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Feministische Politische Ökologie (mit Dr. Rosa Philipp)

33m 41s

Feministische Politische Ökologie (mit Dr. Rosa Philipp)

In dieser Podcast-Folge des "Femme Geoportcast" wird das Konzept der feministischen politischen Ökologie vorgestellt und von Dr. Rosa Philipp erläutert. Während die klassische politische Ökologie globale Prozesse und lokale Ungleichheiten bezüglich Ressourcen untersucht, integriert der feministische Ansatz intersektionale Perspektiven, insbesondere zu Geschlecht, und analysiert, wie koloniale sowie patriarchale Machtstrukturen diese Ungleichheiten prägen. Zentral sind zudem engagierte Forschungspraxis in Zusammenarbeit mit sozialen Bewegungen und die Anerkennung von Sorgearbeit sowie alternativen Lebensentwürfen als Widerstandsformen. Am konkreten Beispiel von Dr. Philipps Forschung im Süden Mexikos wird dies verdeutlicht. Sie untersuchte den Widerstand indigener Frauen gegen ein großes Infrastrukturprojekt („Tren Maya“), das ihre Lebensgrundlagen und ihr emotional-spirituelles Verhältnis zum Territorium bedroht. Der Widerstand manifestiert sich nicht nur in Protesten, sondern auch in alltäglicher Care-Arbeit und dem Aufbau gemeinschaftlicher Infrastrukturen wie Küchen, die das kollektive Überleben sichern. Ihre methodische Herangehensweise umfasste teilnehmende Beobachtung, Interviews und Workshops, wobei sie ihre Position als weiße deutsche Forscherin kritisch reflektierte und offen mit den Aktivistinnen thematisierte. Die Forschung zeigt, wie der Kampf für das Territorium ein Kampf für das Leben selbst ist, der tief in historischen Machtverhältnissen verwurzelt ist.

Transcription

5152 Words, 32900 Characters

German
Herzlich willkommen zum Femme Geoportcast, ein Podcast über feministische Geographien. Mein Name ist Valugoros und mir ging übersetz Elisabeth Millett. Hallo, malu, schön dich zu sehen. Hallo, wir haben ja schon ein bisschen jetzt im Vorhinein über ein paar Themen, die uns beschäftigte, gesprochen und unter anderem habe ich dir erzählt, dass sich auf große Excursion war. Dieses Sommer in Leipzig und Berlin und auch hier in Thierôe sogar auch im Pizzthal. Und da haben wir uns mit politischer Ökologie auseinandergesetzt und im kritischer Landforschung. Und was habt ihr euch da genau angeschaut und wo war die ihr da genau? Vor allem bei dem Thema politische Ökologie haben wir uns mit dem Kostbundasäe auseinandergesetzt. Das ist ein Areal südlich von Leipzig und ein ehemaliges Tagebau war das. Und da sieht man eben sehr stark dieses Machtverhältnis zwischen Mensch und Natur. Und genau das ist ja so ein zentrales Konzept der politischen Ökologie. Und wir haben uns damit aber vor allem aus einer Kapitalismus kritischen Sicht auseinander gesetzt. Um währenddessen, vor allem auch weil ich während der Vorbereitung da schon für den Podcast war, habe ich mich so gefragt, wie würde aber jetzt eine feministische Geografin sich diese Situation hier betrachten? Ja, welche Fragen würde sie sich vielleicht stellen, ne? Und das sieht so zu einer Forschung, die sich eben vor allem mit einer Kapitalismuskritik, also das die Natur quasi für das Wachstum des Kapitalismus, für irgendwie der Möglichung des Kapitalismus zerstört wird und ausgebäutet wird, wie würde sie sich dies anschauen? Ich finde es total die spannende Frage und als erstes fällt mir eigentlich eine ganz tolle Kollegin von der Uni Heideberg ein. Und zwar Doktorin Rosa Philipp, dies dort wissenschaftliche Mitarbeiterin, und die hat sich nämlich die letzten Jahre im Kontext ihrer Doktorarbeit mit diesen Fragen einer feministischen politischen Ökologie auseinander gesetzt. Und ich würde Vorschlagen, wir rufen sie einfach an und stellen ihr unsere Fragen zum Thema. Hallo Rosa, schön dich zu sehen und schön, dass du gestern in unserem Podcast bist. Hallo, ihr beiden. Vielen Dank für die Einladung. Ja, auch noch ein Hallo von mir. Schön, dass du da bist. Fangen wir gleich mal an. Was können wir uns denn unter feministischer politischer Ökologie vorstellen? Und wie unterscheidet sich dieser Ansatz von, jetzt sagen wir mal, so eine klassische politischen Ökologie? Genau, also in der politischen Ökologie und auch in der feministischen politischen Ökologie geht es ja so um die Verflüchtung von globalen Prozessen und lokalen Ungleichheiten, bezug auf die Verteilung von Ressourcen, den Zugang zur Ressourcen oder auch generell das Recht an Natur und aber auch von Auswirkungen von Umweltkatastrophen beispielsweise, also wie sich gesellschaftlich und ökologische Beziehungen so verhalten. Diese, also in der politischen Ökologie generell wird es ja auch anhand von sozialen Kategorien, von Base, Initität, alter Klasse angeschaut. Und in der feministischen politischen Ökologie kommt speziell noch das Geschlechterzum. Und auch wie sich, also wie diese Machtverhältnisse durch diese sozialen Kategorien auch geprägt sind. In der feministischen politischen Ökologie ist es speziell auch noch der Fokus auch darauf, wie Partei-Handestrukturen sich über die Zeit, also auch in historischen Prozessen, sich auf diese Verteilung auswirken und wie sie in diesem globalen Machtverhältnissen mit reinspielen. Und z.B. die dekoloniale feministische politische Ökologie, die vor allem in Latin America sehr stark ist, betät sich auch noch sehr stark auf die koronialen Machtstrukturen, die bis heute auch weiter geschrieben werden oder die weiter verhanden sind. Und da eben auch auf Bezug auf Geschlecht und eben gerade auf diese patiereien Strukturen. Und ganz wichtig für die feministische politische Ökologie sind intersektionale Perspektiven, intersektional heißt, also das in einer Person. Also wir verschiedene soziale Kategorien haben, die sich in einer Person zeigen. Also das ist sie eben nicht nur das Geschlecht relevant ist, sondern eben das Zusammenspiel von Geschlecht, Race, Alter, Klasse. Also das ist alles zusammenhängt, das ist eben als weiße Frau anders ist als beispielsweise schwarze Frau, das ist der andere Ungleichheitsprozesse damit reinspielen. Im feministische politische Geologie schaut sich vor allem in diese also wie diese verschiedenen intersektionalen Perspektiven zusammen spielen, in Bezug auf die Zerstörung der Natur, in Bezug auf wie Ressourcen verteilt sind. Und die feministische politische Ökologie ist eben nicht nur, funktioniert sich nicht nur darauf, sondern auch auf andere alterative Lebensreisen, die zum Beispiel Gemeingüte in den Fokus nehmen oder Kerpraktiken und auch so die Verantwortung für mehr als menschliche Wesen oder auch wie mehr als menschliche Wesen Teil sind von diesen Prozessen. Aber auch Körper mit ihnen, als wir die auch mit da rein spielen oder was die, die davon betroffen sind. Und was auch noch wichtig ist für die politische Ökologie, aber eben auch besonders für die feministische politische Ökologie ist die Frage nach dem wie, also wie Forschung gemacht wird. Es geht um engagierte Forschung, die auch eng mit sozialen Bewegungen verknüpft ist, mit aktivistischen Bewegungen. Und im dazuhin zu einer sozialökologischen Transformation arbeitet und nicht nur, also im sehr starken Verknüpfen hat von sozialen Bewegungen und der Forschung. Danke schon mal für diese Einordnung und auch, dass du den Unterschied so ein bisschen erklärt hast zwischen dem Fokus dann auf feministischer, politische Ökologie und klassischer, dem klassischen Konzept. Ich war jetzt auch gerade diesen Sommer auf einer Exkursion, die auch dieses Konzept politische Ökologie so im Fokus hatte. Dadurch, dass es gleichzeitig mit meiner Vorbereitung des Podcast war, hat mir da währenddessen auch ein bisschen dieser feministische Ansatz gefehlt sogar, weil ich mich sehr verbunden damit gefühlt hatte. Und dann würde ich jetzt irgendwie gerne mal deine Einschätzung wissen, so sollte nicht vielleicht alle Forschung innerhalb der politischen Ökologie auch diese feministische Perspektive mit einbeziehen. Wie siehst du das? Ich verstehe da ein Interesse sehr gut und auch da einen Nachfragen, in denen, also wenn du dich gerade auch damit sehr intensiv beschäftigst, dass du es dem wichtig ist, das anzuschauen. Also, ich würde sagen, für meine Art der Forschung würde ich wie immer die feministische Perspektive mit drin haben, wenn ich solche Prozesse mir angucke. Aber es gibt ihm sehr unterschiedliche Fokus, die man setzen kann für die Forschung. Und demnach würde ich nicht sagen, es gibt wie eine Perspektive, die überall drin sein muss, sondern es hängt ihm sehr von dem Forschungsinteresse ab, was man genauer beleuchten möchte. Weil bei anderen Perspektiven ist ihm dann der Fokus auf was anderem stärker, was auch sehr wertvoll ist für die Forschung. Kannst du uns an diesen Zusammenhang noch ein bisschen mehr von deiner eigenen Forschung erzählen? Also, was interessiert dich, warum, wie bist du zu deinem Thema gekommen und wo vorstu, oder hast du gevorst? Ich werde den Fokus jetzt mal auf meinen Doktorbeit legen, wo ich jetzt die letzten Karriere zu gearbeitet habe. Und zwar habe ich in Mexiko gearbeitet, im Süden von Mexiko. Und seit allererstes hat mich es etwas interessiert, also in Latin America, aber Yalla, das ist so der dekrononielle Name für Latin America, gibt es sehr viele Umweltkonflikte, sehr viele Bewegungen auch, die Widerstand leisten gegen die Ausbeutung von Natur und von ihren Ressourcen, von ihren Lebensgrundlagen. Und das Ganze ist ihm eingebettet in koloniale Machtstrukturen, die ihm bis heute fortgeführt werden, weltweit. Und da hat mich interessiert, wie wird Widerstand geleistet. Und gerade auch im Süden von Mexiko, dort wo ich geforscht habe, ist mir von Tewan Tepek, das ist dort wo Mexiko sehr schmal ist. Also in Wohaka hab ich hauptsächlich geforscht, ist eine der südlichsten Bundesstaaten, an der Partiefeküste. Und dort wird einen mega Infrastruktur-Projekt gebaut, ist schon im Bau, was ein Zug ist, aber nicht nur ein Zug, sondern ihm auch Hafenausbau, Industrieparks, Energieparks, das ist eine riesen Entwicklungsprojekt. Und entwickeln dort eben eher einen Anführungszeichen, aber es geht darum, vom Staat selber auch, ist das Projekt gemacht, Entwicklung zu fördern, modernen Strukturen zu fördern. Und es bettet sich einen, diesen Entwicklungsdiskurs von wir brauchen, wir wirtschaft, wir brauchen mehr Arbeitsplätze vor Ort, es gibt sehr viel Armut auch im Süden von Mexiko. Also das ist so dieses Narrativ, was dahinter steht. Und da hat mich vor allem dann interessiert, wie Menschen Widerstand leisten gegen dieses Projekt. Und vor allem Frauen habe ich mit Frauen gearbeitet. Und es war für mich eben diese Frage, warum es gibt überall in Latin America die Verteidigung des Territoriums und des Lebens auch. Das ist ein Territorium nicht als Staatsteritorium, sondern das Verständnis von Territorium als ein, also ein Zusammenspiel von verschiedenen Prozessen, die vor Ort sind. Also das geht sowohl um die Tradition als auch um das, wie das Land bearbeitet wird, dass das Land die Lebensgrundlage ist, dass das auch spirituelle Bedeutung hat, das Land ist eine emotionale Beziehung zu dem Territorium verhanden ist. Deswegen spreche ich auch, wenn ich schreibe oder nicht von Territorium, sondern benutze den spanischen Begriff des Territorium. Genau, so jetzt, so dieses, warum ich das interessiert habe, dann dazu zu forschen war, mich das fasziniert hat, wie die Frauen ihr Territorium verteidigen und damit auch ihr Leben verteidigen. Der Diskurs ist, dass sie eben durch dieses mega infrastruktur Projekt ihr Leben zerstört wird, dass es nicht nur die Natur zerstört, sondern eben ganze indigene Gruppen, dass sie ihren Lebensweise zerstört vor Ort und dass damit eben keine Entwicklung stattfindet, sondern im deren Grundlagen, der Lebensgrundlang zerstört werden. Und so bin ich dann dort hingekommen und habe mit, vor allem mit einer aktivistischen Gruppe zusammen gearbeitet. Was ist so eine ganz zentrale Erkenntnis, deiner Forschung über die alle Bescheidwissen sollten? Also gerade das, was ich auch schon erwähnt hatte, so dieses, dass durch den Kampf, den Kampf in den Vor Ort gibt, durch diesen Widerstand, das ist die Antwort darauf ist, dass eben diese Strukturen, die durch Kapitalismus, durch koloniale Strukturen, durch paterhaler Strukturen geprägt sind, dass die eben das Leben der Menschen vor Ort zerstören, oder die Gruppe, die das mit euch zusammenarbeitet, oder auch mehrere Indigene kommen sehen, dass das deren Leben zerstört. Und deren Lebensfällen auslöscht, dass dieser Widerstand immer einer ist für das Leben. Das kommt eben zusammen mit dem, also das Widerstand, den ich mir vor allem angeguckt, aber das ist besonders spannend, ist, dass der Widerstand eben nicht jetzt nur Plokadene von Straßen und so weiter ist, sondern auch durch Kerarbeit, durch Sorgearbeit, für die Menschen an sich zusammen funktioniert, sondern auch durch Kerarbeit, für mehr als menschliche Wesen und durch das Aufbau und von alterativen Infrastruktur. Also so im Gegensatz zu dieser aus der Sicht der lokalen Bevölkerung, also aus Teilen der lokalen Bevölkerung, mit der ich zusammen gearbeitet habe, die die Infrastrukturen, die gebaut werden, zerstören das Leben und sie bauen alterativen Infrastrukturen, die für das Leben vor Ort sorgen, also was auch sein kann, dass es eben gemeinschaftliche Infrastrukturen sind, das ist darum geht, Gemeinschaftsküchen zu bauen, während der Plokadene, die Menschen zu bekochen, Widerstand überhaupt am Leben zu erhalten. Die Grundbedürfnisse zu erfüllen, aber eben auch die gemeinschaftlichen Grundbedürfnisse, also das nicht Grundbedürfelsundern, sondern die Gemeinschaft am Leben zu halten, die Tradition zu pflegen. Und das Ganze ist eben nur möglich durch diese emotionale Verbindung zum Territorium, also das ist das Territorium nicht einfach nur als Land verstanden wird, sondern das diese Beziehung eben sehr wichtig ist für das ganz fort bestehen von dieser Lebensweise. Wie forscht du dazu, also wie sieht deine Forschung konkret aus? Ja, also ich war also mein erste Kontakt mit den Aktivistinnen vor Ort, war über Online-Pennels, das war es, ich habe angefangen, war Tekona-Pandemie und habe mir dort eben überhaupt aufmerksam geworden auf dieses Projekt und auf den Widerstand dagegen und habe dann Kontakt aufgenommen mit verschiedenen aktivistischen Gruppen in der Region. Und ich hatte so mein allerersten Kontakt mit den Gruppen und war dann selbst vor Ort und habe mich vorgestellt und auch gefragt, ob ich dort als Wissenschaftlerin da zu forschen kann, ob sie damit einverstanden sind und auch zusammen mit ihnen überlegt, wie ich das machen kann. Also was für Möglichkeiten, das auch gibt es. Ich vor Ort auch eingebunden werden kann und dann habe ich viel Partiepartiebebeobachtung gemacht, also ich war viel bei Veranstaltungen dabei, bei ganzen politischen Aktivitäten, bei auch zwischender Karawane durch den Süden von Mexiko, eine Widerstandskarawane, wo wir 10 Tage durch die Gegend gereist sind mit verschiedenen Aktivistinnen weltweit und auch welchen vor Ort und auch sonstige politische Aktivitäten, national, international. An den ich mit dabei war mit diesen Aktivistinnen, mit denen ich dann zusammen geforscht habe oder ja, über die ich geforscht habe. Teilweise zusammen, teilweise aber doch auch über sie. Und dann habe ich genau auch viele Frauen begleitet beim alltäglichen Leben, also ich war viel bei den paar von den Frauen, wo ich für auch zu Hause habe, die begleitet, beim alltäglichen Leben, beim Sticken, beim Kochen, bei unterschiedlichen Sachen, die sie so gemacht haben. Und dann habe ich Interviews geführt, teilweise Goalongs, also mit Video und habe sie begleitet bei Aktivitäten mit dem Video auch. Und teilweise aber auch einfach normale, offene Interviews, also mit sehr offenen Fragen, mit viel Zeit und auch immer erst vorhin die Frauen auch kennengelernt gehabt, also um Vertrauen auch aufzubauen. Und dann habe ich in den letzten Aufenthalten, habe ich noch Workshops gemacht, mit einer der Aktivistinnen zusammen, haben wir gemeinsame Workshops organisiert für andere Frauen in der Region und dort verschiedene Themen gemeinsam bearbeitet. Ich habe noch eine Frage zu dieser Widerstand, also sehen die das selber als Widerstand an oder hast du einfach den Begriff Widerstand da so erweitert oder ich habe es noch nicht ganz verstanden. Ja, es ist eine gute Frage, also es ist klar, als Widerstand gefräumt von einigen, also viele der Aktivistinnen sind weltweit unterwegs und sind auch recht bekannt. Und ebenso diese Verteidigung von Land und Territorium und des Lebens ist sehr gängiger Begriff und so dieser Widerstand auch oftmals im Prozess, also im Kontext der Konjunialzeit, also der Widerstand seit 500 Jahren, gerade von verschiedenen Indigengruppen. Im Süden von Mexico ist es sehr prominent und sehr klar, auch als Widerstand so gesehen. Und die gerade jetzt der Zusammenhang mit Sorgearbeit, das wird unterschiedlich gesehen von unterschiedlichen Aktivistinnen. Also gerade die Hauptaktivistinnen sehen die Kerarbeit als sehr wichtigen Teil des Widerstands und heben das auch hervor, gerade auch aus feministischer Perspektive. Und für andere ist es einfach so Teil, was sie halt einfach machen und was Wichtig ist, dass sie das machen. Aber sie haben das jetzt nicht ganz so mir ausgetrückt. Also das sieht das, also das sieht es als Widerstand auch nicht. Was bereitet dir Freude bei deiner Forschung? Das war eben das Mitte in den Frauen vor Ort, also von den Frauen zu lernen, also das war für mich eine ganz andere Welt dort Forschung machen zu können. Es hat mich auch viel an die ganze gebracht, aber es war auch sehr viel, sehr spannend und eben ganz andere Lebensweisen, die ich so noch vorher noch nicht kannte, kennenzulernen und auch durch die Jahre, die ich da war. Also ich war ja immer wieder dort, fünfmal insgesamt, ist man fand ich mal im Pack, eben die Frauen immer wieder zu sehen und auf Freundschaften ja dort aufgebaut zu haben und oder enger Verbindungen durch die Forschung auch zu sehen. Also es ist sehr erschreckend und sehr, also es gibt sehr viel Gewalt, auch gegen die Aktivistinnen insbesondere, aber zu sehen, wie viel die einige von den Frauen, auch eine unglaubliche Kraft und haben trotzdem weiter zu kämpfen und sich all gegen diese ganzen Zerstörung zu wehren und das ist einfach sehr beeindruckend, aber auch sehr. Auch sehr nüchternd immer wieder zu sehen, wie viel Gewalt vor Ort ist. Vielleicht passt es auch zunächst ein Frage, was findest du schwierig an deiner Forschung, wenn du es nicht jetzt auch schon gerade gesagt hast? Also vor allem die Gewalt ist sehr, also es ist sehr präsent im alltäglichen Leben auch, also auch nicht nicht überall in Mexiko, aber es ist also dort vor Ort und gerade eben im Kontext mit Aktivistinnen. Aber es ist Mexiko ist auch ein Stellen, aber die meisten Umweltaktivistinnen umgebracht werden. Es gibt sehr viele Morde generell an Frauen, also Feminizide und ja, es ist und das ist auf jeden Fall sehr schwierig. Und auch so, ja, das ist von außen zu kommen. Das schießt vielleicht jetzt auch ganz gut zu meiner nächsten Frage an, weil erstmal würde du mich interessieren, wie du überhaupt auf Südamerika bekommen bist oder könntest du auch nochmal betonen, wie du eigentlich Südamerikan ist. Das finde ich immer mal interessant zu hören oder eigentlicher Mittelamerika. Und wie du eben damit umgehst, dass du jetzt so als weiße Form mit einem deutschen Pass dein so forscht. Genau, das ist auf jeden Fall auch eine Punkt, der schwierig ist oder der bis heute immer noch schwierig ist und mich seit Anfang an beschäftigt. Und also Latina Amerika eben, je nachdem, also eben aber Jala ist jetzt momentan ein Begriff, der von den dekolonialen Forscherinnen oder auch generell von Menschen benutzt wird um einen anderen. Ja, um ein andere Perspekt, also um diese Latina Amerika Begriff zu ersetzen oder beziehungsweise um eine Kombination. Es gibt auch Kombination von Latina Amerika, Aberjala und Afro-Latina Amerika, um so diese Vielfalt auch zu zeigen und nicht zu sagen, wir haben wie ein Homo-Gen-Continente. Und eben gerade eben die Perspektee, also den Fokus auch auf die Indigenen, auf die Indigene Bevölkerung zudem, die dort lebt. Ganz ne, ich mach den Exkussos jetzt nicht, aber genau. Und eben, also ich hab seit der Schulzeit sozusagen, ist mein Interesse für Latina Amerika, aber Jala, sehr stark und ich hab seitdem eigentlich auch immer viel dort Zeit verbracht, verschiedenen. Also von Freiwilligen gibt es über Studium, über Reisen und eben dann auch Masterarbeit und jetzt die Doktorarbeit. So bin ich auch da draufgekommen, das weiter dazu machen. Ich hab im Zentral Institut für Latina Amerika Studien angefangen, die Doktorarbeit zu machen. Deswegen war, wie recht schnell, so klar, dass ich den Fokus weiter auch auf Latina Amerika setzen möchte. Deswegen haben wir auch von Anfang an die Frage gestellt, was ich als deutsche Frau aus mit weißem Frau dort mache. Und hab das von Anfang an auch offen thematisiert mit den Aktivistinnen und viel Literatur dazu gelesen. Und auch von den jener Forschung zu feministische Forschung, insbesondere aus deiner Amerika. Und auch viel zusammengearbeitet mit anderen Doktorinnen. Also, oder viel im Austausch gewesen mit anderen Doktorinnen und Forschern und Aktivistinnen. Und möglichst viel mich da zu informieren und da dran zu bleiben. Aber trotzdem sind die Machtverhältnisse, die da sind nicht auflösbar bis jetzt. Ich hab eben versucht, dadurch, dass ich mit den Frauen vor Ort offen darüber geredet habe. Haben wir viel uns im Ausgetauscht, darüber an das Gute war, dass einige von denen auch in der Wissenschaft schon waren. Und wir haben auch schon viel in so internationalen Kontexten, sich bewegt haben, dass die das wir auch wussten. Und offen waren darüber zu reden und mich auch hinterfragt haben. Und das war sehr gut eben um für mich, dass ich direkt auch hinterfragt wurde. Das ist, dass wir auch mit ihnen besser besprechen konnte. Dann war es auch gut, dass wir eben diese Workshops zusammengemacht haben. Das war eine Art davon, irgendwas zurückzugeben oder gemeinsam auch zu forschen. Und gemeinsam vor Ort was zu machen. Und mich dann auch aktivistisch zu betätigen oder mehr aktivistisch mit. Involviert zu sein auch in diesen Kämpfen auf. Also nicht direkt vor Ort, aber so, dadurch, dass es eben so große Kämpfe sind. Und die eben auch verknüpft sind mit anderen Projekten. Und nicht nur das eine Projekt, sozusagen Teil ist, das Widerstand. Im da auch jetzt involviert bin in eine aktivistischen Gruppen zwischen den Ländern. Und dort eben genau auf diese Art und Weise habe ich versucht, so meine Rolle zu hinterfragen. Und auch irgendwie die Forschung anders zu machen, um eben diese Machtverhältnisse ein bisschen zu schmälen. Aber ja, es ist nicht ganz gelungen, aber es ist wie ein Versuch der Ernährung. Ja, auf jeden Fall, ich finde, das kann man sehr gut nachvollziehen. Und du hast ja auch am Anfang schon erwähnt, dass das eigentlich auch ein Teil von diesem Konzept ist. Für mindestens politische Ökologie, das eben so die Positionenalität selber zu hinterfragen. Und meine nächste Frage wäre, wie fühlt es sich an über Themen wie den Indigen Widerstand dort in Tourantippeck in Mexiko zu forschen. Aber vielleicht ist es ja eh schon beantwortet oder will dazu noch was sagen. Also ja, also ich meine das mit Indigenfrauen zu forschen, sicherlich hat so dieses, was das Ganze noch kritischer macht, also noch schwieriger macht. Also weil es auch innerhalb der mexikanischen Gesellschaft, Indigenegruppen, Indigenermenschen sehr, also auch mal generalisiert sind. Mit der Intersectionalität Perspektive des Anschlats ist es eben noch eine Ungleichheit mehr sozusagen. Ja, also für diese Forschung wäre es jetzt auch nicht möglich gewesen, es ist außer Acht zu lassen. Also weil die Indigen Perspektiven besonders wichtig sind. Und auch der Widerstand ja sehr stark geprägt ist von diesen Indigen Perspektiven. Aber das macht es eben auch besonders spannend. Also warum dass die Verteidigung des Lebens ist hängt eben stark mit Indigenen sichtweisen auf das Leben zusammen. Und eben gerade auch die Verbindung von mehr als menschlichen Wesen. Und menschene ist sehr stark verankert in den Indigenen sichtweisen. Kannst du vielleicht noch mal kurz erklären, was mehr als menschliche Wesen sind. Das hat es vorher auch schon mal gesagt. Ich war mit uns wahrscheinlich nicht so ganz sicher, ob das jede Person gleich so automatisch die jetzt nicht Experten in dem mehr als menschlichen Geografien ist. Sichst du darunter etwas vorstellen kann, was ist denn jetzt genau ein mehr als menschliches Wesen und vielleicht auch warum dieser aber griff. Warum sagt man ich einfach Tier oder Pflanze? Genau, jetzt hast du schon zwei Sachen gesagt, die damit reinfallen. So ist verstehe, also es gibt auch unterschiedliche Perspektiven auf, was mehr als menschliche Wesen sind. Und ich beziehungsweise habe auf Indigene sichtweisen und wie das in "Aber yalla" leider keine Amerika dargestellt wird, was damit gemeint ist. Im dort wird darunter alles verstanden, was eben nicht der Mensch ist, sondern auch die Berge und die Seen, aber die Tiere, die Pflanzen. Also, dass wir auch der Berg eine wichtige Bedeutung hat für das Leben vor Ort zum Beispiel. Und deswegen, also weil das in so eine zentrale Rolle spielt auch für dieses Territorium, für das Territorium, benutze ich das. Und dann auch zum Teil diese Schierigkeit der Übersetzung zwischen den Kontexten vor Ort und dann aber auch gleichzeitig der wissenschaftlichen Welt in Europa. Und der sehr Eurozentrissesschen, also sehr auf Europa ausgerichteten Wissenschaft, wo die Publikation, die ich machen wollte, muss für die Doktorarbeit halt trotzdem auch reinpassen müssen. Also, du meinst jetzt vor allem auch, wenn ich nicht richtig verstehe, so dieses mehr als menschlich, als ja auch ein Eurozentristisches Konzept, als Übersetzung, dass das vielleicht jetzt kein Konzept ist, was jetzt von den Indigene Frauen oder den Person mit den Ruforschaften kommt. Das Übersetz hat ganz gut diese Erfahrung und das Wissen, was du dort ja, was ja deine Leistung eigentlich ist, diese Übersetzungsleistung und das in die Aufmerksamkeit bringen von Kämpfen, von Widerstand, von ja anderen Perspektiven auf in anzwungsstrichen Entwicklungsprojekte und so weiter. Ja, genau. Wir kommen jetzt schon zum Abschluss unseres Gesprächs. Es gibt ja viele Menschen, die sich für dieses Thema interessieren und jetzt vielleicht auch durch das, was du erzählt hast, dass wir in einer Forschung noch mehr über so feministische politische Ökologienalgemein oder vielleicht auch ganz spezifisch über den Indigene Widerstand am Istmote Theohantepeck. Darüber noch mehr lernen wollen, aber gibt es da vielleicht irgendwie auch noch mal niedrigschfälligeres Angebot, also hast du vielleicht ein Buch oder ein Podcast oder ein Film oder auch ganz klassisch einen Fachartikel, den du hier den Menschen empfehlen würdest, die sich noch mehr mit diesen Thema auseinander setzen wollen. Ja, es gibt einen Podcast, in dem ich so zwei Sätze sage, aber eigentlich hauptsächlich geht es darum, was das Wissenschaft und wo auch eine der Aktivistinnen, mit denen ich geforscht habe, zum Beispiel redet und der ist vom Deutschlandfunk, genau, was das Wissenschaft. Der wäre sicherlich auch spannend und vor allem, da gibt es mehr, also wie wird wissen produziert, was das Wissen und so. Und sonst gibt es zu als feministischer politische Ökologie, als gibt es recht viel so Filme oder auch einen, was ich jetzt neu gefunden habe, einen Traffic-Novel, also Kampf ums Leben in Lucia Polarida, wo es vor allem auch um Klufosaat geht und so die Verbindung auch zur Reproduktiver Gesundheit und Rechten, zwar nicht auch sehr spannend und sehr eintrücklich dargestellt. Und ein Text noch von Astrid Ojoa von einer konomianischen Wissenschaftlerin auf englisch Latin American feminist-Politik-Ekologie. Ja, wir verlinken auf jeden Fall auch diese ganzen Ressourcen noch mal in unseren Sendungsnotizen, dass man die noch später auch noch mal leichter findet. Danke dir. Jetzt haben wir gar keine Fragen mehr, gibt es ja noch irgendwas, was du noch thematisieren möchtest, was die noch wichtig ist, zu sagen, was wir jetzt noch gar nicht gefragt haben oder was wir vielleicht auch gar nicht auf dem Schirm haben. Nee, ich glaube eigentlich haben eure Fragen ganz gutes, aber das abgedeckt. Es fällt mir gar nichts mehr an. Außer vielen Dank für eure Fragen und zuhause. Ja, danke dir, Rosa. Das hat sehr viel Spaß gemacht, mit dir zu sprechen und danke für diesen sehr detaillierten und ehrlichen Einblick in deine Forschung. Ja, es hat mich auch richtig gefreut. Dankeschön. Danke dir, ciao. Das Interview gerade mit Rosa Philipp fand ich wirklich richtig gut und sehr beeindruckend auch ihre ganze Forschung. Und nochmal zurück auch zu meiner große Exclusion, muss ich ja auch sagen, habe ich jetzt so zwei Erkenntnisse nach dem Gespräch mit ihr. So zum einen ist mir jetzt schon nochmal aufgefallen, dass es in dem Fall eben Sinn ergeben hat, dass wir uns da, es war mit politischer Ökologie, in dem Kontext des Kosbundersäes auseinandergesetzt haben. Aber jetzt nicht unbedingt aus dieser feministischen Perspektive, weil einfach da andere Konzepte im Vordergrund waren. Meine zweite Erkenntnis war aber auch, dass sie stark betont hat, dass es nicht nur um dieses Machtverhältnis zwischen Mensch und Natur geht, sondern schon auch um ein entstehenes Machtverhältnis zwischen der Forscherin oder den Forschenden personen und dem Ereignis oder dem Gegenstand, mit dem sie forscht. Siegensweise in Rosa's Fall finde ich auch vor allem den Menschen, mit denen sie zusammengeforscht hat. Das finde ich auch eine total, genau das ist ja eine ganz zentrale Erkenntnis, feministischer Forschung oder eben natürlich auch feministisch geografischer Forschung. Jetzt gar nicht so sehr nur im Bereich der feministischen politischen Ökologie, sondern auch in allen anderen Themenbereichen. "Feministisch geografischer Forschung" ist diese, also der Aspekt der Positionalität und der Reflexivität als zwei ganz zentrale Grundfeiler, feministisch geografischen Forschens, nämlich sich darüber klar zu werden, in was für Beziehungen Machtverhältnissen, die ich eigentlich als Forschendeperson zu dem, oft wird es auch als Forschungsfeld bezeichnet, also zu den Menschen, zu dem Ort, zu den Verhältnissen, mit denen ich mich in der Forschung auseinandersetzte, vielleicht auch in manchen Kontexten, auch die ich B-Forsche, das gibt es ja auch ganz oft. Und was gibt es hier eigentlich für Macht, also Asymmetrien, zum Beispiel auch? Das finde ich auch sehr wichtig, diesen Aspekt und dann bin ich ja da auch näher noch drauf eingegangen, während das Interview, sondern hab noch sie auch nach ihrem so biografischen Bezug gefragt. Könntest du da noch was dazu sagen? Ja, also ich finde ja, das Forschung immer im biografischen Bezug hat, aber sich viele Leute, das vielleicht nicht so bewusst machen oder das vielleicht auch, wenn sie sich nicht mit ihrer positionalität, mit ihrer Subjektivität, mit der, also das nicht reflektieren, dann vielleicht gar nicht so vergegenwertigen. Das ist ja ganz oft der Fall, ist wie kommen wir überhaupt zu einem bestimmten Forschungsthema, welche Frage interessiert uns, dass es was damit zu tun hat, welche Erfahrungen wir halt schon im Leben gemacht haben, an den Orten, an den wir gelebt haben, vielleicht auch Familienverhältnisse. Viele haben ja, also hier als im Kontext Österreich oder auch in Deutschland, zum Beispiel sowas, wie nach der Schule irgendwie ein Freiwilligdienst gemacht oder waren eben auch jetzt gerade so die Forschung im sogenannten globalen Süden. Wo, warum forsche ich dort überhaupt? Weil ich natürlich erst oder vielleicht einfach einen Kontakt dazu habe oder eben, ich bin aufgewachsen mit Nandennie oder eine OP-Kraft. Und dass das dann eben auch beeinflusst, welche Fragen ich mir stelle oder auch ganz oft so persönliche Bezüge und das finde ich, hat sie total nachvollziehbar auch transparent gemacht, wie es überhaupt dazu kam, dass sie in diesem Kontext forscht, weil es ja nicht so auf der Hand liegt. Sie hat jetzt keine familiären Beziehungen oder kann es ja nicht geboren oder hat da keine Eltern oder sowas, dass sie dort im Süden von Mexico mit diesen indigen Frauengruppen zusammengearbeitet hat. Aber genau, also das gehört auch eben zu diesem Aspekt der Positionalität und sich das zu vergegenwärtigen und zu reflektieren. Und dann eben auch natürlich die Konsequenz, okay, was bedeutet das jetzt, wie wird hier eigentlich wissen geprägt? Für meinen Forschungsgegenstand, für meine Forschungsfrage, welche Fragen kann ich stellen? Rosa hat ja auch erzählt, hat sie ja darüber sehr viel erzählt, dass das auch eben schwierig ist mit großen Herausforderungen verbunden ist, also auch viel Arbeit von ihrer Seite erfordert und natürlich sich nie so ganz auflösen lässt. Also das ist halt nie dieses erleichternige Gefühl, ja, super, jetzt habe ich meine Positionität erledigt oder jetzt, jetzt sind wir ja auf einem Level, nein, sind wir nicht. Wir leben in ungleichen ungerechten Strukturen, Machtstrukturen und die sind eben besonders eben aufgrund von Staatsbürgerinenschaft, Geschlecht, Race, Sexualität und so weiter und so fort zeichnen, die sich aus. Das halt Menschen mit bestimmten Privilegien dann aufgrund von, zum Beispiel eben, dass sie nicht rassifiziert werden oder dass sie keinen Sexismus erleben, dass sie nicht von kolonialer Ausbeutung betroffen sind. So, dass sie, oder geholenehrgewaltschuldigung betroffen sind. Danke dir, Elisabeth, dass du das jetzt hier nochmal so eingeordnet hast mit der Positionalität, so als zentrales Konzept des feministischen Forschungs. Ja, dann würde ich mich insgesamt noch mal bedanken für diese Folge und wir sehen uns dann, wir hören uns bei der nächsten Folge und bis bald. Ja, danke dir mal, bis bald. Das war der FM-Geoportkast, ein Podcast über feministische Geografien. Die Idee und das Konzept stammen von Elisabeth Militz und Malogoris. Die Musik ist von Christina Prichler, das Logo und der Stuttstamm von Malogoris. Wir bedanken uns bei Rosa Filet für die Zeit und die inhaltliche Expertise und unser Dank gilt auch Felix Bergmann und Annie Brieger für die technische Unterstützung und der Universität Innsbruck für die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Förderung für digitale Medienfrekte. Alle zitierten Materialien und Quellen sind in den Sendungsochizen verlinkt.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Feministische politische Ökologie erweitert die klassische politische Ökologie durch eine intersektionale Perspektive, die Geschlecht, koloniale Machtstrukturen und patriarchale Verhältnisse in die Analyse von Ressourcenverteilung und Umweltkonflikten einbezieht.
  2. Der Ansatz betont engagierte Forschung, die mit sozialen Bewegungen verknüpft ist, und untersucht alternative Lebensweisen sowie Sorgearbeit (Care-Arbeit) als Formen des Widerstands.
  3. Am Beispiel der Forschung von Dr. Rosa Philipp in Mexiko wird gezeigt, wie indigene Frauen ihr Territorium und ihre Lebensweise gegen ein Mega-Infrastrukturprojekt verteidigen, wobei Widerstand auch durch Gemeinschaftsarbeit und den Aufbau alternativer Infrastrukturen geleistet wird.
  4. Die Forschungspraxis umfasst partizipative Methoden wie teilnehmende Beobachtung, Interviews und Workshops, reflektiert jedoch kritisch die Positionalität einer weißen Forscherin aus dem Globalen Norden.

Summary:

In dieser Podcast-Folge des "Femme Geoportcast" wird das Konzept der feministischen politischen Ökologie vorgestellt und von Dr. Rosa Philipp erläutert. Während die klassische politische Ökologie globale Prozesse und lokale Ungleichheiten bezüglich Ressourcen untersucht, integriert der feministische Ansatz intersektionale Perspektiven, insbesondere zu Geschlecht, und analysiert, wie koloniale sowie patriarchale Machtstrukturen diese Ungleichheiten prägen. Zentral sind zudem engagierte Forschungspraxis in Zusammenarbeit mit sozialen Bewegungen und die Anerkennung von Sorgearbeit sowie alternativen Lebensentwürfen als Widerstandsformen.

Am konkreten Beispiel von Dr. Philipps Forschung im Süden Mexikos wird dies verdeutlicht. Sie untersuchte den Widerstand indigener Frauen gegen ein großes Infrastrukturprojekt („Tren Maya“), das ihre Lebensgrundlagen und ihr emotional-spirituelles Verhältnis zum Territorium bedroht. Der Widerstand manifestiert sich nicht nur in Protesten, sondern auch in alltäglicher Care-Arbeit und dem Aufbau gemeinschaftlicher Infrastrukturen wie Küchen, die das kollektive Überleben sichern. Ihre methodische Herangehensweise umfasste teilnehmende Beobachtung, Interviews und Workshops, wobei sie ihre Position als weiße deutsche Forscherin kritisch reflektierte und offen mit den Aktivistinnen thematisierte. Die Forschung zeigt, wie der Kampf für das Territorium ein Kampf für das Leben selbst ist, der tief in historischen Machtverhältnissen verwurzelt ist.

FAQs

Feministische politische Ökologie untersucht die Verflechtung globaler Prozesse und lokaler Ungleichheiten, mit besonderem Fokus auf Geschlechterverhältnisse und intersektionale Perspektiven. Sie betont zudem historische Machtstrukturen wie Patriarchat und Kolonialismus sowie engagierte Forschung mit sozialen Bewegungen.

Eine intersektionale Perspektive berücksichtigt das Zusammenspiel sozialer Kategorien wie Geschlecht, Race, Klasse und Alter. Dadurch werden unterschiedliche Erfahrungen und Ungleichheiten sichtbar, etwa wie sich Umweltkonflikte auf eine schwarze Frau anders auswirken als auf eine weiße Frau.

Sorgearbeit, wie Gemeinschaftsküchen oder die Pflege von Traditionen, wird von Aktivistinnen als zentraler Teil des Widerstands verstanden. Sie dient dazu, die Gemeinschaft zu erhalten und Grundbedürfnisse zu erfüllen, während gleichzeitig gegen zerstörerische Infrastrukturprojekte gekämpft wird.

Die Forschung basiert auf partizipativen Methoden wie teilnehmender Beobachtung, Interviews und Workshops. Sie ist eng mit Aktivistinnen vor Ort vernetzt, baut Vertrauen auf und zielt darauf ab, gemeinsam mit sozialen Bewegungen an einer sozial-ökologischen Transformation zu arbeiten.

Forschende sehen sich mit Gewalt gegen Aktivistinnen, Femiziden und komplexen Machtverhältnissen konfrontiert. Besonders schwierig ist die Positionierung als weiße Forscherin aus Europa, die koloniale Strukturen reflektieren und transparent thematisieren muss.

Territorium wird nicht als staatliches Gebiet verstanden, sondern als lebendiges Gefüge aus Land, Traditionen, Spiritualität und emotionalen Beziehungen. Seine Verteidigung ist ein Kampf für Lebensweisen und gegen die Zerstörung durch kapitalistische Projekte.

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