Gefangen im Labyrinth: Die Fehler der Gegenwartphilosophie – scobel im Gespräch: Wolfram Eilenberger
0m 0s
Das Gespräch zwischen Gert Scobel und Wolfram Eilenberger untersucht die Rolle der Philosophie in einer von vernetzten Krisen und rasantem Wandel geprägten Zeit. Eilenberger definiert Philosophie primär als die "Kunst der Geistesgegenwärtigkeit" – die Fähigkeit, die eigene Gegenwart zu benennen und von anderen Zeitepochen zu unterscheiden. Diese Tätigkeit beginnt oft mit einem Gefühl der Verlorenheit oder Gefangenschaft (wie in Platons Höhlengleichnis) und zielt auf einen befreienden "Ausgang" ab, analog zu Kants Definition von Aufklärung.
Es wird betont, dass Philosophie in kulturellen Umbruchsphasen (z.B. nach Weltkriegen) besonders gefordert ist, neue Begriffe und Beschreibungen zu finden, wenn alte Konzepte ihre Tragkraft verlieren. Die zeitgenössische Philosophie muss ohne absolute Fundamente auskommen, eine Erfahrung, die Strömungen wie der Wiener Kreis, die Frankfurter Schule und der Poststrukturalismus teilen. Philosophie bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen poetischer Sprachschöpfung und rationaler Argumentation. Trotz der verbreiteten Wahrnehmung, Philosophie sei ein elfenbeinerner Luxus, wird ihre essentielle Funktion für die individuelle und kollektive Selbstverständigung in einer komplexen Welt verteidigt.
👉 Intro
Willkommen zu Scobel Philosophie, Wissenschaft und Leben im Gespräch wir alle, und das ist ja keine neue Erkenntnis, insbesondere nicht in diesem Kanal, leben in düsteren Zeiten oder etwas genauer, wir leben in Zeiten relativ schnell sich entwickelnder, vielfach miteinander vernetzter Krisen, die einander bedingen und hochschaukeln, und gegenwärtig spüren wir zum Beispiel alle, welche Auswirkungen eine derartige Krise, nämlich der Krieg Israels und der USA mit dem Iran.
Auf viele Länder und Milliarden von Menschen weltweit hat neu an all dem ist, dass wir seit der Entstehung des Internet weltweit und in Echtzeit all das voneinander wissen und wissen, was passiert.
Und das macht die Bewältigung von Krisen nicht gerade einfacher, und diese Krisen, das sind exponentiell sich beschleunigende Entwicklungen, oft auch Great Acceleration genannt, also wachstumskurven.
Die man häufig unter dem Oberbegriff Anthropozän zusammenfasst.
Gemeint ist damit zum Beispiel Wachstum des Ressourcenverbrauchs, Überfischung, Artensterben, Wachstum der Weltbevölkerung, CO 2, Ausstoß, Zunahme von Extremwetterereignissen und so weiter was kann da helfen, all diese Probleme und Krisen zu entwirren und wenigstens mal gut zu analysieren und dann vielleicht Lösungen zu finden, und zwar gerechte Lösungen für möglichst viele Menschen?
Die Standardantwort des weitgehend agnostisch gewordenen Westens lautet damit mehr Wissenschaft.
Denn die Einsprengsel und damit der Einfluss restkatholischer Rest protestantischer, auch islamischer, buddhistischer und anderer religiöser Inseltraditionen nehmen ja immer mehr ab.
Also mehr Wissenschaft, während beispielsweise Nachhaltigkeits und Verkehrsforschung, Medizin, Materialwissenschaften, die Erforschung neuer Energieformen und so weiter und selbst grüne Genetik, obwohl die umstritten ist, erkennbar helfen können, scheint Philosophie ganz außen vor zu sein.
Was kann sie beitragen?
In den Augen vieler Menschen ist Philosophie n Luxus geworden und eigentlich unbedeutend.
Was machen Philosophen überhaupt außer diskutieren und was hat das, was sie machen, für n Sinn für ne Wirkung über die Binnenwelt der Elfenbeintürme hinaus, die ja im Übrigen was Philosophie angeht, jedenfalls von Orks belagert werden und ziemlich ramponiert aussehen.
Genau um diese Fragen, was Philosophie macht und wie es um sie steht, geht es heute.
Und ich will darüber mit dem Philosophen und erfolgreichen Autor Wolfram Allenberger sprechen, der gerade zu diesem Thema ein neues kritisches Buch mit dem Titel Die Gegenwart der Philosophie geschrieben hat.
Hallo Wolfram, schön, dass du da bist.
Sprecher*in 2
Hallo lieber Gerd, Danke für die Einladung.
Sprecher*in 1
Sehr gerne.
Bevor wir uns gleich richtig ins Getümmel stürzen, dass du ja in deinem Buch Ordnest und Analysierst und.
Müsste man, wenn man auf den Titel schaut, müsste man nicht eigentlich ja eigentlich sagen, die Gegenwart der Philosophien Plural?
Denn die Philosophie gibt es ja im Grunde genommen genauso wenig wie den Menschen oder den Staat.
Warum hast du dein Buch so genannt?
Sprecher*in 2
Ja, man hätte auch sagen können, die Gegenwart des Philosophie Renz.
Es ist ja vor allem eine Tätigkeit und kein Substantiv, aber natürlich jetzt als Titel die Gegenwart der Philosophie.
Das ist schon der Versuch einer Rundumschau über das gegenwärtige Akademisierte Feld dessen, was man unter Philosophie versteht, wenn man das denn studiert als Studienfach und natürlich auch über das Feld der öffentlichen Philosophie, das daran in besonderer, vielleicht zu klärender Weise angeschlossen ist.
Sprecher*in 1
Danke und welche welche Funktion.
Vielleicht können wir das ganz kurz am Anfang sagen, welche Funktion erfüllt die Philosophie im Prozess kulturellen Werdens mit der Frage eröffnest du ja im Grunde genommen dein Buch.
Sprecher*in 2
Ja, darauf gibt es natürlich sehr verschiedene Antworten, an denen sich viel entscheidet.
Die Antwort, die ich in diesem Buch versuche zu explizieren und auch in den Vordergrund zu stellen, lautet Philosophie ist die Kunst der Geistesgegenwärtigkeit und diese Geistesgegenwärtigkeit zeigt sich in der Fähigkeit, oder wie ich sage, der Mündigkeit zu sagen, was die eigene Gegenwart ist und worin sie sich von allen anderen Gegenwarten, also der Vergangenheit unterscheidet.
Und diese Bestimmung entnehme ich einer Sentenz von Michelle Foucault, der 1968 gefragt wurde, was für ihn die Funktion der Philosophie im Gespräch der Menschheit sei.
Er sagte genau das, es ist die Fähigkeit zu sagen, was die eigene Gegenwart ist, und man kann sich ja zugeben, dass das nicht die Standardantwort auf die Frage nach der Funktion der Philosophie ist.
Aber ich glaube, es ist diejenige, die sich derzeit am Plausibelsten geben und ausfüllen lässt.
👉 Vorstellung
Scobel Philosophie, Wissenschaft und Leben im Gespräch Wolfram Eilenberger ist promovierter Philosoph und einer, der auch im Ausland erfolgreichsten philosophischen Sachbuchautoren.
Er war unter anderem von 2011 bis 2017 Chefredakteur des Philosophiemagazins und gehört seit 2018 gemeinsam mit Barbara Bleich und Eve Bosser zum Moderationsteam der Sternstunde Philosophie im Schweizer Fernsehen SRF seit.
Seine letzten 3 Bücher über die Philosophinnen des letzten Jahrhunderts sind Bestseller und in viele Sprachen übersetzt.
Zeit der Zauberer das große Jahrzehnt der Philosophie, 1919 bis 1929, Feuer der Freiheit, die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten, 1933 bis 1943 und Geister der Gegenwart.
Die letzten Jahre der Philosophie und der Beginn einer neuen Aufklärung 1948 bis 1984 Wolfram Eilenberger und Gerd Gobel arbeiten gemeinsam mit Svenja Flasspöhler und Jürgen Wiebicke als Teil der Programmleitung des Internationalen Philosophie Festivals phil Cologne.
Seit der Gründung im Jahr 2013.
Gerade ist von Wolfram Eilenberger das neue Buch die Gegenwart der Philosophie erschien und ein längerer Essay zu diesem Thema in der Zeit.
👉 Brauchen wir heute mehr Wissen oder mehr Klarheit darüber, was überhaupt los ist?
Wolfram als roten Faden schlage ich vor, dass wir erst noch mal genauer herausarbeiten, was eigentlich Philosophie oder die Aufgaben der Philosophie sind.
Dann würde ich gerne mit dir drüber nachdenken, gemeinsam, ob es nicht vielleicht Ergänzungen gibt oder oder Dinge, die nicht so im im, im im Blick sind, dann wenden wir uns der institutionellen akademischen Philosophie vor, das ist ja der Begriff, gegen den du eigentlich arbeitest.
Oft aus im Buch.
Und zum Schluss der Frage, welche Möglichkeiten welche Einsatzstellen im öffentlichen Leben eigentlich philosophische Arbeit hat oder in Zukunft haben wird, fangen wir noch mal an mit der Frage, was ist, was ist Philosophie, du, du schilderst ja im am Anfang im Grunde genommen, dass Philosophie ganz stark damit zu tun hat, Ausgänge zu suchen aus der Verlorenheit.
Aus dem getäuscht werden aus erfahrener Gefangenschaft aus Platos Höhle Decards Dämonen, Wittgensteins Fliegenglas übrigens alles auch Themen, die hier ja auf dem Kanal vorkommen, also Ausgänge aus was auch immer.
Sprecher*in 2
Ja, das ist tatsächlich richtig.
Man könnte das auch so bestimmen, das Philosophieren als menschliche Tätigkeit zunächst und vor allem mit einem Gefühl oder einer Atmosphäre der Verlorenheit beginnt.
Wittgenstein hat das das Gefühl, ich kenne mich nicht mehr aus, genannt.
Und tatsächlich, wenn man die Geschichte der Philosophie betrachtet, sind das meist anfangs Zustände, in denen Menschen das Gefühl einer erhöhten Unwirklichkeit ihrer selbst bezüglich auf ihre Mitmenschen oder der sogenannten Wirklichkeit selbst haben, und das sind oft Bilder der Gefangenschaft, der Enge, auch der Unmündigkeit im Sinne keine Worte zu finden.
Du sagtest es, platos Höhle ist so ein.
Beispiel alle glauben, das ist alles in Ordnung.
Einige wenige haben ein unheimliches Gefühl, dass sie etwas ganz grundsätzlich nicht stimmen konnte, dass sie vielleicht gefangen sind, dass sie gar nicht frei sind und das zieht sich dann hoch bis Wittgensteins Bestimmung, was sein Ziel der Philosophie sei, und dann sagte er der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zu zeigen, das heißt, es ist eigentlich eine große Bewegung, die Metaphore schmeißt als eine Befreiung, als eine Ausgangsbewegung.
Bestimmt wird und die leitende Metapher, die ich in diesem Bild dafür mobilisiere, ist das Labyrinth, dass man sich Menschen in einem Labyrinth vorstellen muss, dass sie einen Ausgang aus diesem Labyrinth suchen.
Denn wenn etwas ein Labyrinth ist, ich denke, das folgt aus dem Begriff, dann wird es auch einen Ausgang haben, und dieser Begriff des Ausgangs ist natürlich nicht zufällig gewählt, es ist der Begriff, den immer bekannt in seiner Bestimmung dessen, was Aufklärung ist, als erstes oder am prominentesten.
Verortet.
Er sagte nämlich, ist ein Ausgang aus selbstverschuldeter Unmündigkeit und ich will das ganz wörtlich verstehen.
Das sind Menschen, die finden keine Worte für die Situation, in der sie sich befinden.
Das ist eine Situation der Verlorenheit, der Angsterfüllten Unheimlichkeit und ein Weg aus dieser Gestimmtheit ist, die Worte zu finden, mündig zu werden, zu sagen, in welcher Situation man sich befindet.
Und ich denke, das ist von Alters her eine, vielleicht sogar die wesentliche Grundbestimmung dessen, was wir philosophieren.
Sprecher*in 1
Wärst du einverstanden, wenn ich sage, dass dein Buch im Grunde genommen Auseinandersetzung oder eine Fortschreibung eben dieses berühmten Textes von von Kant 1784 Beantwortung der Frage was ist Aufklärung?
Sprecher*in 2
Ist ja, ich würde sagen, das ist eine Versuch zu bestimmen.
Wie man diesen Text und diesen Satz Aufklärung, ist der Ausgang des Menschen aus selbstverschuldete Unmündigkeit im Jahre 2026 neu bestimmen kann.
Und ich versuche das sehr ein wenig auszuführen, indem ich sage, bei der Philosophie geht es eigentlich um eine dreifaltige Sorge, wie ich das nenne, eine Sorge um sich selbst.
Wer bin ich überhaupt, was kann ich über meine Identität sagen, sofern sie mir zweifelhaft oder unbestimmt ist?
Was kann ich in Bezug auf mein Verhältnis zu anderen Menschen, auch zu anderen Lebewesen sagen?
Das ist die zweite Sorge und die dritte, und das ist eine spezifisch philosophische, was kann man überhaupt philosophisch sagen, im Gegensatz zu wissenschaftlichen oder künstlerischem sagen, und ich glaube, alle großen Werke der Philosophie, die wir zurecht als solche Erinnern, nehmen diese Dreifaltigkeit der Sorge auf, das heißt, es geht immer um ein Individuum, das eine Sprache für seine eigene Situation sucht.
Es geht um eine Verhältnisbestimmung zu anderen Lebewesen, gar zu allen anderen Lebewesen.
Und es geht um die Frage, was kann ich philosophisch eigentlich sagen, wenn ich nicht mich als Wissenschaftler oder als reiner Künstler verstehe.
Sprecher*in 1
Du, das hast du ja eingangs auch schon gesagt, du knüpfst ja dabei ganz stark an Foucault an und wenn man Foucault ein bisschen bisschen vereinfacht, dann geht es ja darum, dass Foucault sagt, Lass uns die Gegenwart bestimmen und sagen, was ist.
Was ja, was ja interessanterweise diese sagen sagen, was ist ja interessanter, weil eigentlich von Horaz kommt auch das Motto des des Spiegel ist ja sagen, was sagen was ist und dieses was ist, das verzweigt sich nach innen, das hast du ja gerade auch gesagt, ne, das selbst nach außen, was andere Menschen, andere Lebewesen angeht und dann sagen was das Sagen überhaupt ist und was man mit dem mit dem Sagen sagen kann.
Jetzt könnte man, könnte man ja sagen, OK, das ist doch im Grunde genommen die Aufgabe, zum Beispiel journalistische Arbeit gibt es, dann gibt es da einen Unterschied?
Sprecher*in 2
Ja, es gibt sicher den Begriff des Jurnosophen und zu einem gewissen Zeitpunkt, glaube ich, hat Michel Foucault sich als ein Jurnosoph auch selbst verstanden, nämlich die Fähigkeit, wirklich Aktualitätsgegenwartsbezogen zu sagen, was ist.
Ich nenne das die Kunst der Geistesgegenwärtigkeit und natürlich wird diese Kunst besonders dringlich und auch besonders anforderungsreich.
Wenn sich die Grundkoordinaten unseres kulturellen Daseins ändern, also in Situationen des Umbruchs und zum Beispiel, ist es kein Zufall, dass Foucault diesen Satz im Jahr 1968 im Frühjahr geprägt hat, weil das eine eminente Umbruchsphase war, sogar eine revolutionäre, oder wie wir sie erinnern, revolutionäre Phase im Mai 1968, und ich denke, wir sollten uns Philosophie nicht als eine Tätigkeit vorstellen, die zur Wahrheit fortschreitet.
Sondern die in der Anforderung steht, zu jeweiligen kulturellen Situationen triftige, griffige Beschreibungen zu finden.
Und wenn diese Situation sich grundlegend ändern, dann ist es nicht so, dass die Argumente nicht mehr gültig wären, die, die wir vor für richtig hielten, sondern die Begriffe verlieren an Halt, an Zugriff, sie werden hohl, und dann muss man eine neue Begrifflichkeit in dieses Spiel einspeisen, und das ist das, was denke ich Spinoza, cant Hume.
Fucault Wittgenstein und Heidegger getan haben.
Wir haben in Umbruchsituationen Neubeschreibungen unserer kulturellen Situation vollzogen und die Trilogie, die ich geschrieben habe, und das vierte Buch jetzt die Gegenwart der Philosophie, ist ja eine Art Nachgedanke zu diesem größeren Projekt, die zentriert sich ja auf kulturelle Umbruchsphasen und die Art und Weise, wie Philosophie sie aufgenommen hat, nämlich das Ende des Ersten Weltkriegs.
Die totalitäre Phase des der 1900 30er Jahre und dann das Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem Philosophie immer wieder in der Anforderung stand, neu zu sprechen.
Man konnte 1945 nicht einfach so weiter sprechen, wie man es zum Beispiel 1900 getan hätte, das wäre eine ein Vergehen gewesen.
Sprecher*in 1
Holocaust?
Atombombe?
Sprecher*in 2
Ja, und da muss man sich neu positionieren und die Menschen, die mich interessieren, als philosophische Leid gestalten.
Die haben ihre eigene Aufgabe auch so verstärkt wie zum Beispiel Adorno oder Hannah Arendt oder Simon Vey.
Sprecher*in 1
Wenn man also dieses, dieses Geistesgegenwärtige sagen, das findest du natürlich auch in guter Literatur, und es gibt ja gerade zu diesen, zu diesen Wendezeiten, die du ansprichst, und du nennst ja auch 3 Orte, die in deinem neuen Buch wichtig sind, wie in Frankfurt und Paris, als Ursprung dieser philosophischen Gegenwart jeweils immer ein bisschen anders gedacht.
Dann findest du natürlich in Literatur gerade neue gute Beschreibungen dessen, was was umbricht.
Also man könnte wahrscheinlich in der in der Moderne gerade sagen, Michelle Wolle Beck ist so ein Typ, der das vielleicht in seinen in seinen Romanen macht, ist das erklärt so ein bisschen den den Hang zum Beispiel von so jemandem wie Heidegger, um den du dich ja auch gekümmert hast.
Ja, so eine, so eine völlig poetische Hölderlin Like Sprache zu erfinden und im Übrigen bei Heidegger finde ich jedenfalls am Ende völlig unverständlich zu werden.
Sprecher*in 2
Also ich glaube, das hat etwas auch mit der spezifischen Aufgabe der Philosophie zu tun, die einerseits immer ein Poetisches, ein Metaphorisches, ein sprachlich kreatives sagen ist.
Das ergibt sich als aus dieser Mündigkeitsanforderung man muss manchmal neue Begriffe erfinden, die noch nicht da sind.
Man muss neue Formen des Sagens finden.
Das ist also der poetische Aspekt der Philosophie.
Und es gibt auch diesen wissenschaftlich argumentativen Aspekt, und ich würde sagen, die Philosophie befindet sich da in einer eigentümlichen Zwischenstellung.
Ziel einerseits poetisch gefordert, andererseits argumentativ gefordert und.
Viele Menschen, die in diesen Büchern für mich auch ne wichtige Rolle spielen, zum Beispiel Borches oder George Orwell, sind genau auch an dieser Schnittstelle.
Ich würde sagen, die Kurzgeschichten von borches um 1940 45 sind genau solche Formen kulturellen Aufarbeitens einer neuen Situation, und was George Orwell tut mit Nineteen Eighty Four das 1948 beendet würde, ist auch so eine Aufarbeitung, insofern sehe ich da nähen.
Aber es ist natürlich so, dass die Philosophie auch immer in Aufnahme ihrer eigenen Tradition spricht.
Das heißt, das eigene Traditionsgespiel wird da reingespült und insofern gibt es da wahrscheinlich andere Bezugspunkte.
Aber es gibt eine große Nähe zu den Künsten und insbesondere zur Literatur als der Kunst, die das Wort im Zentrum ihres Schaffens hat.
Sprecher*in 1
Du nennst ja für die Nachkriegszeit diese 3.
Wichtigen Orte für ja, verschiedene Strömungen der Philosophie das eine, Wien, logischer Empirismus, Frankfurt kritische Theorie, Paris unter anderem, Strukturalismus, eben auch Foucault, alles sind versuche im Grunde genommen ja mit, mit Kriegen, mit Totalitarismus klarzukommen und alle 3 sagst du in deinem Buch teilen ja.
Eine gewisse Desillusioniertheit also.
Es gibt kein Fundament, es gibt, wie Neurath sagt, keine Tabula rasa, keinen Endzustand, keine erlösende Utopie mehr, das ist das die Basis, also ist das im Grunde genommen die Basis von der Philosophie heute ausgehen muss, weil früher war die Basis ja mal, dass es Gott gibt, dass es ein sicheres Fundament der Erkenntnis gibt.
Und jetzt ist es quasi das Gegenteil.
Sprecher*in 2
Ja, man kann sicher sagen, dass diese 3 Punkte und 3 Punkte bestimmen ja einen Kreis, den Kreis des heutigen Philosophierens bis heute bestimmen.
Und das sind die Ausgangspunkte.
Wien in den 20er Jahren und dann auch in den 30er Jahren mit dem Wiener Kreis und Wittgenstein.
Du hast das genannt, auch Karl Propper wäre dazu zu zählen, dann gibt es Frankfurt mit den Neuanfängen der kritischen Theorie um Adorno, Horkheimer ausgehend von Benjamin.
Und dann gibt es eben das, was man dann journalistisch, Strukturalismus oder Poststrukturalistisch auf einen Begriff brachte.
Und ich denke, wenn wir heute das Feld des globalen Philosophierens anschauen, dann sind diese 3 Strömungen immer noch die akademisch auch dominanten, und sie sind geeint.
Ich denke, das hast du richtig beschrieben durch eine gewisse Verlusterfahrung, nämlich die Verlusterfahrung eines Fundamentes, auf das man direkt zugreifen könnte, um philosophische Systembildungen.
Zu stabilisieren.
Und wenn Neurath, den du zitiert hast, sagst, wir sind wie Schiffer auf einem Ozean, wir müssen das Schiff aus umbauen ohne jemals ein sicherndes Dock zu erreichen, dann ist das eine Form von Fundamentverlust.
Bei Benjamin ist es dieser Engel der Geschichte, der vom Paradiese her immer weiter getrieben wird und auch nicht einhalten und eingedenken kann und bei Foucault ist es dann das Bild des Gesichtes am Strand, das von der Ebbe und von der Flut immer wieder überspült wird.
Und diese Verlusterfahrung eines einen einheitlichen und einzigen Fundaments, das ist dann unglücklicherweise Brustmoderne genannt worden, und das ist eine sehr unglückliche Beschreibung, weil die Postmoderne in diesem Sinne, glaube ich, 1949 begonnen hat, als Quine und Feierabend begriffen haben, dass diese positivistische Illusion eines gegebenen, wissenschaftlich ermittelbar gegebenen, von dem man aus eigener Systembildung organisieren könnte, ein Fantasma ist.
Und diese Fantasmen zu entlarven und als solche bloßzustellen, das ist immer auch eine Hauptaufgabe der Philosophie.
Anders gesagt, kämpft die Philosophie immer damit, ihre eigenen Sehnsüchte zu desillusionieren und die Hauptsehnsucht und dass es vielleicht die gefährlichste ist, ein wirkliches System als einziges einheitliches System System alles Sagbaren zu bilden, und ich glaube, wir können klar sehen, dass das auch etwas sehr gewalttätiges und kulturell etwas möglicherweise sehr verheerendes ist.
Sprecher*in 1
Du weißt, dass ich in meinen Büchern dieses, diesen, diesen Vorgang, dass wir eigentlich immer wieder ne neue Sprache finden müssen, um die Gegenwart zu beschreiben und dann ne Zeitlang mit dieser Sprache als gewisses, ja festgewordenes Gewebe umgehen, um um in der Wirklichkeit uns zurechtzufinden, dass ich, dass ich das immer den fliegenden Teppich nenne.
Ne, weil der fliegende Teppich im Grunde genommen.
Sprecher*in 2
Ist n ähnliches Bild dafür.
Genau.
Sprecher*in 1
Ne was?
Das ist so ähnlich wie das Schiff von von Neurath.
Ja wir wir müssen mit den Bestandteilen arbeiten die wir haben, es gibt keinen Dock wo wir anlegen können, neues Material an Bord nehmen können gibt es nicht, unser Material ist das, was wir mit uns, wir mit uns tragen und also du du sagst diese die Erkenntnis eigentlich der modernen, also zeitgenössischen Philosophien, das hat ja schon.
Um um die letzte vorletzte Jahrhundertwende eingesetzt ist, dass es diese großen Systeme eigentlich nicht mehr gibt und möglicherweise der Fehler der akademischen Philosophie immer noch ist zu glauben, dass Du ein Held in der Philosophie bist, der der der Gegenwart, wenn du wieder so n richtiges Systemding schreibst.
Also wenn du im Grunde genommen kann Hegel ne die deutschen Idealismus und dem was es vorher gegeben hat Nacheiferst.
Sprecher*in 2
Ja, ich glaube, man kann da 2 Dinge als besonders wichtig herausstellen.
Sofern das Stimmen würde, was wir jetzt gesagt haben.
Das erste ist, dass die Philosophie nicht im Fortschrittsbusiness ist.
Es geht nicht darum, Fortschritt aufeinander aufbauend zu erzeugen in der Philosophie, sondern es geht darum, abbruchserfahrungen mündig, gerecht zu werden.
Und wenn man sich soweit einmal bewusst ist, dann sieht man die Philosophie eben nicht mehr als rein wissenschaftsanaloge Tätigkeit, in der es darum geht, Theorien zu entwickeln.
Das ist das eine und das andere, und das ist, glaube ich, die Erfahrung, die dann im zweiten Nachkrieg, also ab 1945, besonders dringlich in das Feld des Philosophierens eintritt, ist, dass die Philosophie nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems war, dass also das, was wir die totalitären Erfahrungen nennen und zurecht so nennen.
Vorbereitet wurden durch eine spezifische philosophische Sehnsucht, nämlich die Sehnsucht nach dem einen, einzigen und einheitlichen System, das heißt, die Philosophie hat sich auch, glaube ich, und zu recht ab 1940 45 davon Rechenschaft abgelegt, dass sie Teil dieses Verheerungszusammenhangs war und nicht nur dagegen gearbeitet hat und das Buch, das das vielleicht am eindrücklichsten versucht, ab 1943 ist das von Adornos Dialektik der Aufklärung, die er genauso ne Art.
Trümmererfahrung ist, was kann man aus den Trümmern der Geschichte über den Beitrag der Philosophie zu dieser Geschichte selbst sagen und lernen, und das ist zumindest eine sehr ambivalente Diagnose.
Sprecher*in 1
Wobei diese Tendenz zum System ich geb geb, geb dir natürlich recht, das hat mit dem Aufbauen von Begriffen zu tun, dass dann möglichst so aufgebaut ist, dass ich alles damit erklären kann.
Also da hast ja parallel in der Wissenschaft auch diese Entwicklung mit Theorie von allen zu entwickeln.
Aber ist nicht der Hauptmotor eigentlich gewesen, gesellschaftliche Probleme, also diese Fragmentierung der der Gesellschaft, die du in der Moderne hast, dass Gesellschaften einfach so Plural sind, dass sie auseinanderfallen, da ne Einheit reinzukriegen und der und der Faschismus zum Beispiel eben diese, diese gewalttätige Option dafür ist?
N einheitliche Vorstellung zur Vorstellung aller zu machen, also dass dieser Totalitarismus.
Zwang nenn ich es mal, dass der eigentlich doch aus einem politischen oder gesellschaftlichen Problem herauskommt, um gar nicht so sehr aus einer, aus einer primär philosophischen Frage.
Sprecher*in 2
Das könnte man so sehen.
Man könnte aber auch sagen, dass der einheitliche Zug dieser beiden Strömungen, die du beschrieben hast, darin besteht, Pluralität als Problem aufzufassen.
Und die Frage ist warum, warum tut man das eigentlich, wenn Hannah Arendt sagt?
Sprecher*in 1
Wenn Menschen sich streiten.
Sprecher*in 2
Der Öffentlichste, der also der offenbarste Befund, den wir als soziale Wesen haben, ist, dass Menschen verschieden sind, und die Frage ist, inwiefern und warum wird das als Problem empfunden und das gleiche könnte man auch von wissenschaftlichen Vereinheitlichungsversuchen sagen.
Warum ist es ein Problem, dass wir keine einheitliche Methode haben, die die Juristerei, die Mengentheorie und die Chemie.
Als Wissenschaft bestimmt, man könnte ja sagen, es wäre Wahnwitzig, überhaupt zu glauben, dass es da eine Methode gäbe, aber wir unterliegen, und ich denke, dass es vielleicht doch etwas sehr westliches, einer Art kulturellen Zwangsvorstellung, dass man die Pluralität in einer Form der Vereinheitlichung führen wollen will und dass damit dann alles gut würde, und ich denke, es hängt sehr viel daran, dass man die Wissenschaft als Wissenschaftstheorie, die Philosophie und auch die politische
Theorie von dieser Zwangsvorstellung befreit.
Denn diese Zwangsvorstellung ist inhärent gewalttätig.
Sie ist sogar totbringend, könnte man sagen.
Und ein letzter Schlenker in der Umsetzung dieser Zwangsvorstellung, und darauf haben Foucault, Arendt, Adorno immer wieder hingewiesen, besteht darin, den Mensch als ein Ding unter anderen zu behandeln, als weiteres Objekt der Beschreibung, und insofern kann man auch sagen, dass die Anthropologie und die Frage, was der Mensch eigentlich ist und ob der Mensch ein Objekt unter anderen in der Welt ist.
Eine Zentralfrage ist, und auch das ist natürlich eine Frage, die in dieser Trilogie und auch in meinem letzten Buch eine gewisse Rolle spielt.
Sprecher*in 1
Wenn wenn man, wenn wir diesen Faden mit der mit der Pluralität noch mal aufnehmen, ich finde, da hast das hast, da hast du völlig recht, das sagt ja zum Beispiel auch Hannah Aran, ne, das den Menschen gibt es gar nicht, sonst gibt immer nur Menschen im Plural.
Das war auch der Grund, warum ich dich anfangs nach dem nach dem Titel gefragt habe, aber wenn du das mal geschichtlich siehst, ne, du hast ja in Ägypten zum Beispiel ne.
Ne zwar, wie soll man sagen feudal geordnete Gesellschaft, aber die Vorstellung, wie sich diese Gesellschaft über ihr Leben macht, die sind ja vollkommen polytheistisch bis auf diese kleine Episode von Echnaton, wo er versucht den Monotheismus durchzusetzen, den dann andere Religionen später aufgreifen.
Plato ist die Idee, dass die unterschiedlichen Tische, die wir sehen, einer einzigen Idee.
Die es im Ideenhimmel gibt, entspricht also du hast, du hast offensichtlich in der Menschheitsgeschichte beides, dass du, dass du n Hang zu viel halt hast und auf der anderen Seite diesen diesen Systemzwang, der wahrscheinlich immer auch damit zu tun hat, dass du viele unterschiedliche Menschen, das sehen wir ja jetzt gerade bei den kriegerischen Auseinandersetzungen und dem Zerfall der Rechtsordnung, der internationalen.
Dass du verschiedene Menschen mit ihren verschiedenen Interessen irgendwie zusammenbringen kannst.
Und wie kannst du das machen?
Na ja, Rechtssysteme, Normen, ähnlichen Geschmack, solche Sachen.
Sprecher*in 2
Ja, also ich würde ja nicht sagen, dass jede Form einer Vereinheitlichung an sich schon ein Schritt in den Faschismus wäre.
Es gibt Vereinheitlichungen, die sind zum Beispiel sehr sinnvoll, ich weiß nicht, DIN A 4 Formate zum Beispiel für Drucker, das ist an sich was Gutes, das macht das praktisch.
Natürlich kann man dann weitergehen und sagen, OK, ist Globalisierung nicht vielleicht ein einziges maßstabsvereinigendes Projekt und ist das nicht an sich schon problematisch?
Man könnte auch sagen, sind wir auf dem Weg in eine Einsprache gewählt, in der nur noch Englisch gesprochen wird, also es gibt eine Ambivalenz, ich glaube ich, in jeder kulturellen Situation zwischen Vereinheitlichungs und pluralitäts Zügen, aber die offenbare Tatsache ist die der Pluralität.
Und diese Pluralität als Problem zu adressieren, ist eine sehr seltsame Gedankenbewegung und ich würde es eher so bestimmen und das tue ich auch in meinen Büchern, dass es in jeder Kultur zu jedem Zeitpunkt 2 Grundkräfte gibt, die ich im Anschluss an Wilhelm Wund die Zentrifugale und die zentripetale Kraft nenne.
Es gibt also immer zentrifugale Kräfte, die anderen Rand und in die Vervielfältigung streben.
Und es gibt Zentripetale, die alles zentrieren wollen, und ich glaube, die Balance einer guten Gesellschaft besteht darin, diese beiden Kräfte in einer Vielstimmigkeit, in einer Polyphonie zu halten, und da war die Philosophie nicht immer sehr gut und auch nicht immer sehr hilfreich.
Sprecher*in 1
Ich hab ja eingangs gesagt, wir sprechen erst mal über die Aufgabe der Philosophie und jetzt paar paar erweiterungs Vorschläge.
Im Grunde genommen hast du die.
Hast du die ja teilweise auch schon benannt.
Also die Hauptdefinition wäre zu sagen sagen was ist.
Mir scheint das ein bisschen eng zu sein, zumal das ja auch ein Slogan, da haben wir schon drüber gesprochen von Journalismus, von Wissenschaft und so weiter sein könnte, was Philosophie doch macht ist in so einem sehr fragmentierten universitären Kontext oder auch gesellschaftlichen Kontext, also wenn Gesellschaft über sich selber nachdenkt.
So ein Kontextbewusstsein zu schaffen, damit meine ich, wenn wir jetzt zum Beispiel diskutieren darüber, was Philosophie ist oder was Wissenschaft ist, ja, dann erweitern wir, wenn wir das philosophisch machen, den Blick auf Krise, auf die ganzen Krisenphänomene, auf die Vergangenheit, die diese Frage hatte, auf zum Beispiel normative Fragen, was folgt denn daraus für für für unser Handeln, und dieses Kontextbewusstsein ist eigentlich nichts anderes.
Als uns klarzumachen, dass wir in einer radikal komplexen Wirklichkeit leben.
Also ich würde, ich würde deshalb sagen, ja, eine Aufgabe von Philosophie ist, sagen, was ist.
Aber gleichzeitig den Blick zu weiten für die Komplexität der Wirklichkeit, in der wir versuchen zu sagen, was ist.
Sprecher*in 2
Ja, das müsste sich ja gar nicht ausschließen.
Man könnte ja sagen, die Aufgabe zu sagen, was ist, besteht darin zu sagen, wie alle Dinge im weitesten Sinne mit allen anderen Dingen zusammenhängen, und das ist eine Funktionsbestimmung, die zum Beispiel Wilfried Sellers für die Philosophie Herr sagte, Man geht einfach darum zu sagen, was ist, und das ist die.
Aufgabe zu sagen, wie alles mit allem im weitesten Sinne verbunden ist oder nicht verbunden ist.
Das heißt, die Aufgabe, Was ist mit Komplexität in einen Gegensatz zu führen, die muss gar nicht sein.
In einer weiteren distanzierten Beschreibung glaube ich aber, dass es wahrscheinlich 3 kulturelle Großangebote im 20.
Jahrhundert gab, die versuchten, eine Antwort auf die Frage zu geben, worin die Funktion der Philosophie besteht, und die erste, würde man sagen, es ist eine normengrundierende Wissenschaft.
Es geht darum, Normen für menschliches Handeln in allen denkbaren Kontexten zu begründen und zu verfestigen, also eine Art Mutter aller Normen zu geben.
Und die Frage ist, ob die Philosophie das kann und was sie sich zumutet, wenn Sie das will, wenn man das als nicht besonders gangbaren und vielleicht auch nicht einholbaren weg sieht, dann gibt es eine zweite Bestimmung, die zum Beispiel der Wiener Kreis gegangen ist, nämlich die eine Markt oder eine Dienerin des wissenschaftlichen Fortschritts.
Eine Art Korrektiv für wissenschaftliche Begriffsbildungen auf dem Weg zu dem, was man dann Wahrheit nehmen kann.
Ich halte das auch für eine sehr problematische und tendenziell selbstverzwergende Bestimmung der Philosophie und eine Dritte, die ist derzeit, glaube ich, besonders virulent und besonders problematisch ist, dass die Philosophie eine Art Aktivismus Hilfswissenschaft für dieses jeweilige gute Leben, das man in der Boutique des guten Lebens zu finden glaubt.
Liefern kann.
Da werden dann jeweilige Opfergemeinschaften oder Unterdrückungsgemeinschaften mobilisiert, für die man sich im Namen der Philosophie stark macht.
Auch diese Aktivismusverkürzung der Philosophie hielte ich für problematisch und der vierte Vorschlag, den ich dann im Anschluss an für Foucault mache es eben zu sagen, was die eigene Gegenwart ist.
Foucault nennt das die eine Ontologie der Gegenwart.
Und das ist ja ein bisschen anspruchsvoller.
Es sagt nicht nur, was die eigene Gegenwart ist, sondern es sagt auch, was die Sagensbedingung der eigenen Gegenwart ist.
Das ist dritter Aspekt der Selbstsorge, und das geht dann natürlich nicht ohne gewisse theoretische Einsätze, Intervention und auch begriffsbildungen, aber es ist keine letztfundierende Wissenschaft, Foucault setzt ja diese Ontologie der Gegenwart, ein sehr hilfreicher Begriff, wie ich meine, gegen eine andere.
Sehnsucht der Philosophie ab nehme ich die Analytik der Wahrheit und diese Analytik der Wahrheit besteht genau darin, normativ zu sagen, was Wahrheit ist und hervorbringt.
Und tatsächlich kann man sagen, dass das Feld des Philosophierens, wie sich derzeit akademisch zeigt, mittlerweile fast vollkommen von dieser Analytik der Wahrheit übernommen wurde, und ich denke nicht zu ihrem Vorteil.
Sprecher*in 1
Da wollen wir gleich noch mal.
Oder will ich gleich mit dir noch mal drüber reden?
Lass uns noch mal, gerade bei diesem.
Bei diesem Punkt bleiben den du, den du gerade angesprochen hast.
Man könnte ja sagen, das sind alles durchaus berechtigte Versuche, die sich damit ja die damit zu tun haben, auch über das eigene Versuchen jeweils nachzudenken, also auch über die also Selbstreflexiv zu sein, ja auch über die Sprache, die ich verwende und so, und eigentlich gab es ja für die Fülle all dessen, also wenn du versuchst, ausgewogen diese 3 Aspekte, die du angesprochen hast, zusammenzunehmen ne.
Dann gab es ja eigentlich in der in der Philosophie dafür n ganz traditionellen Begriff, den ich übrigens nach wie vor gut Filme, weil er in der Drop Description von Philosophie ist.
Und das ist Weisheit, also Weisheit ist der Versuch, gerade diese Komplexität nicht nur der Wirklichkeit, sondern auch dieser verschiedenen, sagen wir mal, Beschreibungsebenen oder Zugänge zur Wirklichkeit, auch diese Komplexität mitzudenken.
Und nicht jetzt in Aktivismus zu überführen, aber in kluges Handeln.
Warum ist es kein Aktivismus, weil es nicht eine Regel für alle möglichen handlungs Szenarien gibt?
Ich muss jedes Mal neu mich wieder justieren, neu darüber darüber nachdenken, und das ist eigentlich das, was Weisheit ausmacht, also dass es nicht One Rule fits all gibt, dass er eine Regel für alles und alle.
Sondern ich muss, ich muss situativ nachdenken, auch wenn ich versuche, das vor dem Hintergrund allgemeiner Gesetze, da sind wir wieder bei Kant zu machen.
Sprecher*in 2
Also zunächst einmal muss man ja sagen, es wäre ja geradezu offensichtlich selbstwidersprüchlich, wenn ich sagen würde, es gibt nur diese eine Funktion der Philosophie, und sie besteht darin zu sagen, was die Gegenwart ist.
Diese Intervention, die mein Buch darstellt.
Die vollzieht sich ja vor dem Hintergrund einer Verengung des philosophischen Feldes auf eine einzige Form des Philosophierens, nämlich des analytischen Philosophierens, das sich für diese Form der Geistesgegenwärtigkeit überhaupt nicht mehr interessiert und auch für offensiv unzuständig erklärt.
Insofern ist es ne Reaktion, dieses Buch, das zweite ist das, was du situative Wachheit nennst, würde ich sagen, ist konstellative Wachheit, aber es ist wirklich nur n Begriffs Unterschied, dass man eben Dinge versucht in verschiedenen Konstellationen in ihrer Komplexität zu.
Erfassen, zu beschreiben und auch und auch begrifflich so darzustellen, dass man in diesen Konstellationen handlungsfähig wirkt.
Und das Dritte ist, scheint mir meine interessant.
Das was du Weisheit nanntest ja, man kann sagen, dass diese Geistesgegenwärtigkeit, wie ich sie beschreibe, eine Form von Weisheit ist.
Es ist eben nur so, dass die Weisheit ein sehr, sehr personales Projekt ist.
Und so wie Mündigkeit auch.
Da geht es um eine Person, man kann Weisheit nicht anonym fassen, ein Weisheitsweg ist ein Personaler Weg, den jeder Mensch für sich aus seiner Situation idiosynkratisch selbst gehen muss, und ich glaube, der Begriff der.
Sprecher*in 1
Aber das ist doch gerade.
Sprecher*in 2
Der Begriff der Mündigkeit.
Sprecher*in 1
Ich weiß nicht, aber das ist doch gerade ein Punkt.
Sorry, aber das ist doch gerade n Punkt auf den das bei dir auch rausläuft, dass du am Ende sagst, wir können jetzt gerne über analytische Philosophie reden, dass eines der Probleme der analytischen Philosophie ist, dass sie glaubt, das Individuum, also den den den individuellen Einsatz, auch das individuelle Leben völlig ausschließen zu können, ganz abstrakt, mathematisch logisch, formal über Dinge reden zu können.
Also das ist ja eigentlich, was dieses individuelle und persönliche ist vielleicht der bessere Begriff.
Ist ja was, woran dir auch sehr liegt.
Sprecher*in 2
Ja, man kann sagen, das Ideal der analytischen Philosophie ist das einer anonymisierten Mündigkeit, und das gibt es gar nicht.
Das ist ein fehlerhaftes Ideal.
Das gibt es auch bei Kant nicht im Übrigen, das ist eine Art Vergehen an der Tradition des Philosophierens, indem man den wesentlichen Strang, der das philosophieren seit 2500 Jahren trägt, nämlich das Gewinnen von Mündigkeit im Sinne von Weisheit, löscht.
Und was daran an die Stelle tritt, ist eine Art ideal anonymisierte Rechthaberei.
Das ist offenbar das, was es ersetzen soll, und ich bin nun wirklich nicht derjenige, der sagt, ich habe nicht ein großes Interesse an klar geführten Argumenten und an schönen klärenden Begriffsbestimmungen, aber so zu tun, als ob man die Mündigkeit anonymisieren könnte und eine wissenschaftliche Selbstbeschreibung des Philosophierens installieren könnte, wie es die analytische Philosophie tut.
Das ist nicht nur eine Verarmung, es ist geradezu eine groteske Beschneidung dessen, was die philosophische Tätigkeit ausmacht.
Wenn ich von dieser Dreifaltigen Selbstsorge sprach, dann ist die Sorge um das selbst und mit Foucault zu sprechen, immer mit Präsent, und wo sie nicht mit präsent ist, fehlt ein wesentlicher Aspekt dessen, was wir philosophieren nennen und dass wir mittlerweile in einer akademischen Kultur gelandet sind, die nicht nur sagt, das sei uns nicht wichtig, sondern die schon Studierenden vom ersten Tag an Austreibt.
Überhaupt darüber nachzudenken, was das mit ihrem eigenen Leben zu tun haben könnte, das ist ein kultureller Skandal, der, finde ich mal beschrieben werden muss und gesagt werden muss, spezifisch in einer Situation, in der wir nach neuer Mündigkeit streben und um sie ringen und in den große Teile der akademischen Philosophie einen absoluten Totalausfall bezüglich dieser Anforderung darstellen.
Sprecher*in 1
Ich würde das also ich stimme dir ja weitgehend zu, aber ich würde das etwas anders beschreiben.
Also zunächst mal dieses Bemühen, das, das sagst du ja auch in deinem, in deinem Buch, ne, wo kommt die analytische Philosophie zu Beginn des 20.
Jahrhunderts überhaupt her?
Na ja, n Hauptanliegen ist es, da ist es, möglichst präzise zu formulieren, was man, was man eigentlich sagen will, was man meint, also das n bisschen aus der Umgangssprache rauszunehmen, da kannst du sagen, das ist vielleicht fehlernummer 1, dass man glaubt, man kann so wissenschaftsähnlich werden, also quasi so mathematisiert werden.
Aber das hat ja also klar zu sagen, was man, was man sagt, um nicht scheinprobleme zu behandeln.
Ja, die die, die einfach aus sprachlichen Ungetümen entstehen, das war ja wittgensteins Punkt, auch das ist ja erst mal richtig, und das kommt mit einem anderen Aspekt zusammen, also so würde ich es beschreiben, nämlich mit einem völlig schief laufenden jetzt, inzwischen sieht man das Rekrutierungs und Karrieresystem.
Der Universitäten und dieses Problem, das findest du nicht nur in der Philosophie, sondern da könnten wir jetzt lange drüber reden.
Das findest du in.
Ich würde behaupten, allen anderen gegenwärtigen Disziplinen, die an Hochschulen und Universitäten unterrichtet werden, auch ich Red da relativ viel mit Kolleginnen und Kollegen drüber, die sehen das, ich würde sagen, weitgehend auch so, dass dieses Peer Review System, dieses ständige veröffentlichen in Klammern.
Immer mehr von synthetischen Inhalten, die KI generiert sind und in irgendwelchen komischen Zeitschriften veröffentlicht werden.
Und dann beziehen sich die nächsten Veröffentlichungen, weil sie ja zitieren müssen auf diese synthetischen Artikel.
Ja, das ist ein ein perverses System, nachdem aber unsere, also die die ganzen Karrieren an Hochschulen ausgerichtet sind, ne.
Welche?
Welche Artikel hast du geschrieben, die wie oft zitiert werden als Citation Index und das Ganze wenn du dich bewirbst musst du Artikel vorbringen, Bücher zum Beispiel, also das was du gemacht hast in den letzten Jahren, ja das zählt dabei ja überhaupt nicht akademisch, das ist ja völlig völlig raus, es sind die, es sind die Artikel, also was ich sagen will ist der der Versuch Dinge klar zu sagen.
Und ich würde behaupten, also Heideggers Spätversuche mit Hölderlin unsere Probleme zu beschreiben, das ist, das funktioniert einfach nicht da, da lese ich besser wirklich Gedichte und auf der anderen Seite dieses Rekrutierungssystem, das hat diesen fatalen Aufstieg der analytischen Philosophie ermöglicht, den es interessanterweise zum Beispiel, da habe ich neulich mit Markus Gabriel hier auf dem Kanal drüber geredet, den es zum Beispiel in Japan in der Form gar nicht gibt, die Japaner sind ja
nicht dümmer als wir.
Aber die haben sich an dieser analytischen Philosophie, rennen, Mentalität nicht beteiligt.
Warum?
Weil ihnen unter anderem durch ihre Sprache immer klar war, dass es in sprach und nicht nicht primär darum geht, Tatsachen zu beschreiben, also wissenschaftlich zu arbeiten, sondern auch.
Wie fühlen wir uns?
In welchem Verhältnis stehen wir miteinander, wie schön ist die, wie schön ist die Natur, wie schön ist das, was wir gerade erfahren, diese ganzen Sachen mit zu.
Sprecher*in 2
Sagen ja.
Also ich könnte mir vorstellen, dass dieser Weg der dreifaltigen Sorge wahrscheinlich den Japanern mehr einleuchtet als den meisten akademische Philosophie nen im Moment.
Vielleicht 23 Dinge aufzunehmen.
Es war jetzt unheimlich reichhaltig, was du gesagt hast.
Zunächst einmal.
Sprecher*in 1
Ja sorry, ich hab lange geredet.
Sprecher*in 2
Niemand hat was gegen Klarheit, wogegen ich etwas habe, ist die feindliche Übernahme des Begriffs der Klarheit durch die analytische Philosophie und die Behauptung, man habe ein Monopol darauf.
Das ist grotesk und das ist sogar institutionell gewalttätig.
Wenn man Simon wählen 1932 liest, wie sie Deutschland besucht, der letzte Satz eines sehr großartigen Artikels lautet, niemand kann uns verbieten, klar zu sein und mein Gott, was für eine klare Beschreibung dessen, was in der Welt passiert sind diese Artikel, das macht sie nicht zu einer analytischen Philosophin.
Natürlich strebt die Philosophie nach Klarheit, aber diese Zwangsvorstellung, dass die analytische Philosophie das Monopol auf Klarheit habe, die ist grotesk, sie ist abwegig, und sie ist vor allem ein institutionell politisches Manöver, auf das man allzu leicht einfällt, was du beschrieben hast.
Und das beklage ich sehr, ich glaube, es beklagt jeder, niemand klagt mehr über die Zustände in der akademischen Philosophie als akademische Philosophen, die sind ja am Allerunglücksiedlichsten, weil sie konkret darunter leiden ist, das ist die Philosophie, und das war ein großer Fehler.
Sich die letzten 40 Jahre allen anderen Wissenschaften in ihren Karrierewegen angeglichen hat, das hat einer Strömung genutzt, nämlich der analytischen Philosophie, die sich jetzt auch in einer Sackgasse befindet, auf dem Höhepunkt ihrer Hegemonie.
Institutionell weiß sie gar nicht mehr, wo sie hin soll, sie hat sich in eigene Labyrinths ergassen.
Manövriert.
Es gibt keinen Horizont dessen mehr, was eine Klärung ihrer eigenen Fragen überhaupt bedeuten sollte.
Es gibt eine Ausdifferenzierung bis ins Groteskeste Lächerlichste von Veräderungen von Seitenfragen, die niemanden interessieren, die auch übrigens für andere Wissenschaften praktisch keine Relevanz entwickeln, das heißt, dass eine wirklich fast schon pathologische Selbstbeschäftigung mit selbst erzeugten Problemen und die Idee, dass die Philosophie, eine Wissenschaft wie alle anderen sein sollte.
Die hat sich institutionell verfestigt, und sie hat der Philosophie nicht gut getan.
Ich glaube, das können wir heute klar sagen, und jetzt ist ja im Moment, und das ist sicher auch ein Einsatz meines Buches, in dem wir eine große Chance haben, ich bin derzeit in St.
Gallen an der Universität, wie an jeder anderen Universität, kann man sehen, dass das Prüfungsregiment der Universitäten, das 500 Jahre lang stabil war, kollabiert, es ist im offenen Kollaps begriffen.
Die ganze Form von schriftlicher Prüfung von Masterarbeiten von BA, arbeiten von Hausarbeiten kollabiert vor unseren Augen.
Das mag für viele Disziplinen in der Universität ein Problem darstellen, ich denke für die Philosophie kann das eine große Befreiung sein, es ist wirklich so, dass diese Krise so groß ist, dass man sie nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte, weil es der Philosophie die Chance gibt, sich aus diesen selbst gebauten Labyrinthen zu befreien und der problematische Problematist ja.
Sprecher*in 1
Also eine Problem Nummer 1 ist, wenn ich für meine philosophische Arbeit zum Beispiel an der Universität Geld Geld will, also ein DFG Antrag stellen muss, dann funktioniert das nur, wenn ich es so mache wie die Peers, also die, die die Vorbilder, die entscheiden, ob mein Antrag durchkommt, mache, und das ist im Moment immer noch da, muss ganz viel analytische Philosophie drin sein, also das Problem Nummer 1 Geld beschaffen.
Problem Nummer 2 hast du richtig beschrieben, das ist ja deine Erfahrung, auch gerade in in in Sankt Gallen und das kann man, das ist ja überall so, dass das massenuniversitäts Phänomen zusammenbricht, denn wenn ich zum Beispiel an die RWTH Aachen denke, Maschinenbau und Elektrotechnik, da schreibe ich eine Klausur, Thermodynamik mit 1000 Leuten, die die natürlich irgendwas, das kann ich nicht mündlich machen, ja.
Wie also wie?
Wie liefer ich das ab?
Na ja, da mach ich halt irgend n multiple Choice Test, den ich dann computermäßig hinterher auswerten lassen kann, aber multiple Choice ist Telefonbücher auswendig lernen und Telefonbücher auswendig lernen, das Brauch ich mit dem Handy nicht mehr, weil ich hab mit dem Handy so n Zugriff auf alles wissen, da kann ich sämtliche Telefonbücher der Welt reinpacken, ja.
Das ist, das ist sozusagen das institutionelle Problem, was da was dahinter steht.
Die Unis wissen im Moment überhaupt nicht, wie sie diese Tausenden von von Studenten und Studentinnen, die sie haben, wie sollen sie die überhaupt prüfen, die wissen alle, die Arbeiten mit KIS, die könnten auch ihre Multiple Choice Tests mit KIS bravourös bestehen, ja, aber da haben wir im Moment ins.
Sprecher*in 2
Schau.
Die Philosophie hat hier eine Chance, die die anderen Disziplinen nicht haben.
Wenn es in der Philosophie um Mündigkeit und um Gegenwartswachheit geht, dann kann man sagen, die können etwas Menschen, die Gegenwartswach sind, die geistesgegenwärtig sind, können etwas, was keine KI kann, nämlich zum Moment sprechen, die KI hat immer eine Nachzeitigkeit, so wie wir sie jetzt kennen, die kann das architektonisch schon mal nicht, sie hat auch gar kein Bedürfnis nach Mündigkeit im Sinne.
Einer sorgenden Wachheit, um sich selbst das, das gibt es überhaupt nicht.
Aber jetzt schau mal an, zum Beispiel was das für Prüfungssysteme in der Philosophie bedeuten könnte, die Verengung, die gewaltsame Verengung der philosophischen Karriere auf das Produzieren von zwanzigseitigen Artikeln auf Englisch ist etwas, was vielleicht das Allerschlimmste ist, was die letzten 3040 Jahre passiert ist.
Das ist eine Form der Gewalt an der Tradition selbst.
Die man glaube ich, nicht dramatisch genug beschreiben kann.
Die Menschen, über die ich geschrieben habe als Philosophierende, haben Reportagen geschrieben, Drehbücher, Dramen, Gedichte, Traktate, Essays, alles Mögliche, nur keine zwanzigseitigen Artikel, und sie haben die Weltphilosophie geprägt, indem sie das getan haben zu Menschen 30 Jahre lang in.
Ausbildungssituation zu zu belassen, indem sie ein einziges Genre und dann auch noch in einer Fremdsprache bedienen müssen, ist eine Katastrophe.
Und das ist eine selbst erzeugte Katastrophe.
Niemand zwingt die Philosophen dazu, das zu tun und jetzt, wo wir Akteure haben, die diese Artikel innerhalb von einer halben Sekunde fast annähernd differenzgleich ausspucken können.
Sehen wir die Sinnlosigkeit des Ganzen, und das ist so eine Möglichkeit, sich da draus zu befreien, solch eine riesige Chance.
Diese Chance wird natürlich nicht ergriffen werden, absehbar und aus den Gründen, die du gelernt hast, weil keine institutionell etablierte Macht jemals macht freiwillig abgibt und die analytische Philosophie, die Organisationsmäßig sehr straff organisiert ist und sehr mächtigen Zugriff auf fast alle Lehrstuhlvergaben in Deutschland hat und haben will, wird natürlich einen Teufel tun, diese Macht freiwillig abzugeben.
Und was glaube ich, das Einzige, was man jetzt hoffen kann und ich will das nicht zu dramatisch sagen, dass das System einfach kollabiert und dass in diesem Kollabor sich neue Ausgänge auftoben.
Sprecher*in 1
Ja, das bedeutet für die Philosophie, sagen wir mal, jetzt für die wirklich für die unmittelbar nächsten kommenden Jahre, ja, weil das System hat ja einen gewissen Bestand, das löst sich ja nicht von heute auf morgen.
Sprecher*in 2
Daran ist ja auch was Gutes.
Also da hat.
Sprecher*in 1
Ja, auch was Gutes.
Ja, eben.
Das würde für die Philosophie bedeuten, dass um einen politischen politischen Vergleich zu zu benutzen, dass sie außerparlamentarisch wird, also dass dass Philosophie im Grunde genommen außerinstitutionell wird.
Man könnte vielleicht sagen, wieder wird.
Sprecher*in 2
Ja, also du spielst natürlich jetzt auf eine Trennung an, in der wir beide auch stehen, nämlich die mutmaßliche Trennung zwischen öffentlicher Philosophie und akademischer Philosophie.
Es ist jetzt nun kein Geheimnis, dass ich fast seit 20 Jahren wahrscheinlich etwas betreibe, was man öffentliche Philosophie nennt.
Und das ist eine, ich muss sagen, ich bin bezüglich dieser Unterscheidung immer unglücklicher geworden.
Ich glaube, es gibt Philosophien, es gibt Philosophien, das außerhalb der Akademie stattfindet, es gibt jede Menge nicht Philosophie, die sich im Namen öffentlicher Philosophie bezeichnet, brandet und verkauft.
Kant in 90 Minuten ist keine Philosophie Adorno für Manager ist keine Philosophie und irgendein Hubi Bubi youtube Video nach neuestem Schlauberger Rezept.
Meine Philosophie ist auch keine Philosophie, das sind natürlich sehr marktgängige Formen und durch die Digitalisierung werden sie noch schaler und noch seltsamer, aber genauso viel nicht Philosophie gibt es auch in der Akademie, es gibt jede Menge akademische Zusammenhänge, in denen unter dem Namen der Philosophie alles getan wird.
Außer wirklich aktives philosophieren, Selbstverwaltung, Selbstversteckung, Selbstverbindung, Mittelerreichung und Mittelverschwendung.
Also es gibt philosophieren und ich glaube, es gibt es zu gleichen Teilen.
Außerakademisch und Innerakademisch und wahrscheinlich ist schon diese Trennung zwischen öffentlichen Philosophieren und akademischen Philosophieren eine, die uns auf die falsche Fährte führt.
Sprecher*in 1
Ich glaub übrigens, dass an dem Punkt gut, dass du das ansprichst.
Ich glaub, dass an dem Punkt Kant immer missverstanden wird, weil Kant sagt, nicht alles philosophieren muss in der Öffentlichkeit stattfinden.
Was Kant sagt ist, wenn du n eigenen Gedanken hast, weil du mündig geworden bist.
Dann muss es eine Gesellschaft im Idealfall geben, in der du über diesen Gedanken öffentlich reden kannst.
Das heißt, das, was du dir zusammen denkst, das denkst du dir immer vor dem vor dem Hintergrund, kann an das Ja des Weltbürgertums.
Also heute würden wir sagen, das denkst du vor dem Hintergrund einer globalen Gesellschaft, das muss für jemanden in Afrika genauso zutreffen, für dich als weißen Mitteleuropäer, als Frau genauso wie als Mann und alle dazwischen und außerhalb.
Also dafür, dafür musst du, musst du denken, soweit das ist.
Die Komplexität der Vielfalt von Menschen, mit der wir ja angefangen haben, aber du musst es auch öffentlich machen können und wähl sozusagen einer Gesellschaft, in der du das nicht darfst und nicht kannst, ja.
Sprecher*in 2
Das ist natürlich ne Frage wie sich.
Öffentlichkeit gerade darstellt und ob sie zum Beispiel überhaupt ein Ohr haben will für die philosophische Stimme.
Aber ich will ne andere Unterscheidung aufnehmen, die bei Kant sehr wichtig ist.
Und das ist die Unterscheidung zwischen Schulbegriff und Weltbegriff es gibt den Schulbegriff der Philosophie, man könnte sagen, das ist der akademisierte Begriff, der spielt für Kant eine gewisse Rolle, aber der Weltbegriff im Sinne eines Formulierens von Gegenwärtigkeit, das ist für Kant das eigentlich wichtig, wie es bei Kant auch eine andere.
Akzentsetzung gibt, wer nennt das, das Primat der Praxis.
Und ich glaube, wenn man das Primat der Praxis und den Primat des Weltbegriffes Zusammennimmt, dann hat man eine konkrete Vorstellung davon, worum es Kant bei Mündigkeit ging, und wir haben auch eine konkrete Vorstellung davon, wie die analytische Philosophie.
Sich als Analytiker, Philosophie des Schulbegriffs und der Unmündigkeit stilisiert, ja geradezu feiert.
Ich will dir eine Geschichte erzählen, die für mich wirklich sehr eindrücklich war, ich hatte ein längeres Gespräch mit einem herausragenden Kantforscher öffentlich, und dann gab es eine Situation, in dem ich ihn einfach fragte, wie er den Begriff der würde aus kantischer Sicht mit dem, was im Gazastreifen derzeit passiert, zusammenbringt.
Und dann sagte er erstmal sehr lange wenig und im Nachhinein sagte er, er will nicht, dass das veröffentlicht wird, weil dafür sei er kein Experte und das ist der Punkt, an dem ich sagen muss, ich kann verstehen, dass nicht jeder Philosoph sich zum Gazastreifen äußern will und der Situation, was da passiert.
Aber wenn ich als Kantianer in den öffentlichen Raum trete, und ich habe dazu nichts zu sagen, dann habe ich als Kantianer versagt, und das ist ein systemisches Versagen, dass das mit dem Selbstverständnis analytischer Philosophie zu tun hat.
Und wir haben keinen Grund, damit zufrieden zu sein, und wir haben allen Grund, es zu beklagen, Mhm.
Sprecher*in 1
Ja, stimme ich dir zu.
Ich überlege gerade, ob es nicht auch so hybride Formen von von Philosophie.
Gibt, wo sich diese diese Form von Reflexion also gegen Geistesgegenwart mit dem Blick auf Praxis, also wie gesagt, ich finde ja, das weiß halt nach wie vor da n ganz gutes Wort für ist, da die, die sich mit konkreten, wie soll ich mal sagen, Themen unserer Zeit zusammenschaltet also was was, was, was mein ich zum Beispiel.
Philosophisches Nachdenken und all das was, was wir mit Nachhaltigkeit und Transformationen zum Beispiel gerade gerade beschreiben wollen oder das, das war historischer, durchaus von Bedeutung.
Du erinnerst dich zur Hochzeit der der Neurowissenschaften, als die Bewusstseinsforschung kam und man wirklich anfing, auch meditative Zustände und so was zu beschreiben, da haben ja die die Neurowissenschaftler und die Philosophen komplett gefremdet.
Weil die Philosophen gesagt haben, hey Leute, ihr müsst doch mal sagen, weil was versteht ihr eigentlich unter Bewusstsein?
Das kann doch nicht sein, Neuronen zu zählen und zu gucken, wo die Feuern, das ist noch kein Bewusstsein, und die Neurowissenschaftler haben gesagt, du hast überhaupt keine Ahnung von den neurophysiologischen Abläufen in unserem Gehirn, und ohne Gehirn kannst du auch als Philosoph nicht denken, und dann hat es gedauert, bis die Institution, also die akademische Welt, darauf reagiert hat, indem sie gemeinsame Studiengänge geschaffen hat.
Geld bereitgestellt hab zum Beispiel für für Postdocs oder oder auch für Promotionen, in denen sich Leute eben in beiden Gebieten schlau machen könnten.
Und ich glaube, das hat ja, das hat ja tatsächlich auch gute gute Effekte gehabt, also wenn ich in dieser hybriden Forschung stecke, dann ist vielleicht meine primäre Aufgabe wirklich nicht zu sagen, was im Gazastreifen los ist.
Das kann ich dann das, das ist dann sozusagen meine politische oder moralische oder sonstige.
Wertung darüber hinaus aber diese hybriden Formen Philosophie zu koppeln mit Neurowissenschaft, mit Kybernetik, jetzt gerade mit KI, Forschung, mit Systemtheorie, mit Komplexitätsforschung, das finde ich, ist ja einerseits durchaus akademisch und auch OK, und ich glaube sogar notwendig als Korrektur der Wissenschaften und auf der anderen Seite laufe ich nicht zwingend in die Falle mich so.
Über über dieses Ding der analytischen Philosophie zu verengen.
Ja, kannst du damit was anfangen?
Sprecher*in 2
Ja, aber ich würde das wesentlich problematischer beschreiben als du.
Sicher ist es richtig und das wäre auch mein Grundphilosophieverständnis, dass es um eine reaktive Tätigkeit geht, die dann gefordert ist, wenn begriffliche Überschüssigkeit erzeugt wird und Totalerklärungen erzeugt werden.
Und die Neurowissenschaft war sicher zu einem gewissen Zeitpunkt, sagen wir mal, in einer Selbstbewusstseinsüberstürzung auf, nicht nicht.
Klar geregelten begrifflichen Fundament, und das ist die Stunde der Philosophen und das geht dann sehr einfach und es geht dann sehr gut, dafür braucht man zumindest keine analytische Philosophen, dafür braucht man einfach Menschen, die philosophieren können, das zweite und dass es wesentlich problematischer ist, dass die Philosophie eine Rettung darin sieht, sich an andere Wissenschaften, in denen gerade viel Geld zu handeln ist, anschließt, um irgendwie applyed zu werden, und das ist
eigentlich.
Mit das Schlimmste diese applyte Turn der Philosophie.
Ich denke Wachheit und Mündigkeit hat nichts mit Applyte zu tun.
Applyte wird dann.
Sprecher*in 1
Also angewandt.
Sprecher*in 2
Angewandt.
Angewandte Ethik ist ein Riesenproblem.
Ich denke, das ist wirklich mit, das ist das verheerendste, was der Philosophie überhaupt passieren kann.
In diesem Sinne aber wie man sich den Kognitionswissenschaften 10 Jahre andiente und jetzt der KI andiente, um die Fördertöpfe mit abzugreifen, das ist eigentlich auch ein Verrat an dieser Tätigkeit, ich glaube wirklich in dieser Reaktion und dieser kritischen Begleitung.
Und das würde auch immer ein Erbe sein, dass ich, dass ich vom Wiener Kreis sehr hochhalten würde, besteht ein etwas sehr wesentliches, aber in dem Bestreben, selbst Relevanz zu entwickeln und an die Geldtöpfe reinzukommen, passiert in diesen Zusammenhängen, in die du beschrieben hast, meist etwas anderes.
Das ist ein jämmerliches Andien und hinterher wäre er, wenn der letzten Mode, weil da das Geld ist.
Sprecher*in 1
Geht es nicht auch anders?
Also ich, ich fand schon, dass.
Der der Einsatz von Philosophie in Neurowissenschaften dazu beigetragen hat, also sowohl philosophisch präziser zu sein als auch die Forschungsprojekte tatsächlich zu verändern, weil sie, wie soll ich mal sagen, überschüssige Selbstüberheblichkeit oder auch Einseitigkeit eben vermeiden, das ist ja ein guter Effekt.
Sprecher*in 2
Ja, das ist ein guter Effekt, aber es ist immer wichtig.
Dass die Philosophie in dieser reaktiven Tätigkeit bleibt, und das würde übrigens auch, und vielleicht werden wir uns da nicht einig, zum Beispiel für Nachhaltigkeits und Klimafragen gelten.
Es gibt ja auch die Idee, und das meine ich mit dieser Aktivismusbereitschaft des Philosophierens, dass man sich an groß.
Konstellation, die sehr problematisch sind, Anklingt und sagt, dann müssen wir jetzt was ändern und dann müssen wir jetzt ins Handeln kommen und wir müssen als Philosophen weiß ich, was technikfolge Abschätzung machen oder dies und das und das dann helfen und ich würde sagen, die Philosophen, die mir als beispielhafte Verkörperungen von Geistesgegenwart vorschweben wie Hannah Arendt, wie Simon Well, wie Adorno, wie Foucault.
Die hätten das niemals gemacht, sondern die hätten sich in eine Distanz jeder Form von Aktivismus begeben und sagen, schaut ihr euch mal eure eigenen blinden Flecken an.
Was stimmt denn bei euren Lösungsvorschlägen nicht?
Also die Begleitung ist immer eine kritische und eine Aushöhlende und ich hab das Gefühl, dass vieles von dem, was als geistesgegenwärtige Philosophie derzeit in den Raum gespielt wird, eben keine Geistesgegenwart ist, sondern ne Art.
Andienen anherrschende Diskurse der Transformation, die man mit politisch gutem Gewissen dann auch noch mitbefördern will.
Und wer so was tun.
Sprecher*in 1
Will aber das meine ich natürlich nicht, solange diese alles.
Sprecher*in 2
Klar ist ist glaube ich alles klar, aber ich bin mir nicht sicher wie klar die institutionell jeweils ist.
Sprecher*in 1
Denn zur Geistesgegenwart gehört ja zum Beispiel.
Mal in die Geschichte also, es klingt jetzt komisch, weil wir sind ja bei Gegenwart, ja, aber dazu gehört, in die Geschichte zurückzublicken und zu sagen, Moment mal, das ist ja nicht das erste Mal, dass es Transformationen gab, was, was haben wir denn da eigentlich schon für Argumente ausgetauscht, was hat sich bewährt, was hat sich nicht bewährt, was Vergesst ihr im Moment eigentlich bei diesem Begriff der Nachhaltigkeit, von was für Voraussetzungen, auch das ist ja letztlich auch immer
Anthropologie.
Also von welchen anthropologischen Voraussetzungen geht ihr eigentlich aus?
Was habt ihr für n Menschen, was habt ihr für n Menschenbild, was was bedeutet denn für euch eigentlich eigentlich ne?
Was ist ne moralische Tatsache?
Solche solche Fragen, die musst du natürlich aufarbeiten und das da bin ich völlig bei dir, das ist natürlich logischerweise immer die kritische Distanz auch.
Sprecher*in 2
Ja oder ne andere Differenz, die man hier vielleicht hilfreich einziehen kann, ist eine, die auch von Foucault stammt.
Die Frage ist, ob man für die Diagnose oder die Therapie zuständig ist.
Und ich denke, Philosophie in diesem Sinne ist eine Diagnostisches.
Unternehmen sagen, was die Gegenwart ist.
Mündig werden in Bezug auf den Zustand, die Therapie ist noch mal was anderes, aber die Therapie kann natürlich nicht griffig sein, wenn die Diagnose nicht stimmt und in diesem Sinne sollten Philosophen sich an den diagnostischen Aspekten solcher Unternehmen beteiligen und nicht direkt.
Sprecher*in 1
Therapisch.
Sprecher*in 2
Werden.
Sprecher*in 1
Bin ich bei dir, aber du hast anfangs gerade selber den Wittgenstein zitiert mit der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zu zeigen.
Da gibt es übrigens ein Video auf meinem Kanal zu und der Witz ist ja, dieses Fliegenglas hat einen Ausweg.
Den kann ich diagnostisch beschreiben.
Das Fliegenglas ist nämlich unten da, wo es dunkel ist, offen, da geht die Fliege aber nicht hin, weil sie Richtung Licht fliegt und zweitens die Grenzen dieses Fliegenglases sind ja komplett transparent, ich sehe sie nicht und deshalb hole ich mir im Anrennen an die Grenzen meiner Sprache die Beulen immer und immer und immer wieder.
Ich muss also dieses unsichtbare Gefängnis.
Das muss ich auch erkennen als als Gefängnis.
Also insofern ist da schon n therapeutischer Zug auch drin, ich.
Sprecher*in 2
Würde das und ich hoffe es ist kein reiner Trick, leicht anders beschreiben in dem Moment, in dem du mündig bist, in dem Moment, in dem Du mit Wittgenstein gesehen hast, dass ich begriffsverwendungen in einer Weise nachgegangen bin, die nicht klärend sind, sondern verwirrend in dem Moment bist du draußen sozusagen die absolute Mündigkeit, ist der Ausgang.
Das heißt, die Therapie und die Diagnose gehen in den Medialzustand natürlich ineinander über.
In dem Moment, in dem man eine vollständige Mündigkeit für sich in der Gegenwart hätte, ist man natürlich nicht mehr therapiebedürftig, man ist therapiert.
Sprecher*in 1
Also da, da würde ich dir den gut, das ist, muss ich jetzt zugeben, ist natürlich früher Wittgenstein.
Fliegenglas ist eine spätere Metapher, aber da würde ich dir den früheren Wittgenstein entgegenhalten und sagen, Na ja, die die entscheidende Einsicht war ja schon in seiner Frühphilosophie, dass wenn ich das klar diagnostizieren und klar sagen kann, schreibt er wörtlich, die Lebensprobleme damit überhaupt noch nicht gelöst, ja.
Sprecher*in 2
Natürlich hat er das gesagt, aber er hat das gesagt in Reaktion auf eine philosophische Strömung.
Die sich dieser Probleme in einer gewissen Weise auch annehmen wollte.
Und was er gesagt hat, da ist die Grenze eures Sagens, und das ist eine Klärung für euch und dass es noch andere Formen gibt, Fragen zu behandeln und zu klären, das ist ihm wichtig.
Und selbst mein Buch, Das neue jetzt geht ja auch mit einem Alternativangebot dessen einher, was man als wirklich reine Geistesgegenwärtigkeit beschreiben könnte, und ich denke, super Schmidt, das ist eine, mit der der Wittgensteins Traktator sehr viel anfangen könnte.
Sprecher*in 1
Es geht nämlich um konkret, um Mystik und zu du zitierst ja auch Simone Wale und ich war n bisschen überrascht über dieses Ende, weil es passt natürlich zu dir, weil du sagst, Ey Leute, enthaltet euch des Aktivismus, enthaltet euch Ratschlägen in ne bestimmte Politisierbare philosophische Theorie, das kann nicht das Ziel von Philosophie sein, sozusagen die Grundlagen für Entschuldige, für Aktivismus zu schaffen.
Aber du kommst natürlich mit diesem Rat, sich mit Mystik zu befassen, sehr in die Nähe dieses ganzen Achtsamkeits macmyphoness Booms.
Sprecher*in 2
Das war nicht mein Ziel tatsächlich.
Es geht, glaube ich, um eine viel robuster.
Sprecher*in 1
Das denke ich mir.
Sprecher*in 2
Es geht um eine viel robustere Intervention oder vielleicht einen Anstoß im Sinne von anstößig, die Tradition des Philosophierens geht, ich würde sagen, zumindest seit Plato davon aus.
Oder nach einer gewissen Version von Plato, dann davon aus, dass die Erhöhung der eigenen Geistesgegenwärtigkeit mit begrifflichen Kompetenzen verbunden ist.
Um genauer zu sein, mit Differenzierungskompetenzen im Begriff.
Je differenzierter ich Dinge beschreiben kann, desto geistesgegenwärtiger werde ich nun.
Sprecher*in 1
Im Moment denken besteht, Denken besteht ja gerade darin, dass ich durch.
Unterschiedliche Begriffe die Unterschiede in der Wirklichkeit zu erfassen versuche, das heißt, Denken funktioniert grundsätzlich auf diesem Muster der Differenziertheit, also a ist nicht BA, ist irgendwie alles andere was, was nicht nicht b ist.
Das ist ja also, das ist das Grundprinzip.
Sprecher*in 2
Von eine pathologische Endstufe solch eines Differenzierungstrebens ist die allergische Philosophie in ihrer gegenwärtigen Gestalt, indem man mit 7 Kausalitätsbegriffen keinen Horizont mehr davon hat, was überhaupt eine Klärung dieses Begriffes bedeuten sollte.
Dann ist man, wie ich sagen würde, im Labyrinth.
Aber das ist ein Indikator dafür, dass ein Differenzierungsstreben rein verbaler Art auch Geistesgegenwärtigkeit mindern kann, sogar schwer beeinträchtigen kann.
Verunruhigt.
Sprecher*in 1
Und deshalb ist ja die Lösung und richtig.
Aber deshalb ist die Lösung logischerweise, und da widersprechen wir uns dann nicht sprachlich, weil wir haben ja, wir haben ja eingangs gesagt, es geht in der beim Philosophieren gerade um ein Sprachliches Sagen, das kann literarisch poetisch von mir aus auch mal formal mathematisch sein, aber darum geht es, und die die Konsequenz, die du am Ende deines Buches ziehst, die ich ja auch ziehe, ist zu sagen, wir müssen von Aufklärungen sprechen und unseren primären in der Gegenwart sein Modus
nämlich durchdenken, als einen Modus begreifen, und daneben gibt es Formen.
Ich hab das ja in einem Buch nicht denken genannt, und das ist ja auch in der japanischen Philosophie zum Beispiel der der Begriff dafür.
Gibt es sehr kultivierte, sehr methodisch ausgearbeitete Formen des Nichtdenkens, die mit einer anderen Form von Gegenwärtigsein in der Gegenwart zu tun haben.
Sprecher*in 2
Und in dem Sinne ist das nur, wenn man so will ne Zeigehandlung zu sagen.
Es gibt Formen der Geistesgegenwärtigkeit, die nicht auf sprachlicher Differenzierungsfähigkeit basieren, die nicht darauf hinauslaufen, der weite Begriff dafür ist aus meiner Sicht die Mystik und es gibt natürlich.
Innerhalb des 20.
Jahrhunderts mystische Anfänge Simon Well ist solch ein Anfang und man kann vielleicht generell sagen, dass von allen Selbstverkürzungen der Philosophie in den letzten 80 Jahren das vollkommene Abkappen des Philosophierens von der mystischen Tradition das Bemerkenswerteste war.
Ich schreibe das, und ich denke das auch, dass die Mystik eine Art Sandfluss der philosophischen Tradition ist.
Und das war wirklich für mich damals sehr, sehr eindrücklich, ich war mal in Alice Springs.
In Australien.
Und dann sind wir dort in die Wüste gefahren und dann war durch die Wüste hindurch ein grüner Streifen völlig unerklärlich und die Frage war dann, wo kommt denn dieser grüne Streifen her und die Erklärung war, es gibt einen Sandfluss unter der Wüste läuft Wasser, das aber nicht nach oben kommen kann, sonst würde es verdunsten und dieser Sandfluss begrünt die wachsende Wüste und in diesem Sinne denke ich, dass diese Tradition der Mystik.
Gerade in der jetzigen Situation so etwas wie ein Sandfluss sein könnte, weil die Wüste ist ziemlich gewachsen und wir brauchen wieder ein bisschen klareres Grün.
Sprecher*in 1
Kleine kleine Korrektur daran ich ich ich benutze.
Ich benutze ja weißt du ja wahrscheinlich ich benutze ein ähnliches Bild, ich rede immer von den Eispalästen und vom Wasser, also das was die Inseln verbindet.
Ist der Ozean.
Das ist übrigens ein Bild, was bei Kant auch auftaucht und auf den auf den Inseln werden aus demselben Wasser, also sprich aus der Weisheitstradition, die in allen Kulturen unterschiedlich verläuft, werden diese Eispaläste errichtet.
Ja, das ist dies gefrorene Wasser, diese dogmatischen Gebäude und so weiter, die, wenn sie zerfließen, im Idealfall wieder wieder zu Wasser werden.
Interessant, dass wir beide die die Wasser Metapher da an der an der Stelle verwenden.
Aber die, was du sagtest mit der Mystik.
Sprecher*in 2
Das.
Sprecher*in 1
Ist ja dao das Fleece New dao, aber was du was du sagst, dass das der größte Fehler war der modernen Philosophie, diese diese, diese mystische Tradition auszuschalten, das hat ja n Vorspiel, weil wenn du ans Mittelalter denkst, die mittelalterliche Theologie, die ja im die ein Versuch war, glauben philosophisch zu reflektieren.
Hat die mystischen Traditionen also von Meister Eckhart über Tauler und so weiter immer ausgeschlossen.
Diese Leute sind größtenteils auf dem Scheiterhaufen gelandet, sodass ich sagen würde, also dieser Versuch, Mystik auszusperren, hat unter anderem auch tiefe theologische Wurzeln, die schon 1000 1000 Jahre früher beginnen und noch ein zweiter Punkt.
Wenn du in Richtung Zukunft denkst, also mein Gefühl ist, dass das, was in der Philosophie im Moment neu passiert ist, diese Öffnung gegenüber Indigenen und nicht europäischen oder nicht westlich abendländischen Strömungen.
Also ich hab eben über Japan geredet, das ist ein Zweig, wir, wir haben jetzt immer mehr Veröffentlichungen zum Beispiel indigener australischer, Philosophen, Indigener, lateinamerikanischer Philosophinnen und Philosophen und.
Da geht es auch um Formen des Nichtdenkens oder nicht diskursiven Denkens, die zum Beispiel damit zu tun haben, Schönheit der Natur wahrzunehmen.
Neue Sensibilitäten also auch für menschliche Beziehungen, aber auch für Beziehungen zu anderen Lebewesen, selbst zu steilen Bäumen Wolken zu entwickeln, das wäre noch vor 56 Jahren als komplett esoterischer Quatsch.
Aus der Philosophie verbannt worden das findet jetzt inzwischen, und ich finde das guten Eingang in die Philosophia.
Sprecher*in 2
Das ist sicher ein großer Trend und das ist auch eine große Befreiung potenziell.
Du sprichst ja von aufklärungen, ich glaube, ich nenn das am Ende Aufklärung statt Aufklärung, dass es also eine Form von Klarheit gibt, die eben nicht im Sinne der Aufklärung nur zu verstehen ist.
Und dieser Kampf, dieser Kampf der Aufklärung gegen die Mystik, das ist auch eine ambivalente Sache, da müsste man.
Bei Kant und bei Spinose und so noch mal genauer hinschauen, ob es da nicht vielleicht auch andere Elemente gibt.
Aber das ist kein Thema für heute.
Ich bin, was diese Indigenen oder sogenannt indigenen Kulturen angeht, sehr offen, mir fehlt dafür das sprachliche Wissen, und das läuft natürlich sehr viel, teilweise auch über über Traditionszusammenhänge, die ich mir in diesem Leben nicht mehr erschließen kann.
Es wäre schon viel getan, wenn man innerhalb des europäischen Kulturkreises die eigenen mystischen Traditionen wieder aktivieren könnte.
Da hätte man schon viel geleistet, denke ich.
Sprecher*in 1
Ja, ja, aber das würde bedeuten.
Tatsächlich.
Also wenn du jetzt an die Curricula an unseren Hochschulen und Universitäten denkst, Kurse Meister Eckhard Spinoza tatsächlich mal mal anzubieten, würde ich wieder ich.
Ich glaube, dass das relativ selten.
Sprecher*in 2
Passt.
Ich glaube auch.
Ich glaube, Simon Wehl wird an den Instituten, die ich kenne, auch nicht angeboten.
Aber vielleicht sollte man das wirklich positiv beschreiben, wenn die Verzweiflung so groß ist wie jetzt, dann tun sich vielleicht wirklich neue Ausgänge auf und das wäre so die schwache Hoffnung, die man hätte.
Sprecher*in 1
Ich würde gern zum zum Schluss noch einen einen Gedanken mit dir gerne besprechen.
Ich habe in letzter Zeit ein paar interessante Artikel wie das natürlich gelesen.
Die versucht haben, sich dem, dem der Frage, was was bewirkt denn eigentlich Philosophie an Hochschulen empirisch zu nähern.
Da gibt es eine wahnsinnig interessante Studie, über die neulich auch in der FAZ berichtet wurde, die gezeigt hat, und das ist eine Studie über 650000 Studentinnen und Studenten an ungefähr 800 amerikanischen Universitäten.
Die zeigt, dass die Leute, die sich mit Philosophie befassen, offensichtlich kreativer, zum Beispiel mit Vielfalt umgehen, also mit Pluralism und pluralistic Opinions, was ja für unsere Gesellschaft wirklich ein Beitrag auch zur Demokratie ist.
Und es gibt noch ein paar andere paar andere Aspekte, das fand ich super interessant.
Und ne andere Studie, die hat mal untersucht, was ist denn eigentlich mit diesem Einbringen der Philosophen in Moral zusammenhänge.
Übrigens kann ich die die Texte, die Artikel, die kann ich in unten in in Text eingeben.
Sprecher*in 2
Und Show Notes.
Sprecher*in 1
Heißt das Show Notes in die Show Notes.
Danke, du bist da informiert und einer von den von den Leuten Mins wu heißt der.
Sagt Philosophie, Philosophen, Philosophin sind keine starken Moralexperten also, die absolut mit absoluter Gewissheit normative Positionen vertreten kann.
Aber sie sind schwache Moral.
Experten, das heißt, sie können Schlüsse aus normativen Positionen ziehen, Implikationen transparent machen, die für Laien zum Beispiel, also für Bürgerinnen und Bürger, gar nicht so offensichtlich sind.
Dadurch kann sich die moralische Urteilskraft verbessern und und bilden.
Und das führt ja wieder zu mehr Autonomie der Bürgerinnen und Bürger.
Das heißt, eine wichtige Aufgabe von Philosophinnen und Philosophen ist, das ist das Übersetzen, also die sind, die sind sozusagen weder blinde Aktivisten auf der einen Seite, noch sind sie elfenbeinturmmäßige, Kontemplatorinnen und Kontemplatoren von Dingen, die nur beschreiben.
Und mit Gaza und so weiter nichts zu tun haben, sondern sie sind Übersetzer, die die Argumente, die für uns, für unser Leben, für die Gegenwart relevant sind, übersetzen, damit Bürgerinnen und Bürger, die selber besser reflektieren können.
Das fand ich eigentlich ne gute Beschreibung.
Sprecher*in 2
Das finde ich auch ne sehr gute Beschreibung.
Es gibt auch einen sehr schönen Text, genau zu diesem Begriff, vielleicht einer der Ursprungstexte der Philosophie des 20.
Jahrhunderts, dem ich in einem Buch sehr viel Platz widmet.
Die Aufgabe des Übersetzers.
Von Benjamin und das ist natürlich genau solch eine Tätigkeit des Übersetzen.
Es hat ja auch etwas mit der Idee zu tun, dass man sich auf den Tod vorbereitet, indem man übersetzt in eine andere Sphäre und diese Aufgabe des Übersetzers zum Beispiel, das ist einer dieser Texte, von dem Ich glaube, dass darüber gesprochen wird, worum es zum Philosophieren geht und gehen sollte, auch einer der Texte, von der ich nicht glaube, dass er die letzten 30 Jahre.
An philosophischen Instituten viel gelehrt oder gelesen würde.
Es hat auch wirklich sehr viel damit zu tun, dass wir uns wieder diesen Texten zuwenden und nicht nur schon in der Lehre damit beginnen, Sekundärliteratur zu lesen.
Diese Verengung des Horizontes, der Philosophie im Sinne ihrer Professionalisierung, das ist das Allerschlimmste und diese Pest der Sekundärliteratur, die geht damit einher, sie ist Teil dieser Bewegung.
Das würde sehr viel damit geworden sein, wenn man sich konzentriert schaffen würde, mit Studierenden so einen Text 345 Sitzungen zu lesen, denn so viel braucht es, um ihn zu lesen.
Die Zeit muss man sich wieder nehmen.
Sprecher*in 1
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich mach damit Studentinnen und Studenten eigentlich recht gute, recht gute Erfahrung, dass es ein großes Interesse daran gibt.
Texte so zu lesen und dann gemeinsam darüber nachzudenken.
Also ich, also meine Erfahrung ist da gibt es n sehr, sehr großes Interesse.
Sprecher*in 2
Ja, weil natürlich das ne Form der Sammlung ist.
Ein Text zu lesen ist auch ne Form von geistiger Sammlung, die, die unmittelbar attraktiv ist für fair für viele, viele Geister, die diese Sammlung brauchen und die sich als etwas sehr angenehmes und Intensivierendes befinden und in dem Sinne hör ich zwar sehr gerne, dass Philosophie gut für die Demokratie ist.
Und gut für dies und das.
Aber ich glaube jeder der mal Philosophie hat philosophiert hat, wird denken, es ist vor allem an sich gut, es fühlt sich einfach ziemlich gut an zu machen.
Sprecher*in 1
Wolfram, Vielen Dank.
Die Gegenwart der Philosophie und ja, wir sehen uns demnächst irgendwie wieder, denke ich, ganz bestimmt danke fürs Gespräch.
Sprecher*in 2
Dank dir.
Es war sehr schön.
Danke.
Sprecher*in 3
Skobel von und mit Gerd Skobel, produziert von der Pro Bono Fernsehproduktion GmbH Postproduktion rené Fichel Musik Pascal Hadré, Sprecherin Kim Plättemeyer finanziert wird dieser Kanal von 3 gemeinnützigen Organisationen der Udo Keller Stiftung, Forum Humanum und der Ocuyano Stiftung für das Meer sowie vom AVE Institut für Achtsamkeit, Verbundenheit, Engagement.
Podcast Summary
Key Points:
Philosophie wird als "Kunst der Geistesgegenwärtigkeit" definiert, die hilft, die eigene Gegenwart zu verstehen und zu beschreiben.
Sie entsteht oft aus einem Gefühl der Verlorenheit und sucht nach Auswegen, ähnlich der Aufklärung als "Ausgang aus selbstverschuldeter Unmündigkeit".
Moderne Philosophie muss ohne feste Fundamente (wie Gott oder absolute Wahrheit) auskommen und ist geprägt von Strömungen wie dem Wiener Kreis, der Kritischen Theorie und dem Poststrukturalismus.
Philosophie steht zwischen poetischer Sprachschöpfung und argumentativer Strenge und hat die Aufgabe, in kulturellen Umbruchsphasen neue Begrifflichkeiten zu entwickeln.
Ihr praktischer Wert wird in einer von Wissenschaft und multiplen Krisen dominierten Welt oft infrage gestellt, doch sie bleibt essenziell für die Selbstverständigung.
Summary:
Das Gespräch zwischen Gert Scobel und Wolfram Eilenberger untersucht die Rolle der Philosophie in einer von vernetzten Krisen und rasantem Wandel geprägten Zeit. Eilenberger definiert Philosophie primär als die "Kunst der Geistesgegenwärtigkeit" – die Fähigkeit, die eigene Gegenwart zu benennen und von anderen Zeitepochen zu unterscheiden. Diese Tätigkeit beginnt oft mit einem Gefühl der Verlorenheit oder Gefangenschaft (wie in Platons Höhlengleichnis) und zielt auf einen befreienden "Ausgang" ab, analog zu Kants Definition von Aufklärung.
Es wird betont, dass Philosophie in kulturellen Umbruchsphasen (z.B. nach Weltkriegen) besonders gefordert ist, neue Begriffe und Beschreibungen zu finden, wenn alte Konzepte ihre Tragkraft verlieren. Die zeitgenössische Philosophie muss ohne absolute Fundamente auskommen, eine Erfahrung, die Strömungen wie der Wiener Kreis, die Frankfurter Schule und der Poststrukturalismus teilen. Philosophie bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen poetischer Sprachschöpfung und rationaler Argumentation. Trotz der verbreiteten Wahrnehmung, Philosophie sei ein elfenbeinerner Luxus, wird ihre essentielle Funktion für die individuelle und kollektive Selbstverständigung in einer komplexen Welt verteidigt.
FAQs
Philosophie hilft, die eigene Gegenwart zu verstehen und zu beschreiben, besonders in Umbruchsphasen. Sie sucht nach neuen Begriffen und Sprachen, um komplexe Krisen zu analysieren und Wege zur Bewältigung aufzuzeigen.
Viele Menschen sehen Philosophie als Luxus, der keine direkten Lösungen für praktische Probleme bietet. Im Gegensatz zu Wissenschaften wie Medizin oder Technik erscheint ihr Beitrag weniger greifbar und alltagsrelevant.
Eilenberger beschreibt Philosophie als die Kunst der Geistesgegenwärtigkeit. Sie ermöglicht es, die eigene Gegenwart zu benennen und sich aus Zuständen der Verlorenheit oder Unmündigkeit zu befreien.
Sprache ist zentral, um neue Begriffe für sich wandelnde Realitäten zu schaffen. Philosophie steht zwischen poetischem Ausdruck und argumentativer Strenge, um kulturelle Umbrüche sprachlich zu fassen.
Die prägenden Strömungen sind der Wiener Kreis (logischer Empirismus), die Frankfurter Schule (kritische Theorie) und der französische Strukturalismus/Poststrukturalismus. Sie teilen die Erfahrung des Fundamentverlusts nach Kriegen und Totalitarismus.
Während Journalismus aktuelle Ereignisse beschreibt, zielt Philosophie auf tiefere kulturelle und existenzielle Deutungen ab. Sie verbindet Selbstreflexion, Bezug zu anderen und die Frage nach den Grenzen des Sagbaren.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.