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Fremdverliebt trotz glücklicher Ehe - Wie passiert das?

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Fremdverliebt trotz glücklicher Ehe - Wie passiert das?

Fremdverlieben in einer glücklichen Beziehung ist kein plötzlicher Ausbruch, sondern ein langfristiger Prozess, der durch unerfüllte Bedürfnisse, Monotonie oder eine suchende Abenteuerlust entsteht. Oft wird die emotionale Verletzbarkeit verdrängt, sodass sich das Fundament der Beziehung allmählich bröckelt. Kleinere Unstimmigkeiten, wie fehlende Anerkennung oder unerfüllte Erwartungen, sammeln sich und führen zu tieferen emotionalen Wunden. Die Wurzeln liegen oft in faulen Kompromissen und verdrängten Konflikten, die lange Zeit nicht offen diskutiert wurden. Eine wirksame Lösung beginnt mit der klaren Selbstreflexion der Gefühle, der chronologischen Aufarbeitung der Verletzungsphasen und der Anerkennung der emotionalen Distanz. Beide Partner müssen gemeinsam klare Entscheidungen treffen – ob die Beziehung weitergeführt oder neu gestaltet wird – und die Ursachen dauerhaft lösen, um zukünftige Wiederholungen zu vermeiden. Die gelungene Beziehung beruht auf gegenseitigem Vertrauen, regelmäßiger Selbstreflexion und dem Wiederherstellen eines tiefen emotionalen Zusammenhalts. Das Coaching bietet Werkzeuge, um diese Prozesse zu reflektieren und auf eine nachhaltige Harmonie zu führen.

Transcription

4346 Words, 26947 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebens-Ear-Listen. In dieser Folge geht es um das Thema Fremdverliebt trotz glücklicher Beziehung, wie passiert das? Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Mit der Partnerin oder dem Partner glücklich werden, heiraten, vielleicht eine Familie gründen oder verschiedene andere Ziele erreichen. Darum geht es vielen Menschen in ihrem Leben. Leider kann es in einer Beziehung aber auch dazu kommen, dass das Fundament, was so die Grundlage ja sein sollte, bröckelt und es dazu kommt, dass Menschen sich voneinander distanzieren innerlich und sich vielleicht einer fremdverliebt. Das ist meist in einer Beziehung dann eine große Herausforderung, wie es dazu kommt und welche Ursachen dazu beitragen und welche Auswirkungen es auf die Beziehung hat. Damit möchten wir uns heute in dieser Folge etwas näher beschäftigen. Ja, nun ist die Ursache immer, dass das Fundament Risse erhalten hat und der eine, der hat einen vielleicht freien Blick aufs Fundament, reflektiert sich selbst, gesteht sich entsprechende Themen und Probleme ein. Vielleicht werden die auch in der Partnerschaft kommuniziert. Das ist eine große Herausforderung. Dann ist das im Prinzip offen und einer oder beide sind sich darüber bewusst, dass die Beziehung nicht so glücklich gerade verläuft und dass eben Themen da sind. Der andere Anteil kann eben sein, dass das Fundament Risse erhält und man eben keinen Blick darauf hat, dass das sozusagen vergraben wird. Man verdrängt diese ganzen Themen und Probleme, packt Deckel drauf, wie wir sagen. Und so macht es für einen oder für beide den Anschein, als wäre die Beziehung eigentlich ein Problem. Man ist eigentlich glücklich und alles passt, aber das Innere, das Basisgefühl sieht das Ganze anders. Und unser Basisgefühl ist eben das Entscheidende dafür, ob wir uns wirklich wohlfühlen, ob es uns wirklich gut geht, ob wir eine wirklich wahrhaftig glückliche Beziehung führen und jetzt so in unserer monogam geprägten Gesellschaft, ob wir offen dafür sind, uns fremd zu verlieben oder eben nicht. Das heißt, typischerweise ist es so, wenn jemand innerhalb der Beziehung, innerhalb einer Ehe vollumfänglich glücklich ist, also ohne Mangelgefühl meinst du? Ohne Mangelgefühl, dann sind wir normalerweise durch unsere monogame Prägung tatsächlich eher nicht dazu geneigt, uns in andere Menschen fremd zu verlieben. Das Thema Fremdverlieben ist ja immer wieder bei uns im Coaching ein Thema und gar nicht selten melden sich ja Menschen bei uns und sagen, ich habe mich fremdverliebt und es ist nicht so, dass sie glücklich darüber sind oder sagen, ja, das ist so, sondern es ist eine große Last eigentlich ist, dass sie sagen, es tut mir wirklich auch leid, dass ich Gefühle für jemand anders entwickelt habe. Und da kommt ja auch das, was du sagst, so ein bisschen zum Vorschein, dass es nicht von heute auf morgen auf einmal so ist, dass jemand Gefühle für eine andere Person hat, sondern dass es eigentlich immer ein Prozess ist. Und man in diesem Prozess sich voneinander entfernt und deshalb offen wird für andere Menschen. Und die Gefühle sich öffnen für andere Menschen. Also könnte man im Umkehrschluss sagen, Menschen, die eng emotional miteinander verbunden sind, haben gar nicht die Möglichkeit, in dem Sinne sich fremd zu verlieben, wenn sie glücklich miteinander sind. Ja, würde ich jetzt noch ein bisschen relativieren vielleicht, dass das stimmt, wenn man wirklich dann diese monogame Prägung hat, wobei wir ja durchaus auch immer mehr andere Beziehungsmodelle vorfinden. Ja, absolut, aber das ist ja auch wieder bewusst gewesen. Genau, und dann will man vielleicht ganz bewusst andere Beziehungsmodelle für sich wünschen. Na klar. Genau, aber grundsätzlich für die meisten Menschen trifft das auf jeden Fall so zu. Was dann passiert ist, so die erste Unklarheit. Man fragt sich, Mensch, ich fühle mich doch eigentlich glücklich, warum passiert das? Und dann kann es dazu kommen, dass wenn man eben genauer danach sucht, was die Ursachen sind und mal zurückblickt, dass man eben dann doch einige Probleme in der Beziehung feststellt, die man sich vorher einfach nicht, nicht bewusst gemacht hat, die man verdrängt und sich nicht eingestanden hat. Das eine kann sein, dass es eine gewisse Monotonie in der Beziehung gibt. Das heißt, vieles ist einfach in Gewohnheiten, das das Feuer der Beziehung erlischt. Und es besteht eigentlich ein Wunsch nach Abwechslung, der aber gar nicht so offensichtlich im Bewusstsein ist, aber so in einem drin steckt schon der Wunsch, irgendwie könnte vieles anders sein. Vielleicht auch der Punkt, sich selbst dann zu bestätigen, zu sagen, ja, das gehört so. Und wenn man lange miteinander zusammen ist, dann ist das halt so. Also dieses, das ist halt so Thema. Da gibt es natürlich den Punkt der unerfüllten Bedürfnisse, das einmal auf emotionaler Basis oder auch auf körperlicher Basis, dass man da Bedürfnisse hat, die nicht befriedigt werden und man insgeheim den Wunsch hat nach Erfüllung, aber man dem anderen vielleicht auch nicht verletzen will, indem man die Bedürfnisse äußert. Deswegen gesagt, ja, das ist vielleicht wieder so, weil das wieder relativiert, wir sind ja schon so lange zusammen und dadurch auch versucht, einfach zu deckeln. Also die Gefühle zu deckeln, um dem gar nicht so den Raum zu geben. Ja, das Dritte, was wir uns aufgeschrieben haben, ist dann eine Abenteuerlust, die man verspürt. Also Suche nach neuen Herausforderungen, die man ja auch durchaus innerhalb der Beziehung wunderbar nutzen könnte und sagt, wir machen irgendwas Besonderes, fahren zum Flughafen, den dritten Flug von oben nehmen wir, dann hast du auch ein Abenteuer. Und man erlebt das zusammen, aber das wird eben häufig nicht so gemacht. Gerade die Dreißiger sind sehr stark geprägt von einem Sicherheitsbedürfnis, wo alles aufgebaut wird, Haus, Familie, Ehe, Karriere wird vorangetrieben und da geht manchmal eben dieses Abenteuer unter. Und dann kann es eben passieren, dass man jemanden trifft, der vielleicht genau in diesen Abenteuern aber drinsteckt, der vielleicht reist, coole Sachen erlebt, frei ist, flexibel ist und so weiter und der für all das steht, was man auch in der Ehe, wiederherstellen könnte, aber der eben so reizvoll erscheint, dass man das eben nutzt. Da hatten wir auch mal jemanden im Coaching, bei dir als Paar, bei mir im Einzelcoaching, ein Soldat, der dann im Einsatz eine andere Soldatin kennenlernte, die dann eben genau für das alles stand, für diese Abenteuerlust und das, was alles so da war, der eigentlich auch sagte, die Beziehung ist gut, das passt alles, aber auf einmal war da jemand eben, der so dieses Abenteuerfeuer entfachte, was man eben auch in der Beziehung hätte machen können, wenn man sich bewusst darüber gewesen wäre, dass einem das überhaupt fehlt. Ja, gar nicht selten ist ja überhaupt, auch wenn ich so drüber nachdenke, das Thema Fremdverlieben eine Sache, die beim Arbeitsplatz passiert. Also selten im Freundeskreis, aber sehr häufig beim Arbeitsplatz. Also Arbeitskollege, Arbeitskollegin, wo man merkt, über einen längeren Zeitraum manchmal auch, dass sich da Gefühle entwickeln, dass derjenige. Ein Anteil ins Leben reinbringt einfach, weil derjenige auch bei der Arbeit ist, der halt dieses Mangelgefühl oftmals auch von Anerkennung, Bestätigung und Wertschätzung deckt. Ja, das Thema Arbeitsplatz, das ist bei vielen präsent und da reichen manchmal kleine Impulse, um das auszulösen. Also ich habe ein Coaching-Beispiel, da hat der Ehemann vergessen oder ist einfach verplant, der Frau etwas zum Geburtstag zu schicken, zu schenken und der Mitarbeiter, Kollege bei der Arbeit, der hatte eben tatsächlich dann zum Geburtstag ein Präsent und das war jetzt natürlich nicht der einzige Auslöser. Das gab natürlich vorher auch schon das ein oder andere Gespräch und die ein oder andere Zugewandtheit, aber das war jetzt so der Punkt, der dann letztendlich das fast zum Überlaufen gebracht hat, wo dann eben sie gemerkt hat, oh, da sind mehr Gefühle und da eben auch. Auch ihr bewusst war, auf der einen Seite bekomme ich Anerkennung und Aufmerksamkeit, auf der anderen Seite habe ich Mangelgefühl und werde nicht mehr gesehen. Und ich glaube, bei der Arbeit ist einfach auch der Punkt, dass man diesen Menschen ja sehr regelmäßig begegnet. Also man ja auch immer wieder mit den Personen konfrontiert oder mit der Person konfrontiert wird, die dieses Bedürfnis decken kann. Im Zweifelsfall hast du mit Kollegen mehr Zeit, die du verbringst, als mit dem Partner, der Partnerin. Wenn man jetzt nochmal so aufteilt zwischen Kindern und Hobbys, die man für sich alleine macht und so weiter, dann bleibt ja in der Woche gar nicht mehr viel Zeit neben den Vollzeitjobs übrig. Häufig arbeiten ja auch schon beide Vollzeit und dann bleibt noch das Wochenende eigentlich. Gerade wenn man dann nochmal Jobs hat, wo vielleicht noch Abendveranstaltungen sind, also gerade häufig hat man das bei Vertrieblern, Außendienstlern und so weiter, dass die auch noch viele Abendveranstaltungen dazu haben. Oder halt auch sowas wie Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, alles, wo ja auch eine gewisse Teamfähigkeit gebraucht wird, die über, sag ich mal, durch die Thematik des Jobs normalem Maße schon hervorgeht. Und dass man deswegen auch auf ganz anderer Ebene eine Verbundenheit spürt. Und man selber ja auch dann am Wochenende Zeit mit in der Fabrik Krankenhaus ist auch immer so ein großes Thema, genau. Ja, wenn einer von beiden sich fremdverliebt hat, hat das in der Folge verschiedene Auswirkungen, teilweise auf die psychische Gesundheit, aber auch aufs Wohlbefinden. Denn in dem Moment befindet man sich natürlich jetzt im Ausnahmezustand, insbesondere Sondern wenn man vorher die Dinge gedeckelt hat und dadurch jetzt offensichtlich wird, dass in der Beziehung doch nicht alles okay gelaufen ist. Das erste, was viele beschreiben, sind Schuldgefühle. Dass sie sich schuldig fühlen, dem Partner, der Partnerin gegenüber, dass sie für jemanden außerhalb der Beziehung Gefühle entwickelt haben. Das zweite ist so eine Art Entfremdung, die auch häufig für den Partner oder die Partnerin spürbar ist. Dass man halt wenige Momente noch zu zweit hat, eine Distanz wird wahrgenommen und das alleine belastet natürlich auch dauernd schon die Beziehung. Ja, das ist manchmal so der erste Impuls, dass die Leute sagen, wir brauchen Abstand, um uns mal klar zu werden, woher kommt das denn. Das entsteht natürlich für beide Stress und Angst, denn die Frage ist jetzt ja, wohin führt das? Es gibt eine große Unsicherheit jetzt in der Beziehung. Möchte derjenige vielleicht das? Kann das tatsächlich ausprobieren? Möchte er in der Beziehung bleiben? Funktioniert das in der Beziehung noch? Gibt es noch ausreichend Liebe für den Partner, für die Partnerin? Wie könnte man sich denn von dem anderen wieder entlieben und die Gefühle wieder loswerden, wenn man sie nicht haben möchte? Also das ist häufig ja das, so die zwei Punkte, wo sich dann auch die Paare bei uns melden. Das erste ist erstmal Klarheit bekommen oder das zweite, es gibt schon Klarheit, man möchte in der Beziehung bleiben. Und möchte irgendwie versuchen, die emotionalen Verletzungen zu lösen. Die Ursachen zu finden, aber auch sich von der Person innerlich emotional zu lösen, in die man sich fremdverliebt hat. Und dadurch kommt man auch schnell so in eine Identitätskrise, dass man halt erstmal überlegt, wer bin ich denn überhaupt, dass mir das so passiert ist? Was sind wirklich meine eigenen Gefühle und wie stehe ich überhaupt zur Beziehung? Ja und dann kommen die tatsächlichen Beziehungsprobleme eigentlich ans Licht. Also die Konflikte, die man hatte und die ungelöst geblieben sind, ungute Gefühle, die man doch aufgestaut hat. Sehr häufig faule Kompromisse, dass einer von beiden oder sogar beide häufig Kompromisse eingegangen sind, die eigentlich nicht gut für sie waren, aber sie haben es nicht offen ausgesprochen. Vielleicht auch der andere dachte, Mensch, aber du hast doch zugestimmt und ich dachte, das wäre okay für dich. Und man merkt dann auf einmal, nee, das waren doch faule Kompromisse, das heißt nicht komplett stimmig für einen. Und dann geht es eben zur Frage, in welche Richtung soll es laufen? Möchte man die Beziehung retten? Möchte man was Neues probieren? Wie lässt sich das Ganze lösen? Wir haben zu dieser Folge wieder ein Workbook für euch bereit. Das sind so zwei, drei Seiten, die euch dabei helfen, das Thema zu reflektieren, mit dem Thema zu arbeiten. Das findet ihr bei uns im Mitgliederbereich auf der Website unter Workshops, denn das ist angeliedert an unsere Workshops und auch an unseren 26-teiligen Videokurs, in dem ihr lernt, wie ihr emotionale Verletzungen und Konflikte anspricht, löst und für euch nachhaltig dadurch in eine Harmonie, in eine harmonische und glückliche Beziehung kommen könnt. Wenn ihr merkt, dass das Thema euch betrifft und ihr vielleicht mit diesen Unterstützungen schon einige Impulse bekommen habt, aber es eben nicht so für euch lösen könnt, dass ihr sagt, wir sind da auf dem richtigen Weg, dann könnt ihr euch natürlich gerne bei uns fürs telefonische Erstgespräch eintragen und bei uns ins Coaching kommen. Das findet ihr bei uns auf der Seite Abläufe und Kosten oder auch unter Kontakt. Da könnt ihr nochmal genau sehen, wie es weitergeht mit dem Kennenlerngespräch, was für euch erstmal kostenlos und unverbindlich ist. Und wie die ganzen nächsten Schritte für euch aussehen. Kommen wir einmal zu dem Punkt der Lösungsansätze. Der erste Schritt wäre natürlich Klarheit über die Gefühlswelt, die eigene Gefühlswelt zu erhalten. Da wäre der Schritt zu reflektieren, was sind das überhaupt für Gefühle, die ich für die andere Person entwickelt habe. Ist das so eine Schwärmerei, ist das eher ein oberflächliches Interesse oder ist es wirklich etwas, dass ich auch in Gedanken mir eine Zukunft mit der Person entwickle. Meistens haben die Menschen, die sich bei uns melden, schon ein gutes Gefühl dazu, wie ihre Gefühlswelt aussieht. Sie haben schon ein bisschen reflektiert, ob sie sich eine Beziehung mit der Person vorstellen können oder ob sie ganz klar sagen, die Gefühle sind zwar da, aber ich möchte gerne die Beziehung mit der anderen Person. Aber manchmal braucht es da halt auch noch so ein bisschen eine Ordnung. Was dann gebraucht wird, ist unser Systemgesetz 9, aussprechen, was ist und auch anerkennen, was ist. Das heißt, es wird das Geschehen. Das ist sicherlich nicht einfach, das ist kein angenehmes Gespräch, das wird schwer werden. Das ist kein Gespräch, auf das man sich freut, aber es wird eben gebraucht, das auszusprechen, damit letztendlich ja auch eine Veränderung stattfinden kann. Denn relativ klar ist, dass irgendwelche Ursachen da sind in der Beziehung und es macht einfach Sinn, die für sich zu reflektieren und für die Zukunft zu verändern und zu lösen. Im gemeinsamen Gespräch können dann die entsprechenden Gedanken und Gefühle vermittelt werden und das ist natürlich auch ein wichtiger Schritt, um das ganze Thema dann im Wir-Gefühl anzugehen. Also das ist nichts, was man, das gilt eigentlich für alle Themen innerhalb der Beziehung, die Themen nicht in sich hineinzufressen, mit sich selbst auszumachen, mit sich selbst zu lösen. Das schafft wieder Ich-Du-Gefühle, sondern hinzukommen zu einem Wir-Gefühl und gemeinsam zu schauen, wie könnt ihr eure Beziehung nun, so gestalten, dass sie euch nicht nur oberflächlich glücklich macht oder sich oberflächlich harmonisch anfühlt, sondern wirklich wahrhaftig in der Tiefe ein gutes Gefühl bei beiden macht und ihr sehr zufrieden seid. Der dritte Schritt ist, die emotionalen Verletzungen aufzulösen. Also da einfach mal unter den Deckel sozusagen zu schauen und zu gucken, wann war es mal gut. Also gab es den Moment, wo beide sagen würden, da war es in unserer Beziehung gut, da hatten wir ein gutes Gefühl, eine emotionale Verbundenheit. Da haben wir uns eng verbunden gefühlt. Und wann sind das erste Mal Kompromisse eingetreten, wo beide sagten, da ist vielleicht ein ungutes Gefühl entstanden, Bedürfnisse nicht ausgesprochen worden, was auch immer. Also da ist die Bandbreite von Verletzungen eigentlich sehr groß. Man muss halt immer im Hinterkopf behalten, dass Fremdverlieben meist ein Prozess ist, was nicht von heute auf morgen passiert. Das heißt, deswegen ist es auch so wichtig, chronologisch nach vorne zu gehen, um zu schauen, wann kam, das erste Mal für eine Verletzung der Steine ins Rollen. Um auch für den anderen nachvollziehbar zu machen, wann ist der Prozess losgegangen für die Öffnung, für andere Menschen, für die Gefühle zu anderen Menschen. Weil das ist meistens eine Sache, was den anderen wieder sehr erschüttert, dass er sagt, ja, aber wann ist das denn passiert? Das habe ich ja gar nicht gemerkt, dass du da so einen Prozess innerlich hattest. Und demjenigen dann das Wissen mitzugeben. Was natürlich im ersten Schritt, wenn man Verletzungen löst, häufig auch ein Thema ist, dass derjenige sagt, ich möchte, dass du auf keinen Fall zu der Person, wo Gefühle vorhanden sind, noch Kontakt hast. Und das ist auch ein wichtiger Schritt, in den Verletzungen zu lösen, zu schauen, okay, die Klarheit reinzubringen, wann ist das wirklich passiert? Das war vielleicht nicht immer so mit der Person. Wenn das Arbeitskollegen waren, war das häufig nicht beim allerersten Tag so, dass da von Anfang an so langsam Gefühle sich entwickelt haben, sondern vielleicht erst nach ein paar Jahren. Und damit man auch so ein bisschen die Schärfe und das Harte aus der Sache rausnehmen kann, indem man erstmal die Verletzungen löst. Ja, vielleicht gehen wir nochmal kurz darauf ein, was denn überhaupt Verletzungen an der Stelle sind. Denn jemand, der bis zum Fremdverlieben sich in der Beziehung glücklich fühlte und dann merkt, oh, vielleicht gibt es da doch Punkte, die nicht so gut waren, Verletzungen, der hat da vielleicht gar nicht so den Draht zu oder hat eben Glaubenssätze, die ihn eher weg davon führen. Das heißt, worüber wir häufig sprechen, sind ja die faulen Kompromisse. Da mal drauf zu schauen, denn wir überprüfen immer eine Entscheidung, ob sie stimmig oder unstimmig ist. Und stimmig heißt, mein Denken stimmt mit meinem Basisgefühl überein. Da ist immer so das Beispiel mit dem Fehlkauf an der Kasse. Da merkt man manchmal, innerlich ist irgendetwas, was einem schon sagt, dass man es nicht kaufen sollte, aber das Denken möchte den Erfolg und will das jetzt haben. Und dann kauft man es und am Ende, bleibt es dann eben ein Teil, was im Schrank Ewigkeiten liegt. Und so gilt das für andere Entscheidungen auch, dass man so einen innerlichen Abgleich stattfinden lässt von etwas, was man sich vorstellt und dann guckt, wie reagiert mein Basisgefühl, mein Körpergefühl darauf. Und da übergehen viele eben dieses Signal, was da kommt und erklären sich kognitiv, warum das so wäre und warum das dann doch so okay ist. Und sagen auch, ja, aber ich habe ja Verständnis für eine Situation. Ich habe ja ein Verständnis dafür, dass wir es nicht, weil ihr geht es ja gar nicht so gut. Ja, das mag sein, Verständnis ist super. Aber was eben auch gebraucht wird, ist, dass man trotzdem in sich hineinfühlt, weil nur weil ich Verständnis dafür habe, warum etwas so passiert, heißt es noch lange nicht, dass es mich nicht verletzt, dass es so passiert. Und das ist eben ein wichtiger Unterschied, auch hinzuschauen und zu sagen, das eine ist Verständnis, das andere ist, dass es eben trotzdem verletzt. Und das ist ja auch so der Basis, auch in unserem Aufbau der Methodik. Denn in guter Absicht macht es bei anderen Menschen manchmal eine emotionale Verletzung. Das heißt, man kann sich die gute Absicht vielleicht erklären. Das macht aber der Kopf und das Denken. Aber die Gefühlswelt ist dann eben trotzdem verletzt. Das kleinste Gefühl, was es wert ist auszusprechen und was sozusagen die kleinste emotionale Verletzung ist, ist das Gefühl von Unstimmigkeit. Etwas ist unstimmig. Das ist jetzt nichts, was dann eine große Dramatik hat, aber was eben dazu beiträgt, dass sich in der Summe von Unstimmigkeiten irgendwann eine größere Verletzung, größere Risse im Fundament bilden. Das heißt, wenn ihr dort zurückgeht an den Punkt, wann war es mal gut, vielleicht zum Kennenlernen und dort startet und wie Ina eben sagte, so chronologisch nach vorne geht, dann ist eben die Suche nicht nach den großen Knackpunkten, weil hätte es die gegeben, würdet ihr nicht sagen, eure Ehe oder eure Beziehung ist glücklich und warum passiert das? Sondern es sind dann eher Kleinigkeiten, die sich in Summe dahin entwickeln, dass sich immer mehr aufstaut und das ist das, was du auch meinst, denke ich, damit du sagst, das entwickelt sich, dieses Fremdverlieben, nämlich diese Konfliktspirale wird dann immer mehr, aber bleibt eben unterm Deckel. Genau, das sind meistens sowas wie Erwartungen, die nicht ausgesprochen worden sind, so kleine Missverständnisse, wo man sagt, ah, jetzt auch egal, mache ich jetzt kein großes Fass für aus, aber man doch, ich finde, da eine Sache in meinem Coaching so, dass immer, wenn er verletzt ist und das können ja auch Kleinigkeiten sein, dann spürt er das schon, weil er so angepiekst ist. Das kann nur eine Millisekunde sein, aber dass man denkt so, okay, oder so leichte Irritation und denkt so, hm, hätte ich mir jetzt anders gewünscht. Dann denkt er, aber wenn ich das jetzt, na, ist jetzt auch egal. Und je nachdem, wie wir geprägt sind im Leben, was für Erfahrungen wir schon gemacht haben, gehen wir vielleicht grundsätzlich durchs Leben und haben nicht gerade ein starkes Selbstwertgefühl und sagen, naja, ich möchte es den anderen eher recht machen, mir ist Harmonie sehr wichtig und schon ist das schwierig, wenn ich immer auf der Suche nach Harmonie bin, dann gehe ich halt auch Kompromisse ein, wo ich vielleicht keine Stimmigkeit habe. Das Gefühl ist, glaube ich, auch häufig, dass sich das nicht lohnt, das anzusprechen. Es ist ja zu klein, weil es ist ja nur unstimmig und ich kann damit leben oder es piekst mich ja nur ein bisschen, aber naja, ich kann es auch verstehen. Wenn es dem anderen wichtig ist. Und das ist eben der Punkt. Also jede kleine Entscheidung macht halt in Summe nachher ganz viel aus. Wenn ich mich jeden Tag für eine entsprechende Dosis Schokolade entscheide und sage, ich esse vielleicht einen Schokoriegel, dann ist dieser eine Schokoriegel für diesen einen Tag nicht schlimm. Aber wenn es 360 Schokoriegel im ganzen Jahr sind, die auf meine Ernährung, die sonst mein Tagesbedarf schon deckt, obendrauf kommen, dann sind es im Laufe des Jahres 360 kleine Entscheidungen, die sich zu einem großen Haufen Schokolade türmen und eben dann doch vielleicht 2, 3, 4 Kilo mehr Gewicht ausmachen können. Und das ist eben in der Psyche genauso. Diese ganz vielen kleinen Unstimmigkeiten, wo man vielleicht einzeln das Gefühl hat, die ist es gar nicht wert, das anzusprechen, die türmen sich halt auf und dann die türmen sich halt auf und werden immer mehr innerlich. Schritt 4. Eine stimmige Entscheidung treffen. Also man sollte sich natürlich dann gemeinsam die Frage stellen, ob jetzt der Wunsch nach der Rettung der Beziehung besteht oder vielleicht der Wunsch auch in die Richtung tendiert, das andere mal auszuprobieren und diesem Verliebtheitsgefühl zu folgen. Und dann jeder für sich unabhängig auch eine Entscheidung trifft. Also derjenige, der sich fremdverliebt hat natürlich, eine Entscheidung für sich trifft, aber auch der andere oder die andere entsprechend eine Entscheidung für sich trifft, wie soll es weitergehen, damit dort Klarheit besteht, denn erst wenn diese Klarheit da ist, können sich beide auch auf einen Weg einlassen und gemeinsam losmarschieren. Und vor allen Dingen auch unter welchen Voraussetzungen. Also da wieder das Thema, dass dem Menschen das sehr wichtig ist, oft mal zu sagen, ich möchte aber, dass du zu dieser Person keinen Kontakt mehr hast. Was natürlich bei der Arbeitswelt gar nicht so leicht ist. Da erinnere ich mich auch an Coaching-Beispiele, wo es um Arbeitsverhältnisse ging, wo ein Beamtenverhältnis sozusagen herrscht. Im ganzen Schulwesen ist das ja auch so eine Sache, da kann man sich nicht einfach mal kurz, ab nächster Woche bin ich auch in einer anderen Schule oder halt auch im Krankenhaus. Es ist halt schwierig und oftmals haben die Menschen da schon Verständnis für und sagen, ja, ich kann verstehen, ich möchte auch an der Beziehung arbeiten und ich kann auch irgendwie verstehen, dass du nicht möchtest, dass ich der Person jetzt tagtäglich noch über den Weg laufe, aber ich möchte meinen Job nicht aufgeben. Oder ich kann meinen Job auch nicht so schnell aufgeben oder ändern. Und da ist es halt auch wichtig, auch aber ehrlich zu sein, weil es bringt ja nichts, wenn der andere sagt, ja, stimmt, habe ich Verständnis für, aber dennoch jeden Tag sich verletzt fühlt oder eine Eifersucht entwickelt oder ein gutes Gefühl hat. Deswegen ist es eben auch so wichtig, sich auf die Suche der Ursachen dann zu machen und das nachhaltig zu lösen, denn den Kontakt mit dieser Person dann zu vermeiden, das löst ja das Problem nicht, denn diese Person hat ja nicht das Problem ausgelöst, sondern. Die ist ja eigentlich ersetzbar, ne? Das hätte auch irgendwer anders vielleicht sein können, wo es auch gerade zufällig matcht und gewisse Trigger da sind, warum auch immer das dann gerade dort matchte, aber das kann auch sein, dass man sagt, Mensch, dann musst du jetzt den Arbeitsplatz wechseln und dann wechselt derjenige den Arbeitsplatz und zack, beim nächsten Arbeitgeber, bei der nächsten Firma, ist dann wieder eine Person, die einen irgendwie anzieht, so, ne? Also, das heißt, es geht vielmehr darum, die Ursachen zu finden und die Ursachen zu lösen und dann eben gemeinsam die Herausforderungen anzugehen, den Alltag neu aufzustellen, sich vielleicht gemeinsam nochmal neue Ziele zu setzen, was auch immer gerade gebraucht wird, damit ihr wieder mehr Verbundenheit zueinander fühlt und ansonsten, zweite Variante, die ja auch entstehen kann, ist dann eben die Trennung und dort, dann das auch begleiten zu lassen, auch sehr empfehlenswert tatsächlich ist, im Fall der Trennung trotzdem nach den Ursachen zu suchen und innerlich die Ursachen nochmal durchzuarbeiten und zu schauen, warum ist das so entstanden, denn die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht gering, dass in einer nächsten Beziehung man natürlich die gleichen Muster durchläuft, die man auch jetzt durchlaufen hat und wieder das Gleiche passieren wird. Wir hoffen, dass wir euch, mit dieser Podcast-Folge, einige Impulse mitgeben konnten und falls ihr noch Fragen habt oder Anregungen zu weiteren Podcast-Folgen, freuen wir uns immer von euch zu hören und ansonsten hören wir uns in der nächsten Folge wieder. Bis bald. Bis dann.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Fremdverlieben entsteht meist nicht plötzlich, sondern als Prozess, der durch unerfüllte Bedürfnisse, Monotonie oder Abenteuerlust entsteht.
  2. In glücklichen Beziehungen werden oft emotionale Verletzungen verdrängt, wodurch das Fundament der Beziehung bröckelt und Gefühle für Dritte entstehen.
  3. Ursachen wie faule Kompromisse, unerkannte Missverständnisse oder Mangel an Anerkennung führen zu einer langfristigen emotionalen Entfremdung.
  4. Das Gefühl von Unstimmigkeit – selbst klein – sammelt sich im Laufe der Zeit und führt zu tieferen Verletzungen und einem inneren Riss.
  5. Die Lösung beginnt mit der klaren Reflektion der Gefühle, der chronologischen Wiederherstellung von Verletzungsphasen und der Anerkennung von emotionalen Wunden.
  6. Beide Partner müssen gemeinsam klare Entscheidungen treffen, ob die Beziehung weitergeführt oder neu gestaltet wird.
  7. Es ist entscheidend, die Ursachen zu lösen, nicht nur den Kontakt mit der fremdverliebten Person zu beenden, um zukünftige Wiederholungen zu vermeiden.
  8. Eine gesunde Beziehung erfordert stetige Achtsamkeit, Selbstreflexion und das Wiederherstellen des emotionalen Vertrauens.

Summary:

Fremdverlieben in einer glücklichen Beziehung ist kein plötzlicher Ausbruch, sondern ein langfristiger Prozess, der durch unerfüllte Bedürfnisse, Monotonie oder eine suchende Abenteuerlust entsteht. Oft wird die emotionale Verletzbarkeit verdrängt, sodass sich das Fundament der Beziehung allmählich bröckelt. Kleinere Unstimmigkeiten, wie fehlende Anerkennung oder unerfüllte Erwartungen, sammeln sich und führen zu tieferen emotionalen Wunden.

Die Wurzeln liegen oft in faulen Kompromissen und verdrängten Konflikten, die lange Zeit nicht offen diskutiert wurden. Eine wirksame Lösung beginnt mit der klaren Selbstreflexion der Gefühle, der chronologischen Aufarbeitung der Verletzungsphasen und der Anerkennung der emotionalen Distanz. Beide Partner müssen gemeinsam klare Entscheidungen treffen – ob die Beziehung weitergeführt oder neu gestaltet wird – und die Ursachen dauerhaft lösen, um zukünftige Wiederholungen zu vermeiden.

Die gelungene Beziehung beruht auf gegenseitigem Vertrauen, regelmäßiger Selbstreflexion und dem Wiederherstellen eines tiefen emotionalen Zusammenhalts. Das Coaching bietet Werkzeuge, um diese Prozesse zu reflektieren und auf eine nachhaltige Harmonie zu führen.

FAQs

Fremdverlieben tritt auf, wenn jemand in einer glücklichen Beziehung emotional für eine andere Person Gefühle entwickelt. Dies entsteht oft durch unerfüllte Bedürfnisse oder eine verdrängte Unzufriedenheit im eigenen Partnerbeziehungsgrundfundament.

Menschen fühlen sich fremdverliebt, weil sie unerkannte Bedürfnisse haben – wie Anerkennung, Abenteuerlust oder emotionale Nähe – die in der Beziehung nicht befriedigt werden. Diese Mangelgefühle entfalten sich oft langsam und werden durch Verdrängung oder Unterdrückung verstärkt.

Häufige Ursachen sind Monotonie, unerfüllte emotional oder körperliche Bedürfnisse, faule Kompromisse und ein fehlendes Gefühl der emotionalen Verbundenheit. Diese Faktoren führen zu einem inneren Mangelgefühl, das sich in fremdverliebten Gefühlen äußert.

Fremdverlieben führt oft zu Schuldgefühlen, Entfremdung und Stress im Partnerbeziehungsverhältnis. Beide Parteien spüren eine Distanz, und es entstehen Unsicherheiten bezüglich der Zukunft der Beziehung.

Ja, Fremdverlieben ist besonders häufig im Arbeitsumfeld, wenn Mitarbeiter sich aufgrund von Anerkennung, Nähe oder Wertschätzung für Kollegen verlieben, besonders wenn der Arbeitsplatz mehr Zeit und Aufmerksamkeit bietet als die Beziehung.

Man sollte zunächst klare Gefühle reflektieren, die Verletzungen aufdecken und chronologisch aufzeigen, wann Unstimmigkeiten entstanden sind. Danach wird gemeinsam entschieden, ob die Beziehung weitergeführt oder verändert werden soll.

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