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Folge 2: Burnout – wenn Partnerschaft ausbrennt

41m 32s

Folge 2: Burnout – wenn Partnerschaft ausbrennt

In der Beratungsfolge wird der Fall eines etwa 40-jährigen Mannes („Frank“) besprochen, der sich zwischen seiner langjährigen Ehefrau und einer neuen Geliebten entscheiden muss und dabei emotional ausgebrannt ist. Oberflächlich geht es um diese Dreiecksbeziehung, doch die eigentliche Wurzel des Konflikts liegt in seiner unverarbeiteten Biografie. Als 14-Jähriger entdeckte er den Seitensprung seiner Mutter, was zu einem tiefen Trauma führte: Die Frau, die er liebte, betrog und verließ ihn. Dieses prägte unbewusst seine späteren Beziehungen. In seiner Ehe lebte er distanziert und emotional unabhängig, was einer Wiederholung des kindlichen Schutzes vor Nähe und potenziellem Verlust glich. Die neue Geliebte löste dagegen intensive, für ihn überraschende Gefühle aus. Die Analyse zeigt, dass seine Ehe bereits über Jahre in eine Erschöpfungsspirale geraten war, charakterisiert durch mangelnde Kommunikation, unterdrückte Konflikte und emotionale Entfremdung. Die Diskussion betont, dass nachhaltige Partnerschaften auf einer authentischen, bewussten Grundlage zweier eigenständiger Personen beruhen und kontinuierlichen, ehrlichen Austausch erfordern, um Störungen frühzeitig zu klären, anstatt sie zu verschweigen.

Transcription

6136 Words, 37288 Characters

German
[Musik] Am Ende ist es immer die Frage auf welcher Grundlage starten wir unsere Partnerschaft. [Musik] Wenn wir aufhören miteinander zu sprechen, sind wir auf den besten Weg in die Erschöpfung. [Musik] Was tun wir, verunmöglichen wir unser mögliches oder suchen wir das mögliche im Unmöglichen? Wenn es um eine dritte Person geht, geht es meist um einen ganz anderen Menschen. [Musik] Gesundes Leben ist gelingende Beziehung. Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge "Hallo Miriam". Hallo Sven! Wir kommen in der heutigen Folge zu einem weiteren Fall. Ich kann vielleicht kurz die Ausrankslage schilden und du kannst seinen Sprechen ergänzen. Nein, verstanden? Ja. Wir haben einen Mann, um die 40, nennen den jetzt mal Frank und der stellt vor einer privaten Wegabelungssprich. Er muss sich zwischen zwei Frauen entscheiden. So quasi zwischen seiner langjährigen Frau. Mit ihr hat er einen Sohn und jetzt kam vor einem halben Jahr noch eine Geliebte dazu. Er fühlt sich ausgebrannt, orientierungslos und sucht jetzt die Beratung. Reicht das mal fürs Erste, kannst du das vielleicht noch ein bisschen zuspitzen um was das geht? Wir haben ja in der ersten Folge der dritten Staffel einen Fall besprochen und da ging es um das Thema Erschöpfung und wir waren heute besprechen. Was ist so eine ganz typische Konstellation an der Beziehung sich erschafft im privaten? Was ist letztendlich Ursache? Was ist das Symptome? Worum geht es eigentlich tatsächlich? Weil das, was an der Oberfläche gesehen wird, weswegen ja die Menschen meistens in die Beratung kommen, ist am Ende letztendlich niemals die Wurzel. Und du hast gerade die Oberfläche beschrieben, einer Situation. Genau. Mit der ein Mann Ende 40 in die Beratung kam und der sich auf die Suche gemacht hat. Was ist denn vorgefallen? Ich habe eben beschrieben, es sind zwei Frauen im Spiel, eben mit der langjährigen Ehefrau hatte einen Sohn. Ich nehme an, es ist deine unzufriedene Ehe. Suche finde ich ein gutes Stichwort. Wahrscheinlich hatte er irgendwie einen Ausweg gesucht aus dieser unzufrieden Ehe. Oder wie schätzt du das ein? Ich habe am Ende einer Woche, habe ich eine Anfrage, relativ spät abends bekommen. Ich habe sie erst am nächsten Tag gelesen, wo dieser Mann mir schrieb und sagte, er würde sich in einer schwierigen Konstellation befinden, in der er nicht weiterwissen würde. Er würde zunehmend beruflich auch dort in Schwierigkeiten geraten. Es wäre eine private Situation und wäre es möglich, dort ein paar Stunden Beratung zu buchen. Das war der erste Kontakt. Vielleicht erst mal so zu dem Hintergrund, er war eine Führungskraft, hatte dort einen großen Bereich zu führen und war er verheiratet, hatte eine Bau, hatte einen zwölfjährigen Sohn und befand sich aufgrund seiner beruflichen Konstellation immer wieder aufreisen. Das heißt, aufreisen, dass er dort unterschiedlicher Standorte zu betreuen hatte. Und darüber war die Ehe eigentlich auch in einer Situation, wo die beiden sich nicht viel gesehen haben. Und er kam sozusagen in die Beratung und beschrieb, dass er dort in einer schwierigen Lage sich befinden würde. Er würde zwischen zwei Frauen stehen und würde nicht genau wissen, wie er sich entscheiden. Und würde gerne jetzt sich auf die Suche machen, da Antworten zu finden. Wenn du jetzt Ihnen das erste Mal getroffen hast, hattest du das Gefühl, er war im Zustand, dass er entscheiden könnte? Nein, deswegen kam er ja. Er war in einem hochemotionalen Zustand, aber es ist eben häufig, dass Menschen, wenn sie letztendlich in die Beratung kommen, in hohen Emotionen sind, auch in inneren Welten sich befinden, die es nicht möglich machen, einen Klanblick im Außen auch zu haben und dann entweder links oder rechts zu gehen. Und so war er auch. Also er war auf der emotionalen Ebene, war er zutiefst berührt, bewegt. Es gab, glaube ich, wenn ich mich daran erinnere, kaum eine Emotion, die er nicht kannte. Also es waren ganz positive Emotionen und das waren auch ganz negative Emotionen in dieser Konstellation. Und er hatte einfach dort zunehmend auch körperliche Symptome aufgrund dieser Konstellation, war massiv und da Druck natürlich, hatte Schlafstörung, Konzentrationstörung, hatte immer größere Schwierigkeiten, auch beruflich dort, ja, seinen Verantwortung nachzugehen. Und wie bist du mit ihm vorgegangen? Na ja, im ersten Schritt ging es erst mal um eine Bestandsaufnahme, um eine Bestandsaufnahme der Situation, in der er sich befand. Und da gehörte sicherlich auch dazu, dass er erst mal frei und offen diese Situation überbeschreiben konnte. Und da gehörte dazu, wie er sich fühlte, die ganzen Ambivalenlänzen seiner Gefühle, denn es war ja nicht so, dass er fröhlich verifener in die Praxis gekommen ist, sondern neben der ganzen positiven Situation, die er in sich trug, er trug genauso viel Negativität. Und das beschrieb er erst mal, er beschrieb diese emotionalen Ambivalenzen. Und dann ging es im nächsten Schritt natürlich, dann darum, sich die Inhalte anzuschauen zu schauen, einmal die Beziehung zu der Frau, die er kennengelernt hat. Und dann natürlich auf die Beziehung zu seiner Ehefrau verbunden mit der Frage, wo stehe ich eigentlich in meiner Partnerschaft in meiner Ehe? Wie ist dort die Situation und was ist eigentlich, hat eigentlich stattgefunden, dass ich mich so in jemand anderen verlieben konnte? Du beschreibst ja jeweils eben bei diesen Menschen, die erschöpft sind, vier Phasen. Deine Beschreibungen nehme ich jetzt natürlich auch, dass es eben diese Phasen in Systemen wie Beziehungen gibt. Also das heißt nicht nur, wenn man sich in der Arbeit erschöpft oder eben in einer Beziehung in der Arbeit und nicht mehr weiter kommt, das gibt es eben genau so in den Beziehungen in diese vier Phasen. In dieser Situation ging es überhaupt erst mal, doch um eine Bestandsaufnahme zu machen, worum ging es? Das Symptome erzählt und so wie sich ein Mensch niemals über Nacht erschöpft, auch wenn viele Betroffenen das Gefühl haben, gestern war es noch gut. Am nächsten Morgen war es als hätte man mir den Stecker gezogen. So war es natürlich auch in dieser Partnerschaft. Die Partnerschaft ist nicht über Nacht in die Entfremdung gegangen, sondern über viele Jahre. Das haben wir uns gemeinsam erst mal angeschaut. Was war letztendlich der Beginn der Partnerschaft? Wie ging es in der Partnerschaft weiter? Und dort wurde schon deutlich, dass über viele Jahre sich die beiden immer weiter von einander entfernt haben. Da ging es sicherlich einmal um eine ganz klare Situation, dass als Saison kam und die emotionale Nähe zwischen den beiden nicht mehr stattgefunden hat. Dann gab es eine nächste Phase, wo der Mann aufgrund seiner beruflichen Situation in die Schweiz gehen musste, was die Frau eigentlich nicht wollte, gegen ihren Willen mitgegangen ist. Um auf dieser Grundlage dann über einige Jahre eine Situation zu leben, die gegen ihren Willen war. Um dann in dieser Konstellation wieder zurück nach Deutschland zu gehen, aber schon zu tiefst unzufrieden. Und dann ging das zwischen den beiden so weiter, dass er noch eine neue Führungsrolle, neue Verantwortung übernommen hat, sie sich kaum mehr gesehen haben. Und am Ende tauchte dann in einer Konstellation, wo er beruflich unterwegs war, platzelt die andere Frau auf. Also die Phasen, die wir auch bei einzelnen Menschen beschreiben, die sogenannte Alarmphase, wo sich eigentlich gegeneinander positioniert wird, wo nicht mehr offen der Dialog stattgefunden hat. Sie haben sich nicht mehr ausgetauscht. Es war nicht mehr wirklich das Interesse füreinander da. So fing es bei den beiden auch an. Sie haben sich immer mehr angefangen, auch über Themen zu streiten. Anstatt wirklich dafür auch interessiert zu sein, was der andere letztendlich möchte, was ihn bewegt. Dann kam es irgendwann in die Widerstandsphase. Das war in der Zeit, wo die beiden in der Schweiz, in dem Fall tatsächlich waren, wo die Frau letztendlich eigentlich die ganze Zeit gegen die Grundsituation war. Sie sich immer weiter verschlossen hat. Und dann war es so, dass sie wieder zurückgegangen sind, gegen den Willen von ihm, wo er sich dann aufgegeben hat. Dann sind sie beide in der Erschapfung gegangen in ihrer Partnerschaft. Und am Ende war es dann so, dass jeder seinen Ding gemacht hat. Wenn er sich dann um den Sohn gekümmert hat, hat sich dort dann ihr Leben aufgebaut. Und er ist seinem Beruf dann nachgegangen und hat dann auf einer Reise die Frau kennengelernt. Solche Situation kenne ich natürlich auch, ähnlich in meinem Umfeld. Das hört man ja sehr oft. Du sagst, es ist ein Schleich in der Prozess. Es ist nicht von heute auf morgen. Wo müsste man dann einhaken, dass es eben nicht so weit kommt? Also das heißt, es gibt ja eigentlich, wenn es dann in einem gewissen Stadion ist, keinen Grund. Grund mehr zusammen zu sein, weil man sich nicht mehr zu sagen hat. Wenn man sich das was zu sagen, dann kife man sich an oder streitet sich über irgendwelche Bagatellen oder sonstige Themen. Wie siehst du im weitesten sind die Profilax oder der Moment, wo man eben wirklich reagieren müsste? Im Grunde genommen agierst du eigentlich vom ersten Moment an. Im Grunde genommen geht es eigentlich schon von Beginn an, sich zu fragen, auf welcher Grundlage kommen wir eigentlich zusammen. Das heißt, sind wir in dem Moment, wo wir uns füreinander entscheiden. Letztendlich wirklich jeder für sich selbst authentisch. Das heißt, es ist jeder mit sich in guter Beziehung. Kann jeder von sich sagen, ich bin, wer ich tatsächlich bin, ich gebe eine gute Beziehung mit mir selbst und auf dieser Grundlage fühle ich mich zu dem anderen hingezogen. Das heißt, die Frage, was zieht mich eigentlich am Gegenüber an? Ist eine ganz entscheidende Frage? Ist es, dass ich mich immer im Wesen berührt fühle? Das heißt, findet da was Wesentlicher statt oder ist es möglicherweise in mir ein Defizit, ein Mangel, den ich im Gegenüber meine zu bekommen. Der Mangel, der kann in der eigenen Biografie legen. Also der kann zum Beispiel darin liegen, dass wir schlechte Beziehungserfahrungen gemacht haben in der vorherigen Partnerschaft und dass wir uns jetzt wünschen, dass der neue Partner das wieder gut macht oder der Mangel kann darin sein, dass mir bestimmte Fähigkeiten fehlen und die Besitz der Partner und ich würde gerne diese Fähigkeit nutzen oder ich bin, schlichtweg, unglücklich, dass ich alleine bin und ich wünsche mir eine Partnerschaft und dann ist es und das ist natürlich jetzt etwas überspitzt gesagt, egal wer kommt, aber hauptsächlich bin ich allein so und das ist dann am Ende immer ein Buden, der letztendlich aus Mangel besteht und nicht aus zwei Selbstständigen und abhängigen Menschen, die gut mit sich im Leben stehen und auf dieser Grundlage sagen, okay, wir wollen dort jetzt gemeinsam gehen. Aber was sicherlich ein ganz zentraler Punkt ist, der darüber entscheidet, ob Partnerschaft bestand hat oder nicht, ist immer die Frage auf welcher Grundlage schließen wir sie, entscheiden wir uns aufgrund von kindlichen Bedürfnissen füreinander, die natürlich meistens unbewusst sind oder sind wir tatsächlich zwei erwachsene Menschen, die die eigene Kindheit hinter sich gelassen haben und auf dieser Grundlage dem entsprechend dann auch wissen, wer sie sind und was sie wollen und auch was sie nicht wollen und das war am Ende auch eine ganz wichtige Frage, die sich der Mann zu beantworten hatte, weil er konnte das als er in die Beratung kam, nicht wirklich beantworten. Also das heißt der Grund warum und auf welcher Basis sie zusammen gekommen sind. Genau, das konnte er nicht wirklich beantworten. Der Sohn kam relativ schnell und für ihn war es auf dieser Grundlage klar, dass sie zusammenbleiben, aber eine tiefe emotionale Verbindung hat er nicht wirklich gespürt und das wiederum war das erste Mal, dass er das bei der anderen Frau gefühlt hat. Also so ist immer die Frage, was hat uns zusammengeführt, dass der allererste Punkt so unterhältst der nächste Punkt, wenn du fragst, auf welche Störung reagiert man oder wann hätte man dann weiter reagieren können. Wir haben ja immer wieder auch dort miteinander besprochen, auch in den anderen Folgen das Beziehung arbeitest, das Beziehung immer wieder eine Orientierung ist, wo auch regelmäßig abgeglichen wird, sind wir noch in Begegnung. Das heißt findet bei uns noch gleichberechtigung statt, kommt eigentlich noch jeder gleichberechtigt vor, kann jeder sagen, ich fühle mich immer im Ehech noch wirklich gut, gibt es einen gleichgewicht zwischen nehmen und geben und vor einen findet dieser Atmosphäre noch statt, über die wir immer widersprechen. Hab ich den Eindruck der andere interessiert sich für mich, der ist offen für mich, da gibt es Augenhöhe, vor einen Ding gibt es Respekt und immer wieder herrscht bei uns zu Hause ein Miteinander, wo wir beide in Liebe verbunden sind. Fühlen wir den anderen eigentlich noch oder sind wir eigentlich so in der eigenen Welt, dass wir vielleicht rational verbunden sind, aber nicht mehr emotional. In diesem Jahr von Beginn an immer wieder austausch den abgleich, darüber kannst du natürlich dann solche Differenzen auch immer in dem ersten Moment der Störung sofort klären. Das ist eben auch ein ganz typisches Symmtum von Partnerschaften, die sich über Jahre erschöpfen, indem eben nicht mehr über das gesprochen wird, was bewegt, was belastet und was auch stört. Und das haben die beiden eben auch nicht gemacht. Die beiden haben begonnen, Störung runterzuschlucken, nicht darüber zu sprechen, da man sagte, ich wollte dort meine Frau nicht belasten, ich wollte nicht wieder die nächsten Streit provozieren und ist dann mit jedem Schlucken fand dann eine Entfernung statt, eine Entfernung und eine Verhärtung. Aber vielleicht noch mal zurück, wie sie zusammen gekommen sind. Hast du das herausgefunden, also konnte dir das klären oder hat ihr selber es herausgefunden, weil sie sie zusammen gekommen sind? Das war letztendlich, ging es erst mal darum, dass er ja da so auch voller Gefühl, auch für die andere Frau war, dass er, sagte er, kann eigentlich nicht mal klar denken und eigentlich würde einzig und allein das Verpflichtungsgefühl dazu führen, dass er sich Gedanken macht, wie soll er sich jetzt entscheiden. Erstmal ist sein eigentliches Gefühl, wäre dort würde es ihn zu der anderen Frau ziehen. Jetzt, wenn wir gleich bei der anderen Frau sind, ist das eher eine Flucht oder eine umbewusste Suche? Das war natürlich eine Frage, mit der er sich beschäftigt und auseinandersetzter, also die Frage, wo von treibt es mich weg? Lauf ich vor etwas weg und wo zieht es mich hin? Also was ist die Ursache? Was ist letztendlich die Wurzel dieser hohen Emotionalität? Und da wurde dann relativ schnell deutlich, dass es eigentlich um etwas ganz anderes ging als um diese beiden Frauen. Und zwar was? Es ging um seine Biografie, die er nicht verarbeitet hatte und die, ja, ohne dass er es wollte und auch wusste, mit diesen beiden Frauen begonnen hatte, wieder herzustellen. Aber wie seid ihr da drauf gekommen? Manchmal sind es nebenseits erengesprächen, die eigentlich Hauptsätze sind und so war es bei ihm auch. Wir sprachen über die intensive Nähe, die er zu der neuen Frau empfand und lebte. Und wir sprachen über die nicht nähe, die er bei seiner Frau erlebte. Und als ich ihn fragte, wie er eigentlich grundsätzlich mit näher Inbeziehung, in Partnerschaft umgehen würde, wie er mit Gefühlen umgehen würde, bei Menschen, die ihm nah sind. Da antwortete er fast beiläufig, ich bin ein Mann oder ein Mensch, der eigentlich gar nicht so gerne Gefühle mag. Also zu viel Gefühl ist mir eigentlich unangenehm. Und ich habe mit meiner Frau auch von Anfang an eine Art und Weise auch in unserer Partnerschaft gelebt, die mir wichtig war. Das heißt also, ich war immer ein Stück distanziert und darüber auch unabhängig. Ich mag eigentlich gar nicht, dass man mir so zu nah kommt. Und deswegen war er dann und das Beschriebe auch so überrascht, dass er diese Intensität plötzlich mit der neuen Frau lebte, die ihm eigentlich die ganzen Jahre vorher zu wieder gewesen war. Und als er mir gegenüber saß und gerade so auch beschrieb, wie wichtig ihm das eigentlich gewesen war, die Jahre über unabhängig zu sein, wie er beschrieb, dass ihm es unangenehm war, wenn man ihm zu nahe kam, da wurde mir deutlich, dass das am Ende keine Aussage auf freien Boden war, dass das keine Lockerheit und keine Gelassenheit, also kein Ausdruck davon war, dass er so war, sondern hinter dieser Aussage spürte man eine Gefangenschaft. Und man spürte ein leisenschmerz. Und ich fragte ihn dann, was eine grundsätzliche Erfahrung mit Nähe gewesen ist, wie er Nähe in Beziehung erfahren hat und insbesondere dann natürlich auch in seinem Elternhaus. Und als wir darüber sprachen, wurde dann deutlich, dass es nicht um die Frau gegen die gerade kennengelernt hatte und es ging auch nicht um seine Ehefrau, sondern es ging um die erste Frauen seinem Leben, um seine Mutter zu der es ihnen auf der einen Seite hinzug und auf der anderen Seite wektrieb. Kannst du das vielleicht noch ein bisschen konkretisieren? Er beschreibt in einem Elternhaus aufgewachsen zu sein, wo er eine ganz enger Bindung mit seiner Mutter gehabt hat. Also sein Vater ist unternehmergewiesen, die haben ein eigenes kleines Unternehmen gehabt, war viel im Außen auch mit dem Geschäft dort beschäftigt. Und der Mann war ja als Kind sehr auf seine Mutter auch fixiert und war eng in einer engen Verbindung mit ihr, hat er noch eine Schwester gehabt. Und im grundsätzlichen beschreibt er eine ganz gute glückliche Atmosphäre zu Hause. Bis zu einem Abend, an dem für ihn die Welt zusammenbrach. Und er berichtete, dass er als er 14 war, von einer Nacht, wo er aufwachte und Kopfschmerzen hatte. Und hat sich krank gefühlt und in dem Krankheitsgefühl ist er zu seiner Mutter gegangen, ist er zum Schlafzimmer gegangen, um dort seine Mutter um eine Tablette zu bitten. Und als er dort an dem Schlafzimmer angekommen war, sah wie die Tür angelehnt war und guckte durch den Spalt der Tablette. Türa und sah in dem Moment, dass seine Mutter nicht alleine im Wettlag und der Mann mit dem, die Mutter im Wettlag ein Andram anwahr, nicht sein Vater. Und in diesem Moment brach für ihn die Welt zusammen. Er beschrieb rückblickend dann in den Stunden, dass es für ihn so gewesen ist, als hätte man ihn den Boden unter den Füßen weggerissen. Also er sagte, in diesem Moment hat man mir alles genommen, an das ich geglaubt habe. Für mich war mein Zuhause vorbei, ich hatte kein Heimatmeer, es existierte eigentlich nichts mehr. Und in diesem Schockzustand rhte er sich um, ging zurück in sein Zimmer, lechte sich wieder hin und versuchte einzuschlafen. Und am nächsten Morgen traf sich die Familie am früchstückstisch, der Mann war natürlich nicht mehr da. Der Vater kam von der Geschäftsreise zurück und mein klient berichtete, wie er voller Wut, voller Enttäuschung und Verzweiflung dort sah seine Schwesterante, natürlich nichts, sein Vaterante, nichts, alle taten so, als wäre alles in Ordnung. Und er sah seine Mutter an und sagte zu ihr, heute Nacht, wann einbrecher da. Und wenn dieser Einbrecher noch einmal kommt, bringe ich ihn um. Und dann er weiter und ich beschreibe das so, um auch die inneren Emotion, die dann auch in einem Menschen stattfinden, einmal zu tief verständlich zu machen. Hatte die erzählt, wie dann die Eltern drauf reagiert haben? Der Vater wusste nicht, der Vater wusste es nicht, die Mutter hat ihn angeguckt und wusste das erst wusste. Und hat dazu nichts gesagt und die Mutter verließ die Familie dann. Seine Erfahrung war nach diesem Bruch, als er dort durch den Tierspeit geschaut hat. Diese Tiefe Enttäuschung und dann als auch die Mutter ging mit dem anderen Mann. Da war für ihn die Tiefe Erfahrung, dass die Frau, die ich liebe, die betrücht mich und die verlässt mich. Der Vater ist zusammengebrochen und bricht selbst den stärksten Mann. So, wenn dieser Erfahrung hat er dann begonnen, beziehung zu führen. Das heißt, eigentlich konnte er gar nicht mehr eine Nähe aufbauen zu einer Frau, weil einfach das Grund vertrauen, komplett verloren. Immer dann, wenn die Liebe kam, kamen in ihm die tiefe Erfahrung dieser Nacht hoch und das Gefühl, die Frau, die du liebst, betrücht dich, verlässt dich und bricht selbst den stärksten Mann. Mach ich nicht. Das heißt, in dem Moment, wo die Liebe kommt, gehe ich entweder oder ich gehe innerlich. Er ist lange Zeit äußernlich gegangen und hat dann seine Frau kennengelernt und hat dort für sich entschieden, das passt. Also es war im guten Sinne auch, dass es wesentliche Übereinstimmung auf der einen Seite gab und auf der anderen Seite hat die Frau ihn auch in Ruhe gelassen. Das heißt, sie akzeptierte, dass er sich nie ganz einließ. Und so sind sie zusammengekommen. Aber immer wenn das Gefühl bei ihm kam, ist er innerlich gegangen und hat sich immer aufgestürzt. Und das kommt ja dann irgendwo mal der Zustand, wo im dann so viel unnötiger Zwießt um irgendwelche Bagatellen aufkommen, dass man sich gegenseitig so in Ruhe lässt, weil man sich dem entflieht. Also man will die Konfrontation gar nicht. Und das ist das, was die Frau gesagt hatte. Die Frau hat dann noch einigen Jahren das Gefühl gehabt, was zu Beginn nicht deutlich gewesen ist, dass sie ihn nicht erreichen kann. Sie hat immer wieder, es kam immer wieder zu Streits, wo sie gesagt hat, ich komme an dich emotional nicht ran. Du bist so hart, du öffnest dich nicht wirklich. Was ihn wieder rum bedrängt hat. Sie hat ja von ihm etwas erwartet, was er nicht möglich war, auch zu geben. Und darüber gab es immer wieder die Auseinanderseizung. Und trotzdem finde ich sie ja interessant, dass sie dann auf eine neue Frau geht. Also er könnte sich ja auch zu Tode arbeiten. Also dann würde es sich ja gar nicht auf dieses Glatt Eis bewegen, dass irgendwann mal wieder Liebe aufkommt. Nein, wir haben ja immer wieder auch gesprochen, die inneren Realitäten, die entstehen aus einer Beziehungserfahrung, die negativ ist. Und wenn eine innere Realität in einem Menschen entsteht, also eine negative Überzeugung, dann nimmt sie auf der einen Seite die Mensch in Anführungsstrichen in Besitz. Aber gleichzeitig hat der Mensch ja noch seine wesentlichen Bedürfnisse. Die sind ja nicht weg. Und insofern ist auf der einen Seite das Sehne nach Liebe da. Und gleichzeitig führt dieses Erlebnis immer wieder dazu, dass blockiert wird. Aber wenn etwas wesentliches dort am Ende gewollt wird und immer wieder blockiert wird, irgendwann bricht das raus. Und in dem Fall ist es rausgebrochen in Form einer anderen Frau. Und was muss die jetzt dann durcharbeiten? Also wie ging es dann weiter? Also ich nehme an, das war dann wirklich ein großer Bestandteil auch biografischer Arbeit? Na ja, dort war überhaupt erst mal auch für ihn zu sehen und zu verstehen, was dort stattgefunden hat. Aber schrieb, dass er diese Frau gesehen hat und sich innerhalb einer kurzen Zeit hat er dort eine Anziehung gespürt, die er so nicht kannte. Und war die ganze Zeit mit dieser Frau beschäftigt und hatte so einen Sehnen immer wieder zu ihr hinzugehen, dass er dem immer weniger innerlich entgegensetzen konnte. Das heißt also aus einer langen, wie will ich das sagen, so wie er das beschrieb aus einer langjährigen Ehe oder Partnerschaft, in der nicht wirklich viel Gefühle stattgefunden hat. Also emotionale Wüste brach es dann umso mehr raus. Und das lebte er dann. Aber er musste ja selbst wahrscheinlich auch verstehen, was damals passiert war, oder? Natürlich, da ging es darum, überhaupt zu verstehen, was Zugin eigentlich zu dieser Frau, was Zug geht eigentlich dahin. Und am Ende zog es ihn zu seiner Mutter. Das heißt also zu seiner Ehe, also das heißt, mit diesem Gefühl, dass er bis 13 gefühlt hatte, seine Mutter gegen ihn. Er suchte die Mutter, die er in dieser Nacht verloren hatte, was er nie verarbeitet hat, was er in dieser Nacht komplett verdrängt hatte, weil es zu Schmerzhaft gewesen ist. Er suchte nach dieser Frau mit den selben Emotionen und diese Jahrzehnte lange unter Drückung, er war ja Ende 40, führte dazu, dass diese ganze Wucht ansehen sorgt, mit allem drum und dran, bei dieser anderen Frau hervorbrach. Und dann befandte sich natürlich in einer tiefen emotionalen Verstrickung in einem Dilemma, wo er den Eindruck hatte, er kann von ihr nicht weg und von der anderen kann er auch nicht weg. Und wie ging es da weiter? Es ging so weiter, dass er sich mit seiner Mutter, mit seiner Verinnerlichen Mutter, außen hatte er keinen Kontakt mehr zu ihr, begann diese Situation durchzuarbeiten, wie er sich gefühlt hat in dieser Situation, als er seine Mutter dort vorgefunden hat. Es ging darum, dass er begann durchzuarbeiten und durchzuarbeiten, heißt, durchzufühlen, wie es für ihn war, als die Mutter gegangen ist, mit welchen Überzeugungen sie ihn zurückgelassen hat. Das waren Ängste, das war eine wahnsinnige Wut, das war eine Enttäuschung, einen Sehnen und es ging am Ende darum, damit in Frieden zu kommen. Gleichzeitig war natürlich auch die Auseinandersetzung mit dem Vater wichtig, denn in dieser Konstellation zu sehen, dass wenn einer geht natürlich auch der andere beteiligt war und seine gesamte Wut hat sich auf die Mutter fokussiert. Und in der Reflexion der Ehe der beiden hat er sich auch mit seinem Vater auseinanderzusetzen, wo er dort gespürt hat, dass er wiederum die selbe Rolle in seiner Partnerschaft eingenommen hat. Nämlich ein Mann, der emotional kalt und nicht erreicht war, ist aufgrund der Verletzung. Das ist das, was er bei seinem Vater erfahren hat. Gleichzeitig wurde ihm deutlich, dass er auch die Rolle seiner Mutter übernommen hat, dass er dann in die Arme eines andere Menschen geflogen ist, weil zu Hause eine Nähe nicht stattfand, nach der er sich gesehen hat. Aber und das war eben der entscheidende Punkt, den er zu erkennen hatte, dass er derjenige war, der maßgeblich daran beteiligt war, das nicht zuzulassen. Diese Reflexion, dieses auseinanderzusetzen, das führte dann am Ende dazu, dass er sich selbst einmal ganz anders zulassen konnte, noch mal eine ganz andere Reflexion auf die eigenen Bedürfnis hatte. Seine Frau noch mal unter einem ganz anderen Gesichtspunkt auch gesehen hat und dann haben die beiden sich dort zusammengesetzt und sind gemeinsam in die Arbeit der Partnerschaft gegangen im Grunde genommen, das erste Mal den Dialog zu suchen. Das heißt, das erste Mal auf einer anderen Ebene sich gegenseitig zu öffnen, sich führte einander zu interessieren und dort sich einzuschauen und dann gemeinsam miteinander zu finden. Also mit deinen Schilderungen nehme ich an oder komme ich zu Erkenntnis, er hat diese biografische Arbeit gemacht, hat das geschafft. Mit anderen Worten sich mit seiner Frau noch mal die ganze Situation oder die Auslegeordnung gemacht und sich noch mal neu begegnet, Also, wie man das ja eigentlich hätte machen können in den letzten Jahren. wo sie wirklich ein paar waren oder eine Familie, inklusiv so. Und was mich jetzt aber natürlich sehr wundernimmt, kam er wieder in den Zustand, wo er sich entscheiden konnte. Also er kam immer mehr in einen Zustand, wo er sich entscheiden konnte. Je mehr er dort ein Schritt zurücktraten und tatsächlich seine Biografie aufarbeitete, in dem ihm bewusst geworden ist, dass zutiefst kindliche Gefühle gewesen sind, die ihn zu der anderen Frau gezogen haben. Und gleichzeitig spürte er dann mit diesem Abstand, was ihn mit seiner Frau eigentlich verbandt. Und er spürte, wie sehr, auch die eigene unverarbeitete Vergangenheit zu einer Blockade zwischen den beiden geführt hat. Das heißt also, wie viel eigentlich möglich gewesen wäre und wie viel die Mutter verunmöglicht hat. Und das war eine ganz interessante Erfahrung für ihn zu sehen. Und das ist immer wieder, was Menschen dann auch in solchen Konstellationen sagen. Also wenn Paare nicht zueinander kommen oder voneinander gehen, dann steht häufig eine andere Person zwischen den beiden. Aber es ist in den seltensten Fällen, es ist nicht die Person, die auf dem ersten Blick dazwischen steht. Sondern es ist eigentlich die allererste Person, die die jeweiligen Menschen zutiefst, verinnerlicht haben und nicht geklärt haben. Das sind entweder Mutter oder Vater, mit denen die Erwachsenen in unfrieden sind, nach denen sie sich immer noch sehen, wo es nicht geklärt ist und was nicht ermöglicht, das Erwachsen dort beziehunggeläbbar ist. Und diese Erkenntnis war für ihn unendlich hilfreich und brachte ihm überhaupt erst wieder die Möglichkeit, auch wenn einem guten Sinne die eine Beziehung zu beenden und sich auf die Partnerschaft wieder einzulassen. Okay, das heißt also mit anderen Worten erkommt er eigentlich seinen Eltern in diesem Prozess verzeihen, dass er überhaupt eben den Schritt als ein Erwachsener Mann oder diese Erkenntnis machen konnte und der ehelllichen Beziehung noch mal seine Chance geben kann. Und weißt du, wie es ihm möglich war, dass er seiner Mutter verziehen hat? Das hat er ja die ganze Zeit nicht getan. Es war ja eine wahnsinnige Wut, die sich dann an diesem gemeinsamen Frühstück deutlich machte. Weißt du, wie es ihm gelangen wird, zu verzeihen? In dem er sah, dass er genau das selbe getan hat, was er eher vorwaffe. Das heißt, dass es immer auch die Arbeit der Betroffenen, die entweder im Seminasant oder die letztendlich auch in den Einzelgesprächen sind. Wenn es darum geht, etwas vermeintlich unverzeihliches zu verzeihen, dass sich immer auch selbst die Frage gestellt wird, Mensch, wo habe ich im Grunde genommen selbst begonnen, das zu tun, was ich nicht vergebe, um dann zu sehen, was wir ja auch in der Folge verzeihen, auch besprochen haben. Ich verzeige unvergebe, um mich von dem anderen Menschen zu befreien, der mich verletzt hat. Weil wenn ich das nicht tue, dann werde ich anfangen, genau das zu leben. Und zwar ist das Fernab meines Willens, was mich verletzt hat. Und dann setze ich letztendlich das fort und sein Erkennen. Ich bin am Ende genau so geworden, wie meine Mutter und auch zum Teil wie mein Vater. Ich habe letztendlich genau die Partnerschaft fortgesetzt, unter der ich so gelitten habe, halb ihm da auch die eigene Biografie hinter sich zu lassen. Dem entnehme ich jetzt, dass sich wieder angenehrt haben und wirklich den Dialog gefunden haben und diese Beziehung retten konnten. Das haben Sie. Da war sicherlich, in dem Fall auf der einen Seite, das war es ja auch sagte, es war der zwölfjährige Sohn. Ja, war damals 14, da Sohn war zwölf. Sein Sohn, der dazu geführt hat, ich kann nicht einfach gehen. Und am Ende war er froh drum. Er war froh drum, dass der Sohn ihn am Ende an die eigene Kindheit erinnert hat, die dann ihm ermöglichte, seine Gefühle so auf den Grund zu gehen und dann zu sehen, okay, ich habe dort eine Vergangenheit versucht, wieder gut zu machen. Ich habe versucht, dort noch etwas zu leben, was mir damals entzogen worden ist. Und das ist keine Grundlage für Partnerschaft, sondern am Ende wäre es ein weiterer Untergang gewesen. Und was ist mit der anderen Frau passiert? Es ist sicherlich dann auch von der Seite auch immer wieder die Frage, warum zieht es mich zu einem Menschen hin, der besetzt ist. Also inwieweit spielt möglicherweise meine eigene Biografie eine Rolle, dass ich da mich entgezogen fühle. Er hat da auf eine vernünftige Art und Weise beendet. Wir sprechen ja immer wieder eben über innere Realitäten, die erwachsene Beziehungen verhindern. Was würdest du jetzt in Bezug auf diese Situation sagen? In dem Fall war es letztendlich die Mutter, die verhindert hat, dass er erwachsen sein Leben geführt hat. Und es war auch nicht nur die Mutter, sondern es war seine Bindung ansehen. Es war letztendlich dieser Bruch in seiner Kindheit, den er nicht verarbeitet hat und dann auf dieser Grundlage das kindliche Sehnen, das noch mal zu bekommen. Und das ist natürlich alles im Ungewussten. Und insofern ist immer wichtig zu schauen, wenn Partnerschaften geschlossen werden, oder wenn wir spüren in der Partnerschaft, da gibt es unzufriedenheiten. Es gibt dort Störungen. Es ist immer die Frage, sich auf zu reflektieren und zu schauen, die Erwartung, die ich an meine Partnerin habe, ist das eine kindliche Erwartung oder eine erwachsene Erwartung. Versuche ich dort in der Partnerschaft etwas wieder gut zu machen, was meine Mutter und mein Vater mir damals nicht gegeben haben oder wo sie mich verletzt haben. Oder stehe ich als Erwachsener Mann oder Frau dem anderen Erwachsen gegenüber? Sind das also Bedürfnisse, die ich habe? Oder sind das Bedürflichkeiten? Das ist ein ganz zentraler Punkt. Und Erschöpfung entsteht in einem Menschen immer, wenn er bedürftig ist. Wenn er kindliche Bedürfigkeiten versucht, im Erwachsenenleben wieder gut zu machen und zu erfüllen, das wird es nie geben. Und genauso erschöpfend sich Beziehung, wenn in diesen Beziehungen einer oder auch zwei bedürftig sind und ihre Biografien versuchen wieder gut zu machen, was niemals möglich ist. Dann wir haben das Wesende inner realität besprochen. Solche Erfahrungswelten sind entstanden aus Unmöglichkeiten, aus Negativität und solange ein Mensch in dieser Welt ist, gibt es keine Lösung. Auch wenn er noch so viel versucht, er wird nicht ankommen. Die einzige Lösung ist auszusteigen, um dann überhaupt klar zu sehen und dann auch klar zu gucken, ist das, was uns anzieht? Sind wir wesentlich verbunden oder nicht? Und dann gehen wir auseinander und versuchen nicht, unmögliches möglich zu machen. Oder wenn wir im Wesentlichen verbunden sind. Wenn es eigentlich gut zwischen uns ist, dann haben wir umso mehr natürlich die Unmöglichkeit in uns aufzulösen. Damit wir dieses Gute auch leben können. Also das sind ganz ganz zentrale Aspekte. Also das habe ich ja verstanden, dass er eigentlich eben diese biografische Arbeiter aufgearbeitet hat, irgendwo auch seiner Mutter und Vater verzeihen konnte. Ich nehme mal an, mit dem Vater hatte er immer noch Kontakt gehabt mit der Mutter, hast du mal gesagt, nicht? Er hat für sich entschieden, das so dabei zu belassen und war aber innerlich mit ihr infredender. Gabs auch noch ein paar andere Vorfälle, wo er auf das Tadens geblieben ist. Aber innerlich ist er dort mit ihren Frieden gekommen. Weißt du, das ist ja auch das, was wir da immer wieder auch in der Stiftung machen. Bei den jungen Menschen, die am Beginn des Lebens stehen, das denke ich so häufig, wenn wir da die Dialogrunden haben, bevor die Entscheidung getroffen wird, beruflich oder auch privat, sich einmal anzuschauen, habe ich meine Biografie aufgearbeitet. Bin ich infrieden mit Vater und Mutter, bin ich infrieden mit der Beziehung, mit der Partnerschaft, die die beiden geliebt haben. Weil das ist ganz zentral auch für das Kind, sind die gut paar. Denn wenn ich aus einer Partnerschaft komme, wenn meine Eltern nicht paar waren, dann trage ich diese Erfahrung in mir und die muss sich verarbeitet haben, weil sonst fange ich an, auf der selben Grundlage Partnerschaft zu leben und sei es, dass ich versuche, das Gegenteil zu machen. Also der Beginn jeder Partnerschaft heißt, einmal die Reflexion bin ich erwachsen, bin ich auf Augenhöhe, bin ich dort im Wesentlichen authentisch unterwegs, dann bin ich guter Beziehung zu mir selbst und infrieden mit meiner Vergangenheit. Dann habe ich die besten Möglichkeiten zu einem ehrlichen und tatsächlich auch lebenslangen miteinander zu finden, wo wir wachsen. Wo wir wachsen und ein Team sind und das Leben gemeinsam bewältigen, nicht in lange Weile, sondern in tiefer Verbundenheit. Aber dies bedarf ja auch eine sehr hohe Selbstreflexion eines jungen Menschen, der sowas sich hinterfragt und schaut, wie weit das ja in diesem Prozess ist. Also schafft er das alleine oder würdest du da eher empfehlen, wenn man da irgendwie professionelle Hilfe weizen? Na ja, das ist sowohl als auch möglich. Das sagen wir mal so, je nachdem, wie deine Erfahrung ist, auch je dramatischer das ist. Bei dem Mann hat es alleine nicht geschafft. Er braucht dort die teraportische Unterstützung. Aber er war ja nicht mehr jung. Also du hast vorhin das Beispiel gemacht. Aber er hat das damals auch nicht als Jugendlicher geschafft. Er hätte dort Unterstützung gebraucht, das zu verarbeiten, damit er in Frieden kommt, damit er seine Gefühle wieder zulassen kann. Denn die Mutter hat ja durch diesen Betrug, hat sie ihm ja die Fähigkeit zu fühlen, durch den Schock genommen. Und das gilt es durchzuarbeiten. Aber in ganz vielen Fällen, wenn ich die Arbeit jetzt mit den jungen Menschen sehe, da, wo letztendlich zwar Störung erlebt werden, aber trotzdem, also aber nicht in dieser Tiefe, ist eine gute auseinandersehtsmöglich. Und da entsteht natürlich viel Freude, weil du ganz frei da auch in jungen Jahren mit einem ganz anderen Blick beginn kannst zu leben. Und das ist echte Freiheit. Wenn du deine inneren Gefängnisse, die du überhaupt hin als solche Erkennst verlässt, und da kannst du loslegen. Loslegen? Find ich ein gutes Stich, wo du uns aufgehören. Einverstanden? Okay. Es ist sehr gut. Vielen herzlichen Dank, Miriam. Für diesen spannenden Austausch und diesen Fall und dieses Beispiel. Ich freue mich schon auf die nächste Folge. Dann haben wir wieder ein Fall bereit. Dankeschön. Ich danke dir. Und Anziehli Bezuhörinnen und Zuhörer bleibt gesund, wie immer, tragt euch Sorgen. Und bis bald.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Ein Mann („Frank“, um 40) sucht Beratung, da er emotional erschöpft und orientierungslos zwischen seiner Ehefrau (gemeinsamer Sohn) und einer neuen Geliebten steht.
  2. Die Ursache der Krise liegt nicht in der aktuellen Dreieckskonstellation, sondern in einem unverarbeiteten biografischen Trauma aus seiner Kindheit (Entdeckung des Seitensprungs der Mutter im Alter von 14 Jahren).
  3. Seine Beziehungsmuster (Distanz in der Ehe, plötzliche intensive Nähe zur Geliebten) sind unbewusste Wiederholungen dieses Traumas (Angst vor Betrug und Verlassenwerden).
  4. Die Ehe war bereits über Jahre in typischen Erschöpfungsphasen (Alarm-, Widerstands-, Erschöpfungsphase) aufgrund mangelnder Kommunikation und emotionaler Entfremdung.
  5. Entscheidend für dauerhafte Partnerschaften ist eine bewusste, authentische Grundlage (zwei ganze, eigenständige Menschen) und kontinuierlicher, ehrlicher Austausch über Störungen.

Summary:

In der Beratungsfolge wird der Fall eines etwa 40-jährigen Mannes („Frank“) besprochen, der sich zwischen seiner langjährigen Ehefrau und einer neuen Geliebten entscheiden muss und dabei emotional ausgebrannt ist. Oberflächlich geht es um diese Dreiecksbeziehung, doch die eigentliche Wurzel des Konflikts liegt in seiner unverarbeiteten Biografie. Als 14-Jähriger entdeckte er den Seitensprung seiner Mutter, was zu einem tiefen Trauma führte: Die Frau, die er liebte, betrog und verließ ihn.

Dieses prägte unbewusst seine späteren Beziehungen. In seiner Ehe lebte er distanziert und emotional unabhängig, was einer Wiederholung des kindlichen Schutzes vor Nähe und potenziellem Verlust glich. Die neue Geliebte löste dagegen intensive, für ihn überraschende Gefühle aus.

Die Analyse zeigt, dass seine Ehe bereits über Jahre in eine Erschöpfungsspirale geraten war, charakterisiert durch mangelnde Kommunikation, unterdrückte Konflikte und emotionale Entfremdung. Die Diskussion betont, dass nachhaltige Partnerschaften auf einer authentischen, bewussten Grundlage zweier eigenständiger Personen beruhen und kontinuierlichen, ehrlichen Austausch erfordern, um Störungen frühzeitig zu klären, anstatt sie zu verschweigen.

FAQs

Typische Anzeichen sind fehlender Dialog, häufige Streitereien über Bagatellen, emotionale Entfremdung und das Gefühl, dass man sich nichts mehr zu sagen hat. Oft treten auch körperliche Symptome wie Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten auf.

Indem man von Beginn an regelmäßig den emotionalen Zustand der Partnerschaft überprüft und offen über Störungen spricht. Wichtig ist auch, sich auf einer gesunden, authentischen Grundlage zu verbinden, anstatt aus kindlichen Bedürfnissen oder Defiziten heraus.

Unverarbeitete Erfahrungen, wie etwa Kindheitstraumata, können unbewusst Beziehungsmuster prägen und zu Wiederholungen führen. Im geschilderten Fall führte ein Mutterkonflikt zu Schwierigkeiten mit Nähe und Distanz in Partnerschaften.

Die Phasen umfassen die Alarmphase (Positionierung, fehlender Dialog), die Widerstandsphase (Verschlossenheit, Konflikte), die Erschöpfungsphase (Resignation, parallele Leben) und schließlich die vollständige Entfremdung, wo jeder sein eigenes Leben führt.

Zuerst eine emotionale Bestandsaufnahme machen, um die eigene Situation und Gefühle zu klären. Dann die Beziehungsdynamik und zugrunde liegende, oft biografische Ursachen analysieren, anstatt nur oberflächliche Symptome zu betrachten.

Weil sie bestimmt, ob die Partnerschaft aus zwei authentischen, eigenständigen Menschen besteht oder aus unbewussten Mangelbedürfnissen. Eine gesunde Basis ist entscheidend für langfristigen Bestand und vermeidet Erschöpfungsmuster.

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