Ich nehme euch heute mal mit, und zwar auf dem Konzert.
Stellt euch vor, wir stehen in der Menge, es ist eng und ein bisschen verschwitzt.
Aber die Band auf der Bühne gibt alles und die Stimmung ist ausgelassen und wir haben
mega viel Spaß.
Ihr Fabriegel, die Sängerin der Band Juli, stimmt gerade den Klassiker, die perfekte
Welle an und wir weiben richtig mit.
Doch dann stoppt Eva mitten im Song und findet sich an uns, ans Publikum.
Es geht darum, dass man das Leben leben soll, wenn es einem voll die Füße fällt.
Und dass man so ein bisschen im Moment sein soll, wenn man gerade nase.
Und dass man die Hände in die Höhe strecken soll, wenn man auf dem Konzert ist.
Und es geht total schlecht, wenn man dann Handy drin hat in der Hand.
Denn fast jederchen Publikum hebt, dass Handy in die Luft und Filme und Fotografiert
mit.
Und zwar schon das ganze Konzert über.
Und die Band Juli scheint das zu stören.
Und deshalb stellt Eva eine Bedingung auf.
Wenn die Handys wegstecken, fangen wir noch mal vor vorne an.
Und genau das passiert auch.
Die Leute stecken ihre Handys weg und Juli beginnt noch mal von vorne zu spielen.
Ich kann schon irgendwie verstehen, dass das als Band nicht so super ist, wenn man von der
Bühne aus nur in ein mehr aus Handys sieht, statt in lachende und singende Gesichter.
Und Juli ist auch nicht die einzige Band, die Fans aufrufen, Smartphones werden einer
Show wegzustecken.
Rin und Schmidt haben z.B. letztes Jahr die No-Fones-Loud-Tour gestartet.
Da wurden dann alle Handy-Kameras abgeklebt und so konnte dann niemandem Foto machen oder
mit Film.
Aber ich kenne das natürlich auch, dass man solche Erlebnisse festhalten will.
Egal, ob's jetzt reisen sind oder lustige Abende mit Freundinnen oder eben das Konzert
der Lieblings Band.
Um sich an diese besonderen Momente zu erinnern, helfen Fotos und Videos einfach.
Aber stimmt das überhaupt?
Das Ding ist ja, also ich habe so das Gefühl in unserer Generation, es ist so oft so,
wir haben diesen Drangen, so wie imstandsamt an alles erinnern, wir müssen jeden Moment
irgendwie festhalten und diese mammeladen Glasmomente schaffen.
Das ist mein Kollege Tim Pol, er hat diese Folge recherchiert und stellt mir im Gespräch
eine Frage, die vielleicht ein bisschen unangenehm ist für mich zu beantworten.
Wie viele Fotos heißt die jetzt auf deinem Handy?
Oh Gott.
Warte.
Lasst mich nachschauen, jetzt expose ich mich hier 50.210.
Oh wow.
Okay, 50.000 Bilder und Videos, das ist schon viel, aber zu meiner Verteidigung, ich
habe die aufgenommen, um mich eben an schöne Momente zu erinnern, um das so festzuhalten.
Aber an wie viel davon kann ich mich denn wirklich noch erinnern.
Können Fotos wirklich dabei helfen, Erinnerung besser festzuhalten?
Oder passiert sogar das komplette Gegenteil und wir vergessen das Erlebte viel schneller.
Wir konzentrieren es nicht auf die eigentliche Sache, sondern nur darauf ist es jetzt
gut, in der Kamera ist alles scharf, ist alles schön.
Oder geht es vielleicht sogar noch einen Schritt weiter?
Es gibt schon lange Untersuchungen, die zeigen, dass man Menschen Erinnerungen an Sachverhalte
einpflanzen kann, die so nie passiert sind.
Mein Name ist Lisa Sophie Scheurel und ihr hört Wissen Weekly.
In diesem Podcast klären wir die Fragen, die heißt diskutiert werden.
Wir sprechen mit Expert*innen, lesen Studien und reden mit Menschen, die es wirklich betrifft.
Heute?
Welche Auswirkungen haben Fotos auf unsere Erinnerungen?
Ihr habt ja eben schon gehört, wie viele Fotos und Videos ich auf meinem Handy habe,
aber wie ist es bei euch?
Wie viele Fotos und Videos habt ihr in eurer Galerie?
Schreibt mir das doch gerne mal in die Kommentare.
Denn ich vermute, dass es bei euch auch gar nicht so wenig sein wird.
Aber bevor wir darüber sprechen, wie das unsere Erinnerung beeinflusst, müssen wir
erst mal klären, wie Erinnerungen an sich funktionieren.
Und dafür nehme ich euch jetzt nochmal mit, aber dieses Mal nicht auf dem Konzert, sondern
zu einem etwas ja vielleicht auch beängstigender Moment.
Ihr liegt nämlich im Bett, ihr wacht auf und ihr wisst nicht, wo ihr seid.
Das einzige, was ihr seht, sind medizinische Geräte an denen ihr angeschlossen seid.
Ihr hört so einen Pieten und so langsam versteht ihr, dass ihr im Krankenhaus liegt.
Aber ihr könnt euch einfach nicht erklären, warum.
Denn ihr könnt euch an nichts mehr erinnern.
Der Moment, als ich realisiert habe, dass viel weg ist, der war für mich irgendwie erst
mit total surreal, weil man weiß nicht, was man vergessen hat.
Das ist Michi und ihr ist genau das passiert.
Ich bin Privatolugel, das heißt, ich arbeite mit Affen, ich bin Tierschützerin und Autorin.
Normalerweise arbeitet Michi immer sechs Monate von Deutschland aus in der Öffentlichkeitsarbeit
für einen Tierschutzverein.
Und die restlichen sechs Monate im Jahr ist sie in Südafrika und hilft bei Auswilderungen
von Tieren.
Ich komme aber immer einmal zwischendurch heim, weil ich ja auch ein Mann in Deutschland habe.
Der unterstützt das Ganze so guter kann, aber kann natürlich nicht so lange wie ich im
Ausland sein, deswegen füllen wir dann immer entfernen, die da kommt, den anderen immer einmal
besuchen.
Und im Januar 2025 war Michis Mann Mark mal wieder zu Besuch in Südafrika.
Wir wollten noch wandern gehen, nach dem Tag.
Es war wohl total schön und sonnig, und dann dachte ich, wir machen noch eine Abendwanderung.
Aber zu dieser Abendwanderung kommt es nicht.
Denn auf dem Weg dorthin haben die beiden einen schweren Autounfall.
Ein Auto fährt ihnen mit hoher Geschwindigkeit auf.
Ihr eigenes Auto wird über die Fahrbahn geschleudert.
Mark und Michi werden beide schwer verletzt.
Ich hatte den Tief vergebrochen, das Jochbein, die Augenhöhe und die Nase, und durch den Aufschlag
und die Brüche hatte ich Schwellungen umgehört und wäre es Schädelhörntrauma, aber zum Glück
keine Hörnklutungen.
Und trotzdem, Michis Verletzungen im Gehirn sind groß genug, dass sie im Krankenhaus aufwacht
und nicht weiß, wo sie ist.
Und noch schlimmer, sie erinnert sich nicht nur nicht an den Unfall, sondern auch nicht an die letzten zwei Jahre.
Während es eigentlich ja nur 2025 ist, ist ihr Kopf noch im Jahr 2023.
Die Diagnose lautet globale Amnesi.
Das heißt, kein Lang und kein Kurzzeitgedächtnis.
Michi kann sich nach dem Unfall Dinge nur für so 15 bis maximal 60 Minuten merken.
Und dann sind sie weg, krass.
Bevor wir hören, wie es mit Michi und ihrem Gedächtnis weitergeht, müssen wir aber erst mal verstehen,
wie Erinnerungen eigentlich funktionieren.
Kurz und Langzeitgedächtnis, das sind Begriffe, die wir bestimmt alle schon mal irgendwo gehört haben.
Aber wie werden Erinnerungen denn da überhaupt gespeichert?
Also ein Eindruck kommt, erst mal ins Ultra-Kurzzeitgedächtnis, bleibt da genau zwei Sekunden.
Das ist nochmal mein Kollege Tim, der diese Folge recherchiert hat.
Und entweder es geht dann weiter oder nicht.
Dann kommt es jetzt Kurzzeitgedächtnis, wenn es Glück hat.
Und da bleibt es erst mal 20 Minuten.
Bevor dann dann gehirn entscheidet, okay, ist es jetzt ab oder nicht, dann würde es ins Langzeitgedächtnis kommen.
Und das ist da eben, wo wir uns an alle Sachen erinnern.
Okay, und wo genau sitzt jetzt das Langzeitgedächtnis?
Tatsächlich gibt es dafür gar nicht den einen Ort.
Im Gehirn sind Erinnerungen eigentlich nichts anderes als Verbindung zwischen Nervenzellen.
Wenn du es erlebst, wird es abgespeichert. In der Art und Weise, dass sich Nervenzellen auf eine bestimmte Art und Weise connecten.
Und wenn da deine Nervensegnal durchgeht, irgendwann später, dann erinnerst du dich daran.
Es gibt im Gehirn also nicht diesen einen Ort, wo Erinnerungen gespeichert werden.
Sondern sie sind quasi in Nervenzellen abgelegt, die überall im Gehirn verteilt sind.
Welche Erinnerungen bleibt und welche nicht, darüber entscheidet im Gehirn der Hippocampus.
Das ist ein relativ kleiner Bereich, der mitten im Kopf sitzt, so ungefähr auf Höhe der Ohren.
Er ist wie so ein kleiner Türsteher unseres Gedächtnisses.
Er lässt nur das rein, was wirklich bleiben darf.
Es ist also ein ganz kleines bisschen so, wie im Disney-Film "Alles steht Kopf", falls ihr den gesehen habt.
Da werden ja die Erinnerungen in so kleinen Kristallkugeln abgespeichert und bekommen dann ihren schönen Platz im Regal.
Dieses Bild des Erinnerungen im Kopf quasi archiviert werden, das ist wissenschaftlich nicht ganz korrekt.
Dazu kommen wir aber gleich noch.
Aber für das erste könnt ihr euch das erstmal ungefähr so vorstellen.
Und das ist eben eine Sache, die bei Michi nach dem Unfall nicht mehr funktioniert hat.
Der Hippocampus in Michi's gehören, war durch die Schwellungen so beeinträchtigt,
dass er Erinnerungen aus dem Kurzzeitgedächtnis nicht mehr ins Langzeitgedächtnis gelassen hat.
Der hatte sozusagen eine ziemlich harte Tür.
Und genau deswegen kommt es zu absurden Situationen zwischen Michi und ihr Mann Mark.
Als am Anfang haben wir mal das gleiche Gespräch geführt, wo bin ich, wann bin ich im Krankenhaus, es ist passiert.
Und wenn wir so drei bis sechs Fragen durchhatten, dann haben wir wieder von vorne angefangen.
Eben bei Michi die Antworten nach so kurzer Zeit wieder vergisst.
Zum Glück erholt sich ihr Kurzzeitgedächtnis aber nach ungefähr vier Wochen wieder.
Aber wie entscheidet denn eigentlich ein gesunder Hippocampus, welche Informationen wichtig für uns sind und welche nicht?
Es gibt tatsächlich ein paar Faktoren, die es bei bestimmten Momenten wahrscheinlicher machen, dass wir uns erinnern.
Der erste Faktor der wichtig ist, ist Aufmerksamkeit.
Also die Dinge, auf die ich meine Aufmerksamkeit lenke, die haben eine höhere Wahrscheinlichkeit dann auch tatsächlich verarbeitet
und später gespeichert zu werden.
Das ist Dr. Fabian Hutmacher von der Uni Würzburg.
Er arbeitet am Lehrstuhl für Kommunikationspsychologie.
Ein zweiter Faktor sind Emotionen, also Dinge, die starke Emotionen auslösen und die für mich, für meine Zukunft, besonders wichtig sind.
Es kann zum Beispiel das erste Date mit euer Partner oder der Partner in sein oder auch die Beerdigung von einem Familienmitglied.
Also je Aufmerksamer und emotionaler, wie in einem Moment sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Erinnerung an diesen Moment in unser Langzeitgedechnis wandert.
Und genau darauf, also auf ihr Langzeitgedechnis, hat Michiel ja nach dem Unfall kein Zugriff mehr.
Während sich Michiel kurzzeitgedechnis ja langsam wieder erholt hat, fehlen ihr die letzten zwei Jahre vor dem Unfall komplett bis heute.
Warum es ausgerechnet zwei Jahre sind, können Michi's Ärztin nicht erklären.
Ihr Ehemann Mark muss deshalb mit Michi die wichtigsten Station der letzten zwei Jahre durchgehen, um sie auf den aktuellen Stand zu bringen.
Die größten Dinge, die passiert sind, waren natürlich der Abschluss.
Mein Abschluss im Ausland gemacht und danach angefangen zu promovieren.
An die große Abschlussfeier, zum Beispiel, hat Michi überhaupt keine Erinnerung mehr.
Aber, da ihr Mann dabei war, kann er ihr immerhin davon erzählen.
Andere Situationen in Michi's Leben sind aber dauerhaft verloren.
Ich mochte meine Oma als Kind nie.
Aber in den letzten drei Jahren haben wir uns total gut angefreundet.
Und ich habe sie richtig oft besucht und wir haben uns viele unterhalten.
Und das war, was ich sehr bedauert habe, dass das weg ist.
Und sie ist halt kurz in dem Unfall verschworen.
Es gibt also niemanden mehr, der ihr von diesen Unterhaltungen erzählen kann.
Und damit kämpft Michi ganz schön.
Weil ich mich einfach frage, welche Gespräche habe ich alle vergessen, die ich nie wieder nachholen kann.
Und diese Endgürtigkeit, die steht in ganz wenigen Dingen.
Und da ist es wirklich, was mich traurig macht.
Und auch die Leute, die ihr von anderen Dingen erzählen können,
stoßen immer wieder an ihre Grenzen.
Ich meine, stellt euch mal vor, ihr müsst eurem Partner oder eure Partner in die letzten zwei Jahre erklären.
Da kann man natürlich auch mal was vergessen.
Und ich stand im Buchladen. Und dann habe ich so ein Buch von mir gesehen.
Man sagt, du hast mir gar nicht erzählt, dass ein zweites Buch vor mir rauskauft.
Also es war ja von meinem Mann auch voll schwer nachzuverziehen.
Was fällt alles in die Zeit und einem irgendwie alles zu erzählen?
Und irgendwas vergisst ja auch eher mir zu sagen.
Michi hat über ihre Arbeit mit den Affen in Südafrika nämlich zwei Bücher geschrieben.
Das erste kam 2022 raus, das zweite, 2024.
Und das fällt damit genau in diesen Zeitraum der verlorenen Erinnerung.
Ich finde es so krass.
Ich mein, sie hat einfach einen Buch geschrieben und selbst dieses Buch in den Händen zu halten,
bringt bei ihr keine Erinnerung zurück.
Da frage ich mich, gibt es überhaupt irgendwas, was vielleicht ihrer Erinnerung auf die Sprünge helfen könnte.
Mein erster Gedanke sind dann natürlich direkt Fotos und Videos.
Fotos und Videos haben jetzt nicht zu diesem magischen Hollywoodmoment geführt,
den man aufkennt, dass man, was sieht, der Impuls kommt rein und man erinnert sich wieder.
Aber es hat mir halt geholfen, nachzuverziehen, was habe ich wann gemacht?
Und das ist ja etwas, was die allermeisten von uns anders kennen.
In der Regel ist es ja so, wir sehen Fotos z.B. von meinem letzten Urlaub im Sommer.
Und da werde ich sofort wieder zurück catapultiert an diesen Ort, in die Sonne.
Und ich erinnere mich an die leckeren Drinks und den Strand und so weiter.
Und das Foto hilft eben dabei, diese Erinnerung abzurufen.
Bei Michi funktioniert das aber nicht mehr.
Aber was passiert denn eigentlich im Gehirn, wenn wir Erinnerungen abrufen?
Wir wissen, Erinnerungen sind ja Verbindung zwischen Nervenzellen.
Und wenn wir uns an einen bestimmten Moment zurück erinnern,
dann werden diese Verbindung zwischen den Nervenzellen aktiviert.
Also man sollte sich das nicht vorstellen, wie eine Wörterteil, die man am Computer gespeichert hat
und die nur darauf wartet, wieder aufgerufen zu werden.
Das ist nochmal Dr. Fabian Hutmacher.
Es ist eben nicht ganz so, wie im Film alles steht Kopf.
Unser Gehirn ist kein Archiv, in dem wir Erinnerungen wie Glaskugeln
oder wie eine Wörterteil einfach so aus dem Regal holen oder eins zu eins abrufen können.
Denn diese Verbindung zwischen Nervenzellen, die sind wandelbar.
Und deshalb können sich auch unsere Erinnerung verändern.
Man geht insgesamt in der Forschung davon aus, dass erinnern, ein extrem rekonstruktiver Prozess ist.
Also wie ich eine Erinnerung abrufe, das hängt sehr stark ab von der Lebenssituationen, der ich mich gerade befindet.
Beim Erinnern rufen wir Momente, also nicht einfach wieder auf.
Wir schreiben sie jedes Mal, wenn wir daran denken, ein bisschen neu.
Und dabei können sich Erinnerungen verändern.
Vielleicht habt ihr ja auch schon mal so was erlebt, wie mein Kollege Tim.
Ich hatte es zum Beispiel Lestens, da hat mir zum Beispiel eine Freundin erzählt von einem Streit, den sie hatte in der VG.
Und da bin ich halt drei Tage später wandern gegangen und habe dann einem Freund von diesem Streit erzählt.
Und dann noch mal drei Tage später habe ich mich wieder zurückherinert.
Und dann war aber irgendwie meine Erinnerung so, die Freundin hat mir auf der Wanderung von diesem Streit erzählt, aber die war halt gar nicht dabei.
Das ist ja Käse und ich meine, je länger die Erinnerungen zurückliegen, desto schwieriger ist es dann natürlich, ne?
Vor allem. Und du bist halt voll davon überzeugt, dass es so war.
Ich finde es total krass. Erinnerungen sind dynamisch.
Das heißt, auch wenn man sich an alles erinnern kann, nicht so wie Michi.
Es ist trotzdem nicht immer garantiert, dass man sich auch wirklich an das erinnert, was passiert ist.
Man kann sich das ungefähr so vorstellen, dass man sagt, wenn ich eine Informationen bei mir verarbeitet wird,
dann ist das, wie wenn man so eine Spur im Sand machen würde. Und dann sehe ich die natürlich erst mal.
Dann kommen aber natürlich ganz, ganz viele weitere Informationen rein.
Und das ist dann vielleicht wie so eine Welle, die immer am Strand anspült.
Und mit jeder Welle, die drüber läuft, wird die Spur im Sand so ein bisschen undeutlicher.
Wenn ich die Erinnerung aber zum Beispiel abrufe, dann ist das, wie wenn ich die Spur vielleicht noch mal ausheben und noch mal vertiefen würde.
Und dieses vertiefen, das funktioniert zum Beispiel auch durch Fotos.
Wenn wir ein Foto von einem Moment sehen, dann hilft es uns dabei, auf die Erinnerung zuzugreifen.
Die Verbindungen werden also aktiviert.
Sollten wir also, damit wir uns noch lange und auch so korrekt wie möglich an Dinge erinnern können, so viele Fotos wie möglich machen?
Fotos können uns helfen, Momente so zu erinnern, wie sie wirklich waren. Aber, man kann jetzt nicht sagen, okay,
dann mache ich einfach immer ganz viele Fotos, um nichts zu vergessen. Ganz so einfach ist es eben nicht.
Das hat auch eine Studie gezeigt, die die Psychologin Linda Henkel von der Fairfield University in Connecticut im Jahr 2013 durchgeführt hat.
Dort wurden die Teilnehmer innen durch ein Museum geführt in zwei Gruppen.
Die eine Gruppe sollte alle Objekte im Museum fotografieren.
Die andere Gruppe sollte gar keine Fotos machen.
Dann testet man nachher die Versusperson und vergleicht die Gruppe, die alle Objekte fotografieren musste mit einer Gruppe, die das nicht tun musste
und stellt dann fest, dass die Person, die jedes Objekt fotografiert haben, sich schlechter erinnern können als eine Gruppe, die nicht fotografiert hat.
Das ist nochmal Dr. Fabian Huckmacher.
Die Forscher innen sprechen hier vom sogenannten "photo-taking impairment effect".
Also dem Effekt, dass der Prozess des Fotomachens die Erinnerungsleistung verschlechtert.
Es gibt aber noch einen anderen Effekt, der in dieser Studie beobachtet wurde und zwar mit der dritten Gruppe.
Denn diese Gruppe wurde in das selbe Museum geschickt und sollte dann nur Fotos von Details der Objekte machen.
Also mal eine Ecke von dem Bild oder mal nur den Kopf von einer Statur.
Und die konnten sich dann im Nachhinein voll gut an die Objekte erinnern.
Und jetzt stellt sich natürlich die Frage, woran liegt das?
In diesem zweiten Typus von Studien ist es so, dass die Aufgabe, die ich bekomme, eher dafür sorgt, dass ich mich genauer mit den Objekten auseinandersetze und diese intensivierte auseinandersetzung sorgt, dann dafür, dass ich mich später auch besser daran erinnern kann.
Also man könnte sagen, die Technologie als solche ist eigentlich vielleicht erstmal neutral.
Es kommt darauf an, was sie mit unserer Aufmerksamkeit macht.
Okay, fassen wir noch mal kurz zusammen.
In unserem Gehirn entscheidet der Hypokampus, was vom Kurzzeitgedechnis ins Langzeitgedechnis wandert.
Wenn wir uns dann an etwas zurück erinnern, dass im Langzeitgedechnis liegt, schreiben wir diese Erinnerung auch immer ein Stück weit neu.
Um mich möglichst korrekt an Momente erinnern zu können, hilft es deshalb, diese Erinnerung immer mal wieder zu verfesting, zum Beispiel durch Gespräche oder eben angucken von Fotos.
Aber auch der Moment des Fotomachens macht schon etwas mit meiner Erinnerung.
Wenn ich von allem einfach wild Fotos mache, ohne darüber nachzudenken, dann zieht mich das von der eigentlichen Sache weg und ich erinnere mich dann schlechter.
Wenn ich mir aber ganz genau überlege, von was ich ein Foto haben will und wie dieses Foto aussehen soll, dann werde ich mich später auch besser erinnern können.
Um sich also möglichst gut ans Lieblingskonzert zurück erinnern zu können, wäre es eine gute Strategie einfach ein paar gut überlegte Fotos oder Videos zu machen.
Die kann man sich dann später auch noch mal angucken.
Und dann aber auch das Handy wegstecken und wirklich im Moment sein, als Wahl los, die ganze Zeit Fotos und Videos zu machen.
Also erstmal so weit so gut, aber können Fotos nicht vielleicht auch einen negativen Effekt auf unsere Erinnerung haben?
Michi hat ja ihre Erinnerung an die letzten beiden Jahre vor dem Unfall komplett verloren und schaut sich deshalb auch immer mal wieder Fotos an.
Auch von Urlauben, die sie mit ihrem Mann mag gemacht hat.
Zum Beispiel waren wir auf Maurizius und es hat mir scheinbar gar nicht so gut auf Maurizius gefallen.
Und ich habe dann immer die Fotos geguckt und meinte, es sieht vollfach an wie sich aus.
Und er hat auch immer voll verunsichert mit zu sagen, wie es wirklich fand.
In echt war der Urlaub nämlich gar nicht so super.
Mark erzählt Michi, dass sie eine Lebensmittelvergiftung hatte und sogar ins Krankenhaus musste.
Und danach soll sie sehr ängstlich gewesen sein, wenn sie irgendwo essen waren.
In dem Fall zeigen die Fotos, Michi nicht die 100%ige Realität ihres Urlaubs.
Und auch für uns, also für Menschen, die jetzt nicht gerade das Gedächtnis verloren haben, können Fotos im Nachhinein die Realität verzehren.
Die erste Schwierigkeit ist, dass man vielleicht manchmal denkt, dass die Daten, so wie sie dann da sind, eine objektive Realität widerspiegeln.
Und dass man aber manchmal vielleicht dann vergisst, dass alle solchen exzernalen Dateninterpretationsbedürftig sind.
Ihr kennt das ja vielleicht auch.
Man macht halt tendenziell eher Fotos von positiven Momenten.
Es ist ja auch ganz normal.
Wir fotografieren eher den schönen Sonnuntergang am Strand, als die Tatsache, das da vielleicht ganz schön viel Müllrum lag.
Oder wir machen lieber einen harmonisches Selfie von uns und unserer Partner in im romantischen Restaurant, als davon, dass wir uns auf dem Weg dorthin total gestritten haben.
Wenn wir uns dann anhand dieser Bilder an den Strand und an das Restaurant zurück erinnern und dabei ja die Erinnerung jedes Mal ein kleines bisschen neu schreiben,
dann kann es sein, dass sich die Erinnerung verändert, dass wir den Müll am Strand und den Streit auf dem Weg vergessen.
Die Erinnerung an die Vergangenheit wird also verfälscht und das kann sich auch auf die Gegenwart auswirken.
Markt zum Beispiel musste mich hier gerecht davon abhalten, noch mal nach Mauritius zu fliegen.
Also ich bin so weit, ja lasst doch nächstes Jahr nach Mauritius.
Wir können gerne noch mal nach Mauritius und es hat dir nicht so gut gefallen.
Jetzt ist es vielleicht aber auch gar nicht so schlimm, wenn wir ein Urlaub oder ein Restaurant besuch, schöner in Erinnerung behalten, als er vielleicht wirklich war.
Aber bei großen Sachen, wie einer Beziehung oder einem alten Job, da kann es schon sein, dass man die Vergangenheit romantisiert.
Gar nicht mal so geil. Und es geht sogar noch krasser, denn Erinnerung können komplett manipuliert werden.
Erzählt mir mein Kollege Tim.
Aus gar nämlich ein Studie. Da haben sie teilnehmen, vier Fotos vorgelegt, aus deren Kindheit und drei waren halt echte Bilder.
Und das vierte Fotos war halt das Kind auf einem Heißluftballon.
Sollte zeigen, dass sie einen Heißluftballonfahrt gemacht haben, die sie halt nie gemacht haben.
Und dann sollten sie halt über diese Fotos und die Erinnerungen, die sie davon haben erzählen.
Und bei diese Heißluftballonfahrt haben sie einfach detaillierte Erinnerung ausgepackt.
Und man so ja, an dem Tag war ich da auf dem Ballon, es war halt so ein schönes Wetter, bla bla bla.
Und die Erinnerung ist halt nie erlebt.
Was? Das ist crazy. Ich bin richtig schockradig.
Ja, man muss halt dazu sagen, das war eine Kindheitserinnerung.
Das ist grundsätzlich einfacher, ich zum manipulieren einfach, weil das Gehirn damals nicht so ausgebildet war.
Deswegen erinnern wir uns auch so schlecht an die Kindheit.
Gott, wir sind so manipulierbar. Das ist ja crazy.
Und heute ist es halt super easy, Bilder zum Beispiel mit Hilfe von KI zu manipulieren.
Und das Gefahrenpotenzial, das darin steckt, sieht auch Michi.
Ich bin sehr froh, dass die KI noch nicht so gut gefühlt ist, dass man sofort so richtig hart veritschen hat.
Ich habe keine Ahnung, wie das dann wäre und wird.
Das Wichtigste ist für mich gewesen, dass ich mit meinem Mann eine Person hatte, der ich zu 100 Prozent vertraut habe.
Es ist schon wild, was Fotos und besonders manipulierte Fotos mit unserer Erinnerung machen können.
Und dabei ist es super wichtig, dass wir uns an Dinge richtig erinnern und zwar auch für unsere Gesundheit.
Die Fähigkeit, sich zu erinnern, ist für uns Menschen super wichtig und das hat drei Gründe.
Die schauen wir uns jetzt mal genauer an.
Der erste betrifft die eigene Persönlichkeit.
Da geht es einfach darum, dass die Erinnerungen, die ich habe über mein Leben wichtig sind für mein Selbst, für meine Identität,
sodass ich mich als eine über die Zeit ausgedehnte stabile Persönlichkeit empfinden kann.
Erst mit unseren Erinnerungen werden wir zu der Person, die wir heute sind.
Bei Michi hat der Verluste Erinnerung dafür gesorgt, dass sie sich ganz neu mit ihrer Persönlichkeit auseinandersetzen musste.
Und da geht es um total viele Sachen, aber teilweise auch um, ich sag mal, vermeintlich banale Dinge wie den Klamottenstil.
Denn mit dem kann Michi erst mal gar nichts mehr anfangen, als sie nach dem Unfall nach Hause kommt und ihren Kleiderschrank öffnet.
Denn sie kann sich ja nur noch an den Style erinnern, der länger als zwei Jahre zurückliegt.
Michi muss die Person, die diese Klamotten in den letzten Jahren getragen hat, erst einmal wieder kennenlernen und sich damit auseinandersetzen.
Also Erinnerung form unsere Persönlichkeit.
Der zweite Grund, warum das Erinnern für uns so wichtig ist, hat tatsächlich eine soziale Funktion.
In dem Sinne, dass Dinge, die in meinem Leben passiert sind, Stoff sind, um mich mit anderen Menschen zu unterhalten,
aber auch, um mit anderen Menschen in Verbindung zu kommen.
Also, wer sich erinnert, kann besser Freundschaften schließen.
Macht ja auch irgendwie total Sinn, wenn man sich an Dinge erinnern kann, die man zusammen erlebt hat, dann wird ja auch die Bindung zueinander stärker.
Michi musste erst mal bei ihren Freund*innen überhaupt nachfragen, was denn alles bei ihnen passiert ist.
Zwei Jahres bei Freunden voll viel, man schon sich getrennt, andere haben Kinder.
Und das alles zu lernen, ist für Michi mega anstrengend.
Das lerne ich ja gerade alles neu neben dem Alltag, den ich bewältige. Und da hat man, wenn man überfordert, es kommt es halt immer, wie zu Migräner anfällen, die halt sehr, sehr extrem sind, mit Erbrechen.
Und dann lieg ich erst mal zwei Tage nur und schlafe und farbeite irgendwie alles.
Also, man kann hier echt sehen, wie wichtig es auch für unsere Gesundheit ist, dass wir uns richtig erinnern können.
Und das zeigt sich auch im letzten Grund.
Da geht es einfach darum, dass ich aus vergangenen Erfahrungen für die Zukunft lernen kann.
Jetzt mal ganz plakativ gesagt, wenn ein Kind auf eine heiße Herdplatte fast ist es gut, dass es sich an den Schmerz erinnert, damit es das eben nicht nochmal macht.
Und das lässt sich auch auf komplexe Probleme des Erwachsenseins übertragen.
Zum Beispiel ging es Michi so im Arbeitskontext.
Mit Kooperationspannermon vielleicht Kooperation oder so, was beendet hat.
Schon Leute, so nachher, kam und meinten, hey, wollen wir nochmal ein Projektplan, der Kontakt hat sich ja letzten Jahr verlaufen.
Aber man kann so meinte, ne, da hatte sich gar nicht verlaufen, was dem bewusst beendet aus diversen Gründen.
Und genau so was macht ihre Arbeit total herausfordernd.
Du merkst schon, dass so gewisse Leute oder Menschen natürlich auch versuchen Vorteile herauszuschlagen,
die auch ein schlechtes Gewissen zu machen, das war eine ganz herausfordernde Situation für mich.
Also, wir wissen jetzt Erinnerung, schaffen Persönlichkeit, Verbindungen und wir können damit unsere Zukunft beeinflussen.
Und all das ist wichtig für uns selbst und für unsere psychische Gesundheit.
Aber nicht nur das Erinnern ist für uns wichtig, sondern auch das vergessen.
Es klingt jetzt vielleicht erstmal paradox, ist aber so, denn vergessen ist ein großer Bestandteil vom guten Erinnern.
Dr. Fabian Hutmacher hat dann schönes persönliches Beispiel.
Also, ich möchte vielleicht mich an das erste Date mit meiner Frau genauer erinnern können,
als daran, wie ich vor drei Jahren den Geschispüler ausgeräumt habe.
Und das geht aber nur, weil wir eben priorisieren können.
Beim vergessen verblassen die Verbindungen zwischen den Nervenzellen.
Wir erinnern uns an das Bild mit der Sandspur, die über die Zeit durch Wellen immer wieder mit Sand vollgeschüttet wird.
Bis wir irgendwann eben nicht mehr auf sie zugreifen können.
Wenn das passiert, dann haben wir diese Erinnerung vergessen.
Dafür haben wir dann aber wieder Platz für neue Erinnerungen, die vielleicht ein bisschen wichtiger für uns sind.
Aber auch da können Fotos hinterlich sein.
Ihr kennt ja bestimmt, die Erinnerungsfunktion, die eure Handys euch schicken.
Da steht dann so heute vor allem ja.
Und dann wird euch angezeigt, was ihr da so tolles gemacht habt.
Und was da angezeigt wird, wird von einem Algorithmus gesteuert.
Und der kann nicht erkennen, ob das Foto da eine positive oder negative Erinnerung für euch ist.
Oder ob ich in diesem Moment jetzt daran zurückdenken möchte oder eben nicht.
Und dann kann es eben auch mal vorkommen.
Dass uns Algorithmen manchmal Bilder einspielen, die irgendwie deplatziert wirken.
Da kann dann zum Beispiel mal ein Foto von einem verstorbenen Haustier oder von dem Expartner oder der Expartner in eingespielt werden.
Und plötzlich muss man sich ganz ungeplant mit den negativen Emotionen auseinandersetzen.
Die gar nicht in die Situation passen, in der man sich gerade befindet.
Zum Beispiel man sitzt irgendwie in der Bahn oder so.
Klar kann man diese Erinnerungsfunktion am Handy auch einfach ausschalten.
Aber es gibt auch ein paar Dinge, die wir beachten können,
um Momente und Erinnerungen nicht nur korrekt abzuspeichern,
sondern auch achtsamer mit diesen Erinnerungen umzugehen.
Michi musste ja ein ganz neuen Umgang mit ihren Erinnerungen finden.
Klar, ihr Fall ist ein extrem Fall.
Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Erinnerung in diesem Ausmaß verliert, ist sehr gering.
Und Fotos haben Michi nach dem Unfall tatsächlich auch sehr geholfen.
Trotzdem sagt sie.
Ich bin froh, dass ich sie habe, um die Zeit zu rekonstruieren.
Und gleichzeitig habe ich für mich aus dem Unfall mitgenommen,
viel weniger Fotos und Videos und Bilder zu machen,
weil man eh immer nur das jetzt hat.
Also für mich ist jetzt viel wichtiger immer im Moment zu leben.
Vor kurzem war sie in ihrem ersten Urlaub nach dem Unfall.
Nicht in Maurizius übrigens.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Mark hat sie die Ostküste der USA bereist.
Ein großer Traum von ihr.
Dort hat sie einen anderen Weg gefunden, um ihren Erlebnissen Raum zu geben.
Ich habe halt wenige Dinge fotografiert,
weil ich aktuell viel über das Schreiben von Büchern oder Geschichten für mich verarbeitet,
Schreiben hat mich schon immer geholfen.
Und falls Michi doch Fotos macht, um sich eine Erinnerung zu behalten,
dann macht sie das ganz bewusst.
Das frage ich mich halt jetzt wirklich was.
Es ist so wirklich wert, dass ich das festhalte, was werde ich mir auch anschauen,
welches Bild fällig in Album geben.
Das mache ich jetzt nach diesem Urlaub tatsächlich ein Foto-Album wieder.
Das ist richtig oldschool.
Genau das sind nicht nur wirkungsvolle Strategien,
dass man sich an Dinge richtig erinnert,
sondern auch besonders lange.
Und es kann zusätzlich auch helfen,
ein bewussten Umgang mit Erinnerung und Momenten zu schaffen.
Auch unser Experte sagt,
dass mehr Aufzeichnen nicht immer mehr ist,
sondern es unter Umständen hilfreich sein kann,
darauf zu konzentrieren, Dinge aufzuzeichnen,
von dem man glaubt und annimmt, dass sie wirklich nützlich sind.
Michi kann zwar versuchen, neue Erinnerungen gut und bewusst zu speichern,
aber die Wahrscheinlichkeit,
dass ihre verlorenen Erinnerung zurückkommen, ist leider sehr gering.
Aber man sagt, in der Neurologie sagt niemand es nie.
Also vielleicht so bei 0,001 Prozent,
aber ich versuche auch nicht, sie wieder zu bekommen.
Denn inzwischen hat Michi den Verlust ihrer Erinnerung
auch ein Stück weit akzeptiert.
Es kommt, es kommt und das, was weg ist, ist halt weg.
Und mir hilft der Gedanke zumindest jetzt,
dass es von jetzt aus immer besser wird.
Also die ersten Monate waren herausfordernd da,
als Zeit jetzt und in zehn Jahren von heute,
als 2023, 2024, nicht mehr so relevant.
Okay, ganz schön viele Informationen.
Lasst uns das Ganze noch mal kurz recappen.
Wir wissen jetzt, je stärker ich mich konzentriere
und je emotionaler ich in einem Moment bin,
desto besser erinner ich mich auch an diesen.
Gleichzeitig sind Erinnerungen dynamisch
und können sich verändern oder verblassen.
Wichtig ist also, sich mit den Erinnerungen
immer auseinanderzusetzen.
Wer Fotos macht, sollte statt viele Fotos zu machen,
lieber überlegen, an was genau man sich erinnern möchte.
Die Fotos, die man dann hat, können zwar Erinnerungen
auf die Sprünge helfen, aber sie können auch verzerren
oder manipulieren.
Und was zwar vielleicht ein bisschen kitschig klingt,
aber trotzdem nicht schadet,
wer im Moment lebt, der lebt mehr.
Also auch bei Konzerten.
Ein paar Fotos und Videos sind okay,
aber dann lieber mal das Handy wegpacken.
Für mich geht's jetzt erst mal in die Reha.
Und dann plant sie schon wieder nach Südafrika zu reisen,
um dort ihre Arbeit wieder aufzunehmen.
Das sind wir in dem Aufbau einer Aufrastation für Wildtiere.
Das darf ich alles neu kennenlernen.
Und ich denke, für mich geht's jetzt in den nächsten Monaten
eigentlich genauso weiter.
Mein Lebenstück für Stück mehr kennenlernen.
Nach dem Abspann beantworten wir noch eure Community-Frage
zur letzten Folge über das Thema Body Count.
Schreibt uns gerne eure Fragen zu dieser Folge in die Kommentare.
Die Antwort darauf hört ihr dann in der nächsten Woche.
Da geht's um das Thema Enseiety und die Frage,
wie viel Angst bis zu viel.
Plötzlich kann es mir komisch vor, dass ich nicht Angst hatte.
Das war dann total eigenartig,
weil es hat sich angefühlt.
Es würde etwas in mir fehlen,
weil das da sonst immer da war.
Und das war auf jeden Fall ein ganz krasser Moment.
Ich bin Lisa Sophie Scheure.
Und bedanke mich bei Dr. Fabian Hutmacher und bei Michi Schreiber,
dass sie ihr Wissen und ihre Geschichte mit uns geteilt haben.
Feedback, Anmerkungen, Lob und Kritik können ihr immer gerne schicken per E-Mail
an "
[email protected]".
Wir freuen uns wirklich sehr auf eure Nachrichten.
Wissenweekly ist eine Produktion von Spotify Studios
in Zusammenarbeit mit Kugel und Nire.
Exekutive producers Daniel Nicolau und Michael Badlefsky.
Audioproduktion Hammer und Ambos.
Redaktion Timpol, Johanna Bowman und ich Lisa Sophie Scheure.
Creative-Producer Nadine Raber.
Leimproducer Sarol Krausejensch.
Hi, Johanna hier aus Wissenweekly Team.
Felix hat uns geschrieben und gefragt.
Ich habe noch nie was von Vaginismus gehört.
Was kann man dagegen tun?
Und wie können vielleicht auch Partner*innen unterstützen?
Bei Vaginismus ist es ja so,
dass Scheiden und Beckenbodenmuskulatur so sehr verkrampfen,
dass penetrativer Sex sehr schmerzhaft ist oder gar nicht möglich ist.
Helfen können da Atemübungen und Entspannungstechniken.
Es gibt auch Hilfsmittel, mit denen man üben kann,
die Muskulatur zu entspannen, die heißen Dylatoren.
Und wenn Vaginismus psychische Ursachen hat,
dann kann auch eine Gesprächstherapise gut sein.
Was die Partner*innen betrifft,
da ist es sicher gut, wenn sie sich informieren,
wenn sie kein Druck aufbauen.
Und wenn sie offen sind, Sexualität auch anders auszuleben,
als durch Penetration.