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Feministische Stadtgeographien (mit Dr. Inken Carstensen-Egwuom)

31m 36s

Feministische Stadtgeographien (mit Dr. Inken Carstensen-Egwuom)

Der Podcast diskutiert feministische Stadtgeografie als Teil feministischer Geographien. Diese Perspektive untersucht, wie Städte und ihre Räume durch Machtverhältnisse, insbesondere patriarchale und kapitalistische Strukturen, geprägt sind. Ein Fokus liegt auf der geschlechtlichen Organisation des Stadtraums, der Repräsentation oder Marginalisierung von Identitäten und der kritischen Reflexion von Konzepten wie "Angsträumen" oder der "Stadt der kurzen Wege". Letztere werden nicht als einfache Lösungen gesehen, da sie oft binäre Geschlechterrollen reproduzieren können. Stattdessen wird eine Infrastruktur gefordert, die Sorgearbeit unterstützt, ohne sie ausschließlich Frauen zuzuschreiben. Die Forschung ist normativ ausgerichtet, zielt auf gerechtere Städte ab und betont die Reflexion der eigenen Positionalität. Am Beispiel der Forschung in Flensburg wird gezeigt, wie feministische Stadtgeografie intersektional vorgeht und koloniale Kontinuitäten, rassistische Ungleichheiten und die unsichtbare Arbeit in der Stadtentwicklung aufdeckt. Sie verbindet empirische Arbeit vor Ort mit theoretischen Perspektiven, etwa der schwarzen feministischen Kritik.

Transcription

3931 Words, 26491 Characters

German
Herzlich willkommen zum Fem Geopotcast, ein Podcast über feministische Geographien. Mein Name ist Valugoris und mir gegenüber sitze Elisabeth Mielitz. Hallo malo, schön dich zu sehen. Schon bei der Einführungsfolge haben wir schon darüber gesprochen, dass sich auch häufig mit der Frage konfrontiert werde. Was hat eigentlich Feminismus mit Geografie zu tun? Und da fällt es wieder häufig gleich als Beispiel feministische Stadtplanung bzw. feministische Stadtgeografie zu nennen. Außerdem hab ich ja auch ein paar Kommitonen von mir gefragt, was sie so mit feministischen Geografien assoziieren. Und auch da hat ja Pauline eine Freundin von mir gesagt, dass sie eigentlich vor allem feministische Stadtgeografien mit feministischen Geografien konfrontiert. Ja, ich bin das zwar witzig, weil auch ich krieg ja viele Anfragen für Abschlussarbeiten und die Studierenden wollen dann immer eine Abschlussarbeit in feministischen Geografien schreiben. Und dann sage ich ja, super. Und was ist denn Ihr Themenvorschlag? Und dann kommen Ihnen irgendwie gefühlt. 90% der Fälle kommt immer erst mal ein Stadtgeografisches Thema. Also ein feministisches Stadtgeografisches Thema auf feministisch Geografischer Perspektive. Und dann denke ich mir immer, und das schreibe ich auch zurück, ja, das ist ja total spannend. Aber ich bin halt wirklich viel, aber sicher keine Stadtgeografien, keine feministische Stadtgeografien, da sehe ich wirklich auch meine Expertise nicht. Und ich finde es immer auch lustig, dass es immer so das erste Thema ist, was ganz viele Studierende, somit feministischen Geografien in Verbindung bringen. Und ich habe mir überlegt, dass wir vielleicht beide heute mal ein bisschen mehr darüber lernen und es dann vielleicht noch besser warten können. Was ist dann eigentlich, was sind denn eigentlich feministische Stadtgeografien? Was wollen die, was steht da im Fokus? Fragen wir doch am besten eine Person, die sich tatsächlich auch in der Forschung mehr mit feministischen Stadtgeografien beschäftigt. Und da ist mir als erstes Doktorin Ingen-Castisen-Equum von der Uni-Flandsburg eingefallen, die ist dort wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Geografischen Institut. Und ich würde vorschlagen, wir rufen sie einfach mal an. Hallo Ingen, schön dich zu hören und danke, dass du als Gäste in unserem Podcast kommst. Hallo, ich freue mich auch. Auch, hallo von mir, schön, dass du da bist. Ja, fangen wir direkt mal an mit unserer ersten Frage, was können wir uns denn unter feministischen Stadtgeografien vorstellen und was unterscheidet diesen Zugang von klassischen Stadtgeografien? Ich hatte mit der Frage tatsächlich ein bisschen zu tun, weil ich überlegt habe, ob nicht viele Aspekte feministischer Kritik schon auch in zumindest kritische Stadtgeografien eingeflossen sind. Also, das Raum halt nicht was ist, was wir einfach so hinnehmen, als der ist halt so da und selbstverständlich, sondern dass wir in hinterfragen und dass wir auch fragen, in welchen gesellschaftlichen Machtverhältnisten wird der denn produziert? Also wer hat wie entschieden, welche Strukturen, wo, wie stehen und wie die miteinander verbunden werden? Und das ist ja also raum, als macht voll konstruiert, ist ja auch klar schon in vielen Bereichen, einfach als Grundlage der Forschung verbreitet. Aber feministische Stadtgeografie würde ich sagen, ein paar Kennzeichen gibt es schon, die ich sagen würde, also einmal die Tese, das eben auch geschlecht und geschlechtliche und sexuelle Identität in Städten. In Städten räumlich organisiert es und auch Staatsstrukturen bestimmte Möglichkeiten bieten, der Anreignung von Stadtraum, vergisslechtlich und auch der Gestaltung von Geschlechterverhältnisten, also zusammenleben. Und auch Stadträume natürlich, Orte der Repräsentation sind, also was für Statuen stehen, wo und bestimmte Arten von geschlechtlichen und sexuellen Identitäten auch repräsentieren oder auch nicht und marginalisieren auch. Und ich würde sagen, dass gerade feministische Stadtgeografien auch immer einen Stück normativ sind, klar positioniert hin zu einer immer zipaturischen Veränderung von Stadt, also einer stärkeren Möglichkeit, ja, Exklusion, Restriktion und Gleichheiten zu überwinden, Raumnutzung zu ermöglichen, für alle Menschen, Raumanneignung zu ermöglichen. Und da immer aufmerksam zu sein, für vergisslechtliche Ungleichheiten. Und die Frage, wer eigentlich unter welchem Bedingungen, wie Forschung zu Stadt betreiben kann, ist auch ein Teil für feministischer Stadtgeografie. Wer macht auch Stadtplanungen, welche Erfahrungshintergründe sind, wo eigentlich repräsentiert und da eine klare Auseinandersetzung mit der eigenen Sicht auf die Stadt, also die auch eingeschränkt ist, auch auf eigenen Erfahrungen basiert, auf bisher repräsentierten Theorien mit einer eigenen, ja, wie erlebe ich die Stadt im Alltag, hat Einfluss auf meine Forschung. Also, dass diese Reflexion ist für mich auch immer ein Kennzeichen feministischer Forschung und auch eben feministischer Stadtgeografie. Und dann als letztes Kennzeichen würde ich noch sagen, dass die feministische Stadtgeografie ganz stark auch die Stadt reflektiert mit der Entwicklungen kapitalistischer Gesellschaften, der Industrialisierung und der institutionalisierten Trennung von Privat- und Öffentlichkeit. Also so auch dieser Zuweisung von Frauen in eine privates Fähre und der Unterscheidung von Arbeit, der Sorge, dass so dem Heim zugewiesen wird und der Produktion der Industrieproduktion und wie sehr das in kapitalistischen Gesellschaften eben so eine Trennung gibt und eben eine Abwertung der Sorgearbeit, die nicht bezahlt wird und Frauen so zugeschrieben. Also ganz stark feministiert ist und ihnen so als quasi natürlich zugewiesen wird und diese Ungerechtigkeiten in dieser Art von Trennung, die auch räumlich sich zeigt, damit beschäftigt sich feministische Stadtgeografie. Mir ist aufgefallen, dass in der letzten Zeit sowieso dieses Thema feministische Stadtplanung auch so in den Medien und mehr Aufmerksamkeit gewonnen hat und auch für mich gilt das als klassisches Beispiel, wenn ich feministische Geografien beschreibe, weil ich da häufig das Gefühl habe, dass da die Menschen am meisten Anknüpfungspunkte finden. Und da geht es vor allem wiederum um so die Stadt der kurzen Wege und dass man mehr Aufmerksamkeit auf so Angsträume richtet und eben auch dass die öffentlichen Verkehrsmittel zum Beispiel mehr für so Kerarbeit ausgerichtet sind. Aber so wie ich jetzt auch für feministische Geografien verstanden habe in den Texten, die ich da jetzt so gelesen habe, habe ich auch teilweise gemerkt, dass da erzählt wurden, dass solche bessere an anfänglichen Infrastruktur diese ungerechten Geschächterfältnisse auch reproduzieren. Ganz für das noch ein bisschen einordnen. Ja, danke für diese Frage oder auch diese Beobachtung, weil die Teile ich sehr, also ich würde sagen gerade diese Diskussion um Angsträume und die vermeintliche Lösung, bessere Beleuchtung hinzustellen, cementiert eigentlich eher die Idee, dass Frauen sich irgendwie nur im Ausnahmefall in dunklen Ecken bewegen dürfen nachts. Und wenn ihnen dann was passiert, ja, wären sie da doch nicht hingegangen oder hätten wir das doch beleuchtet. Also das ist ein victim blaming würde ich sagen, also die Frauen wiederum auf vermeintlich sichere Räume des Heims verweist irgendwie so festlegt und also zwei Sachen, also einerseits entspricht es überhaupt nicht den Statistiken zu Gefährdungen. Also Männer sind eher auch im öffentlichen Raum gewalt ausgesetzt und Frauen stärker in privaten Räumen, die oft als sicher für sie konstruiert werden. Und trotzdem gibt es natürlich diese Erfahrung der Unsicherheit. Ich denke, viele Menschen weiblich gelesen, aber auch migrantisch gelesenen Menschen kennen diese, diese Frage der Strategien des Produzierens von irgendwie einer Art von Sicherheit, wenn sie unterwegs sind. Also es sind irgendwie immer diese beiden Aspekte, aber zu reflektieren, wie sehr mein Gefühl von Unsicherheit auch von so öffentlichen Debatten oben, wo sollen sich Frauen eigentlich aus auffalten, geprägt sind und auch von patriarchalen Verhältnissen von gewähn der Raum eigentlich offen steht. Und das wiederum zu reflektieren, wenn ich mich beispielsweise als weiße Frau irgendwo Unsicher fühle, das finde ich auch wichtig. Also, dass diese Gefühle werden gesellschaftlich gemacht, die sind nicht einfach so da. Und es gibt dann Statistiken, es gibt aber auch öffentliche Diskurse, es gibt Erlebnisse, die mir andere erzählt haben, es gibt eigene Erfahrungen und es muss nicht immer so sein, dass ich mich Unsicher fühle, wenn ich mal eine schlechte Erfahrung gemacht habe. Es kann mich auch stärken und denke ich schafft das doch, habe ich in Forschung auch schon gelesen. Selbst Erfahrungen der Gegenwehr, wenn Frauen Erfahrungen gemacht haben, sich wehren zu können, teilweise stärkend sogar wahrgenommen wurden, ob jetzt Werbare Gegenwehr, um erstmal anzufangen. Und das zweite, diese Stadt der kurzen Wege, würde ich auch sagen, dass das ein klassisches Thema feministischer Stadtplanung, Stadtgeografie war, in den 70ern gegen diese Autozentrierte Stadt. Also auf Männer, zentrierte Planung, wo es quasi nur darum ging, wie kommt ein Mensch von seinem Wohnort, ein Mann, der Vollzeit arbeitet mit dem Auto von seinem Wohnort zu seiner Arbeitsstätte und dann direkt wieder zurück? So eine Art von Autozentrierte Stadtplanung hat ja die Realitäten von Hausarbeit, von Kerarbeit, von unterwegs sein Versorgung für Einkaufen, Kitarwege, alles, was jenseits von zur Arbeit und wieder zurücklegt, überhaupt nicht anerkannt. Und diese Art von Infrastrukturplanung zu machen, die das überhaupt anerkennt, das halte ich durchaus für feministisch, allerdings nicht, wenn es dann heißt, ja das machen wir für die Frauen. Wenn das, steht in so einem bineeren Geschlechterverhältnis reproduziert, dass wieder das genau Frauen dann für diese Tätigkeiten zuständig sind, am besten noch irgendwie in das natürlicherweise zuzuweisen. Ja, also Infrastruktur für Sorgearbeit zu planen, ohne diese Arbeit immer Frauen zuzuweiten und nur Frauen ausschließlich. Das würde ich sagen, ist wichtig und ein Beispiel, kann ich da aus eigener Erfahrung tatsächlich, das war sehr spannend, als ich in der in Bremen an der Uni gearbeitet habe, hatte ich ungefähr eine Pendelzeit von zwei Stunden. Also mit von Haus aus der Neustadt, mit dem kann man mit der Straßenbahn in einer halben Stunde bei der Uni sein. Ich musste aber über zwei verschiedene Kinderbetreuungsmöglichkeiten, einmal so eine Kurve fahren und die Busse fahren ja auch nicht ständig. Also dauerte das meistens ungefähr zwei Stunden, bis ich beide Kinder dann versorgt hatte und dann im Arbeitsplatz war es. In der klassischen Forschung zu Pendelern, männlich gedacht, ist das eine Fernpendeln. Also das heißt dann einfach "Fernpendeln", weil es zwei Stunden dauert, egal was dazwischen durch passiert. Aber natürlich war das kein Fernpendeln, weil ich keine riesen Strecke gefahren. Aber diese Tätigkeit, die ich gemacht habe, war in den Kategorien, die man da ankreuzten konnte, in so Fragebögen zu Pendelbeziehungen, die ich dann gesehen habe, überhaupt nicht da. Sie existierte nicht. Und das fand ich ein super Beispiel, also jetzt eher so aus meiner Erfahrung und als ich Fragebögen andere angeschaut habe. Und dass es die so eine Leerstelle gibt, einfach aus dieser. Ja, es gibt diese Erfahrung nicht, es gibt die Kategorie nicht in der Forschung, dann wird es auch nicht beachtet. Und das zu erreichen, das überhaupt beachtet wird, das ist ein feministisches Anliegen. Kannst du uns noch ein bisschen mehr über deine eigene Forschung im Feld der feministischen Startgeografien erzählen? Also wo zuvor stu, was interessiert dich? Warum, wie bist du ab dazu gekommen? Und wo vorst du auch? Ja, ich habe einen Beispiel mitgebracht hier zu meiner Forschung, die in Flensburg stattfindet, aktuell hauptsächlich. Aber ich bin tatsächlich zur feministischen Geografie gekommen, weil mich Rassismuskritik und Intersektionalität besonders interessiert haben im Bezug auf Migrationsforschung. Und diese Forschung hat in Bremen stattgefunden, also an dem Ort, wo ich auch diesen Fragebogen gesehen hatte von anderen. Und in Bremen schon habe ich mich mit, ja, damit beschäftigt wie sehr Colonialismus, globale Ungleichheiten und auch Migrationsverhältnisse prägt und auch stattstrukturen. Also in Bremen gibt es ja den Elefanten gleich am Hauptbahnhofer, aber auch das über sie Museum, die Reliefs am Hauptbahnhof. Also das fällt irgendwie so sofort ins Auge. Und das ist jetzt meine aktuelle Forschung in Flensburg. Ich bin von Bremen nach Flensburg gezogen wegen der Arbeit, nicht wegen deshalb, weil ich dachte, ich werde in Flensburg jetzt auch Coloniale Post-Coloniale statt Geografie machen. Aber habe über die Zeit einfach gelernt, ja, wenn ich nur tief genug Grabe wird es in allen europäischen Hafen stettten. Sehr, sehr viele Verbindungen zu Colonialismus, zu Fastglarwung, zu Plantagenökonomien geben, die nicht sofort auf der Hand liegen oder sichtbar sind und ganz oft auch sehr stark romanticiert erinnert werden. Aber die für so eine Stadtforschung, die sich auch mit Entstehung von Städten beschäftigt und Stadtentwicklungsprozessen über die Zeit, wie städtische Infrastrukturen, städtische Häfen, Repräsentationen entstanden sind und auch so Selbstbilder entstanden sind, dass das einfach überall interessant ist und Flensburg ganz besonders, weil die Flensburg eine deutsch-dänische Geschichte hat, also Flensburg sehr lange Zeit zu Dänemark gehört hat vom 15. Jahrhundert bis zum Dänischen Gesamststaat bis 1864 und dann ja zum deutschen Kaiserreich und deshalb sowohl in den Dänischen als auch einen deutschen Colonialismusverbindung hat. Und mich interessiert in dieser Stadtgeografie ganz besonders, wie so Selbstbilder, wie so Repräsentationen aussehen, wer nimmt eigentlich wie Raum ein mit welchen Erzählungen und für wen und wie ist der die Stadt ausgelegt. Wir haben schon gemerkt, so ganz viel Geschlechterverhältnisse sind da jetzt noch nicht aufgesaugt in meine aktuellen Forschung, aber vielleicht ein Beispiel, wie sozusagen auch mit Kollegen und Kollegen Geschlechterverhältnisse, aber doch immer einen Thema sind, wir haben letzten, ja einen Forschungsseminar gemeinsam mit Studierenden gemacht, wo wir uns den Christiansenpark ein Colonial entstanden erparkt, also aus Profiten, aus der Plantagenökonomie finanzierter Park angeschaut haben und da haben wir dann gemeinsam mit Studierenden so, alle haben so Protokolle angefertigt. Und ich fühle mich, wo, wann im Park und womit hängt das zusammen, was gibt es auch historisch zu beobachten, was gab es für Einschränkungen, auch welche Kleidung mussten beispielsweise Frauen, aber auch Männer tragen, um als im Park überhaupt planierend anerkannt zu werden, um als rechtmäßig da im Park sich aufenthaltende anerkannt zu sein. Wie können wir diese Fragen heute auch stellen, wer darf, wie sich aufgrund welcher Impliziten oder expliziten Regeln, wo aufhalten und was hat das mit Ungleichheiten, Geschlechterverhältnissen und Patrickalen Strukturen, aber auch anderen, also auch Einkommens Ungleichheiten, Housing zu tun. Das haben wir dann für die aktuelle Nutzung des Parks thematisiert, aber auch für die Erinnerung, denn gerade auch bei so Themen wie Kaufmanns-Familien, also die Kaufmanns-Familie. Christiansen hat diesen Park von der Kaufmanns-Familie Stur gekauft, Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Frauen werden in diesen Dünnastien meistens nur als gebärrende thematisiert und allein das zu offen zu legen und zu merken, welche Arbeit wird eigentlich in den Archiven konserviert und erinnert und welche nicht. Was ist so eine ganz zentrale Erkenntnis deiner Forschung über die alle Bescheidwissen sollten? Zu dem Park nochmal, also die Entstehung Europäischer Städte und Städte Welt war hit auch immer auch mit Ungleichheiten, rassistischen Kolonialen, Ungleichheiten und Prozessen der Anreignung von Erzwungener, unbezahlter Arbeit und Natur von anderswo zu denken ist. Und auch nicht ohne heterosexistisch, vergschlechtlich, Arbeitsteilung und auch da Anreignung von unbezahlter Arbeit. Ja, das Stadtentstehung nicht ohne diese Ungleichheiten zu denken und zu verstehen ist. Wie sieht deine Forschung konkret aus? Also wie vorstu, wie gehst du davor? Ich bleib mal beim Beispiel, dem Christianen Park, dazu gibt es auch einen kleinen Text auf der Homepage von Facebook Post Kolonial, wenn das weiter interessiert. Das war eine konkrete Forschung, wo wir uns historische Karten angeschaut haben, wir schauen uns dann die aktuelle Nutzung an von Räumen. Und ja öffentliche Narrative auch aktuelle Zeitungsberichte zu diesen Orten, wie sie entstanden sind und wer geärt wird dafür für die Entstehung. Aber auch so Dokumente aus der Ratsversammlung, also wer hat wie beschlossen, dass diese Grünraum erhalten bleiben? Und wir machen auch eigene Beobachtung aus Veranstaltungen und Austausch und Gespräch. In Netzwerken hier vor Ort sind wir auch sehr wichtig. Und diese empirische Arbeit vor Ort setzt sich immer in Beziehung zu dem, was schwarze feministische Forschende schreiben, zu Plantagen, Ökonomien zu. Postfasklarwungsgesellschaften und zu denen auch zeitlich versuche ich das dann in Relation zu setzen, was es eigentlich für wissenschaftliche Forschung aus gerade schwarzen feministischen Karibischen Perspektiven gibt. Jetzt gerade für Flensburg, weil die kolonialen Bezüge, die karibischen Inseln, St. Croix, St. Jan und St. Thomas sind die immer dänisch kolonien waren. Dass sich da schaue, ja, was gibt es denn eigentlich für andere Perspektiven, die ich jetzt hier nicht alltäglich bemerken würde oder die dann auch zeigen, wo hier Lehrstellen sind und wo vielleicht schräge Behauptungen aufgestellt werden. Was bereitet dir Freude bei deiner Forschung? Mir bereitet bei der Forschung insgesamt sehr viel Freude, dass ich hier in einem tollen Team arbeite, also mit siebille Bauretel. Und ich finde es sehr ermutigend und produktiv einfach sich gegenseitig zu unterstützen, anzuregen. Und ich habe eben das Netzwerk, Facebook, Postkolonial genannt, also mit Menschen im Kontakt sein, ja, und dann das Privileg zu haben, wirklich tiefergehend mit Zeit über Dinge nachzudenken. Das ist schon ein sehr tolles Privileg der Forschung. Und was findest du eher schwierig bei deiner Forschung? Sehr häufig geht es ja oft um so viel Output zu produzieren oder so eine Art von Anforderungen der Akademia. Und ich habe mir vorgenommen, mutiger zu sein, so ein Podcast mitzumachen ist vielleicht ein erster Schritt, aber ich merke, dass ich oft vielleicht zu recht kritisch mit mir selbst bin, finde das herausfordernd, nach wie vor, auch nach vielen Jahren. Bei deiner Forschung geht es ja hauptsächlich so um colonialer Ausbeutung oder so wie du gerade gesagt hast, Postkolonial Forschung insgesamt. Als ich jetzt häufiger für den Podcast erklärt hat, um das geht, um im feministische Geografien, wurde mir da auch häufig entgegengebracht, dass eben Feminismus jetzt inzwischen so ganz viele verschiedene Diskriminierungen mitbeinhaltet. Und dass dadurch eventuell so dieser Hauptfokus der Vergeschäftigung verloren geht, führt das auch bei dir, bei deiner Forschung zu Verwirrung oder wie gehst du damit um? Ich bin ja tatsächlich über das Konzept der Intersektionalität zu feministischer Forschung gekommen, daher bin ich die falsche für die Frage. Wahrscheinlich, also über diese Frage, wen grenzt eigentlich ein weiß akademisch mittelklasse Feminismus hetero sexistischer Feminismus eigentlich aus? Und wen denkt der nicht mit oder noch anders formuliert, also mit Kimberly Crenshaw, dass ja feministische Bewegungen ohne es direkt zu wollen, auch komplizenhaft mit anderen Ungleichheits, anderen Unterdrückungsverhältnissen sein können, ob es jetzt Eurozentrische oder rassistische Haltung sind die teilweise auch natürlich in feministischen Bewegungen reproduziert werden. Und dass wir uns damit kritisch auseinandersetzen, finde ich total wichtig und notwendig. Ich kann auch verstehen, wie von dieser Unmöglichkeit das Anspruch ist, Reach Everyone on the Planet und Feminismus möchte sich wirklich inklusiv verstehen. Ich glaube, es kommt für mich nicht in Frage, diesen Anspruch aufzugeben, aber natürlich immer wieder darüber zu sprechen, wie kann es dann wirklich gehen und wie auch selbstkritisch damit sich mit sich ins Gespräch zu gehen? Oder sich mit anderen auszutauschen darüber, wie eigentlich die eigene Forschung natürlich auch immer auf den eigenen Perspektiven beruht und vielleicht vieles andere nicht beachtet. Aber ich bin nicht eine, die irgendwie sagt, früher gab es mal einen einfacheren Feminismus und jetzt ist es so kompliziert geworden, da haben wir schon Texte aus den 80ern in Deutschland aus, zum Beispiel Anita Kalkalka und Nova Rätsel, die gezeigt haben, wie paternalistisch und rassistisch teilweise auch so weiß, so feministische Kontexte waren und wie sehr sie sich aber auch damit auseinander gesetzt haben und auseinander setzen mussten. Weil es Proteste gab und Widerstand und dieses, das macht für mich das eigentlich erst interessant, das eben feministische Bewegungen in Raum schaffen, wo das möglich ist, dann dieses Ringen darum, überhaupt zu aufzuhalten und zu ja irgendwie produktiv auch zu wenden. Und die Mode aus einer Perspektive von Stadtgeografie, würde ich sagen, ja, patriarchal, eurozentrisch, kolonial, kapitalistisch, auf heterosexistischen Annahmen beruhen. Also wir müssen diese verschiedenen Stränge gemeinsam denken und ich merke, dass das in allen Bereichen eben notwendig ist. Sich da ja kritisch so befassen und eben nicht anschlussfähig zu sein an irgendwie so Diskussionen vom Vorgest dann was viel einfacher war, das ist wichtig. Das war es nicht. Welch Text oder welchen Podcast oder Film oder Buch würdest du Menschen empfehlen, die jetzt noch stärker in das Feld der feministischen Stadtgeografien eintauchen wollen oder sich auch vielleicht noch spezifischer mit postkonventionellen Machtverhältnissen in feministischen Stadtgeografien, wie du das ja auch machst auseinander setzen wollen. Ich würde für so feministische Stadtgeografische Ansätze, zwei so Eintrittspunkte vorstellen wollen, einmal in dem Handbuch feminist handbuchkritische Stadtgeografien, das empfehle ich sehr gerne, da gibt es mehrere Texte zur soziale Reproduktion oder care sorgeetische Aspekte oder queer urban studies. Und dann gibt es in der Suburbahn, auch in der Open Access Zeitschrift mehrere Texte zu, die feministische, ja, einen feministischen Fokus haben und da gibt es die antrozentrischen Lehrstellen von 2013, glaube ich, von Siebille-Bau-Hülle, was ich finde, ein toller Einstieg ist. Das ist ein ganz kurzer Text, einen Kommentar zu Häuser Mann und Siebille, die sich sehr stark auf ja klassische soziale Ungleichheiten würde ich mal sagen konzentrieren und ja care und Reproduktionsarbeit außer Acht lassen und wo sie sehr pointiert, eben kritisiert. Was es dafür Lehrstellen gibt, finde ich einen schönen Einstieg auch gut verständlich und kurz als Text so. Ja, wir sind schon am Ende von unserem Gespräch, gibt es ja noch irgendwas, was wir jetzt noch gar nicht thematisiert haben, was dir aber noch total wichtig ist zu betonen und zu ergänzen. Nee, vielen Dank, finde ich erst mal toll, dass ihr den Podcast macht und bin gespannt auf die vielen Ergebnisse. Ja, danke dir, dann schön, dass du dabei warst und hoffentlich bis bald. Ja, danke dir, ciao! Ja, ich fand es richtig spannend, jetzt von Inken noch mal zu hören und vor allem auch den Punkt, dass eben bei feministisch geografischen Forschungen es um verschiedene und gleichs Dimensionen auch geht und eben nicht nur um gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse, sondern eben zum Beispiel auch um koloniale Machtverhältnisse. Und ja, was ist dann bei dir noch so vor allem hängen geblieben bei diesem Interview gerade? Ja, was ich total spannend fand, was sie betont hat und was ich, was mir wie noch mal so eine Erinnerung gekommen ist, dass sehr feministische, also statt Geografien, aber natürlich auch andere feministische geografische Forschung einfach so leerstellen hinwärst. Oder sie hat ja das Beispiel genommen, dass eben Fragebögen bestimmte Aspekte gar nicht abgefragt werden und dann natürlich auch nicht erhoben werden und dann hast du auch keine Daten dazu, dann kannst du auch keine Argument machen, quasi also jetzt auch so politisch oder irgendwie einer Stadtpolitik, dich dafür einsetzen, dass irgendwelche Infrastrukturen gebaut werden oder irgendwelche Dinge verändert werden. Und so ein bisschen, dass das Anliegen der Forschung oder auch den Mehrwert vor allem wirklich auf diese Lehrstellen nicht nur hinzuweisen, sondern eben ja auch konstruktiv dann Vorschläge zu machen, was könnte man dann jetzt hier in so einem Fragebogen mal deswegen zu keine Ahnung, Arbeitswegen zum Beispiel, das war ja ihr Beispiel zum Pendeln, was könnte man dann dann noch abfragen oder was fehlt denn da eigentlich, welche Perspektiven fehlen da. Und es fand ich eine total wichtige Erinnerung von feministisch geografischen Forschungen einfach das Bild, dass wir oft haben von gesellschaftlichen Verhältnissen noch mal zusätzlich zu verkomplizieren, in dem eben vor allem marginalisierte Perspektiven und Stimmen hinzugenommen werden oder deren Erfahrungen zentriert werden und das ist auch etwas, was ich jetzt nicht nur in den feministischen Stadtgeografien sehe, sondern in allen feministisch geografischen Arbeiten und total wichtige und zentralen Beitrag. Genau, und das fand ich sehr spannend, dass sie das noch mal so betont hat. Ja, richtig gut, dass du das noch mal so zusammengefasst hast. Ja, dann würde ich sagen, beenden wir dir hier und ich freue mich auf die nächste Folge. Ich freue mich auch. Ciao. Das war der Femme Geoportkost, ein Podcast über feministische Geografien, die Idee und das Konzept stammen von Elisa Wettmielitz und Malugoris. Die Musik ist von Plastine Pichler, das Logo und der Schnittstamm von Malugoris. Wir bedanken uns bei Ingen-Kastens ein Äquom für die Zeit und die inhaltliche Expertise. Und unser Dank gilt auch Felix Bergmann und Andi Briego für die technische Unterstützung und der Universität Innsbruck für die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Förderung für die gitarren Medienprojekte. Alle Zitierten Materialien und Quellen sind in Sendungszutizen verlinkt. Copyright WDR 2020

Podcast Summary

Key Points:

  1. Feministische Stadtgeografie hinterfragt, wie Städte durch gesellschaftliche Machtverhältnisse, insbesondere Geschlechterverhältnisse, produziert werden.
  2. Sie analysiert, wie städtische Räume geschlechtliche und sexuelle Identitäten organisieren, repräsentieren oder marginalisieren.
  3. Ein zentrales Anliegen ist die Kritik an der kapitalistischen Trennung von privat und öffentlich und der Abwertung von (oft weiblich zugeschriebener) Sorgearbeit.
  4. Forschungsansätze betonen Reflexivität, normative Positionierung für inklusivere Städte und die Sichtbarmachung unsichtbarer Erfahrungen (z.B. bei Pendelwegen).
  5. Die Forschung ist oft intersektional und bezieht Kolonialismus, Rassismus und andere Ungleichheitsverhältnisse in die Analyse städtischer Entwicklung ein.

Summary:

Der Podcast diskutiert feministische Stadtgeografie als Teil feministischer Geographien. Diese Perspektive untersucht, wie Städte und ihre Räume durch Machtverhältnisse, insbesondere patriarchale und kapitalistische Strukturen, geprägt sind. Ein Fokus liegt auf der geschlechtlichen Organisation des Stadtraums, der Repräsentation oder Marginalisierung von Identitäten und der kritischen Reflexion von Konzepten wie "Angsträumen" oder der "Stadt der kurzen Wege".

Letztere werden nicht als einfache Lösungen gesehen, da sie oft binäre Geschlechterrollen reproduzieren können. Stattdessen wird eine Infrastruktur gefordert, die Sorgearbeit unterstützt, ohne sie ausschließlich Frauen zuzuschreiben. Die Forschung ist normativ ausgerichtet, zielt auf gerechtere Städte ab und betont die Reflexion der eigenen Positionalität.

Am Beispiel der Forschung in Flensburg wird gezeigt, wie feministische Stadtgeografie intersektional vorgeht und koloniale Kontinuitäten, rassistische Ungleichheiten und die unsichtbare Arbeit in der Stadtentwicklung aufdeckt. Sie verbindet empirische Arbeit vor Ort mit theoretischen Perspektiven, etwa der schwarzen feministischen Kritik.

FAQs

Feministische Stadtgeografie untersucht, wie Geschlecht und sexuelle Identität räumlich organisiert sind und wie Stadtstrukturen Möglichkeiten der Raumnutzung geschlechtsspezifisch beeinflussen. Sie hinterfragt Machtverhältnisse in der Stadtproduktion und setzt sich für inklusivere, gerechtere Städte ein.

Während klassische Stadtgeografie oft Raum als neutral betrachtet, analysiert feministische Stadtgeografie, wie Raum durch gesellschaftliche Machtverhältnisse konstruiert wird. Sie legt einen besonderen Fokus auf geschlechtsspezifische Ungleichheiten, Alltagserfahrungen und die Überwindung von Exklusion.

Die Fokussierung auf 'Angsträume' durch Maßnahmen wie bessere Beleuchtung kann victim-blaming verstärken und Frauen auf vermeintlich sichere Privaträume verweisen. Tatsächlich sind Frauen statistisch gesehen in privaten Räumen häufiger Gewalt ausgesetzt, während Männer im öffentlichen Raum stärker gefährdet sind.

Die 'Stadt der kurzen Wege' kritisiert autozentrierte Planung, die nur Pendelwege zur Arbeit berücksichtigt, und fordert Infrastrukturen, die auch Care-Arbeit wie Einkaufen oder Kitwege einbezieht. Wichtig ist, diese Arbeit nicht automatisch Frauen zuzuschreiben, um binäre Geschlechterrollen nicht zu reproduzieren.

Intersektionalität betont, dass Ungleichheiten wie Geschlecht, Rassismus und Klasse sich überschneiden und gemeinsam wirken. Feministische Stadtgeografie analysiert daher, wie städtische Räume verschiedene Diskriminierungsformen verstärken und setzt sich für inklusive Perspektiven ein.

Feministische Stadtgeografie zeigt, dass europäische Stadtentwicklung eng mit kolonialer Ausbeutung, rassistischen Ungleichheiten und unbezahlter Arbeit verbunden ist. Sie untersucht, wie koloniale Strukturen bis heute städtische Räume, Repräsentationen und Selbstbilder prägen.

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