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Geheimnisse in der Beziehung: Muss man einander wirklich alles erzählen?

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Geheimnisse in der Beziehung: Muss man einander wirklich alles erzählen?

Geheimnisse in einer Beziehung sind eine tiefgreifende Verletzung des Vertrauens, da sie das grundlegende Systemgesetz der Zugehörigkeit und des Ausschlusses verletzen. Ob es sich um positive Überraschungen, Notlügen oder unbeabsichtigte Schweigefälle handelt, führt immer zu unangenehmen Gefühlen und kann sich zu Dauerschäden auswirken. Viele Menschen vermeiden offen zu sprechen aus Scham, Angst oder einer frühen Erfahrung, in der Offenheit fehlte – etwa in der Familie oder in frühen Beziehungen. Der entscheidende Schritt zur Heilung ist ein offenes, wertschätzendes Gespräch, bei dem beide Partner ihre Gründe und Gefühle teilen. Dabei sollte nicht nur die Wirkung, sondern auch die Ursache der Schweigsamkeit analysiert werden. Die Lösung setzt auf gemeinsame Regeln, die offene, qualitativ hochwertige Kommunikation fördern, wie beispielsweise bewusste Paarzeiten oder ein Verbot von Lügen und Ausschluss. Durch diese Reflexion und gemeinsame Verantwortung kann Vertrauen wieder aufgebaut werden. Das Ziel ist nicht nur, ein Geheimnis zu lüften, sondern eine neue, gesunde Beziehungsdynamik zu schaffen, in der Offenheit, Wertschätzung und Zugehörigkeit die Grundlage bilden.

Transcription

3916 Words, 23505 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Podcast-Folge. In dieser Folge geht es um Geheimnisse in der Beziehung. Muss man einander wirklich alles erzählen? Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise, hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Als Paar möchte man möglichst alles miteinander teilen, so ist das Bedürfnis von vielen jedenfalls, und viele Lebensmomente zusammen erleben. Allerdings gibt es auch manchmal Themen, über die man nicht so gerne sprechen möchte, beziehungsweise die man ganz bewusst nicht kommuniziert. Man hat dann im gewissen Maße Geheimnisse voreinander und es kam so ein bisschen als Impuls einmal von einem Paar, das Thema Geheimnisse aufzugreifen. Deswegen zeigen wir euch, in dieser Podcast-Folge, welche Herausforderungen mit Geheimnissen einhergehen können und wie ihr mit dieser Situation umgehen könnt. Das Problem ist ja, dass man sich etwas verheimlicht. Auch wenn es nur bestimmte Aspekte sind. Das macht ja erstmal immer ein ungutes Gefühl. Gerade wenn man vielleicht unterschiedliche Blickwinkel darauf hat, ob das etwas ist, was man aussprechen müsste in einer Beziehung oder nicht. Genau. Das ist ja so der erste Punkt, wo das, wo man sich auseinanderdriftet, ne? Ich glaube, beim Thema Geheimnisse hat das halt so viele verschiedene Aspekte. Also einmal gibt es ja ein Geheimnis, was eigentlich etwas Positives ist. Ich plane etwas zum Geburtstag. Ich bereite etwas vor, was ich nicht erzählen möchte, weil ich mir ganz besonders dabei was denke. Das, finde ich, ist so ein positives Geheimnis. Also, dass man weiß, das hat ja ein positives Ende und ich verschweige das zum Beispiel ganz bewusst. Aber selbst da kann ja auch ein, schon ein ungutes Gefühl manchmal auftreten, weil man merkt, man begibt sich da an eine Grenze, die eigentlich, ja, für einen untypisch ist. Mir fällt nämlich da selber was zu ein. Ich weiß, damals noch, als wir geheiratet haben, dass dein Trauzeuge mich damals um eine Nummer gebeten hat von einem Kumpel von dir, die er nicht hatte, die der Trauzeuge als Überraschung, also wollte er als Überraschung die Person mit einladen, zum Junge sein. Und ich hatte diese Nummer nicht, weil das ein Kumpel von früher war. Also, es war jetzt nicht jemand, mit dem du aktuell zu tun hattest. Und das war für mich echt schwierig, weil ich dachte, scheiße, wie komme ich jetzt an diese Nummer ran? Das würde für mich ja heißen, ich müsste in dein Handy gucken und diese Nummer raussuchen. Ich sah die positive Absicht höher und habe gedacht, okay, das dingt sich durch. War dermaßen aufgeregt in dem Moment. Du bist duschen gewesen und bin in dein Handy rangegangen. Ich glaube, ich habe so gezittert. Und natürlich, hat das einen Augenblick gedauert, bis ich dann erstmal ins Menü und die Nummer rausgesucht habe, dann abfotografiert habe und dem anderen zugeschickt habe. Ich hatte ein bisschen schlechtes Gewissen in dem Moment. Ich wusste aber, das war ja eine positive Absicht. Also, dieses Geheimnis war für dich etwas Positives und würde bei dir ein gutes Gefühl machen. Und dementsprechend war das schlechte Gefühl natürlich dann relativ schnell weg. Ja, und das ist der spannende Punkt, an dem, was passiert, wenn ein Paar schon so erste Konflikte hat und in dem Moment, wo du, mit der positiven Absicht, diese Nummer raussuchst, komme ich dazu. Schwierig, ne? Ja, ja, na klar. Wenn da schon erste Sachen da sind, also das wird auf jeden Fall dann in dem Moment hochkochen. Und dann hast du nur noch die Wahl, die Wahrheit zu sagen in dem Moment. So ist es, der möchte noch den und den einladen. Das habe ich jetzt rausgesucht. Guck hier, das ist die Nummer, das ist der Screenshot, den ich gemacht habe und musst es dann offenlegen, weil ansonsten ist es schwierig. Dann muss man die Wahrheit raushauen. Oder man muss so schlau sein und warten, bis der andere duscht. Ja. Ja, wenn man genau weiß, wie lange derjenige duscht und so weiter. Aber vielleicht sollte man nicht zu viele Tricks verraten, die man bei dem anderen im Handy rumstöbert. Das war auch das einzige Mal. Das war eine positive Absicht. Warten wir mal die nächste Podcast-Folge ab. Wir machen noch eine rund um Geheimnisse, damit du noch ein Beispiel bringen musst. Da werden wir denn die Geheimnisse, die ihr uns zuschickt, die gemeinsten Tricks und Geheimnisse in einer Partnerschaft mal hervorbringen. Ist tatsächlich ja auch ein häufiger Grund dafür, warum Paare ganz gerne noch jeweils ihr einzelnes Konto behalten wollen. Wird immer aufgeführt, wenn ich Geschenke für einen anderen bezahle, dann muss ich das ja von einem eigenen Konto machen können. Sonst kann der ja sehen, was ich ihm kaufe oder ihr. Jetzt kam, bin ich mit meiner Story so ein bisschen von unserem Plan abgekommen. Aber die nächste Form von Verheimlichung können ja halt auch Notlügen sein. Das ist ja nochmal, finde ich, nochmal eine andere Form. Dass man in dem Moment aus Affekt irgendwas sagt, was nicht der Wahrheit entspricht oder denkt, okay, ich habe Angst aus, wenn ich jetzt die Wahrheit sage und bringe dann eine Notlüge oder ich möchte andere Menschen nicht schlecht dastehen lassen und lüge dann für die. Das wären so die Varianten, die mir einfallen würden. Hast du da ein Beispiel? Hast du schon mal eine Notlüge gebracht? Ein Beispiel? Ich glaube, man, jeder bringt in seinem Leben mal Notlügen. Ja, aber jetzt auch in der Beziehung? Also, dass man vielleicht irgendwie dass vielleicht jemand zu spät zur Arbeit kommt und hat eine Notlüge parat, weil er nicht sagen will, er hat verschlafen, mag ja mal vorkommen. So was hatte ich mal im Coaching. Da hat derjenige immer gesagt, wenn man bei Treffen mit Freunden zu spät gekommen ist, dass es immer an der Frau lag. Und das lag immer gar nicht an der Frau. Und das hat sie nachher rausbekommen und er hat gesagt, ja, er weiß ja, meine Frau hat wieder ein Bad so lang gebraucht. Also, weil jeder dachte so, ja, also die hat nachher so ein bisschen Brille auf die Frau und hat sich rausgestellt, er war das, der so lang gebraucht hat. Aber ihm war das unangenehm und hat deswegen eine Notlüge sozusagen gebracht. Aber das ist schon, das ist keine Notlüge für mich. Das ist bewusst Lügen. Also immer nur, wenn er gefragt worden ist, ne? Ja, aber das ist halt nicht in Not. Ja, er wusste in dem Moment nicht, sagte er, was er sagen soll und hat dann eine Notlüge gebracht. Aber wie gesagt, das ist ja bewusst, weil das kommt ja immer wieder auf ihn zu. Notlüge wäre für mich eher die Situation mit dem Handy, ich komme auf dich zu und du möchtest nicht, dass diese Überraschung verdorben wird zwischen uns vorher gut und du sagst, ich dachte, da wäre ein Anruf. Ja, genau, da war ein Anruf, ich wollte dir das Handy grad bringen oder sowas. Und dann würde man sagen, okay, dann hast du die gute Absicht gerettet. Das wäre für mich was anderes, wo das eine spontane Situation ist, wo du wirklich im Affekt was machst, aber nicht geplant, auch wiederholend, dass das eine Lüge bringt. Dann ist das für mich nicht mehr eine Lüge. Was ich auch im Coaching hatte, ist eine Notlüge, die innerhalb der Partnerschaft passiert in Bezug auf Kinder. Also, dass manche sagen, ich habe eine Notlüge gebracht, damit ich meine Kinder besser dastehen lasse, weil derjenige, der wüsste, es würde das Ärger geben. Das wäre auch so eine typische Notlüge. Ja, dann gibt es da bestimmte Dinge in der Beziehung, die einfach unausgesprochen bleiben, die man gar nicht erst erwähnt. Also, wo es letztendlich ja kein bewusstes Verheimlichen vielleicht gibt, keine Lüge, aber die einfach gar nicht angesprochen werden. Oder wiederum Dinge, die man auch ganz bewusst vielleicht dem anderen nicht mitteilt, weil es schambehaftet ist oder was auch immer. Was ja auch sein kann in einem Freundeskreis, dass jemand auf einen zukommt und einer Familie sagt, ich möchte dir was erzählen, aber ich möchte gerne bitte, dass du es als Geheimnis für dich behältst. Auch schwieriger Punkt, ne? Genau, aber das könnte ja auch eine Variante sein, weil es geht ja um das Thema Geheimnisse in der Beziehung. das wäre mir gesagt, ich möchte nicht, dass du das weitererzählst. Ja, ganz häufiges Handy-Thema. Ein ganz häufiges Thema, wenn jemand im Handy was schreibt und oder auch Konversationen mit Freunden sich wegdreht, dass man immer sagt, ja Mensch, ich schreibe hier mit meinem Freund, das geht gerade um Probleme, die er hat und so und das soll schon unter uns bleiben und so weiter. Ganz häufiges Thema, wo es sich für jemanden ganz ungut anfühlt und so weiter, ne? Finde ich auch schwierig, wenn das, was ein Geheimnis auch sein kann, dass jemand in der Familie etwas Positives plant und sagt, ich möchte jemanden überraschen und bitte erzähl das nicht weiter. Kann ja auch sein, dass es sowas gibt. Aber das ist immer noch, finde ich, die positive Absicht, ne? Ja, auch wenn sich eine Gruppe bildet bei WhatsApp, wo man dann über das Geburtstagsgeschenk schreibt oder jetzt hat im Team jemand geheiratet und man hat eine Geburtstagsgruppe und macht dann was. Das ist ja total positiv gerichtet. Man schreibt wertschätzend über denjenigen, so als wenn er dabei wäre. Das ist okay und das Geheimnis lüfte sich danach ja auch in Form von Schau mal hier, wir haben zusammen was organisiert. Dann ist das Geheimnis ja auch gelüftet. Aber wir können nochmal später auf den Punkt, vielleicht so bei den Lösungsansätzen uns anschauen, wie ist das denn, wenn andere einem etwas erzählen, was man so für sich behalten soll oder mit Freunden Geheimnisse und diese ganzen Dinge. Denn das Problem bei diesen Geheimnissen ist das Systemgesetz Nummer 1. Ausschluss. Zugehörigkeit, kein Ausschluss. Und wenn man etwas für sich behält und dem anderen nicht mitteilt, das ist Ausschluss. Wenn man eine Notlüge reinschmeißt, das ist ein Ausschluss und zusätzlich noch Anerkennung, Wertschätzung, Respekt sind verletzt. All diese Dinge kommen da zusammen und deswegen macht das eine sehr starke Verletzung. Also ein Geheimnis in der Beziehung macht eine sehr starke Verletzung. Die Folgen sind, wenn ein Geheimnis ans Licht kommt, dass das ungute Gefühle auslöst und dann meistens doppelt. Und das ist ja auch beim Fremdgehen immer so, dass Fremdgehen immer so zwei Aspekte hat. Der eine ist das Fremdgehen selbst, was eine Verletzung macht. Das andere ist, wenn es verheimlicht wurde und dann entdeckt wird. Das ist meistens der schwierige Anteil im Vertrauen zu lösen als das Fremdgehen selbst. Und das ist eben bei Geheimnissen, die sich jetzt um alle Themen drehen genauso. Das löst ungute Gefühle aus und wirkt sich ganz stark auf das Thema Vertrauen und Zugehörigkeit aus. Und da glaube ich ist auch mal platt gesagt so, wenn der Wurm drin ist. Also wenn man einmal den anderen angelogen hat oder einmal ein Geheimnis sozusagen hatte vor dem anderen und das hat zu unguten Gefühlen geführt, Ausschluss gemacht. Diese Angst, die dann entstanden ist, diese Enttäuschung, die glaube ich kommt in vielen Situationen schnell wieder hervor, weil man viele Triggerpunkte aufbauen kann, wo man zuvor nie was gedacht hätte. Aber sobald dann jemand, man ist abends unterwegs und zwei Leute stellen sich dichter zusammen und man hat das Gefühl, da wird was erzählt und man ist ausgeschlossen. Jemand schickt eine längere Sprachnachricht ab. Also man kann sich glaube ich heutzutage so schnell dann angetriggert fühlen. Dass man Sachen sieht, die vorher kein Thema waren, die aber jetzt schon ein schlechtes Gefühl machen und man dauerhaft dann immer so ein Konflikt ist. Ja vor allen Dingen ist das immer spannend, wenn jemand sagt, naja das war ja nur eine unwichtige Kleinigkeit. Und dann merkt man, das Vorgehen war aber genau falschrum eigentlich, weil dann jemand meistens zum Schluss kommt, wenn du schon bei unwichtigen Kleinigkeiten nicht die Wahrheit sagst, wie soll es denn bei den wirklich wichtigen Dingen sein. So rumdreht sich das dann meistens. Also alle Dinge sind da relevant, ne? Ja es entstehen Zweifel in der Beziehung, man hinterfragt die Kommunikation und man gerät in so einen Dauerverdacht. Es entsteht Kopfkino, Brillen bauen sich auf. Genau, das dachte ich gerade, ja. Genau, ich wiederhole es nochmal, zur Sicherheit. Ja wir haben einen Blogbeitrag für euch geschrieben, paar Therapietypische Fragen, die im Coaching auf euch zukommen können. Und darin gehen wir nochmal näher darauf ein. Ja was einfach in Paartherapien passiert, damit ihr da nochmal einen stärkeren Einglück bekommt und sehen könnt, was da einfach typischerweise, zumindest bei uns in der Paartherapie gemacht wird, wie das Vorgehen ist, wie die Methodik ist und so weiter. Denn das ist ja eine sehr häufige Frage, vielleicht auch dann, wenn bei euch das Thema Vertrauen, Geheimnisse, sich die Wahrheit sagen, ein Thema ist, was eben auch häufiger mal der Fall ist, dass jemand auch da ist. Auch im Einzelcoaching immer sehr spannend, wenn jemand da ist und sagt, Mensch. Ich lüge meine Partnerin, tatsächlich aus meiner Brille trifft das eher die Männer. Also seltener, dass Frauen kommen und sagen, ich lüge meinen Partner regelmäßig an. Ich lüge meine Partnerin an und ich weiß nicht warum, habe ich früher auch schon gemacht. Ich weiß nicht, warum ich immer wieder lüge, weil ich will immer wissen, woher kommt das. Und dann im Einzelcoaching sind. Oder finde ich, was wir im Coaching auch schon hatten, dass eine Lüge zum Vorschein kommt. Die sehr, sehr lange zum Beispiel auch zurückliegt. Jahre oder Jahrzehnte. Genau. Ja. Und dann wird natürlich die gesamte Beziehung in diesen Jahren hinterfragt, in Bezug auf die Ehrlichkeit. War alles wirklich so, was gibt es da noch und so weiter. Also das ist sehr schwierig, auch vom Leid her. Das finde ich halt auch mal so spannend, durch dieses Geheimnis, durch diese Lüge, die da entstanden ist, die kann ewig zurückhängen. Das wirft halt so einen Schatten auf die Zeit. Und dieser Schatten kann halt so stark sein, dass auch wenn das nur wirklich diese eine Sache war, dass alles andere wieder in Frage gestellt wird. Und ich finde, da merkt man beim Thema Lügen und Geheimnisse so diesen starken Mechanismus, was da passieren kann. Also wie sehr das Menschen wirklich trifft. Ja, wir können gleich mal auf die Punkte eingehen, wie man das Ganze löst. Vielleicht berichten wir nochmal von uns, wie wir manche Dinge handhaben, weil das glaube ich eine ganz, ein ganz guter Ansatz ist. Also du hast darüber gesprochen, dass man manchmal Geheimnisse mit Freunden hat oder Freunde das wollen, dass man nichts erzählt. Da haben wir eine ganz klare Regel, die wir nach außen hin vertreten. Jemand, der dir oder mir was erzählt, muss immer damit rechnen, dass wir das untereinander teilen. Weil wir dann sozusagen die kleinste gemeinsame Einheit sind und wo die höchste Zugehörigkeit da ist. Und wenn jemand das nicht machen möchte oder wenn jemand sagt, er will mir was erzählen, was du nicht erfahren darfst, dann blocke ich das ab. Oder wenn es halt die positive Absicht ist, dass man das natürlich dann sagen muss. Wenn es jetzt um ein Geburtstagsgeschenk für dich geht, ja gut. Oder irgendeine Überraschung oder so, dass man dann sagt. Wie gesagt, positiv gerichtet, aber nicht irgendwie, ich habe da irgendein Thema, worüber und so, das funktioniert nicht. Das muss schon offen sein, dass das für beide geht. Das heißt, es gibt sozusagen nicht die Möglichkeit, dass nach außen hin jemand Geheimnisse mit einem von uns beiden hat oder Themen geteilt hat, die der andere nicht wissen will. Oder nicht wissen darf oder nicht weiß. Und andersrum ist es auch so, dass solche positiven Dinge ja gelöst werden. Da ist ja irgendwann das Geschenk da, irgendwann ist die Überraschung da oder sowas. Und dann ist es natürlich was. Ist ja natürlich klar, dass wenn du Geburtstag hast, dass wenn ich mit unserem Sohn was mache und vorbereite, dass er das dir vorher nicht sagen soll. Als wenn das aufgehen würde. Das ist eher die Schwierigkeit als kleiner Mann, dann eben dieses Gesicht zu behalten, weil es so aufregend ist, wenn man das erzählen muss. Aber der erste Schritt, wenn man was lösen will, das ist eigentlich der universelle Schritt, den wir immer anführen könnten. Ich fühle mich ein bisschen zurückerinnert an den Deutschunterricht und die Interpretationen, wo man immer am Anfang sagen konnte, die Kommunikation ist gestört, war immer richtig. Hier ist es so, ein offenes Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin führen ist immer richtig. Also erklärt, dass man manche Themen für sich behalten hat, warum das so ist und klärt diese Themen auf. Klärt eure Absicht dahinter auf. Klärt vielleicht auch die Prägung dahinter auf oder die Angst, die ihr hattet. Diese Sorge, die damit verbunden war. Also eröffnet dem anderen einen Einblick in eure Gefühlswelt. Warum konntet ihr dieses Thema nicht aussprechen? Welches Gefühl lag dahinter? War es eine Scham, eine Angst, eine Sorge? Was war es, was euch blockiert hat? Und da ist es auch wichtig, glaube ich, bei sich zu bleiben und nicht zu sagen, ja, ich konnte dir das nicht erzählen, weil du so und so. Sondern auch auf seinen Anteil erstmal zu schauen. Also kann natürlich manchmal so sein, dass man, wenn man nach den Ursachen dafür sucht, dahin kommt, dass man irgendwann was ehrlich ausgesprochen hat und hat irgendwie eine Verletzung abbekommen. Genau, dahin kommt aber, aber nicht so startet in ein Gespräch. Genau, nicht so startet. Aber bei der Suche der Ursache kann es natürlich sein, dass man irgendwann ehrlich sein konnte und die Dinge aussprechen konnte und dann gab es mal eine Reaktion, die das verhindert hat auf einmal. Das ist eine perfekte Überleitung zum nächsten Punkt, nämlich die Systemgesetzverletzung. Nämlich da geht es genau darum, dass vielleicht mal vorher eine Systemgesetzverletzung da war und die Auflösung der Ursachen mit dieser Methode, also wieder zurückzukehren an den Punkt, wo es mal gut war, da zu schauen, was ist denn passiert, wo kam der Stein ins Rollen, wo das ein Problem war mit dem Geheimnis, mit dem Thema Ehrlichkeit und so weiter. Und zu schauen, gab es da eine Vorverletzung, die mich vielleicht dazu gebracht hat, so stark beeinflusst hat, ins Schweigen zu gehen oder ins Geheimnis zu gehen. Und das ist ja auch ganz wichtig, nicht nur die Wirkung sich anzuschauen, sondern halt auch die Ursache und den Mechanismus, wie etwas entstanden ist. Da ist ein wichtiger Aspekt, dass der Punkt, wann es mal gut war, nicht in der eigenen Beziehung liegen muss. Das kann sein, dass der deutlich davor liegt, in einer anderen Beziehung, in der Kindheit, in der Jugend, in dem Leben der Eltern, dass es im eigenen Leben noch nie gut war. Ein typischer Fall ist, man erlebt, dass die Eltern miteinander keine Themen klären, miteinander nicht offen sprechen, hat vielleicht aus der damaligen Sicht eher mit der Mutter zu tun gehabt. Der Vater war vielleicht mehr am Arbeiten, so erzieherisch. Und dann merkt man, wie die Mutter immer mit Freundinnen ihre Themen bespricht und über den Vater redet und Geheimnisse hat. Oder das Kind auch so als Freundin hergenommen wird oder als Freund dargenommen wird von der Mutter oder so. Das ist eine ganz häufige Konstellation, die ich so im Coaching habe, wo man eben nicht lernt, offen über seine Themen mit dem Partner zu sprechen, weil man in der Beziehung der Eltern gesehen hat, dass der Mann gar kein Ansprechpartner für meine Themen ist. Oder andersrum. Und dann kann es sein, dass man eben den Punkt hat, im eigenen Leben war es noch nie gut, ich konnte in Beziehungen noch nie offen reden, hatte immer Geheimnisse, weil ich das von meinen Eltern so kenne. Und da ist es natürlich wichtig, wie du schon sagst, mal zu schauen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Also sind das noch alte Themen bei mir, die ich mitbringe, woher kommt das, ist das bei uns in der Beziehung entstanden und so weiter. Ja und dann geht es darum, als Paar gemeinsame Regeln aufzustellen und zu überlegen, wie kann man offener miteinander umgehen. Also was könnt ihr tun, lernen, verändern, damit ihr offen miteinander umgehen könnt. Und gerade wenn es Gefühle sind, die euch zurückhalten, Sorgen, Ängste, ein Schamgefühl, dann ist immer die Empfehlung, mit diesem Gefühl zu starten. Also das ist die Einleitung, zu sagen, Mensch, ich habe da ein Thema, wenn man zum Beispiel Angst vor der Reaktion hat, und da habe ich Angst vor deiner Reaktion. Ich weiß nicht, was auf mich zukommt, das ist ein empfindliches Thema für mich, wo ich nicht gut drüber sprechen kann. Wo der andere signalisiert bekommt, okay, ich muss da jetzt wirklich schauen, dass ich in der Wertschätzung halte. Ich muss schauen, dass ich vielleicht auf Sarkasmus, Ironie, komische Witze und Sprüche verzichte, sondern jetzt wirklich in einer positiv gerichteten Haltung, wertschätzend mit dem richtigen Rahmen bin und wirklich schaue, bin ich bereit und kann das leisten, damit der andere ein gutes Feedback bekommt auf das, was er ausspricht. Also, dass man wertschätzend mit ihm umgeht, damit eben man auch aus dieser Spirale rauskommt und man merkt, spreche ich das aus, sage die Wahrheit, teile dem anderen das, was da gerade so los ist, mit, dann ist das gut für die Beziehung, das schafft Zugehörigkeit. Und da sind die Systemgesetze die Grundlage. Wir haben Systemgesetz 1, Zugehörigkeit kein Ausschluss, miteinander sprechen, alles teilen in der Beziehung. Schafft Zugehörigkeit. Und Systemgesetz 9 ist aussprechen und anerkennen, was ist. Also, da steckt das ja nochmal ganz konkret drin, dass man Dinge aussprechen sollte und seien sie noch so klein. Und dann festlegen, welche Gesprächsregeln möchte man im gemeinsamen Austausch halt in der Zukunft beachten. Also, wie stellt man sich einen gemeinsamen Austausch vor? Das ist so ein bisschen das, was du vorhin erzählt hast, wie wir damit umgehen. Also, welche Regeln möchte man einfach grundsätzlich festlegen dafür? Und da darf man dann auch wissen. Also, da darf man dann auch wirklich in die Tiefe gehen und auch sagen, was sich für einstimmig anfühlt und das sollte man dann auch nach außen kommunizieren. Aber auch zu sagen, haben wir vielleicht zu wenig Kommunikation? Also, wie können wir die Kommunikation in unserer Beziehung auch vielleicht verstärken, damit so eine Mechanismen nicht eintreten, wie, dass du mit einer Freundin oder mit einem Kumpel oder so über Dinge sprichst und ich in den Ausschluss gerate. Also, da auch das zu reflektieren, zu sagen, brauchen wir mehr Paarzeiten, mehr Austausch. Mehr bewusste, qualitativ gute Gespräche, als immer so nach der Arbeit ganz kurz nur, damit wir diese Grundlage auch erstmal herstellen können. Wir hoffen, ihr konntet für euch was mitnehmen und wenn ihr Geheimnisse in der Beziehung habt, dann ist das der Punkt, sie jetzt zu lösen und zu lüften und den anderen mitzunehmen, sodass ihr mehr Zugehörigkeit in eurer Beziehung fühlt. Ansonsten freuen wir uns sehr, wenn ihr den Podcast bewertet oder uns bei Instagram, YouTube und Co folgt. Auch da gibt es immer spannende Impulse, immer rund um das Thema dieser Woche, also da gibt es immer weiterführende Dinge zu dem Thema, was ihr jetzt gerade auch gehört habt, sodass es da für euch sehr, sehr spannend sein kann und natürlich werdet ihr auch in den Storys und Co immer auf neue Podcast-Folgen und Co aufmerksam gemacht, sodass ihr immer mitbekommt, ist das ein Thema, was mich gerade interessiert oder auch nicht. Wir hören uns in der nächsten Folge wieder. Bis bald. Bis dann. Tschüss.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Geheimnisse in einer Beziehung verletzen das Systemgesetz der Zugehörigkeit und führen zu einem Ausschluss, was Vertrauen und Wertschätzung beeinträchtigt.
  2. Positive Geheimnisse, wie überraschende Geschenke, können trotz ihrer guten Absicht unangenehme Gefühle auslösen, wenn sie aufgrund von Scham oder Angst verheimlicht werden.
  3. Notlügen, besonders im Affekt oder aus Angst, dass jemand schlecht dastehen würde, sind eine Form der Verletzung und schaffen Dauerschmerz und Vertrauensprobleme.
  4. Manche Dinge bleiben einfach unausgesprochen, weil sie schambehaftet oder emotional blockiert sind, was zu einem fehlenden Austausch führt.
  5. Die Wurzeln von Geheimnissen liegen oft in früheren Beziehungen oder familiären Muster, wo Offenheit fehlte und das Vertrauen aufgebaut wurde.
  6. Offene Kommunikation ist der erste und entscheidende Schritt zur Lösung
  7. Die Aufarbeitung von Ursachen und Verletzungen hilft, den Mechanismus der Vermeidung zu verstehen und zu überwinden.
  8. Paare sollten gemeinsame Regeln schaffen, um offene, wertschätzende und emotionale Gespräche zu fördern und Ausschluss zu vermeiden.

Summary:

Geheimnisse in einer Beziehung sind eine tiefgreifende Verletzung des Vertrauens, da sie das grundlegende Systemgesetz der Zugehörigkeit und des Ausschlusses verletzen. Ob es sich um positive Überraschungen, Notlügen oder unbeabsichtigte Schweigefälle handelt, führt immer zu unangenehmen Gefühlen und kann sich zu Dauerschäden auswirken. Viele Menschen vermeiden offen zu sprechen aus Scham, Angst oder einer frühen Erfahrung, in der Offenheit fehlte – etwa in der Familie oder in frühen Beziehungen.

Der entscheidende Schritt zur Heilung ist ein offenes, wertschätzendes Gespräch, bei dem beide Partner ihre Gründe und Gefühle teilen. Dabei sollte nicht nur die Wirkung, sondern auch die Ursache der Schweigsamkeit analysiert werden. Die Lösung setzt auf gemeinsame Regeln, die offene, qualitativ hochwertige Kommunikation fördern, wie beispielsweise bewusste Paarzeiten oder ein Verbot von Lügen und Ausschluss.

Durch diese Reflexion und gemeinsame Verantwortung kann Vertrauen wieder aufgebaut werden. Das Ziel ist nicht nur, ein Geheimnis zu lüften, sondern eine neue, gesunde Beziehungsdynamik zu schaffen, in der Offenheit, Wertschätzung und Zugehörigkeit die Grundlage bilden.

FAQs

Geheimnisse führen zu einem Gefühl des Ausschlusses und verletzen das Systemgesetz der Zugehörigkeit. Sie erzeugen Unsicherheit und können langfristig zu Verdacht und Mangel an Vertrauen führen.

Eine Notlüge ist eine spontane, im Affekt getroffene Lüge, die jemand im Moment der Angst oder des Schutzes sagt, um eine Situation zu mildern. Sie ist oft nicht bewusst und entsteht aus äußerer Dränglichkeit.

Ja, wie zum Beispiel eine Überraschung zum Geburtstag. Solche Geheimnisse können positiv wirken, wenn sie auf eine gemeinsame Erwartung abgestimmt sind und nicht verletzend sind.

Es verursacht oft unsichere Gefühle, Enttäuschung und Verletzungen. Die Wirkung kann sich über Jahre ausdehnen, wenn das Verheimlichen aus Angst oder Scham entstanden ist.

Ein offenes Gespräch ermöglicht es, die Gründe für das Verheimlichen zu klären, die Gefühle dahinter zu erkennen und gemeinsam die Beziehung zu stärken und zu vertrauen.

Frühe Erfahrungen in der Familie oder in der Kindheit, wo keine Offenheit bestand, können die Angst vor Geheimnissen und das Vermeiden von Wahrheit in der eigenen Beziehung prägen.

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