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Folge 244 - Religionen in Deutschland

14m 59s

Folge 244 - Religionen in Deutschland

The transcription discusses the religious diversity in Germany, highlighting the presence of Catholics, Protestants, Muslims, and other smaller groups. It traces the historical changes in religious demographics in the country, noting the equal numbers of Catholics and Protestants today. The text outlines differences in beliefs and practices among Catholicism, Protestantism, and Islam, emphasizing aspects like religious imagery and hierarchy. Additionally, it delves into the relationship between the state and religion in Germany, detailing how churches are financed and their influence in sectors like education and healthcare. Challenges with organizing Islamic religious education in schools are also addressed. Lastly, the debate on whether there should be a clear separation between religion and state, akin to France, or if a mutual influence between the two spheres is preferable, is presented for consideration.

Transcription

1694 Words, 10884 Characters

Folge 244 Religionen in Deutschland Hallo, liebe Freundinnen und liebe Zuhörer und Zuschauer von 14 Minuten. Ich wollte heute mit euch, wie bei das Thema Religion und Religionen in Deutschland sprechen. In Deutschland gibt es viele unterschiedliche Religionen. Und ich werde euch heute erklären, welche Bedeutung das Thema Religion in Deutschland hat und wie der deutsche Start mit dem Thema Religion umgeht. Es gibt auch ein Transkript zu dieser Folge und das findet ihr wie immer unter www.14min.de Und jetzt geht es los mit den Religionen in Deutschland. Viel Spaß! Normalerweise gibt es in Europa katholische Länder und protestantische Länder und muslimische Länder. Und meistens ist es so, dass ein Land katholisch ist und die Mehrheit der Bevölkerung katholisch ist oder dass ein Land protestantisch ist und die Mehrheit des Landes dann protestantisch ist. Und das gilt für Deutschland nicht. In Deutschland gibt es sowohl Protestanten als auch katholiken. Und zwar ist es so, dass in Norden Deutschlands vor allem die Protestanten wohnen und im Süden Deutschlands vor allem die Katholiken. Und die Zahlen sind ungefähr gleich groß. Es gibt ungefähr 24% Patoliken in Deutschland und ungefähr 21,5% Protestanten. Krüher ist das übrigens mal anders gewesen. Früher gab es in Deutschland eine große Mehrheit der Protestanten und die Katholiken waren eine Minderheit. Und zwar war das damals so, dass nur 30% der Bevölkerung katholisch war und 70% war protestantisch. Aber das hat sich jetzt mittlerweile geändert und das liegt daran, dass es im Osten Deutschlands große, protestantische Gebiete gegeben hat, die Deutschland jetzt verloren hat und es liegt daran, dass die gesamte ehemalige DDR eher protestantisch gewesen ist. Und die DDR-Führung, die hat immer gesagt, Religion, das brauchen wir nicht. Wir sind Kommunisten. Da gibt es keine Religion. Der Kommunismus, das ist die einzige Religion und die einzige Weltanschauung, an die wir glauben sollen. Und Pastoren und Christen hatten es sehr schwer in der DDR. Und am Ende, als die DDR zusammengebrochen ist, waren 80% der Leute in der DDR-Proteisten und nur ein geringer Teil hat noch an die protestantische Religion geglaubt. Und das hat dazu geführt, dass wir jetzt nach der Wiedervereinigung in unserem großen Deutschland zwei gleich große Gruppen haben und die Gruppe der Protestanten ist genauso groß wie die Gruppe der Katholiken und es gibt sehr viele Konfessionslose. Also sehr viele Leute, die keine Religion haben oder die sich nicht einer dieser Gruppen zuordnen lassen und die Konfessionslosen das sind 47% der Bevölkerung. Und dann gibt es noch eine andere starke Gruppe in Deutschland und das ist die Gruppe der Muslime oder der Moslems. Und das sind ungefähr so 4% der Bevölkerung. So evangelische Christen, Katholische Christen und Muslime sind die drei großen religiösen Gruppen in Deutschland. Und historisch wichtig sind dann natürlich auch noch die Juden. Allerdings ist hier die Zahl bereits bedeuten kleiner als die Zahl der Muslime. Aber die Juden sind historisch natürlich besonders wichtig, weil die Juden auch schon immer in Deutschland gewohnt haben. Also Deutschland ist seit dem Mittelalter ein christliche jüdisches Land. Und die Muslime und die anderen Religionen, auch die kleineren Religionen wie die Buddhisten zum Beispiel, die sind erst sehr spät zugewandert. Also die meisten Moslems sind erst im 20. Jahrhundert nach Deutschland eingewandert. Und es gibt kleine Unterschiede zwischen diesen Religionen. Die Katholischen Christen glauben beispielsweise an den Papst. Der Papst ist für die Katholiken der Chef des Christentums. Also die Person, die das Christentum leitet und die die größte Autorität in den Fragen des Christentums hat. Und die evangelischen Christen lehnen den Papst ab. Die evangelischen Christen sagen wir brauchen kein Papst. Und wir haben einen direkten Zugang zu Gott. Und es gibt niemanden, der uns sagen soll, was wir zu glauben oder zu denken haben. In der evangelischen Kirche gibt es auch Pastoren und es gibt auch Bischöfe. Aber das sind eher so Lehrer in christlichen Fragen. Also das sind Personen, die sich mit den christlichen Originaltexten auseinandergesetzt haben, die hybräisch können, Latein können, Griechisch können. Und dann auf pfistliche Fragen besonders reagieren können, wenn es um die Bibel und um die Texte geht. Aber sie haben keine höhere Moralität oder Autorität als andere Christen. Es sind eher so Lehrer, die man fragen kann. Und diese hierarchische Struktur der Katholischen Kirche und dieser Papst, die werden von der evangelischen Kirche abgelehnt. Und dann gibt es noch den Islam. Im Islam glaubt man auch an die Bibel, also an das alte Testament und an das neue Testament. Und die Moslems glauben auch an Jesus und glauben auch, dass Jesus ein wichtiger Prophet war. Aber sie glauben eben auch an den Koran als wichtige islamische Schrift. Und wenn wir uns jetzt die Vorstellung anschauen, die es in den drei Religionen gibt, dann merken wir, dass der islam und die evangelische Kirche ziemlich viel gemeinsam haben. Zum Beispiel gibt es in der evangelischen Kirche und im islam die Vorstellung, dass man Gott nicht abbilden darf. Und dass man allgemein wenig Bilder haben soll, weil Spiritualität und Religion etwas ist, dass man nicht darstellen soll, dass man nicht malen soll. Und das erkennt man auch an den Gotteshäusern, an den Kirchen, an den Moschinen. In einer Mosche, da gibt es keine Bilder, da gibt es nur interessante Schrift und interessante Symbole. Aber es gibt keine Bilder von Muhammad und keine Bilder von Jesus. Es gibt keine Bilder von Allah, also von Gott. Und so ähnlich ist das in den evangelischen Kirchen auch. Also wenn man in eine evangelische Kirche geht, dann ist die ganze Kirche leer, es gibt weiße Wände. Und dann gibt es einen Altar und es gibt einige wenige Figuren mit Jesus oder mit Maria und wichtigen Personen aus der Bibel. Aber das sind nur ganz wenige Darstellung. Also eigentlich sind die meisten Kirchen ziemlich leer. Und das ist bei der katholischen Kirche völlig anders. Die katholischen Kirchen, die sind ganz bondgeschmückt mit Gold verzieht, es gibt überall Skulpturen mit den wichtigen Figuren aus der Bibel. Es gibt Darstellung von Jesus, von Maria, viel mehr Darstellung als in den evangelischen Kirchen. Und häufig gibt es sogar Kirchen, in denen kein Lehrerplatz ist, als es alles voll mit irgendwelchen Figuren. Also es gibt dieses Verbot in der katholischen Kirche nicht, dass man das Heilige oder das spirituelle nicht darstellen soll. Sondern in Gegenteil, diese Kirchen sind ganz umfangreich geschmückt, kommen wir aber zu dem Verhältnis von Staat und Religion in Deutschland. In Frankreich zum Beispiel, da gibt es eine ganz starke Trennung zwischen der Kirche und dem Staat. Die Religion ist in Frankreich privat Sache und die Religion wird ganz stark herausgehalten aus der Politik und aus staatlichen Angelegenheiten. Und das ist in Deutschland anders. In Deutschland gibt es ganz viele Verbindungen zwischen den beiden Kirchen und dem Staat. Zum Beispiel werden die Mitarbeiter der Kirchen nach wie vor vom Staat finanziert. Es gibt einmal die Kirchensteuer, also Personen, die Mitglied der Kirchen sind, die müssen diese Kirchensteuer bezahlen und so finanziert sich dann die Kirche. Und auf der anderen Seite gibt es auch noch anderes Geld, das vom Staat an die Kirchen bezahlt wird. Außerdem gibt es in den meisten Bundesländern in Deutschland Religionsunterricht und auch die Lehrer, die diesen Unterricht geben, sind in den meisten Fällen per beamtete Lehrer, also Lehrer, die eben dem Staat angehören. In Deutschland gibt es übrigens Religionsfreiheit und das bedeutet, dass jede Religion das Recht hat, Religionsunterricht anzubieten. Aber in der Praxis funktioniert das leider nicht so gut, weil die anderen Religionen nicht so gut organisiert sind, wie die katholische Kirche oder die evangelische Kirche. Zum Beispiel gibt es eine große Diskussion um islamischen Schulunterricht in Deutschland. Es gibt viele Modellversuche mit islamischen Religionsunterricht und es gibt einige Schulen, die auch islamischen Religionsunterricht anbieten. Aber meistens klappt das mit dem islamischen Unterricht nicht so gut. Und das liegt daran, dass es ganz viele Organisationen in Deutschland gibt, die für den islam eintreten. Und diese islamischen Organisationen haben alle ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wie der islamische Religionsunterricht aussehen soll. Und bisher konnten sie sich nicht einigen und deswegen gibt es bisher in den meisten Schulen kein islamischen Religionsunterricht. Und noch in anderen Bereichen haben die Kirchen ziemlich viel Einfluss. Zum Beispiel betreiben die Kirchen viele Krankenhäuser und haben da Sonderrechte, dass sie die Krankenhäuser nach christlichen Werten betreiben dürfen. Und da gibt es dann auch immer wieder Kritik, was denn christliche Werte sein sollen und ob die Kirchen wirklich ihre eigenen Rechte haben dürfen, wenn es um Krankenhäuser geht oder um Kindergärten geht oder um Schulen geht. Und auch was die Flüchtlingspolitik angeht, haben die Kirchen noch mal einen Sonderstatus und eigene Rechte. Das bedeutet, dass Asylbewerber die abgelehnt wurden zu den Kirchen gehen können und dann können sie Kirchen Asyl bekommen. Allerdings ist dieses Kirchen Asyl viel strenger als das normale Asyl in Deutschland. Also die Asylbewerber dürfen zum Beispiel das Grundstück, auf dem die Kirche steht und auf dem das Pastorenhaus steht nicht verlassen, weil sie sonst von der Polizei geknabt werden können. Und sie müssen dort so lange warten, bis der Asylantrag nochmal neu bearbeitet ist. Und dann können sie vielleicht doch dauerhaft in Deutschland bleiben und einen richtigen Asylstatus bekommen. Und auch das wird stark kritisiert, also Menschen, die nicht so gut von Flüchtlingen und von Migranten denken, die sagen, dass man der Kirche dieses Asylrecht wegnehmen soll und das nur noch der Staat entscheiden soll, wer aufgenommen wird und wer nicht. Und was sagt ihr dazu, seid ihr eher für eine starke Trennung von Religion und Staat wie in Frankreich oder sagt ihr die Kirche, das ist doch eine wichtige Organisation. Vielleicht ist es doch besser, wenn das Ganze nicht so stark getrennt ist, sondern wenn diese beiden Bereiche Staat und Religion sich gegenseitig ein bisschen beeinflussen können, dann hat die Kirche als wichtige Organisation ein bisschen etwas im Staat zu sagen und andererseits kann der Staat die Religion ein bisschen kontrollieren mit Religionsunterricht beispielsweise und kann religiösen fundamentalismus verhindern, indem der Staat auch bei der Religion ein bisschen eingreifen kann. Da bleibt es mir gerne in die Kommentare. Das Transkript findet ihr wie immer unter www.14minuten.de und damit verabschiede ich mich von euch und wünsche euch noch eine schöne Winterzeit. Tschüss!

Podcast Summary

Key Points:

  1. Religious landscape in Germany includes Catholics, Protestants, Muslims, and other smaller groups.
  2. Historical shift in the religious demographics of Germany, with equal numbers of Catholics and Protestants.
  3. Differences between Catholicism, Protestantism, and Islam in beliefs and practices.
  4. Relationship between state and religion in Germany, including church financing and influence in education and healthcare.
  5. Challenges with organizing Islamic religious education in German schools.

Summary:

The transcription discusses the religious diversity in Germany, highlighting the presence of Catholics, Protestants, Muslims, and other smaller groups. It traces the historical changes in religious demographics in the country, noting the equal numbers of Catholics and Protestants today. The text outlines differences in beliefs and practices among Catholicism, Protestantism, and Islam, emphasizing aspects like religious imagery and hierarchy.

Additionally, it delves into the relationship between the state and religion in Germany, detailing how churches are financed and their influence in sectors like education and healthcare. Challenges with organizing Islamic religious education in schools are also addressed. Lastly, the debate on whether there should be a clear separation between religion and state, akin to France, or if a mutual influence between the two spheres is preferable, is presented for consideration.

FAQs

Das Thema Religion hat in Deutschland eine vielfältige Bedeutung aufgrund der Anwesenheit verschiedener religiöser Gruppen.

In Deutschland gibt es sowohl Protestanten als auch Katholiken, da historisch bedingt unterschiedliche Regionen des Landes von verschiedenen Konfessionen geprägt sind.

Früher gab es in Deutschland eine Mehrheit von Protestanten, aber nach der Wiedervereinigung sind Protestanten und Katholiken in etwa gleich stark vertreten.

Die drei großen religiösen Gruppen in Deutschland sind evangelische Christen, katholische Christen und Muslime.

Katholische Christen glauben an die Autorität des Papstes, während evangelische Christen den Papst ablehnen und einen direkten Zugang zu Gott betonen.

In Deutschland gibt es mehr Verflechtungen zwischen Kirche und Staat, wie z.B. die Finanzierung von Kirchenmitarbeitern und Religionsunterricht an Schulen, im Gegensatz zu Frankreich, wo eine strikte Trennung von Kirche und Staat besteht.

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