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Feministische Arbeitsgeographien (mit Prof. Dr. Karin Schwiter)

35m 24s

Feministische Arbeitsgeographien (mit Prof. Dr. Karin Schwiter)

Der Podcast "Fem Geo" diskutiert feministische Geografien der Arbeit mit Prof. Karin Schwiter. Im Gegensatz zur klassischen Arbeitsgeografie, die sich auf bezahlte Erwerbsarbeit und abstrakte Arbeitskräfte konzentriert, bezieht die feministische Perspektive unbezahlte Care-Arbeit im Privathaushalt ein und betrachtet Menschen in ihrer gesamten Lebensrealität mit familiären Verpflichtungen. Ein Forschungsschwerpunkt sind Live-in-Care-Arbeiterinnen, oft migrantische Frauen, die im Haushalt pflegebedürftiger älterer Menschen leben und arbeiten. Öffentlich oft als Win-Win-Situation idealisiert, zeigt die Forschung prekäre Bedingungen: permanente Verfügbarkeit, soziale Isolation und Ausbeutung. Ein weiteres Feld ist die Plattformvermittlung von Care-Arbeit, die prekäre Lebensumstände verschleiert. Die Forschung nutzt Interviews und langfristige Begleitung von Arbeitskräften, um Missstände sichtbar zu machen und durch Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern konkrete Veränderungen, wie verbesserte Arbeitsverträge, anzustoßen. Trotz der emotionalen Belastung durch die Konfrontation mit großer Ungleichheit schöpft die Forscherin Kraft aus kleinen Erfolgen und dem historischen Fortschritt der feministischen Bewegung.

Transcription

4849 Words, 31198 Characters

German
[Musik] Willkommen zum Podcast "Fem Geo", ein Podcast über feministische Geografien. Ich bin Marlugoros und mir ging übersitze Elisa Wettmielert. Bei unserer Vorbereitung habe ich dir schon so erzählt, dass meine Großeltern aktuell auch langsam in einem Pflegebedürftiges Alter kommen. Bei denen ist jetzt auch die Frage, wie bei vielen alten Menschen, wie werden die jetzt betreut, sollen sie jetzt in einem Pflegeheim gehen? Oder bekommen sie so Betreuung, die bei denen zu Hause wohnen? Aber ja, ich bin mir da überhaupt nicht sicher, wie ich mit diesem ganzen Thema umgehen soll, weil ich weiß, dass meine Großeltern sowas brauchen, weil meine Eltern auch nicht bei denen leben, in der Nähe. Gleichzeitig kann ich mir aber auch vorstellen, dass das teilweise schwierige Arbeitsbedingungen sein können, wenn jemand bei einem zu Hause lebt. Als ich dieser Zelt habe, meint ich ja auch schon, ob du nicht vielleicht Kontakt aufnehmen könntest du jemand, der sich damit aus einer feministischen Geografischen Perspektive auseinandersetzt. Weil an sich ist es ja voll das feministische geografische Thema. Auf jeden Fall und total relevant und total spannend und eben relevant für viele von uns die Eltern oder Großeltern im Pflegebedürftigen Alter haben. Und als allererstes ist mir da Professorin Karin Schweeter von der Universität Zürich eingefallen, die schon seit Jahren zu Arbeitsverhältnissen und Arbeitsbedingungen und Arbeitsorten aus einer feministischen Geografischen Perspektive forscht. Und der habe ich in E-Mail geschrieben, ob sie Lust hat in unserem Podcast zu kommen. Und sie hat zugesagt. Und ich würde vorschlagen, wir rufen sie einfach an und können ja alle unsere Fragen stellen zu den feministischen Arbeitsgeografien oder feministischen Geografien der Arbeit. Wir werden mir vielleicht auch gleich noch lernen, ob es dann Unterschied gibt oder was mit der Begrifflichkeit auf sich hat. Sehr gut. Ich bin gespannt. Ich freue mich. Hallo, liebe Karin. Schön, dass du da bist und in unserem Podcast dabei bist. Ja, ich freue mich auch sehr, dich hier willkommen heißen zu dürfen. Und ich würde dir mit der ersten Frage starten. Was können wir uns denn unter feministischen Geografien der Arbeit vorstellen? Und was unterscheidet diesen Zugang von klassischen Arbeitsgeografien? Klassische geografische Forschung hat in Fokus harbsächlich auf bezahlte Erwerbsarbeit. Und feministische Arbeitsgeografinnen die nehmen die unbezahlte Arbeit mit innenblick. Und das verändern natürlich, was wir unter räumlichen Schmoss von Arbeit verstehen. Also Arbeitsorte sind dann nicht mehr nur das Büro oder die Fabrik, sondern es ist eben beispielsweise auch der Privatschaushalt ein Arbeitsort. Und das beeinflusst natürlich auch, wie wir überhaupt unsere Städte, unsere Orten, den wir leben, planen. Also die klassische geografische Forschung ist oft davon ausgegangen. Die Menschen schlafen irgendwo und dann pendeln sie irgendwo hin und dann arbeiten sie dort und am Abend kommen sie wieder zurück. Und die ganze Struktur, also wie so ein Ort gebaut ist, war daran ausgelegt und auch auf dieses Pendel verhalten. Und wenn wir jetzt davon ausgehen, halb sehr viele Menschen arbeiten, eben da, wo sie auch wohnen, dann bedeutet das, wir müssen die Lebensumgebungen, diese Wohnungfelder ganz anders planen, öffentlich Verkehrsvergindungen, ganz anders denken. Und das ist etwas, was die feministische Arbeitsgeografie von der klassischen unterscheidet. Und das zweite ist, dass die klassische Arbeitsforschung den Blick oft auf die Person als Arbeitskraft reduziert hat. Das heißt, sie schaut eigentlich nur an, was diese Person während der Arbeit tut. Und dann untersuchen wir zum Beispiel Arbeitsproteste, na Fabrik oder Arbeitsbedingungen am Arbeitsort. Und eine feministische Perspektive fordert, dass wir die Menschen, die arbeiten als ganze Menschen in den Blick nehmen. Das heißt, wir nehmen auch die Beziehungen, die sie außerhalb ihrer Arbeit haben mit in den Blick. Zum Beispiel, dass sie Kinder haben, dass sie vielleicht Angehörige haben, die betreut werden müssen, was sie sonst noch für Dinge in ihrem Leben tun. Und das verändert dann, wie wir überhaupt, über Arbeitskräfte sprechen. So haben so klassische oder auch magsistische, klassische, klassische, magsistische Analysen lange davon ausgegeben, gegangen, dass einfach Arbeitskräfte sich dann dahin bewegen, wo sie gute Arbeit finden, also, dass sie dann irgendwie mobil sind und solchen Anreizstrukturen folgen. Und wenn wir mitbedenken, dass die Verbindungen haben, so Kinder, die irgendwo in der Schule sind oder nachbaden, mit denen sie Dinge tun, dann verstehen wir natürlich, warum sie nicht gleich mobil sind, wie Kapital, oder warum eben nur bestimmte Arbeitskräfte mobil sein können und andere nicht. Das werden so zwei Beispiele und wir nennen es Arbeitsgeografie und weniger Geografien der Arbeit. Ah, okay. Und bezüglich Labour Geography, wie würdest du das ein oder nur das ist einfach der englische Begriff, weil dem Begriff bin ich auch jetzt schon häufiger begegnet. Also ist das feministische sich dann oder klassisch? Also dort, oder Englische spielt eigentlich keine Rolle. Das ist einfach eine Übersetzung, aber es gibt einen Unterschied zwischen Geography of Labour und Labour Geography oder auf Deutsch Geografien der Arbeit oder Arbeitsgeografie. Ja, und das ist so ein theoretischer Wandel gewesen bis in die 90er Jahre hat man oft einen sehr so makroökonomischen Blick auf Arbeit gehabt. Und da ist einfach so analysen, was sind die besten Firmenstandorte, wie mobil ist das Kapital und dann gab es einen Begriff von Labour oder eben der Arbeitskraft, die dann da irgendwie mitgedacht wurde. Aber es war ein sehr abstrakte Vorstellung von so eine Arbeitskraft. Es war nicht konkrete Menschen, die auch unterschiedlich sind. Unterschiedliche Situationen haben so ganz abstrakt Arbeitskräfte. Und dann Ende der 90er Jahre haben feministisch und auch andere Arbeitsvorschende gesagt, wir müssen diese Menschen uns genauer anschauen und auch, wie die halt diese ökonomische Landschaft mitgestalten. Also es ist nicht nur die Firma oder das Kapital, dass so Erwerbslandschaften gestaltet, sondern es sind eben auch die Arbeitskräfte selbst mit ihren Handlungen und diese Arbeitskräfte sind auch sehr verschieden. Die sind nicht einfach so eine pauschale Person. Und mit diesem Wandel in der Denkweise und in der Perspektive hat sich auf den Wander der Begriff gewandelt, denn wir für dieses Feld verwenden. Also vorher war es die Geographie auf Labour und das Neue, dass diese Menschen und ihre Agency ernst nimmt, nennt man Labour Geographie oder eben Arbeitsgeografie. Kannst du uns ein bisschen mehr von über deine eigene Forschung im Feld der Arbeitsgeografien, der feministischen Arbeitsgeografien erzählen? Also was interessiert dich und warum? Wie bist du überhaupt zu deinem Thema zu deiner Forschung gekommen? Ich habe mich viele Jahre mit dem Privathaus hat, das Arbeitsort beschäftigt. Und zwar spricht man da oft von einer Kromotifizierung von Kerarbeit. Das bedeutet sehr viel Arbeit, dem Privathaus halt früher mehrheitlich von Frauen unbezahlt gemacht wurde, ist in den letzten Jahren zu bezahlte Arbeit geworden. Das heißt man hat eine Reinigungskraft, die irgendwie kommt und im Privathaus halt putzt, oder? Man hat eine Betreuerin für die Kinder oder für die Eltern verwanden. Und so ist plötzlich, haben wir in Privathaus halt, der vorher so ein Familienort konzipiert war, haben wir jetzt einen Arbeitsplatz, wo auch bezahlt Arbeitsgeleistet wird. Und das hat mich sehr interessiert. Vor allem haben wir sehr viel Forschung gemacht zu Personen, die dann in Privathaushalte von älteren Menschen einziehen. Und da praktisch rund um die Uhr für diese Sorgen, sogenannte Living Care Workers. Also auch auf Deutsch, es gibt keine wirklich gute Übersetzung für den Begriff Living. Ja, das bedeutet einfach nur, dass sie eigentlich da lebt und wohnt die Person, wo sie auch arbeitet. Was ist so eine zentrale Erkenntnis deiner Forschung, über die alle Bescheidrissen sollten? Also diese Living Care Irish Moos, die werden ganz oft in der öffentlichen Debatte als so eine win-win-situation dargestellt. Ja, also der Haushalt gewinnt, weil sie können älteren Menschen können, daheim in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Und für die Care Workers ist das ja auch ganz toll, weil sie hatten Job und kann da bei diesen älteren Personen auch noch wohnen, etc. Und das wird dann sehr idealisiert dieses Verhältnis und das eine tolle Lösung für den Win-win-win, für den Staat ist es auch noch toll, weil der muss für die Betreuung älterer Menschen dann gar nichts bezahlen, keine alten heime organisieren oder sowas. Und da zeigt unsere Forschung, dass das natürlich einfach in der Realität eine ganz andere Situation ist, wie diese Personen arbeiten, dass das eigentlich in fast allen Fällen wirklich eine ausbeutrische Arbeitsbeziehung ist, weil die Personen selber natürlich ihr Leben nicht weiterführen kann. Ja, sie führt über diese Tage, Wochen manchmal Monate oder sogar Jahre, in denen sie in diesem Haushalt wohnt, führt sie nicht ihr eigenes Leben, sondern sie führt das Leben der ältren Menschen und ermöglicht das Leben der ältren Menschen. Aber sie selber hat keine Möglichkeit, zusammen mit ihrer Familie zu wohnen, ihre eigenelle Betreuung von ältren Angehörigen zu machen oder auch nur Freizeit zu genießen. Ja, sie ist oft eigentlich rund um die Uhr auf Abruf. Und das ist ja auch der Grund, warum in den allermeisten Fällen lokale Arbeitskräfte gar nicht bereit sind, unter diesen Lebenbedingungen zu arbeiten. Und dann oft von sehr weit her meckrantische Arbeitskräfte, die alle meisten davon Frauen, dann in diese Haushalte geholt werden und über Monate dann eigentlich getrennt von ihren eigenen sozialen Kontakten, da diese Arbeit leisten müssen. Und wir mit unserer Forschung wollen tatsächlich diese Aspekte problematisieren und einfach sichtbar machen. Das sind nicht normale Arbeitsverhältnisse. Und das Zeit, was wir uns anschauen, in den letzten Jahren, ist im Privathaus halt auch eine Plattformissierung ab stattgefinden gefunden. Das heißt, es sind Plattformen aufgetaucht. Beispielsweise nennen die sich Kerr dort kommen oder betreut 24 oder solche Labors, die jetzt Arbeit im Privathaus hat auf Abruf anbieten. Also ich kann auf diese Plattform gehen und ich kann da eine Rheinigungskraft, eine Seniorenbetreuerinnen finden, die dann eigentlich dann zu mir kommt, wenn ich sie gerade brauche. Und dieses Phänomen haben wir uns auch genauer angeschaut. Und das zeigt sich auch, dass es eigentlich nicht möglich ist, mit dieser Arbeit ein existenzichendes Einkommen zu erwärden. Und oft schauen diese Firmenportale sehr professionell gemacht aus. Und man hat das Gefühl, das sind normale Angestellte oder so. Und für die Kundschaft, die dann diese Angebote annehmen, ist oft nicht sichtbar, wie prekäre Lebensrealitäten da eigentlich dahinterstecken. Und das wollen wir auch sichtbar machen, um Veränderungen anzustoßen. Wie sieht jetzt deine Forschung? Du hast gerade erwähnt, dass du ja im Privathaus halt dir Arbeit, Arbeitserfahrung, Arbeitspraktiken, Arbeitsleben anschaust. Wie sieht deine Forschung jetzt konkret dazu aus? Also wie gehst du vor? Wie forscht du dazu? Also eines unserer Hauptinstrumente ist das ganz klassische Interview, wo wir uns hinsetzen mit Arbeitskräften, Interviews führen, auch mit Leuten, die solche Plattformen führen oder die solche Vermittlungsunternehmen für Kerarbeiterinnen führen, mit Fachleuten, von Gewerkschaften, Verwaltung und so weiter. Und das zweite, was mir, man könnte sagen, vielleicht am meisten Spaß macht, oder wo man nicht besonders Freude habe, ist wirklich längefristig, mit Arbeitskräften im Kontakt zu sein und auch zu verfolgen. Wie geht es Ihnen? Was tun Sie? Wie verändern Sie sich Ihre Lebensrealitäten? Und da hatten wir in unserer Forschung wahnsinnig Glück, dass uns gelungen ist, mit einer Gruppe zusammenzuarbeiten von Kerarbeiterinnen hauptsächlich aus Polen, die in der Nähe von Basel eine Gruppe gegründet haben, sich immer wieder getroffen haben, um sich auch gegenseitig zu unterstützen, voneinander zu lernen und auch einfach nur Freizeit zusammen zu verbringen. Und wir durften über zehn Jahre wirklich bei Ihnen dabei sein und zu schauen, was stellen Sie für Vorderungen, was gelingt Ihnen in den privater Seiten auszurenden? Oder eben was vielleicht auch nicht? Und das war eigentlich für uns das Wertvorste. Und was mir auch sehr wichtig ist, ist wirklich einen engen Kontakt auch zu Entscheidungssträger Ihnen zu haben, sei es in der Politik oder auch in der Verwaltung. Also wir haben immer wieder auch Studien gemacht zusammen. Beispielsweise mit der Stadt Zürich oder für das Staatssekretariat für Wirtschaft, die sich dafür interessiert haben, was passiert eigentlich da. Und diese Zusammenarbeit fand ich auch immer sehr wertvoll, weil da einfach auch die Möglichkeit besteht, dass wir wirklich politisch was ändern können. Jetzt hast du gerade schon gesagt, was dir Freude bereitet, eben diese langfristige Beziehung zu den Forschungspartner*innen aufbauen, zu können und mit denen in Kontakt bleiben zu können. Gibt es auch was, was du schwierig findest in deiner Forschung? Also am meisten Freude darf ich noch was zu Freude sagen. Am meisten Freude ziehe ich wirklich daraus, wenn es uns gelingt, irgendein Veränderung anzustoßen. Ja, und weissens sind das keine Weltrevolutionen. Aber beispielsweise erinnere ich mich, dass das Staatssekretariat für Wirtschaft hat zu einem normalen Arbeitsvertrag für Lebens in den Haushalten erarbeitet. Und die haben uns tatsächlich eingeladen, uns den anzuschauen und Feedback zu geben. Und zum Beispiel stand da was drin, ja, diese Betreuenspersonen, die müssen Zugang zum Internetmuskeln gewährt werden. Und wir wussten aus ganz vielen Interviews, dass diese Zugang zum Internet einen riesen Streitpunkt in den Haushalten ist. Ja, es gab Haushalte, die haben das pro Minute, wenn Kerarbeit drin berechnet. Also es waren Kosten für ins Internet zu kommen. Es gab Haushalte, die haben nur so ein Kabel gehabt in Wohnzimmer, wo wenn die Kerarbeit drin mit ihren Kindern oder Angehörigen somen Skalpen wollten, mussten sie im Wohnzimmer sitzen. Und dann haben die älteren Menschen und gesagt, ja, nicht jetzt und nicht so lange und haben das total kontrolliert, wie sie eigentlich im Kontakt waren mit ihrer Herkunftsfamilie. Zum Teil in ihren eigenen Schlafräumen hatten sie dann gar kein Internet. Und dann haben wir so eine ganz kleine Änderung da eingefügt, haben gesagt, nein, das geht nicht, wenn ihr einfach sagt, Zugang zu Internet, ihr müsst in diesen Stand- und Arbeitsvertrag, müsst ihr schreiben, unlimitierte Kostenfreie in Welan, ja, nicht Kabel, Welan, Zugang in den Schlafräumen, dem eigenen Raum da betreuen. Ja, und das ist nur so ein kleines Ding, aber am Ende hat es für die Realität von Betreuenspersonen, hat es dann doch einen Einfluss gehabt. Und solche Dinge, wenn sowas gelingt, daraus ziehe ich halt einfach total viel Energie, dann auch wieder weiterzumachen und zu sagen, okay, irgendwas konnten wir ein bisschen verschieben, auch wenn wir jetzt nicht der große Sprünge erreicht haben. Und was findest du schwierig bei deiner Forschung? Das Schwierigste finde ich tatsächlich, die das Gebanz zwischen meinem eigenen sehr privilegierten Leben als bezahlte Professoren an der Uni. Und der Lebensrealität, diesen häufig Frauen, denn wir begegnen in der Kerarbeit, in der Plattformarbeit. Das sind ganz oft in das Frauen, die nicht wissen, wie sie die nächste Miete bezahlen sollen. Ja, die Kinder haben manchmal hier, manchmal in ihren Herkauf-Kunftsländern sehr lange von ihr, von ihren Kindern, Eltern, Angehörigen getrennt sind. Manchmal über Monate, über Jahre hinweg, nicht ihr eigenes Leben leben können, sondern dieses Leben woanders ist, und die wirklichen ganz prekären Situationen sind. Und einfach diese Ungleichheit irgendwie zu erleben, das macht mich traurig, das macht mich wütend und macht man auch irgendwie Hilfluss zu sehen. Ja, das wäre so wenig Fortschritte machen, diese Ungleichheiten zu bekämpfen und auch, dass wir sie so normalisiert haben. Ja, und dann plötzlich denken, "Ja, aber das ist doch eine gute Job für so eine polnische Eltre Dame." Ja? Und gar nicht denken, uns gar nicht fragen ja, werden wir denn selber bereit zu diesen Bedingungen in einem anderen Land zu arbeiten. Also wo wir wie unterschiedliche Standards für uns und für andere anwenden. Wow, ich finde das gerade sehr emotional. Also ich muss sagen, ich finde sehr froh, dass wir dir hier diese Plattformen geben können, unseren Podcast und ich hier eingeladen haben. Und dass du diese Arbeit machst, weil ja, das sind wirklich zwei ganz unterschiedliche Realitäten so. Ich freue mich auch voll zu hören, dass du selbst daraus Kraft schöpst, wenn du merkst, dass da Veränderungen gemacht werden, weil ich häufig mir dann auch in letzter Zeit freigestellt habe, auch in Hinblick auf meinen weitere Arbeitsleben so. Wenn ich in die Forschung gehen würde, reicht mir das aus, einfach nur in großen Anführungsrichen diese Forschung zu machen oder will ich dann nicht auch, also ist nicht mein Ziel, eigentlich eben Veränderungen durchsetzen zu können. Und so eine persönliche Frage würde ich dich jetzt auch gerne stellen, aber darauf bist du gerade schon ein bisschen eingegangen auf deinen eigenen Alltag, die ich eben auch dann gefragt habe, du siehst diese Lebensrealitäten und ja, wie du es damit um, aber ein bisschen bist du da gerade schon drauf eingegangen und ob es sich dann nicht auch manchmal erschlägt. Aber so, wie ich das jetzt rausgehörter, hast du auch ein bisschen gesagt, die so wut oder so, die nimmst du dann eher und das gibt dir eher Kraft, da weiter zu machen. Denk, es gibt ganz viele von uns so oder? Wir haben in der Forschung immer wieder die Momente, wo wir denken, hey, bringt es überhaupt was, was ich hier tue. Wir sind so, wie kleine Schritte, die wir nur machen, wir versuchen, etwas sichtbar zu machen. Ja, wir versuchen diese Geschichten von prekärarbeiten Menschen der Welt zu zeigen, um sie auch aufzurütteln. Und ich denke, ganz oft, wenn ich hoffnungslos bin und wie das Gefühl habe, wo man mir sind so unmächtig, erinnere ich mich sehr gerne, wirklich einfach an die, an die Erfolgsgeschichte der feministischen Bewegung. Ja, ich habe das Gefühl, wenn wir weiter zurückschauen. Ja, wie war es irgendwie in den 1950er, 60er Jahren? Und was wird da alles, was die feministische Bewegung da alles erreicht hat? Und das sind 50 Jahre, wo sich die Leben von so vielen Frauen in so vielen Ländern der Welt so grundlegend verändert haben so viele mehr gestalt um Spielraum und Entscheidungsfreiheiten geschaffen haben, dass ich mir einfach denke, es ist möglich, ja, und wir haben schon so viel geschafft. Mein Leben ist so ein anderes, als das meiner Großmutter und die Möglichkeiten, die ich habe, da schaffen wir auch in anderen Felsen. Ja, natürlich sind die Herausforderungen immer noch riesig und manchmal, wenn man einen Moment so an wieder Kriege, wieder Verlust von Frauenrechten in gewissen Ländern oder so denkt. Ja, dann macht das, oder nimmt das auch Kraft. Aber wenn man so das Ganze irgendwie ja hundert anschaut, dann habe ich das Gefühl, dann sieht man einfach auch, was möglich ist. Und das kann in Zukunft auch so weitergehen. Wir können weitere Dinge erreichen und deshalb habe ich das Gefühl, es lohnt sich zu kämpfen. Und meistens stelle ich dann wieder auf und denke mir, wir machen weiter. Und jetzt so auf deine ganzen Themenbereiche, die du vorst, bist ja auch im kleinen Alltagstielen noch mal darauf bezogen. Denn auch bei mir in der Familie, meine Großeltern, die bei denen ist jetzt auch langsam der Zeitpunkt dran, dass sie sich so überlegen, okay, gehen wir in ein Pflegeheim oder bauen wir dieses eine Zimmer, dass wir hier noch in unserer Wohnung haben, um für eine Lippincare, genau so. Das ist ja auch genau dein Themenbereich. Ich habe mit Ihnen jetzt noch nicht so im Detail gesprochen, aber so was wie, dass sie auf eine Plattform gehen, oder so. Und darüber, wenn das so einfach ist, sich darüber eine Angestellte in den Haushalt nehmen, ich weiß nicht, das würde ja, das kommt ja, anscheinend, schon für viele in Frage. Und jetzt frage ich mich, wie kann ich da, was ändern, oder was könnten meine Großeltern, an deren Stelle ändern? Dass sie da jetzt nicht in diese Struktur reinfallen? Meine Erwartung ist generell an alle Personen, oder dass man sich sehr gut überlegt, wer arbeitet da für mich? Und was für Bedingungen leben sie? Und gäbe es vielleicht noch andere Möglichkeiten? Ja, die, die nicht diese precarische Arbeit treieren. Auch wenn ich irgendwie, mit Plattformarbeit, ja, mir will mir Pizza bestellen, oder sonst etwas. Mir ist es aber wichtig, dass ich nicht die, die einzelnen Entwidungen, eigentlich die Schutz zum Schieben will. Ja, wir leben in einer gesellschaftlichen Struktur, die Familien oft sehr wenige andere bezahlbare Optionen gibt. Ja, ein Leben, dass so organisiert ist, oder eine altes Versorgung, die in gewissen Ländern so organisiert ist, dass, wenig andere Möglichkeiten sind. Und deshalb finde ich es schlecht, wenn man dann wirklich so ein, ein Blaming von den Familien macht, die ja auch irgendwie eine Lösung finden müssen, die für sie funktioniert. Und dann, ja, aber das Gefühl, wir müssen sehr viel mehr daran arbeiten, uns zu überlegen, wie wir gemeinschaftlich eben Sorge besser organisieren. Und ich denke jetzt, ein Bezug auf die Seniorenbetreuung, Seniorinnenbetreuung, ist es natürlich wirklich mehr Investitionen in gemeinschaftlich öffentlich finanzierte mobile Pflege und Betreuung für die Menschen da heim, also wo diese Betreuungsverhältnisse, normale Arbeitsverhältnisse sind. Und zu einem Schweizer oder österreichischen oder deutschen Lohn bezahltsit. Und am Restseits natürlich auch Investitionen in die Pflegeinstitutionen. Ja, dass man mit guten Gewissen sagen kann, dass es ein guter Ort, wenn es wirklich nicht mehr geht daheim, dann kann ich mit einem guten Gewissen meine Mutter, meine Tante oder eine andere, ältere Person in dieser Institution unterbringen. Und ich kann es auch bezahlen. Und ich glaube, diese gemeinschaftliche Organisation der Sorge, das ist die Richtungen, die wir weiter denken müssen und auch diese politischen Forderungen stellen müssen, dass sich das System ändert, wie wir Kerarbeit organisieren. Und auf der anderen Seite ist natürlich auch ein großes feministisches Projekt, das jetzt amstellt, ist die Dominanz der Erwerbsarbeit zu hinterfragen. Ja, in der feministischen Bewegung haben wir Frauen und weitermal generalisierte Personen sehr lange dafür gekämpft, dass wir Erwerbseitig sein dürfen. Ja, eigenes Geld verdienen, kreiert Unabhängigkeit, kreiert die Möglichkeit, auch Lebensgestalten, den Entscheidungen selber zu treffen und nicht mehr von einem Ehemann oder einem Vater oder anderen männlichen Personen abhängig zu sein. Und das war ein sehr, sehr wichtige Move. Aber jetzt sind wir in eine Gesellschaft gegangen, die Erwerbsarbeit so entgrenzt, alles einnimmt, dass einfach die Zeit für die Kerarbeit auch für unsere eigene, in unseren eigenen nahen Umfeld für Verwandte oder auch Freunde, Freundinnen nicht mehr vorhanden ist. Also wo alle Erwachsenen einfach nur noch eine Erwerbsarbeit und die Wurfen ist, die auch nicht mehr ein 9-5, ein 9-5-Trop ist, sondern die auf den Grenzt ist kurzfristig einsätze verlangt. Abends länger, ja, am Wochenende auch noch unvorhersehbar, wo es gar nicht mehr möglich ist, das mit Kerarbeit zu organisieren. Also wo wir am Ende darauf angewiesen sind, dass wir so ganz kurzfristig überplatformen, irgendeine Notfallnenni oder sowas uns organisieren müssen. Und da finde ich jetzt sehr spannend, wie jetzt feministische politische Gruppen auch sehr viel stärkereinfordern und sagen, diese Erwerbsarbeit, diese Dominanz, die muss zurückgehen. Wir brauchen wieder mehr Zeit, um selber auch Kerarbeit leisten zu können. Das finde ich momentan wirklich eine sehr spannende Bewegung. Wir kommen schon zum Ende zu unserem Gespräch. Wenn sich jetzt Menschen noch mehr in dieses Thema feministische Arbeitsgeografien einarbeiten wollen oder sich noch dafür interessieren, jetzt noch ein bisschen mehr darüber lesen oder hören oder irgendwie erfahren wollen, hast du irgendwie ein Text oder vielleicht auch ein Filmpodcast, irgendwelches Material, was du den Menschen mit an die Hand geben würdest, dass sie da sich noch vertieft mit diesen Forschungsfeld, mit diesen Themenfeld auseinandersetzen können. Also, jetzt deutschsprachigt für die mehr so, Unikontext, die da weiter lesen wollen, gibt es das Handbuch feministische Geografien. Das ist 2021 rausgekommen. Also noch relativ neu. Da hat es ein ganz tolles Kapitel drin, dass Kolleginnen von mir geschrieben haben, zu Arbeitsgeografien aus feministischer Perspektive und das finde ich ein ganz tolles Einstieg, um wirklich mal so ein Überblick zu kriegen. Und jetzt, so für das Lesen auf dem Sofa, ja, das ist nicht akademische, würde ich auch gerne ein Buch empfehlen, dass ich gerade rausgekommen ist, ich gelesen habe, wirklich sehr viel Freude. Das heißt Gloria.Mohamed. Und ist von Isabel Flüchiger, heißt sie im Rotpunkt Verlag erschienen in der Schweiz. Und es ist die Geschichte von genau diesen zwei Personen von Gloria und von Mohamed. Sie sind beide mechanisierte Arbeitskräfte. Sie sind in die Schweiz gekommen, um Arbeit zu finden. Und Gloria sucht Arbeit in Privathaushalten als Gerarbeiterin. Mohamed arbeitet auf dem Bau. Also wir haben keine super innovative Geschlechterverteilung. Aber eine ganz tolle Geschichte, die die beiden Personen begleitet. Und irgendwie guckt was, was geschieht ihnen, bewilter überhaupt gearbeitet. Wie geht es ihnen dabei? Was entwickeln sie auch für klebrere Strategien mit diesen transgenderen Situationen umzugehen? Und ich finde es wirklich ein ganz tolles Buch. Es geht ans Herz. Und es ist ließ dich sehr leicht. Und man lernt dabei unglaublich viel einfach auch über diese Regulierungen, die wir haben in der Schweiz. Und ganz ähnlich in vielen europäischen Ländern, die einfach mechanische Arbeitskräfte ausbeutbar machen. Ja, die in der Situation kreieren, die eigentlich für sie keine guten Optionen schafft. Und wer Lust hatten, bis zu lesen, Gloria, Mohamed finde ich echt die Neuerscheinung, die sie lohnt. Noch einen kleinen Einschub zu diesem Handbuch, der feministischen Geographien. Es haben wir auch bei unserer Einführungsfolge schon erwähnt. Und ich habe auch zur Vorbereitung dieses Podcasts sehr viel darin gelesen. Und bei dem Kapitel, wirklich da dachte ich mir so, wow, endlich, ja, endlich meine Gedanken, die schon ein bisschen dazu hatte, endlich sagt es mal jemand und wow, dazu wird geforscht. Und ich war da so fasziniert. Und aber auch, also ich musste glaube ich auch währenddessen Anfang zu weinen, weil ich mir auch dachte, oh Gott. Also ja, auch ein bisschen so, wie du das glaube ich beschrieben hast wollen. Danke dir, Karin, auf jeden Fall schon mal für deine ganzen Einblicke in deine Forschung und deine so wichtige Forschung. Und dass du uns daran teilhaben hast, lassen und auch nochmal die Lesetipps am Ende. Gibt's irgendwas, was wir jetzt noch gar nicht thematisiert haben, aber was du noch wichtig findest zu erwähnen oder was du einfach noch gerne sagen möchtest. Ich habe mich sehr gefreut, bei einem Podcast dabei zu sein, und dass ihr dieses Kohle-Projekt macht. Und ich freue mich da auch reinzuhören. Und das weiter zu verfolgen. Danke, dass ihr dieses Thema aufnimmt und dass ich bei mir mache. Ja, danke jetzt noch, Karin. Wow, ich fand das gerade richtig, richtig spannend von Karin so viel zu lernen über feministische Arbeitsgeografien und über ihre eigene Forschung und auch sehr berührt von dem, was ihr erzählt hat, was ihr eben Freude bereitet und diese langfristigen Beziehungen zu den Forschungspartner*innen aufzubauen und diese Freude und diese Kraft, die sie daraus schöpft, wenn sie dann auch Veränderungen anstoßen kann. Und fand es für mich auch nochmal ein Learning in diesem Themenbereich, mit dem ich mich ja auch nicht so viel auskenne, diese Unterscheidung zwischen feministischen oder zwischen Geografien der Arbeit und eben Arbeitsgeografien, feministischen Arbeitsgeografien auch nochmal so. Ja, guter Punkt. Wer nicht mir merken, mitzunehmen. Ich kann mich dem allem nur anschließen. Ich habe das ja auch während des Interviews gezeigt und habe ja auch da gesagt, okay, das macht mich gerade emotional und auch weil das einfach auch für mich selber in meinem Alltag bestimmende Themen sind so. Und dann hatte ich mich aber eben während des Interviews kurzfristig dafür entschieden, diese Emotionen zu zeigen, weil ich mir dachte, hey, wir sind hier in einem Podcast für feministische Geografien. Und so, wie ich das bis jetzt in meiner Vorrecherche rausgefunden habe, ist das ja schon auch ein großes Thema Emotionen. Ja, genau, Emotionen. Ich fand das auch total toll, dass du, ich habe das gesehen, dass du kurz so überlegt hast, dass du euch jetzt jedes zeigen oder soll ich quasi die Emotionen nicht öffentlich machen, weil wir ja auch so ein bisschen darauf trainiert sind, bestimmte Emotionen und emotionale Reaktionen eben für uns zu behalten oder mit uns auszumachen, weil bestimmte Emotionen nicht in bestimmte öffentliche Räume gehören, wie zum Beispiel sowas wie über emotional, über Wältig sein oder traurig sein oder Schmerz empfinden. Und ich finde das ganz großartig, dass du dem Raum geben hast, weil eben Emotionen anzuerkennen, zu gucken, welche Rolle spielen, Emotionen für bestimmten Prozessen für die Art und Weise, wie wir Räume erleben, aber wie auch Räume produziert werden, auch ein ganz zentrales Thema oder eine zentrale, wie sagt man oft auf Englisch Research, Zeit oder ein Ort ist, wo den feministische Geografien in Zentrum stellen. Von daher finde ich jetzt nicht nur speziell auf das Thema feministische Arbeitsgeografien, sondern in allen Bereichen, feministischen Geografien machen, sind Emotionen und die Anerkennung von Emotionen und die Art und Weise, was uns diese Emotionen zeigen können, über bestimmte Beziehungen zum Beispiel, über bestimmte Machtverhältnisse ist ein ganz zentrales Thema. Ja, finde ich auf jeden Fall sehr gut, dass wir das jetzt hier nochmal auch das Thema angesprochen haben. Und ich freue mich auf die nächste Folge mit dir, Malu. Also auch, danke, ciao, war gut. Das war der Femme Geoportkast, ein Podcast über feministische Geografien. Die Idee und das Konzept stammen von Elisa Wettmielitz und Malu Gores. Die Musik ist von Kristine Pichler, das Logo und der Schnittstamm von Malu Gores. Wir bedanken uns bei Karin Schwieter für die Zeit und die inhaltliche Expertise und unser Dank gilt auch Felix Bergmann und Andy Briego für die technische Unterstützung und der Universität Innsbruck für die finanzielle Unterstützung am Rahmen der Förderung für digitale Medienbreite. Alle zitierten Materialien und Quellen sind in den Sendungssuchizen verlängt. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Feministische Arbeitsgeografie erweitert den Blick auf Arbeit um unbezahlte Care-Arbeit im Privathaushalt und betrachtet Menschen als ganzheitliche Wesen mit sozialen Verpflichtungen.
  2. Die Forschung von Prof. Karin Schwiter deckt prekäre Arbeitsbedingungen von Live-in-Care-Arbeiterinnen auf, die oft ausgebeutet und von ihrem sozialen Umfeld isoliert sind.
  3. Plattformvermittlung von Care-Arbeit verschleiert häufig prekäre Realitäten und ermöglicht selten ein existenzsicherndes Einkommen.
  4. Die Forschung zielt darauf ab, Veränderungen anzustoßen, z.B. durch politische Zusammenarbeit und die Sichtbarmachung von Missständen.
  5. Trotz emotionaler Herausforderungen bietet der historische Erfolg der feministischen Bewegung Motivation für weiteres Engagement.

Summary:

Der Podcast "Fem Geo" diskutiert feministische Geografien der Arbeit mit Prof. Karin Schwiter. Im Gegensatz zur klassischen Arbeitsgeografie, die sich auf bezahlte Erwerbsarbeit und abstrakte Arbeitskräfte konzentriert, bezieht die feministische Perspektive unbezahlte Care-Arbeit im Privathaushalt ein und betrachtet Menschen in ihrer gesamten Lebensrealität mit familiären Verpflichtungen.

Ein Forschungsschwerpunkt sind Live-in-Care-Arbeiterinnen, oft migrantische Frauen, die im Haushalt pflegebedürftiger älterer Menschen leben und arbeiten. Öffentlich oft als Win-Win-Situation idealisiert, zeigt die Forschung prekäre Bedingungen: permanente Verfügbarkeit, soziale Isolation und Ausbeutung. Ein weiteres Feld ist die Plattformvermittlung von Care-Arbeit, die prekäre Lebensumstände verschleiert.

Die Forschung nutzt Interviews und langfristige Begleitung von Arbeitskräften, um Missstände sichtbar zu machen und durch Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern konkrete Veränderungen, wie verbesserte Arbeitsverträge, anzustoßen. Trotz der emotionalen Belastung durch die Konfrontation mit großer Ungleichheit schöpft die Forscherin Kraft aus kleinen Erfolgen und dem historischen Fortschritt der feministischen Bewegung.

FAQs

Feministische Geografien der Arbeit erweitern den Fokus über bezahlte Erwerbsarbeit hinaus und schließen unbezahlte Arbeit ein. Dadurch werden auch private Haushalte als Arbeitsorte anerkannt, was die Planung von Städten und Lebensumgebungen beeinflusst.

Klassische Arbeitsforschung reduziert Menschen oft auf ihre Arbeitskraft und betrachtet primär Arbeitsorte wie Fabriken. Feministische Perspektiven nehmen dagegen ganze Menschen in den Blick, inklusive ihrer Beziehungen und Betreuungsaufgaben außerhalb der Arbeit.

Living Care Workers sind Betreuungskräfte, die im Haushalt pflegebedürftiger Personen leben und rund um die Uhr arbeiten. Oft handelt es sich um prekäre, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, bei denen die Arbeiterinnen ihr eigenes Leben nicht führen können und von sozialen Kontakten getrennt sind.

Plattformen vermitteln Care-Arbeit auf Abruf, z.B. für Reinigung oder Seniorenbetreuung. Sie geben oft einen professionellen Eindruck, verdecken aber prekäre Realitäten, da es schwer ist, mit dieser Arbeit ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen.

Ihre Forschung basiert auf Interviews mit Arbeitskräften, Plattformbetreibern und Gewerkschaften sowie langfristiger Begleitung von Care-Arbeiterinnen. Sie arbeitet auch mit Entscheidungsträgern zusammen, um politische Veränderungen anzustoßen.

Kleine, aber wichtige Veränderungen wurden erreicht, z.B. die Forderung nach kostenfreiem WLAN-Zugang in Schlafräumen für Care-Arbeiterinnen in Standardarbeitsverträgen. Dies verbessert ihre Möglichkeit, mit Familien in Kontakt zu bleiben.

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