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Gesundheitsrisiko Armut - Mehr Geld, mehr Leben?

25m 21s

Gesundheitsrisiko Armut - Mehr Geld, mehr Leben?

Der Beitrag beleuchtet den starken Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit in Deutschland. Menschen mit geringerem Einkommen haben eine deutlich niedrigere Lebenserwartung – arme Frauen sterben im Schnitt vier, arme Männer sieben Jahre früher als Wohlhabendere. Über 13 Millionen Menschen gelten als armutsgefährdet, definiert durch weniger als 60 % des mittleren Einkommens, was soziale Ausgrenzung bedeutet. Die gesundheitlichen Folgen sind vielfältig: Ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, psychische Belastungen wie Depressionen und chronischen Stress. Besonders Kinder aus armen Familien sind betroffen, oft mit langfristigen Auswirkungen auf ihre kognitive Entwicklung und Gesundheit. Gründe hierfür sind nicht nur finanzielle Hürden im Gesundheitssystem, wie Zuzahlungen, sondern auch mangelnde Information, ungesunde Lebensumstände, belastende Arbeitsbedingungen und Wohnlagen mit mehr Luftverschmutzung und Lärm. Chronischer Stress führt zu erhöhten Cortisolwerten, die Krankheiten begünstigen und sogar epigenetische Spuren hinterlassen können. Obwohl ein sozialer Aufstieg die gesundheitlichen Nachteile abmildern kann, zeigt sich, dass Armut ein komplexes strukturelles Problem ist, das weitreichende Folgen für Individuum und Gesellschaft hat.

Transcription

4403 Words, 27834 Characters

German
* Musik * ARD. Die Annika sagt, wie alt wir werden, das hängt auch davon ab, wie viel Geld wir haben. Ganz genau. Und Menschen mit weniger Einkommen sterben auch in Deutschland, im Schnitt früher als Menschen mit einem höheren Einkommen. Weniger Einkommen, wie viel ist, weniger hier? Weniger heißt, vor allem, so wenig zu haben, dass man nicht am gesellschaftlichen Leben so teilnehmen kann, wie die meisten von uns das können. Selbst wenn ihr denkt, das betrifft mich nicht. Ich hoffe, dass ihr ausreichend Geld zum Leben habt. Aber trotzdem betrifft uns, dass, wenn Menschen durch Armut krank werden können. Oder nicht so teilhaben können am Leben. Denn es geht ja darum, unsere Gesellschaft, um unser Gesundheitssystem, um unser Sozialstaat. Wir besprechen auch, kann ich ein gesundes Leben haben, wenn ich immer wieder aufs Geld gucken muss. Was davon habe ich selbst in der Hand, was sind strukturelle Dinge, die wir vielleicht angehen und ändern müssten, die ich selbst als einzelner Person gar nicht beeinflussen kann? Annika Frank, aus dem Korksteam. Ich bin Marles Schaum. Hallo. Korks Daily, Spezial. Ein Thema wissenschaftlich geprüft. Wie sind den Forschende überhaupt darauf gekommen? Dass es da ein Zusammenhang gibt oder geben könnte, zwischen Armut und Gesundheit. Die haben sich eine Kennzahl angeschaut und das ist die Lebenserwartung. Und wenn man das sich dann für Deutschland anguckt, sieht man, dass arme Frauen vier Jahre und sogar arme Männer sieben Jahre früher sterben als Wohlhabenderer Menschen. Und diese Lebenserwartung ist eben so eine Adgrad für die gesundheitliche Chancengleichheit. Das heißt aber eben auch arme Menschen sind längere Zeit in ihrem Leben krank oder gesundheitlich eingeschränkt. Und was die Zahlen auch und die Daten auch zeigen ist, dass diese gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland in den vergangen Jahren eher noch größer geworden ist. Du hast eben schon gesagt, arme oder nicht zu vermögen. Bedeutet in dem Fall, ich kann mir nicht das leisten, was die mehr hat sich leisten kann im Land. Es gibt tatsächlich für Armut eigentlich zwei Definitionen. Dass eine ist die absolute Armut. Also man hat so wenig zum Leben, dass man hungert, sich keine Kleidung leisten kann, vielleicht keine Wohnung hat. Das ist in Deutschland glücklicherweise kaum vorhanden. Wir haben doch noch ein soziales Sicherungssystem. Und das schützt in der Regel die meisten Menschen vor extremer Not. In Deutschland durchaus von dem, was man relativ armut nennt. Das heißt, da wird dann geguckt, wie steht jemand da im Vergleich zu so einer art gesellschaftlichen Standard? Und da gilt jemand als armen, wenn man sich eben vieles nicht leisten kann. Was aber für die Mehrheit der Menschen völlig normal ist, dass man, wenn die Schuhe kaputt sind, sich neue Schuhe kauft, dass man in einen Sportverein gehen kann, dass man auch mal einen Kaffee trinken gehen oder ins Kino gehen kann. Also solche Dinge. Wenn man nicht kann, dann fehlt eben die soziale Teilhabe. Die Menschen können zwar überleben, aber eben nicht gleichberechtigt am gesellschaftlichen Lebenteil nehmen. Und um zu unterscheiden, wer jetzt nicht armen ist und wer relativ armen zum Beispiel ist, schafft man sich einfach an, was die Leute verdienen. Ja, beziehungsweise man schaut sich an, wie viel Geld jemand pro Monat zur Verfügung hat. Und in Deutschland gilt dann eben laut Definition als Armut gefährdet, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnitts Einkommen hat. Und da habe ich mir auch noch mal die aktuellen Zahlen angeguckt. Das heißt, ganz konkret pro Monat bis zu 1378 Euro für alles. Für alles. Für alles. Wer das oder weniger zur Verfügung hat, gilt als Arme. Aber dazu muss man auszuzwärm, 1378 ist so die magische Zahl, wenn man jetzt ein bisschen mehr hat, sagen wir mal 1.400 Euro, dann gilt man zwar nicht mehr als Arme oder Armut gefährdet. Aber so viel größere Sprünge kann man damit ja auch noch nicht machen. Wie viel Menschen betrifft das denn überhaupt? Wie Armut gefährdet sind? Laut Armut bericht, dass man dieser Hilftdienst ist, sind das in Deutschland rund 13 Millionen Menschen, die als Armut oder Armut gefährdet, gelten. Wenn man das jetzt noch ein bisschen breiter fasst, also Menschen, die eben trotzdem noch wenig Geld haben und dadurch sozial ausgegrenzt sind, dann sind es sogar mehr als 17 Millionen Menschen, die davon betroffen sind, das wären dann knapp 21 Prozent der Bevölkerung. Du hast ja gesagt, Menschen, die so wenig Geld zur Verfügung haben, sind eher krank. Alle Arten von Krankheiten oder gibt's da bestimmte Krankheiten, die dann häufiger haben als alle anderen Menschen. Den Zusammenhang sehen Vorschnet tatsächlich eigentlich bei fast allen Krankheiten. Besonders deutlich ist es bei so Herz-Greifauferkrankung, also das heißt es kommt häufiger, zu Herzinfarkten, zu Schlaganfällen, zu Bluthochdruck, zu Diabetes. Und es gibt auch Befragungen, in denen dann Menschen, ärmerer Menschen angeben, dass sie eher gesundheitliche Probleme haben. Und besonders deutlich wird das bei Kindern und Jugendlichen, das hat mir auch Nico Dragrano erzählt, der beschäftigt sich mit dieser thematik an der uniklinigen Düsseldorf. Und wenn er sich sogar exterly mit beschäftigt, warum betrifft das besonders Kinder und Jugendliche? Die sind da eigentlich noch recht widerstandsfähig, so allein vom Immunsystem her. Einerseits ja, aber Kinder sind eben auch Fraggiler und empfindlicher und reagierend, halt es noch heftiger auf schlechte Umstände. Und auch dazu gibt es eben immer mehr wissenschaftliche Daten. Und das, das im Problem wird, zeigt sich schon ganz am Anfang des Lebens, nämlich schon bei der Geburt, da ist dann bei einigen Kindern aus armen Familien entweder das Geburt es gebe, besonders niedrig oder besonders hoch. Und es gibt eine große Studie, die so eine Kicksstudie zur Kindergesundheit, die wird seit vielen Jahren durchgeführt in Deutschland. Und da zeigt sich auch, dass mehr als 52 Prozent der Kinder in Armutsgefährdeten Familien psychisch belastet sind. Und mehr als jeder zweite. Ja, und in Familien mit mehr Geld, also mit ne mittleren Einkommen, sind das nur knapp 24 Prozent, also weniger als die Hälfte. Wahnsinn. Also es ist ein großer Unterschied, ne? Aber was genau bedeutet jetzt dann hier psychisch belastet? Also was erleben die Kinder dann? Kinder, die in Armut aufwachsen leiden unter so einer akronischen Stress. Denn das ist einfach eine riesige psychische Belastung. Und dann entstehen häufiger so psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen und Schlafstörung. Es kann aber auch so psychischen Erkrankungen kommen, wie Depressionen und Angststörung. Die psychische und vor allem kognitive Entwicklung ist beeinträchtigt. Es kann zu Problemverhalten kommen wegen Minervättigkeitsgeführen und Diskriminierungserfahrung. Es kommt häufiger zu Adipositas, also so zu Krankhaftem Übergewicht. Und das kann dann eben auch als Folge haben, dass das Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes steigt. Und Armut in der Kindheit ist eben auch ein Problem. Das kann die Menschen bis ins hohe Alter prägen und zu bestimmten Krankheiten führen. Die gute Nachricht dabei ist, wenn man sozusagen den sozialen Aufstieg schafft. Also wenn man aus der Armut rauskommt, dann kann man die gesundheitlichen Effekte später im Leben durchaus abbildern. Wenn man das schafft, das war ein schöner Ausblick. Aber ich weiß gar nicht, ob das so oft so möglich ist. Aber ich habe irgendwann mal gelesen, wenn du einmal in Armut hineingeboren wirst, bis du leider so ein bisschen darin gefangen, weil daran so vieles hängt. Vielleicht kommen wir darauf noch zu sprechen, weil du nicht einfach nur arm bist, sondern auch schlechterer Chancen hast. Genau. Das Stress ein Hauptfaktor dafür ist, dass Menschen mit wenig Geld eher krank werden oder in ihrem Leben länger krank sind als Menschen, die ausreichend gelte Verfügung haben, leuchtet mir total ein. Also Stress greift ja alles an, das ganze nun ein System. Gibt es noch andere? Grunde, warum Menschen mit weniger Geld eher krank sind? Gibt es, es gibt da vermutlich unterschiedliche Mechanismen, die eine Rolle spielen. Wir fangen mal mit der Gesundheitsversorgung an. Wo wir ja eigentlich ein Gesundheitssystem haben, das für alle ist und eigentlich alle Krankenversichert sind, nutzen ärmere Menschen im Alltag viele dieser Angebote selten. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass auch, wenn ich eine Krankenversicherung habe, doch noch Kosten anfallen können, Zuzahlung für Medikamente, von denen nicht alle Menschen befreit sind, die Fahrt zum Arzt oder bestimmte Leistungen, die dann da angeboten werden. Ärmere Menschen gehen auch seltener zu kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen, sie nutzen seltener Präventionsangebote wie Impfung. Da ist es doch kostenfrei. Ja, das hat auch eben nicht immer nur finanzielle Gründe, sondern es auch ein Bildungsproblem. Also, das heißt, die Menschen sind häufig gar nicht darüber informiert, welche Angebote es gibt und welche sie in Anspruch nehmen könnten. Oder sie sind eben auch in ihrem Alltag, der von Stress geprägt ist, so beschäftigt, dass die eigene Gesundheit einfach total hinten ansteht. Und das kann in ihm dazu führen, dass Krankheiten später entdeckt und dann auch entsprechend schlechter behandelt werden können. Und dann fand ich auch noch ein Punkt ganz interessant. Bei der Recherche ist es nämlich tatsächlich auch so, dass ärmere Menschen zu vielen Gesundheitsangeboten einfach einen schlechteren Zugang haben. Was heißt das denn genau, einen schlechteren Zugang? Das gibt's bei denen nicht, oder was? Ja, es gibt tatsächlich einige Daten zum Beispiel aus Essen und Hamburg, die zeigen, dass da wo ärmere Menschen leben, weniger Arztpraxen sind. Und eine Vermutung ist, dass es daran liegt, dass es sich für Ärzte eher lohnt, sich da anzusiedeln, wo mehr privat patienten und Patienten leben. Inwiefern das jetzt wirklich so eine Ursache ist, dass arme Menschen deswegen selten dazu Vorsorge unter so Rund- und Impfungen und so weitergehen, das lässt sich bisher nicht in Studien zeigen, aber Experten und Experten vermuten schon, dass es da ein Zusammenhang gibt. Also Armond an sich ist keine Krankheit, wenig Geld haben bedeutet nicht, dass sie automatisch nicht gesund bin, sondern dadurch, dass ich wenig Geld habe, habe ich Lebensumstände, die dazu führen, dass ich weniger gesund lebe. Ganz genau, ganz genau. Also die Bildung haben wir schon angeschraubt Bildung und Informationen, aber auch sowas wie Arbeitsbedingungen. Also in dem Beruf, indem ich vielleicht schwer arbeiten muss, wer körperlich arbeiten muss, der vielleicht auch gefährlich ist für mich und meine Gesundheit, da verdient man auch in der Regel nicht so viel. Und der Körper wird gleichzeitig aber eben besonders stark belastet und nicht zu vergessen, verhalten und Lebensdiener, wie ich mein Leben gestalte, das spielt ja mit rein. Also, ne arme Menschen rauchen häufiger, sie treiben weniger Sport, essen weniger gesunde Lebensmittel, wie Obst und Gemüse sind häufiger übergewichtig und damit steigt eben auch. auch das Risiko bestimmte Krankheiten zu bekommen. Da hilft das ja nicht gar nicht. Wenn ich zu jemandem sage, hör doch auf, der hier drei Bürger im Schnellrestaurant rein zu pfeifen und hör auf zu rauchen, dann hast du mehr Geld für ein gesundes Leben so funktioniert. Absolut nicht. Genau diese Argumentation halten Forschende für ziemlich problematisch. Denn das eigene Verhalten hängt ja auch wieder mit den Lebensumständen zusammen. Und ein gesundes Leben muss man auch sagen, sieht man ja auch an den hohen Lebensmittelpreisen. Das muss man sich ja auch erst mal leisten können. Ich meine, die Tafeln werden überrand. Genau, überall eigentlich, weil wenn die dann auch mal gesunde Lebensmittel abzugeben haben, das kann man sich sonst oft nicht leisten. Wenn man auf eine Tafel z.B. angewiesen ist. Genau. Ich habe darüber auch mit Anna-Maya gesprochen. Anna-Maya ist Journalistin und auch Autore. Und sie ist in einer Arm-Familie aufgewachsen und hat auch das, was sie in ihrer Kindheit erlebt hat, in einem Buch aufgeschrieben und beschrieben. Und sie hat mir noch mal erzählt, wie das so ist. Also wie sehr Armut und das nicht vorhanden sein von Geld, solche Familien völlig beschäftigt und auch total stresst. Vielleicht kennt man das von sich selbst, wenn man gerade eine anstrengende Zeit im Job hat oder was in privaten passiert ist, was nicht so gut ist, dass man dann merkt, man verhält sich umgesünder. Man ist ungesünder, vielleicht weniger, dass, was man eigentlich essen sollte oder wollen würde. Man trinkt mehr Alkohol, man schläft vielleicht weniger. Und ich glaube, man muss sich im Prinzip vorstellen, wenn man in Armut lebt, dass dieses Stresslevel, was ist, was permanent einzukällt in den Alltag. Da ist dann eben für den Sportverein kein Geld, für das Fitnessstudio es recht nicht. Für die Laufschuhe, er auch nicht. Und damit das joggen impact, da sind einfach keine Ressourcen da. Und es kommt noch ein Punkt dazu. Ärmere Menschen leben auch häufiger in ungesunden Gegenden. Damit meintest du, was genau, was es jetzt, eine ungesunde Gegend, dass es dann nicht so viele Ärzte gibt. Das hatten wir schon besprochen, aber das, zum Beispiel, nicht so viele Grünflächen sind, die ja gut und gesund für uns sind. Menschen mit weniger Geld leben außerdem eher an großen Straßen. Da ist dann viel Gwölfkeer, das heißt, viel Lufttatsstoffe und es ist laut. Das heißt, zusätzlich zu den belastenden Alltag kommen dann diese äußeren Einflussen, noch dazu, die auch noch krank machen können. Das leuchtet total ein. Also das ist einfach richtig regelrecht schädlich für den Körper, meinst du, oder? Genau, also das Lufttatsstoffe und Lärm krank machen können, dass es sehr gut belegt. Und wenn dann beides zusammenkommt, ist es im Zusammenspiel nochmal schlecht. Da gibt es aus der Forschung immer mehr Hinweise. Und dann kommt eben dieser Faktor Stress dazu. Darüber haben wir ja schon bei den Kindern auch gesprochen und Anna-Maya beschreibt das so. Aber Menschen haben mehr negativen Stress. Man denkt ja, arbeitslos sein ist irgendwie entspannt. Aber tatsächlich je weniger Geld man hat, dass du höher ist, das Level des Hormons cortisol. Und cortisol ist einfach nicht gut für den Körper. Dann denkt man auch gar nicht so viel darüber nach, was jetzt gesund für einen wäre, weil man eben in so einem Überlebensmodus ist. Wobei wichtig ist, zu sagen, dass Armut nicht immer nur mit Arbeitslosigkeit zu tun hat, denn von Armut, Gefährte und Betroffen sind auch Alleinerziehende und Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten oder auch Rentnerinnen und Rentner, die eine kleine Niedrigerente bekommen oder auch Familien mit mehr als zwei Kindern, bei denen die Eltern ein eher niedrigen Bildungsabschluss haben. Und alles, also jetzt gerade zum Leben und aus der Erfahrung von dieser Schnallistin von Anna-Maya gerade gehört haben, ist das, was sie persönlich so erlebt hat oder wissen Forscher und Forscherin dazu auch mehr. Forschende können das tatsächlich auch messen und bestätigen. Also bei ärmeren Menschen ist erst mal mehr cortisol im Blut und sie können auch andere cortisol-Muster messen. Das heißt, die cortisol-Konzentration im Verlauf des Tages ist anders als bei Menschen mit mehr Geld. Und Forschende sehen das als ein Grund, weil ihm dauerhaft der Stress schädlich ist und sich vor allem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen negativ auswirkt, aber auch psychische Leigen, wie die Präsionen negativ beeinflussen kann. Und ich habe eine Studie gefunden, die das ganz eindrücklich zeigt. Da haben US-amerikanische Forschende mit ihren probanten und probanten, sonst scenario simuliert, Essen gehen. Und da sollten dann die Teilnehmenden auf einer Speisekarte essen bestellen und hatten unterschiedliche BGs. Die eine Gruppe hatte 20 Dollar, die andere hatte 100 Dollar. Und die haben aber eine besondere Karte. Diese Karte enthielt Kalorienangaben und auch die Möglichkeit eines fast 20%-Gerabbats auf das Essen. Und dann wurde mit Eidtracking, also mit so einer speziellen Brille, so geguckt, wo gucken die Leute hin? Und da konnten sie feststellen, die die 20 Dollar zur Verfügung hatten. Die haben eigentlich nur auf die Preise geguckt und das günstigste Essen gewählt. Kalorien, Rabatt, spielten gar keine Rolle. Selbst Rabatt nicht, das leuchtet jetzt irgendwie nicht ein. Es geht im Moment darum, wenn man nur auf das Geld gucken muss. Dann habe ich für die anderen Dinge überhaupt gar keinen Blick. Auch wenn man jetzt bei so einer einen kleinen Studie den jetzt nicht alles eindeutig belegen kann, welcher Aspekt genau wie wirkt. Aber dann sind wir wieder bei dem, was Anamaya als Überlebensmodus beschreibt. Es gibt ebenhinweise, dass dieser Stress, diese gesundheitlichen Probleme, dass die sich dann manifestieren und langfristig eine Wirkung entfalten. Jetzt wird es so sagsten, macht es Sinn. Also sagen wir mal, ich habe auf der Karte vielleicht ein gesundes Risotto mit frischen Gemüse und das Körser dabei ein bisschen mehr als vielleicht ein anderes Fast-Food-Gericht. Wenn ich nur auf den Preis gucke, sehe ich das gar nicht, dass vielleicht das Risotto länger satt macht und gesünder ist und sich so eine Investition vielleicht irgendwie lohnen. Könnte du guckst nur danach, werden alle irgendwie von dem Geldheibrigssatt. Ja, und vor allem, ich sehe erst mal nur den kompletten höheren Preis bei dem Risotto und selbst, wenn es dann auf das Risotto noch ein Rabatt gibt. Das nehme ich in dem, wenn gar nicht war, so weit denke ich gar nicht. Na gut, aber du hast ja gesagt, wenn ich irgendwann mehr Geld wieder hab, dann ändert sich das oder was. Oder ist so was, wenn ich das früh erlebe, prägen für mein ganzes Leben. Also wenn ich als Kind schon in Amod oder relativere Amod lebe, dann habe ich mehr oder weniger sehr lange erst mal Bech gehabt. Also ja, man kann es abmältern. Aber es gibt durchaus auch Hinweise, dass eben Amod eine langfristige Wirkung haben kann und zum Beispiel auch auf unsere Gene einwirkt. Also jetzt nicht die genetische Struktur verändert, aber die Aktivität der Gene beeinfluss, das spricht man von epigenetik. Das heißt, unsere Gene, die Aktivität der Gene reagiert auf den Stress und entwickelt dann sogenannte Coping Strategien, damit der Körper mit allem klar kommen kann. Und das dann wiederum bedeutet ein höheres Risiko für bestimmte Folgeerkrankungen. Herz Kreisauferkrankungen werden wahrscheinlich auch bestimmte Krebserkrankungen. Diese Mechanismen können auch ein Einfels auf das Immunsystem haben, auf unser Skelett, auf unser Nervensystem. Es gibt auch Hinweise, dass es auf die Intelligenz wirkt. Die wird bei armen Menschen weniger verärbt. Und das liegt vermutlich daran, dass eben das umfällt so eine große Rolle spielt und einfach die Ressourcen dann fehlen, um Kinder und Jugendliche besser und gut zu fördern. Wie und das zeigt sich dann im Gehirn. Also, die sind dann einfach weniger intelligent, weil sie nicht so gute schulische Förderungen und so haben. Oder das Gehirn an sich ist anders aufgebaut. Ja, man konnte in Studien zeigen, dass die Großhirnrinde dünner es bei armen Menschen und ärmere Kinder im MET da konnten forschen da auch sehen, dass die weniger graue Substanz hatten. Also, diese graue Substanz ist wichtig für Stänken und für die kognitiven Funktionen. Auch der Hippocampus und die Amygdala, die sind dort kleiner, das sind die Areale im Gehirn, wo so Gedächtnisinhaltig, gesteuert und abgelegt werden. Und daraus schließen forschen eben, dass Amod die kognitive Leistungsfähigkeit beeinflussen kann. Also, wie aufmerksam ich bin, wie gut ich mich konzentrieren kann. Und daraus kann dann folgen, dass ich eher kurzfristig orientiert bin in meinem Denken und mir eben langfristiges Plan schwerer fällt. Und das zeigt sich dann ganz konkret auch in Krankheitszahlen. Oder was? Ja, das nämlich mit Amod nicht nur, dass die Präsidentsrisiko steigt, sondern auch das Risiko an Krankheiten wie ADHS, an Schizophrenie oder eine Angststörung zu erkranken. Und da gibt es eben auch Hinweise auf Kausalleffekte, also auf einen oersächlichen Zusammenhang. Klar ist, Amod kann wirklich viele Aspekte der Gesundheit negativ beeinflussen und deswegen sprechen Experten und Experten auch von so einem sozialen Determinanten von Gesundheit. Das sind also die Dinge, die außerhalb unseres persönlichen Wirkungs- und Einfussbereichen liegen. Und das zeigt sich eben auch gerade in Krisenzeiten, dass die psychische Gesundheit ärmere Menschen schlechter wird. Funktioniert das eigentlich auch andersrum, also dass ich durch Krankheit erst arm werde? Absolut, Forschende sagen, Amod macht nicht nur krank, sondern Krankheit kann auch arm machen. Das hängt schon in beide Richtungen zusammen. Vor allem bei psychischen Erkrankungen ist jetzt nicht immer ein deutlich, was da genau zuerst war. Also ist jetzt jemand depressiv, weil er oder sie arm ist? Oder ist jemand depressiv und wird dann dadurch arm? Also da spielen schon beide Wege definitiv noch Rolle. Aber egal wie, was du da jetzt gerade erzählt hast, dass relativ ein solches Risiko ist, krank zu werden und das ganze Leben ungesunder zu leben ist ja schon krass. Und wenn man das doch alles weiß, da muss man doch händerehnliche Lösung suchen, um das zu durchbrechen. Was kann ja nur nicht sein, dass ein Kind in eine Familie reingebohren wird? Kann nichts dafür, die Familie hat nicht viel Geld. Warum auch immer? Und dann ist so ein Kind in so einem Amod und Gesundheitskreislauf gefangen. Das geht doch nicht. Was gibt denn da für Ideen? Was müssen wir tun? Man hat es jetzt eigentlich schon angedeutet. Das hört man schon so zwischen den Zahlen. Das ist natürlich vor allem schnell eine politische Debatte und eine grundsätzliche Frage. Wie möchte ich? Wie sollte man Amod bekämpfen? Und da haben eben dann die politischen Parteien auch sehr unterschiedliche Vorstellungen. Wir müssen jetzt mal hier bei dem bleiben oder wir bleiben jetzt einfach mal bei dem, was die Wissenschaft dazu sagt und was die für einen Input geben kann. Und die hat zum Beispiel untersucht, was passiert, wenn arme Menschen ganz einfach mehr Geld zur Verfügung haben. Da gibt es wieder eine Studie aus den USA. Da waren in dieser Studie 1.000 Arme Mütter mit neu geborenen Kindern. Und die wurden auch wieder in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe hatte 20 Dollar im Monat mehr zur Verfügung. Die andere 333. Mehr, mehr zur Verfügung pro Monat. Und nach einem Jahr wurden dann Unterschiede gemessen. Und da konnten die Vorstände feststellen, dass in der Gruppe, wo die Mütter mehr Geld bekommen haben, dass die Gehirnaktivität der Kinder stärker war. Und das haben die Vorstände als bessere Kognitive Entwicklung interpretiert. Und es gibt tatsächlich mehr Studien zu diesem Thema, auch aus weniger ländern, die zeigen, dass, wenn Menschen mehr Geld zur Verfügung haben, sie sich anscheinend gesundheitsbewusstar verhalten. Sie ernähren sich Gesünder, sie lassen sich eher impfen zum Beispiel. Klingt ja jetzt total logisch, ne? Wenn Geldmangel dazu führt, dass ich so lebe, wie es ungesund wäre, dann ist es ja logisch, wenn ich mehr Geld gebe, dass sich das ändert. Oder kann man diese ganzen Studien nicht auf Deutschland übertragen? Stand jetzt es schwer zu sagen, weil auch noch viele Fragen offen sind, ob sich zum Beispiel mehr Geld auch langfristig positiv auf die Kognitive im Fähigkeiten auswirkt. Und was genau die Wirkung ist, sagen auch die Forschenden der US-amerikanischen Studie, was da genau ist, also haben die Mütter mehr Geld für bessere Nahrung oder für bessere Gesundheitsvorsorge ausgegeben. Das waren sie nur entspannter. Genau. Und hatten mehr Zeit für ihr Kind, nicht mehr dein Arbeitskräftigen. Genau. Also das können sie nicht genau sagen. Aber was sich eben immer mehr abzeichnet ist, mehr Geld am besten früh hat einen positiven Effekt. Jetzt hast du ja eben schon gesagt, oder auch die Anamaja, die Journalistin, das ist jetzt ja gar nichts bringt, zu jemandem, der wenig Geld hat hinzugehen, zu sagen, hör dir mal auf zu rauchen, dann hast du wieder mehr Geld. Aber gibt es vielleicht Ideen, wie man das schlaulösen könnte, dass man Leute mehr empowert, weißelt, die dazu befähigt, auch mit wenig Geld gesünder zu leben. Ich hab dazu unterschiedliche Stimmen eingeholt. Also Anamaja sagt Folgendes dazu. Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr, komme ich zu dem Schlussgesundheit, ist was, was einem passiert. Dass es nichts, was man selbst macht und man kann versuchen, generell die Welt gesünder zu machen und davon profitieren, dann sicher auch arme Menschen, wenn quasi der Mindeststandard angehoben wird. Aber mit dem einzelnen wirklich zu helfen ist, da ich so gut wie unmöglich. Ich hab aber auch mit Nico Dragano, dem Medizinsozulogen aus Düsseldorf gesprochen. Und der sagt schon, es gibt auch die Möglichkeit, ein Stück weit zumindest Menschen selbst zu ermächtigen. Also Dinge zu tun, die man so als Empowerment meines beschreibt. Das meint ich eben. Was könnte man denn da tun? Also zum Beispiel lokale Projekte fördern, die auch die Betroffenen selbst mit einbinden, zum Partner machen. Also indem man zum Beispiel Menschen außer betroffenen Community so ausbildet, dass sie dann andere zu Gesundheitsthemen beraten, dann könnte eben die Hemmschwelle, bestimmte Hilfsangebote oder Impfungen und so weiter anzunehmen, auch gesenkt werden. Klar, ein Stück weit haben Menschen Dinge selbst in der Hand, was wäre, Gesundheit zu tun, nicht rauchen, ausreichend Bewegung. Aber das ist eben viel schwieriger, wenn man permanent in dieser Armutsspirale, in diesem Überlebensmodus ist, von dem an der Maya vorhin auch gesprochen hat. Also eben einfach für viele Dinge kein Kopf, keine Ressourcen, keine Zeit, keine Gelingheit hat. Das heißt, man bräuchte eigentlich Angebote, die total einfach zugänglich sind, für alle. Also sportlicher Angebote, Info Dinge, die jeden erreichen, nicht nur Menschen, die sich erst durch 300 Formulare wühlen können, weil sie Zeit und Kohle dafür haben, gerade sich damit auseinanderzusetzen. Also es muss leicht zugänglich sein, gesund zu leben. Ganz genau. Und von so einer guten Infrastruktur und Gesundheitsversorgung profitieren wir ja alle. Und wenn die Fehl trifft, dass aber ärmere Menschen besonders, weil die sich die Alternativen nicht leisten können. Ja, es gibt lokale Projekte und Hilfsangebote für Menschen mit wenig Geld. Und das ist auch toll für diejenigen, die dadurch Hilfe bekommen und erreicht werden. Das Problem ist aber eben, es ist nicht flächendeckend. Und dazu kommt es, braucht eben auch strukturelle Veränderung. Und die betreffeln, wenn man jetzt mal dieses ganz große Thema Armut sich anschaut, viele Bereiche in unserer Gesellschaft. Also da geht es dann um Arbeitsmarktstrukturen, da geht es um Wohnungsbau, um Bildungsschancen, um Zugang zu Natur und Erholung, um den Ausbaupsychologischer Betreuung. Also und und und, man könnte diese Liste noch ziemlich lange fortsetzen. Aber es geht eben auch darum, Armut und Ungleichheit zu verringern und allen Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen, eben inklusive dem Zugang zu Gesundheitsangeboten. Das heißt, da ist noch ziemlich viel zu tun. Die Forschung zeigt aber eben je früher man vor allem Familien erreicht, um so besser, weil die Unterschiede in der Gesundheit schon teilweise sehr früh in den ersten Lebensjahren entstehen. Armut ist also ein Krankheitsrisiko. Armut kann tatsächlich krank machen, weil Armut dazu führt, dass ich nicht so leben kann, wie es meistens gesund ist. Weil wenn ich wenig Geld habe, kann ich mir oft ein Leben so nicht leisten, wie es am Gesundheitsten für mich wäre. Ganz genau. - Liebe Annika, danke. Für all die Infos. - Sehr gerne. Und euch, liebe Grüße. Bis bald, tschüss. Tschüss. Crocs Daily, speziell. Gemacht vom WDR.

Podcast Summary

Key Points:

  1. In Deutschland besteht ein enger Zusammenhang zwischen Armut und geringerer Lebenserwartung sowie schlechterer Gesundheit.
  2. Armut bedeutet hier vor allem relative Armut, die soziale Ausgrenzung und eingeschränkte Teilhabe mit sich bringt und über 13 Millionen Menschen betrifft.
  3. Die gesundheitlichen Folgen umfassen ein höheres Risiko für physische und psychische Erkrankungen, chronischen Stress und epigenetische Veränderungen.
  4. Ursachen sind neben finanziellen Barrieren im Gesundheitssystem auch Bildungsdefizite, ungesunde Lebensverhältnisse und belastende Umweltfaktoren.
  5. Besonders Kinder sind betroffen, wobei ein sozialer Aufstieg die negativen gesundheitlichen Effekte mildern kann.

Summary:

Der Beitrag beleuchtet den starken Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit in Deutschland. Menschen mit geringerem Einkommen haben eine deutlich niedrigere Lebenserwartung – arme Frauen sterben im Schnitt vier, arme Männer sieben Jahre früher als Wohlhabendere. Über 13 Millionen Menschen gelten als armutsgefährdet, definiert durch weniger als 60 % des mittleren Einkommens, was soziale Ausgrenzung bedeutet.

Die gesundheitlichen Folgen sind vielfältig: Ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, psychische Belastungen wie Depressionen und chronischen Stress. Besonders Kinder aus armen Familien sind betroffen, oft mit langfristigen Auswirkungen auf ihre kognitive Entwicklung und Gesundheit. Gründe hierfür sind nicht nur finanzielle Hürden im Gesundheitssystem, wie Zuzahlungen, sondern auch mangelnde Information, ungesunde Lebensumstände, belastende Arbeitsbedingungen und Wohnlagen mit mehr Luftverschmutzung und Lärm.

Chronischer Stress führt zu erhöhten Cortisolwerten, die Krankheiten begünstigen und sogar epigenetische Spuren hinterlassen können. Obwohl ein sozialer Aufstieg die gesundheitlichen Nachteile abmildern kann, zeigt sich, dass Armut ein komplexes strukturelles Problem ist, das weitreichende Folgen für Individuum und Gesellschaft hat.

FAQs

Menschen mit weniger Einkommen sterben im Durchschnitt früher. Arme Frauen leben etwa vier Jahre, arme Männer sogar sieben Jahre kürzer als wohlhabendere Menschen.

Laut Definition gilt man als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Konkret sind das derzeit bis zu 1.378 Euro pro Monat für alle Lebenshaltungskosten.

Etwa 13 Millionen Menschen gelten als arm oder armutsgefährdet. Fasst man den Kreis weiter, sind sogar mehr als 17 Millionen Menschen betroffen, was knapp 21 Prozent der Bevölkerung entspricht.

Besonders deutlich ist der Zusammenhang bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten, Schlaganfällen, Bluthochdruck und Diabetes. Auch psychische Belastungen und Adipositas kommen häufiger vor.

Gründe sind chronischer Stress, schlechterer Zugang zu Gesundheitsangeboten, ungesündere Lebensumstände wie Wohnen an lauten Straßen, und Verhaltensweisen, die mit den eingeschränkten Ressourcen zusammenhängen, wie weniger Sport und ungesündere Ernährung.

Kinder aus armutsgefährdeten Familien leiden häufig unter chronischem Stress, der zu psychosomatischen Symptomen, Entwicklungsbeeinträchtigungen und einem höheren Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen führen kann. Über 52 Prozent sind psychisch belastet.

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