Gegen das Gesetz? Die geheime Datenbank der Schufa
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Die Schufa, ein privates Unternehmen mit Daten von 68 Millionen Deutschen, speichert historische Verbraucherdaten wie alte Kredite, Zahlungsstörungen und Privatinsolvenzen in einer separaten „Schatten-Datenbank“ – oft Jahre über die gesetzlichen Löschfristen hinaus. Diese Praxis wurde durch Recherchen von ARD und Süddeutscher Zeitung aufgedeckt. Offiziell heißt es, die Daten dienten nur Testzwecken, um die Zuverlässigkeit des neuen, transparenten Scores zu prüfen, der seit März 2024 angeboten wird. Unternehmen, die diese historischen Scores erhalten, müssen vertraglich zusichern, sie nicht für Bonitätsentscheidungen zu nutzen. Verbraucher erfahren weder von der Speicherung noch tauchen die Daten in der Selbstauskunft auf. Datenschutzexpertin Rudianal und der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisieren dies als Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung, da eine dauerhafte Speicherung nicht notwendig sei – ein deutlich kleinerer Datensatz würde für Tests reichen. Zudem bestehe die Gefahr, dass Unternehmen die Daten heimlich für Kreditentscheidungen nutzen, was Verbraucher schädigen könnte. Die Schufa beruft sich auf berechtigte Interessen von Banken und anderen Branchen, doch die Aufsichtsbehörde in Hessen muss nun prüfen, ob das Vorgehen rechtmäßig ist. Die gesellschaftliche Debatte um die Macht der Schufa könnte durch diesen Skandal neu entfacht werden.
ARD Sounds Die Schufer, die sammelt ziemlich viele Informationen von den Deutschen. Und sie speichert sie viel länger als bisher bekannt war. Eigentlich müsste die Schufer ihre gesamten Daten regelmäßig löschen. Aber aktuelle Schärchen zeigen, dass tut sie in vielen Fällen nicht. Das hat Endeärjournalist Peter Hornung zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Südeutschen Zeitung recherchiert. Er erzählt uns heute von einer Schatten-Datenbank, die viele Fragen aufwirft. Und die die gesellschaftliche Diskussion rund um das Prinzip Schufer neu anheizen könnte. Ihr hört 11 km, der Tageschauportkast. Ein Thema in Allertiefe. Mein Name ist Kevin Ebert. Und heute ist mitwoch der 15. Juli. Hallo Peter, schön, dass du da bist. Hallo, grüß dich. Die Schufer. Das ist ja ein Unternehmen, das unser aller Leben beeinflusst. Irgendwie dazu gehört, man hat fast schon das Gefühl, es ist eine deutsche Behörde. Ich glaube aber nur wenige Verbraucher und Verbraucherinnen wissen genau, wie die Schufer eigentlich funktioniert. Kannst du mal erklären, wie wir als Verbraucher mit der Schufe in unserem Alltag in Berührung kommen. Wir kommen eigentlich sehr oft mit der Schufer im Alltag in Kontakt. Aber wir merken es, weißt du nicht. Ein Handyvertrag zum Beispiel, der ist ein gutes Beispiel. Also auch so einer mit einem Smartphone, das man durch den Vertrag abbezahlt. Du hast ein tolles Gerät, für das du erstmal nichts bezahltst. Jetzt will also der Handy anbieten wissen, wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass du deine Rechnung auch bezahlen kannst. Und da kommt jetzt die Schufer ins Spiel, die errechnet diese Wahrscheinlichkeit aus den Daten von dir, die sie hat. Das ist der sogenannte Score. Und diesen Score gibt sie dem Handy anbieten und dann sagt er, okay, also das scheint schon sehr wahrscheinlich, dass du das bezahlt, also Katzenvertrag haben. Oder sieht nicht so gut aus, nimm lieber im Pre-Pet Handy. Ich hab vor zwei Jahren einen Handyvertrag abgeschlossen, ich hab da niemals die Schufer beauftragt und auch nichts angeklickt. Aber auch da wurde das gemacht. Genau, die Schufer siehst du nicht im Alltag. Die kommt ganz oft ins Spiel. Es ist gesetzlich so geregelt. Früher gab es meine Schufer-Klausel, die man unterschreiten musste. Die gibt es schon lange nicht mehr im neuen Datenschutzrecht. Jetzt ist es einfach so, die Schufer darf das, die hatten berechtigtes Interesse und die Unternehmen dürfen das auch abfragen bei der Schufer. Die Schufer, die wirkt ja wie so eine Institution fast schon so behörtlich. Also so, dass die einfach dazu gehört dabei ist das ja, aber eigentlich ein Unternehmen. Genauso ein privates Unternehmen, das Gewinn machen möchte, das auf Gewinn ausgerichtet ist, eine Aktiengesellschaft. Die Schufer ist eine so genannte Wirtschaftsauskunft. Die gibt eben diese Bewertungen über Verbraucherinnen und Verbraucher heraus. Gibt mehrere Wirtschaftsauskunftssteine in Deutschland. Die Schufer ist aber bei Weiten die größte und die Bekannteste und sie verfügt so über die Daten von 68 Millionen Deutschen. Also sitzen auf einem massiven Datenschatz. Absolut. Jetzt war die Schufer ja recht lange mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie vollkommen intransparent sei bei der Berechnung des sogenannten Schufascores. Also diesem Skor mit dem die Schufer einschärzt, ob ich jetzt kreditwürdig bin oder nicht. Seit März gibt es deshalb einen neuen Schufascor, wie funktioniert der? Na ja, Jahrzehntelang war tatsächlich der Bonitätsgår der Schuferne totale Black Box. Am 17. März dieses Jahres hat die Schufer diesen neuen Skor vorgestellt. Das ist ein relativ einfach aufgebauter Skor mit zwölf Merkmalen. Da sind so Sachen wie Alter der Adresse drin. Also Alter der jetzigen Adresse. Dann sind andere Sachen drin wie Zahlungsstörungen. Die sind ganz wichtig. Also hast du in der Vergangenheit meine Rechnung nicht bezahlt, kamen Mahnungen und am Ende dann möglicherweise auch ein Inkasso. Wie viel Jiro konnten hast du? Wie viel Kreditkarten und lauter solche Sachen. Das wird alles mit einbezogen. Wenn wir noch mal auf die Adresse blicken, häufig geumzüge Markt, die Schufer nicht so gerne. Genau, das ist tatsächlich so, dass einem das eher schade, das an das runterzieht. Selbst wenn man sagt, ich habe einen spannenden Beruf, ich krieg sogar ordentlich Geld und ich muss halt oft umziehen. Und es ist überhaupt kein Zeichen dafür, dass ich nicht kreditwürdig bin. Aber die Schufer sagt, statistisch berechnet ist es einfach so, Leute, die häufig umziehen. Das könnten ja auch mit Normaden sein, Leute, die vor Gläubigern fliehen. Da ist es einfach so, die haben schlechter uns Gorg. Und jetzt gab es eben im März diese große Veranstaltung der Schufer und eine Pressekampagne. Nun sollen Verbraucherinnen und Verbraucher leichter nachvollziehen können, wie die Berechnungen der Schufer zustande kommen. Von heute an ist es möglich, den neuen Schufer-Score, also die Angaben zur Zahlungszuverlässigkeit kostenlos einzusehen. Die Umstellung ist eine Reaktion auf Gerichtzuerteile und Kritik von Verbraucherschützern. Der neue Score mit zwölf Bewertungskriterien, das ist alles transparent, das ist in der App vorhanden, man kann das nachsteuern, man kann das kontrollieren. Das ist sozusagen die schöne Neuescorewelt. Und die Schufer war auch ganz stolz drauf. Die Menschen hat natürlich oft ein ungutes Gefühl im Bezug auf die Schufer und dafür gibt es das gar kein Grund mehr. Das ist die Schufer-Chefin-Tania-Bierkultz. Man muss klar sagen, das war vor allem ein Marketing-Erfolg für die Schufer. Es bildet aber die Wirklichkeit nicht ab. Es gibt nämlich noch immer die alten, intransparenten, komplizierten Scores. Und die sind immer noch viel wichtiger als die Neuescore. Ich habe mit Leuten aus anigen Branchen gesprochen, was sie von diesem neuen Score halten. Und da war schon ein ziemliches Gapsis durchzuhören, Banken, Handelsunternehmen, Telekomunternehmen, auch Versorgers, so Energieversorgers. Da muss man sagen, ja, die gucken sich das an, aber die sind noch nicht alle so, dass die Laula machen, weil es diesen neuen Transparentenschuferscore gibt. Die Schufer selbst sagt im Augenblick von den 100 größten Beziern ihrer Scores. Also den Unternehmen hätten gerade mal 14 Unternehmen sich für den Neuescore entschieden. Und entschieden heißt dann auch nicht unbedingt, dass sie auch nur den Neuescore beziehen, sondern sie können natürlich auch noch den Alpen beziehen. Okay, aber verstehe ich das richtig. Der Neuescore hat die alten Scores von der Schufer nicht abgelöst, wie viele Leute auch ich das vielleicht denken würden, sondern die Unternehmen, die können jetzt einfach zwischen diesen beiden Varianten wählen. Also die Schufer hat gesagt, Ende 2008 werden die alten Scores beendet, und dann kriegt man nur noch den neuen. Aber sie muss ja erst die Verträge mit den Firmen schließen. Das heißt also, dieser Neuescore ist erst mal ein großes Versprechen und eigentlich eine Hoffnung der Schufer und weniger eine Realität. Du beobachtest die Schufer ja schon seit 15 Jahren. Du bist ja ein Experte, so tief drin wie wenige Menschen, dieses neue System. Alles Neue, alles viel Transparenter. Zumindest sagt die Schufer das. Ist das wirklich so Transparent so verbraucherfreundlich, wie die Schufer es behauptet? Also dieses Transparenz versprechende Schufer, das ist noch längst nicht eingelöst, würde ich sagen. Okay. Und das haben wir jetzt auch gerade bei einer Recharge gesehen. Wir haben jetzt gerade rausgefunden, dass die Schufer offenbar historische Daten von Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern Jahre zurückgespeichert hat. Wo eigentlich alle dachten, das sei längst gelöscht. Also man könnte eigentlich sagen, Bildhaft, sie haben nichts geschreddert, sie haben nichts gelöscht, sondern sie haben alles einfach ins Archiv gestellt. In dieser historischen Datenbank, da sind alte Kredite drin, Kredietkraten, aber auch negative Sachen, Fendungen, Privatinsolvenzen. Aber oft eben Schulden, die die Betroffenen schon vor Jahren beglichen haben. Das sind einfach sensible Informationen, die großen Schaden anrichten könnten, wenn sie die falschen Hände geraten. Wie viele Jahre diese Datenbank zurückgeht, das ist nicht ganz klar, als wir der Schufer geschrieben haben, fünf Jahre, da haben sie jedenfalls nicht widersprochen. Für diese Negativ-Einträge, da gibt es gesetzliche Leschfristen. Gespeichert werden darf die Eröffnungen der Privatinsolvenz zum Beispiel drei Jahre. Wir sogenannten Restschulpbefreiung, also ganz am Ende des Prozesses einer Privatinsolvenz nur sechs Monate. Das zeigt das Verhältnis. Ich habe 15 Jahre, 15 Jahre dazu recherchiert. Ich habe es immer nur so raunen hören, dass es da eben, was im Hintergrund geben muss, eine Schattendatentbank, ein Gedächtnis der Schufer. Aber es war überhaupt nicht klar. Aber man muss auch sagen, die Schufer sagt, wir dürfen das haben. Das ist alles rechtens. Es gibt eine Rechtsgrundlage dafür. Und ganz wichtig, diese Daten werden nicht so beurteilt.
Betwertung von Verbraucher und aktuell verwendet, sondern zum Beispiel für Daten-Tests. Daten-Tests? Da will ich dich gleich fragen, was du genau damit meinst. Erst habe ich mich gefragt, Peter, wie habt ihr das rausgefunden? Na, du sagst, Schatten-Datenbank, das ist total grasses Wort. Wie seid ihr darauf gekommen? Wie habt ihr da recherchiert? Man muss gut vernetzt sein in der Branche, in den Branchen, die beteiligt sind, weil den Wirtschaftsauskunft fein, die dieses Kurs von Wirtschaftsauskunftsteilend wieder Schufer beziehen. Da gab es einfach Hinweise. In dem Zusammenhang habe ich angefangen, die Schufer zu fragen. Da haben sie es so ein Geräumtsstück für Stück. Aber eben auch gleich erklärt, wir dürfen das alles rechten. Die Schufer verwendet die Datenbank für Daten-Tests. Was soll das heißen? Die sagen, die benutzen die Daten nicht, um Bonitäts-Skors von Verbrauchern zu berechnen, sondern sie stellen, die Daten nur Firmen zu Testzwecken zu verfügen. Zwar nicht die Daten selber, sondern sie nehmen die historischen Daten und berechnen mit der neuen Methode, also mit diesem neuen transparenten Skort, berechnen sie einen Skort. So lässt sich vergleichen, wie der Skort von Dierkewin sich mit einer alten oder neuen Methode unterscheidet. Und da wollen sie den Unternehmen zeigen, wie gut der Neues Gore ist. Aber es klingt ja jetzt schon, wie doch ein versteckter Bonitätscheck hinten rum. Nein, also im konkreten Fall ist es ja so, die Firmen solle nur sehen, ob der Neues Gore wirklich Aussage kräftig ist. Bonitätscheck wäre, wenn man sagen würde, okay, wir. Wir schauen uns diesen Altenskommer genauer an. Der ist gar nicht so gut. Und das merken wir uns. Und das hat quasi Auswirkungen auf die Kundenbeziehung, demjenigen, den es betrifft. Oder wir geben dem kein Kredit, weil da doch was war. Das ist schon ein bisschen länger her, aber da war was, was ungutes. Da sagt aber die Schufer ganz klar, wir lassen uns unterschreiben, dass das damit nicht geschehen darf. Die Schufer sagt, die Test sind notwendig, damit Unternehmen sehen, dass der Neues Gore auch funktioniert. Unternehmen wie Banden zum Beispiel. Da sagt die Schufer, Banden sind gesetzlich dazu verpflichtet. Es gibt eine Finanzaufsicht, die den Banden auf die Finger schaut. Und die müssen für ihre Risikosteuerung, also bei der Kreditvergabe, müssen die gutes Gores haben. Und deshalb brauchen die Banden das. Und deshalb sagt die Schufer, sei die Schufer gehalten, solche historischen Daten auch tatsächlich zu speichern. Okay, gibt es für mich als Verbraucher, als Kevin Ebert, irgendeine Möglichkeit herauszufinden, welche Daten von mir in dieser Schattendatenbank gespeichert werden. Du wirst nicht darüber informiert, Kevin, dass es die Daten weitergegeben werden. Du wirst auch nicht darüber informiert, dass es die Daten gibt. Das heißt, es gibt dann diese Datenkropie von der Schufer. Und die kann ich kostenlos anfordern, oder? Das ist ja gesetzlich geregelt, wenn ich wissen will, welche Informationen die Schufer zu mir gespeichert hat, richtig? Genau. Da steht es nicht drin. Und die Schufer sagt, das muss da auch gar nicht drinstehen. Das interessiert eigentlich die Leute nicht. Die Schufer sagt, die Leute wollen eigentlich nur, was über Daten wissen, die zur Bonitätsbewertung herangezogen werden. Und da diese Daten ja nicht zur Bonitätsbewertung herangezogen werden, interessiert es auch kein. Und deshalb steht es nicht drin. Ich hab mit Leuten gesprochen, die sich seit Jahr und Tag schon mit der Schufer beschäftigen mit Finanzmarkt-Expertinnen, mit Leuten von Verbraucherzentralen. Die haben alle gesagt, das gibt es, das wusste ich nicht. Ja, das wirft natürlich Fragen auf. Und einer, mit den wir gesprochen haben, ist Claudio Zeits Brandmeier, ist ein Finanzmarkt-Expert, das Verbraucherzentrale Bundesverband. Und der hat ganz klar gesagt, sie fragen sich dort beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Warum das Vorgehen der Schufer hier bis lang nicht bekannt war? Wir fragen uns, warum wir nicht wussten, dass die Schufer hier Daten, historische Daten weiter speichert und dann Unternehmen weitergibt. Und selbst Leute aus Konkurrenzunternehmen der Schufer haben gesagt, nein, das war mir nicht bekannt. Während unserer Recherchen werden wir angefragt haben, in den letzten Wochen und wir uns immer ausgetauscht haben zu diesem Thema mit der Schufer, gab es plötzlich einen neuen Text auf der Schuferseite, also im Internet. Und da hat die Schufer so ein bisschen verklauseliert dargestellt, was sie da macht. Und da hat sie auch von historischen Daten gesprochen. Aber vorher wusste keiner was. (Dynamische Musik) Diese historischen Daten, die sollen für Tests herbeigezogen werden, um diesen neuen Score zu validieren, aber eben nicht um die Kreditwürtigkeit, die Bonität zu prüfen. Wie sorgt die Schufer dafür, dass diese Daten aber eben nicht doch dafür verwendet werden? Also erstens die Daten selber werden nicht an Unternehmen weitergegeben. Aus den historischen Daten werden nur historisches Gors, sozusagen Verbraucherbewertungen errechnet. Okay. Das bekommen die Unternehmen. Die Schufer sagt ganz klar, die Unternehmen haben keinen eigenen Zugriff auf die Datenbanken der Schufer. Aber sie kriegen die Score. Die Unternehmen unterschreiben dann, dass sie das nur nehmen, um zu gucken, wie gut ist der Score. Und dass sie nicht draufschauen, was der Score eigentlich tatsächlich aussagt und daraus ihre Schlüsse ziehen oder sogar in ihre eigenen Datenbanken übernehmen. Und das genau ist der Punkt. Also, man muss der Schufer und den Unternehmen vertrauen, dass das genau passiert. Aber die Schufer selber, die kann ja gar nicht kontrollieren, was die Firmen mit den Daten machen. Und ich als Verbraucher werde es ja auch nicht erfahren, ob meine Daten genutzt wurden. Das ist natürlich problematisch, weil für die Unternehmen, die diese Daten bekommen, ist es sehr verlockend, diese Daten nicht nur für Testswecke zu verwenden, sondern sie auch tatsächlich für Kreditentscheidungen, beispielsweise heranzuzziehen. Und Claudio Zeitz Brandmeier vom Verbraucherzentrale Bundesverband, der hat klar gesagt, dann hätten Verbraucher einen konkreten Schaden. Wenn durch dieses Vorgehen eben Kredit nicht erteilt wird. Weil etwa die Bank sagt, hab' la, ja. Ich seh zwar, jetzt ist die Bonität gut. Aber dank dieses Vorgehens, über das wir hier sprechen, kann ich eben eine kleine Zeitreise machen, kann in die Vergangenheit reisen und dann sehen, da gab es mal Zahlungsschwierigkeiten. Und auf der Grundlage sage ich dann, "Ich gebe dir lieber kein Kredit." Das Sieße, dadurch würden Verbraucherinnen und Verbraucher immer wieder eingeholt werden von alten eigentlich längst abgeschlossenen Kapitel. Und es geht eben nicht nur um diese längst abgeschlossenen Kapitel. Es gibt auch noch einen weiteren Schaden, und der ist im Gegensatz zu dem anderen, was man schwer nachweisen kann, schon eingetreten, in dem Moment, wo die Daten benutzt werden. Ja, der Schaden, der besteht hier tatsächlich im Kontrollverlust über diese Daten. Und das sagt auch gut Janal. Rudianal ist eine Datenschutzexpertin, ist eine Uni-Professorin aus Beiräuht, und die hat uns das klar gesagt. Nach der Rechsprachung von Eugehau und BGH kann auch an solcher Kontrollverlust einen immatrieren Schaden bilden, der zu Schadensersatz verpflichtet. Dieser wird aber vermutlich in der Höhe nicht besonders umfangreich sein. Aber wenn wir überlegen, wie viele Menschen davon betroffen sein könnten, dann könnte das doch am Ende relativ teuer werden. Es gibt also Zweifel, ob das Rechenses, was die Schufer da macht. Also, wie begründet die Schufer überhaupt, dass sie das Recht haben, diese Daten zu speichern und zu verwenden? Die sagen, diese Laschfristen, die es gibt für diese Daten, die gelten natürlich, und die halten wir strikt ein in unserem produktiven System. Das produktive System ist sozusagen die offizielle Schuferdatentbank, aus der die Verbraucherbewertungen errechnet werden. Und daneben gibt es eben noch die historischen Daten, die historische Datenbank. Und da sagen sie, also sie sagen vor allen Dingen, das mit Bezug auf die Banken, die Banken, die brauchen zuverlässiges Gors, die sind von der Finanzaufsicht dazu verpflichtet. Es gibt Ex-Gesetze, die ganz klar vorschreiben, die Banken brauchen, Gors, die auch geprüft sind. Und deshalb sagt die Schufer, sei sie gehalten, das ist die Formulierung gehalten, solche historischen Daten auch tatsächlich zu haben. Und auch andere Branchen hätten einfach berechtigte Interessen, dass es ein Rechtsbegriff zuverlässige Kundenbewertung zu bekommen und eben diese neuen Gors der Schufer auf die Art und Weise zu überprüfen. Im Datenschutzrecht gelten die Grundsätze der Datenspaarsamkeit und der Zweckbindung. Wenn also Daten nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck verwendet werden können, sind sie grundsätzlich zu löschen. Das gilt auch für diese historischen Daten, die die Schufer jetzt aber speichert. Rudianal, die Datenschutzexpertin, sagt klar, nach der Rechtssprechung des Euggehs ist es nicht zulässig. Eine dauerhafte Speicherung, solche historische Daten. Zwar hat die Schufer recht, dass es sinnvoll ist, auf Basis solcher historischer Daten, die prognose Güte, das aktuellen oder neuen Skors zu prüfen. Aber das ließe sich auch mit einem Daumen.
Das ist deutlich kleineren Datensatz ermöglichen. Dafür brauche ich nicht den Datensatz von 67 Millionen deutschen Bürgern. Habt ihr auch Unternehmen angefragt, ob die historischen Schuferskors verwenden und was sie damit machen? Wir haben ganz viele Unternehmen gefragt, dutzende in vielen Branchen, Telekommunikationsdienstleister, Energieversorger, Inkrassofirmen, Bankensparkassen. Alles Mögliche, viele haben nicht geantwortet, muss man ganz klar sagen. Viele haben ausweichen Drehagiert, haben Fragen beantwortet, die wir gar nicht gestellt haben und unsere Fragen nicht beantwortet. Manche haben gesagt, nein, verwenden wir nicht. Und genau drei Unternehmen, zahlungsdienstleister, Energieversorger und eine Bank haben gesagt, ja, wir nutzen diese historischen Daten der Schufer, aber die haben natürlich nicht gesagt, dass sie das für was anderes nutzen als für die Datentest. Und da besteht jetzt, unmittelbar bei diesem Firmen natürlich auch kein Verdacht. Die Schufer, die hat über Jahre Daten, über Verbraucher speichern können, ohne, und das finde ich, das Grasse an der Stelle auch ich als Verbraucher, ohne dass ich was davon mitkriege, wie kann es sein, dass es passiert, kontrolliert da eigentlich niemand, welche Daten die Schufer sammelt und speichert. Doch natürlich. Also es gibt einen rechtlichen Rahmen, erst mal, Bundesdatenschutzgesetz, gibt die Europäische Datenschutzgrundverordnung und es gibt auch ein Verhaltenskodex der Wirtschaftsauskunft in Deutschland. Und dann gibt es eine Aufsichtsbehörde. Das ist der hessische Datenschutzbeauftragte, der es deshalb zuständig war, die Schuferin Wiesbaden ihren Hauptsitz hat. Dieser Datenschutzbeauftragte, also der wird nach Beschwerden tätig und in diesem konkreten Fall dann gab es auch eine Beschwerde. Offenbar von einem Verbraucher, der ein Hinweis auf diese Daten-Tests hatte und auf diese Schattendatenbank und seit einem Jahr wird geprüft, seit mehr als einem Jahr. Wir wissen aber nicht sehr viel, weil die Schufer noch der hessische Datenschutzbeauftragte sagen viel darüber. Also was wir wissen, es geht um die Rechtsgrundlage für die Verwendung dieser historischen Daten für Datentests und es geht auch um die Frage, ob Verbraucherinnen und Verbraucher davon was erfahren müssen in ihrer Datenkopie. Also die Schufer geht davon aus, um das nochmal festzuhalten, dass sie diese historischen Daten speichern darf. Deine Einschätzung und auch der Einschätzung nach der Jura-Professoren spricht schon vieles dafür, dass die Schufer das eigentlich nicht darf, welche Konsequenzen könnte das für die Schufer haben, wenn sie hier gegen Gesetze verstoßen hat. Das wäre tatsächlich der worst case für die Schufer. Wenn es so wäre, dann haben Datenschutzbeauftragte, wie der in Hessen ein großes Instrumentarium, es können empfindliche Millionen Busgelder verhängt werden. Das ist das eine. Das zweite, es wäre ein massiver Reputationsschaden für die Schufer. Deshalb kann sie sich nur wünschen, dass sie diese Rechtsgrundlage auch wirklich überzeugen darlegt. Gerade nach dieser Transparenzoffensive. Absolut. Auch jetzt ist dieser Schaden schon da, dass sie sagen, ja, also ihr müsst es ja gar nicht wissen mit diesen historischen Daten. Das ist das Gegenteil von Transparenz. Ich würde erwarten, wenn die alte Sachen über mich gespeichert haben. Dann sollen sie es halt irgendwo hinten reinschreiben, dann sehe ich das. Dann schreiben sie dazu, das hatte aber kein Einfluss auf ihren Skor. Wenn ich auf die Straße gebe und irgend die mannen frag und sagt, willst du von der Schufer nur das wissen, was für dein Skor wichtig ist oder würde sich interessieren, was die alles über dich gespeichert haben. Ich weiß die Antwort und du, Kevin, kennst sie auch, ja? Ja. Ich kann sie mir denken. Und das könnte tatsächlich etwas sein, was die Schufer in den nächsten Wochen auch sehr bewegen wird. Ich glaube nämlich, dass viele Menschen auch gezielt nachfragen werden und fragen werden. Was habt ihr da gespeichert? Es gibt noch ein Problem und das könnte bei den Unternehmen sein, die an diesen Daten-Test teilgenommen haben. In dem Moment wohin die diese historischen Skors, die ja Personen bezogen sind, also wo man sehen kann, für wen die sind, bekommen und die verarbeiten. Sind sie rechtlich gesehen, verantwortlich hier dafür. Das heißt, die müssen auch der Datenschutzbehörde gegenüber gerade stehen. Und wenn diese Daten aber fragwürdig sind, also wenn das überhaupt fragwürdig ist, ob die Schufer diese Daten rausgeben durfte, dann haben auch alle Unternehmen ein Problem, die damit gearbeitet haben. Peter, du recherchierst seit 15 Jahren zu Schufer. Hast dich immer wieder mit diesem System dahinter und auch der Frage nach Transparenz beschäftigt. Und das Prinzip aus Konfthai. Das ist ja schon länger, ich sag mal, durchaus am Stritten. Jetzt mal ganz provokant gefragt zum Schluss. Braucht es die Schufer überhaupt noch? Also wenn sich rausstellt, dass das keine Rechtsgrundlage hat, dann ist es der biggest Schufer-Asgändl ever. Das würde ich sagen. Man muss ja sagen, das Geschäftsmodell scoring steht ja zu Recht gesellschaftlich stark unter Beobachtung. Claudio Zeitsbrandmeier vom Verbraucherzentrale Bundesverband, der hat es eigentlich auch sehr klar formuliert. Und sollten sich jetzt die Ergebnisse der Recherche bestätigen? Dann würde es die Legitimität des Geschäftsmodells natürlich weiter in Zweifel ziehen. So weit sind wir noch nicht, aber das steht im Raum. Ich würde nicht sagen, dass es die Schufer nicht braucht. Ich brauche ganz im Gegenteil. Es braucht sowas wie die Schufer. Das klingt jetzt vielleicht an dem Punkt, bis nachlautend. Ich glaube, die Schufer ist notwendig. Ja, die braucht es, weil sie eben auch dem Handel, dem Banken und allen irgendwie Zuverlässigkeit gibt es bei der Vergabe von Krediten und solchen Sachen. Gleichzeitig habe ich aber als Verbraucherrechte. Und das ist wichtig. Ich glaube, was ich ein bisschen überlebt hat, ist es gegen winorientierte Modelle Schufer. Im Zweifelsfall eben auf Kosten von Verbraucherinnen und Verbrauchern, wenn man sollte sich wirklich überlegen, ob das eine Zukunft hat oder ob man doch nicht lieber auf dem Modell geht. Das gemeinnützig ist, dass staatlich enger kontrolliert ist. Und das eben auch die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr im Blick hat und mehr einhält. Ich bin gespannt. Es ist wirklich sehr spannend, die Recherche von dir. Und ich glaube, da wird noch viel Entwicklung kommen. Und wenn es so weit ist, dann hätte ich dich sehr gerne wieder hier zu Gast am Mikrofon in unserem Podcast. Deswegen, schön, dass du da warst, bis bald. Sehr gerne. Peter Hornungss Recherche zu "Schatten, Daten, Bank der Schufer" findet ihr auch auf Tageschaup.de. Verlinkten wir euch natürlich in den Schauen aus. Und bei 11 km/h geht es morgen um den neuen Cocaine Highway auf Hohersee. Und damit um die Frage, wie so europäische Herven zwar weniger Kokainschmugel verzeichnen, in Europa war trotzdem so viel Kokain konsumiert wird, wie noch nie. Morgen bei 11 km/h. Autor diese Folge ist Jonas Helm. Mitgearbeitet haben Niklas Münch und Lukas Waschbisch. Produktion Viktor Felsner-Werisch, Fabian Zweck, Lorenz Kersten und Jürgen Kopp. Die Redaktionsleitung haben Yasemin Jüxel und Fumikollip. FCM ist eine Produktion von BR24 und NDR Info. Mein Name ist Kevin Ebert und wir hören uns das nächste Mal wieder. Und bevor wir hier Schluss machen, noch eine kurze Empfehlung, wie immer ihr kennt das Spiel mit. Aber diesmal nimmt ganz anderen Thema für euch. Und zwar eine Doku über die Makabia 2026, ein sehr großes Sportfest in Israel. Die Makabia, das sind, ich glaube, man könnte sagen, die Olympischen Spiele der Jüdinnen und Juden, die alle vier Jahre in Israel stattfinden und 5.000 Sportler und Sportlerinnen aus der ganzen Welt, sind jetzt Anfang Juli nach Israel gereist, um da eben verschiedene Wettbewerbe auszutragen. Die Frage ist, geht das überhaupt in dem Land, das in Sicherheitslage äußerst fragil ist. Darüber reden wir hier auch oft genug bei FCM. Und die Sportchau hat zwei Athletinnen und zwei Funktionäre von Makabie Deutschland seit November 2023 auf ihrem Weg zur Makabia begleitet. Also schon ziemlich lange. Und wie es ist zwischen Wut und Trauer, Antisemitismus und Eskalation da gewalt, eine riesige Sportfest zu veranstalten und dann dran teilzunehmen, das seht ihr in der Langzeit Doku, Deutsch, Jüdisch, sicher, Makabia, Sportfest im Krieg. Wir wirklich große große Empfehlung jetzt in der ARD-Mediathek und den Link dazu packen wir euch auch in die Schau-Nauts. Und jetzt macht's gut.
Podcast Summary
Key Points:
Die Schufa speichert historische Daten von Millionen Verbrauchern deutlich länger als gesetzlich erlaubt, in einer sogenannten „Schatten-Datenbank“.
Der im März 2024 eingeführte neue, transparente Schufa-Score mit 12 Kriterien hat die alten, intransparenten Scores nicht abgelöst; nur 14 von 100 Großkunden nutzen ihn bisher.
Diese historischen Daten werden angeblich nur für Tests zur Validierung des neuen Scores verwendet, nicht für Bonitätsbewertungen – Unternehmen müssen dies vertraglich zusichern.
Verbraucher werden weder über die Existenz dieser Datenbank informiert, noch tauchen die Daten in der kostenlosen Selbstauskunft auf.
Datenschutz-Experten und Verbraucherschützer kritisieren die Praxis als rechtswidrig, da sie gegen Prinzipien der Datensparsamkeit und Zweckbindung verstößt.
Summary:
Die Schufa, ein privates Unternehmen mit Daten von 68 Millionen Deutschen, speichert historische Verbraucherdaten wie alte Kredite, Zahlungsstörungen und Privatinsolvenzen in einer separaten „Schatten-Datenbank“ – oft Jahre über die gesetzlichen Löschfristen hinaus. Diese Praxis wurde durch Recherchen von ARD und Süddeutscher Zeitung aufgedeckt. Offiziell heißt es, die Daten dienten nur Testzwecken, um die Zuverlässigkeit des neuen, transparenten Scores zu prüfen, der seit März 2024 angeboten wird.
Unternehmen, die diese historischen Scores erhalten, müssen vertraglich zusichern, sie nicht für Bonitätsentscheidungen zu nutzen. Verbraucher erfahren weder von der Speicherung noch tauchen die Daten in der Selbstauskunft auf. Datenschutzexpertin Rudianal und der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisieren dies als Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung, da eine dauerhafte Speicherung nicht notwendig sei – ein deutlich kleinerer Datensatz würde für Tests reichen.
Zudem bestehe die Gefahr, dass Unternehmen die Daten heimlich für Kreditentscheidungen nutzen, was Verbraucher schädigen könnte. Die Schufa beruft sich auf berechtigte Interessen von Banken und anderen Branchen, doch die Aufsichtsbehörde in Hessen muss nun prüfen, ob das Vorgehen rechtmäßig ist. Die gesellschaftliche Debatte um die Macht der Schufa könnte durch diesen Skandal neu entfacht werden.
FAQs
Die Schufa ist ein privates Unternehmen, das Bonitätsbewertungen (Scores) von Verbrauchern erstellt. Diese Scores werden von Firmen wie Handyanbietern oder Banken genutzt, um zu entscheiden, ob Sie einen Vertrag oder Kredit erhalten.
Der neue Score, eingeführt im März, basiert auf 12 transparenten Merkmalen wie Adressalter oder Zahlungsstörungen. Der alte Score bleibt jedoch noch in Gebrauch und ist oft wichtiger, da nur wenige Unternehmen den neuen nutzen.
Die Schufa speichert historische Daten wie alte Kredite, Privatinsolvenzen oder Zahlungsstörungen über Jahre hinweg, obwohl gesetzliche Löschfristen existieren. Diese Daten werden angeblich nur für Tests verwendet, nicht für Bonitätsbewertungen.
Die Schufa sagt, dass diese Daten nicht für aktuelle Bonitätsbewertungen verwendet werden, sondern nur für Tests zur Validierung neuer Scores. Unternehmen müssen vertraglich zusichern, sie nicht für Kreditentscheidungen zu nutzen.
Nein, Sie werden nicht darüber informiert, und die Daten erscheinen nicht in Ihrer kostenlosen Schufa-Datenauskunft. Die Schufa argumentiert, dass diese Daten nicht für Bonitätsbewertungen relevant sind.
Datenschutzexperten bezweifeln dies, da die DSGVO Grundsätze wie Datensparsamkeit vorschreibt. Die Schufa beruft sich auf berechtigte Interessen von Banken, aber die Rechtslage ist umstritten.
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