Ein flirrender Moment in einer Beziehung wird nicht automatisch als verletzend wahrgenommen, sondern hängt stark von den persönlichen Werten, Erfahrungen und der Stabilität des Vertrauens ab. Die Studie aus dem Jahr 2020 zeigt, dass 26 % der Frauen Flirt als Fremdgehen wahrnehmen – eine Zahl, die auf das starke Empfinden für Vertrauensbrüche hinweist. Ob ein Moment als Flirt gilt oder nicht, hängt nicht nur von der Situation ab, sondern von der Haltung danach: offene Kommunikation, Rückmeldung und die gemeinsame Abstimmung von Grenzen sind entscheidend. Wenn Beiden klar ist, wie sie mit flirrenden Situationen umgehen, entstehen weniger Konflikte. Einige Personen sind besonders empfindlich, weil sie aus der Vergangenheit Verletzungen erlebt haben, was wiederum zu Angst und Unsicherheit führt. Dazu gehören auch Vorurteile wie „mehr Freundschaft mit Männern ist unerlaubt“ oder das Gefühl, dass man nur noch Augen für die Partnerin haben sollte. Solche Ängste werden jedoch durch authentische, offene Kommunikation abgebaut. Wichtig ist, dass niemand in der Beziehung auf „einen Flirt“ als Auslöser für eine Krise hinwirkt – vielmehr ist Flirt oft ein Symptom eines instabilen Fundaments. Um das zu heilen, sollten Paare ihre Beziehungsgeschichte reflektieren, die Grenzen klären und gemeinsam das Vertrauen stärken. So wird Flirt nicht zum Konfliktthema, sondern zu einem Teil eines authentischen, wertschätzenden Umgangs miteinander.
Und wann hat denn das letzte Mal mit dir ein anderer Mann geflirtet?
Geflirtet? Ich würde sagen gestern beim Einkaufen.
Das war schon so ein bisschen auf der Ebene von flirten von der anderen Person aus, also in meiner Interpretation.
Der ist auch immer nur interpretiert, kann ja auch nicht gemeint sein.
Ja, also ich glaube, das liegt daran, dass ich einfach auch ein sehr kommunikativer Mensch bin.
Und gerade wenn ich mit unserem Sohn unterwegs bin, wir uns die Zeit doch mal extrem nett machen
und eigentlich auch immer so ein bisschen beim Einkaufen sind, so ein bisschen rumalbern
und wir auch manchmal mit Menschen beim Einkaufen ins Gespräch kommen.
Und da entstehen manchmal schon Situationen, wo ich manchmal auch überrascht bin,
dass Menschen noch mal ein, zwei Sachen sagen, obwohl man ja auch offensichtlich sieht,
dass ich verheiratet bin an dem Ring an dem Finger und auch, dass da ein Kind dabei ist.
Aber es ist alles noch in einer Grenze, also nicht so, dass es mir unangenehm ist,
und dass ich das Gefühl habe, ich bin in einer Situation, wo ich nicht weiß, was ich zu antworten habe,
weil das weiß ich ja nicht immer, aber es ist schon auffällig manchmal.
Aber wenn wir an die ganzen Affären und das Ganze fremdgehen, was wir so betreuen, denken,
wie oft sind da die Männer und Frauen verheiratet, teilweise auch dann beide Partner,
die sich dann getroffen haben.
Und deswegen würde ich behaupten, dass ein Kind und ein Ring am Finger für viele wahrgenommen wird,
aber jetzt kein Hinderungsgrund ist, wenn da was entstünde.
Also ich glaube, der ein oder andere, für den ist das nicht relevant.
Ich habe das komischerweise ganz häufig, wenn ich bestimmte Sachen einkaufe.
Ich habe gestern zum Beispiel eine bestimmte Sorte Rum eingekauft für jemanden aus der Familie.
Und ich hatte keinen Plan, welche Rumsorte gut ist und hatte das auf meinem Handy und war da sehr am Gucken.
Und da standen halt zwei Männer und haben gesehen, dass ich explizit diesen Rum genommen habe,
der wohl ein sehr besonderer, leckerer Rum ist.
Und das wurde halt gleich kommentiert.
Von wegen, oh, da würden wir jetzt auch gerne einladen.
Und wir hatten uns vorher beim Einkaufen schon mal woanders gesehen.
Da haben sie gesehen, was ich dazu zu essen eingekauft habe.
Und dann kamen wir zu uns ins Gespräch und es war lustig.
Aber es war auch schon so ein bisschen, dass unser Sohn danach gesagt hat,
wollten die sich jetzt wirklich bei uns einladen heute Abend?
Das fand ich dann schon sehr lustig.
Das war so ein bisschen flachsig, aber man hat schon gesehen,
die beiden fühlten sich ganz wohl in der Situation, so ein paar Sprüche zu bringen.
Aber mir ist das zum Beispiel umgekehrt auch aufgefallen,
dass seitdem du Vater bist, auch, finde ich, für Frauen noch mal attraktiver geworden bist,
wenn du mit unserem Sohn unterwegs bist.
Ja, das liegt nur an unserem Sohn.
Ja, aber das ist ja so ein bisschen, finde ich.
Ja, dadurch, dass wir uns die Zeiten ja ganz gut aufgeteilt haben,
bin ich natürlich auch tagsüber mit ihm unterwegs.
Ja.
Und das fällt schon ab und zu auf.
Das stimmt gerade letztens bei Ikea, weil er da die Hot Dogs liebt,
waren wir dann ja da.
Und da hast du natürlich schon eher Mütter mit Kindern,
die da unterwegs sind und die auch alleine natürlich unterwegs sind.
Und wenn man jetzt interpretiert, dann weiß ich nicht,
ob man jetzt sagen würde, dass das jetzt, die mich attraktiv fanden,
aber die fanden auf jeden Fall die Situation, glaube ich, cool.
Ja.
Dass dort so tagsüber ein Mann mit seinem Sohn Zeit hat,
zu Ikea zu fahren, einen Hot Dog zu essen und so weiter.
Die haben ja auch gesehen,
auch verwirrend, wir haben ja auch nichts von Ikea dabei.
Wir halten ja davor und gehen nur rein zum Hot Dog essen.
Und das ist vielleicht etwas, was bei dem einen oder anderen Paar eben zu Hause auch ein Thema ist.
Das Rollenbild, die Rollenverteilung, Ausgleich von Geben und Nehmen und so weiter.
Und das kann ich mir schon vorstellen, das macht was.
Passend dazu, finde ich ganz spannend,
habe ich jetzt vor einem Dreivierteljahr von einer Freundin gelernt.
Kennst du, wahrscheinlich kennst du es nicht,
aber kennst du die Situation, wenn ein Mann mit einem,
mit einem Kind im Maxi-Cosi von der Entbindungsstation runtergeht?
Dieses Video von hinten oder die Fotos von hinten?
Auf Social Media?
Ja.
Nee.
Das nennt sich wohl Hot Daddy Walk.
Also dieses von hinten einen Mann sehen, der sozusagen stark aussieht,
der dann den Maxi-Cosi trägt und dann da den Gang runtergeht
mit dem kleinen süßen Säugling in der Babyschale.
Ah ja.
Und ich glaube, das ist so ein bisschen der Effekt,
der sich nachher so ein bisschen zieht, ne?
Ja, hat ein Freund auch gerade erzählt,
der auch gerade frisch war.
Dass er jetzt auch so ein bisschen anderes Gefühl hat,
wie Frauen auf ihn so zugehen.
Und der ist ja noch so mega kommunikativ, ne?
Ja, bei dem ist ganz viel.
Das ist ja sehr lustig dann, sich mal fragen.
Ja, genau.
Ja, wenn ihr in dieser Folge angekommen seid,
ihr seid im Podcast der Lebensidealisten.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches
und helfen euch raus aus der Krise hinein
in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Bis zum nächsten Mal.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Tschüss.
Weil einer hat deutlich mehr Folgen gehört
oder gesehen, häufig als der andere.
Und der, der mehr gehört und gesehen hat,
der weiß das meistens auch.
War vielleicht auf der Website,
hat gesehen, dass wir beide den gleichen Nachnamen haben.
Und dann weiß man, okay, irgendwie
wird das wohl so sein.
Und derjenige, der nicht so viel Podcast gehört hat,
der ist dann eher der Überraschte normalerweise.
Ich werde das auch manchmal in Coachings gefragt,
wenn ich denn
ein Beispiel oder so nenne.
Und dann nehme ich dich manchmal als Beispiel.
Also in unserer Kombination.
Dann sind die auch überrascht.
Ach so, das ist dein Ehemann.
Ja, das wäre ein bisschen makaber, jemanden aus dem Team zu nehmen.
Für so ein persönliches Beispiel.
Ja.
Ja, wir wollen uns heute mit dem Thema
Fremdflirten innerhalb der Beziehung beschäftigen.
Etwas, was
durchaus in den Coachings vorkommt.
Auf der Zeitlinie.
Und
ja, immer wieder Verletzungen hervorruft.
Und wo natürlich auch
die Unterschiede in der Interpretation
oder in den Werten
da sind. Das heißt, der eine
empfindet etwas
schon als Flirten und verletzend,
was für den anderen noch völlig okay ist.
Und das
macht natürlich dann auch etwas, wo man sich abgleichen muss
und schauen muss, wo verlaufen
da die Grenzen. Die Range von Flirten
ist halt von bis, ne?
Also ich finde das selber manchmal auch schwer
zu definieren, ab wann wir von
diesem Rumflachsen vielleicht
auch ins Flirten kommen.
Gerade halt, wie gesagt, wenn man so einen offenen
Mensch ist oder so, dann ist das, finde ich, auch
nochmal vielleicht was anderes.
Oder noch schwieriger für sich so
zu erkennen, wo da die Grenzen sind
für manche Menschen.
Und ich finde, es ist auch manchmal
ein bisschen schwierig, weil es ja auch bewusst und manchmal
unbewusst passiert, weil die Situationen
ja auch gar nicht so selten
sehr spontan kommen. Also ich hatte das
auch schon ein, zwei Mal in den letzten Jahren.
Da war ich sehr krass überrascht, dass
jemand mich da so offensichtlich angesprochen
hat, aber auf eine coole Art und Weise.
Also es war jetzt,
ich meine, ich bin in dieser Flirtbranche jetzt ja nicht mehr so
drin, aber ich fand das jetzt nicht total flach, wie man
das so kennt, ne? Oder wie man
es liest woanders mal. Aber
trotzdem ist es ja, ist man
so ein bisschen überrumpelt und
reagiert vielleicht auch nicht immer so, wie man
reagieren möchte
nach so einer Reflexion, wenn man
sagt, okay, das hätte ich jetzt
eigentlich darauf anders geantwortet oder ich mochte den anderen
nicht verletzen in dem Moment und war da nicht so klar
oder so. Das hatte ich mich letztens im Coaching,
dass jemand sagte, ja, ich war super vor,
in der Situation. Ich habe nicht
gedacht, dass ich angesprochen werde und der andere
tat mir einfach so leid. Also ich habe
jemanden seit zehn Jahren keinen Korb
mehr gegeben und ich habe in dem Moment
gedacht so, okay, was sage ich denn jetzt,
ne? Und deswegen auch so, glaube ich,
ist da auch viel unbewusst so
in dem Moment drin.
Ja, und das
ist manchmal, wird das eben dann
verharmlost.
Und dann sagt man, ja, Mensch, was stellst du dich denn da so an?
Da kann ich ja auch nichts für,
wenn mich jemand anspricht, dass
es ja auch noch immer so ein Thema, dass das für viele
das ja nicht nur ein Problem ist,
wenn ich jetzt offensiv auf jemanden zuginge,
das wäre dann für viele
ja nachvollziehbar. Für
manche ist es dann auch schon ein Problem und
macht eine Verletzung, wenn jemand auf mich
zugeht und ich nicht
sozusagen straight ablehne,
sondern vielleicht kurz ins Gespräch einsteige,
bis ich dann, wie du sagst, vielleicht
realisiere, ah, da geht es jetzt
gerade gar nicht um den Rum,
die mögen mich eigentlich ganz gerne.
Würdest du jetzt sagen,
denen ging es um den Rum, oder was?
Denen ging es um den Rum und das leckere Fleisch.
Das, was ich
zuvor gekauft habe, meinst du?
Ja, genau. Ja, es gibt von
Elite-Partner dazu eine Studie
aus dem Jahr 2020
und 26% der Frauen
empfinden Flirten als Fremdgehen,
20% der Männer, hätte ich
jetzt, also ist realistisch,
würde ich sagen. Oder ist ja nur so minimal
mehr. Ja, aber ein Viertel, ein Fünftel
findet das eben als
Fremdgehen. Ach, so meinst du das?
Man findet das als fremdgehend. Das ist natürlich dann schon so, dass man
da einen starken Vertrauensbruch drin empfindet.
Wann würdest du denn für dich sagen, was Fremdgehen ist?
Ich glaube, ab dem Moment, wo man da mit einem fremden Menschen dort,
also aus diesem Flirt-Anlass heraus, eine private Nummer zum Beispiel gibt.
Wenn du jetzt dem beim Brummen zum Beispiel deine Handynummer gegeben hättest,
dann würde ich sagen, okay, das ist komisch.
Warum sollte man jetzt dort dem fremden Menschen,
mit dem man nur ein bisschen rumflackst, die Handynummer geben?
Da sind wir jetzt eine Stufe weitergekommen.
Aber ist das schon Fremdgehen?
Das ist echt schwer, ne?
Auf jeden Fall, wenn die Frage ist, was passiert jetzt danach?
Trifft man sich nur zum Ohr, meinst du?
Es kann ja plausible Dinge geben.
Was gibt es denn plausiblen Grund?
Stell dir vor, das ist jemand, wo du auf einmal merkst,
ach, das ist hier jemand aus der Firma nebenan.
Das ist ja interessant.
Und dann sagst du, ja Mensch, was macht ihr denn?
Ja, das und das.
Ja, lass uns mal hier gegenseitig besuchen in den Firmen.
Weil wir haben ja hier ein Firmengebäude, wo du sagst,
okay, da gibt es jetzt irgendwie, gibt es auf einmal einen Anknüpfungspunkt.
Und du sagst, Mensch, Firma nebenan.
Doch nicht mehr so fremd.
Ja, cool, da laufe ich immer am Firmenschild vorbei.
Ich habe mich schon immer gefragt, was die Lebensidealisten machen.
Und man sagt, ey, dann kommen wir mal vorbei.
Dann tauscht man quasi, in dem Moment wechselt man auf einmal auf Business,
tauscht die Nummer aus.
Und dann ist das ein plausibler Grund.
Aber in dem Moment, wo man merkt, das gibt es alles nicht.
Und die Frage ist ja, welche Kommunikation entsteht zu Hause?
Wenn du jetzt nach Hause kommst und erzählst davon nichts
und fängst dann an zu schreiben, dann ist irgendwas komisch.
Dann wird das schon ein Gefühl machen.
Kommst du nach Hause und würdest vielleicht davon erzählen
und hättest dann eben einen plausiblen Grund und würdest sagen,
das war eine ganz, ganz kugelige Situation.
Wir standen da, haben irgendwie über rumgeflaxt.
Und das ist auch so ein bisschen ins Flirten bei mir übergegangen.
Und auf einmal haben wir festgestellt, das ist der aus der Nachbarfirma hier,
wo wir uns schon immer gefragt haben, was die machen.
Und dann haben wir die Nummern getauscht.
Dass wir uns mal gegenseitig einladen und uns mal die Büros hier zeigen,
weil wir es total spannend fanden, dass wir auf einmal merkten,
dass wir nebeneinander arbeiten.
So was zum Beispiel, wenn sich so was entwickeln würde,
das würde ich jetzt nachvollziehbar empfinden.
Oder zum Beispiel, also eigentlich immer dann, finde ich, wird es kritisch,
wenn es ins Verheimlichen geht.
Ja, dann sowieso.
Also wenn man etwas heimlich macht, zum Beispiel heimliche Städten anfängt.
Wenn man merkt, der Arbeitskollege, das ist ein häufiger Start auch nachher
für eine Affäre.
Man hat erst mal einen beruflichen Austausch mit Kollegen,
wechselt in den privaten Austausch, was ja auch während der Arbeitszeit klar ist,
dass man sich über private Dinge unterhält.
Aber dann beginnt es vielleicht irgendwann, dass man sich privat anschreibt.
Dann kommt eine Nachricht am Samstag.
Hey, was machst du heute? Wie geht's dir?
Und man fragt sich, das ist der Kollege.
Oder wenn Bernd unter Britta eingespeichert ist.
So was. Also es gibt dann ja bestimmte Signale, wo das wechselt.
Ich glaube, das ist so.
So Heimlichkeiten, so da wäre das.
Spannend fand ich in einem Coaching,
da ist ja auch immer die Frage, wie bewertet das jeder?
Wie würdest du das bewerten, wenn ich zum Beispiel mit Freunden in der Disco wäre
und auf der Tanzfläche bin und eine fremde Frau kommt auf mich zu
und küsst mich einfach auf den Mund?
Und ich lehne das aber direkt ab und sage, hey, nee, ich bin verheiratet, was machst du?
Ja.
Und?
Was für ein Gefühl wird das bei dir machen?
Wie geht die Geschichte dann weiter, ist die Frage nochmal so ein bisschen.
Also gehst du dann von der Tanzfläche runter oder tanzt du dann einfach so mit ihr weiter?
Oder, also das ist ja nochmal so, finde ich, also wie offensichtlich wäre dein Nein in dieser Geschichte?
Nö, also ich bin, wenn wir jetzt an das Coaching-Beispiel denken, bin ich ziemlich betrunken.
Okay.
Und weise das zwar von mir.
Aber bleib weit.
Ich bleib, denke mir nichts weiter dabei.
Bin weiter am Tanzen und mit den Freunden auch und so.
Und würdest du mir es denn am nächsten Tag in dieser Geschichte sagen?
Aufgrund dessen, da ich bei Freunden ein bisschen weiter weg bin, die nicht aus der gleichen Stadt kommen,
ich quasi da übernachte, kann ich das erst zwei Tage später sagen.
Und Handy hast du auch nicht dabei.
Und wir könnten nicht telefonieren am nächsten Tag darüber.
Ja, das ist umfassend.
Keine Option.
Okay.
Unfassend, ja.
Schwierig.
Also, ich finde immer so eine Sache, wenn das jetzt jemand macht, du kannst ja nichts dafür in dem Sinne.
Ich finde, die Reaktion ist entscheidend in dem Moment, wie klar man das abweist.
Aber fast noch wichtiger als dieser Moment wäre für mich das im Nachhinein.
Wie man das im Nachhinein macht.
Also, ich habe ja eine Zeit lang ganz, ganz, ganz, ganz früher mal auf Partys gearbeitet.
Also, hinterm Tresen.
Und da habe ich. Da hat man ja auch manchmal Zeit, andere Menschen zu beobachten in ihren Partyverhalten.
Und gerade wenn Alkohol fließt, sind die Menschen ja ohne Hemdschwellen unterwegs.
Und ich glaube auch, dass es wirklich schwierig ist, in dem Moment, wenn jemand auf dich zukommt
und gerade du vielleicht in einem Gespräch bist oder am Tanzen bist
und jemand dich in der Anführungsstrategie festhält oder sonst was, dass es zu sowas kommen kann,
ohne dass man selber das sucht.
Das wäre nochmal die Frage, wie hast du die Person schon vorher gesehen?
Habt ihr vorher miteinander getanzt?
Ist da irgendwas vorher schon entstanden?
Aber für mich wäre ganz entscheidend,
wie die Kommunikation danach ist
und mit was für einer Haltung du danach rausgehst.
Also, mit was für einer Haltung du zu dieser Sache in der Kommunikation zu mir bist.
Also, ob du sagst, Mensch, Ina, boah. Also, ich war da im Tanzen mit Ina, dem und dem Kumpel.
Und dann ist da die Frau vor einmal gekommen,
hab ich dann gesprungen und hat mich geküsst.
Und ich habe auch gleich klar gesagt, nee, fand das auch nicht gut.
Also, es ist auch eine Grenzüberschreitung, auch als Mann.
Sozusagen, das ist komisch.
Ich wollte es gesagt haben und so weiter.
In diesem Fall hat es bei der Frau eine starke Verletzung gemacht
und Verunsicherung, großes Misstrauen.
Da waren noch ein paar Komponenten mehr außenrum.
Die erzähle ich aber nicht mit dazu,
weil sonst die Geschichte zu eindeutig wird.
Aber da gab es eben noch andere Dinge,
die so ein bisschen Unsicherheit gemacht haben.
Und das ist eben das, was man eben sehen muss.
Man könnte denken, das ist doch eindeutig.
Warum soll das irgendwas im Vertrauen zwischen uns machen?
Und dich verletzen, wenn eine fremde Frau auf mich zukommt,
mich küsst und ich weiß das sofort von mir.
Da kann ich ja nichts dafür.
Also, ich würde es schon komisch finden, den Gedanken,
dass trotzdem, auch wenn du es nicht wollen würdest.
Aber wird das was im Vertrauen zwischen uns machen?
Nee, wie gesagt, wenn das danach und die Haltung und so weiter, dann nicht.
Man würde vielleicht tatsächlich, was du sagtest, nochmal reflektieren,
ob ich durch irgendetwas in meinem Verhalten das vorher ausgestrahlt habe,
dass ich dafür offen wäre.
Das könnte man machen.
Und dann hat man das, emotionale Verletzung, wann ist etwas flirten,
wann macht etwas Misstrauen, ist bei jedem ganz anders.
Und da gibt es keine Bewertung drin.
Ja, das ist, das ist immer sozusagen neutral und in Ordnung,
dass das das Gefühl macht.
Dann ist nicht ein besserer oder schlechterer Mensch oder mehr oder
weniger gefestigt, weil das eine einen verletzt und den anderen eben nicht.
Bei dem einen macht das Misstrauen, bei dem anderen nicht.
Das liegt aber auch ganz viel natürlich an den Prägungen.
Ja, das hast du schon mal in deinem Leben
vorher irgendwie erfahren an Situationen und Verletzungen.
Wird dadurch noch irgendetwas aktiviert und getriggert,
was du selber mal erlebt hast?
Manchmal sind das gar nicht deine eigenen Gefühle, die getriggert werden.
Vielleicht hast du irgendwann erlebt, dass die Eltern ein Fremdgehen,
eine Affäre drin hatten und hast das Leid gesehen.
Und in dem Moment kommt das wieder bei dir hoch
und du bekommst da die Gefühle der Eltern ab.
Und vielleicht auch deine eigene Unsicherheit und Angst als Kind.
Was passiert da jetzt hier mit uns und unserer Familie?
Bleibt das bestehen?
Alles Dinge, die können da dann plötzlich mit reinspielen,
warum eben für den einen Flirten so etwas Unverfängliches,
Normales im Alltag ist und für den anderen eben verletzend
eine Gefahr und Unsicherheit birgt.
Aber glaubst du, dass es auch so Männer-Frauen-Ding ist?
Also ich habe gerade so überlegt, da habe ich auch an einem Coaching,
was das schon ein paar Jahre her ist, gerade gedacht,
also wenn wir die Situation mal anders spielen würden,
dass mir das passiert wäre als Frau,
glaubst du, für dich als Mann wäre das sozusagen schlimmer?
Weil da sagte jemand nämlich im Coaching,
ich kenne ja die Männerseite,
ich weiß ja, wie Männer denken, ticken, was Männer wollen.
Erinnerst du dich auch noch an den Coaching-Fall,
was ich so anspiele?
Ich glaube, das ist nicht Jahre her,
sondern ein Jahr oder so, eineinhalb Jahre?
Nee, ich weiß gar nicht, wie du meinst,
aber ich weiß nicht, ob man das anders bewerten würde.
Ich kann mir vorstellen,
dass die Reaktionen ein bisschen anders sind.
Weil manchmal ja auch Männer sich schwer tun,
wenn Frauen dann zum Beispiel abends alleine feiern gehen.
Dass dann gesagt wird,
in unserer Mädelsgruppe, aber wenn du doch vergeben bist,
was machst du denn da?
Weil da sind ja Männer unterwegs, die suchen ja andere Frauen.
Ist natürlich sehr klischeehaft,
aber es ist auch manchmal ein Thema im Coaching.
Ja, ich glaube, ich könnte mir vorstellen,
dass Männer tendenziell mehr Wut entwickeln
auf diesen fremden Mann, der das gemacht hat.
Dass da sehr viel Wut manchmal entsteht.
So dieses, wie kann das,
mit meiner Frau passieren?
Und der macht das, so dieses Übergriffige.
Ja.
Das Beschützen mehr.
Genau, dieses Beschützen.
Da geht, glaube ich, mehr Wut so in diese Richtung hin.
Das kommt natürlich auch darauf an, wie gefestigt bin ich?
Ja.
Und vielleicht, wie bist du losgegangen?
Ja.
Wenn wir vielleicht vorher schon so einen kleinen Konflikt hatten,
weil ich vielleicht sage,
oh, Ina, dein Ausschnitt, der muss das sein,
wenn du alleine mit Freunden unterwegs bist.
Und das ist vorher schon so ein Thema.
Und dann würde sowas passieren.
Dann ist es sicherlich auch so,
dass man,
da wieder anders davor wäre.
Es gibt bestimmt verschiedenste Dynamiken
und wieder Einwirkungen darauf.
Aber tendenziell,
würde ich vermuten, dass das eine Variante ist, die wahrscheinlicher ist als die Variante, dass halt eine Frau proaktiv einfach einen fremden Mann küsst sozusagen. Aber hier ist es eben so rum passiert.
Allgemein sagtest du ja vorhin, es gibt so ein bisschen dieses Abstimmen, ab wann das für die eine Person Flirten ist oder Fremdgehen ist, ab wann nicht. Und eigentlich ist es ja so eine Sache, die häufig am Anfang von einer Beziehung eher passiert.
Ja, dass wenn ein Mann frisch zusammenkommt, dass man dann sich erstmal so ein bisschen eingrooven muss und gucken muss, okay, welche Vorerfahrungen bringt jeder so mit? Wie ist das so im Freundeskreis? Wie grüßen die sich? Wie eng sind Freundschaften zu Männern, zu Frauen?
Da gibt es ja auch ganz viele Glaubenssätze, dass Frauen zum Beispiel nicht mit Männern befreundet sein können. Das ist auch manchmal im Coaching noch ein Fall, dass gesagt wird, das kann ich irgendwie nicht akzeptieren, dass der Kumpel aus deiner Vergangenheit, dass ihr euch irgendwie so trefft auf eine Cola, sag ich mal.
Ohne, dass da was läuft. Und das gleicht man ja eigentlich am Anfang häufig ab.
Das passiert, aber das sollte natürlich auch irgendwann vielleicht mal so ein bisschen abgedatet werden.
Ja, na klar.
So wie mit allen Themen, dass man da fortlaufend drüber spricht. Und ja, gerade der Anfang der Beziehung ist auch manchmal spannend dafür. Wenn man mal zurückgeht an den Punkt, wann war es mal gut, habe ich gerade ein Thema im Coaching, wo das recht lange dauerte.
Also diese Anbahnungsphase war sehr lang und einer von beiden war natürlich früher bereit, sich für eine Beziehung zu committen als der andere. Und in dieser Anbahnungsphase war schon vereinbart, aber trotzdem, dass man sich schon exklusiv irgendwie hat.
Also wir haben jetzt keine Beziehung, aber wir wollen jetzt auch nicht links und rechts so, aber wir gucken mal. Das hat dann eine Weile gedauert.
Dann gab es da auch ein paar Mal eine Flirt-Situation und die war an sich aber zum Beispiel hier gar nicht das Problem eigentlich, sondern dass das erst später erzählt wurde.
Also das ist erst später, als dann die Beziehung schon begonnen hat, so in Häppchen erzählt worden und das hat was gemacht.
Also hier ging es jetzt zum Beispiel gar nicht um das Flirten an sich, sondern eher wieder darum, dass es nicht ausgesprochen wurde.
Und deswegen meinte ich vorhin eben auch, dass die Kernfrage häufig ist, was macht man danach daraus?
Wie offen erzählt man das? Berichtet man davon? Wie reflektiert man das nochmal?
Also darüber zu sprechen und das nicht zu verheimlichen, das nimmt dem Ganzen ja auch dann so ein bisschen den Zauber, die Magie raus.
Wenn man aber nicht darüber spricht, dann ist das irgendwie komisch. Warum nicht?
Ja, ich hatte. Auch ein paar jetzt gerade im Coaching.
Da war das so, dass die beiden in Beziehung waren und da haben die sich kennengelernt als Freunde, war lange Zeit befreundet und dann hat sich durch Freundschaft so ein bisschen dieses Flirten entwickelt.
Und dann haben sich beide von ihren Partnern aber in der Freundschaft sozusagen getrennt.
Aber sie waren halt immer sehr flirty unterwegs und das wurde immer viel rumgeflaxt auf Partys und irgendwie lief da auch so ein bisschen mehr, aber sie kamen nicht so wirklich zusammen.
Dann sind sie zusammengekommen und jetzt hat sie ein Kind bekommen.
Vor einiger Zeit. Und jetzt war so ein bisschen das Gefühl, jetzt geht er alleine wieder auf Partys erstmal los, weil sie bei dem Kind zu Hause ist.
Und da das Gefühl, ja, ich weiß ja noch, wie wir uns kennengelernt haben, dass du jemand bist, der so ein bisschen locker unterwegs ist, viel Kontakt zu anderen Menschen hast.
Und mit mir fing das ja sozusagen auch so an, so ein bisschen flirtend und lustig.
Und da ja auch dieses, wann war es mal gut, ist natürlich schwierig, wenn das Vertrauen am Anfang durch diese Beziehungsgeschichte so erschüttert war.
Ja, ich denke beim. Beim Thema Flirten kommt es da wirklich drauf an, wie gefestigt bist du selbst in dir.
Das ist schon mal so ein großer Punkt.
Das macht wenig mit dir, wenn du sehr selbstbewusst bist und kaum Eifersucht empfindest.
Wenn du aber natürlich dort viele Selbstzweifel vielleicht mit dir selber hast, eifersüchtiger eher so vom Typ her bist, dann ist es natürlich schwieriger.
Und wie stabil ist das Beziehungsfundament?
Wie sicher?
Wie sicher fühlen wir uns miteinander?
Wenn wir uns sehr stabil fühlen, also wirklich sagen, wir lösen unsere Verletzungen miteinander auf und haben ein sicheres Fundament miteinander, haben keine Mangelgefühle,
dann ist das Ganze, glaube ich, etwas, was man sehr schnell als Paar beiseite fegt, sich das eher lustig erzählt und sagt, dann ist das eine lustige Geschichte.
Wir standen da am Rumregal und das macht nichts.
Das macht nichts mit einem gefühlt.
Ja.
Wenn schon Themen da sind und gerade diese Vorerfahrungen oder wie ist die Beziehung entstanden?
Das ist auch häufig ein sehr wichtiger Anteil, wenn aus einem Mangelgefühl heraus über so ein Flirten im Supermarkt wir eine Affäre begonnen hätten,
weil wir beide unglücklich mit unseren vorherigen Beziehungen waren, hatten also Mangelgefühle, treffen uns im Supermarkt, flirten, tauschen Nummern aus,
beginnen eine Affäre und kommen später zusammen.
Dann wäre die Geschichte, die du erzählt hast, für uns schwierig.
Dann würde die nämlich Unsicherheit machen, weil das so eine Geschichte ist, dass man weiß, unbewusst ja, von sich selbst und auch vom anderen,
wenn so ein Mangelgefühl da ist, dann war das schon mal so, dass da keine Lösung gefunden wurde oder es nicht ausgesprochen wurde
und schon mal der Weg war, in eine Affäre zu gehen.
Das heißt, selbst wenn man sich später festigt und sagt, das würde nicht nochmal passieren,
es ist trotzdem so, dass diese Brille da ist und diese Angst da ist, aus der Prägung heraus.
Das heißt, die Vorerfahrungen spielen da fürs Gefühl und was das mit einem macht, eine riesige Rolle, glaube ich.
Also geht es auch ganz viel um Anerkennung, um Wertschätzung und was ja einfach auch so ist, dass jeder Mensch sich ja auch gerne irgendwie bestätigt fühlt.
Also wir alle wollen ja in Verbindung sein und Komplimente oder Flirten ist ja grundsätzlich erstmal für die allermeisten Menschen etwas,
was sich angenehm fühlt.
Was sich angenehm anfühlt, weil man so Bestätigung bekommt, weil man Wertschätzung bekommt, weil man sich geschmeichelt fühlt.
Also das ist ja häufig etwas, wenn es gut gemacht ist, wenn es jetzt nicht irgendwie total flach ist und man denkt, okay, wie billig ist das denn?
Dann ist es ja eigentlich was Schönes und ich finde das auch mal schwierig, wenn man sagt, man findet, obwohl man in einer Partnerschaft, in einer Ehe ist,
gar kein anderer Mensch mehr attraktiv.
Also das ist ja, finde ich, auch etwas, was so ein bisschen realitätsfern ist oder so.
Also das heißt ja nicht. Nicht, dass ich Aufmerksamkeit für andere Männer, andere Frauen haben möchte, aber ich habe ja trotzdem noch etwas Visuelles.
Also ich möchte, mein Gefühl als Frau oder als Mann, obwohl ich in einer Partnerschaft bin, ist ja trotzdem noch da.
Wäre komisch, wenn nicht, oder?
Ja, aber es wird ja manchmal so gesagt, es ist so, ich habe nur noch Augen für meine Frau oder ich sehe keine anderen Männer mehr.
Ja, also das kann man so sagen, aber ob das der Realität entspricht?
Würde ich behaupten, bei den meisten eher nicht.
Also ich finde das sehr angenehm, wenn man das eher offener Hand hat und das ist ja auch ein Zeichen von Vertrauen und von, das ist einfach authentisch.
Und man lässt sich auch mit einem guten Freund im Auto unterwegs im Sommer und dann sagt er auch, dass er den Sommer gern mag und so weiter.
Er mag gern gucken.
Ich weiß jetzt schon, wen du meinst.
Aber ich weiß auch, dass das mit der Partnerin kein Problem ist.
Ja.
Und dass das auch völlig in Ordnung ist, weil da auch dann die volle Klarheit ist, weil das auch so ein bisschen aus diesem Ästhetischen heraus ist, man guckt gerne.
So und das finde ich gar nicht schlimm.
Aber das ist eben, wenn man es verheimlicht, auch hier ist wieder eher der Umgang damit die Frage, wenn man jetzt das offen miteinander kommuniziert hat und sagt, es gibt andere Menschen, die man attraktiv findet, man schaut auch gern mal sich um und findet das ästhetisch und ansprechend,
dann ist das erstmal kein Problem.
Kein Problem, wenn das stabil ist zwischen beiden.
Wenn man das jetzt aber heimlich machen würde, nur wenn man alleine unterwegs ist mit Männern, aber dann wiederum zu Hause sagt, ich habe nur Augen für dich.
Ja.
Und dann läufst du aber mit deiner Partnerin am Strand längs und drehst dich um und guckst da längs und dann ist doch klar, dass das nicht authentisch ist.
Und dann macht das auf einmal ein Gefühl.
Ja.
Weil dann wird da was verheimlicht.
Dann ist da irgendwas nicht in Ordnung.
Das heißt immer dann, wenn Systemgesetz 1 getriggert wird.
Also Ausschluss, ne, im Ausschluss in Form von, ich erzähle nicht die Wahrheit, ich sage dir nicht, wie ich da wirklich drüber denke und ich mache die Dinge heimlich, nur wenn du nicht dabei bist, dann ist es ein Problem.
Und letztendlich, wenn wir immer darüber sprechen, ab wann ist das ein Ausschluss und wie darf ich zum Beispiel über dich sprechen, wenn du nicht dabei bist, dann sagen wir immer faktisch, ne, wenn ich sage, wann hast du Geburtstag, ist ein Fakt oder sowas oder wo bist du gerade, kann ich erzählen, solche Dinge oder im Zweifelsfall muss ich immer,
kontrollieren, damit ich dich nicht ausschließe, so über dich zu sprechen, als würdest du mir neben mir sitzen.
Ja.
Wenn ich etwas sagen würde, was ich nicht sagen würde, wenn du neben mir sitzt, dann darf ich es nicht aussprechen.
Und so ist das mit dem Verhalten ähnlich.
Wenn ich dich nicht ausschließen möchte, dann verhalte ich mich auch so, wie ich mich verhalten würde, wenn du neben mir bist.
Das heißt, im Umgang mit anderen Frauen, angenommen man ist auf einer Party und man verhält sich anders zu Frauen.
Als ich mich verhalten würde, wenn du bei mir wärst, dann ist es eigentlich ein Ausschluss.
Ja.
Ja, wollen wir mal schauen, was man
so probiert, also was natürlich häufig
entsteht, wenn dort so Dinge
vorfallen, ist erstmal Kontrolle
zu versuchen, Dinge zu kontrollieren
eben
die Kleidung zu besprechen, wie geht
man so raus, wie macht man sich zurecht
mit wem geht man zur Party
was macht man da
vielleicht auch die Fehler bei der Frau suchen
oder bei dem Mann
je nachdem, zu sagen, Mensch
aber dann hast du dem doch vorher schon schöne Augen
gemacht, wenn er dich da beim Rum anspricht
was hast du denn vorher gemacht
also dieses
da ist doch dann irgendwas
dieses Misstrauen
was dann in Kontrolle mündet
das funktioniert natürlich nicht
wir können nicht dauerhaft den anderen kontrollieren
das muss ins Vertrauen
münden und darf
nicht in Kontrolle enden
was viele ja auch machen ist diese
aktive Rückverletzung
also das ganz bewusste
zurückschießen, also
so wie du mich jetzt
verletzt hast, so werde ich dir auch mal
zeigen, dass das unangenehm ist und dann
ja auch
mit jemand anderem flirten
obwohl ich eigentlich gar nicht flirten will, aber nur damit
ich sagen kann, ne, so
dass ich auch ein nettes Gespräch hatte
oder bei dir halt auch irgendwie
ein Gefühl damit machen kann
also was kann man denn jetzt
konkret machen, wenn das Thema
Flirten in der
Beziehung immer wieder mal ein Konfliktthema
ist und wenn man das Gefühl
hat, da ist irgendwie keine Vertrauensbasis da
Ja, man könnte
erstmal die eigenen Anteile prüfen
und eben schauen, liegt das an mir
in der Form, dass ich da besonders
sensibel reagiere
dass ich vielleicht schon kleinste Signale
als Flirten wahrnehme
dass ich da dann direkt
starke, ungute Gefühle
Selbstzweifel, Zweifel
in der Beziehung, Unsicherheit spüre
und merke, dass da was
mit mir passiert, dann
kann es durchaus sein, dass man dort
selber eben was Prägendes
mitbringt
es könnte eine Verlustangst da sein
es könnten viele verschiedene Dinge da sein
eben innere Ängste, Sorgen,
Instabilität, Unsicherheit
die man so durch Vorerfahrung
mitbringt und dass man sich da erstmal
selber hinterfragt und schaut
bin ich da vielleicht etwas
zu sensibel, sind da Dinge in der Vergangenheit
wo ich vielleicht
für mich selber sorgen kann
um mehr Stabilität und mehr Vertrauen
zu haben
und dann gibt es natürlich auch die Variante
dass man vielleicht keine Präung
wie du sagst mitbringst, sondern etwas in der Beziehung
entstanden ist, also Verletzungen
in der Beziehung sind, die
sozusagen einen so sensibel gemacht haben
weil man sagt, da gab es schon mehrere Situationen
wo du mir so ein Gefühl geben hast, dass das Vertrauen
schwierig zwischen uns ist
und da würde man dann in dem Sinne schauen, wann war es mal gut
also zurückkehren
und das mal aufarbeiten und mal schauen
wie sieht unser Fundament aus
also ist unser Fundament sozusagen eh schon total
bröckelig und es gibt noch andere Lebensbereiche
wo ich denke, oh Verbindlichkeit
Commitment zwischen uns ist schwierig
und ich habe dann so eine Brille
auf dich, ich würde dir das als Mensch
zutrauen, das zu machen
oder nächsten Schritt zu machen
dann ist es wichtig auf das Fundament zu schauen
und das erstmal zu stärken, weil wenn ich einen anderen
Blickwinkel auf dich habe, weil der Wert Vertrauen
in unserem Fundament fest ist
dann erledigt sich eigentlich auch das Thema Flirten
weil ich dann da entspannter sein kann
weil ich bin mir ja dir sicher
und dann ist das so
wie du schon sagst, das ist auch so eine Typfrage
ich hatte mal jemanden im Coaching
der war sehr lange Single
und war sehr flirty unterwegs
natürlich, sehr viele Dates dann gehabt
und so weiter und irgendwann
hat er eben eine Frau kennengelernt
mit der er dann sich auf einmal
vorstellen konnte, was gar nicht seine Absicht
war zu der Phase, eine Beziehung
einzugehen. Könnte auch so ein Film sein
und dann startet das
und dann treffen die sich
auf einer Hausparty mit vielen
anderen, also sind sie beide
eingeladen und
dann sagt er
einen Satz irgendwann betrunken zu einer
anderen Frau, mit der er dort
dann in einem Gespräch war
der aus
seiner Sicht eher ein Kompliment
und eine Sicherheit
für seine Freundin war
seine Freundin aber tief verletzt hat
und der Satz war
wenn ich nicht
mit XY zusammen wäre
dann würde ich heute mit dir schlafen
so und das
ist natürlich etwas
wo er sagt, da habe ich mich klar zu
meiner Freundin bekannt
oh Gott
ja
das ist eben das
hat sie sehr verletzt und im Nachhinein
kann er das natürlich auch sehen, es war viel Alkohol
mit dabei und so weiter, aber für ihn
aus der Phase, aus der er rauskommt
und wo er lange lange Zeit
dann eben flirten unterwegs war
und eben wirklich mit der Frau dann wahrscheinlich
im Bett gelandet wäre, hat er sein
Verzicht sozusagen nochmal
als positiv
verkaufen wollen
sein Verzicht
war schon positiv für ihn
und deswegen, so war auch der Satz gemeint
aber natürlich am nächsten Tag
nüchtern und mit
dem, dass das sie verletzt hat, das konnte
er natürlich dann sehen und nachvollziehen
was das gemacht hat und konnte das dann
verstehen, aber er hatte eben eine gute Absicht
und aber
hat eben eine Verletzung ausgelöst
aber
das ist gerade, es kann schon was in der Beziehung
entstanden sein und das stimmt
das ist natürlich immer sehr sehr relevant
gerade wenn vielleicht schon mal ein Fremdgehen
da war
dann ist es natürlich
sehr naheliegend, dass man
sensibel reagiert
je nachdem wie gut man das verarbeitet hat
aber ich würde behaupten
dass auch wenn man das verarbeitet hat
man sensibler als vorher weiterhin
trotzdem drauf schaut
deswegen ist es ja auch so wichtig, wirklich über die Grenzen zu sprechen
und sich da mal abzustimmen
weil jeder Mensch handelt
in positiver Absicht
aber man hat halt nicht
die gleiche Wahrnehmung
und das darf man abgleichen
also ich sag ja auch immer zu den Paaren
Ziel ist es nicht, dass wir euch jetzt hier klonen
und ihr genauso denkt und handelt wie der andere
und es ist alles harmonisch und super
sondern jeder Mensch ist anders und der darf auch anders bleiben
die Frage ist nur
kann man nicht den Blickwinkel so auch austauschen
dass nicht so viele Verletzungen entstehen
und wie kann man auch so ein bisschen einen Blickwinkel entwickeln
dass man schaut
könnte das den anderen verletzen
und dann würde ich sagen
ist das so wie mit so rhetorischen Stilmitteln
Ironie, Sarkasmus
das kannst du alles machen
und ist alles lustig
wenn das Fundament stabil ist
dann kann man das total gut machen
wenn das Fundament aber instabil ist
und insbesondere zu diesem Themenbereich
schon Verletzungen vorliegen
dann darfst du eben keine rhetorischen Stilmittel benutzen
dann ist das nicht witzig
sondern triggert eine Verletzung
und das ist mit dem Flirten sicherlich ähnlich
wenn es dazu Verletzungen und Vorerfahrungen gibt
dann ist es schwierig
wenn das Fundament stabil ist
dann ist das wahrscheinlich kein Problem
also zusammenfassend Kommunikation
ganz ganz wichtig in dem Punkt
dass man offen und klar miteinander spricht
dass man auch ausspricht
wenn man in Situationen ist
und das als unangenehm empfunden hat
oder als grenzüberschreitend von der anderen Person
damit der andere auch das Wissen hat
und auch eine Rückmeldung bekommt
und auch das wirklich zuordnen kann
weil sonst ist das so allgemein
sonst kann man das immer nicht greifen
ja wie meinst du das
und wenn das direkt in einer Situation passiert ist
und man im Nachhinein sagt
nach der Situation wenn die beendet ist
oder ein paar Stunden später
guck mal
das macht bei mir jetzt irgendwie im Nachhinein noch ein Gefühl
eben in der Situation hast du so und so reagiert
geantwortet
genau
oder auch mal nachfragen
also ganz bewusst wenn man das erzählt
auch gleich aufzeigen
dass man interessiert daran ist
wie das der andere empfindet
da fragen wir wie ist das für dich
wie fühlt sich das für dich komisch an
habe ich da aus deiner Sicht schon eine Grenze überschritten
also ganz konkret fragen
und interessiert daran sein
ob das für den anderen eine Grenzüberschreitung war oder nicht
und dann kann man ganz klar aussprechen
ja oder nein
und nochmal die Grenzen neu austarieren
denn wie du schon sagst
man klopft das am Anfang der Beziehung ab
aber wenn die vielleicht 10, 15 Jahre zurückliegt
und man hat sich mit Anfang, Mitte 20 kennengelernt
ist das vielleicht Mitte, Ende 30
vom Empfinden her vielleicht auch anders geworden
vielleicht ist man auch mit Mitte 20
da total entspannt gewesen
und jetzt mit Mitte, Ende 30
auf einmal mit einem Kind
und an den Dingen die man so aufgebaut hat
sieht man das vielleicht deutlich unentspannter
vielleicht
oder weist dem auch eine andere Normalität zu
in den 20ern
wo man sagt hey da ist man ja auch viel unterwegs
ist viel mehr am Ausgehen
macht viel mehr Partys
da ist das auch normal
da sind viel mehr Gelegenheiten da
sodass das jetzt dann schon komisch ist vielleicht
dass man das auch updatet
und wirklich dann konkret fragt
wie fühlt sich das für dich an
war das okay
würdest du sagen ich hätte mich da bremsen müssen
wie ist in deinem Gefühl das auch okay
wie ich reagiere
um eben den anderen nicht auszuschließen
und nicht zu verletzen
ja selten ist Flirten in der Beziehung
der Auslöser dafür
dass man sich bei uns meldet
sondern eher ein Bestandteil
von vielen emotionalen Verletzungen
innerhalb der Beziehung
die dann zur Krise führten
und wenn bei uns
bei euch das der Fall ist
und ihr merkt
euer Fundament ist doch recht instabil
das Vertrauen ist schwierig
ihr neigt eher dazu
den Partner, die Partnerin zu kontrollieren
dann meldet euch sehr gerne bei uns
fürs telefonische Erstgespräch
und wir schauen mal gemeinsam
wie wir euch da gut unterstützen können
danke fürs Zuhören
bis bald
bis dann
Untertitelung des ZDF für funk, 2017
Podcast Summary
Key Points:
Flirtverhalten in einer Beziehung wird unterschiedlich wahrgenommen, je nach individuellen Vorurteilen und persönlichen Erfahrungen.
Das Vorhandensein eines Rings oder eines Kindes wird für viele nicht als Hinderung für Flirt angesehen, aber es kann trotzdem Verunsicherung auslösen.
Die Reaktion auf Flirten hängt stark von der Stabilität des Beziehungsfundaments ab – bei unsicherem Vertrauen entstehen oft Verletzungen.
Offene Kommunikation über flirrende Situationen ist entscheidend, um Grenzen abzustimmen und Verletzungen zu vermeiden.
Flirt ist nicht per se verletzend, sondern wird als solches wahrgenommen, wenn es in Verbindung mit Verheimlichungen oder Kontrolle steht.
Die Wahrnehmung von Flirt variiert zwischen Männern und Frauen, wobei Männer oft stärkere Wut und Beschützungsbedürfnisse zeigen.
Unbewusste Handlungen, wie z. B. bei Alkohol, können zu grenzüberschreitenden Momenten führen, die später Verletzungen auslösen.
Die Entwicklung von Vertrauen und Verständnis über die Vergangenheit ist entscheidend für eine stabile Beziehung.
Summary:
Ein flirrender Moment in einer Beziehung wird nicht automatisch als verletzend wahrgenommen, sondern hängt stark von den persönlichen Werten, Erfahrungen und der Stabilität des Vertrauens ab. Die Studie aus dem Jahr 2020 zeigt, dass 26 % der Frauen Flirt als Fremdgehen wahrnehmen – eine Zahl, die auf das starke Empfinden für Vertrauensbrüche hinweist. Ob ein Moment als Flirt gilt oder nicht, hängt nicht nur von der Situation ab, sondern von der Haltung danach: offene Kommunikation, Rückmeldung und die gemeinsame Abstimmung von Grenzen sind entscheidend.
Wenn Beiden klar ist, wie sie mit flirrenden Situationen umgehen, entstehen weniger Konflikte. Einige Personen sind besonders empfindlich, weil sie aus der Vergangenheit Verletzungen erlebt haben, was wiederum zu Angst und Unsicherheit führt. Dazu gehören auch Vorurteile wie „mehr Freundschaft mit Männern ist unerlaubt“ oder das Gefühl, dass man nur noch Augen für die Partnerin haben sollte.
Solche Ängste werden jedoch durch authentische, offene Kommunikation abgebaut. Wichtig ist, dass niemand in der Beziehung auf „einen Flirt“ als Auslöser für eine Krise hinwirkt – vielmehr ist Flirt oft ein Symptom eines instabilen Fundaments. Um das zu heilen, sollten Paare ihre Beziehungsgeschichte reflektieren, die Grenzen klären und gemeinsam das Vertrauen stärken.
So wird Flirt nicht zum Konfliktthema, sondern zu einem Teil eines authentischen, wertschätzenden Umgangs miteinander.
FAQs
Ein einfaches Ansprechen kann bei einem verheirateten Partner als flirten wahrgenommen werden, besonders wenn er aufgrund seiner offenen Art oder des Kontexts wie zum Beispiel beim Einkaufen mit seinem Sohn unterwegs ist.
Für viele Menschen ist ein flüchtiges, freundliches Gespräch oder ein kleiner Austausch nicht verletzend, solange es keine privaten Nummern oder heimlichen Kontakte gibt und keine offensichtliche Grenzüberschreitung stattfindet.
Das Paar sollte offen über ihre Wahrnehmung sprechen, fragen, wie es für den anderen empfunden wurde, und gemeinsam Grenzen definieren, um Verletzungen zu vermeiden.
Das liegt oft an persönlichen Vorerfahrungen, wie etwa Elternaffären oder frühere Beziehungen, die Angst und Unsicherheit auslösen und das Vertrauen in der aktuellen Beziehung erschüttern.
Ein plausibler Grund ist ein beruflicher Austausch, wie zum Beispiel beim Arbeiten in einem gemeinsamen Gebäude oder bei gemeinsamen Projekten, wobei die Nummern getauscht werden, um eine mögliche Beziehung zu fördern.
Mit zunehmendem Alter und Lebenserfahrung kann das Gefühl von Flirten sich ändern: Was in der Jugend als normal erschien, wirkt heute vielleicht als verletzend, besonders wenn Vertrauen und Sicherheit fehlen.
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