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Eule oder Lerche - Was bringen Chronotypen für die Medizin?

23m 20s

Eule oder Lerche - Was bringen Chronotypen für die Medizin?

Der Beitrag behandelt die Chronobiologie und die Erforschung der inneren Uhr. Es wird zwischen "Eulen" und "Lerchen" unterschieden, wobei Professor Achim Kramer von der Charité betont, dass dies ein vereinfachtes Modell ist und es ein fließendes Spektrum an Chronotypen gibt. Sein Team entwickelte einen einfachen Haartest, der anhand von Haarwurzeln den persönlichen Chronotyp bestimmen kann, indem er die zugrundeliegenden Gene analysiert. Die Studie mit 4000 Probanden zeigte, dass der Chronotyp einer Normalverteilung folgt, sich mit dem Alter verschiebt (Jugendliche sind später, Ältere früher) und durch äußere Faktoren wie Arbeitszeiten und Lichtexposition beeinflussbar ist. Dies widerlegt die Annahme einer rein genetischen, unveränderlichen Veranlagung. Die Erkenntnisse sollen in der Medizin Anwendung finden. Das Konzept der "zirkadianen Medizin" zielt darauf ab, Behandlungen wie Medikamentengaben oder Impfungen an den individuellen Rhythmus anzupassen, um die Wirksamkeit zu erhöhen und Nebenwirkungen zu verringern. Beispiele sind die Einnahme von Rheumamedikamenten zu einer bestimmten Nachtzeit oder Impfungen am Vormittag. Obwohl die Umsetzung im Gesundheitssystem eine Herausforderung darstellt, zeigen Studien potenziell große positive Effekte auf den Behandlungserfolg.

Transcription

3574 Words, 22666 Characters

German
ARD Sounds. Wenn ihr derzeit so morgens in den Tag startet, wie es denn euer Gemützustand, leicht fühlt sich Zwitschern oder eher Bleischwehr. Also ich trauere ja ehrlich gesagt seit der Nacht der Zeitumstellung immer noch dieser geklauten Stunde hinterher. Ich bin einfach kein Morgenmensch, kann man nichts machen. Mit Berufveranlagung sein. Gestatten ist gar schrägelmann eine der bekannten Eulen im IQ-Team und davon habt ihr ja sicher schon gehört von dieser Unterscheidung von Eulen und Lärchen. Damit beschäftigen sich Chronobiologen. Also Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die unsere innere Uhr erforschen, den biologischen Rhythmus von Lebewesen. Prozesse im Körper, die zum Beispiel von Licht durch Hormone oder auch von unseren Genen beeinflusst werden. Und die Eule in der Chronobiologie ist die Bezeichnung für Menschen, die morgens gerne länger schlafen, dafür aber nachts zur höchstform auflaufen. Ganz anders als die Lärchen, die in aller Frühe unverdrossen in den Tag starten, dann aber abends gerne schnell in die Kissen sinken. In Wirklichkeit ist natürlich mal wieder alles viel komplexer. Es gibt unter den Menschen wesentlich mehr als nur zwei solcher Kronotüpen. Und bei jedem Tick die innere Uhr etwas anders. Wie die Tick, das kann man jetzt offenbar recht einfach herausfinden, mit Hilfe von Haaren und ihren Wurzeln. Ein Forscher-Team an der Berliner Charité hat dazu einen Test entwickelt. Gibt mir dein Haar und ich sage dir, wie deine innere Uhr tickt. Falls ihr euch jetzt fragt, ja, schön, aber was bringt mir das denn? Genau an dem Punkt wird es nämlich spannend. Forscher sagen, wenn man die ganz persönliche innere Uhr kennt, dann kann das tatsächlich helfen, gesünder zu werden, denn je nach Kronotüb könnte man dann Patienten und Patientinnen medizinisch anders behandeln. Wie soll das denn genau funktionieren? Darum geht es in dieser Folge EQ hier in ARD-Sounds. EQ, Wissenschaft und Forschung. Aus Berlin ist mir jetzt Professor Achim Kramer zugeschaltet. Er leitet den Arbeitsbereich Kronobiologie an der Charité und er hat den Haartest mit entwickelt, mit dem man den persönlichen Kronotüpen bestimmen kann. Hallo, Herr Kramer, grüße Sie. Hallo, grüße Sie auch. Herr Kramer, ich falle jetzt einfach gleich mal mit der Tür ins Haus. Sind Sie eine Eule oder eine Lärche oder vielleicht kein Zornbeiden? Ganz extrem bin ich nicht, aber bin schon eher ein Frühtipp, also eine leichte Lärche. Ich wache so spontan morgen zum 6.30 Uhr auf im Moment und möchte auch gerne schlafen, so 22.30 Uhr. Oh, also Sie sind quasi das Pendant zu mir. Ich als eigentlich fleischte Eule, die morgens kommen die Augen aufkriegt. Aber als Ihrer Antwort war jetzt gerade schon zu entnehmen, Sie sagen nicht so extrem, also dass es eben viele unterschiedliche Kronotüpen gibt und eben nicht nur Eule und Lärche. Das hatte ich vorhin auch schon angesprochen. Ärger zieht es als Forscher eigentlich, dass das oft so vereinheitlich wird und eben nur über diese beiden Kronotypen gesprochen wird. Es ärgert mich nicht, aber es ist schon klar, dass die Menschen sich besonders für extreme interessieren, weil das natürlich sehr selten ist. So wie ich sage es immer, bei der Körpergröße ist auch so. Die meisten Personen sind irgendwie normal groß und wenn dann plötzlich einer über 2 Meter, 2 Meter 10 ist dann ist es sehr interessant und die Kleinen sind auch interessant, aber von denen gibt es weniger und so ist es bei den Kronotypen auch. Und deswegen sage ich auch mal sehr Übergang ist ja auch fließend. Man kann jetzt nicht sagen, ab diesem Schlafzeitpunkt ist man jetzt eine Eule, wie man auch nicht sagen kann, ab 2 Meter 2 ist man ein Riese, sondern das geht auf fließend. Und für ihre Studie haben sie ja Haastrennen von 4.000 freiwilligen gesammelt, also eine große Gruppe von ganz unterschiedlichen Menschen. Wie kam sie denn eigentlich auf die Idee dazu, das mit Haastrennen zu machen? Also das liegt daran, dass wir ja schon lange an der inneren Ur forschen und nicht nur wir, sondern das ganze Feld der Kronobiologie. Und da hat man festgestellt, dass jede einzelne Körperzelle ja das molekulare Maschlinchen für diese innere Ur auch hat und da geht es jetzt, vielleicht muss ich noch mal präzisieren nicht um Haastrennen, sondern um das, was unten an den Haaren dran ist, die Haarwurzeln. Und da sind lebende Zellen drin und auch in diesen Zellen befinden sich die Urengene und die ganze Maschinerie, mit der man dann die Ur auslesen kann. Also wenn ich sie richtig verstanden habe, ist diese Informationen in jeder unserer Körperzellen gespeichert, nur man kann es mit den Haaren quasi an der Wurzel der Haare dann besser entnehmen, ist das richtig so? Ja, weil es natürlich sehr, wir sagen nicht invasiv, muss nicht Blut abnehmen, ich muss keine Hautbiobsie machen oder sonst irgendwas Haarwurzeln sind richtig einfach zu entnehmen und das kann ja auch jeder zuhause machen. Und so war es glaube ich auch bei ihren Testpersonen oder die haben das einfach zuhause sich selber ausgeh, rupf, sage ich jetzt mal so ein bisschen sein Lob und ihnen dann geschickt. Genau, die haben so einen Kitt zugeschickt bekommen, da steht ganz genau drin, wie man das macht. Und dass man jetzt nicht nur ein Herchen ausreißen, sondern dass wir am liebsten 10, also solche Haarwurzeln haben wollen und dann haben dieses in ein kleines Röhrchen getan und in diesem Röhrchen war eine Stabilisierungslösung drin, damit das Ganze nicht kaputt geht, auf dem Postweg, also schickt uns dann einen Umschlag und schickt uns an die Charité und wir analysieren es dann. Nun würde ich gerne noch, bevor wir über die Ergebnisse ihrer Test sprechen, kurz vorausschicken. Dass es ja meines Kenntnis stand es nach zumindest nicht neu, ist, dass man diesen individuellen Kronotyp bestimmt kann. Es gibt ja schon länger offenbar, aber eben nur mit einem extrem aufwendigen Verfahren. Genau, es gibt an unterschiedlicher Rangehensweisen. Also es gibt natürlich sehr aufwendige Laborverfahren. Da gehe ich gleich drauf ein und es gibt aber auch Fragebögen, wo man selbst einfach berichtet, wann schlafe ich unter der Woche, wann schlafe ich am Wochenende und aus diesen Fragebögen, hat man auch schon relativ gute Erkenntnisse gewonnen, weil es natürlich dann auch 100.000 der machen können. Aber das ist natürlich alles nicht mit biologischen Materialunterleg, wie es jetzt mit den Entweder unserem neuen Test oder mit diesem aufwendigen Home-Montest. Und der Home-Montest geht so, dass man da abends ins Labor kommen muss und sich in der Dämmerlicht setzen und dann gibt man jede halbe Stunde eine Speichelprobe ab und aus dem Speichel kann man dann das Dunkel-Home-Mont-Milatonien analysieren. Und wann das hochgeht, also wann am Abend das ausgeschüttet wird, das bestimmt im Kronotyp. Also relativ aufwendig, das ging dann über mehrere Stunden schätzig mal. Ja, die müssen sechs bis acht Stunden in Dämmerlicht sitzen und das ist natürlich zu einer Zeitpunkt, wo andere Leute längst Feierabend haben, weil es eben kurz vom Schlafen gehen beginn muss und dann bis weit über das eigentliche Schlafen, Zeitpunkt hinaus muss man weiter analysieren. Und das ist natürlich gemacht worden, aber eher in Laborstum, den mit wenigen Leuten. Jetzt wird auch klar, warum so eine H-Wurzel dann natürlich die vergleichsweise schnellere und effektivere Methode ist. Was konnten Sie denn nun alles aus diesen H-Wurzel herauslesen? Was haben Sie da rausgefunden bei den 4000 Proben? Wir sehen natürlich, wir haben dadurch schon so eine Art epidemiologie von Kronotypen. Also wie verteilt die sich überhaupt in der Bevölkerung? Und dann sieht man das, was man für ganz viele biologischen Eigenschaften findet, dass es irgendwie, wenn es normal verteilt ist, eine gausche Glockenkurve. Das heißt, es gibt ganz viel von dem Mittelwert, also ganz viele normalen Kronotypen. Und die extrem Kronotypen werden dann seltener. Also wie bei der Körpergrosse, sagen wir mal Männer sind irgendwie im Schnitt 1,82 Meter groß. Und da gibt es ja ganz viele, die zwischen 71 und 91 sind. Und wenn es dann in die extremeren Bereich gibt, dann wird es seltener. Also wir haben so eine typische Normalverteilung von Kronotypen. Das ist das erste. Das ist schon mal interessant. Und wir sehen dann, der Mittelwert liegt so mit einer typischen Schlafensgehenszeit von 23 Uhr. Und bei 8 Stunden Schlaf im Mittel ist dann so 23 Uhr bis 7 Uhr der durchschnittliche Wert. Aber jetzt wird es spannend. Wenn man das nach alter Auflös, dann sieht man, dass die jungen, also wir haben ab 18 Jahren angefangen, dass die jungen viel späteren Kronotypen haben als die älteren. Also bis zu 1 bis 1,5 Stunden später sind die durchschnittlichen Wettbeziehungsweise. Wir haben unseren Test auch immer im Bezug auf dieses Dunkelhormon-Milatonien gesehen. Also 1 bis 1,5 Stunden später geht dann das Milatonien bei dem Hoch. So, das waren jetzt erstmal die ersten beiden Heilheitsgibt noch ein paar mehr. Ja, da möchte ich natürlich mehr dazu wissen. Aber eins finde ich jetzt schon mal bemerkenswert, weil sie haben jetzt unterschieden. Also wir haben herausgefunden, Erkenntnisse zu den jungen Menschen. Wir haben ja aber über die Gene, die ja bestimmbar sind, über unsere Zählen gesprochen, also über unsere Veranlagung, die wir unser Leben lang hier haben. Und so ist ja auch der Eindruck, wenn wir sagen, ich bin der Lärche oder ich bin der Eule, dass wir das ja lebenslang so, ich sage jetzt, fast ertragen müssen zum Beispiel bei den Eulen. wenn alle Morgensputz munter sind, nur als Eure tut man sich schwer. Und gar nichts daran ändern kann. Aber offensichtlich ändert sich ja auch so etwas im Laufe des Lebens, obwohl man immer quasi mit den gleichen Genenjahr rumläuft. Genau. Also das ist auch eine weitere Erkenntnis. Die Altersabhängigkeit wusste man schon, aber die weitere Erkenntnis ist, dass dieser Kronotü, dass das nicht unbedingt was total starr ist, sondern dass das eigentlich ein Zustand ist, der heute und jetzt da ist. Also, Menschen denken, ne, ich bin eine Eure, und das ist der Kronotyp und das ändert sich überhaupt nicht. Aber es kann sich tatsächlich ändern. Und dass die innere Uhr anpassungsfähig ist, dass er dir schon mal gemerkt, wenn er über Zeitzone geflogen ist. Und dann kommt er in New York an und findet sich in einem neuen Licht dunkelzücklos wieder. Und dann kann sich die innere Uhr an die neuen Lichtverhältnisse anpassen. Und das dauert ein paar Tage so lange, hat man einen Chat weg. Aber dann ist man auf die USA-Zeit eingestellt zum Beispiel. Und das ist hier in unserem alltäglichen Leben auch, so je nachdem, wie viel Licht wir bekommen, also die Lichtmänge und der Zeitpunkt des Lichts bestimmt, unseren Kronotyp. Also der Kronotyp ist ein Begriff, dem man nicht als nur genetische Eigenschaft betrachten sollte, sondern als jeweiligen Zustand. Also ich mache eine Analogie dazu. Es gibt natürlich die genetische Disposition. Und die Analogie ist, es gibt unterschiedliche Hauttypen. Also ich bin entweder eine Hellerhauttyp oder ich bin eine etwas dunkler Hauttyp oder ich habe noch einen dunkleren Hauttyp. Das heißt aber nicht, dass meine Hautfarbe die ganze Zeit gleich hell ist, wenn ich ein Hellertyp bin im Sommer ist, die etwas dunkler, weil dann kann ich mich schon leicht bräunen. Trotzdem bleibe ich ein Hellertyp. Das heißt je nachdem, wie meine Umgebungsbedingungen sind, innerhalb meiner genetischen Disposition, gibt es eine gewisse Plastizität, was auch richtig ist. So ist das mit dem Kronotyp auch. Spannend und sehr interessant, weil wie schon gesagt, die meisten Leute ja wahrscheinlich davon ausgehen. Ich bin halt so, wie ich bin, ich kann es nicht ändern. Da kann man dann nichts machen, aber offenbar es eben schon durch den Lebenswandel auch beeinflussen. Jetzt hatten sie aber vorhin schon verraten, es gab noch weitere spannende Erkenntnisse aus ihrer Studie. Genau, und dann sind wir schon wieder bei dem Punkt Lebenswandel. Wir haben nämlich festgestellt, dass die sozialen Umgebungsbedingungen tatsächlich offensichtlich auch einen Einfluss auf den Kronotyp haben. Das heißt, wir haben gesehen, und das war spannend. Ich habe ja gesagt, die Jungen sind relativ spät, dann wird man immer früher, immer früher. Und wenn man dann 65 ist, haben wir gesehen, da deutet sich anders, die Menschen wieder später werden. Darf ich da ganz kurz einhaken, mit später werden, meinen Sie länger wachbleiben? Nein, ihr Schlaffenster, ihre Bevorzug des Schlafzeit. Also wir haben es wieder am Melatonin gemacht, also ihre Melatonin-Sekration beginnt später. Das heißt, sie schlafen dann auch später. Und da ist die Frage, warum war das? Und dann hatten wir die Vermutung, das liegt vielleicht daran, dass sie nicht mehr arbeiten. Dann sozusagen nicht sich nicht mehr den Wäckerstellen müssen, dann nicht mehr früh aufstehen und früh Licht kriegen, sondern einfach kein Wäckerstellen und ausschlafen, und dann eben dementsprechend später Licht bekommen. Und deswegen haben wir gesagt, okay, vielleicht gibt es eine Abhängigkeit des Kronotyps von den Anzahl der Tagen, wo man arbeitet. Weil Leute, die ganz viel arbeiten müssen, oft ganz früh raus und kriegen frühes Licht, was die in die Uhr nach vorne verschieben könnte. Und wir haben tatsächlich gesehen, je länger die Leute arbeiten, also je mehr Tage von den sieben Tagen in der Woche gearbeitet wird, desto früher ist der Kronotyp. Das war die eine Erkenntnis. Und damit zusammenhängen, dann wir auch überlegt, die Leute, die sich ihre Haare ausgerissen haben an einem Wochentag, ist da möglicherweise der Kronotyp anders als einem an einem Wochenende. Und das haben wir auch gesehen. Sonntagproben sind etwas später als Donnerstagproben oder Mittwochproben. Es ist tatsächlich plastisch und nicht ganz starrer, sondern es verändert sich. Das verändert sich und es hängt auch mit dem Zeitpunkt jeweils zusammen. Sie haben ja gesagt, jetzt gerade, es kam offenbar auch drauf an, wann diese Harbobe entnommen wurde. Und es ist sehr, sehr spannend, diese Hintergründe zu verstehen. Aber sie gehen ja offenbar noch einen Schritt weiter und sagen, das kann uns allen gesundheitlich nutzen, das zu verstehen. Erzte könnten an das behandeln, wenn sie mehr über die Kronobiologie ihrer Patienten wüssten, eben über diese verschiedenen Kronotypen. Wie genau soll das denn funktionieren? Wir nennen es dann zirkadiene Medizin, weil zirkadiene Rhythmen, es sind die täglichen Rhythmen in hormonen, in gehen, Aktivität in der gesamten Physiologie, die von diesen inneren Uhr gesteuert wird und deren Ausdruck dann die Kronotypen sind. Das heißt, wir wissen aus vielen Forschungen der vergangenen Jahrzehnte, dass wenn man gegen seine innere Uhr lebt, dass die Wahrscheinlichkeit für Krankheit sich stark erhöht. Gegen seine innere Uhr lebt und oft Leute die Schichtarbeit über mehrere Jahrzehnte machen. Auch Leute, die sozusagen oft ganz häufig den Wecker benutzen müssen. Und wir wollen diese Erkenntnisse der Kronobiologie, dass es eben die simulikularen Uhren gibt. Und das, wenn die nicht funktionieren, richtig, dass man dann leichter krank wird, wollen wir für das Wohl der Patienten nutzen. Und haben jetzt ein neues Forschungsgebiet und Anwendungsgebiet und so ein bisschen mitgeprägt, das nennen wir ca. die Arne Medizin. Und dazu gehört eben auch, dass man bei den Patientinnen und Patienten weiß, wie es gerade der Zustand der inneren Uhr ist. Und das kann man in Behandlung und Diagnostik und Prävention nutzen. Können Sie das vielleicht an dem Beispiel konkretisieren? Also ich nenne vielleicht mal zwei Beispieles, der eine Mensch hat rheumatoide-Attritis und muss behandelt werden. Und da sind die Symptome von rheumatoide-Attritis und oft so, dass man morgens, wenn man aufwacht, gelenkend schmerzen und gelenkend steifigkeit hat. Und dann hat man traditionell eben morgens auch seinen Medikament genommen. Aber Studien haben gezeigt, dass das dann schon eigentlich zu spät ist, dass man das Medikament eigentlich viel früher geben müsste. Leider ist es dann mitten in der Nacht, weil man kann man die Entzündungsreaktion, die sich in den gelenkend manifestiert, könnte man dann besser unterdrücken, wenn man das vielleicht drei Uhr nachts nehmen würde. Aber es klingt nicht sehr praktikabel. Ich praktikabel und Kollegen von der Schaletefe, wir haben dann ein Medikament entwickelt, was man abends vor dem Schlafen gehen, einnimmt, was eine retatierende Freesetzung hat. Also es wird dann eingenommen und kommt erst um drei Uhr zur Entfaltung. Das ist sozusagen chronotherapie, d.h. die Medikamenten zum richtigen Zeitpunkt. Wenn man das jetzt noch personalisiert, d.h. die eigene innere Uhr, den eigenen Kronotyp mitbrücksichtigt, dann könnte man diese Medikamentengabe noch genauer an den individuellen Status der inneren Uhr anpassen und möglicherweise noch bessere Behandlungserfolge erzielen. Aber das würde ja bedeuten oder voraussetzen, dass man von sämtlichen Patienten und Patienten in diesen Status kennen müsste. Zusätzlich erheben sollte es mit dem Arzt dann wiederum besprechen, müsste auch. Ist das nicht sehr aufwendig? Also wäre das Praktikabel aus ihrer Sicht, in unserem ja eh schon überlasteten Gesundheitssystem? Das ist die Vision, das ist sozusagen, wenn wir das personalisieren. Es gibt auch ein Test, den wir entwickelt haben, der mit Blut funktioniert. Das ist vielleicht für die Krankenhaus oder die Arztroutine noch besser als mit Haarwurzel. Die Vision ist, dass es immer, wenn ein Blutbild gemacht wird, einfach die innere Uhr gleich mitgemessen wird. Also kein großer zusätzliche Aufwand. Ich habe eine Studie gelesen aus den Niederlanden. Die zeigte, dass die Grippeimpfung bei Senioren deutlich besser anschlägt, wenn man sie am Morgenstatt am Nachmittag verabreicht. Das bedeutet ja aber auch, da müsste man dann in anderen Terminen wiederum, selber ja beim Arzt machen können oder der Arzt müsste darüber bescheid wissen. Also es ist, glaube ich, doch nicht so leicht durchführen, oder? Ja, das habe ich meine erzlichen Kollegen auch gefragt. Wenn wir jetzt wirklich zirkert, die Arne Medizin machen wollen und sagen, Herzklappen, Operationen nur am Nachmittag oder irgendwas oder Impfungen nur am Vormittag geht das überhaupt. Und dann hat meine Kollegen gesagt, wir haben bei COVID so viel umgeändert. Wir sind anpassungsfähig als Gesundheitssystem und können das. Und wenn das sozusagen eine verbesserte Wirkung und geringere Nebenwirkungen gibt, und das ist praktisch kostenlos. Also man muss kein zusätzliches Medikament geben, nur auf die Zeit achten, dann sparen wir dadurch auch wieder kosten, müssen aber natürlich logistisch uns anpassen. Diese Umsetzungsforschung, also Implementierungsforschung, muss natürlich noch gemacht werden. Wie leicht kann man das umsetzen? Und das ist glaube ich, bei jedem neuen Therapie oder Diagnostikverfahren immer eine neue Herausforderung, die Umsetzung auch wirklich zu testen. Aber wir machen jetzt hier erstmal Grundlagenforschung und zeigen auf, welche Wege es geben könnte. Und ich glaube, das mit den Impfungen, das war nicht nur bei Krippbeso, sondern bei COVID war das auch so, dass die Täter besser sind für die Vormittagsimpfung. Und das könnte schon relativ leicht umsetzbar sein. Anders, vielleicht nicht so einfach. Ich könnte mir vorstellen, dass Skeptiker, Skeptikerinnen jetzt hinterfragen würden, ja aber lohnt sich das denn. Ist denn die Effekte wirklich so groß? Können Sie nachweisen, dass diese Effekte so viel besser machen, dass sich der Aufwand lohnt oder sind es nur geringe Ausschläge auf das Skala. Also es gab kürzliche Effekte. Papers in Nell Tlamennis sind, wo es um Immun-Terapie gegen Krebs mit Checkpoint in die Betoren gibt und da waren die Effekte Riesicht, die das Overall Survival für Vormittaggabel war 50% besser. Also das wäre ein riesiger Durchbruch, das Papers ist jetzt gerade noch so ein bisschen in der Kritik, aber ich glaube die Daten stimmen und es gibt auch viele retrospektive Studien, die das bestätigen. Aber tatsächlich bei jedem einzelnen, z.K. Medizin, Neuerungen, müssen natürlich die Effektelken genau analysiert werden. Ob sich das Lohnen, heißt ja danach immer, wie groß muss der Finanzinsatz sein und eigentlich sind die Optimierungen der Tageszeiten fast kostenlos. Und wie große Effektelten sind, ist, glaube ich, von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich. Ich kann mir vorstellen, dass sich da noch viel tun würde in ihrem Forschungsbereich, Herr Professor Kramer, viele Studien. Was haben Sie als nächstes denn vor? Nein, ja, also wir haben jetzt von der deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert, ein Sonderforschungsbereich zu ca. Jahren Medizin gerade gestartet und da haben wir ganz unterschiedliche Projekte. Es läuft in Berlin und in Lübeck, einer Charité und am Universitätsklinikum, schlässig Holtstein. Da haben wir zum Beispiel ein Impfprojekt, da haben wir ein Projekt in der Intensivstation, wo man an den Decken der Intensivstation große Lichtschirme hat, wo man versucht, die ca. Jahren rütmen oder die innere Uhr von den Patienten innen zu stärken, indem man wirklich Tag Nachdrütmen macht, was in der Intensivstation normalerweise gar nicht richtig vorkommt. Und die ersten Ergebnisse zeigen auch schon, dass die Stilierium-Inzidenz reduziert wird, wenn die Leute in einer rütmischen Umgebung sind. Und dann haben wir Projekte zu Fettleber und wir haben Projekte zu multiplisch klerose und zu allzeiger, wo wir überall denken, da könnten sich für die Patienten Dinge verbessern, wenn wir nur besser verstehen, welche Rolle die innere Uhr für die Krankheitsentstehung und Progression da spielt. Ja, klingt nach weiteren spannenden Aufgaben, die wir von IQ, Wissenschaft und Forschung bestimmt weiterhin im Blick haben von den Ergebnissen her. Auf jeden Fall, danke nach Berlin, an Achim Krama, Chronobiologe an der Charité für diese Infos zur zirkadjahnen Medizin, klanter gerade schon an. So heißt dieser Forschungsbereich, der sich die Mechanismen der inneren Uhr zu nutzt machen will. Ja, und wunderbarerweise gibt es ja auch Dinge, die man grundsätzlich ganz im Einklang mit seiner eigenen inneren Uhr entscheiden kann, anders als irgendwelche Arbeitszeiten. Unsere Podcastfolgen hier in ARD-Sounds zum Beispiel, die könnt ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit abrufen, ganz wie es euch persönlich passt, ob morgens um fünf oder nach zum drei. Da hätten wir zum Beispiel schöne Folgen rund um den menschlichen Körper und wie er funktioniert von unserem Podcast Radio wissen. Wir verlinken euch das in den Show Notes, ebenso wie die Forschungseiten zur Chronobiologie. Und damit bis ganz bald, sagt esgerschregel man. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Chronobiologie unterscheidet zwischen "Eulen" (spät aktiv) und "Lerchen" (früh aktiv), wobei es ein fließendes Spektrum gibt.
  2. Ein Haartest der Charité kann den individuellen Chronotypen bestimmen, indem er Gene in den Haarwurzeln analysiert.
  3. Der Chronotyp ist nicht starr genetisch, sondern wird durch Alter, Licht, Arbeitszeiten und Lebensstil beeinflusst.
  4. Die Kenntnis der inneren Uhr kann zu personalisierter "zirkadianer Medizin" führen, z.B. durch optimale Timing von Medikamenten oder Impfungen.

Summary:

Der Beitrag behandelt die Chronobiologie und die Erforschung der inneren Uhr. Es wird zwischen "Eulen" und "Lerchen" unterschieden, wobei Professor Achim Kramer von der Charité betont, dass dies ein vereinfachtes Modell ist und es ein fließendes Spektrum an Chronotypen gibt. Sein Team entwickelte einen einfachen Haartest, der anhand von Haarwurzeln den persönlichen Chronotyp bestimmen kann, indem er die zugrundeliegenden Gene analysiert. Die Studie mit 4000 Probanden zeigte, dass der Chronotyp einer Normalverteilung folgt, sich mit dem Alter verschiebt (Jugendliche sind später, Ältere früher) und durch äußere Faktoren wie Arbeitszeiten und Lichtexposition beeinflussbar ist. Dies widerlegt die Annahme einer rein genetischen, unveränderlichen Veranlagung.

Die Erkenntnisse sollen in der Medizin Anwendung finden. Das Konzept der "zirkadianen Medizin" zielt darauf ab, Behandlungen wie Medikamentengaben oder Impfungen an den individuellen Rhythmus anzupassen, um die Wirksamkeit zu erhöhen und Nebenwirkungen zu verringern. Beispiele sind die Einnahme von Rheumamedikamenten zu einer bestimmten Nachtzeit oder Impfungen am Vormittag. Obwohl die Umsetzung im Gesundheitssystem eine Herausforderung darstellt, zeigen Studien potenziell große positive Effekte auf den Behandlungserfolg.

FAQs

Eulen sind Menschen, die morgens länger schlafen und abends aktiv sind, während Lerchen früh aufstehen und abends früh müde werden. Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Chronotypen, also individuelle innere Uhr-Muster.

Man kann den Chronotyp durch einen Haartest ermitteln, bei dem Haarwurzeln analysiert werden, da diese lebende Zellen mit den Uhren-Genen enthalten. Dies ist eine einfache und nicht-invasive Methode im Vergleich zu aufwendigen Laborverfahren.

Ja, der Chronotyp ist nicht starr, sondern kann sich durch Alter und Lebensumstände verändern. Junge Menschen tendieren zu späteren Chronotypen, während ältere Menschen oft frühere Typen haben, besonders nach dem Arbeitsleben.

Soziale Faktoren wie Arbeitszeiten und Lichtexposition beeinflussen den Chronotyp. Wer mehr Tage pro Woche arbeitet und früh Licht bekommt, entwickelt tendenziell einen früheren Chronotyp, während freie Tage zu einem späteren Typ führen können.

Zirkadiane Medizin nutzt das Wissen über die innere Uhr, um Behandlungen zu optimieren, z.B. durch Medikamentengabe zum optimalen Zeitpunkt. Dies kann die Wirksamkeit erhöhen und Nebenwirkungen reduzieren, wie bei Impfungen am Morgen oder chronotherapeutischen Ansätzen.

Das Wissen um den Chronotyp kann helfen, gesünder zu leben, da ein Leben gegen die innere Uhr das Krankheitsrisiko erhöht. Es ermöglicht personalisierte Behandlungen und eine bessere Anpassung des Alltags an den biologischen Rhythmus.

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