen sind.
Dadurch stoßen wir ja automatisch auch auf die ganzen Themen, die vorkommen.
Das heißt, man braucht gar nicht so die ganzen Themen alle schon wissen oder benennen, sondern die kommen einfach auf der Zeitlinie automatisch und dann kann man die in dem Moment, wo es das erste mal entstanden ist, eben lösen.
Und wenn man die Ursache bis dahin noch nicht gefunden hat, dann wird irgendwann dort die Ursache bewusst.
Dann sieht man, welche Konfliktspirale dahin geführt hat, dass man für ein Fremdgehen offen geworden ist.
Dadurch wird automatisch dann das Beziehungsfundament stabilisiert, denn je weniger emotionale Verletzungen man hat, desto stabiler ist das Fundament.
Das ist auch so das Bild, was wir haben, dieses Hausmodell mit dem Fundament unten drunter und jede emotionale Verletzung, die nicht aufgearbeitet wurde, die man verdrängt, die macht eben einen Riss im Fundament.
Und wirkt sich auf.
Auf die anderen Ebenen aus, also dass zum Beispiel Wünsche auf einmal Vorwürfe werden, dass wir zu Sachthemen Konflikte haben und uns wundern, warum passiert das, obwohl wir das mit einem Freund oder einer Freundin total gut lösen könnten.
Also, aber bei uns gibt es Streit.
Also wenn ich in Urlaub bin, Ferienhaus, Dänemark, dann kriegen wir es total gut geregelt, dass ich mit meiner Freundin, mit meinem Kumpel, wie wir den Hausputz da machen und wie wir kochen und alles, aber zu Hause, bei uns, da gibt es auf einmal dauernd Streit, um die gleichen Dinge zu tun.
Und ich frage mich, warum ist das so? Das liegt an diesem Beziehungsfundament, an den Rissen, die man schon zueinander aufgebaut hat, an den ganzen Verletzungen, die schon da sind.
Die lösen wir und wie gesagt, das bringen wir dann den Punkt, wann war es mal gut, ins Heute.
Und dann darf man eine Entscheidung treffen für sich. Möchte man die Beziehung retten, also in der Beziehung bleiben oder möchte man in die Trennung gehen?
Und je nachdem, was die Klarheit dann hervorbringt, weil wir Menschen schon immer sehr gut merken.
Wenn wir Verletzungen auflösen, was verändert sich? Wie fühlt sich das an? Fühle ich mich eher danach, dass ich die Beziehung halten möchte?
Möchte ich mehr Nähe aufbauen? Möchte ich sozusagen mehr emotionale Verbundenheit wieder spüren, mehr Zugehörigkeit?
Oder merke ich so, nee, es ist okay, wir haben das jetzt geklärt, aber ich möchte eher für mich sein.
Also ich sehe mich eher alleine, selber etwas Neues aufbauen, nicht mehr in der Zugehörigkeit.
Und das ist dann die Entscheidung, die dann getroffen wird.
Das ist vielleicht auch wichtig so als Mindset, als Glaubenssatz, wenn man gemeinsam ein Fremdgehen aufarbeiten möchte, dass häufig erstmal Klarheit gebraucht wird.
Man kommt nicht nur ins Aufarbeiten, wenn beide unbedingt die Beziehung retten wollen, sondern entweder für sich oder auch bei uns in der Paartherapie macht man das, auch wenn man erstmal Klarheit braucht.
Und wir haben nicht immer zwingend das Ziel, dass alle Paare zusammenbleiben sollen, wenn sich die Paare das wünschen.
Ist das das Ziel? Aber bei ganz vielen ist es eben erstmal Klarheit.
Und bei manchen ist es eben auch, dass sie schon kommen und sagen, da gab es ein Fremdgehen.
Wir sind uns bewusst, dass wir das nicht retten können und wollen.
Das geht so gegen die Werte.
Wir wollen aber in der Trennung begleitet werden, damit wir noch ein gutes Elternpaar sein können oder so.
Auch das begleiten wir dann.
Genau, dann wird dieser Prozess begleitet oder manche melden sich auch mal bei uns, die sagen, ich möchte das im Gute.
Ich möchte den Menschen im Guten in Erinnerung behalten und nicht nur als der Mensch, der fremdgegangen ist.
Und deswegen würden wir es gerne nochmal aufarbeiten, um vielleicht eine Freundschaft aufzubauen oder einfach das Gefühl zu haben, man nimmt nichts mit in die neue Beziehung rein.
Keine Prägung weitertragen, der nächsten Beziehung volles Vertrauen geben können.
Da haben wir natürlich eine Trennungscheckliste auch, die wir mitgeben, wo man sagt, das sind alles die Themen, die jetzt geklärt werden müssen, um möglichst viel harmonisch zusammenzuklären.
Irgendwie zwei Anwälte zu brauchen, die gegeneinander wirken und auch Themen wie, wie sagt man es, den Kindern ist ganz relevant, sowas.
Aber im positiven Fall, wenn die Entscheidung getroffen wird, die Beziehung zu retten, dann haben wir auch noch einige Dinge, die wir mitgeben.
Dann erarbeiten wir gemeinsam, wie denn überhaupt das Bild einer Wunschbeziehung ist, damit man so ein inneres Navigationssystem darauf ausrichten kann und weiß, wo wollen wir überhaupt hin.
Das machen viele Paare nicht.
Das ist am Anfang, so in der Kennenlernphase bespricht man das.
So, wie wünschen wir uns eine Beziehung, wie stellen wir uns das vor, wie stellt man sich das Leben vor und da hört es dann häufig auf.
Ja, das sind so grob die Schritte, um ein Fremdgehen aufzuarbeiten und Klarheit für sich zu bekommen, ob man in der Beziehung bleiben kann und diese Beziehung.
rettet, weiterführt und sogar Richtung Wunschbeziehung entwickeln kann, diesen Warnschuss sozusagen dann in etwas Positives wandeln kann oder ob man zu dem Ergebnis kommt, dass die Beziehung nicht mehr weitergeführt werden kann und dass es eben doch eher sich stimmig anfühlt, im Guten auseinander zu gehen.
Wir begleiten euch sehr gerne dabei, diese Klarheit herzustellen und dann den für euch stimmigen Weg zu finden und auch den begleiten wir sehr gerne mit euch. Also meldet euch, wenn das Thema euch betrifft. Ansonsten vielen Dank fürs Zuhören. Folgt uns gerne auf anderen Kanälen. Wir freuen uns sehr. Ansonsten bis zum nächsten Mal. Bis dann.
Untertitelung des ZDF für funk, 2017
Podcast Summary
Key Points:
Der häufigste Grund für Fremdgehen hängt nicht nur vom Alter ab, sondern von der Beziehungsphase ab – frühe Phasen sind oft geprägt von Abenteuern, späteren Phasen durch Mangelgefühl an Liebe, Anerkennung oder Zugehörigkeit.
Fremdgehen entsteht oft nicht aus sexuellem Mangel, sondern aus emotionalen Leidensgefühlen wie Unzufriedenheit, mangelnde Kommunikation oder ein sich verfestigtes Mangelgefühl in der Beziehung.
Phasen wie die Nachkindergeburt führen häufig zu einem Verlust der körperlichen und emotionalen Nähe, was ein Mangelgefühl und damit Fremdgehen begünstigt.
Menschen suchen oft in Gemeinschaften wie Sport, Arbeit oder Nachbarschaft nach Anerkennung und Bestätigung, was zu körperlicher Nähe und emotionaler Verbindung führt.
Alkohol und feierliche Situationen lockern emotionale Grenzen auf und triggern die Suche nach Nähe, was den Ausbruch von Fremdgehen begünstigt.
Verdrängen oder sofortiges Vergessen des Ereignisses ist keine dauerhafte Lösung, da das Grundgefühl und die Verletzungen weiterhin präsent bleiben.
Viele Online-Gruppen und Foren sind von negativen, pessimistischen Glaubenssätzen geprägt, da nur Menschen mit offenen, ungelösten Problemen darin sind.
Eine tiefe, strukturierte Aufarbeitung in Paartherapie hilft, das Fundament der Beziehung zu stabilisieren und eine nachhaltige Lösung – sei es Verarbeitung oder Trennung – zu finden.
Summary:
Der Grund für Fremdgehen ist nicht einfach ein Mangel an sexueller Nähe, sondern vielmehr ein tiefes emotionales Mangelgefühl – wie Anerkennung, Zugehörigkeit oder Liebe – besonders in stabilen oder langjährigen Beziehungen. Die Beziehungslage spielt eine entscheidende Rolle: in frühen Phasen wie der Kombination mit Kindern kommt der Abenteuertrieb dominant zum Tragen, später dann ein Gefühl der Isolation. Diese Entwicklungen sind oft durch konkrete Lebenssituationen wie die Geburt eines Kindes ausgelöst, wo sich der Fokus auf die Kinder verlegt und die emotionale Nähe verloren geht.
Auch soziale Kontakte im Umfeld wie Arbeit oder Sport werden oft als Ressourcen genutzt, um emotional aufgehoben zu fühlen, was zu einer Verbindung führt. Alkohol und feierliche Gelegenheiten triggern diese Neigung, weil sie Grenzen lockern. Verdrängung oder sofortige Vergessen ist ineffizient, da das emotionale Leid weiterhin im Unterbewussten präsent bleibt.
Online-Gruppen sind meist von negativen, pessimistischen Erfahrungen geprägt, da nur Menschen mit ungeklärten Problemen dort sind. Eine dauerhafte Lösung erfordert eine tiefgreifende, strukturierte Aufarbeitung mit einem Therapeuten, bei der Ursachen, frühe Verletzungen und das Beziehungsfundament analysiert werden. Ziel ist es, Klarheit zu erlangen: entweder, die Beziehung zu retten und eine Wunschbeziehung aufzubauen, oder im Guten zu trennen, um eine gesunde Zukunft für beide zu sichern.
FAQs
Fremdgehen entsteht nicht nur durch das Alter, sondern hauptsächlich durch ein Mangelgefühl in der Beziehung – wie z.B. ein Fehlen von Liebe, Anerkennung oder emotionaler Nähe. Diese Bedürfnisse können in verschiedenen Beziehungsstadien auftauchen, unabhängig vom Alter.
Ein Mangelgefühl beschreibt eine tiefgreifende Unzufriedenheit, bei der Partner sich nicht gesehen, geliebt oder verstanden fühlen. Das führt oft zu Suchverhalten, wie Fremdgehen, weil sie eine emotionale Erholung suchen.
Ja, ab dem Alter von 30 Jahren neigt man zu einem Mangelgefühl in der Beziehung, was häufig zu Fremdgehen führt. Doch dieser Trend hängt nicht nur vom Alter ab, sondern von der aktuellen Beziehungslage ab.
Nach der Geburt verlieren Paare oft die Spontanität und körperliche Nähe. Die Aufmerksamkeit liegt auf den Kindern, wodurch das Mangelgefühl wächst und die Partner sich emotional distanzieren können.
In solchen Umgebungen werden emotionale Grenzen durch Alkohol oder gemeinsame Aktivitäten schwächer. Menschen fühlen sich dort verstanden und finden eine emotionale Nähe, die in der Beziehung fehlt.
Ja, viele versuchen, das Thema zu verdrängen oder zu totschweigen. Doch das funktioniert nur kurzfristig, weil das Basisgefühl nicht verarbeitet wird und das Mangelgefühl weiterhin existiert.
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