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Ex-In-Genesungsbegleitung

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Ex-In-Genesungsbegleitung

Die Podcastfolge behandelt das Thema Ex-In-Genesungsbegleitung, eine Ausbildung für Menschen mit psychischer Krisenerfahrung, die andere in Krisensituationen begleiten. Kaja, zertifizierte Ex-In-Genesungsbegleiterin aus Hamburg, erklärt, dass die Ausbildung auf einer persönlichen Erfahrung beruht und ein salutogenes Verständnis der Gesundheit fördert. Die Arbeit ist nicht therapeutisch, sondern bietet praktische Unterstützung und Austausch auf Augenhöhe. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich verstanden, weil der Begleiter selbst krank war und die Bedingungen der Psychiatrie kennt. Ein zentraler Punkt ist die Schweigepflicht gegenüber dem Behandlerteam, jedoch mit der Möglichkeit, bei Gefahren oder akuten Situationen umgehend Hilfe zu fordern. Die Zusammenarbeit erfolgt entweder im Team oder isoliert, wobei das Team-Modell Vertrauen fördert. Es gibt bereits 30 Ausbildungsstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die über eine Karte auf x-in-akademie.de gefunden werden können. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Behandlungsdauer verkürzt wird, wenn Betroffene begleitet werden – ein wirtschaftlicher Vorteil für Krankenkassen. Die Botschaft lautet: Behandler, Angehörige und Betroffene sollten gemeinsam in Trialogs auf Augenhöhe sprechen, um Genesung zu fördern. Die Folge betont, dass die Ausbildung eine wertvolle Option für Menschen mit psychischer Erfahrung ist und dass sie durch die Wahrnehmung von Stigmatisierung und die Entwicklung von Vertrauen in multiprofessionellen Teams stärker unterstützt werden kann.

Transcription

8195 Words, 49235 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Jung und Freudlos, der eigenen Podcast aus der Universitätsklinik Freiburg, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Ja, wir melden uns zurück aus der Sommerpause. Wie schön, wieder hier zu sein. Schön, dass ihr auch wieder dabei seid. Wir müssen gleich sagen, wir sind gar nicht ganz in unserer gewohnten Runde. Sebastian tourt nämlich noch, wie sollen wir das jetzt beschreiben, durch die Weltgeschichte, kommt aber natürlich wieder zurück. Genau, deswegen sind wir heute trotzdem zu dritt. Wir haben nämlich eine wunderbare Gästin, die ich euch gleich vorstelle. Aber erst mal zu den zwei Dritteln, die da sind von der gewohnten Runde. Da ist Ismene, die wunderbarste Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die hier neben mir an dem Kopf ist. Und ich bin Moritz, der fragenstellende Frischarzt sozusagen. Und wir haben zu Gast aus dem Speckgürtel von Hamburg nach vielen Komplikationen über Studiolink zugeschaltet. Kaja, hallo Kaja, wie schön, dass du heute bei uns bist. Hallo, ich freue mich sehr, bei euch sein zu können. Ja, wir freuen uns auch total. Kaja ist 43 Jahre alt und ist zertifizierte Ex-Ingenesungsbegleiterin. Was genau da dahinter steckt, wird sie uns vermutlich im Laufe. des Interviews berichten. Heute geht es auf jeden Fall um Ex-In und die Genesungsbegleitung und was das eigentlich alles ist. Und es ist super cool, dass wir das heute besprechen können, liebe Kaja. Aber bevor du uns erleuchtest, haben wir natürlich drei Oder-Fragen für dich vorbereitet, die du uns jetzt aus dem Stehgreif beantworten kannst. Ismene, willst du loslegen oder soll ich loslegen? Ja, ich will loslegen. Ismene ist schon ganz heiß. Kaja, bist du bereit? Yes, I am. Aufgepasst, Kaja. Exil, Exodus oder Eidechse? Eidechse. Oh, ganz einfach, Exil. Exil? Erzähl mal, was reizt dich am Exil? Das begründet sich aus meiner Geschichte und meiner Erfahrung, die ich gemacht habe. Und heutzutage denke ich auch manchmal, wo ist mein Kaja-Planet, wo ich hinflüchten kann? Weil da wird meine Sprache gesprochen, alle Bürger und Bürgerinnen dort haben sich auf einen Kodex geeinigt, wie man nett und freundlich zusammenlebt. Das klingt schön. So ein Planeten hätte ich auch gerne. Ja, das ist so meins. Wenn ich denke, wenn es zu viel Grad wird oder ich denke, was ist hier wieder los? Bitte, mein Kaja-Planet, deswegen Exil. Okay, nicht schlecht. Dann mache ich mal weiter mit der zweiten Oder-Frage für dich. Wir haben ja noch Sommer, wir nehmen ein bisschen vorher auf sozusagen. Deswegen die Frage Sonnenbad, Pfützenbad oder bist du Bademeisterin? Oh, Sonnenbad. Ja? Gibt es das in Hamburg? Ist da überhaupt Sonnenbad? Nee, deswegen ziehe ich mich so danach. Knappung, erhöht die Nachfrage. Absolut. Man hört aber raus, auf dem Kaja-Planeten gäbe es eher Sonne als Regen. Absolut. Ja, genau. Also, ja, das finde ich einfach toll, mal frei zu haben und dann auch Sonne zu haben. Und man friert nicht und es ist nicht so windig und man kann sich einfach der Sonne hingeben. Sehr gut. Klingt eigentlich ganz schön. Ja, kann man machen. Ja, wenn es nicht gerade über 40 Grad ist und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit in Freiburg. Ja, das stimmt. Also es muss eine gute Sonne sein. Eine gute Sonne, genau. Ich habe auch noch eine Frage, Kaja. Innenleben, Indoor-Spielplatz oder Insel-Traum? Indoor-Spielplatz. Ich habe jetzt fast gedacht, wir waren zu suggestiv mit der Insel, nachdem wir so viel über Sonne und den Kaja-Planeten gesprochen haben. Das stimmt. Aber Indoor-Spielplatz mit Bällchenbad? Absolut. Am besten das Schnitzelbad. Kennt ihr das? Nee. Das sind aus Schaumstoff geschnittene Schnitzel. Und wenn man vom Trampolin reinspringt, sind diese Plastikbälle zurückgekommen. So hart, da springt man in ein Schaumstoff-Schnitzelbad. Wie genial ist das denn? Plötzlich habe ich auch einen neuen Traum. Ja, und das habe ich, genau, also als Berechtigung das zu machen, habe ich es mit meiner Nichte gemacht, als Erwachsene da so hinzugehen. Und wir haben uns köstlichst amüsiert mit dem Schnitzelbad. Cool. Dann könnte ich das mal mit Moritz machen als Ausrede. Das ist gemein. Ich weiß. Okay, das ist an der Zeit ernst werden. All right. Das ist sehr schön. Wir haben ganz neue Seiten jetzt an dir kennengelernt. Wir haben gerade, muss man dazu sagen, schon eine halbe Stunde quer telefoniert, bis wir die Technik stehen hatten. Da haben wir uns auch schon ein bisschen kennengelernt. Aber das waren jetzt nochmal ganz andere Seiten, was sehr schön ist. So, liebe Kaya, jetzt kommen wir zum Thema, weswegen wir heute mit dir sprechen. Und zwar, du bist eben, wie gesagt, zertifizierte Ex-In-Genesungsbegleiterin. Vielleicht verrätst du uns und unseren Zuhörerinnen und Zuhörern als erstes Mal, was ist denn genau eigentlich eine Genesungsbegleiterin? Genau. Diese Ausbildung. Kann man nur machen, und das möchte ich betonen, mit dem nur, wenn man eine, wenn man psychische Krisenerfahrung hat. Das ist ja sonst gesellschaftlich eher ein Stigma und ausgeschlossen, aber dies ist ein Vorteil. Weil nur mit diesen gelebten und gemachten Erfahrungen kann man diese Ausbildung machen, um seine Krisen selber zu reflektieren und dann andere Menschen in Krisensituationen oder psychisch belastete Menschen zu begleiten. Total spannend. Darf ich mal fragen? Ich würde sagen, ganz blöd, wie wird das denn überprüft, ob man da die Wahrheit sagt? Könnte doch jeder behaupten. Das stimmt. Man muss ein Motivationsanschreiben tatsächlich machen, einen Lebenslauf, und dann wird man zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Und da sitzen dann die Dozenten, die dann schon genau wissen, wird da was vorgespielt oder nicht. Also Psychiatrie-Erfahrung, also es ist einfach echt gefragt. Also wer die hat, hält da nicht mit hinterm Bett. Und wer sie nicht hat, kann, glaube ich, auch die Sachen sich nicht ausdenken, die man dort leider hält. Das stimmt. Kommt daher auch der Name Ex-In sozusagen, dass man selber betroffen war oder ist? Hat das damit zu tun? Nee, aber das ist so witzig, weil meine Dozentin in Hamburg, die da Federfindersprojekt in Deutschland hier auch groß gemacht hat, kriegt ja tausend Anfragen und dann, ah, das ist Ex-In wie Ex-Insasse. Natürlich nicht. Das schwingt ein bisschen mit, ne? Genau, das schwingt. Das hat sich irgendwie auch so verselbstständigt. Nee, es heißt ganz einfach Experienced Involved, also Erfahrung einbeziehen. Ah, guck mal, das ist schon die erste sehr große Erleuchtung heute. Es hat nichts mit Insasse zu tun. Nee, es hat nichts mit Insasse zu tun. Ach so, ganz interessant. Also ich bin, glaube ich, auch gebiased durch euer Logo, weil das hat ja diese Pfeile. Genau. Von Ex nach In und dann denkt man irgendwie, ah ja, der eine, der ist rausgekommen und der geht zu dem, der noch drin ist irgendwie. Ach so, okay. Ja. Ich habe das Logo gar nicht gesehen, das muss ich mir mal angucken. Meinst du, du musst mal das Logo überdenken? Also ich finde es sehr schön, aber es springt einen auf den Holz. Wir verlinken euch auf jeden Fall das Logo mal in den Shownotes, dann könnt ihr das auch mal angucken in eurer eigenen. Schreibt uns mal, wie ihr es interpretiert. Genau. Vielleicht kannst du noch kurz sagen, ist es denn was Häufiges? Also gibt es häufig Ex-In-Genesungsbegleiterinnen und Begleiter in deutschen Kliniken oder ist es noch eher eine Ausnahme? Also bist du eine Sonderling in der Beziehung? Ein Sonderling. Das kann ich euch leider für den deutschlandweiten rausgeben. Ich habe das nochmal versucht heute zu ergoogeln. Ich habe das ja in Hamburg gemacht, da ist es ja auch entstanden für Deutschland. Und wir haben, ich weiß es nicht, sieben, acht Psychiatrien und in jeder war auch schon mal ein Genesungsbegleiter. Und wir haben immer noch die Supervisionsgruppen, da kann ich das gut abzählen. Vier oder fünf Hamburger Psychiatrien arbeiten wir. Also das ist ziemlich gut. Okay. 80 bis 90 Prozent. Das ist cool, das ist ja echt eine Dichte. Die Versorgung sozusagen. Und ganz wichtig, auch die Angehörigen, also dazu gibt es ja auch noch die Angehörigenberatung, das habt ihr sicherlich auch gesehen, gelesen. Und das Beste ist natürlich dort im Bundle zu arbeiten. Also ich habe eine Kollegin, die macht die Angehörigenberatung. Du meinst im Bundle, dass man sowohl in der Klinik als auch da so im Wechsel arbeitet, oder? Nee, nee, nee, im Bundle, dass man als Team dort arbeitet. Ich berate die Betroffenen und meine Angehörigen, Peer-Kollegen ist zuständig für die Angehörigenberatung. Ah ja, okay. Und hast du auch schon Angehörigenberatung gemacht, oder warst du bisher ausschließlich in der Klinik tätig? Also auch in der Klinik ist sie mit mir, die Angehörigen. Ah, okay, check one. Sie sind nicht in einem Büro und telefoniert, sondern das ist vor Ort. Nee, also genau, ich vor Ort, sie vor Ort. Genau, natürlich sind gerade am Anfang, wenn ich den Patienten weitergeleitet bekomme, ja hier, das ist für dich irgendwie, dann rufe ich an und dann stellt sich raus, das ist aber eine Angehörige. Also auch da muss man einfach erstmal. Erklären, nee, okay, ich wäre dann eher für ihre Tochter Sohn. Wenn sie sich entlasten wollen auf der Ebene der Angehörigen, dann geht sie zu meiner Kollegin der Angehörigenberatung. Okay, so langsam lernen wir es so ein bisschen verstehen, oder ich zumindest. So ein bisschen, genau. Genau. Ja, es ist kompliziert. Ja. Ein bisschen. Kaya, du hast erzählt, man muss Psychiatrie-Erfahrung haben, um diese Ausbildung zu machen. Du scheinst dieses Kriterium erfüllt zu haben. Mhm. Jetzt die Frage, würdest du uns was erzählen wollen zu deiner Psychiatrie-Erfahrung? Unbedingt. Das ist ja auch ein Teil meiner Arbeit, mit dem ich einfach, also arbeite. Das ist das, womit ich mit Klienten, ich sage Klienten, nicht Patienten, in Kontakt komme, weil wir einfach auf Augenhöhe uns austauschen können. Wie fühlt es sich denn an, auf der Seite zu sein? Auch wenn ich wieder auf der Seite bin. als Erkrankte. und das erzähle ich alles. Darum geht es ja einfach auch, ein Hoffnungsträger zu sein, zu sagen, ich weiß, wie scheiße das ist, aber man kommt da raus, weil in dem Moment der Krise kann man mir auch alles erzählen. Vor allem kann dir wahrscheinlich jemand alles erzählen, der nicht selbst die Erfahrung gemacht hat, oder? Ganz genau. Und ich hatte vor zwei Jahren tatsächlich die dritte Krise in meiner Psychiatriekarriere. Ich habe schon in diesem Job ja gearbeitet, in beiden Jobs und war für neun Monate raus und ich war leider in einer Klinik, die das System gar nicht kennt und ich dachte, wenn ich das so erzähle, dass die denken, ich bin psychotisch, so wie die mich angeguckt haben, weil das die alte Psychiatrie ist, wo ich war, natürlich heute dann irgendwo und ich hätte mir da so jemanden wie mich gewünscht tatsächlich, der einfach bei mir ist, mich aushält, nicht groß viel Worte haben muss, es versteht und weiß, wie es sich anfühlt, weil das kann ein Pfleger nicht, ein Arzt nicht, ein Therapeut nicht. Natürlich möchte ich das jetzt nicht kategorisieren und sagen, ihr seid alle doof, sondern überhaupt nicht. Es gibt auch Leute, ich hatte da auch eine sehr gute Therapeutin zum Glück, die die Empathie einfach mitbringt und wo ich mich gesehen und verstanden gefühlt habe. Aber es fängt so mit, es ist eine andere Art des Verstehens. Absolut, genau. Und du meintest, die dachten, du bist psychotisch, weil die gedacht haben, dass du da Ex-Innen-Genesungs- Begleiterin bist, das ist irgendwie ein Größenwahn oder sowas. Ja, das war ich jetzt in meiner Art, weil die so, hä, aha, ich habe dir noch erzählt, wo ich arbeite und was ich mache und das war für die so, ja, und? Also, ja, ich habe mich da nicht ernst genommen gefühlt. Und du hattest jetzt gesagt, du hast sozusagen die dritte Krise gehabt in der Zeit, wo du ja schon als Genesungsbegleiterin gearbeitet hast. Hast du das Gefühl, die Arbeit als Genesungsbegleiterin hat dich dahingehend auch so ein bisschen sensibilisiert? Dass du bei dir selber noch vielleicht ein intensiveres Gespür dafür entwickelt hast? Okay, krass, da bahnt sich jetzt eine Krise an oder ich muss jetzt selber auch was tun? Nö, weil die kam wieder von einem auf den anderen Tag. Also ich war zehn Jahre krisenfrei und die ersten beiden Krisen, da war, ich habe vorher was ganz anderes gemacht, war kaufmännisch im Marketing tätig. Die waren zu dieser Zeit und dann zehn Jahre krisenfrei, sozusagen. Und das kam leider auch von einem auf den anderen Tag. Okay, da hilft einem dann die Erfahrung, die man vielleicht auch als Genesungsbegleiterin gesammelt hat, irgendwie nicht so richtig viel, ne? Leider nicht, aber ich bin ja nicht der Standard, ne? Also es gibt bestimmt Genesungsbegleiter, die durch die Ausbildung, die Reflexion, durch die Arbeit einfach krisenfrei das Leben gehen. Jetzt hast du schon gesagt, du hättest dir, als du jetzt selber dann nochmal in der Psychiatrie warst, jemanden wie dich gewünscht an deiner Seite, sozusagen. Was hat denn dich damals 2013, hast du gesagt, hast du damit angefangen, was hat dich damals bewogen, diese Ausbildung als Genesungsbegleiterin zu machen? Die erste Krise hat mich aus meinem Marketing schicken Job im Verlag in einem großen Haus nah am Hamburger Hafen für ein großes Frauenmagazin habe ich gearbeitet, einfach komplett rausgeschmissen, war das erste Mal auch dann lange in einer Klinik, also Tagesklinik. Habe dann versucht, mich selbstständig zu machen, weil das ist was, was ich gelernt habe, Marketing und Vertrieb und Werbung. Das hat nicht so gut funktioniert, dann hatte ich totale Angst, ich so, ich kann nichts und ich will, keiner will mich und was soll ich bloß machen? Und dann habe ich irgendwann angefangen, ehrenamtlich zu arbeiten und zwar in Ochsenzoll hier in der Psychiatrie in der Patientenbegleitung gemacht. Und da habe ich gemerkt, wie kann ich das mit den Leuten und die nach Hause begleiten, Wäsche holen, Post machen, irgend so ein Gedöns. Und dann kam die Abteilungsleitung von dem Sozialdienst auf mich zu und meinte, ich musste mich da ja auch mit meinem Lebenslauf bewerben, wo alle mal denken, was machen sie denn hier? Also was ich tatsächlich schon an Studium und Erfahrung gemacht habe. Und dann sagt sie, wissen Sie nicht, dass es die und die Ausbildung gibt? Ich so, nö, weil das ist halt nicht so bekannt und dann habe ich mich da beworben, wurde genommen und damit hat sich mein Weg in die Richtung geebnet. Wie ist denn diese Ausbildung dann abgelaufen? Was muss man da lernen? Wie können wir uns das vorstellen? Ja, das läuft über ein Jahr. Das sind zwölf Module, die an zwei oder drei Tagen hintereinander stattfinden. Und es fängt an mit, das erste Modul ist erstmal so Lutogenese im Gegensatz zu Pathogenese. Also der Ansatz zu sagen, hey, es gibt niemanden, der immer ganz gesund ist oder niemanden, der immer ganz krank ist, sondern wir leben in diesem Kontinuum. Und das war auch für mich so Aha, weil ich war entweder auch von der Familie, von Freunden stigmatisiert, von der Arbeitswelt, ich habe keinen Schritt da mehr reingekriegt in meinen Wirtschaftsberuf, psychisch krank ist. Du bist krank, und das für immer behindert und siehst zu, dass du deine Rente kriegst und that's it. Und das war für mich auch das erste Mal zu sehen, ach so, man kann das auch anders sehen, diesen salutogenesischen Ansatz. Schon voll wichtig eigentlich, ne, als Grundlage. Ja, aber das habe ich auch in der Psychiatrie oder nirgendwo so gesehen. Also das ist so das erste Modul, wo es geht, dann geht es um Empowerment, um Recovery. Also setzen sich die zwölf Module dann zusammen. Dann muss man zwei Praktika machen. Wie lange gehen die? Einmal das erste Praktikum ist das Schnüffelpraktikum, 40 bis 60 Stunden. Und das zweite ist so 80 bis 120. Okay. Und im zweiten Praktikum ist man auch schon angehalten, nicht nur zu schauen, sondern auch was anzubieten. Recovery-Gruppe oder Gespräche oder in welche Richtung man halt auch möchte. Genau. Und dann? Dann muss man Trialoge besuchen. Dann muss man ein Portfolio schreiben. Ich muss, glaube ich, nochmal kurz nachfragen. Ich weiß nicht, ob jeder weiß, der zuhört und was ein Trialog ist. Wir hatten es, glaube ich, mit Henning Taubel schon mal von Trialog, wenn ich mich dunkel entsinne. Aber sag es gerne noch mal. Ich glaube, das schadet nicht, weil Trialog sollte man ja auch empowern eigentlich. Genau. Trialog ist, ich sage mal, Zusammenkunft von Behandlern, Angehörigen und Betroffenen, die sich auf Augenhöhe austauschen. Also wo auch der Behandler, wir sagen auch bewusst nicht zum Beispiel der Profi, weil ich bin auch ein Profi in meiner Meinung. Mit Behandler sind die Ärzte, die Therapeuten, die Pfleger gemeint. Dass man sich austauscht und auch die sagen, Mensch, ich habe tatsächlich auch immer noch Angst vor gewissen Diagnosen oder auch Angehörige, dass man sich einfach austauscht und nicht Fachliteratur sich austauscht, sondern was habe ich erlebt? Und ich glaube, das auf Augenhöhe ist auch echt ein entscheidender Punkt am Trialog, dass man eben so ein bisschen dieses Hierarchische, vielleicht wie es einem manchmal so im klinischen Alltag vorkommt, verlassen kann und eben versucht, jeder so mit seiner Expertise da zu sprechen. Genau, dass die Behandler und auch die Angehörigen, also ich will hier jetzt gar keinen, ich will auch nicht selber stigmatisieren die anderen, sondern einfach offen sind für die Erfahrung, auch wenn es halt in keinem Buch steht oder, ja. Okay, und jetzt müssen wir glaube ich noch den Abschluss deiner Ausbildung erfahren. Du bist zertifiziert, hast du gesagt, das heißt, du musstest ein Zertifikat erwerben. Genau, ich hatte schon angefangen aufzuzählen, also man muss diese zwölf Module machen, man muss die Praktika machen mit Praktikumsbericht, die Trialoge besucht haben, Nachweis dafür, das Portfolio abgegeben und was in Hamburg, ich weiß nicht, ob das Deutschland weiß, aber in Hamburg ist es auch so, an einer Vorlesung teilnehmen, ich kann das nicht so gut, das Wort anthropologisch heißt es, ja, anthropologische Vorlesungsreihe gibt es in Hamburg, wo einmal mir die Ex-In-Genehmigungsbegleiter-Gruppe zu einem Thema referiert. Das ist dann ja an der Uni Hamburg, im Audimax, frei zugänglich, da kommen dann auch mal gerne so 200 Leute, das sind auch nicht so viele, ohne. Ja, letzte Folge vor der Sommerpause haben wir über die soziale Phobie gesprochen, nee, vorletzte Folge. Stimmt, genau. Das ist eine Herausforderung, wenn man da Tendenzen hat, oder auch ohne. Ja, und auch selber über sein eigenes, also das habe ich ja vor meinem Job auch gemacht, aber da habe ich über Fachthemen, über Marketing und was erzählt und da geht es darum, über sich und seine Erfahrungen zu erzählen, das habe ich gemerkt, das ist auch nochmal was anderes, genau. Also das sind schon die Punkte, die man in diesem Jahr da mitgemacht haben muss, um zertifiziert zu werden. Wahnsinn, da wird schon auch die Belastbarkeit ganz schön auf die Probe gestellt, oder? Absolut, weil es geht ja tatsächlich dann darum, wer damit Geld verdienen möchte, also arbeiten in diesem Job möchte, das merke ich ja auch seit sechs Jahren, sollte solche Fähigkeiten halt auch mitbringen und selber für sich beantworten können, hey, will ich das überhaupt in dieser Branche, ich sage noch Branche, zu arbeiten. Ja, weil das ist auch nicht ohne. Auf jeden Fall. Jetzt haben wir, glaube ich, schon ganz gut verstanden, wie die Ausbildung aussah, vielleicht kannst du uns jetzt nochmal so ein bisschen berichten, wie ist denn dein täglicher Arbeitsalltag sozusagen, wie müssen wir uns das vorstellen? Fährst du morgens in die Klinik und dann geht es los, oder wie sieht es aus? Genau, ganz genau. Mit der Tasche und dem Arm. Genau. Mit meinem Jutebeutel, ich darf ja so cool rumlaufen. Das ist lässig. Ja, also ich habe zwei Jobs, das hatte ich, glaube ich, auch geschrieben. Genau, einmal bin ich klassisch in der Psychiatrie der Größten in Hamburg, in Ochsenzoll, glaube ich, vielen auch bekannt. Bin ich einmal die Woche, da habe ich halt dann Termine mit Patienten und da sehen wir uns und wir sprechen oder wir gehen auch nur spazieren oder ich halte mit aus oder ich mache auch mal einen Anruf bei einer Behörde oder faxt mal was oder setze mal einen Brief auf, weil der Widerspruch eingereicht werden muss, weil die Rente nicht durchgegangen ist. Also das mache ich dann auch. An der Stelle stimmt noch mal ganz wichtig, mein Angebot ist halt nicht therapeutisch, also ich mache keine Therapie. Natürlich hat es eine therapeutische Wirkung, weil ich aus meiner Geschichte oder was wir dort besprechen, kann eine therapeutische Wirkung haben. Also ich beantworte natürlich auch ganz, ganz oft das Thema Medikamente, gerade bei Ersterkrankungen. Und ich habe mich so gewehrt, aber ich konnte nicht mehr, ich habe nicht mehr geschlafen, ich war unterernährt, weil ich nicht geschlafen habe. Und so, und da war ich auch so, und das kann ich halt sehr gut verstehen. Und dann erzähle ich erstmal, wie es bei mir war und dass ich sie, nach wie vor muss ich sie nehmen und bin gut eingestellt und komme gut damit zurecht. Natürlich will das keiner, aber so what? Also es will auch keiner eine Diabetes, ne? Und Blutzuckermessen jeden Tag. Ne, das stimmt. Aber es klingt so, wenn du sagst, das Angebot ist nicht therapeutisch, das Angebot klingt so wie eine Mischung aus einer Freundin, einer Angehörigen, einer Mentorin, die eben Unterstützung da bietet, wo es gerade am wichtigsten ist. Genau. Also praktische Unterstützung quasi. Genau. Praktische Ratschläge, praktisches zur Hand gehen bei komplizierten Papiergeschichten und Erfahrung teilen. Erfahrung und auch tatsächlich die Erfahrung, die ich gemacht habe und auch selber mache, Therapeuten nicht alles zu erzählen, weil man doch Angst hat vor Stigmatisierung und was ich auch erlebt habe, dann steht da was in meinem Abschlussbericht, wo ich denke, so bitte, das habe ich aber irgendwie so nicht gesagt. Und da habe ich den Vorteil zu sagen, hey, wenn Sie wollen, habe ich Schweigepflicht gegenüber dem Ärztethem. Sie können das bei mir loswerden und ich kann das aushalten und ich werde, weil ich mache keine Doku, ich sehe nicht die Akten von den Patienten, was jeder macht. So, das will ich auch nicht, sondern der Mensch kommt zu mir auch erstmal um, eine Diagnose und wir gucken einfach. Das ist auch nicht schlecht, ja, so als Anfang, glaube ich, man lernt sich auch nochmal auf einer anderen Ebene kennen, wie vielleicht jetzt das klassische Patientinnen-Ärztin-Arzt- oder Therapeuten-Setting. Wie ist das denn, haben alle Patientinnen auf der Station oder in der Klinik, wo du dann bist, die Möglichkeit, mit dir zu sprechen oder wird da eine Auswahl getroffen? Nö, das Angebot, also ich bin in der PIA, das sagt euch ja was, Psychiatrische Instituts Ambulanz, ja, bin ich so rein organisatorisch angedockt und von den PIA-Ärzten und Therapeuten bekomme ich dann, die schicken mir dann Leute, wo sie denken, das könnte ihr Freis sein, weil ich bin ja nur einmal die Woche da, aber auch von ganz Ochsenzoll, sage ich mal, können auch Leute zu mir kommen. Das Angebot ist erstmal offen für alle tatsächlich. Ja, genau, was ist jetzt leider nicht so, dass ich Wartelisten habe bis zum Buchdruck, ja, weil tatsächlich auch dort, gibt es Leute, die wissen das gar nicht, dass es mich gibt und wenn, gibt es teilweise auch immer noch Vorbehalte. Ja, was sind die größten Vorbehalte deiner Erfahrung? Naja, also das, ja, die machen ja eher dann den Therapieverlauf kaputt. Wer ist denn das? Was erzählen die denn da? Die Vorbehalte kommen von den Behandlern, deiner Meinung nach? Ja. Oder von den Patienten? Nö, das ist ja freiwillig. Nö, von den Behandlern. Ah ja, ich stand, nämlich gerade auf dem Schlauch, das ist ja interessant. Das heißt, das klingt so ein bisschen aber auch nach einem Informationsdefizit, oder? Also die haben ja eigentlich viele offene Fragen anscheinend. Ja, aber es ist ein super großes Klinikum, ne? Also es ist halt, das ist auch überhaupt nicht jetzt irgendwie böse gemeint, sondern es gibt einfach wahnsinnig viele Angebote, auch immer mehr, auch sozialpsychiatrische Angebote, was Ergo angeht und hast du nicht gesehen und dann sind wir da auch nochmal irgendwie. Ja. Und ja auch immer noch, in den Kliniken in Hamburg ist es so auf 450-Euro-Basis, ne? Also das ist ein paar Stunden einmal die Woche. Ja, und irgendwie doch auch noch neu und nicht überall bekannt. Auf jeden Fall. Auch nicht so richtig hier an der Klinik. Das stimmt. Okay, aber prinzipiell haben alle die Chance, das wahrzunehmen, wenn sie es denn erfahren, dass das gibt. Und hast du denn eine Idee, was besonders hilfreich empfunden wird bei der Ex-Innen-Genesungsbegleitung? Von? Von den Betroffenen? Ich glaube, dass ich als in erster Linie als Mensch dort sitze und nicht ich bin jetzt der Therapeut, der Arzt oder die Pflege. Ich lasse die Stunde dem Klienten gestalten, also entweder kann ich erstmal von mich berichten oder wenn da jemand ist, der muss einfach erstmal loswenden, macht der das bitte erstmal. Ich habe kein Therapieziel. Die können kommen und wenn wir das eine Stunde anschweigen, wenn wir jetzt nächste Woche und übernächste Woche nochmal, dann ist das so. Ich finde das selber immer noch nach sechs Jahren schwer, das zu beschreiben. Was ist denn, warum wirkt es denn? Was habe ich mir denn hier aufgeschrieben? Irgendwas Tolles. Doch, stimmt. Also das Erlebte oder auch das Gefühlte können die Leute mit mir halt besser teilen, weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt, im Psychiatriebett auf der Station zu leben. Und zu warten, dass morgen ist wieder Arztvisite, fünf Minuten. Wo sechs Leute um mich rum im Kreis sitzen und fragen, na Frau Meiser, wie ist es? Wie ist die Medikation? Wie sind die Nebenwirkungen? Und man denkt so, äh. Ja, wie ist es denn? Versuch es uns doch mal zu erklären. Also ich habe gute Erfahrungen gemacht, um Gottes Willen. Das will ich überhaupt nicht sagen, aber es ist oft noch, ich meine, warum sitzen sechs Leute vor einem? Warum ist da ein Tisch dazwischen? Warum sitzt einer, warum nicht im Kreis? Allein um das schon genau rund zu machen, weil, also viele sind ja aber auch schon nicht mehr im weißen Kittel, ne? Das ist ja schon, aber es ist halt einfach, fühlt man sich als Objekt und nicht als Subjekt. Und um Gottes Willen, ich will das gar nicht den Leuten vorwerfen. Das ist auch ein Systemfehler. Wir wissen alle, wie lange Wartelisten sind, wie lange ich auch wieder gewartet habe. Das will ich gar nicht sagen, aber es ist halt einfach schwierig tatsächlich, wenn es einem auch noch so scheiße geht und auch ich in meinen Phasen kaum sprechen kann, mich zu äußern, was ist denn jetzt? Also bin ich ja nicht wie jetzt. In meiner Krise, in meinen schweren, depressiven Episoden bin ich halt einfach auch echt ein anderer Mensch. Und das ist, ja. Ich habe noch eine Nachfrage, darf ich? Auf jeden Fall. Hast du dann das Gefühl, wenn du dich zusammensetzt mit den Betroffenen und ihr sprecht über diese Dinge und du kannst das auffangen und nachvollziehen, gibt es dann sowas wie eine unmittelbare Entlastung oder Erleichterung? Woran merkst du das? Wie, wie das wirkt auf deine Gesprächspartner? Dass die erst mal, die meisten sagen, echt, sowas gibt es, das ist ja toll. Wusste ich gar nicht. Und das, also das merke ich natürlich, merkt man das am Körperlichen, wenn jemand so sehr angespannt ist, dass ich merke, da kommt ein bisschen eine Lockerheit oder da ist mal auch ein Lächeln, weil ich kann auch ganz gut humorvoll sein, der gehört auch unbedingt dazu, Humor zu tun. Dass ich merke, Mensch, da lacht auch mal, kann jemand lachen und er macht den nächsten Termin, ne? Ist ja ein freiwilliges Angebot. Ja, das stimmt, das ist ja auf jeden Fall schon eine Form von Bestätigung, das kann man wohl sagen. Die Messbarste auf jeden Fall. Das stimmt. Wie geht ihr denn jetzt mit Menschen in einer akuten Krise tatsächlich um? Gibt es sozusagen Situationen, wo man auch sagt, okay, da ist vielleicht die Genesungsbegleitung jetzt gerade nicht geeignet oder nicht der richtige Moment dafür? Ich würde gerade sagen, dass sie dann am geeignetesten fast ist. Also ich arbeite nicht auf der Akutstation, das wäre auch für mich tatsächlich nichts, weil ich musste zum Glück noch nie in der Akutdorf, war ich natürlich, aber nicht geschlossen. Und Kollegen von mir arbeiten auf der geschlossenen Station, da habe ich auch hohen Respekt vor. Und die schaffen es aber, gerade in diesen hochakuten Zuständen einen Zugang zu finden. Und nicht die Pflege, die im Sicherheitskasten, heißt ja nicht, in diesem Dienstzimmer sitzen. Ja, also die, wo man klopfen muss, sondern die sind einfach auf den Gängen, die sind da, die sind ansprechbar. Die schaffen das eigentlich fast besser, einen Zugang zu finden. Wenn ich jetzt jemand, genau, weil die Hürde nicht da ist, sprechen keine Sanktionen aus, seien wir mal ehrlich, auf einer geschlossenen. Also da würde ich euch, wenn euch das auch noch mal interessiert, gibt es natürlich Kollegen, die da vielleicht auch noch mal, also viel besser, weil ich mache das ja nicht. Sie lernen das ja von einer Supervision, sitzen wir zusammen und da tauschen wir uns aus und da sehe ich natürlich, oder merke, wie die arbeiten. Aber schon mal wichtig ja zu wissen, dass das sozusagen ja dann auch in allen Bereichen der Psychiatrie gibt, sowohl in der ganz akuten als auch in der vielleicht jetzt offeneren Situation, wo man eine dauerhafte Therapie hat. Da ergibt sich bei mir jetzt noch eine spontane Frage, gerade wenn wir über akute Krisen sprechen. Wie geht ihr denn damit um, weil du gesagt hast, ihr habt eine Schweigepflicht gegenüber dem Behandlerteam und es könnte ja doch mal passieren, dass irgendwas an dich herangetragen wird, was die Grenzen dessen, was du mit dir ausmachen kannst, sprengt. Also natürlich haben wir auch diesen, weiß ich gar nicht, heißt das Berufsethos oder Sicherheit, sobald ich merke oder ansatzweise das Gefühl habe, hier ist jemand selbstverletzt oder fremdverletzend, dann das sage ich auch und sage so, sorry, ich glaube wir müssen jetzt mal, ich rufe jetzt mal einen Arzt hinzu oder hatte ich auch schon, ich glaube wir fahren jetzt in die Notaufnahme. Natürlich. Also die Möglichkeit gibt es immer. Natürlich, also das deckt die Schweigepflicht, natürlich nicht ab. Und auch Was ich aber auch mache, wenn ich merke, ich begleite Leute ja auch ein halbes Jahr oder zwei Jahre, hatte ich sogar jemanden, wenn ich merke, es wird hakelig oder komisch und es ist dann nicht funsternig, dass ich dann auch sage, ich muss mir jetzt Beratung dazu hinnehmen und auch mit der Wahnsinnigen Ärztin, wir machen mal einen runden Tisch. Naja, super, okay. Es gibt ja auch Krankheitsbilder, die das ganz gut können. Die es hakelig machen können oder den guten runden Tisch machen können. Ne, die einfach Leute instrumentalisieren, irgendwie fünf Behandler am Start haben und mit jedem was anderes machen. Das ist ja auch alles nicht böse gemeint, das machen die alle nicht extra, sondern könnte ich mir auch gut vorstellen, ist doch super, bei dem einen weiß ich, kriege ich das, bei dem kriege ich das, aber letztendlich führt das nicht zu einer einheitlichen Therapie und zur Genesung. Und da merke ich, dann sage ich auch so, ne komm, da muss ich jetzt mal mit meinen Kollegen. In die Intervision oder wie es da heißt. Und die Möglichkeit habe ich natürlich auch. Voll gut. Und dann ist es im Prinzip das, was wir hier auch schon öfter besprochen haben, dein Ding auch, dass du sozusagen transparent machst, du musst es jetzt noch mit jemandem besprechen, einfach weil das so nicht mehr tragbar ist oder nicht mehr machbar ist und dann wissen die Leute das ja schon auch. Also es ist nicht so, dass du heimlich durchs Hintertürchen zu den Ärztinnen und Ärzten ins Zimmer schleichst und sagst, hey, hab dich schon gehört, sondern tatsächlich, da wird dann gesagt, okay, ich merke, bei dir ist gerade so und so die Situation und deswegen müssen wir das jetzt besprechen. Genau und ich sage auch ganz ehrlich, ich kann das gerade nicht mehr tragen. Weil ich bin ja auch der Mensch gegenüber. Also das würde ein Therapeut, glaube ich, irgendwie nicht machen oder ein Arzt, aber ich kann das sagen, weil ich bin eine Erfahrene. Ja, super wichtig, glaube ich, der Punkt. Es klang mal schon so ein bisschen an, jetzt auch gerade mit der Schweigepflicht und so, aber wie ist denn so im Alltag deine Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Psychologinnen oder auch den KollegInnen von der Pflege? Habt ihr sozusagen so eine Art auch wie Visiten austauscht oder sprecht ihr überhaupt dann über deine KlientInnen oder tatsächlich? Du hast deins und die anderen haben ihrs und wenn es jetzt zu so einer Krise kommt, ist der Austausch da. Das macht auch jeder für sich anders in den Kliniken. Das Projekt läuft, oh Gott, ich bin jetzt schon sechs Jahre dort und da war es auch noch in der Forschungsphase. Es wird ja beforscht natürlich und gut befunden, dass wir eine Wirkung haben, sonst würden die Kliniken uns ja nicht einstellen. Und da sind wir auch eher als Insellösung gelaufen, was auch gut ist, aber mittlerweile versucht man auch immer mehr eben keine Insellösung zu machen, sondern dass man ins Team mit reingeht und beides, finde ich, hat Vor- und Nachteile. Ich habe ja noch den anderen Job, wo ich viel mehr arbeite, das ist die ambulante Sozialpsychiatrie beim lokalen Träger und da bin ich komplett, da bin ich die 20 Stunden im Team mit. Da habe ich eigene KlientInnen, da tauschen wir uns wöchentlich aus, weil jeder kennt sich. Da bin ich ganz anders im Kontakt mit meinen Kollegen und in der Psychiatrie, aber mache ich eher so mal. Ja, der Vorteil am Team ist wahrscheinlich, dass man sich kennenlernt und dass weniger dieser Vorbehalte dann da sein könnten, die immer gegen fremde Menschen wahrscheinlich da sind in so einem eingeschworenen Team. Wenn sie einen erstmal kennen und wissen, wie man tickt, dann haben sie auch das Vertrauen, dass da. Nichts Schlechtes passiert. Gleichzeitig bist du dann natürlich nicht so unabhängig. Bist dann auch wahrscheinlich eher beeinflusst von der Meinung des Teams, oder? Ja, genau. Und das ist auch, was man in der Ausbildung lernt. Also da zu dem Thema unterhalten wir uns auch und gerade am Anfang merkt man das. Oh Gott, geil, ich habe jetzt wieder einen sozialversicherungswürdigen Job, ne? Wow. So bin in einem Team und kann morgens irgendwo wieder hinfahren. Aber das ist so, glaube ich, was jeder genügend begleitet. Was jeder für sich hat, zu sagen, nee, stopp. Also ich bleibe auf meiner Seite auch. Schönes Beispiel, wir haben einen neuen Chef bekommen, den ich fachlich alles für super halte. Und dann kommt eine Klientin rein und dann sagt er zu mir, sie sieht ja ganz normal aus. Und ich so, Entschuldigung, ich bin betroffen auch in deinem Team, ne? Ach ja, stimmt. Also das ist wie Alltag, nicht Alltagsrassismus, sondern wie könnte ich es jetzt nennen? Alltagsstigmatismus. Stigmatismus. So. Und ich bin immer, genau, und ich bin immer diejenige im Team, die dann sagt, hallo, ich bin, ihr habt eine Betroffene in eurem Team. Es ist überhaupt nicht böse gemeint, weil auch ich mache Psychohygiene und lässt da auch mal gerne ab, ne? So, oder so, das ist ein Unterschied, finde ich. Psychohygiene oder hat jemand einfach doch das Bild dann wieder, ist ja klar, dass die das nicht schafft. Die kommt jetzt das fünfte Jahr zu uns, wow. Ja, ist ja eigentlich total gut, wenn man da so eine Hüterin der Sachlichkeit, und der Antistigmatisierung im Team hat, oder? Also das ist auch das, was wir uns genehmigen, was wir als Berufsbild haben. Weil wir arbeiten ja immer in multiprofessionellen Teams. Aber auch das ist ja auch total, auch im Hinblick nochmal auf diese trialogische Einstellung total wichtig, ne? Dass man eben von allen Bereichen jemanden dabei hat, der auch sagt, hey, hört mal, aus meiner Perspektive ist das gerade ein bisschen kacke, was ich da rede. Dass man einfach das wieder so ein bisschen gerade rückt, weil ich glaube, in seiner eigenen Blase, sag ich mal, verpasst man das schon viel häufiger, als man vielleicht denkt. Und es ist gut, wenn dann jemand sagt, hey, Leute, so nicht. Das ist super cool. Genau, aber auch andersrum fällt es vielen oder Trägern, oder warum es noch nicht so bekannt ist, glaube ich, einfach schwer, uns einzustellen. Weil man einfach nicht weiß, wen kauft man sich da ein. Und auch da, finde ich, sollte man in den offenen Dialog gehen und auch das als Team oder Mitarbeiter und Träger sagen. Wie können wir das? Wie können wir das hier lösen, dass es gibt Vorbehalte bei den Mitarbeitern, dass es zum offenen Dialog halt kommt. Weil nur weil ich Genießbegleiter bin, heißt es aber auch nicht, dass ich meine psychiatrischen Stimmungen, sag ich jetzt mal, die da sind, bam, auf den Tisch haue. Das ist okay. Nee. Ich muss auch als Mitarbeiter funktionieren und mich an Regeln halten. Das ist echt ein spannender Balanceakt. Also so einerseits das schon auch zu teilen. Aber irgendwie. So diszipliniert, sage ich mal, zu teilen, so würde man es in manchen Therapieformen dann in sich diszipliniert einzubringen, so dass man gleichzeitig auch irgendwie ein stabiler Mitarbeiter sein kann. Gar nicht so einfach. Und gibt es eine Tendenz dahingehend, ob sich das eher so entwickelt, dass ihr doch mehr in die Teams geht oder nicht? Weil du meintest ja, es gibt beides. Es gibt Ex-Innenmitarbeiter, die eher im Team sind. Welche, die eher eine Insel sind? Also bei der ambulanten Sozialpsychiatrie, bei der Trägerarbeit in Hamburg, ich kann es ja nur von Hamburg jetzt sagen, da ist mein Gefühl, dass die alle in Teams arbeiten. Bei meinen Psychiatriekollegen 70-30. 30 gehen immer mehr rein ins Team, gerade die auf der Akut sind. Ich meine, die arbeiten ja mit der Pflege, sind die da ja alle so zusammen und machen keine Termine, so wie ich. Die sind da den Tag. Die sind da den Tag und gucken, was passiert hier gerade, wo kann man unterstützen. Ja, da ist man automatisch mehr im Team. Jetzt haben wir vorhin schon, du hast es eigentlich schon gesagt, du hattest selber eine Krise, als du Ex-Innengenesungsbegleiterin warst. Wie geht ihr denn damit um, wenn ihr jetzt merkt, okay, bei euch selber ist jetzt vielleicht wieder eine Krise oder euch geht es einfach schlechter? Ist man dann sozusagen gleich raus aus dem Job oder wie geht es dann da weiter? Also bei mir kommt es tatsächlich über Nacht. Dann, dass ich dann zusammenfalle, nichts geht mehr, habe mich erst mal krankschreiben lassen, habe mit meiner Chefin von der Sozialpsychiatrie, mit der ich einen guten Draht habe, telefoniert und warten erst mal ab, gleich zu meinem Psychiater wieder und gucken, ob ich mich wieder rauskriege. Also da spiele ich natürlich mit auf den Karten und bei meinem anderen Arbeitgeber auch, aber leider nicht. Da sind dann neun Monate draus geworden, hatte Kontakt zu beiden Trägern während der neun Monate. Und hab dann über dieses Eingliederungsmodell ganz klassisch wieder angefangen. War das die Frage? Ja, auf jeden Fall. Was ich jetzt spannend finde, weil du gesagt hast, du hast mit offenen Karten gespielt, ist das vielleicht schon was, was man jetzt in deiner Rolle sich eher zutraut, dass man eben auch offen sagt, also ich bin jetzt nicht, also wie dumm, das klingt dumm, ich bin nicht körperlich krank, also nicht im Sinne von ich habe jetzt die Grippe, sondern man sagt gleich, boah, ich merke, mir geht es gerade schlecht, ich bin wirklich in einer akuten Krise, ich habe eine depressive Episode, whatever. Ist das da eher verbreitet, weil ich denke, in anderen Berufszweigen, sage ich mal, würde man vermutlich erstmal vielleicht tatsächlich hinterm Berg halten, allein aus Angst vor Stigmatisierung. Also ich denke schon, also ich hoffe es für alle anderen, dass die das so machen und nicht sagen, oh, ich habe eine Grippe, fünf Monate. Naja, weil auf der anderen Seite, ich bin jetzt in beiden Jobs halt im siebten Jahr und das eine Mal hatte ich tatsächlich eine krasse Lungenentzündung. Und da war dann auch nach der dritten Woche so, hm, was hat sie denn? Also ne, ich so, nee, das ist jetzt eine Lungenentzündung und eben nicht eine Episode, also beide Seiten sind da. Naja, ist ja auch mies. Dann muss man sich das andere rechtfertigen eigentlich, dass man sagt, okay, ich bin einfach jetzt mal eine Woche mit Erkältung oder Lungenentzündung im Bett. Hat zwei Seiten, ja. Aber hast du das Gefühl, das wird in dem Bereich auch dann besser angenommen, wenn man sagt, ich habe jetzt eine psychische Krise tatsächlich, als vielleicht jetzt in, sagen wir mal, im Marketing zum Beispiel? Genau, da war das ja auch ganz schlimm. Also das hat ja auch keiner beantwortet. Ich bin da auch so ohne was raus, ohne Abschlusszeugnis, also Wahnsinn. Gut, das ist ja schon zwölf Jahre her, ne? Also wenn man uns einstellt, weiß man ja, wir sind Krisen erfahren. Das kann immer wieder kommen. Man kann sich dagegen ja noch nicht impfen lassen. Ich habe da noch eine kleine Frage, die mir spontan einfällt. Das tut mir total leid. Ich spreng sonst nicht so das Skript, aber wir bekommen immer wieder die Frage per E-Mail von Menschen, die verschiedene Berufe so aus dem Bereich psychisches Gesundheitsmanagement ergreifen wollen, die dann fragen, wenn ich eine psychische Erkrankung habe, geht das überhaupt oder ist es zu belastend? Und ich finde, das ist häufig so eine Frage, wo jeder eine andere Meinung hat und die einen sagen, oh mein Gott, bloß nicht. Die anderen sagen, ach, du bist ja dann viel besser geeignet, weil du kannst dich besser reinversetzen. Und ich stelle mir das so vor, dass es einfach gar nicht so einfach ist, für sich selber rauszufinden, kann ich das oder destabilisiert mich das? Ist das auch Thema in eurer Ausbildung? Boah, ob es da jetzt ein Modul zu gibt, weiß ich nicht mehr. Aber ich glaube, nee. Meine Erfahrung war, man macht ja diesen Kurs mit 19 anderen krisenerfahrenen Menschen aus allen unterschiedlichen Diagnosen, Richtung, Lebensfeldern, Lebenserfahrung. Dieses Jahr zu machen, diese drei Tage am Stück, ist schon auch eine Herausforderung. Weil jeder ist mit Sein da und auf unterschiedlichsten Ebenen. Genau, und da habe ich auch gedacht so, wow, okay, das willst du als Job machen? Weiß gar nicht. Und von den 20 Leuten sind tatsächlich auch nur ein paar in den Job gegangen, was aber nicht heißt, dass die jetzt nicht genommen wurden, sondern es gibt auch Leute, die das machen, als Selbsterfahrung. Weil es ist natürlich nochmal, hat auch eine therapeutische Wirkung dieses Jahr, weil man seine Krisen ja nochmal durcharbeitet und professionalisiert, mit Distanz betrachtet. Absolut, ja. Das muss jeder für sich, also deswegen die beiden Praktika, ne? Um wirklich zu schauen, ist das was für mich. Und du hast es vorhin auch schon mal erwähnt, ihr habt Supervision, wo ihr auch mit den anderen Kolleginnen und Kollegen sozusagen euch austauscht. Ist das vielleicht auch so eine Möglichkeit, wo man so vielleicht für sich merkt, okay, komme ich gerade gut damit zurecht, komme ich nicht damit zurecht? Werdet ihr auch danach gefragt in der Supervision, wie geht es euch gerade damit? Absolut, also da können wir immer, das macht unsere Dozentin. Die, die das in Hamburg auch groß gemacht hat, da bin ich sehr dankbar darüber, die Supervision auch unter meinen Kollegen zu machen, weil ich habe ja auch die Teamsupervision bei dem Träger mit meinen anderen Kollegen und da sage ich ganz andere Sachen, als wenn wir Betroffenen untereinander uns austauschen und wie geht es euch mal wieder mit Ärzten, die gerade komisch drauf sind, sage ich jetzt mal, oder der Kampf vom Oberarzt, der und der Spruch, weiß ich jetzt gar nicht, wie ich das einordnen soll. Also das ist eine ganz, ganz große Stütze und die ist auch immer dann dazu oder würde auch sagen, hey, überleg dir eine Auszeit oder wechsel das also unbedingt. Ja, super wichtig, okay. Und wie häufig habt ihr das? Einmal im Monat. Okay, also auch echt regelmäßig. Siehst du denn irgendwo Verbesserungsbedarf für das Ex-In-Konzept in Deutschland? Ja, unbedingt. Ich möchte, dass wir so zertifiziert werden, dass es ein Berufsbild ist oder wie nennt man das denn? Eine anerkannte Berufsausbildung. Berufsausbildung, also dass es eine Tarifeingruppierung gibt. Das ist es ja halt einfach noch nicht. Also dass es sozusagen so deutschlandweit so anerkannt ist, dass ihr einfach, ich sag mal in Anführungszeichen, normal in dem Beruf arbeiten könnt, ohne dass es so Zwischenlösungen gibt oder sowas? Ohne nur 400 Euro. Genau, also eine Eingruppierung. Okay, wichtiger Verbesserungsbedarf. Und so logistisch, würdest du dir da noch irgendwas anderes wünschen oder findest du so, wie das jetzt bei euch in Hamburg läuft, ist das grundsätzlich schon mal ganz gut? Also für Hamburg kann ich jetzt, gut, das ist auch die Geburtsstadt dann, ne? Und großplättisch vor allen Dingen auch, ne? Also wahrscheinlich sieht es jetzt irgendwo tief im, weiß ich nicht, Harz oder so schon ganz anders aus. Ja, Moment, es gibt fast 30 mittlerweile in Deutschland, Österreich und Schweiz, 30 Ausbildungsstätten. Ui, nicht schlecht. Also bei euch auch in der Nähe, hab ich schon geguckt. Oh, sehr gut. Ihr könnt euch mal einen grabben. Wie findet man denn die Ausbildungsstätten? Dann können wir das auch noch verdenken. Geht mal auf x-in. x-in-akademie.de, das ist der Ex-in-Deutschland-Verein und da gibt es eine Karte, wo alle Standorte aufgezeichnet sind, die ausbilden. Hervorragend, also für alle, die Interesse haben, wir verlinken das auch mal bei uns in den Schaulaus wieder. Dann kann ja jede und jeder, der sich da irgendwie angesprochen fühlt, nochmal gucken. Vielleicht ist das ja in unserer Nähe oder eurer. Kaja, ich befürchte, wir kommen dann fast schon zu unserer letzten Frage. Okay. Das ging schneller. Obwohl wir auch schon eine ganze Zeit quatschen, wenn ich so auf unsere mittelaufende Uhr gucke. Am Schluss wollen wir immer gerne von unseren Gästinnen und Gästen hören. Was würdest du denn dir wünschen, dass sich die Zuhörerinnen und Zuhörer merken über x-in oder vielleicht überhaupt wissen zu x-in und der Genesungsbegleitung, jetzt da wir mit dir gesprochen haben? Habe ich mir, drei habe ich mir aufgeschrieben. An die Behandler, trialogisch, an die Behandler, stellt uns ein. An die Angehörigen. An die Angehörigen fordert uns ein, überall Angehörigenberater und an die Betroffenen auch. Als Patient, wenn ich wieder da bin, sage ich das nächste Mal in meiner Klinik, ich möchte Genesung. Super. Das ist eine prägnante Botschaft. Das sind sehr gute, prägnante Handlungsanweisungen. Das stimmt. Und wahrscheinlich wirklich das Beste, was man machen kann. Es gibt auch immer diese Zettel. Was fand man gut, was fand man schlecht in der Klinik? Dann kann man dann in die Meckerbox schreiben. Ich wünsche mir eine Genesungsbegleiterin. Dann kann man das als Wunsch draufschreiben. Ja, das stimmt. Schade, dass wir keine Genesungsbegleiter sind. Das stimmt. Das stimmt. Das stimmt. Genau. Also was ich noch gerne noch sagen möchte, dieses Forschungsergebnis oder die Forschung, ein Punkt, was es ergeben hat, dass sich die Behandlungstage verringern, wenn jemand durch einen Genesungsbegleiter auch begleitet wurde. Das ist ja einfach ein Kostenfaktor. Das müsste doch eigentlich ein Anreiz sein. Ja. Für die Krankenkassen. Ja, genau. Die meine ich jetzt auch an der Stelle. Gibt es auch noch eine Botschaft. Die sollen. An die Krankenkassen. Die sollen das bezahlen. Lest diese Studie. Genau. Ja, aber das stimmt. Cool. Hey Kaya, vielen Dank, dass du das heute mit uns gemacht hast. Trotz technischer Herausforderungen bist du voll dran geblieben. Alles gut. Ich habe wieder was dazugelernt. Ja, dir auch. Und dir ganz viel. Genau. Es war sehr spannend. Es war total spannend. Genau. Ja, falls ihr Fragen habt oder falls euch irgendwas noch nicht klar geworden ist, schreibt gerne an uns. Wir leiten uns dann an Kaya weiter oder so. Dann kann man auf jeden Fall gucken. Und ansonsten verlinken wir alles, was du so in die Kommentare gelegt hast. Was du so erwähnt hast in unseren Shownotes. Da könnt ihr auch nochmal nachlesen, euch informieren. Und genau, ich denke, so wie es von dir jetzt klang, lohnt sich das für alle Menschen, die selber vielleicht Psychiatrieerfahrung gemacht haben und sich das vorstellen können. Lohnt sich es auf jeden Fall darüber nachzudenken, ob diese Ausbildung, das Zertifikat was ist, was vielleicht einen neuen Weg öffnet. So wie es bei dir letztendlich dann auch war. Genau. Und für alle, die sich jetzt wünschen, auch eine Genesungsbegleiterin genauso wie Kaya zu haben, da kann man sagen, wenn mit etwas Glück gibt es irgendwann vielleicht einen Podcast von Kaya, oder? Genau. Dann können alle ein Stückchen Kaya haben. Sobald es soweit ist, sagen wir euch auf jeden Fall Bescheid. Genau. Das ist sicher. Genau. Ja, cool, Kaya. Dann tausend Dank dir, dass wir heute zusammen gesprochen haben. Sehr, sehr gerne. Und danke an euch da draußen, dass ihr wieder mal zugehört habt. Wir sind eigentlich wie gewohnt am Start. Wir sind wieder da. Weiter geht's. Und bis dann. Macht's ganz gut da draußen. Macht's gut. Tschüss. Tschüss.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Ex-In-Genesungsbegleiterinnen sind zertifizierte Fachkräfte, die selbst psychische Krisen erlebt haben und daher auf Augenhöhe mit Betroffenen sprechen können.
  2. Die Ausbildung dauert ein Jahr und umfasst zwölf Module, Praktika und Trialoge, wobei der Fokus auf Empowerment, Genesung und ein salutogenes Verständnis der Gesundheit liegt.
  3. Die Genesungsbegleitung ist kein therapeutisches Angebot, sondern praktische Unterstützung mit Erfahrungsaustausch, wie z. B. bei der Behandlung von Papiergeschäften oder der Unterstützung bei Alltagstätigkeiten.
  4. Ein entscheidender Vorteil ist die Schweigepflicht gegenüber dem Behandlerteam, aber auch die Möglichkeit, bei akuten Gefahren oder komplizierten Situationen umgehend Hilfe zu fordern.
  5. Die Arbeit wird in Teams oder isoliert durchgeführt, wobei beide Wege Vor- und Nachteile haben, aber die Zusammenarbeit fördert Vertrauen und reduziert Stigmatisierung.
  6. Es gibt zunehmend Ausbildungsstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und die Karte auf x-in-akademie.de hilft dabei, die richtige Stätte zu finden.
  7. Studien zeigen, dass die Behandlungsdauer verkürzt wird, wenn Betroffene durch Genesungsbegleiter begleitet werden – ein wirtschaftlicher Vorteil für die Gesundheitssysteme.
  8. Die Botschaft ist klar

Summary:

Die Podcastfolge behandelt das Thema Ex-In-Genesungsbegleitung, eine Ausbildung für Menschen mit psychischer Krisenerfahrung, die andere in Krisensituationen begleiten. Kaja, zertifizierte Ex-In-Genesungsbegleiterin aus Hamburg, erklärt, dass die Ausbildung auf einer persönlichen Erfahrung beruht und ein salutogenes Verständnis der Gesundheit fördert. Die Arbeit ist nicht therapeutisch, sondern bietet praktische Unterstützung und Austausch auf Augenhöhe.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich verstanden, weil der Begleiter selbst krank war und die Bedingungen der Psychiatrie kennt. Ein zentraler Punkt ist die Schweigepflicht gegenüber dem Behandlerteam, jedoch mit der Möglichkeit, bei Gefahren oder akuten Situationen umgehend Hilfe zu fordern. Die Zusammenarbeit erfolgt entweder im Team oder isoliert, wobei das Team-Modell Vertrauen fördert.

de gefunden werden können. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Behandlungsdauer verkürzt wird, wenn Betroffene begleitet werden – ein wirtschaftlicher Vorteil für Krankenkassen. Die Botschaft lautet: Behandler, Angehörige und Betroffene sollten gemeinsam in Trialogs auf Augenhöhe sprechen, um Genesung zu fördern.

Die Folge betont, dass die Ausbildung eine wertvolle Option für Menschen mit psychischer Erfahrung ist und dass sie durch die Wahrnehmung von Stigmatisierung und die Entwicklung von Vertrauen in multiprofessionellen Teams stärker unterstützt werden kann.

FAQs

Eine Ex-In-Genesungsbegleiterin ist jemand, der selbst psychische Krise erlebt hat und mit dieser Erfahrung ausgebildet ist, um andere Menschen in Krisensituationen zu begleiten und zu unterstützen.

Man muss selbst psychische Krisenerfahrung haben und eine solche Erfahrung beweisen, z. B. durch Lebenslauf und Vorstellungsgespräche mit den Dozenten.

Die Ausbildung dauert ein Jahr und umfasst 12 Module, zwei Praktika (40–60 und 80–120 Stunden) und die Teilnahme an Trialogen, einem Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Behandlern auf Augenhöhe.

Ein Trialog ist eine Zusammenkunft zwischen Behandlern, Angehörigen und Betroffenen, bei der auf Augenhöhe gesprochen wird und niemand Fachliteratur, sondern persönliche Erfahrungen teilt.

Es gibt bereits mehrere Ausbildungsstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei die Zahl der Genesungsbegleiterinnen noch wächst und regional unterschiedlich vertreten ist.

Sie unterstützt Patienten bei praktischen Dingen wie Post machen, Wäsche holen oder Beratung bei Behörden, ohne therapeutische Behandlungen durchzuführen, sondern als Mensch mit Erfahrung.

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