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Ethik und die große Story Gottes - Folge 5

80m 53s

Ethik und die große Story Gottes - Folge 5

In der fünften Folge des Ethik-Podcasts "Karte und Gebiet" reflektieren die Moderatoren zunächst über positive Hörerresonanzen und das Ziel des Formats, für Ethik zu begeistern und zum eigenen Denken anzuregen. Dabei wird der Unterschied zwischen Moral (schnelle Bewertung) und Ethik (reflektierende Betrachtung der Moral) betont. Die Bibel wird als dynamische "Landkarte" vorgestellt, deren geschichtlicher Charakter sie für aktuelle Fragen relevant macht. Der Schwerpunkt der Folge liegt auf dem anglikanischen Theologen N.T. Wright. Seine Biografie, seine Brückenfunktion zwischen akademischer Theologie und populärwissenschaftlichem Schreiben sowie seine charakterliche Authentizität werden gewürdigt. Besonders diskutiert wird seine "New Perspective on Paul", die die reformatorische Paulus-Auslegung kritisch hinterfragt und Paulus stärker aus dem zeitgenössischen Judentum heraus versteht. Wright wird als eine integrative Figur beschrieben, die sich nicht einfach in die Kategorien evangelikal oder liberal einordnen lässt und damit zum eigenen Urteilen anregt – was gut zum ethischen Ansatz des Podcasts passt.

Transcription

11907 Words, 73957 Characters

German
Zwischen der biblischen Landkarte und der heutigen Zeit ist viel passiert. Heute geht es um End You Ride. Und diese Ambivalenz kenntzeichnet ja den Menschen. Ja, auf der einen Seite eben dieses große, dieses Embitlichkeit, dieses schöpferische und auf der anderen Seite dieses egoistische, dieses zerstörerische Moment. Ich finde, das wird exemplarisch an dieser Geschichte Israelens und am Handeln Gottes noch mal sehr, sehr deutlich. Vielleicht sollten wir manchmal weniger Predigen mehr zu hören. Vielleicht ist das der erste Schritt hier um, um überhaupt für Ethik ein Feld zu bereiten und unseren Gemeinden. Ich liebe deine Wendungen, also. Großes Kino Galata 3! Und die hat angefangen, da wurde in der Ethspolitik in Deutschland 21. Jauer, GoFold! Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge "Karte und Gebiet" - Ethik zum Selberdingen. Mit Tobias Fikes und Thorsten Dietz. Schön, dass du da bist. Wenn du eine Frage hast, schreib uns gerne auf www.karte-und-gebiet.de Und jetzt viel Spaß bei der Folge! Herzlich willkommen zur 5. Folge unseres Podcastes "Karte und Gebiet", der Ethik-Podcast zum Selberdenken. Hallo, Tobie, du bist wieder dabei? Ja, hallo, Thorsten! Ja, hallo! Es ist ja eine geistorische Folge, wer völlig übertrieben ist. Aber unsere 5. Folge, das heißt, wir erreichen heute die Halbzeit unseres 10 Folgenplans. Jetzt, wenn wir auch noch sagen, wie es gelaufen ist, wäre ja alberne. Aber wir kriegen Rückmeldungen, oder, Tobie? Ja, also es ist wirklich. Man freut sich natürlich immer, ne? Also nicht so enthusiastisch wie "Hossertog", aber schon sehr schön. Man freut sich natürlich, wenn Rückfragen kommen, wenn Anmerkungen kommen, Verbesserungsvorschläge. Aber natürlich auch freut sich, wenn Leute begeistert sind, wie zu Schledierk. Er hat einen schönen Satz geschrieben, der mich doch ein bisschen glücklich gemacht hat. Wow, das ist der erste Ethikbeitrag, bei dem ich mich nicht zu Tode gelangwald habe. Was hast du bisher gelesen, dir? Egal. Vielen Dank, ich bin schon gespannt auf die nächsten Folgen. Also, das ist natürlich ein bisschen schon genau das, was wir wollen mit diesem Ethik-Podcast, dass wir für Ethik begeistern wollen, dass wir er wollen. Man ist lohnt sich, drüber nachzudenken, verschiedene Positionen auszunehmen, Hintergründe zu recherchieren und zu einer eigenen Position zu kommen. Von daher, danke, dirk. Ja, ich sage auch, danke, uns hat viel erreicht an Rückmeldungen. Und Ethik, also wer ein bisschen reingegört hat, merkt, ist was anderes als Moral. Moral ist eindeutig bewerten, verurteilend rüffelt und so. Und Moral, da ist man schnell in Stimmung, oft auch in Schlechter, oft auch wütend. Moral kann so wütend machen oder so verletzt oder sonst wie. Wir wollen ja nicht immer sofort bewerten, nicht immer sofort wissen, sondern das nur hau, nicht wie überhaupt, Bewertungen funktionieren, was sie voraussetzen. Ethik ist nicht Moral, sondern Reflexion auf Moral. Da braucht man mal Parflexion auf die Emotionen. Ja, genau. Und will eigentlich Emotionen absaugen. So, also unser Buch, unser Projekt will über Fragen der Moral nachdenken. Und so ein bisschen die Emotionen erst mal runterkühlen. Dadurch, dass wir da ständig Unterscheidungen, Reflexionen, Beobachtung mit verbinden. Das hat nicht das Hauptziel, dass ihr Spaß macht oder glücklich macht oder so. Also, gibt glaube ich, schöne Pokkasten. Oh, ein bisschen. Aber ja, ein bisschen, also ein kleines bisschen Freude. Wir gewöhren zwischendurch gönnen und alle, die das in irgendeiner Weise bis jetzt gutieren oder mit dabei sind. Danke schön für das Dank. Und für Fragen ist Raum. Also, wer hier super intelligente Fragen oder Anmerkung hat. Dank einfach nur Fragen oder Anmerkungen. Genau, oder normale oder spannende oder wichtige. Also, könnte passieren, dass das in den nächsten Folgen einfach noch mal reinschlüpft. Ja, genau, mit Themenvorschläge. Wir kommen jetzt ja so ein bisschen auch dahin, wo wir an konkreten Themen, sozusagen jetzt unsere Ethik zum selber denken, ausprobieren. Und, ähm, genau, vielleicht kommt ja ein guter Vorschlag für ein Thema, das wir aufnehmen können. Ja, da sind wir gerne dabei. So, und was machen wir heute? Wir haben die letzte Folge schon über die Bibel geredet. Und worüber reden wir heute schon wieder über die Bibel? Ja, weil sie zentral ist für unseren Ansatz, ist sie wirklich zentral. Ich werde die letzte Folge jetzt nicht zusammenfassen. Ihr könnt sie noch mal nachhören, ihr wisst Bescheid. Bibel ist mit der Metafa der Landkarte bezeichnet bei uns. Wir haben so die ersten Anwendungsregel letzte Woche kennengelernt. Das große, das heißt, Problem der Sachverhalt ist zwischen der bibelischen Landkarte und der heutigen Zeit ist viel passiert. Und das spannende und schöne an der Bibel ist, sie ist in sich geschichtlich. Sie ist in sich eine Entwicklung. Sie ist in sich etwas, was in Bewegung ist. Also, wenn eine historische Landkarte damit klar kommt, dass die Welt sich verändert, dann schon die Bibel, weil sie voller Geschichten ist, voller Stories. Und das wird unser Thema heute sein, Stories. Und wir haben dafür einen Dialog mitgebracht, dem wir viel verdanken. Wir hatten ja schon David Bosch, wir hatten Dietrich Bonnöfer. Heute geht's um Anti-Ride. Und der Toby kennt den richtig gut. Ich frage den einfach mal. Anti-Ride, was ist das für einen Mann? Sollte man den kennen? Unbedingt. Also, ich bin schon so ein bisschen ein Anti-Ride-Fanboy. Und hatte das Vorricht, ihn auch ein paar mal zu treffen. Der hat bei uns in den Transformation-Studien unterrichtet. War ein Studien-Tag in Marburg ein paar Tage. Und das hat mich schon sehr beeindruckt. Dass es jemand ist, der nicht nur sehr klug ist und tolle Bücher schreibt, sondern sehr geehrte, sehr charakterstark. Und einfach, ja, sehr viel Zeit, sich genommen hat. Wir saßen dann nach einem langen Studien-Tag noch zusammen. Wann essen noch einen Wein trinken mit ihm und haben ihn dann gelöcher. Wenn man so eine Koryphäle an Marburg hatte, wollte man natürlich alles wissen. Und er hat wirklich sehr genuldig alle unsere Fragen beantwortet. Und hatten tolle Gespräche. Und ja, vielleicht muss man ein bisschen vorstellen. Ja, mach mal. Wie heißt der wirklich? Anti-Niklas Tom. Und das ist ganz witzig, weil er schreibt, ja, viele Bücher. Und seine wissenschaftlichen Bücher, die werden abgekürzt mit NT-Ride und seine populärwissenschaftlichen Bücher, die heißen Tom-Ride. Also alle seine Freunde nennen ihn Tom. Und immer wenn er sozusagen für alle was schreibt, dann den Tom-Ride, ja, also das ist echt spannend. Und immer, wenn was sozusagen im wissenschaftlichen Bereich ist, dann ist es NT-Ride. Und Engländer, in England geboren, dort eben Theologie studiert. Aber auch, sozusagen Pfarrer, der anglikanischen Kirche, war auch in der Praxis, hat als Pfarrer gearbeitet. Es hat sich immer so ein bisschen hin und her, war dann in Lehraufenthalten, in Kanada, in Jerusalem, hat gelehrt, geforscht. Aber auch immer wieder war z.B. Bishop in Durham. Er hat immer auch so diese praktische kirchliche Arbeit gemacht. Und ich glaube, diese Spannung, die hat man eben auch angemerkt. Ja, das er auf der einen Seite, der einer der besten Kenner ist, so das Judentums des ersten Jahrhunderts, da eine große Reihe geschrieben hat, vier Bände insgesamt, über das Verständnis des neuen Testamentes, eben aus dieser Story heraus, das Judentums, ein Band hat ungefähr tausend Seiten. Also wirklich, da muss man schon richtige Energie haben, die durchzulesen. Und auf der anderen Seite gibt's für jeden dieser tausend Seitenbände ein populären Band, mit 250 Seiten, eben als Tom Ride, wo man das zusammengefasst von ihm bekommt für nicht-Theologinnen und nicht-Theologen. Und das macht ihn, glaube ich, so aus. Und dass er sich auch um jedes, sag ich mal, noch so menschliches, kirchliches, weltliches Problem kümmert und auskennt und immer fragt, was bedeutet dieses Problem von der Bibel her? Was hat es damals bedeutet? Und was kannst jetzt eben für uns heute bedeuten? Und das finde ich schon sehr spannend. Und er hat ein Buch geschrieben über Charaktertransformation. Also ganz praktisch. Und das fand ich echt toll, auch dem ich da so eine Woche mit ihm unterwegs war, habe ich wirklich gedacht, okay, das Buch, das kann man empfehlen. Ja, weil er das lebt, was er da schreibt. Also ich habe schon viele Bücher über Charakter und Persönlichkeitsentwicklungen gelesen. Und manchmal habe ich die Autorinnen und Autoren auch kennengelernt und dachte, na ja, ja, ich kann nicht alles authentisch sein, ja, ja, ja, ja, ja, dann kann ich jeder das leben, was er da sie schreibt. Aber bei Tom war das wirklich so. Und da habe ich zum ersten Mal damals gedacht, so, wann waren wir, wann waren 2011, waren meine Woche in Marburg. Okay, alt werden es gar nicht schlimm, wenn man so wird. Also wenn man weiß wird, wenn man trotzdem klug und scharf bleibt im Denken und aber auch geduldig und so ein bisschen, ja, diese Weisheit von, von der man in der Bibel immer spricht, so diese Weißen Haare, der Weisheit, diese älter werden. Das habe ich bei ihm schon so wahrgenommen und das habe ich total beeindruckt. Ja, spannend. Ich habe den auch vor zehn, 15 Jahren kennengelernt, überrascht von Hoffnung, oder das erste Buch, was ich hatte. Absolut. Das freint mir ein Klassiker zu sein, super Einstieg auf, wird zu sagen. Unbedingt, unbedingt. Also, ich weiß doch genau, ich war in einem Urlaub, Lago Madjore, ich lag irgendwie in der Sonne und hab damals noch, gab es noch nicht die Übersetzung, Surprise bei Hoppe gelesen. Und das hat vieles nochmal gebündelt. Ja, also ich habe ja gesagt, pietistisch groß geworden und war so irgendwie klar mit Himmel, war immer so das, wenn ich sterbe, ja, dann hast du das Ticket in den Himmel, oder das Ticket in die Hölle, ja, aber dann gibt es eine Entscheidung. Und dann schreibt einer, dass der Himmel auf die Erde kommt. Ja, und ich war völlig. Meinst du Anti-Wreiter oder Johane? Ja, der Aufbarung. Genau, also das ist sozusagen eine große Geschichte Gottes gibt. Und das Reich Gottes sozusagen, der Vorbote dafür ist, das Himmelreich. Und dann tatsächlich, wenn Jesus wieder kommt, kommt der Himmel auf die Erde und verwandelt und transformiert die Erde. Und es gibt Gericht und so weiter. Und das fand ich total spannend. Und ich fand das super plausibel, biblisch eben erklärt von der Bibel her. Und genau, auf alle Fälle sehr empfehlenswert dieses Buch. Und hilft einem nochmal, vieles, was auch, auch von dem wir heute so reden, warum machen wir Dinge? Ja, also wie zeigt sich das Reich Gottes heute unter uns, was ist die soziale Dimension, was ist so ein bisschen die geistliche Dimension. Und das finde ich, hat kaum einer so gut zusammengefasst und argumentiert, wie Anti-Wreiter. Das war den noch so ein bisschen einordnern. Also ich fand's vor zehn, zwölf Jahren einfach kurios. Es siehst, der ist weltweit eine große Nummer. Man hat ein bisschen gegugelt und merkt, oh, ist er wirklich. Weltweit wird er gelesen, diskutiert, anglykanischer, bischof, professor, unzählige Bücher. Also ich habe von ihm mehr Bücher als ich tragen kann, aber es ist nur ein Bruchteil von dem, was er geschrieben hat. Und in Deutschland kannte ihn fast keiner, merkte ich auch so, ist er schien dann auf Deutsch im Franke Verlag, Marburg. Jawohl, wir haben verlegt. Ja. Aber wir auch so ein bisschen das Zeichen, also super Verlag, super Leute, aber kein Wissenschaftsverlag finde ich überhaupt nicht. Und man muss da ehrlicherweise reiner Bärenz mal erwähnen aus der Schweiz, Krischona, Pastor, der wirklich in monatelanger Arbeit, die Übersetzung gemacht hat und nie das Geld bekommt, was einem dafür, so ein professioneller Übersetzer irgendwie zugestanden hätte, der mit viel Idealismus damit übersetzt hat, weil diese tausend Seitenwerke, die mussten erstmal übersetzt werden. Und er hat das großartig gemacht und der Franke Verlag, also bis heute bin ich da unendlich dankbar, dass die diese Dickenbücher da rausgebracht haben, wo man schon vorne rein wusste. Da legt man richtig Geld drauf, da gibt's nichts zu verdienen. Aber da würde ich ihm sagen, reich Gotteswährung, da fällt nochmal was ab für. Und das muss man wirklich nochmal erwähnen ohne reiner Bärenz und auch dem Franke Verlag wäre das gar nicht möglich gewesen. So sind viele Bücher erschienen damals. Ja. Ich finde das so kurios, dass das also an der deutschen Theologie lange vorbei ging, es hat sich geändert. Wer da mal nachschaut, es gibt inzwischen bei Moore Siebeck. Das ist jetzt ein bisschen die Daimler-Lieger für Theologie ein großen Band. Über "Enterrights" Theologie, wo so 20 deutsche Theologinnen und Theologen das "Who is Who" der Schule von, was weiß ich, alte Boltmann-Schüler, Tybbinger-Schüler, alle möglichen. Auf seine Theologie reagieren, das Besprechen erantwortet auch da drauf. Und damit war im Grunde klar, es ist auch in Deutschland anerkannt, der Hype ist real. Also er ist wirklich weltweit eingelehrter, auch in Deutschland kommt man nicht mehr an ihm vorbei. Warum war der für deutsche, wissenschaftliche Theologie lange irgendwie so sonderant? Sieglar hast du dann eine Idee oder hat er sich damals geäußert? Ja, haben wir natürlich auch darüber diskutiert. Wir haben damals, wo wir ihn grad zu unseren Studientag eingeladen haben, auch so die ganzen deutschen Fakultäten angeschrieben und sie eingeladen. Und da kam ganz wenig Resonanz. Und dabei war der damals schon in eine Korife, der eine eigene Radio Show gab, eine Fancy Show gab. Es gibt so Narten in England, ja, die sind nach ihm benannt, ja. Es gibt, wenn er so die alten Sachen publiziert, da steht dann oft so "The Lord Bisher" auf Dörhem, ja, also wirklich so, also diese englische Hochkultur und Hochreligiosität. Also da wirklich sehr berühmt. Aber er hat natürlich sich auf der einen Seite in dieser Jesus-Forschung "The Quest of Jesus", also die Frage wäre bei Jesus, wie war das Judentum auf der einen Seite Namen gemacht und auf der anderen Seite. Schon auch manches sind der Frage, die ganze Diskussion, wie die Einzelnen zum Beispiel Gruppen zu verstehen sind, die Fahre Seeer und Sadduzeeer und so weiter. Und dann gab es, glaube ich, eine Robrieg, nennt man, dass die neue Paulus-Forschung, also wie ist Paulus zu verstehen in der Theologie. Und da hat er sich schon auch mit seinem Beitrag "The New Perspective of Paul" zum bisschen kritisch gegenüber der Rechtfertigungslehrer Lutters und so weiter geäußert. Und ich glaube, das haben ihm einige Fett auch nicht so gut abgenommen am Anfang und das war so in der deutschen Theologie. Und natürlich hat sich auch, man muss auch ehrlich sagen, in der deutschen Theologie in den letzten 20 Jahren ganz viel verändert, vor allen Dingen eine Internationalisierung. Die deutsche Theologie war eben queramt, sozusagen über Jahrhundert, so ein bisschen der Marktführer, da haben sich alle dann orientiert. Und durch die Internationalisierung und Globalisierung hat sich das natürlich auch verändert. Die jüngeren Theologinnen und Theologen sind alle in weltweiten Netzwerken und da diskutiert man natürlich, dass dann mit, weil überall über Anteilheit gesprochen wird. Also, das würde ich auch gerne noch mal unterstreichen. Theologie heute ist anders als das, worüber viele Schimpfen, die schon ein paar Jahre nicht mehr an der Uni waren. Ich habe 90er Jahre studiert, ich kann den Eindruck bestätigen, ich habe Vorlesung gehört, da war Theologie eigentlich so eine deutsche Sache. Wir haben das gemacht, außerhalb von Deutschland, Scars, Par Exoten, die in Deutschland studiert haben und darum was wussten und ansonsten Fundamentalisten. Jetzt Jetzt übertreibe ich auch. Aber die Tendenz ist wirklich real und das ist nicht mehr der Fall, du hast alles nötig dazu gesagt. Was bei Anti-Ride-Sonding ist, er hat, er geht von einer großen Zuverlässigkeit der Jesusüberlieferung aus. Es gibt so einen deutschen skeptischen kritischen Konsens. Da wirkt Anti-Ride erstmal naiv vor, nur wenn man sich näher anschaut, er hat da seine Gründe, er hat eine Überlegung. Er wirbt Evangelikal. Jetzt würde ich auch mal sagen, es gibt hochqualitatives, sehr durchdachtes Evangelikal sein. Da könnte man in deutscher Theologie noch ein bisschen den Zulernen, es gibt auch das Gegenteil, aber das gibt es auch. Und Anti-Ride werde ein Edel-Evangelikaler. Genau. Und das passt ja so ein bisschen in unsere Diskussion, wie schon David Bosch, der zwischen Evangelikal und liberalen Lusanne und Ökumenestand. So ist Anti-Ride eben auch, dass auf der einen Seite evangelikale Wurzeln hat und die eigentliche Kirche sowieso ein bisschen anders aufgebaut ist. Da gibt es diese Dualität nicht so stark. Und eher eben nicht so biebelkritisch ist. Und auf der anderen Seite eben in vielen liberalen Diskussionen auch drin ist. Viele Andy Borg zum Beispiel gab so großen Bettel bis auf die Times-Titel haben die es geschafft die beiden, wo sie sich sozusagen diskutiert haben miteinander. Total spannend um die Frage, wer war Jesus, wie sind die Jesus Texte zu verstehen und so weiter. Und dabei Anti-Ride immer schon so ein bisschen der Konservative. Und er sitzt sozusagen zwischen den Stühlen. Und das hat man oft in Deutschland nicht so gerne. Und zwar auf beiden Seiten. Ja. Aber das finde ich gerade spannend. Ich mag das. Ich mag Leute, die sich mit einer großen Eindeutigkeit dazwischen setzen. Und wo man tatsächlich selbst seine Meinung sich bilden muss über die Person. Man kann nicht einfach sagen, die Anti-Ride ist Evangelikal oder ist liberal. Das geht eben nicht. Man muss die seine eigene Meinung bilden. Und das finde ich gut und spannend. Und das passt ja gut zu unserer Ethik. Ja, genau. New Perspective on Paul. Dazu jetzt doch noch mal was. Ich hatte in der Zeit, als er wichtig wurde, so bei der eigenen Kämpfe. Ich habe über Martin Lutter promoviert. Ich habe so zwischen 25 und 2009 gesessen und habe tiefe lutterische Wurzeln bis tief in meinem Studium und hätte oft in meinem Leben gesporen. Im Großen und Ganzen, wie Lutter, das sieht mit Bautos, passt schon. Es gab natürlich eine breite Tradition von Neutester Menten. Die Lutter muss bekommen. Ich habe sehr preis oder so. Und reißt du die Thorsten Martin Dietz jetzt? Ja, ja, und dann Anti-Ride hat natürlich so ein Zugang im Grundeausgangspunkt. Die Exegese des neuen Testaments ist durch die Reformation einseitig geprägt worden. Das ist nicht so. Paulus ist kein Luterana. Er ist auch kein Kalvinist. Die verstehen das alle völlig falsch. Wir müssen Paulus völlig neu verstehen. Wir müssen ausgehen vom zeitgenössischen Judentum. Da waren die Reformatoren keine Ahnung, die reformatorische Exegese verzeichnet im Grunde Paulus. Sie individualisiert Paulus auf so einer Erlösungslehre hin, als ginge es bei Paulus darum, in den Himmel zu kommen, nicht durch Werkgerechtigkeit wie die Juden, sondern durch den Glauben an die Erlösung. Da sagt Anti-Ride, da sagen viele, da sagt inzwischen die Mehrheit. Das ist echt eine Verzeichnung des neuen Testaments für mich als Luterforscher als Luterana. Aber das Verzeichnung des Judentums. Genau, aber also ich kenne da Jahre, wo ich das ganz ärgerlich fand oder furchtbar und immer gehofft habe, das darf doch jetzt nicht sein. Also kann doch nicht sein, dass die Reformation nachträgt, träglich wegen falsche Exegese, illegal wie das so, und wenn dann wieder nach oben ist das vielleicht noch nicht sein. Nein, aber ich habe da inzwischen deutlich größeren Frieden einfach auch mal einzugestehen, heiligste reformatorische Auslegungen von dem man viel hält, haben sich ja ihren Punkt und ernsthaft mal anzuerkennen, es ist noch mal wirklich anders. Also da muss man, finde ich, auch lernen die in seine eigenen traditionellen Überzeugung von der Bibel zu lernen, dass Dinge noch mal anders sein können. Ich fürchte, wir kriegen sie jetzt nicht in New Perspective komplett, dazu stellen wir versuchen kaum, aber eins, zwei Sätze müssen wir vielleicht doch noch sagen. Was werden deine eins, zwei Sätze in New Perspective? Ich würde auf alle Fälle, das noch mal unterstreichen und sagen, ein Schlagwort für eines Advontes, zurück zu den Quellen, also immer die Bibel von ihren Quellen herauslesen. Das heißt, und das ist ja ein bisschen auch unser Thema heute Story, also es gibt eine Story und man muss diese ganze Story nachzeichnen. Und dazu gehört eben auch die Frage, jetzt beim Judentum zum Beispiel, was war das Welpbild des Judentums? Der damaligen Zeit, was war das Welpbild? Von Paulus, was war das Welpbild? In dem ersten Jahrhundert, wir haben die Leute gedacht, wir haben sie geschrieben, was wir Symbole waren, wichtig. Wir haben sie die Welt verstanden und da aus diesem Verständnis müssen die Texte dann erst mal interpretiert und verstanden werden. Und dann erst kann man gucken sozusagen in die Kirchengeschichte und Dokumentgeschichte und so weiter, was bedeutet das. Und dieses Advonte ist dieses zurück zu den Quellen, das hat ihnen sozusagen ausgemacht und stark gemacht in beiden großen Linien, einmal Jesus und einmal Paulus. Und ich sag so ein Ding, wo es mir dann wirklich eingeleuchtet hat, also das Judentumsbild in der reformatorischen Theologie. In der evangelischen Theologie, bis tief ins 20. Jahrhundert ist der leider doch eine Katastrophe. Und man findet es bei den Reformatoren so dieser Gegensatz, die Juden waren wergerecht, die wollten durch ihre Leistungen vor Gott gerettet werden. Paulus sagt, das geht gar nicht die Genanerlein Christus und es ist falsch, weil die Juden wollen nicht durch Leistungen oder Werke gerecht werden. Sie gehen aus von der Erwählung Gottes, von Bund Gottes, von dieser Bundesgerechtigkeit. Sie sind im Bund und sie wollen diese Bundestreue Gottes beantworten und bewahren durch ein Leben in den Rechtsatzungen. Und das ist kein Innerer Krampf und das ist kein Leistungsolimpiade und so, sondern es geht hier darum, einen Weg der Treue zu leben. Und Paulus ist darin überhaupt nicht gegensätzlich zum Judentum. Der entscheidende Punkt ist, dass Paulus sagt, die Heiden auch. So durch Christus werden die Heiden hinzugenommen und die Erlösungslehre ist im gar nicht anti-Jüdischem Neuntester mit, überhaupt nicht, sondern sie wird geöffnet, universalisiert für die große Weite Welt. Es geht viel stärker um soziale Fragen, es geht um Gemeinschaft, es geht um Teilhabe an Christus und damit an Gott, so und in die Richtung. Jetzt würde ich sagen, lass was dabei, ne? Das müssen exige Support cast, glaube ich, jedenfalls mal gründlich. Ein Satz, was ich einfach toll finde, eben werde ich so ein bisschen für diese Nördie Reihe interessiert, diese vier Bände von denen wir jetzt gerade gesprochen haben. In dem ersten Band, das Neutester Mendo, das Volk Gottes, finde ich total spannend, weil Anti-Ride auf den ersten 150 Seiten dalegt, wie er denkt, wie er Theologie treibt und wie er auch zu seinen Ergebnissen kommt. Und das finde ich total spannend, weil das oft in deutscher Literatur nicht so ist. Ja, also da werden sozusagen die Ergebnisse beschrieben, aber wie man jetzt auf diese Ergebnisse kommt. Das sind die Leseren und Lesern, müssen da selbst überlegen, wo er kommt, die, was in Hintergrund hat diese Person. Und er legt das mal einmal völlig offen. Und das finde ich natürlich total interessant, weil es in unseren Ansatz auch gut rein passt. Also was bestimmt sozusagen mein Ergebnis, meine ethische Entscheidung, die ist eben nicht einfach nur Ad hoc gefällt, sondern die er noch eine lange Geschichte. Ja, wie verstehe ich bestimmte Zusammenhänge, wie verstehe ich Geschichte, zum Beispiel, wie verstehe ich Judentum, je nachdem ich das verstehe, komme ich bei den Jesus-Geschichten auf ein anderes Ergebnis. Und das offen zu legen, das finde ich, ist großes Kino und großes Vergnügen zu lesen. Ja, da bin ich auch ganz Fanboy inzwischen und paar offene Fragen normal. Ja, natürlich. Gut, kommen wir zu dem, was wir bei ihm wirklich zentral übernehmen für unseren eigenen ethischen Ansatz. Das ist das Modell der Story, der Story Gottes. Ich schlack mal vor, ich versuche in zwei Minuten ein Minieüberblick und dann gebe ich im Detail noch mal durch. Antiride sagt, das Judentum, aber auch Paulus, auch Jesus, sehen sich in der Geschichte Gottes, sehen sich in einer großen Erzählung. Das beginnt mit der Schöpfung. Das wird unterbrochen von menschlicher Sünde, vom Aufruhr, vom Abfall des Menschen. Es setzt sich fort mit der Erwählung Abrahams, mit der Erwählung Israels und Jesus, wie Paulus, sehen sich in einer Zeit, wo sie sagen, das Handeln Gottes geht weiter. Und das ist eine Lebensorientierung, das was dieses Story Gottes ist. Sie gibt dem Menschen eine Identität, ein Platz in der Geschichte Gottes. Das hat viel zu tun mit Glaube und mit Erkenntnis, wer man vor Gott ist. Und es ist auch ethischer Orientierung. Und da sagt Antiride, nun ethischer Orientierung. Natürlich gibt es viele Regeln und Gebote in der Bibel. Wir haben es letzte Folge gesehen. Und die Geltinnen und an den orientiert man sich. Und man merkt auch im neuen Testament bereits, nicht mal muss schon auch schauen, welchen Platz haben die Gebote in der Geschichte Gottes? Und wie geht man um mit neuen Herausforderungen, mit Fragen, die in der Offenbarung, die in der Bibel noch gar nicht beantwortet sind? Und da hat Antiride einfach folgendes Angebot. Einfach mal die Bibel lesen wie ein großes Drama, ein Drama in fünf Akten. So ich habe die Punkte gerade genannt, Schöpfung, Sünde, Bund mit Israel, WG so. Und dann ist das Drama ein Fragment. Es ist nicht zu Ende geschrieben, es beginnt mit der Zeit der Kirche, der Zeit des Geistes. Und dann stehen da Fragmente, das Ende wird sein neuer Himmel und neuer Erde. Und wir, wir gläubigen sind mitten drin, wir sind in dieser Geschichte. Und wie funktioniert etische Orientierung durch dieses Story so? Dass es nicht darum geht, eine Regelbefolgungsmoral zu praktizieren, wo man Punkt für Punkt einfach geboten, geheucht, dafür ändert sich die Welt viel zu stark und viel zu sehr, sondern in dem man die Story versteht und sie weiter spielt. Und angesichts neuer Herausforderung, ininhaltlicher und geistlicher Treue zum bisherigen Weg, Entscheidungen trifft die in Entsprechung, die in Kontinuität, die in Fortsetzung des bisherigen stehen. Das war die Kurzversion und jetzt machen wir zusammen die Langwäsche. Und da kann man über viele Punkte diskutieren. Das ist übrigens durchaus verbreitet in Evangelikale Ethik. So, wir haben da ja wirklich immer diesen Brückenschlag, deutsche Universitätstheologie, internationale Evangelikale Diskussion. Also Leute wie Kevin von Husa oder Chris Wright oder Max Strauss oder viele, viele variieren das, da kann man über Details. Durchaus auch Streiten, da gehen wir jetzt nicht in die Ebene der Fußnoten hinein, sondern gehen jetzt einfach mal durch, was hat den Schöpfung mit Ethik zu tun? Und dann geht es erst mal darum, was ist der Menschen? Also was hat sich Gott dabei gedacht? Er schafft den Menschen zu seinem Bilde, Imago Day, große Stichwort, also das ist so ein teologisches Fremdwort, das kann man sie immer merken, oder? Also eben Bild Gottes, Imago Day, eben Bild Gottes, Gott schafft den Menschen zu seinem Bilde. Und da drin liegt natürlich unglaublich viel. Also was bedeutet ist, dass der Mensch geschaffen ist und was ist sein Ursprung, was ist sein Ziel, woraufhin ist er geschaffen, was ist seine Aufgabe? Und deshalb ist die Schöpfung, heute würde man sagen, ein Identity-Marker, also ein Identitätsmerkmal, da wird das hineingelegt, wer der Mensch überhaupt ist. Und das, wie man mir jetzt nochmal, der Mensch ist geschaffen als eine Seele, der Mensch ist geschaffen als eine Seele, als ein ganzheitliches Wesen, das aus dem Leib und dem Geist besteht. Und zusammen gibt es das sozusagen eins, es ist ganz spannend, weil wir ja von unserem denken, von unserem griechischen Denken oft so ein dreigeteiltes Menschenbild haben, Seele, Leib und Geist. Und wenn wir die Schöpfungsgeschichte anschauen, dann ist es eigentlich ein zweigeteiltes, der Mensch ist eine Seele aus Leib, aus Körper und aus Geist. Und sozusagen sehr ganzheitlich gedacht, und der Leib gehört eben ganz elementar dazu, ist nicht nur wie jetzt in der griechischen Philosophie, schlecht und Leibfeindlichkeit und man muss irgendwie sich da von befreien Höhlenleichnis und so weiter plattern kennen wir. Sondern es geht darum, dass der Mensch so wie er ist mit Körper und Geist Gott entspricht. Und das ist seine Identität, das dahin ist er geschaffen und genau und dann könnt man weitermachen mit der ganzen Frage des Schöpfungsauftrags. Er wird Co-Creator, Gott nimmt ihm mit hinein, er soll Namen geben, er soll Teil der Schöpfung sein und es ist auch total spannend, dass wenn man so diese Schöpfungsgeschichten sich anguckt sind, der zwei Schöpfungsberichte, das am Ende der Mensch, als Teil der Schöpfung sehr gut beschmachen wird, nicht der Mensch alleine, sondern der Mensch insgesamt als Teil der Schöpfung. Also da ist auch schon klar, der Mensch ist relativ ausgelegt, also ein beziehungsorientierter Mensch von Anfang an in der Schöpfung, in der Beziehung zu Gott, diese Ebenbildlichkeit, aber dann auch in der Beziehung zu sich selbst zu sein Nächsten und zur Natur. Also von Anfang an sind sozusagen diese vier Beziehungsebenen hineingesetzt in diese Schöpfung und in das Wesen des Menschen. Genau, das ist in der Hebrechenbiebel, auch im neuen Testament so spannend, wie viel mitgeteilt wird an Normen und werden durch Erzählungen. Und wir leben in einer westlichen Kultur, ich will es jetzt nicht vereinfachen, aber im Großen kann man schon sagen, Erzählungen werden schnell so Richtung Bilettristik geschoben. Und das Normen und Werte und Berechnung irgendwie als höherwertig gelten als so Geschichtchen. Und das ist von der Wiebel herbetrachtet wirklich nicht gut. Die Erzählungen sind die Substanz darin offenbar sich Gott und in dieser Erzählung ist verkörpert, wer der Mensch ist, du hast zwei Punkte genannt, diese Relationalität, das sein in Beziehung und diese Ganzheitlichkeit, das sind zwei Dinge. Ich nenne was ganz offensichtlich ist, dass der Mensch Relational zu Gott ist, Gott Ebenbildlichkeit macht ganz schlicht aus den unendlichen Wert des menschlichen Lebens. Und das wird übersetzt, Kapitel 9, erstes Buch Mose als Gebot, du sollst Menschen nicht töten, denn Menschen sind zum Bilde Gottes gemacht. Diese unendliche Wertschätzung des Menschen, absolutes Tötungs-Taboo zieht sich durch die ganze Bibel. Und jetzt als erste Akt des Dramas ist es nicht nur Kapitel 1 und 2, das zieht sich durch die Bibel. Also nehmen wir Pseil 139, das steht irgendwo mitten drin, so dieses Bewusstsein, ein Schöpfungspseil, ich danke dir, dass ich wunderbar geschaffen bin, wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele, diese Anerkennung der Mensch ist wertvoll. Übrigens auch nach dem Einstünd der Sünde, gibt manchmal so christliche Gruppierung, für die ist das so plus quam perfekt, denn Mensch war sehr gut gewesen. Dann hatte alles Fosse haut oder so. Genau, und erst durch Christus bekommt das sozusagen, ich bin die Imago Day, die Ebenbildlichkeit, Gott ist sondern die Imago Christi wieder sozusagen zurück. Aber zwischen drin hat das sozusagen das verloren und das hat natürlich unglaublich Auswirkungen auf das Menschenbild und wie gehe ich mit Menschen um oder mache ich dann Unterschied. Aber da sind wir uns völlig einig, jeder Mensch unabhängig, wo er herkommt, unabhängig, ob er auch was er glaubt, hat diese Ebenbildlichkeit Gottes hineingegelegt bekommen in sein Leben. Das sind so Beispiele, wo Schöpfungsglaube in Erzählungen auch Grundwerte ausdrückt, die orientieren bis heute und mehr in unserem Buri. Schlag mal vor, wir gehen das jetzt ein bisschen weiter durch, das Drama, wir können an Mainzellen stellen, da nochmal einklinken Sünde. Es ist eine spannende Frage, ob man aus Sünde überhaupt einen zweiten Akt macht oder nicht. Also Kevin von Husser zum Beispiel, Evangelikal, Amerikaner noch ein bisschen konservativ als Anti-Ride. Der fasst das zusammen, der nimmt im Grunde Schöpfungsgeschichte der Mensch als Gottes Ebenbild und Sünde als eins. Das macht Sinn, wir haben hier die Ridescheversion genommen, um die Sünde stärker zu betonen. Jetzt könnt man fragen, was hat Sünde mit Ethik zu tun? Ja, also ich will sich bei dir anfangen, ich fang mal bei mir an. Wir alle wissen, dass wir nicht nur in einer gebrochenen Welt leben, sondern dass wir selbst auch gebrochen sind. Ja, dass die Beziehungsebene, die wir gerade so schön aufgebaut haben, zu mir selbst, zu meinem nächsten, zu Natur, dass die entfremdet gebrochen kaputt sind. Eben nicht völlig, also ich würde sagen, es gibt eben diese Kontinuität, der Gottes Ebenbildlichkeit auch durch diesen Bruch der Sünde hinweg. Aber es gibt auch eine Diskontinuität, wo wir im Märken ja, es klappt auch vieles nicht mehr. Ja, oder muss ich jetzt nicht meine Frau reinholen, dass die ein bisschen über unsere Ehe erzählt, sondern dass sehen wir an 40 krägerischen Konflikten, die wir momentan auf der Welt haben. Ja, hunderte kleinere Konflikte, regionale Konflikte. Wir haben Probleme mit der Verteilung der Ressourcen, mit der Verteilung von Wasser, von Nahrungsmitteln und so weiter. Also wir sehen, dass es funktioniert oft nicht. Ja, es funktioniert oft nicht, dass Menschen gut miteinander zusammenleben, sich gegenseitig helfen, füreinander da sind. Sondern im Zweifelsfalle ist der Mensch oft tief egoistisch. Ja, und dann ist diese Beziehungsebene eben nicht mehr der Referenzrahmen, sondern das eigene Wohler gehend. Und da würde ich sagen, das ist mit dieser Gebrochenheit, mit diesem zweiten Akt, was ist Sünde glaube ich erklärt und auch in diese Welt hinein erzählt worden. Und es ist ja ein dogmatisches Thema, um man kann das verlängern. Also Ethik handelt vom Handeln und dogmatik vom Glauben vom Inhalt und man merkt aber natürlich, das ist hier mal wieder. Das Sünde sein des Menschen hat sehr viel zu tun, mit unboralischem Verhalten, mit Bösen, mit dieser tiefen asozialen Tendenz des Menschen, wenn wir sagen, als Geschöpf ist der Mensch auf Beziehung angelegt, hat das Sünde sein damit zu tun, dass Menschen Beziehungen missachten, Beziehungen missbrauchen oder Beziehungsunfähig werden, dass sie auch in einem tiefen Sinne zur Verblendung neigen, zur falschen Wahrnehmung der eigenen Realität, zur falschen Wahrnehmung anderer Menschen zum Übersehen, zum Verdrängen. All das ist tiefer, als man es in ethische Regeln und Normen wieder einfangen könnte. Und das zu wissen, gehört schon zum Prophrikum christlicher Ethik. Kann ja immer fragen, was unterscheidet christliche Ethik von allgemeiner philosophischer Ethik. Auf dieser weltanschaulichen Ebene tatsächlich wir rechnen in anderer Weise mit einer Gebrochenheit des Menschen, die er nicht aus eigener Kraft in den Griff bekommt. Das wäre dann ein wichtiger Punkt. Und da könnte man jetzt erst mal sagen, oh ha, ihr seid also so die pessimisten unter der ethischen Gruppe oder so. Ich würde sagen, dass christliche hat was pessimistischeres auf jeden Fall als eine ist so alles gut, alles neutral. Man sollte allerdings das Christentum nicht so jetzt zur totalen Pismismusfraktion machen. Und das würde ich ja weiter. Wir bleiben in die Zweiten Aktien. Nein, es gibt ja noch einen vierten oder einen fünften Akt. Nein, das kann schon mal verraten werden. Der erste Akt ist ja nicht gelöscht. Also das Christentum denkt höher vom Menschen und größer vom Menschen als die meisten Weltanschauung. Aber das gute Geschöpf Mensch ist eben auch ein zergebrochenes und in falsche Richtung entwickelt es. Für christliche Ethik steckt da meines achten schon dritte unseres Sachen zusammengeschrieben. So dieses Moment mal ganz vornehmen gesagt der Imperfectibilität. Oder mit Kant aus so einem krummen Holz, wie wir es sind, kann nie was ganz gerade werden. So Hoffnung auf das Ende, was Gott aus uns machen kann. Aber dies rechnen damit bleibende Unvollkommenheit ist glaube ich schon auch so eine Botschaft des Zweiten Akties. Darum haben wir den also als eigenen Akt, so das gehört zu den Konstitutionsbedingungen des Mensch-Seinsgeschöpf von Sunder. Und ich finde, das zeigt diese biblischer Erzählung auch schön, wenn der Mensch plötzlich nackt Schutzlos darsteht und das plötzlich erkennt und merkt und charm empfindet und merkt. Da fehlt mir etwas ja und ich kann nicht so bleiben wie ich jetzt bin und versucht was zu verbergen und zu beseitigen und sich zu verstecken. Und da ist was kaputt gegangen in dieser Gemeinschaft mit Gott und mit sich selbst und mit der Partnerin in der Erzählung. Und dazu sehen, ja, es muss sich was verändern, die Story muss weitergehen, aber da ist dieser, diese Schutzlosigkeit, dieses bloßgestellt sein, das finde ich es da wirklich sehr, sehr gut nachvollziehbar. Ja, genau. Und dann schon in der Gänse, es fängt Gott sich ja an dagegen zu halten. So, er schnappt sich so ein Abram aus Ur, der Papst verneulich auch da, um sich das daran zu gucken, beginnt eine Heizgeschichte, beginnt eine Heizlinie Mose Israel David. Jetzt können wir sagen, ja, aber das ist dann Gottes Heizhandeln. Warum habt ihr jetzt noch mal den Bund mit Israel besonders hervorgehoben, können wir das nicht jetzt bis Jesus durchziehen? Ja, aber ich glaube, dass Gott nochmal zeigen wollte, dass er auf der einen Seite die ganze Menschheit sieht, ja, und auch die Bünde, die dann ja mit Noah, mit Abraham geschlossen werden. Das sind ja sogenannte ununiversalistische Bünde, also die geltten allen Menschen, die geltten also nicht nur einem Volk, sondern die geltten allen. Und das auf der anderen Seite sich ein Volk, ein kleines, ja, zurückgebliebenes Volk, ja, nicht das größte und stärkste Raussucht, um exemplarisch mit ihnen zu handeln und sie zu begleiten. Und diese Treue, von der du für ihn schon gesprochen hast, das sozusagen über die Jahrhunderte mit diesem Volk ja durchzuleben. Ja, und das ist ja dann ganz spannend, was da alles passiert und es ist ja ein Auf und ein Ab und ein Drama tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes mit diesem Volk Israel. Und Gott bleibt mit diesem Volk sozusagen, Seite an Seite, egal was passiert, in den großen guten Geschichten, aber eben auch in den Geschichten, wo dieser Zerbruch eben sehr, sehr deutlich wird und ungehorsam. Und diese Ambivalenz kenntzeichnet ja den Menschen, ja, auf der einen Seite eben dieses große, dieses Ebenbittlichkeit, dieses schöpferische und auf der anderen Seite dieses egoistische, dieses zerstörerische Moment. Und ich finde, das wird exemplarisch an dieser Geschichte Israelz und am Handeln Gottes noch mal sehr, sehr deutlich und gleichzeitig ist dieses Handeln immer ein Licht für alle anderen Völker. Also Israel sozusagen exemplarisch, wie Gott handelt mit diesem Volk, so handelt er auch mit anderen. Und so wie Israel aus Ägypten mal rausgeführt wird, so hat auch Gott andere Völker lesen werden. Amosisbuch zum Beispiel rausgeführt aus der Gefangenschaft. Gott hat auch noch mit anderen Völkern Geschichten geschrieben, die sind uns eben aber nicht so überliefert, wie jetzt die Geschichte Israelz. Also dieser Doppelblick in diesen dritten Akt, den finde ich total faszinierend auf der einen Seite ein Fokus und eine Erwähnung Israelz und die Geschichte Israelz sehr detailliert und genau. Und auf der anderen Seite immer der universalistische Blick auf die ganze Menschheit. Ja, und wie einzigartig diese Israel-Geschichte ist, das ist wirklich spannend vom Exodus angefangen. Ja absolut. Also natürlich hat Israel viel Gemeinsamkeiten mit seinem kulturellen Raum, bis tief ins religiöse hinein, da ist viel Gemeinsamkeit. Und es ist außerordentlich und anders und exklusiv in dieser Logik, dass da ein Gott sich stellt auf die Seite der Sklaven, der unterdrückten, der Fremden, der verfolgten. Und durch diese Geschichte immer wieder seine besondere Optionen für die an den Rand gedrückten Zeichen. Das ist einfach einzigartig, das ist spannend und das wollen wir schon auch in unsere Ethik einfließen lassen, das alte Testament, jetzt nicht im Sinne von "Veraltet". Und wir schreiben ja öfter auch hybräische Bibel oder erstes Testament. Man kann auch altes und neues Testament kommt im Hybrieherbrief vor. Also wir haben es auch dabei. Aber wenn man sich gewöhnt, öfter mal im Kopf zu löschen, alt heißt nicht "Veraltet". Sondern es ist das erste, es ist der Anfang und die Israel-Geschichte ist auch in der ethischen Substanz so wahnsinnig lärreich. Wir gehen da jetzt hier mal nicht ins D3, aber wir kommen da noch mal drauf. Wir kommen diese ganze Frage des mosaischen Gesetzes, was da alles geregelt wird, das ist nicht eins zu eins erfolge umsetzbar. Aber da können Prinzipien von Gottes Handeln, würde ich sagen, bis heute in unseren Umgang mit unserer kapitalistischen Marktwirtschaft und so weiter, können wir schon Dinge draufs lernen. Wie handelt Gott? Wer ist Gott? Ich finde, das ist auch immer so die Frage des Gottesbildes. Wirkt ja am alten Testament oft ein düsteres Gottesbild gezeichnet und da gibt es auch hier und da gute Gründe für. Aber es gibt auch eben diesen Gott, der gerade die schützt, die am Rande stehen und die die marginalisiert sind. Und es ist eben nicht dieser triumphalistische Gott, sondern es ist ein Gott, der in Freiheit führen will. Und dieses exodus Prinzip, was ja historisch da mit Israel aus dem Gümbchen herauszieht, das zieht sich dann ja durch das ganze alte Testament bis zu Jesus durch. Und das finde ich total faszinierend, diese Geschichte, wo Gott in die Freiheit führt. Und da kommen wir noch mal drauf, wie z.B. aus diesen Freiheitsgedanken die zehn Geboote entstehen, was ja auch total spannend ist. Weil in meiner Kindheit waren die zehn Geboote immer, du musst, du musst und das war für mich so einkatterlok derlast. Und da muss jetzt irgendwie durch die Bupatet mitkommen, ja. Aber wenn man das eben von dieser jüdischen Story liest, von dieser Geschichte Israel sein, das ist eigentlich zehn Geboote der Freiheit. Ja, die uns leben geben wollen und das finde ich total faszinierend, genau. Ja, und was du sagt, das jüdische Story, ich sehe darin auch eine große Herausforderung für uns als Christin zu sagen, es ist unsere Geschichte, es ist unser Gott, es ist unser Weg. Und dieser Weg gehört nicht exklusiv uns, es ist der Weg der Juden, die in der Zeit Jesu anders weitergehen. Und da haben die Christenheit lange im Hit gerungen und gehadet, das wir überhaupt zu akzeptieren und glatt zu bekommen und das Buch zu lesen als das Buch des Judentums. Aber auch als und da steckt viel drin. Und damit sind wir vielleicht auch beim vierten Akt, genau. Ja, weil das einzige Buch sozusagen, das Jesus gelesen hat, war das alte Testament. Seine Bibel war das alte Testament. Und er hat sozusagen die Story aufgenommen, mit seiner ersten Predik, Lukas Vier, was hat er zitiert, ihr sei ja, der hat ihr sei ja Rolle aufgeschlagen, hat sie gelesen, hat sie auf sich selbst gedäutet. Und so ging es, wenn man gefragt hat, Johannes, der Teufer, was ist da passiert mit Jesus und er wurde in Gefangenschaft und er war ein Gefangenschaft und war voller Zweifel, wer war Jesus jetzt und schickt dann seine Jünger zu Jesus und was macht Jesus? Er zitiert alte Testament. Und sie gehen und sagen, ja, was hat Jesus jetzt gesagt? Er hat gesagt, ja, blinde Seen, Taubehörin, ja. Und er hat diese Jesaja Stelle zitiert und Johannes hat sofort verstanden. Ja, das ist Christus. Das ist der versprochene Retta Messias aus dem alten Testament. Ja, genau. Und Jesus ist jetzt schon so in christlicher Sicht die Mitte, der Schrift, die Mitte der Schrift heißt nie, nie, nie, dass du alles dann abtrendst oder so, keine Mitte des Kuchensfreunds, wenn du alles wegschmeißt, oder so. Es ist die Mitte, es ist der Zentrum. Und das Ganze weist auf ihn und das Ganze ist von ihm herzulesen. Und das Besondere bei ihm ist, ja, Jesus ist auch Etika, der gibt da Weisungen und Gebote und Vorbildliche Geschichten. Und er redet nicht nur, er macht auch, er lebt das Ganze. Und es ist von Anfang an dabei, bei ihm, wie auch bei seinen Nachfolgern, wie er lebt und wie er redet ist eine Einheit. Genau. Und dieser Einheit von Wort und Tat ist das Urbild, das Vorbild der Maßstab bei ihm nachfolgen, so Maß zu nehmen, er gibt ihnen Gebete, er gibt ihnen ein Vorbild, ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass ihr auch tut bei der Fußwaschung. Und wir sehen es bei Paulus, sofort die nächste Generation folgt meinem Beispiel, wie ich den Beispiel Christus, Christifolge oder nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat oder bleibt in der Liebe, wie Christus euch geliebt hat. Das ist ein zentraler Gedanke im neuen Testament, das Highlight und wir auch noch mal extra durch diesen vierten Akt. Dieses Zentrum, wie gesagt, löscht jetzt nicht das bisherige, aber fast ist natürlich wirklich nochmals zentral zusammen. Ja, ich würde sogar noch ein bisschen weitergehen, ich würde sagen, das ist das der Höhepunkt des Tramas, ja, also Entiride, diese fünf Akte-Drama, Entiride-Engländer haben wir gesagt, der hat natürlich tatsächlich ein Drama vor Augen gehabt, nämlich Shakespeare. Ja, schreibt er auch, er kommt von Shakespeare und erklärt das so, ja, also ein Akt baut auf dem anderen auf und es gibt einen inneren Spannungsbogen, ja. Versteht er diese biblische Story auch, ja, von der Schöpfung, oh Gott, schafft, dann kommt er "Sündenfall", oh, was geht kaputt, dann diese wunderbare Geschichte mit Israel, exemplarisch, hochs und tief, so man weiß gar nicht, wie geht das Drama weiter, dann tatsächlich diese ganzen Prophezeiung erfüllen sich in Jesus und dann nimmt das Drama seinen Höhepunkt, ja, Kreuz, ja, Tod, alles geht in Bach runter, stimmt jetzt doch nicht alles, ja. Und das sind nochmal eine Wände auf Erstehung, ja, unglaublich, ja. Und deshalb glaube ich, das Kreuz und auf Verstehung tatsächlich in diesem Drama so ein Höhepunkt ist, wo nochmal sich vieles, was wir vorher gelesen, gehört, verstanden haben, sich nochmal sozusagen kristallisiert, ja. Auch diese ganze Frage der Ethik, ja, wenn Jesus vorher über Gewaltfreiheit, ja, Feindesliebe, bergbredigt, größte ethische Rede, die je gehalten wurde, ja. In dem Tod wird das nochmal deutlich, ja, also, er wird als unschuldiger hingerichtet wie ein Verbrecher, ja. Und das ist eben nicht dieses triumfalistische, ja, was wir schon gesehen haben, was Gott im Allentestament nicht wollte. Gott wollte auch keinen König im Allentestament, ja, hat sich dann, okay, machen wir, ja, wer hat sich immer gegen dieses große Gewährt, war immer auf der Seite der Schwachen und in dieser Schwachheit, offenbart sich dann Gott in Christus am Kreuz. Und das ist schon die Point, ja, nicht in Macht und Herrlichkeit. Und das war die Enttäuschung, muss man auch mal sagen. Also auch aus dieser jüdischen Naherwartung des ersten Jahrhunderts, ja, also man, die ganzen Profeten des Allentestamentes gab, dann kam das große Schweigen Gottes. Und dann kam der Messias und die Jünger, die waren völlig enthousiasmos, ja. Und da war bei vielen, diese Hoffnung da jetzt kommt da und räumt auf und dann werden die Römer rausgeschmissen und das zeigt sich auch, ja, diese Macht und Kraft und dieser König, ja, der angekündigt ist, das schafft sich jetzt hier sein Recht. Und dann diese Enttäuschung, diese Demütigung erst auf dem Esel hinein, alle Jubeln noch, aber es war schon komisch, ja. Und dann wendet sich die Stimmung und diese Gerichtsverfahren und diese Verurteilung und dann diese Hinrichtung und die Verleugung des Petros sozusagen noch als Höhepunkt bei den Jüngern und jetzt ist eigentlich alles verloren, ja. Und dann haben alle Rennen weg, alleine verlassen, ausgegrenzt, hängt er da alleine, ja, nur die Frauen, interessanterweise, bleiben bei ihm. Und das sagt Entyride, das ist sozusagen die Poernte der Geschichte, ja. Und aus dieser Schwachheit und aus diesem Tod und aus diesem hineingehen und in dieser Gottverlassenheit kommt dann sozusagen die letzte Wendung, die Aufferstehung. Und die Kraft und Jesus kommt wieder sozusagen in Aufferstehungskraft und in einem neuen Aufferstehungsleib und das neue beginnt. Ja, und das ist die große Revolution, nach Entyride, wo Gott anfängt, die Welt zu verwandeln und drunter macht das nicht. Er holt sich seine Schöpfung zurück, neuer Himmel, neue Erde. Ich hab mal Vortrag gehört, Udo Schnelle bekannter neutester männlicher Forscher. Der hat so ein riesen Projekt gehabt, vergleichen Neustestement, ethische Grundsätze, gesetzene Worte, Gedanken und er sagte, also interessant war, fast jedes Gebot im neuen Testament gibt's irgendwo im Umfeld. Alles gibt's irgendwie, aber er sagt, eine Sache im neuen Testament gibt's nur da. Das ist die Feindesliebe. Diese radikale Feindesliebe, das Kreuz ist die gelebte Feindesliebe Gottes. Das ist die große Revolution, dass Gott sich seine Schöpfung zurücklieben will, er will die Welt verwandeln und wer von dieser Botschaft des gekreuzigten Christus erreicht wird, wird verwandelt. Das ist der 5. Akt. 5. Akt heiliger Geist, fängsten Ausgießung des Geistes ist jetzt nicht nur Theorie, nicht nur Bequatschung, nicht nur Lehre, nicht nur jetzt Machtmahl, sondern Gott greift ein, er spricht an und seine Worte sind Leben, seine Worte sind Geist. Und wer davon entzündet wird, wird hineingenommen in eine Verwandlung, eine lebenslange Verwandlung, eine Gleichgestaltung mit Christus, ein Anteil gewinnen an seiner Liebe, an seinem Weg. Und dann, wenn wir freigelassen, freigelassen in eine Zeit, Apostelgeschichte ist vorbei, die Welt dreht sich weiter und weiter und offensichtlich traut Gott und zu mit dem heiligen Geist, mit den Schriften, die wir haben, inzwischen 2.000 Klats zu kommen, macht mal ihr seid nicht allein. Ihr habt den Geist, ihr habt die Schrift, ihr habt Christus und jetzt geht euren Weg und ihr müsst selbst Entscheidung treffen, aber ihr seid nicht allein. Ja, Anti-Ride sagt das zu schön, die Story ist noch nicht vorbei. Wir leben im Fünften Akt und was wir machen können, wir können lernen und können uns orientieren an Akt 1, 2, 3 und 4. Und auch noch am 1. Teil des Fünften-Aktes, das gibt uns sozusagen, wer das aufgegleist, ja, Reich Gottes, Gemeinde, als Experimentierraum Gottes, da wo Gott jetzt nochmal sagt, da wo seine Nachfolgerinnen und Nachfolger zusammenkommen, da möcht ich besonders unter ihn sein, da möcht ich das, was neu ist, hindurch bricht, da möcht ich das, was von dieser, von diesem Himmelreichsichtbar wird. Ja, und das Lesen wird dann bei Paulus in diesen ganzen Gemeindegründungen im 1. Jahrhundert, ob das Galatadrei, Kulossadrei ist, wo dann plötzlich diese gesellschaftlichen Normen aufgehoben werden und gesagt wird, nee, in der Gemeinde gilt was Neues, ja, da ist nicht mehr Mann und Frau, da gibt es nie so ganzen Diskussionen um Leihstellung und Gender und so weiter, komm mal fährt nochmal drauf, nicht mehr, da gibt es nicht mehr Griechen und Jude, da gibt es nicht mehr diese kulturellen Differenzen, ja, die ganze der Rassismus-Diskussion, die gibt es nicht mehr freie uns klar für die ganzen kapitalistischen Scheren, die wir auch haben, all das soll es in der Gemeinde nicht mehr geben, schreibt Paulus. All das, warum? Weil wir eine neue Identität bekommen in Christus, die nicht mehr abhängig ist, von diesen Maßstäben und das finde ich, ist eigentlich revolutionär, das ist Wahnsinn, was uns die Bibel da mitgibt in diesem fünften Akt und das ist aber auch wie ein Einsatz auch sagen darf. Manchmal deprimieren, wenn ich in unseren Gemeinden reinschauere, also was machen wir, wir verwalten sozusagen das, was die Welt und sagt dann auf christlich, aber das revolutionäre diese Utopie, auch der Gleichheit, dieser radikalen Gleichheit, wo ist das hin? Thorsten, was ist passiert? Ja, ich würde sagen, wir probieren das mal aus und beziehen die Bibel auf aktuelle Streitigkeit. Letzte fünfte Stunde hätte ich einfach mal Bock, Identitätspolitik, das jetzt so kleiner geht es nicht. Thorsten wurde herangraben, da die Bibel noch nicht sozusagen. Identitätspolitik vielleicht versuchen wir kurz mal zu klären, was ist der Streit und dann was ist die Bibel? Ja, das schaffen wir wieder, fünfte Stunde ist doch kein Problem. Ich liebe deine Wendungen, grosses Kino, Galatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatat painting in Deutschland. 21, ja gut, guffold. Ja, gut, Identitätspolitik, der ein oder andere, der oft wütter ist, merk, Menschen sind gereizt, es gibt Streit, die SPD hat das für sich nochmal besonders so, entdeckt also so. Ja, man kann mit dem SPD-Streiter auch beginnen, so, nech, Wolfgang Tierser hat das angemahnt und gesagt, wir sind in einer echt komischen Lage, heutzutage, es gibt die Forderung immer mehr Minderheiten gerecht zu werden. So untrasismus wird angemahnt und dann wird aber auch genau gesagt, nech, da darf man keinen Z-Schnitzel mehr essen und Menschen, die irgendwie nicht weiss sind, da sagt man dann People of Color. Man soll das nicht kritisieren und wenn die sagen, wir werden diskriminiert, muss man den glauben immer und Wolfgang Tierser sagt, also viele Menschen für dieses Inzwischen zu viel. Die Sprache wird vorgegeben, Mann und Frau und Gender-Stärf. Aber es ist auch frittig, dass man, ja doch jetzt, man macht Wort gesprochen, oder? Wird alles verboten, weil Wolfgang Tierser ganz beschwertet. Ja, aber darum verbieten geht es, es geht im Grunde um die Verknüpfung von Rassismus, von Sexismus, von Patriarchat, von Autos. Die Patriarchat, von Ausgrenzenden Verhalten und die Definitizpolitik, genau. Darunter verstehen manche, jetzt müssen wir unsere Sprache ändern, jetzt müssen alle, die weiss sind oder christlich oder westlich oder gar männlich. Erst mal Bus schweigen für die nächsten 70 Jahre und jetzt werden lauter Sonderregeln geschaffen für Minderheiten und für Muslime und für Quiremenschen und Transgender und alles was normales ist im Rückblick böse. Die Straße, so, das ist ein bisschen diese ganze Debatte. Und da wird intensiv rumgestritten, manche sagen, dann hat einer wie Wolfgang Tierser seinen eigenen Rassismus noch nicht durchschaut. Und er würde oder andere würde sagen, dass doch kein Rassismus, wenn man jetzt noch das Endwort ausversehen, noch mal ausspricht, das kann man noch. So, das ist der Konflikt. So, und da wird viel gestritten, Sarah Wagenknächt hat jetzt noch mal nachgelegt und gesagt. Buchgeschrieben, die selbstgerechten, das sie sagt, die linksliberalen Elite, die leben im Grunde in ihrer eigenen Traumwelt inzwischen. Da wird die letzte kleine Minderheit im Grunde wahnsinnig beachtet und dann geht's ums dritte Geschlecht und um diverse und dann wird die ganze Sprache auf den Kopf gestellt. Es wird aber nicht mehr wahrgenommen, dass Armut oder Ausgrenzung oder soziale Deklassierung Menschen kaputtmacht. Und die ganze Wutiefiele haben doch auch Ausländerfeindlichkeit und so weiter. Das ist doch alles Folge von sozialer Deklassierung. Und wir müssen diesen Hauptviderspruch der modernen Gesellschaft endlich in den Griff kriegen. Wir brauchen eine soziale Gerechtigkeit und nicht diesen Kult, um die immer neue letzte Minderheit, die man gerade entdeckt hat. Also da wird gerade intensiv diskutiert. Ich habe bei dir gerade das Gefühl, du würdest ja Paulus auch zum Identitätspolitiker machen. Oder muss man das jetzt einschätzen? Wir müssen versuchen, Paulus ganz nach Enterite in seinem Kontext im ersten Jahrhundert verstehen und dann würde ich natürlich fragen. Da bin ich ja konservativer Theologe. Ich glaube die Bibel sagt uns was heute. Der Heilige Geist lebt und regiert und macht genau dieses Verständnis von Galata 3 und Colossa 3 lebendig für heute. Und ich glaube tatsächlich da lässt sich was zu Identitätspolitik sagen. Also erst mal, ja, aber es ist auch kompliziert. Ja, also das muss man auch mal sagen. Also was ist denn der Unterschied zwischen Identitätspolitik und Kennselkulture? Versuchen wir mal erst mal so ein bisschen Ordnung reinzubringen. Was würdest du denn sagen? Na ja, das wäre der Vorwurf an Identitätspolitik, das die zur Kennselkulture führt. Also wenn ein Comedien oder so Witze macht auf Kosten von Minderheiten, sagt man, der war Minderheiten feindlich, der war transfeindlich, folge kein Auftritt mehr. Nicht mein IAD, nicht mehr auf Hamburger Kulturfestival. Und der Vorwurf an Identitätspolitik ist ja die übertreiben maßlos auf Kosten der Freiheit. Minderheiten Schutz wird hier anti-liberal, wird freiheitsfeindlich Berufsverbote und das ist einfach die Debatte daran. Also das heißt, der Vorwurf ist, dass man versucht mit verboten, nicht nur denkt verboten, sondern auch ganz dann verbote, die durchgesetzt werden, eine bessere Welt zu machen. Ist das so einfach? Na ja, was heißt verbote? Also da müsste man gucken, ob der Vorwurf gerecht ist. Ich mein, ich kann mal Apologäte Identitätspolitik werden. Okay, ich bin Kritiker. Wir bist du mein Kritiker. Ich würde doch jetzt mal, also ich spiel jetzt mal die Rolle Identitätspolitik und würde sagen, wir haben doch 1.000 Identitätspolitik hinter uns. Auftrittsverbote, zutrittsverbote, galten für schwarze Nichtweiße in den USA bis in die 60er-70er-Jahre hinein. Frauen waren ausgeschlossen von höherer Bildung, von sämtlichen Ämtern oder Berufschancen bis in 20s-Dierhundert hinein. Und kein Wahlrecht. Also die Dominanz von Männern, von weißen, von freien, von mächtigen war absolut. Und Identitätspolitik, die so genannt wird, kritisiert ja sexistisches, rassistisches und klassisches Dänken. Und Paulus ist in dem Sinne einer von uns Identitätspolitikern. Wenn er sagt, in Christus, weder man noch Frau, weder Jude noch Grieche, weder frei noch unfreisch spricht er die soziale, die sexuelle und eben auch die religiöse Ebene an wo Ausgrenzung stattfindet und erhebt das auf, darum geht es doch eigentlich Identitätspolitik. Ja, das klingt ja alles super, aber in der Praxis ist es ja wirklich schwierig. Also darf man dann jemanden People of Color gar nicht mehr kritisieren? Ist das verboten? Und darf ich irgendwie gilt sozusagen dann tatsächlich, dass die weißen alten Männer ein bisschen unseren Podcast aufhören? Ja, müssen wir, du sagst 70 Jahre Schweigen, wird ja mal, wir fangen mit den nächsten fünf Folgen an, wir sagen nichts mehr. Gilt nur noch das, was betroffene fühlen, ist die Mehrheitsgesellschaft immer für alles verantwortlich? Also das sind ja so Fragen, die jetzt gestellt werden. Also ich habe jetzt mal so ein paar exemplare Schraus, die sind auch ehrlich gesagt nicht von mir, sondern die Grünen. Haben 30 Grünen sich zusammengetan und haben so einen Paper geschrieben und haben da jetzt mal so Anfragen an die Identitätspolitik gestellt. Auch wieder interessant sozusagen linke kritisieren die linken. Was sagt jetzt Paulus dazu? Ja, was sagt Paulus dazu? Also ich hätte jetzt könnte mal fragen, was sagt die Bibel dazu? Der Punkt in die aktuellen Dinge sind ja, dass alle sagen, würde ich mich noch kein Rassist. Aber ich habe noch nie eingetroffen, der sagt, ich bin Rassist, ich verachte alles, was ich finde. Ich habe noch nie eingetroffen, der gesagt hat, er ist homophob. Ja, das gibt es gar nicht. Und es gibt es aber Menschen, die sagen, ich werde ganz oft gefragt, wo kommst du denn her? Und das haben in meiner Hautfarbe zu tun und ich sehe mich darin diskriminiert. Und derjenige, der sagt, ich bin kein Rassist, dass du so tuss als hätte, ich dich diskriminiert, damit greifst du mich an. Identitätspolitik sagt, doch, du diskriminierst ihn, der ist in Neukölln geboren oder in Gilselgirchen oder in Marburg. Und du tust so, als wäre kein richtiger Deutsche und käme, wo das ist. Aufgrund jetzt eines deutes Rinders. Ja, genau. Und da wäre die identitätspolitische Linie, ob du ihn diskriminiert hast, hängt nicht daran, ob du gemerkt hast. Sondern ob er es gemerkt hat. Ja, würde ich sagen, stimmt, man sollte auch, also Gott hört auf die Armen, die geringen, die widfen, die weisen. Man sollte auf sie hören. Und wenn sie sagen, wir werden diskriminiert, sollte man das ernst nehmen. Also, das heißt, diese ganze Diskussion, vielleicht ein bisschen Hitzigkeit rausnehmen, aber in der Sache notwendig. Ich finde die Diskussion notwendig und jetzt würde ich zum Feldschmal, zum Schlachtfeld folgendes sagen. Also, die wirklich gefährliche Menschen sind doch die, die sexistisch und rassistisch usw. sind. Die, die streiten, sind Menschen, die dazu erst mal einen Abstand haben wollen. Da gibt es aber verschiedene Optionen, also da gibt es die liberale Optionen. Und die sagt, wir leben in einem Staat, man und Frau gleichberechtigt, keine rassistische Diskriminierung erlaubt. Eigentlich haben wir das doch schon. So, wir dürfen die Freiheit nicht zerstören, durch immer mehr Gehbote und Verbote, dadurch, dass jetzt was weiß ich Männer, bei Stellenbeschreibung ausgenommen werden. Das ärgert ja manche wahnsinnig, dass dann da Stellen sind für People of Color, die irgendwie Hauptsache nicht männlich sind. Und da sagt der liberale Universalismus, alles sind frei, alle sind gleich, eigentlich sind wir schon da, wo wir hin wollten. So, und sag es. Sacherwagenknecht würde im Grunde sagen, na ja, es gibt Diskriminierung, es gibt Sexismus, ist ja alles real. Aber das Hauptding ist wirklich soziale Declassierung, das Hauptproblem ist Kapitalismus und wir brauchen alle Kraft für den kapitalistischen Kampf. Sacherwagenknecht, andere würden auch sagen, warum wurde Trump gewählt? Weil irgendwann viele Menschen so zwischen den Küsten das Gefühl hatten, ich werde von diesen Superklugen in Harvard und Yale und an den Universitäten in Kalifornien verachtet. Weil ich nicht agendagerecht spreche, weil ich irgendwie keine Ahnung habe, wie viele Geschlechter es gibt, die verachten mich, die halten mich für irgendwie rückständig für ein Hinterweltler und für meine wirtschaftliche Situationen tut keiner was. Und ich werde von Leuten für rassistisch, sexistisch und tomofob erklärt, die in Manhattan sitzen und den es großartig geht und da will ich jetzt mal Trump gegen mir reich total. Und Wagenknecht würde sagen, mit Recht, das ist die Strafe für ein Ausfranzen, linken Idealismus, wo im Grunde, Wokas, Universitätspersonal, die letzte Maßstäbe definiert für allseitige Gerechtigkeit, jeder Ausnahme. Und man über sieht im Grunde die soziale Scherien im Land, das ist das große Problem. Also es gibt ein liberalen Universalismus durch die Freiheit, kriegen da das Erlösung durch Inklusion. Genau. Und ein sozialen Universalismus, der würde sagen, wir brauchen sozialen Ausgleich und dann wird das mit Sexismus und Rassismus schon geben, dann kriegen wir das hin. Das ist auch hoffnungsvoll. Nein, und ich hab's jetzt so geschildert. Ich glaube es halt nicht. Es gab ja schon ein real existierenden Sozialismus. Es gab ja schon. Da ist gab ja ein Land, was in Gleichheitswerten, da war die DDR ja all dem voraus, was wir heute haben, halt auf niedrigen Niveau und hätte es kein Westfernsehen gegeben werden alle glücklich gewesen. Und es gab in diesem Land Sexismus und es gab Rassismus. Es ist real. Insofern finde ich da Boat-Team-Wagen-Knecht. Also es ist eine eigene Frage, eine eigene Frage, wie Männer und Frauen gewertet und gelesen werden. Es ist eine eigene Frage, wie Menschen, die nicht weiß sind, die eine Migrationsgeschichte haben, wie sie wahrgenommen werden. Diese sogenannte IT-Politik würde ja sagen, wir sind doch für die Freiheit und Gleichheit aller, wenn wir sagen Black Lives Matter. Meinen wir nicht, dass weisse nicht so wichtig sind, sondern wir sagen weisse werden, sowieso die ganze Zeit gewährt schätzt, schwarze erleben etwas in den USA und auch in Deutschland. Was weisse nicht kennen. Frag irgendein, Menschen, People of Color, Schwarz in Deutschland, frag sie in Marburg, hör doch einfach mal hin und du wirst Geschichten hören von Alltagsdiskriminierung, von nicht bedient werden, von der Polizei angehalten werden, von Dove-Fragen kriegen, von Anfassen der Haare, weil die so schön sind. Es ist viel häufiger als man denkt. Und um dahin zu kommen, dass wir alle frei und gleich sind, müssen wir jetzt über die Unterschiede reden, müssen wir Diskriminierung brandmarken, müssen über unsere Sprache und auch die Verteilung von Macht und von Stellen und von Posten nachdenken. Ansonsten sind wir blind für den Rassismus, der da ist. Und ich finde es ja immer spannend, wenn man in den Debatten hier jetzt ist, zu sagen, okay, ich krieg für ein bisschen Abstand und überleg mal, wie ist das, woanders. Und ich habe ja der ersten Folge ein bisschen erzählt, dass ich große Kontakte nach Sudafrika hab, seit 20 Jahren da bin. Und da ist mir das, glaube ich, noch mal sehr, sehr deutlich geworden. Ja, wo ich da vor 20 Jahren, gerade nach der Appartei, Ende der Appartei, da war, ich kam da sozusagen als weißer Mann. Und alle haben mich sozusagen sehr erabbietig, das war mich total unangenehm. Ja, also meine schwarzen Geschwister, ja, wir waren dann der Gemeinde oder irgendwo anders und das war, ich habe richtig gemerkt, wir sind nicht gleich. Und mir war das unangenehm, ich wollte das nicht, und hab das angesprochen, aber das hat nicht gut funktioniert. 20 Jahre später ist es umgekehrt, ich komme hin und bin ein weißer Mann und ich spüre, ich bin hier nicht willkommen. Und ich glaube, dass das wichtig und spannend ist, nämlich wir reden ja immer von Biografie, von Weltanschau, von Kultur, wie wichtig das ist. Und es gibt so eine Art Klima natürlich auch, eine Klima der Wertschätzung, das gesehen werden und natürlich auch ein Klima der Abgrenzung und der Ausgrenzung. Und ich glaube, man muss das vielleicht auch mal selbst erlebt haben, in so einem Klima zu sein, wenn ich ständig das Gefühl habe, irgendwas stimmt mir nicht. Und ich weiß vielleicht am Anfang noch gar nicht, was ist es denn? Ist es meine Hautfarbe, ist das, was ich denke, das, was ich sage, ist es meine Sprache, was ist es denn, wo ist es mein ganzes sein? Und ich glaube, dass das natürlich in Südafrika jetzt in 20 Jahren ein riesiger Wechsel da ist, ist ja auch klar nach vielen Jahrzehnten apartheid, wo die farbige und die schwarze Bevölkerung unterdrückt wurde. Ja, gibt es jetzt hier, das nennt sich dann "Africanisation", hier würde man sagen, "Cancelculture", es geht darum, jetzt wieder dem Land diese Identität zu geben, die es mal vorher hatte. Ja, da ist Südafrika noch ein bisschen kompliziert wegen Colonialisierung und so weiter, aber dieses afrikanische Erbe sozusagen jetzt wieder hochzuholen. Das heißt, man beginnt natürlich, die Straßen nahmen zu ändern, die Plätze zu ändern, man beginnt zu ändern, wie sind die Schulen benannt? Und ganz ehrlich, das kann man ja auch nachvollziehen, ja, wenn da der Platz oder die Straße, in der ich wohne, benannt ist, nach irgendwelchen Leuten, die dafür gesorgt haben, dass meine Familie vertrieben wurde, dass wir alles verloren haben, was wir hatten, dass Leute vielleicht sogar auch getötet und verschleppt wurden. Und ich sehe immer das, da kann man ja auch verstehen. Und wenn wir jetzt wieder ein bisschen nachdenken, ne, okay, es hatten wir ja in Deutschland auch. Ja, wir hatten mal in Marburg eine Adolf Hitlerschule, nicht sehr lange und wurde dann auch geändert, als der Krieg zu Ende war. Die heißt jetzt wunderschönen Martin Lutherschule. Also, natürlich, ja, niemand würde sagen, ja, die lassen wir so, ja, also das ist ja völlig absurd. Und ich glaube, wir müssen tatsächlich anfangen, die Story zu verstehen. Also das, was wir für einen gesagt haben, bei "Enty Ride". At Vontes zurück zu den Quellen, wir müssen die ganzen Akte durchgehen, um ein Gesamtverständnis zu haben und ich glaube, wir müssen uns die Mühe machen, auch bei diesen Geschichten und wir müssen zuhören. Wir müssen lernen tatsächlich zuzuhören, wie Leute diese Geschichte lesen, verstehen, spüren. Und das braucht Zeit, das braucht Geduld, das braucht auch vielleicht ein bisschen Demut und nicht gleich dieses, ja, aber ich komm zu kurz, ja, und die wollen mir was wegnehmen, sondern tatsächlich mal Fuß vom Gas und zu sagen, okay, ich hör da mal zu. Und ich glaube, dass das jetzt und jetzt komme ich noch mal zurück, genau das ist, was Gemeinde ausmacht. Gemeinde ist für mich der Platz, wo man sich zuhört. Gemeinde ist für mich der Platz, wo wir uns wahrnehmen, wo wir nicht gleich nach äußeren, merkmalen Urteilen, verurteilen, ausgrenzen, sondern wo wir sagen, hey, egal, wer du bist, egal, wo du herkommst. Spielt überhaupt gar keine Rolle, weil dieser Platz ist der Experimentierung Gottes auf Erden. Und hier wirst du erst mal gesehen und ernst genommen, und hier hast du Zeit deine Geschichte zu erzählen. Und hier sind Leute, die nehmen das ernst und die Hörn de zu und die wollen lernen. Und vielleicht sollten wir manchmal weniger Predigen und mehr zuhören. Vielleicht ist das der erste Schritt hier, um überhaupt für Ethik ein Feld zu bereiten unseren Gemeinden. Und das ist, glaube ich, das, weshalb ich glaube, dass diese Identitätspolitik, ja, die Verkunft, jetzt immer mehr zu so einem Schimpfwort, ja, und das finde ich extrem artisch. Weil natürlich gibt es auch Ausuferungen und gibt es eine extreme, ja, wo ich auch sagen würde, oh mein goodness, ja. Aber das, was, was grundsätzlich das Anliegen ist, würde ich sagen, da sind wir wieder bei Paul. Genau, würde ich auch sagen, also insofern würde ich sagen, dieses gegenwärtige Bashing von Identitätspolitik, weil da ist auch noch nicht alles was standen wollen. Ich würde aber tatsächlich auch sagen, es gibt Recht, Selbstgerechtigkeit im Arm des Gute. Also der Titel von Sarah Wagen-Mechsbuch, die selbstgerechten, da würde ich mal aus Sicht christlicher Sündenlehre sagen, du kannst beste Absichten haben und Ziele und sie durch Lieblosigkeit und Selbstgerechtigkeit versauen. Und ich würde schon dann auch aus Bibelsagen, wir haben aus Bibelscher Sicht, wir haben nicht zu viel Identitätspolitik, im Grunde haben wir noch nicht genug. Denn wenn wir das ernst nehmen, jetzt kompliziert ist, der Begriff aus dieser Debatte ist Intersektionalität, Gerechtigkeit heißt immer wahrzunehmen, es gibt mehrere Dimensionen von Menschsein. Es gibt Mann, Frau, es gibt religiöse Unterschiede. Es gibt Unterschiede der Herkunft, soziale und du musst sie alle sehen. Und es gibt Menschen, die kriegen leichtfertig den Vorwurf, rassistisch zu sein, nicht woke, nicht aufgeklärt. Man über sieht, dass sie nicht die Bildungsvoraussetzungen haben, so woke zu werden, wie du ab dem siebten Semester vielleicht bis oder dich ab dem dritten Fühls oder so. Also das mal wahrzunehmen, auch das Bildungsgefälle und die Aroganz mit der die gebildeten Bissweilen, allen, die noch nicht so Bescheid wissen, wie man richtig sagt, dass beibringen wollen. Da ist was wirklich üblich dran. Was ich in der biblischen Geschichte insgesamt zu faszinieren finde, wir haben in der Biblia zwei Bewegungen, wir haben zum einen die Bewegung zu sagen, alle Menschen sind gleich. Alle Unterschiede werden diviliert, alle sind in Christus 1, alle sind Mensch in Gottes Ebenbild, also man könnte sagen, ganz starke Gleichheitsbetonung und nicht so die Sonderidentität. Aber was macht die Thora? Sie ist immer wieder parteisch für die Fremden, für die Armen, für die Witfen, für die Weisen, also besondere Gruppen der marginalisierten Werner vorgehoben. Jesus macht es auch. Dann geht es um Samarita und dann geht es um Zölner und dann geht es auch um Römer und all diese Dinge und das Beides zusammenzukriegen. Das ist, glaube ich, der Punkt. Wenn es um Gleichheit geht, muss man manchmal von allen Unterschieden abszenen und manchmal muss man die Unterschiede ausdrücklich ansprechen und bewusst machen, damit man irgendwann von ihnen abszenen kann. Und das ist die ganze Kunstfindung in diesen identitätspolitischen Debatten und dazu sehen, es ist nie eine Perspektive, wir brauchen mehrere Perspektiven, das wäre in beide Richtungen hilfreich und da ist die Bibel ein sehr, sehr inspirierendes Buch für. Absolut. Und letztes Wort, wir müssen auch selbst kritisch sein. Also ich glaube, dass gerade wir Christinnen und Christen auch manchmal dazu neigen, selbstgerecht und lieblos zu werden, auch wenn wir die Bibel auslegen. Und auch zu sagen, ja, hier prädige ich mir selbst. Das gilt für uns, das gilt für diesen Podcast, das gilt für das, was wir machen, das wir nicht verlauter, wir wollen das Gute, wir sind die Guten und wir bringen das Gute ins Land. Also dieser Dreitschritt, der geht bei mir so schnell und das und hier zu sagen, nee, es gilt auch selbstkritisch zu sein. Und es gilt immer wieder, wir brauchen das, dass wir diese Gesprächsräume haben, dass wir miteinander uns unsere blinden Fläcke kritisieren und wie gehen wir damit um? Ich glaube, dass auch durch die Bibel viel Unall geschehen ist. Ja, also das ist ja gerade, wenn ich auf meine Geschwister in Südafrika nochmals zu sprechen kommen, die apartheit wurde aus der Bibel heraus, von der Kirche unterstützt, gegründet und konnt sich deshalb auch so lang halten. Also da, das ist nur ein Bibelfährstetier, nur zu sagen, wir sind die Guten, das reicht dann tatsächlich nicht aus, sondern es muss immer wieder reflektiert werden, es muss immer wieder kritisch auch diskutiert werden und genau das wollen wir, ja, damit wir zu einer Meinung kommt, die am Ende nicht nur Bibelisch ist, sondern auch Gott ehrt und Menschen freisetzt und Menschen tatsächlich empauert, damit sie diese eben Bilder Gottes sein können. Wie sie beziehungen leben können, wie sie geschaffen wurden von Gott. Ja, das war ein gute Schlusswort und damit würde sagen, nächste Woche, über nächste Woche, hören wir uns wieder an einem konkreten Beispiel, einfach mal durchgespielt, zwei Folgen über die Bibel. Wie kann man die Bibel anwenden, ethische Orientierung finden in neuen Fragen, in neuen Fragen, Herausforderungen oder auch mal andere Antworten, als man sie bisher hatte, wir hören uns in vierzehn Tage. Alles klar, ich freue mich, tschüss!

Podcast Summary

Key Points:

  1. Der Podcast "Karte und Gebiet" stellt seine fünfte Folge vor und reflektiert über positive Hörerrückmeldungen.
  2. Es wird betont, dass Ethik eine Reflexion über Moral ist und nicht mit schneller Bewertung gleichzusetzen ist.
  3. Die zentrale Rolle der Bibel als "Landkarte" wird hervorgehoben, die durch ihre geschichtliche Entwicklung relevant bleibt.
  4. Die Folge widmet sich dem Theologen N.T. Wright (auch Tom Wright), seiner Biografie, seinem Werk und seiner theologischen Bedeutung.
  5. Wrights "New Perspective on Paul" und seine Position zwischen evangelikalen und liberalen Traditionen werden als herausfordernd und bereichernd diskutiert.

Summary:

In der fünften Folge des Ethik-Podcasts "Karte und Gebiet" reflektieren die Moderatoren zunächst über positive Hörerresonanzen und das Ziel des Formats, für Ethik zu begeistern und zum eigenen Denken anzuregen. Dabei wird der Unterschied zwischen Moral (schnelle Bewertung) und Ethik (reflektierende Betrachtung der Moral) betont. Die Bibel wird als dynamische "Landkarte" vorgestellt, deren geschichtlicher Charakter sie für aktuelle Fragen relevant macht.

T. Wright. Seine Biografie, seine Brückenfunktion zwischen akademischer Theologie und populärwissenschaftlichem Schreiben sowie seine charakterliche Authentizität werden gewürdigt.

Besonders diskutiert wird seine "New Perspective on Paul", die die reformatorische Paulus-Auslegung kritisch hinterfragt und Paulus stärker aus dem zeitgenössischen Judentum heraus versteht. Wright wird als eine integrative Figur beschrieben, die sich nicht einfach in die Kategorien evangelikal oder liberal einordnen lässt und damit zum eigenen Urteilen anregt – was gut zum ethischen Ansatz des Podcasts passt.

FAQs

Ethik ist die Reflexion auf Moral, während Moral selbst eindeutige Bewertungen und Verurteilungen beinhaltet. Ethik zielt darauf ab, Emotionen zu beruhigen und durchdachte Unterscheidungen zu ermöglichen.

N.T. Wright ist ein anglikanischer Theologe, Bischof und Autor, der für seine Werke zum Judentum des ersten Jahrhunderts und zur 'New Perspective on Paul' bekannt ist. Er verbindet akademische Tiefe mit zugänglichen populärwissenschaftlichen Büchern.

Die 'New Perspective on Paul' ist ein theologischer Ansatz, der Paulus aus dem Kontext des zeitgenössischen Judentums versteht und kritisiert die reformatorische Auslegung als zu individualistisch und auf Erlösung fokussiert. Sie betont stattdessen die gesellschaftlichen und geschichtlichen Aspekte.

Die Bibel dient als 'Landkarte', die historische Entwicklungen und Geschichten enthält, die helfen, ethische Fragen zu reflektieren. Sie ist in sich geschichtlich und dynamisch, was sie für die Anwendung auf heutige Themen relevant macht.

Hörer können Fragen, Anmerkungen oder Themenvorschläge über die Website www.karte-und-gebiet.de einreichen. Diese werden möglicherweise in zukünftigen Folgen aufgegriffen.

Der Podcast möchte für Ethik begeistern und dazu anregen, verschiedene Positionen zu reflektieren, Hintergründe zu recherchieren und zu einer eigenen ethischen Haltung zu gelangen. Es geht um selbstständiges Denken statt schnelle Bewertungen.

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