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Gefühlsstarke Kinder: Strategien für einen harmonischen Familienalltag (Teil 1)

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Gefühlsstarke Kinder: Strategien für einen harmonischen Familienalltag (Teil 1)

Gefühlstarke Kinder – ein Phänomen, das etwa jedes siebte Kind betrifft – zeichnen sich durch eine überdurchschnittliche Empfindlichkeit und emotionale Intensität aus. Eltern erkennen diese Eigenschaft oft erst nach vielen Jahren, da das Thema bislang kaum in pädagogischen Ausbildungen behandelt wurde. Das kindliche Erleben von Emotionen, wie Wut oder Freude, ist extrem intensiv und kann sich in spürbaren Schwankungen auswirken, besonders in den frühen Lebensjahren. Schlaf- und Essprobleme, sowie Reaktionen auf Änderungen oder Abschiede, sind typische Anzeichen. Der Wutausbruch kann bis zu 40 Minuten dauern und ist kognitiv nicht erreichbar, wodurch die Eltern in einem Schutzmodus agieren müssen, um das Kind und die Umgebung zu schützen. Es gibt keine offizielle Diagnose, da es sich um eine Persönlichkeitsstruktur handelt, nicht um eine Störung. Die Eltern, insbesondere im Paar, stehen vor besonderen Herausforderungen: sie müssen ihre eigene emotionale Regulation verbessern, das Umfeld sensibilisieren und auf falsche Interventionen wie Strafen reagieren. Die Erkenntnisse aus Quellen wie die Bücher von Nora Imlau schaffen Verständnis und ein tieferes Empathiegefühl. Dieses Thema ist nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Beziehung zwischen Eltern und für die soziale Umgebung von großer Bedeutung. Eine detaillierte Behandlung wird in der nächsten Folge thematisiert, wobei der Fokus auf die konkreten Herausforderungen im Elternpaar liegt.

Transcription

5594 Words, 33205 Characters

German
Und heute haben wir ein Thema, was uns auch ganz persönlich betrifft. Wir wollen heute über die Herausforderung als Eltern für gefühltstarke Kinder sprechen. Wir haben nämlich auch ein gefühltstarkes Kind. Ja, das ist glaube ich so ein bisschen wie in jedem siebten Ei, habe ich mal gelesen. So sagt man, ist das Kind gefühltstark. Und wir haben eben, wie damals bei den Überraschungseiern, das siebte Ei gezogen und haben damit dann die gleichen Herausforderungen wie viele Eltern, die uns eben auch in Coachings begegnen. Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass wir selber eben ein gefühltstarkes Kind haben und deswegen dafür sensibel sind. Aber ich habe das Gefühl, dass das steigt in den Coachings, obwohl wir das ja bis jetzt gar nicht groß irgendwo im Podcast oder im Blog thematisiert haben. Dass wir ja im Prinzip mit gefühltstarken Kindern und den Herausforderungen, die man so als Eltern hat, uns auch ganz gut auskennen und sicherlich gut unterstützen können. Das ist immer nur so ein Aha-Moment im Kennenlernen, wenn jemand sagt, ja, ich habe da auch so ein gefühltstarkes Kind. Vielleicht kennst du auch die Bücher von Nora Imlau. Ja, kennen wir auch, genau, kennen wir ähnlich. Und dann hat man so eine Connection sofort. Ja, ich finde das auch ganz besonders irgendwie jetzt, muss ich sagen, diese Folge aufzunehmen, weil wir ja sonst natürlich über Themen sprechen, über Beziehungsthemen sprechen, die nicht uns so direkt betreffen. Also die haben wir zwar in Coachings, aber es betrifft nicht uns in unserer Beziehung in sehr, sehr vielen Fällen. Zumindest nicht, wenn wir über Affäre, Fremdteam, Fremdverlieben sprechen. Und jetzt ist es nochmal was Besonderes, weil wir das selber auch tagtäglich spüren. Du bist im Podcast der Lebensidealisten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein. In glückliche und harmonische Beziehungen. Heute geht es mal mehr um die Kinder und damit aber ja auch gleichzeitig immer um die Eltern. Ja, weil wir müssen ja letztendlich die Gefühlsstärke der Kinder begleiten und schauen, wie wir mit unseren Ressourcen als Eltern auch umgehen. Denn es bedarf einfach mehr Energie und mehr Ressourcen. Das Kind erheblich mehr Gefühle durchlebt, als eben, wie würde man sagen, gefühlsnormale oder gefühls. Normal regulierte Kinder. Normal regulierte Kinder, ja. Aber was ist schon normal? Da fängt es ja auch schon an. Sagen wir so, wie der erlebte Durchschnitt und was man so als Eltern vielleicht erwartet hat. Genau, das ist ja auch spannend. Und wir wollen ja auch so ein bisschen darüber sprechen, vor allen Dingen nachher im zweiten Teil, wie geht man als Paar damit um? Weil als Eltern hat man natürlich dann die Herausforderungen und dann hat man die eigentlich auf Paarebene ja auch. Man ist ja nicht nur Eltern, man ist ja auch Liebespaar. Und das bringt einfach dieses Thema ja, ja, weitere Herausforderungen dann auf dieser Ebene mit sich. Vielleicht definieren wir noch einmal, was gefühlsstarke Kinder genau bedeutet. Du sagtest ja am Anfang, jedes siebte Ei, also es wird gesagt, dass jedes siebte Kind, was auf die Welt kommt, gefühlsstark ist. Und mit gefühlsstark ist gemeint, dass ein Kind von Geburt an bedürfnisstärker ist. Feinfühliger ist, vielleicht auch verletzlicher ist, also seine Emotionen anders spürt, stärker spürt, anders durch Emotionen durchgeht und die ja natürlich auch schlechter regulieren kann. Und das ist einfach eine Herausforderung, die man annehmen darf. Und das Spannende finde ich daran ist ja, das weiß man ja nicht, wenn das Kind auf die Welt kommt, sofort. Es ist ja nicht so, dass man das Kind gebärt und die Hebamme guckt das Kind an und sagt, ich wollte nochmal mitteilen, es ist alles dran und ihr Kind ist gefühlsstark. Und das macht ja, finde ich, diese Herausforderung. Es kommt das Kind auf die Welt, wir Eltern, gerade wenn es das erste Kind ist, haben ganz viele Erwartungen, freuen uns auf viele Dinge und bei gefühlsstarken Kindern ist einfach vieles etwas anders. Das erlebe ich eben auch in den Coachings, dass vielen das eben erst sehr spät bewusst wird. Und manchmal ist denen das auch gar nicht so bewusst und dann stelle ich ein paar Fragen, weil man merkt, die haben besondere Herausforderungen mit einem ihrer Kinder und da gibt es erste Signale, die sie benennen, wo ich so denke, das fühlt sich so an wie bei mir, das auch, ja, das kenne ich auch, okay. Wie ist das mit dem, dem, dem kennt ihr, gefühlsstarke Kinder? Nee, also Nora Imlau noch nie gehört, nee, okay. Dann wie ist das mit dem, dem und den Fragen? Ja, haben wir alles so. Liest euch mal das Buch durch und prüft mal, ob sich das für euch stimmig anfühlt. Vielleicht habt ihr ein Kind, was gefühlsstark ist und was eben deswegen besonders begleitet wird. Und wir haben es ja nun durch dein Pädagogikstudium und dein Interesse. So für dieses ganze Themenfeld eigentlich sehr früh für uns so überlegt und reflektiert, dass das bei unserem Sohn wahrscheinlich der Fall ist. Genau, aber ich muss dazu auch sagen, obwohl ich ja die Ausbildung als Erzieherin gemacht habe und Pädagogik studiert habe und mich ja eigentlich die letzten Jahre in dieser Bubble aufgehalten habe von Pädagogikthemen, ist mir der Begriff gefühlsstark vorher nicht bekannt gewesen. Also das war kein Ansatz oder Besonderheit. Die vielleicht vermittelt worden ist, weder in der Ausbildung noch im Studium. Und das im Nachhinein rückblickend finde ich das sehr schade. Und das ist ja auch eine Erfahrung, die wir gemacht haben, als wir diese Erkenntnis für uns bekommen haben, wie wenig Wissen darüber besteht. Auch im pädagogischen Kontext, sei es Kita, sei es Schule. Und das macht es, glaube ich, auch so schwierig, weil es nicht etwas ist, was so groß bekannt ist. Ich glaube, es ist jetzt bekannter geworden, dadurch, dass ja nun die bekannte Autorin Nora Imlau Bücher geschrieben hat. Die in bestimmten Kreisen einfach auch schon einen Namen hat. Dass ja auch die Bücher waren, die Spiegel-Bestseller geworden sind. Also es ist natürlich schon etwas, das ein bisschen größer geworden ist. Aber es ist jetzt nichts wie, sage ich mal, ADHS, Autismus, andere Entwicklungsbesonderheiten bei Kindern. Wo man sagt, das habe ich schon mal gehört oder das ist mir über den Weg gelaufen. Jetzt ist es ja eine besondere Ausprägung der Persönlichkeitsstruktur. Weißt du, ob es denn da inzwischen auch Diagnoseverfahren für gibt? Ob das da auch in der Psychologie inzwischen angekommen ist, zu sagen, wenn ich mein Kind testen lasse auf verschiedene Dinge, emotionale Intelligenz oder Intelligenz oder verschiedene andere Dinge, Mathe, Stärke, Schwäche und so weiter. Es gibt ja diverse Tests, die man durchlaufen kann. Weißt du, ob man auch Gefühlsstärke inzwischen testet? Also meines Wissens ist das nicht so einfach möglich. Ich habe in einem Buch gelesen, eine Spielart der Natur auch so ein bisschen. Also Spielart der Persönlichkeiten. Es ist nichts Pathologisches. Und dadurch pathologisch wäre es natürlich ein Diagnoseverfahren vielleicht ein Weg. Also man kann es aber nicht diagnostizieren, weil es nichts Pathologisches ist. So ist mein Wissen jetzt, wie ich es erlesen habe. Ich weiß nicht, ob es sowas in Zukunft vielleicht gibt. Was man aber sagen muss, man spielt natürlich mit Gefühlsstärke. Es ist schwer, manchmal abzugrenzen. Also Gefühlsstärke, Hochsensibilität. Hochsensibilität. Wahrscheinlich würde das dann eher vorliegen. Wahrscheinlich würde man dann im Testverfahren eher merken, das Kind ist hochsensibel oder es ist sehr sensibel. Also reagiert sehr stark auf die Gefühle anderer Menschen ja auch. Das reizt ja allgemein, Kleidung, Essen. Also da kommen wir ja auch noch drauf. Es ist ja nicht nur die Gefühle, die selber ausgelöst werden, sondern ja auch das Empfinden. Wie empfinde ich Sachen? Natürlich sind wir da, glaube ich, aber schon, wenn Eltern sich mit Gefühlsstärke beschäftigen, im neurodivergenten Bereich, also in einem Bereich, wo man merkt, da läuft neurologisch ein bisschen was anders. Aber es ist halt nichts Pathologisches. Es ist ein Merkmal der Persönlichkeitsstruktur. Aber die Frage ist immer, braucht man eine Diagnose? Also was macht man damit? Darüber haben wir ja auch schon viel gesprochen. Manchen gibt es ja einfach eine gewisse Sicherheit und im Rahmen. Und vor allen Dingen, wenn das im Pädagogischen, in Schulen und Kindergärten, noch nicht so angekommen ist. Und ich hätte jetzt da so ein Blatt Papier, wo draufsteht, Psychologin oder Psychologe XY hat unser Kind diagnostiziert. Und da steht drauf, der ist gefühlsstark. Und das hat die und die Auswirkungen. Dann habe ich natürlich etwas, was ich vorlegen kann und sagen kann, schaut mal, mein Kind ist nicht besonders auffällig und besonders aggressiv und wütend und was auch immer. Schlecht erzogen. Schlecht erzogen. Das ist jetzt nicht so, der hat auch nicht zu Hause diverse Probleme mit uns. Der ist nicht von irgendwelchen Aggressionen der Eltern geprägt. Guck mal, der ist gefühlsstark. Der hat ein Thema. Die Frage ist ja, ob man auch ohne einen Diagnosezettel einfach mal sagen kann, Mensch, fragend, habt ihr davon schon mal etwas gehört? Buchempfehlung machen und so weiter. Wenn die Schule oder der Kindergarten dafür offen ist, weil man da ja durchaus häufig auf so feste Strukturen und gefestigte Glaubenssätze trifft. Und manche da ja auch an sehr alten Konzepten festhalten. Es ist natürlich immer ein Versuch wert, natürlich das mit hineinzugeben. Ob es dann klappt, ist immer die andere Frage. Naja, man muss ganz klar sagen, wie ich schon am Anfang sagte, es ist jetzt kein Thema einer Ausbildung, eines Studiums. Das wäre ein Fortbildungsthema. Und das finde ich auch mal so schön, wenn ich dann sehe, dass Nora Imlau vom Kindergarten oder Schulen eingeladen wird, weil da Bewegung ist. Also zu sagen, wir sind offen, wir hören uns das mal an. Wir gehen in Fortbildung, wir gucken mal, was hat sich verändert und nicht am Alten festhalten, weil, ja, so ist das. Es gibt immer wieder Neues dazu, es gibt neue Erkenntnisse. Da sollte man ja offen sein. Teil damit beschäftigen, wie man auch als Eltern das eben begleitet, wie man auf seine Ressourcen achtet und haben dann noch einige weitere Themen mitgebracht und da uns das Thema selbst natürlich beschäftigt, wie wir das sehr spannend finden und wir glauben, dass das auch für andere einen großen Mehrwert und Halt bieten kann, machen wir sogar, das ist das erste Mal, eine zweite Folge, gleich hinten dran zu dem Thema, also nächste Woche gibt es Teil 2 zu den gefühlt starken Kindern. Wenn ihr uns schon länger folgt und mehrere Podcast-Folgen gehört habt oder auch dies eure erste Folge ist und ihr uns über dieses Thema entdeckt habt und diese Folge euch auch gefallen hat, dann hinterlasst doch sehr gerne bei Spotify, Apple eine Bewertung und bei YouTube, wenn ihr diese Folge per Video schaut, dann kommentiert gerne, lasst ein Abo da, das würde uns sehr freuen, das ist für uns dann immer eine Art Feedback, sodass wir wissen, sind wir da mit unseren Folgen auf dem richtigen Weg für euch. Ja, lasst uns mal als erstes schauen, welche besonderen Herausforderungen haben denn Familien, wenn eines der Kinder gefühlt stark ist. Vielleicht sollte man das so ein bisschen unterteilen in Alterstufen. Also wenn ein Baby auf die Welt kommt und gefühlt stark ist, dann zeigt sich das natürlich anders wie ein dreijähriges Kind oder ein fünfjähriges Kind oder ein siebenjähriges Kind. Also bei ganz, ganz, ganz kleinen Kindern, also bei 0 bis 2, zeigt sich das ja häufig mit Schlafproblemen, also die Regulation in den Schlaf zu kommen ist schwierig. Ich erinnere mich an viele Phasen auch, dass die Regulation mit dem Essen schwierig war, also als Baby von 0 auf 100 Hunger und auch schwer zu beruhigen, viel tragen, viel Körperkontakt, wenig Kinder wagen. Wie immer gesagt, diese Snickers-Werbung, die ist durch unser Kind erfunden worden, sodass man, man wird so dieber, wenn man nicht zuerst Essen bekommt. Und das war ja eine Zeit lang, inzwischen geht's, aber eine Zeit lang exakt getaktet, wann wir Essen da haben mussten. Ansonsten haben wir sofort drastische Stimmungsschwankungen gemerkt. Wenn wir darauf geachtet haben, hat das sofort gut funktioniert und war was ganz anderes. Also ganz, ganz großer Unterschied, ob Essen in ausreichender Menge und Taktung da ist, weil, ich glaube, das fällt vielen Kindern in einem gewissen Alter natürlich schwer, in sich hineinzuhorchen. Und wenn man im Spiel ist, dieses Hungergefühl nicht zu übergehen, aber ich habe das Gefühl, das fiel unserem so besonders schwer, diese Hungergrenze selber zu spüren oder dieses Hungergefühl selber rechtzeitig wahrzunehmen, weil er dann doch mit so vielen anderen Dingen beschäftigt war. Und wenn wir nicht darauf geachtet haben, dann war er drüber. Ja, und natürlich in dem Alter, wo sie nicht sprechen können, ist das natürlich noch schwieriger, weil dann weißt du ja nicht, ist es der Hunger, dann musst du sehr viel ausprobieren, ist es der Schlaf und gefühlt ist man dann den ganzen Tag damit beschäftigt, Bedürfnisse zu regulieren, zu stimulieren und zu stillen. Und das ist häufig auch eine Sache, die einsam machen kann in den ersten Lebensjahren, weil man halt nicht beim Babyschwimmen so locker sagen kann, wir ziehen uns jetzt ganz gemütlich um, sondern es ist viel Überreizung, es ist viel, dass auf Wärme und Kälte reagiert wird, die Übergänge schwierig sind, wie gesagt, Schlaf und Appetit eine große Rolle spielen. Man Treffen vorzeitig abbrechen muss, weil man sagt, das ist heute, es ist zu viel, man hat nicht in den Schlafmittags gefunden mit dem Kind, sodass sich was verschiebt. Also ich hatte das Gefühl, in den ersten 18 Monaten musste ich selber oder mussten wir uns selber erstmal extrem einrufen, was so diese Bedürfnisdeckung anging und man sich weit davon frei machen, wie es andere machen, weil das nicht bei einem geklappt hat. Naja, es ist halt alles immer direkt dramatisch, ne? In diesem Gefühl. Ja. Also es ist dann am Anfang, weil gerade in den ersten zwei Jahren ist natürlich fürs Baby, für das Kleinkind alles irgendwie existenzbedrohlich sozusagen, Hunger, Durst und so weiter, weil nur durch uns kann das gestillt werden und das war immer sofort so bedrohlich oder macht so besonders viel Action einfach in dem Moment, ne? Ja. Also die Selbstregulation ist ein großes Thema. Auch das Thema Einschlafen, ne? Also ich fand, das hat mir damals, weiß ich noch, ich fand das krass, dass manche Kinder, dass die Eltern gesagt haben, ich kann mein Kind einfach hinlegen und dann schläft das ein mit einem Jahr oder so. Und ich gedacht hab so stundenlang, also wirklich stundenlang, ich weiß noch als Baby, wie viele Versuche wir gemacht haben mit dem Ablegen, ihn in sein Bett zu legen, aus der Trage raus. Das war Wahnsinn. Ja, sobald Körperwärme, Herzschlag, Atmung weg war und dieses Gefühl. Und alles, versucht alle Tipps mit Wärmflasche vor ins Bett legen, von der Hebamme, versucht ja alles, ne? Man versucht ja nur noch dieses Bedürfnis zu stillen, weil man sonst wieder in ganz viel Emotionen kommt, ne? Und dann natürlich, wenn wir weiterschauen, von, was weiß ich, zwei bis vier, also wenn wir nachher in der noch klassischeren Autonomiephase drin sind, da merkt man natürlich die Gefühlsdecke auch sehr stark, ne? Die Übergänge, die Abschiede, das Beenden können von Spielplatzbesuchen. Da werden vielleicht viele Eltern auch sagen so, ja, das kenne ich ja auch. Ist bei meinem Kind auch eine Herausforderung gewesen. Und ich kann das manchmal auch gar nicht so beschreiben. Mir hat das manchmal auch wirklich geholfen, dass Menschen das mal erlebt haben, wie ein Wutanfall dann abläuft oder wie die Traurigkeit dann empfunden wird beim Kind. Und meine Rückmeldung war dann immer so, ach, so das meinst du? Ja, nee, krass. Ja, das ist dann anders. Man kann sich die Herausforderung sonst nicht vorstellen, die das mit sich bringt. Und wenn wir über die negativen oder als negativ empfundenen Gefühle sprechen, es ist natürlich auch andersrum der Fall. Also die positiven Gefühle sind ja auch besonders ausgeprägt. Bedeutet, dass bei Dingen, die aus Erwachsenensicht eine Kleinigkeit sind, wo andere Kinder sich drauf freuen, ist dort unfassbare Aufregung. Man kann sich schon fast nicht mehr konzentrierend zurückhalten. Also es war ja Ewigkeiten gar nicht möglich, ein Geschenk oder eine Überraschung für sich zu behalten. Und das ist schon für Kinder sonst schwer. Aber das platzt innerlich quasi aus dem heraus. Diese große Aufregung und Neugier dann. Aber auch zum Beispiel überschwängliche Liebe. Ich hatte mal ein paar im Coaching, für die war das so unnatürlich und ganz verrückt. Die haben das nachher schon versucht zu reduzieren eben dieses, weil das auch dann, haben sie auf der einen Seite eben auch gemerkt, so, da war der Wutausbruch oder die Traurigkeit oder sowas. Und das war ganz stark. Und im nächsten Moment war aber auch wieder ganz viel Liebe da. Und der Sohn dort, der kam mehrmals am Tag an und drückte die Eltern ganz fest und küsst sie und ich liebe dich so doll. Und die konnten das, das war denen zu viel. Und die dachten, das kann ja nicht sein. Der war doch vor einer Viertelstunde noch so wütend auf mich. Ja. Ich dachte, Mensch, aber das ist doch eine Ausprägung der Gefühlsstärke. Es ist jetzt wieder gut für ihn. Die Wut ist gelöst und jetzt erlebt er auf der anderen Seite eben auch diese starke Liebe und dieses Bedürfnis, Bedürfnis nach der starken Nähe. Das heißt, du hast ja die Gefühle eben auf allen Ebenen. Nicht nur die Wut, die Angst, die Traurigkeit, sondern auch eben große Neugierde, extreme Faszination, besonders viel Liebe. Also das ist ganz viel lustiges Verhalten und ja. Ja, dann total durchdrehen, eben Spaß haben. Ja. Genau. Und ich glaube, das ist auch der Punkt, der es bei uns Eltern so schwierig macht. Weil wir Menschen diesen Switch häufig ja, das ist ja auch anstrengend, so dieses Hin- und Herswitchen und das erstmal zu lernen. Ich weiß noch, ich erinnere mich an die erste Phase, dass das für dich auch eine große Herausforderung damals war, zu sagen, jetzt umzuswitchen und zu sagen, okay, wir starten jetzt wieder neu. Also raus aus der Emotion, als er noch ganz klein war und zu sagen, okay, das ist jetzt, wir hatten jetzt einen ganz krassen Tagestart, aber nicht der ganze Tag geht jetzt so weiter, sondern wir starten jetzt neu. Da mussten wir auch viel an uns selber arbeiten, dass wir wieder in das Positive kommen und wir nicht im Alten hängen bleiben. Und für uns dann sorgen, damit wir, obwohl wir ja auch im Leid waren, sozusagen auch wieder einen guten Tag haben können. Ja, aber da hast du selber von den Gefühlen, hast du so eine gemäßigte Welle, die so ein bisschen langgezogen ist. Ist dann so eine Phase gut, dann vielleicht ist man schlecht drauf, dann dauert es ein bisschen, ist man wieder gut drauf. Das ist so eine gemäßigte, kleine Welle. Und du hast eine regulierte Phase. Und auf einmal hast du, wirst du selber, weil das reißt dich ja auch mit logischerweise, wenn du es begleitest und so weiter, hast du auf einmal so eine krasse Ausschläge nach oben und unten. Und das matcht gar nicht auf die eigene Gefühlswelle. Und da muss man erstmal hinterherkommen, dass man selber ist eigentlich noch so, jetzt ist irgendwie die eigene Welle von Anspannung hochgegangen. Jetzt klingt die irgendwann langsam wieder ab, aber der Sohn ist schon bei, wird totale Freude und Liebe und denkst so, das ist mir grad zu schnell, so schnell komme ich nicht hinterher. Da muss man sich erstmal drauf einstellen, ja. Und da hat mir der Satz, ich weiß nicht, ob der auch von Nora Imlau war, oder ist, keine Ahnung, dieses Kinder, die gefühlsstark sind, die machen kein Drama, sondern sie erleben das Drama. Ja. Und das ist ja auch eine Sache, die einfach herausfordernd sind. Das wirkt von außen her, boah, Alter, jetzt, ne, wegen so einer Kleinigkeit jetzt so große Gefühle, echt jetzt, ne. Wir Erwachsenen sind, das kennen wir ja auch im Coaching, sind ja eh die Meister des Deckelns, dass wir immer schnell sagen, jetzt ist ja auch mal gut, ne, dann brauchen wir jetzt auch nicht weinen, machen wir jetzt einfach weiter, lass mal nach vorne schauen in die Zukunft und Kinder, durchleben ja eh entwicklungsbedingt die Gefühle noch in allen ihren Varianten, aber wenn dann noch on top diese Gefühlsdecke kommt, dann ist das natürlich etwas, was einen wahnsinnig anträgern kann als erwachsene Person und was einfach auch eigene Ressourcen kostet. Wir sprechen so oft über Nora Imlau, wir hätten sie mal einladen sollen als Interviewpartnerin und ansonsten leitet irgendwer diese Folge mal weiter und dann ist sie beim nächsten Mal dabei. Das wäre total spannend, sich mal darüber auszutauschen, die Perspektive von ihr und uns als Paartherapeuten und die Wechselwirkung, was das eben dann auch mit den Eltern macht. Das heißt, es kommt eben schnell zu Überreizung, Überhitzung, die Gefühle, wie du schon sagst, werden gleich alle sehr intensiv erlebt. Das kann natürlich dramatisch sein, das kann extrem positiv sein und das ist die Herausforderung für Eltern, diese Welle mitgehen zu können, aber auch das begleiten zu können, denn wenn man vielleicht dann sich vorstellt, das ist immer so unser Beispiel, dieser Wutausbruch bei Rossmann zum Beispiel. Wenn man sich vorstellt, man hat einen, da wird vielleicht jeder sagen, ja, das kenne ich, da wollte mein Kind auch schon mal einen Schokoriegel haben, ein Spielzeugauto haben und dann ist der wütend geworden und hat sich auch auf den Boden geschmissen und rumgestiegen. Jetzt ist das so, bei den meisten hört das dann nach zwei, drei Minuten auf. Den kriegst du im Kopf noch ein bisschen beruhigt und gefangen und sagst, ja Mensch, weißt du doch, wir haben doch zu Hause schon so viele Autos und nimmst dir in den Arm und sagst, Mensch, bist ja wütend und so weiter, das kann ich sehen und verstehen, ich wollte dich gar nicht wütend machen, begleitest die Wut und nach zwei, drei Minuten lässt das so langsam ein bisschen nach, vielleicht kommt noch ein bisschen Rumgepöbel, aber dann ist das vorbei. Jetzt hast du ein gefühlstarkes Kind, das macht das Gleiche, aber dieser Wutausbruch, der ist erstmal so getaktet, dass der ungefähr eine halbe Stunde, dreiviertel Stunde dauern kann, weil das Basisgefühl der Wut so extrem ist, dass der Kopf kognitiv nicht mehr erreichbar ist. Du kannst keine Argumente mehr bringen, sondern dich nur noch rein um die Wut kümmern. Du musst das Kind beschützen, du musst das Umfeld beschützen und aufpassen, dass nicht andere und das Kind verletzt werden, dass das Kind sich auch nicht selbst verletzt, weil der Kopf eben ausschaltet, der nicht mehr erreichbar ist durch diese starke Wut in dem Moment zum Beispiel und musst dann anders agieren und womit du auch dann zurechtkommen musst, bei drei Minuten, da geht jeder mal so vorbei oder sowas. Ja, lächel dich nochmal vielleicht so ein bisschen an. Aber dann hast du jemanden, der ist da um die Gänge schon fünfmal rumgegangen bei seinem Einkauf und ist die ganze Zeit genervt davon, dass sein Kind rumschreit und irgendwann kriegst du dann die Blicke, die Kommentare das heißt, du musst eben auch noch damit zurechtkommen, dass du eben auffällst und dass dein Kind da eben, weil die anderen von außen, die urteilen natürlich. Die sehen das, ja, die fühlen sich eingetriggert. Die sehen ein Kind, was nicht gut erzogen ist, ein Kind, was durchdreht dann sehen die Eltern, die nicht richtig eingreifen die das Kind irgendwie begleiten, anstatt das jetzt zu bestrafen oder was auch immer. Da haben wir alles inzwischen erlebt, was da von außen so passieren kann. Also genau, rückblickend auch wirklich gruselig und ich muss auch sagen, wenn ich jetzt auf mich schaue, als Mama jetzt in den letzten acht Jahren, am Anfang, als ich auch das Wissen ja noch nicht so hatte, ich meine, ich würde sagen, durch meine Ausbildung, durch mein Studium, ich bin echt gut darin, Kinder eigentlich zu begleiten und kenne viele pädagogische ja, Sachen, wie man aus Situationen rauskommen kann und so weiter und da bin ich echt am Anfang da richtig reingelaufen, ne, weil ich gedacht habe so, es zieht nicht. Ich kann ja nicht hier, egal was ich versucht habe, ich bin nicht an dieses Kind in dem Moment rangekommen und das ist einfach auch so eine Erfahrung und ein Gefühl, wenn du selber in einem Barossmann sitzt und denkst, okay, mit den anderen Kindern, mit denen ich bis jetzt zu tun hatte, da hätte das jetzt gezogen, hätte das gezogen und selbst nachher aus der Verzweiflung heraus, du kannst diese Kinder auch nicht bestechen. Also, ne, unseren Sohn, den kannst du nicht bestechen wirklich. Das ist ja der Punkt, wenn die Wut so groß ist und du würdest dann sagen, du kriegst das Spielzeugauto trotzdem oder du kriegst es jetzt, ist die Wut da, das ist kognitiv nicht mehr erreichbar. Das heißt, was hat geholfen? Das Kind und das Umfeld schützen, ne, wenn dieser große Wutausbruch da ist, die Wut begleiten, da sein und, ähm, der Wutausbruch ging dann zu Ende, wenn die Energie raus war. Ja. Irgendwann ist es dann so, nach 20, je nach Alter, 20 bis 40 Minuten ist die Power raus, die Energie ist raus, das hat sich vollkommen entladen und er sackt dann quasi zusammen und dann ist die Wut weg und dann ist er wieder erreichbar im Kopf. Und dann kannst du auch erst ins Gespräch gehen und Sachen klären und dann kannst du eigentlich sagen, okay, wir beiden holen uns auch mal ein kaltes Getränk hier auf die Ecke, kannst dein T-Shirt wechseln, ja. Und ich finde, auch die Situation als Paar, also wir waren ja nicht bei allen Wutanfällen oder auch Sachen, wo er geweint hat oder so, immer zusammen, also man ist dann durchaus natürlich auch mal alleine mit ihm unterwegs gewesen oder mit Bekannten oder Freunden oder Schwiegereltern oder was auch immer, da muss man ja auch erst mal in den Modus kommen, den Fokus auf das Kind zu halten, weil man natürlich da gar keine Ressourcen hat, sich zu erklären oder zu sagen, ne, und das ist super spannend auch zu sehen halt, wie du sagst, wie andere sich angetriggert fühlen, aber auch wie das Umfeld reagiert in Form von Helfen, mit aushalten, mit begleiten, ne, und das muss ich sagen, auch ist echt eine Schule fürs Leben gewesen, da so durchzugehen. Naja, und die Tipps von außen, die dann so kommen, die machen natürlich wenig Wirkung und fühlen sich für einen selber dann komisch an. Ich denke immer so an meine Kindheit, dann hatte ich, ich hatte in der Kindheit Neurotamitis und das juckt extrem, extrem, und dann kriegst du irgendwie von jemandem, der mal sich auf einen Mückenstich bezieht, gesagt, wie man mit diesem Juckreiz umgehen könnte und dass man das doch nicht so doll kratzen soll und dann denkst du so, Mensch, du hast Juckreiz in dieser Form, wie ich sie erlebe, wahrscheinlich noch nie in deinem Leben gespürt, du kannst mir gar keine richtigen Tipps geben. Und das ist da manchmal auch so das Gefühl, dass man denkt, ja, diese kleinen pädagogischen Helferlein, die helfen alle bei vielen Kindern, aber eben dann bei Gefühlstärke, nicht. Und deswegen, das ist der Punkt, wenn du das noch nie so erlebt hast, dann kann man sich eben nicht vorstellen, dass diese Tipps, die doch so gut helfen beim eigenen Kind. Ja, positive Absicht von den Menschen ist ja da. Ja. Ja, so ist das dann mit der Wut zum Beispiel. Dann gibt es dann, ich erinnere mich an einen Vorfall zum Beispiel, da waren wir, hatte er auch so einen Wutanfall und da war er noch kleiner und dann haben wir ihn in den Kindersitz setzen wollen im Auto und war da so laut und dann kam eine ältere Frau vorbei, die war spazierender auf dem und die wollte dann auf einmal mit eingreifen und mit regulieren, also wollte uns eigentlich unterstützen. Dich vor allen Dingen, du warst da gerade. Dabei war ich jetzt so, sagte ich, Mensch, gehen Sie mal weiter, weil ich meine, ich bin die Bezugsperson und versuche ihn zu regulieren gerade, da wird jetzt ein völlig fremder Mensch auf jeden Fall nicht helfen. Also was manchmal hilft, zwischen uns hat es immer gut geholfen. Ja. Wenn du irgendwas gemacht hast, wo er so in die Verzweiflung gekommen ist, dann konnte ich ihn da erstmal ganz gut rausholen, weil er so diese Wut dir gegenüber mir hatte oder wenn das mir gegenüber war, dann konntest du eben ganz gut unterstützen und ihn erstmal rausholen und dann haben wir uns quasi wieder zusammengeführt und konnten das dann zusammen gut lösen nachher. Aber jemand Fremdes ist da nicht so hilfreich. Und was dein krassestes Erlebnis war, dass ja sogar mal jemand gesagt hat, der müsste mal eigentlich, eins hinter die Löffel kriegen, der müsste mal eigentlich von uns hier richtig streng angemeldet werden. Ja, da kriege ich heute noch Gänsehaut, wenn ich wirklich an das Erlebnis denke, das war auf dem Spielplatz, da war ich mit meiner Schwester und ihrem Partner unterwegs und er war noch klein, er war vielleicht zwei und wollte Sand auf eine Rutsche, so ein Elternklassiker, er wollte Sand auf eine Rutsche machen und immer Sand runterlaufen lassen da. Da war aber nun eine Schlange bei der Rutsche und die anderen Kinder fanden das nicht so geil und haben gesagt, du kannst da gerne runterrutschen, aber mit dem Sand, das ist doof, das ist auch gefährlich, weil die Rutsche, die so glatt eh schon war und die Kinder dann da vor der Karache runter, naja, auf jeden Fall, da habe ich gesagt, ohne Sand, und habe dann gesagt, okay, ist jetzt auch egal, auf jeden Fall hatten wir dann Konflikt und es kam dann ganz viel Wut und dann kam die große Traurigkeit und dann hat er fürchterlich angefangen, wütend zu werden, rumzuschreien, rumzubocken, körperlich um sich zu hauen, also nicht den anderen Kindern gegenüber, sondern einfach so auf dem Boden und Tränen flossen und er hat sich da wirklich in dieses Drama hineinbegeben innerlich und ich stand daneben und habe gedacht, okay, da ist es niemand, der getroffen werden kann von irgendwas, wir lassen ihn kurz in Ruhe und die Schwester und ihr Partner hatten auch ein paar Meter Abstand genommen, um nicht zu viele auf ihn einwirken und es war halt sehr laut und sehr stark und es wirkte natürlich auch vielleicht für manche Menschen so ein bisschen bedrohlich und ich kam da auch sehr dicht und musste natürlich mich auch schützen, dass er mich nicht haut und dann kam eine Frau und zwei Männer, die da auch im Spielplatz standen und die haben dann zu meiner Schwester gesagt, dass er mal vielleicht mal ja, einen Schlag abbekommen sollte von mir und ich habe erst gedacht, weil ich war sehr so, ihn auch ein bisschen schützend, weil er mal mit den Händen so auf dem Boden, auf dem Kopf, naja, wenn so ein kleines Kind sich ja dreht auf dem Boden, dass die gedacht haben so, oh, jetzt ist die ein bisschen grober, gröber mit den Händen, nicht, dass sie dem Kind was antut, da habe ich noch gedacht, Gott, hoffentlich denkt nicht von mir und dann habe ich die beiden angeguckt und gesagt, Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft! Also alles in Ordnung, wir haben das ja alles im Griff, damit die nicht denken, fand ich ja vielleicht noch nett, dass die dachten, sie wollten das Kind schützen. Und sagte meine Schwester, die haben gerade gesagt, dass du ihn mal eigentlich an dir rüberhauen sollst. Und ich guckte die an und hab gedacht so, und dann fing die an, ja, das kann ja nicht sein und da muss man doch mal jetzt mal durchgreifen und wer darf sich das nicht so leisten, denn die ist manipulative natürlich, kleiner Junge, ne? Und da war ich so geschockt, das fand ich so krass, dass, äh, da finde ich wichtig, ähm, jetzt bei den Kindern, nicht bei dem Paar, die, die gute Absicht zu sehen, also was du schon sagst, ist, der macht ja kein Drama bewusst, der hat sich ja nicht überlegt, ich will jetzt hier meinen Willen durchsetzen und der beste Weg, meinen Willen durchzusetzen, ist hier völlig auszurasten, sondern der erlebt eben dieses Gefühl und lebt dieses Gefühl eben aus, weil das so nicht anders reguliert bekommt und ist natürlich auch einfach in der Fremdbestimmung drin, ähm, gefühlt starke Kinder, und das haben wir ja bei ihm auch erlebt, haben eben auch ein sehr starkes Autonomie- und Freiheitsbedürfnis und diese Fremdbestimmung vom Außen, die geht nur meistens, wenn man einen plausiblen fürs Kind nachvollziehbaren Grund liefert, was natürlich aber auch erst wieder in späteren Phasen gut möglich ist. Genau, genau, ne? Und irgendwann muss man ja eingreifen zum Schutze aller, zu sagen, du kannst den Sand hier bei dieser Rutsche nicht runterrutschen lassen, aber wenn die natürlich so klein sind, ist das natürlich auch schwierig. Aber das ist ein Erlebnis, was mich sehr nachhaltig geprägt hat, weil, äh, ich dann auch noch mal mir das so einen Schub gegeben habe, mich noch mehr vom Außen abzugrenzen in diesem Moment, um zu sagen, ne, äh, da schaue ich jetzt nicht drauf. Wir unterbrechen an dieser Stelle, die Folge ist schon recht lang geworden und in der nächsten Folge, die nächste Woche erscheint, werdet ihr dann den zweiten Teil zu gefühlt starken Kindern und dem Umgang als Elternpaar und Liebespaar damit hören können. Musik

Podcast Summary

Key Points:

  1. Gefühlsstarke Kinder sind ein Phänomen, das etwa jedes siebte Kind betrifft und durch eine stärkere Empfindlichkeit und emotionale Intensität gekennzeichnet ist.
  2. Eltern erkennen diese Ausprägung oft erst spät, da es kein klares, sofort erkennbares Zeichen im Kind gibt und das Thema bislang kaum in pädagogischen Ausbildungen thematisiert wurde.
  3. Die Herausforderung liegt nicht nur im Kind, sondern auch bei den Eltern, die oft überbelastet und ohne ausreichende Ressourcen in emotionale Welle eintauchen müssen.
  4. Gefühlsstarke Kinder zeigen sich besonders in frühen Lebensphasen durch Schlafprobleme, Essprobleme und starke Reaktionen auf Änderungen oder Abschiede.
  5. Der Wutausbruch kann sehr lange dauern – bis zu 40 Minuten – und ist kognitiv nicht erreichbar, was die Eltern in einem Schutzmodus und mit besonderen Fähigkeiten zur Begleitung zwingt.
  6. Die Rolle des Elternpaares wird besonders herausfordernd, da auch die Beziehung unter Druck gerät und das Umfeld oft falsche Reaktionen, wie Strafen oder Physischkeiten, zeigt.
  7. Es gibt keine offizielle Diagnose für gefühlstarke Kinder, da es sich um eine persönliche Persönlichkeitsstruktur handelt, nicht um eine pathologische Störung.
  8. Die Erkenntnisse aus Büchern wie jene von Nora Imlau helfen, Empathie aufzubauen und das Verständnis für die besonderen Bedürfnisse zu entwickeln.

Summary:

Gefühlstarke Kinder – ein Phänomen, das etwa jedes siebte Kind betrifft – zeichnen sich durch eine überdurchschnittliche Empfindlichkeit und emotionale Intensität aus. Eltern erkennen diese Eigenschaft oft erst nach vielen Jahren, da das Thema bislang kaum in pädagogischen Ausbildungen behandelt wurde. Das kindliche Erleben von Emotionen, wie Wut oder Freude, ist extrem intensiv und kann sich in spürbaren Schwankungen auswirken, besonders in den frühen Lebensjahren.

Schlaf- und Essprobleme, sowie Reaktionen auf Änderungen oder Abschiede, sind typische Anzeichen. Der Wutausbruch kann bis zu 40 Minuten dauern und ist kognitiv nicht erreichbar, wodurch die Eltern in einem Schutzmodus agieren müssen, um das Kind und die Umgebung zu schützen. Es gibt keine offizielle Diagnose, da es sich um eine Persönlichkeitsstruktur handelt, nicht um eine Störung.

Die Eltern, insbesondere im Paar, stehen vor besonderen Herausforderungen: sie müssen ihre eigene emotionale Regulation verbessern, das Umfeld sensibilisieren und auf falsche Interventionen wie Strafen reagieren. Die Erkenntnisse aus Quellen wie die Bücher von Nora Imlau schaffen Verständnis und ein tieferes Empathiegefühl. Dieses Thema ist nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Beziehung zwischen Eltern und für die soziale Umgebung von großer Bedeutung.

Eine detaillierte Behandlung wird in der nächsten Folge thematisiert, wobei der Fokus auf die konkreten Herausforderungen im Elternpaar liegt.

FAQs

Gefühlstarke Kinder sind von Geburt an bedürfnisstärker, feinfühler und verletzlicher. Sie spüren Emotionen stärker und regulieren sie oft schlechter als normale Kinder.

Nein, es gibt keine offizielle Diagnose, da es sich um eine Persönlichkeitsstruktur handelt und nicht pathologisch ist. Man kann jedoch Hochsensibilität oder emotionale Intelligenz testen.

Sie erleben Emotionen extrem intensiv – wie Wut oder Freude – und benötigen mehr Ressourcen und Geduld. Eltern müssen oft viel mehr auf ihre eigene Wohlfahrt achten.

In den ersten zwei Jahren zeigen sich häufig Schlaf- und Essprobleme, da das Kind extrem empfindlich auf Hunger, Durst und Körperkontakt reagiert.

Eltern sollen das Kind nicht bestrafen, sondern schützen und die Wut begleiten. Bei genügendem Warten wird die Wut im Laufe von 20 bis 40 Minuten meistens abgelegt.

Weil die Tipps oft auf normale Kinder abgestimmt sind und die spezifischen Bedürfnisse gefühlstarke Kinder nicht berücksichtigen.

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