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Episode 2: No Story is Too Far Gone

36m 25s

Episode 2: No Story is Too Far Gone

Die Podcast-Folge beleuchtet die systematische Verfolgung homosexueller Menschen während der NS-Zeit, ein oft übersehenes Kapitel nationalsozialistischer Verbrechen. Bereits vor 1933 gab es in Deutschland eine lebendige Schwulenszene, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zerschlagen wurde. Lokale, Zeitschriften und das Institut für Sexualwissenschaft wurden geschlossen oder zerstört. Der 1871 eingeführte Paragraf 175 wurde 1935 drastisch verschärft, sodass ein breites Spektrum männlicher Homosexualität strafbar wurde. Heinrich Himmler richtete 1936 eine Reichszentrale zur Bekämpfung von Homosexualität ein, die mit Razzien, Denunziationen und Folter vorging. Schätzungsweise 5.000 bis 15.000 Männer wurden wegen Homosexualität in Konzentrationslager deportiert, wo sie den Rosa Winkel trugen und besonders schwer misshandelt wurden – viele starben an Hunger, Krankheit oder Gewalt. Die Folge schildert exemplarisch das Schicksal von Karl Gorath, der bereits 1934 verurteilt wurde, später im KZ Neuengamme und Auschwitz überlebte, aber auch nach 1945 erneut nach Paragraf 175 verurteilt wurde und nie eine angemessene Entschädigung erhielt. Abschließend wird die Aktion 14F13 erwähnt, bei der arbeitsunfähige oder unerwünschte Häftlinge, darunter Homosexuelle, systematisch ermordet wurden.

Transcription

4032 Words, 29309 Characters

German
Stalingrad und der Nationalsozialismus. Ein Podcast von Christoph Fromm moderiert von Alina Smith. Jeden Freitag eine neue Folge zur historisch politischen Themen und um die Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg. Thema der heutigen Folge. Verfolgung homosexueller Menschen in der NS-Zeit. Wenn über die Verbrechen des Nationalsozialismus gesprochen wird, denken viele Menschen zuerst an die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch homosexuelle Menschen, lasbische Frauen und andere sexuelle Minderheiten, entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Besonders homosexuelle Männer gerieten durch den verschärften Paragrafen 175 ins Visier des NS-Startes. Tausende wurden verhaftet, verurteilt, in Gefängnisse und Konzentrationslager gebracht und dort misshandelt oder getötet. Dabei blieb die Verfolgung nicht auf Gesetze und Polizei beschränkt. Sie reichte tief in das Privatleben der Menschen hinein, nachbauen den unzierten Nachbauen, Freundschaften zerbrochen aus Angst und schon der Verdacht konnte ausreichen, um die eigene Existenz zu verlieren. Wer von den Nationalsozialisten als abweichend, asozial oder Gemeinschaftsfremd eingestuft wurde, lebte in ständiger Gefahr. 1. schwule Gemeinschaften entwickelten sich in Deutschland, Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts. Vor allem in den Großstädten gab es eine lebendige Schwulenz Szene, obwohl sexuelle Beziehungen zwischen Männern durch Paragrafen 175 unter Strafe standen. Paragrafen 175 wurde 1871 in Folge der Vereinigung des Deutschen Reichs und der Kultifizierung des Deutschen Strafgesetzbuchs erlassen. Die politischen und sozialen Bedingungen im Deutschland des 19. Jahrhunderts ließen es zu, dass sich die Menschen öffentlich für die Entkriminalisierung sexueller Beziehungen zwischen Männern und die Abschaffung von Paragrafen 175 aussprachen. Einzelne Personen, traten Gruppen bei, um politisch aktiv zu werden. Netzwerke wurden gebildet und Gemeinschaften geschlossen, um unter gleichgesinten zu sein. Der offene Umgang der Weimarer Republik mit Sexualität, wozu die Sichtbarkeit der Schwulenz Szene gehörte, missviel den Nationalsozialisten. Auch vordermachtübername verurteilten Adolf Hitler und viele seiner Anhänger, die Weimarer Kultur als Decadent und entartet. In Parlamentsdeparten sprachen sich die Nationalsozialisten dafür aus, um sexuelle Beziehungen strenger zu bestrafen, als bis dahin im Gesetz vorgesehen war. Sexualbeziehungen zwischen Männern wurden von ihnen als schändliche Lasterhaftigkeit dargestellt, die das deutsche Volk moralisch verdärben und schwächen würde. Hinter dieser Haltung stand die Nationalsozialistische Ideologie vom sogenannten "Gesunden Volkskörper". Männer sollten nach Vorstellungen des Regimes stark, kämpferisch und discipliniert sein, als Soldatendienen und Kinderzeugen. Frauen wurde vor allem die Rolle als Mutter und Kibererin zugeschrieben. Alles, was nicht in dieses starre Bildpaste, galt als Bedrohung für die sogenannte Volksgemeinschaft. Homosexuelle Männer wurden deshalb als unmännlich, verweichlicht und unbrauchbar verstaat und kriegt, die famiert. Allerdings gab es unter den Nationalsozialisten auch Männer, die sich offenkundig als homosexuelle identifizierten. Einer der bekanntesten von ihnen war der Führer der Sturmabteilung SA, einer gewaltbereiten radikalen paramilitärischen Kampforganisation, Ernst Röwen. Für Röwen, der sich selbst als gleichgeschlechtlich beschrieb, stand seine Sexualität nicht in Konflikt mit der NS-Ithologie. 1931 führte seine Homosexualität seinem öffentlichen Skandal, bei welchem eine linksorientierte Zeitung in als Schwulautete, woraufhin die SPD seine Sexualität im Rahmen ihrer Wahlpropaganda verwendete. Trotz alle Dem wurde Röwen von Hitler verteidigt. Er blieb Leiter der SA bis Hitler in 1934 schließlich am Morgen ließ, weil er sich für die Währmacht und gegen die SA als zukünftige militärische Hauptorganisation entschlossen hatte, also nicht wegen der Homosexualität. Und man muss auch dazu sagen, Röwen war einer der wenigen Dutzfreunde von Hitler, also die kannten sich schon sehr lang, haben vieles gemeinsam ins Werk gesetzt, und Hitler hat sich dabei nie unter Homosexualität von Röwen gestört. Für Röwen stand seine Sexualität nicht in Konflikt, wie gesagt, mit der NS-Ithologie und auch seine Rolle als Führer der SA hat dadurch nicht beeinträchtigt. Röwen war der Auffassung, dass es bei der Legalisierung sexueller Beziehungen zwischen Männern nicht um das Fördern liberaler demokratischer Rechte oder von Toleranz ginge. Für ihn ging es um den Umsturz überholter Moralvorstellungen. Röwen schrieb, dass die Pruderie einiger seiner Partei Kollegen im nicht revolutionär erscheine. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 33 fingen die ersten Maßnahmen an, um gegen die offene schwule Kultur vorzugehen, die sich während der Weimarer Republik entwickelt hatte. Zahlreiche Bar- und Netzwerke wurden aufgelöst und geschlossen. Darunter auch das Eldorado, das zu einem legendären Symbol der Berliner Schwulenz-Szenen geworden war. Schwule, Lesben und Trans-Menschen tansten hier Seite an Seite mit Marlene Dietrich und Charlie Chaplin. Es gab zwar weiterhin geheime Treffpunkte für quiere Menschen, aber durch die verstärkte polizeiliche Überwachung wurde es deutlich schwerer, Kontakt mit gleichgesinnten aufzunehmen. Eine weitere frühe Maßnahme des NS-Reschims waren das Verbot, schwuler Zeitungen und Zeitschriften sowie die Schließung von Verlagen. Zeitungen gehörten zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln innerhalb der Schwulen Gemeinschaften in Deutschland. Im Mai 33 verwüsterten die Nationalsozialisten, das Institut für Sexualwissenschaft von Marknuss hier schfällt. Später erzwangen sie die Schließung. Nationalsozialisten haben viele Werke prominenter jüdischer intellektueller, pacifisten und linksorientierter Schriftsteller zerstört. Die Zerstörung des Instituts zeigt, dass sie die reformistische Sexualpolitik, die das Institut förderte, nicht tolerierten. Ende 1933 und Anfang 34 wurden neue Gesetze und Polizeimethoden eingeführt. Diese ermöglichen es den Nationalsozialisten, eine begrenzte Zahl von Homosexuellen ohne richterlichen Beschluss festzunehmen und zu inhaftieren. Im Herbst 1934, wie es die Berliner Gestapo die lokalen Polizeibehörden an, ihr eine Liste, der Alamänner zu kommen zu lassen, die unter Verdacht standen, in gleichgeschlechtliche Handlungen verwirklich zu sein. Die Polizei führte solche Listen schon seit vielen Jahren in einigen Teilen Deutschlands. Die Kampagne gegen Homosexuelle Männer wurde in den Jahr 1934 bis 1936 radikaler. Sie wurden systematisch unterdrückt. 3 Ereignisse präkten diese Zeit spannen besonders. Die Ermordung von Ernst Röhm und anderer S.A. Führer im Juni und Juli 1934 war das erste Ereignis. Die Anschläge beeinflussen die NS-Propaganda und die Sprache, die im Zusammenhang mit Homosexualität benutzt wurde. Röhm und die anderen S.A. Führer waren auf Befehl-Hitlers im Rahmen eines Machtkampfs auf höchster Ebene ermordet worden. Die Ermordung wurde mit Röhms Homosexualität gerechtfertigt, wodurch sich die Propaganda die Vorurteile vieler Deutsche gegenüber Homosexualität zu nutzen machen konnte. Das zweite Ereignis war die Erneuerung von Paracraf 175 des Deutschen Strafgesetzbuches im Juni 1935. Durch welche sexuelle Beziehungen zwischen Männern zu strafbaren Handlungen wurden. Von nun an konnte und wurde ein breites Spektrum in Tima und sexueller Verhaltensweisen strafrechtlich verfolgt und geahndet. Zusätzlich sah die NS-Version des Paracrafen einen zehnjährigen Suchtausaufenthalt für nicht einvernehmliche Handlungen und Übergriffe zwischen Männern vor. Die Einrichtung der Reiszentrale zur Bekämpfung von Homosexualität und Abtreibung durch Reisführer SS und Chef der Polizei Heinrich Himmler im Jahr 1936 war das dritte Ereignis. In der Zentrale arbeitete die Kriminalpolizei eng mit der Gestapo zusammen. Himmler sah sowohl in der Homosexualität als auch in der Abtreibung eine Betroung für die deutsche Geburtennrate und somend für das Schicksal des Deutschen Volkes. Um die Deutsche Volksgemeinschaft zu schützt, und ihr Überleben zu sichern, sah er es, als Notwendigkeit, Schule Männer zu verfolgen. Sie galken als Straftäter und Staatsfeinde. Himmlag gab Anweisungen an die Kriepo und Gestapo radikal gegen Homosexualität vorzugehen. Mit Ratzieren, Denunzierung, brutalen Verhörmethoden und Folter wurden mutmaßlich Schule Männer auswendig gemacht und verhaftet. Kriepo und Gestapo nutzten gezielt Hinweise aus der Bevölkerung, um Informationen über das Entteamleben von Männern zu erhalten und möglicher Verstöße gegen Parakraf 175 aufzudecken. Jeder Nachbar, Bekannte, Arbeitskollege, Freund oder sogar Familienangehörige konnte für dächtige Beobachtungen melden. Die Sprache vieler denunzianten zeigt deutlich, dass sie die Hummofobehaltung des NS-Regimes oft halten oder unterstützten. Sie sprachen von Weibischem, Unmenlichen oder Perversen verhalten. Im Gegensatz zu Ratzieren waren denunziationen ein besonders wöchsames Mittel der Unterdrückung, da sie direkt aus dem sozialen Umfeld der betroffenen Kamen. Aufgrund solcher Anzeigen wurden vermutlich mehrere 10.000 Männer verhaftet und verurteilt. Männer, die Entfolge einer Ratzier oder denunziationen festgenommen worden waren, wurden anschließend von Gestapo und Kripo verhört. Diese Verhöhre waren häufig von psychischer Gewalt, Einschüchterung und körperlicher Misshandlung geprägt. Ziel war es meist, um fassende Geständnisse zu erzwingen. Unter dem Druck brutaler Methoden wurden viele verhaftete Gezwungen, die Namen von Sexualpartnern oder Bekannten preist zu geben. Dadurch konnte die Polizei weitere Personen identifizieren, festnehmen und verhören. Auf diese Weise wurden ganze Netzwerke, schwuler Männer aufgedeckt. Nicht alle Männer, die nach Paracraf 175 verhaftet wurden, erwartete das gleiche Schicksal. In vielen Fällen kam es zunächst zu einem Gerichtsverfahren. Das Gericht sprach die angeklaugten entweder frei oder verurteilt er, sie zu einer festen Gefängnisstrafe. Die Verurteilungsquote lag bei ungefähr 50 Prozent. Nach Verbüßung der Haft kam viele wieder frei. In anderen Fällen wurden Betroffene jedoch direkt von Kripo oder Gestapo als sogenannte Homosexuelle in ein Konzentrationslager eingewiesen. Meist klagen dann frühere Verurteilungen oder andere aus Sicht des Regimes erschweren der Umstände vor. Insgesamt wurden schätzungsweise zwischen 5.000 und 15.000 Männer wegen des Vorwurfs der Homosexualität in Konzentrationslager gebracht. Dort mussten sie meist den Rosa Winkel auf ihrer Kleidung tragen. Dieses Zeichen stempelte sie innerhalb des Lagersystems als Homosexuelle ab. Nicht jeder dieser Männer war tatsächlich schwul, doch alle wurden auf diese Weise eingeordnet und behandelt. Zahlreiche Berichte von Überlebenden zeigen, das Heftlinger mit dem Rosa Winkel, zu den am schwersten misshandelten Gefangenen gehörten. Innen wurden besonders harte, kräfte Zehrende und demütigende Arbeiten zugeteilt. Sie waren körperlicher Gewalt durch Wachpersonal ausgesetzt und wurden auch von anderen Heftlingen missbraucht, geschlagen oder öffentlich erniedrikt. Im Konzentrationslager Buchenwald mussten einige von ihnen Menschen unwürdige medizinische Experimente über sich ergehen lassen. Ab November 1942 war es, KZ-Kommondanten offiziell erlaubt, Zwangskastrationen an Rosa Winkel Heftlingen durchführen zu lassen. Innerhalb der Lager waren Männer mit dem Rosa Winkel meist isoliert. Viele Heftlinge hielten Abstand, aus Angst selbst Nachteile zu erleiden. Dabei waren gegenseitige Hilfe und Kontakte oft entscheidend, um im Lager zu überleben. Wer keine Unterstützung bekam, hatte deutlich schlechte Chancen. Zwar konnten Deutschsprache Geheftlinge manchmal eher in Arbeitsbereiche wie Verwaltung oder Lagerdienste gelangen. Doch insgesamt blieb ihre Lage besonders hart. Wie viele dieser Männer in den Lager entstauben, lasst sich heute nicht genau sagen. Homosexuelle Männer wurden im Unterschied zu anderen Opfergruppen in der Regel nicht gezielt zur sofortigen Vernichtung in Gaskommond deportiert. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass sie weniger litten. Viele starben an Hunger, Krankheiten, Erschöpfung oder Misshandlungen. Sie gehörten oft zu den Schwächsten im Lager und hatten nur Gebringe überlebenschancen. Ein betrückendes Bild liefern selbst die Erinnerungen des Auschwitzkomondanten Rudolf Hörs. Er beschrieb Homosexuelle Heftlinge als Menschen, die von allen verachtet und getreten worden sollen. Er erwähnte auch zwei Gefangenen, die gemeinsam so die Zitbeginn, weil sie keinen Ausweg mehr sauen. Viele der wegen Homosexualität verfolgten Männer, überlebten die Lagerhaft nicht. Ein besonders eintrückliches Beispiel für die Verfolgung Homosexuelle Männer in den S-Zeit ist das Leben von Karl Gourad. Er war kein politischer Aktivist oder Widerstandskämpfer, sondern ein Mann, der Versuchte, seine Gefühle zu leben. Gerade deshalb zeigt seine Geschichte, wie brutal der Staat selbst in das Privatleben von Menschen einkriff. Karl Gourad wurde 1912 in Bad Zwischen aangeboren, zog später nach Bremerhafen und macht eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Bereits 1934 wurde er im Alter von 22 Jahren, erstmals nach Paragraf 175 verurteilt. Die Anzeige stammte von einem Schulleiter und bezog sich auf eine mehrere Jahre zurückliegende Beziehung zwischen zwei jungen Männern. Damit Gourad früher als Vorbestraft. Die Verschaffung des Gesetzes im Jahr 1935 traf Karl Gourad direkt. Da er weiterhin heimlich Kontakte zur anderen Männern hatte, wurde er erneut angezeigt. 1939 und 1940 folgten weitere Verurteilungen. Die zu einer Gesamtzuchtausstrafe von drei Jahren führten. Obwohl aus einer Strafe fast vollständig verbüßt hatte, kam man nicht frei. Im November 1942 orteten die Behörden sog. polizeiliche Vorbeugungsaft an. Als angeblicher, gefährlicher Wiederholungstäter, wurde er im Januar 1943 in das Konzentrationslager neuen Gammet deportiert. Dort musste er erstmals den Rosa-Winkeltragen. Später berichte Gourad, das im zwei Dinge zunächst beim Überleben halfen. Durch seine Ausbildung als Krankenpfleger wurde er der Krankenstation zugetahlt und musste nicht zu den schwersten Arbeits einsetzen. Außerdem gelang es ihm mit Hilfe anderer Heftlinge, den Rosa-Winkel gegen einen roten Winkel auszutauschen. Der politische Gefangene kennt zeichnete. Das war im Lageralltag ein entscheidender Vorteil, der Heftlinge mit dem Rosa-Winkel in der Chirarchie meist ganz unten standen. Doch auch in neuen Gammet geredet Gourad erneut den Gefahr. Gemeinsam mit anderen Heftlingen versuchte er russischen Kriegsgefangenen heimlich Lebensmittel zuzustecken, da diese systematisch ausgehungert wurden. Als das entdeckt wurde folgte die Strafe. Im Juni 1943 wurde Gourad nach Auschwitz deportiert. Auch dort arbeitet er wieder im Krankenrevier und überlebte nur knapp. Während seiner Zeit in Auschwitz lernte er zwei junge polnische Heftlinge kennen. Tadeus und Zibin Jef. Später sagte er, dass er beide geliebt habe und alles versucht habe, um sie zu schützen. Irgendwann wurden sie getrennt und Gourad wusste nie, was aus ihnen geworden war. Diese Frage beschäftigte ihn bis an sein Lebensende. Kurz vor der Befreiung von Auschwitz wurde Karl Gourad auf einen Evakuierungstransportricht um Westen geschickt. Diesen überlebte er nur knapp. Doch selbst nach dem Ende des Nationalsozialismus, was seine Verfolgung nicht vorbei. Bereits 1946 wurde Karl Gourad erneut nach Paragraf 175 angeklagt und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Besonders erschütternd war, dass der selbe Richter auf der Bank saß, der ihn schon in deinen S-Zeit verurteilt hatte. Dieser begrüßte ihn mit den Worten. Sie sind ja schon wieder hier. Ein Antrag, seine Kratzetthaft auf die neue Strafe anzurechnen, wurde abgelehnt. Auch in den folgenden Jahrzehnten er lebte Gourad weiter in Ausgrenzung. Er bekam lange Zeit keine Arbeit, seine Rentenansprüche wurden gekürzt und mehrere Anträge auf in Tchädigung für das erlittene Unrecht scheiterten. Noch 1980 Urteilte ein Gericht, er sei kein Verfolgter gewesen, sondern wegen Sittlichkeitste liegten Bestraft forden. Erst spät erhielt Karl Gourad etwas Unterstützung. 1989 reist er im Alter von 77 Jahren mit einer offenen Schwulengruppe aus Norddeutschland nach Auschwitz. Dort wollte er von allem herausfinden, was aus Tadeus und Zibin jef geworden war. Im Archiv wurde mitgeteilt beide seien gestorben. Tief erschüttert, bracher die Reise ab. Erst viele Jahre nach seinem Tod stellte sich heraus, dass diese Information falsch war. Im Jahr 2020 fanden historiker heraus, dass beide Männer überlebt hatten. Einer von ihnen, Zibin jef, arbeitet in 1989 sogar als Zeitzäuge und Führer in der Gedenkstätte Auschwitz, also genau zu der Zeit, als Karl-Gorat dort nach ihm suchte. Karl-Gorat stoppt 2003 alter von 90 Jahren. Seine Lebensgeschichte zeigt nicht nur die Verfolgung homosexuelle Männer im Nationalsozialismus, sondern auch wie dieses Unrecht in Deutschland noch lange nach 1945 fortgesetzt wurde. Interessant ist, dass dann bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Deutschen her Homosexualität, wenn sie entdeckt wurde, sehr unterschiedlich geahndet wurde. Es konnte sehr hart bestraft werden. Bis hin zum KZ oft auch Strafkompagnie. Es wurde teilweise aber auch eher milde Bestraft, weil man vor allem Soldaten, die sich ausgezeichnet hatten und es gab durchaus zahlreiche homosexuelle Soldaten, die sich an der Front durch Tapferkeit auszeichnet. Die wollte man nicht verlieren, die wollte man weiter einsetzen und deswegen gab es also durchaus auch generelle, die das ganze eher liberal gehandhabt haben. Aber vor allem natürlich deswegen, weil man diese Männer dringend an der Front brauchte. Neben der Verfolgung bestimmter Bevölkerungskruppen entwickelte das in S-Reschim auch innerhalb der Konzentrationslager eigene Markprogramme. Eines davon war die sogenannte Aktion 14F13. Hinter dieser bürokratischen Bezeichnung verbarg sich die gezielte Tötung von Heftlingen. Die aus Sicht der Nationalsozialisten nicht mehr Arbeitsfähig oder unerwünscht waren. Im Frühjahr 41 beschlossen die Kanzlei des Führers und die SS-Führung, Arbeitsunfähige Konzentrationslager Heftlinges systematisch ermorden zu lassen. Organisiert wurde diese Aktion zunächst von Viktor Brak, der bereits eine zentrale Rolle, bei den sogenannten T-4-Morden gespielt hatte. Dabei waren zu vorschern Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordet worden. Ab August 41 ging die Verantwortung für die Aktion 14F13 an das SS Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt über. Die Opfer dieser Mordaktion war nicht nur krank oder geschwächte Gefangene. Auch jüdische Heftlinge, politische Gegner sowie Menschen, die als Assozial eingestuft wurden, gerieden ins Visier. Damit wurde deutlich, dass es nicht allein um Arbeitsfähigkeit ging, sondern auch um ideologische Aussonderungen. Wer dem Reschim als Unerwünschte galt, konnte jederzeit Opfer dieser Maßnahme werden. Die Auswahl der Betroffenen erfolgte durch sogenannte Ärzte-Kommissionen. Diese entschieden oft nach Aktenlage oder nach kurzen Oberflächlichen Begutachtungen über Leben und Tod. Viele Heftlinge wussten nicht, was ihnen bevorstand. Sie wurden unter Vorwänden aus den Lagern abtransportiert und in Tötungsanstalten gebracht, wo sie meist mit Gas ermordert wurden. Wie zynisch und menschenverachten dieses Verfahren war, zeigen erhaltene Priefe des Arztes Friedrich Menikin, der an solchen Selektionen beteiligt war. Wir haben eine Auswahl im Kratzeit-Buchenwald schrieber an seine Frau, dass bei jüdischen Heftlingen nicht einmal eine Untersuchung nötig sei. Es reicht ja aus, die Verhaftungsgründe aus den Akten zu übernehmen. Er beschreibt diese Morde in bürokratischer Sprache wie eine gewöhnliche Verwaltungsarbeit. Bis zum Frühjahr 1943 wurden die Tötungen stark eingeschränkt. Der Grund dafür war nicht etwa moralischer Widerstand, sondern der steigende Bedarf an Arbeitskräften in der Kriegswirtschaft. Da immer mehr Heftlinge als Zwangsarbeiter gebraucht wurden, stellte man die Ermordung vieler Arbeitsunfähiger vorübergehend zurück. Es gab hier wie oft im 3. Reich zwei unterschiedliche durchaus auch miteinander konkurrierende Haltungen. Das eine war die brutaler Effektivität, dass man halt Arbeitsfähige Menschen so lang wie nötig benutzt und ausgepresst hat und erst dann sie umgebracht wenn sie nichts mehr machen konnten oder eben auch auf der anderen Seite die radikalen Idiologen, die bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Juden, Homosexuelle und so weiter einfach rigoros ausmerzen wollten. Im April 1944 begann dann jedoch eine zweite Phase der Heftlings-Eutanasie. Nun wurden erneut Geschwächte und Krankigefangen er ausgesondert. Besonders betroffen waren Heftlinge aus den Konzentrationslager, Mauthausen und Guchen. Auch sie wurden in Gaskammern ermordet. Die genaue Zahl der Opfer lässt sich heute nicht mehr sicher feststellen. Historiker gehen davon aus, dass allein in der ersten Phase der Aktion 14f13 etwa 15 bis 20.000 Menschen getötet wurden. Die tatsächliche Gesamtzahl durfte noch höher liegen. Einer der Opfer war Mary Pünja über die ihr gleich mehr erfahren werdet. Über manche Opfergruppen des Nationalsozialismus wissen wir bis heute deutlich weniger als über andere. Das betrifft unter anderem bisexuelle, intergeschlechtliche, transgeschlechtliche und lesbische Menschen. Lange Zeit wurde sogar darüber diskutiert, ob lesbische Frauen im Nationalsozialismus überhaupt gezielt verfolgt wurden. Anders als bei Männer gab es für weibliche Homosexualität keinen eigenen Strafrechtsparagrafen wie den § 175. Frauen wurde in vielen Bereichen gar keine eigene Persönlichkeit zugesprochen. Ihre Sexualität schien keine große Rolle zu spielen. Trotzdem bedeutete, dass keineswegs Schutz. Viele Frauen wurden unter anderen Vorwürfen verfolgt, etwa als sogenannte Assoziale. Ein tragisches Beispiel dafür ist die Geschichte von Mary Pünja. Mary Pünja wurde 1905 geboren und stammte aus einer jüdischen Familie in Hamburg-Wanzbeck. Ihre Familie führte ein erfolgreiches Bekleidungsgeschäft. 1929 heiratete sie Fritz Pünja, eine nicht- jüdischen Mann. Die Ehe blieb hinterlos. In den ersten Jahren führte sie äußernlich ein geordnetes Leben, doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich die Situation grundlegend. Wie viele jüdische Familien wurde auch die Familie Pünja schrittweise entrechtet. Das Geschäft wurde bereits 1933 vom Boll Court-Jüdischer Unternehmen getroffen. In den folgenden Jahren kam wirtschaftlicher Druck, öffentliche Hätze und soziale Ausgrenzung hinzu. Die Familie verlore schließlich ihre Existenzgrundlage. Mary lebte später mit ihrer Mutter in einem Haus, dass der Familie längst nicht mehr gehörte. Inzu kamen die ständigen Einschränkungen für jüdische Menschen. Berufsverboten, Kontrolle durch Behörden, Angst vor den Unziationen und nächtliche Ausgangssperren. In dieser betrückenden Situation suchte Mary Pünja offenbar Ablenkung und Freireume. Vermutlich fuhr sie häufiger in die Hamburger Innenstadt und besuchte lokale, in denen sich Frauen trafen. Ob sie selbst lesbisch war oder dort einfach einen geschützteren Raum suchte, lässt sich heute nicht sicher sagen. Eigene Aussagen von ihr dazu existieren nicht. Am 24. Juli 1940 wurde Mary Pünja verhaftet. Zunächst kam sie für mehrere Monate in das Polizeigefängnis Fulsbittel. Im Oktober 1940 wurde sie in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück gebracht. In den Unterlagen wurde als Haftgrund asozial vermerkt. Zusätzlich findet sich der Eintrag lesbisch. Im Lager musste sie den schwarzen Winkel tragen. Dieses Kennzeichen war für Frauen vorgesehen, die vom NS-Start als Gemeinschaftsfremd oder asozial eingestuft wurden. Unter diesem Begriff viel ist. Amut unangepasst es verhalten, Prostitution, Batteln, aber auch Frauen, die nicht in das nationalsozialistische Frauenbild passten. Beziehungen zwischen Frauen galten aus Sicht des Regimes als unerwünscht, weil sie dem Ideal der Gehorsamen Ehefrau und Mutter widersprachen. Ravensbrück war geprägt von Gewalt, Hunger, Zwangsarbeit und ständiger Demütigung. Besonders jüdische Hälftlinge waren häufig noch schlechter gestellt als andere Gefangene. Sie erhielten oft weniger Nahrung, schlechter medizinische Versorgung und mussten unter katastrophalen Bedingungen leben. Welche Arbeiten Mary Pönier genau für Richten musste, ist heute nicht bekannt. Ende 1940 und Frühjahr 1941 wurde sie zeitweise wieder nach Hamburg gebracht und dort erneut verhört. Unter anderem war ein Kriminalkommissariat zuständig, das sogenannte Sexualdelikte bearbeitete. Danach wurde sie nach Hauvensbrück zurückgebracht. Im Jahr 1941 begann die sogenannte Aktion 14 f 13. Dabei wurden Kranker, Geschwächte oder Unerwünschstel Kart-Z-Heftlinge ausgesundert und in Tötungsanstalten ermordet. Einer der beteiligten Ärzte war der SS-Orzt Friedrich Manicke. Er kam Anfang 1942 nach Hauvensbrück und entschied anhand von Akten überleben und tot viel Laufrauen. Auch über Mary Pünja verfasste Manicke einen Meldepogen. Darin bezeichnete er sie unter anderem als Lesbierin. Ob diese Einstufung auf Tatsachen berute, auf den Unziationen oder bloßen Vermutungen, ist bis heute ungeklärt. Sicher ist nur, dass solche Einträge für die betroffenen tödliche Folgen haben konnten. Mary Pünja selbst hatte keine Möglichkeit, sich zu verteidigen. Innerhaltenen Briefen aus dem Lager zeigt sich ihre Lage zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Sie schrieb an ihren Mann und ihre Mutter, dachte an ihr Frühjahres zu Hause zurück und hoffte auf ein Wiedersehen. Gleichzeitig lassen manche Zahlen erkennen, dass sie schlimmes Arnte. Die Priefe unterlagen strenger Zensur. Vieles durfte nicht offen ausgesprochen werden. Im Januar 1942 schrieb sie. Mein Lieber Fritz, hoffentlich hast du und Mutter die Feiertage angenehm erlebt. Ich habe natürlich immer an zu Hause gedacht. Vor zwei Jahren haben wir zuletzt zusammen Silvester gefeiert und waren noch glücklich. Ob es jemals wieder so wird? So eben wurde die Postverthalt und wieder war nichts für mich dabei. Vor einem Monat hatte ich die letzten Priefe von dir und von Mama erhalten. Auch von Mutter höre ich nichts. Deswegen bin ich wieder sehr verzagt. Einige Passagen sind durch Zensur herausgeschnitten. Mit welchen Leuten kommst du zusammen? Hoffentlich bist du auch manchmal gemütlich mit Mutter zusammen. Trotzdem ich nun schon 17 Monate von zu Hause fort bin, denke ich täglich an dich, an Mutter und unser schönes Heim. Hoffentlich sehen wir uns bald dort alle wieder. Aber du schreibst zu selten, so dass ich wieder zweifel habe an allem. Seit du und Mutter herzlich gekrüst, deine Mary. Am 28. Mai 1942 wurde Mary Pönja im Rahmen einer Selektion in die Tötungsanstalt Berndburg gebracht und dort mit Gas ermordet. Offiziell wurde spät er behauptet, sie sei ein Ravensbrück an Herzversagen gestorben. Solche falschen Angaben dienten dazu die Morde zu verschleiern. Mary Pönja wurde 37 Jahre alt. Ihr Fall zeigt, wie viel Schichtek die Verfolgung im Nationalsozialismus war. Mary wurde als Juden diskriminiert, als Frau entrechtet und zusätzlich als asozial stigmatisiert. Dass sie möglicherweise auch wegen einer zugeschriebenen lesbischen Identität ermordet wurde, macht ihre Geschichte besonders bedeutend. Sie steht stellvertretend für viele Menschen, deren Lebenswege bis heute nur Bruchstückhaft rekonstruiert werden können. Erst sehr spät begann einen breitere Anerkennung dieser Opfergruppen. Im Deutschen Bundestag wurden als asozialer für folgte Menschen erst 2020 offiziell als Opfer des Nationalsozialismus anerkommt. Auch in Gedenkstätten wurde länger darüber gestritten, wie an lesbische Frauen erinnert werden soll. Mary Pönja's Geschichte zeigt deshalb nicht nur das Unrecht der NS-Zeit, sondern auch, wie lange es dauerte, bis dieses Leid überhaupt gesehen wurde. Die Verfolgung homosexueller Menschen im Nationalsozialismus zeigt, wie gefährliches wird, wenn ein Staat beginnt zu bestimmen, welche Lebensweisen als normal gelten und welche nicht. Liebe, Identität und persönliche Freiheit wurden criminalisiert. Menschen wurden Gedehmütigt eingesperrt, zur Zwangsarbeit gezwungen und ermordet. Nicht wegen einer Tat, sondern wegen einer sexuellen Orientierung oder weil sie nicht in das Menschenbild des Regimes passten. Besonders erschütternd ist, dass das Leid vieler Betraufner nach 1945 nicht sofort endete. Der Paragraf 175 blieb in Deutschland noch lange bestehen, viele Verurteilte galten weiterhin als Straftäter und erhielten keine Anerkennung als Opfer. Erst Jahrzehnte später begann eine späte Rehabilitierung. Die Geschichten von Karl Gorat, Mary Pönja und vielen anderen machen deutlich, dass hinter historischen Begriffen wie Verfolgung oder Diskriminierung echte Menschen standen. Menschen, denen ihre Würde, ihre Freiheit und oft ihr Leben genommen wurde. Erinnerungen an diese Opfer bedeutete deshalb nicht nur der Rückblick auf die Vergangenheit. Sie ist auch eine Mahnung für die Gegenwart. Wenn Menschen heute wegen ihrer Sexualität, Identität oder Lebensweise ausgegrenzt werden, zeigt die Geschichte, wohin Hass, Gleichgürtigkeit und staatliche Wildkür führen können. Das war voll getrennt 16. Unseres Podcasts, Stalingrad und der Nationalsozialismus.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Homosexuelle Männer wurden im Nationalsozialismus durch den verschärften Paragrafen 175 systematisch verfolgt, verhaftet und in Konzentrationslager deportiert.
  2. Die Verfolgung begann bereits 1933 mit der Schließung von Schwulenlokalen und Verbot von Zeitschriften; 1935 wurde Paragraf 175 drastisch verschärft.
  3. Heinrich Himmler richtete 1936 eine Reichszentrale zur Bekämpfung von Homosexualität ein, die mit Razzien, Denunziationen und brutalen Verhören vorging.
  4. Im KZ mussten betroffene Männer den Rosa Winkel tragen und gehörten zu den am schwersten misshandelten Häftlingen; viele starben an Hunger, Krankheit oder Gewalt.
  5. Die Lebensgeschichte von Karl Gorath zeigt, dass die Verfolgung auch nach 1945 fortgesetzt wurde – er wurde erneut nach Paragraf 175 verurteilt und erhielt lange keine Entschädigung.
  6. Die Aktion 14F13 diente der systematischen Tötung von als „arbeitsunfähig“ oder „unerwünscht“ eingestuften KZ-Häftlingen, darunter auch Homosexuelle.

Summary:

Die Podcast-Folge beleuchtet die systematische Verfolgung homosexueller Menschen während der NS-Zeit, ein oft übersehenes Kapitel nationalsozialistischer Verbrechen. Bereits vor 1933 gab es in Deutschland eine lebendige Schwulenszene, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zerschlagen wurde. Lokale, Zeitschriften und das Institut für Sexualwissenschaft wurden geschlossen oder zerstört.

Der 1871 eingeführte Paragraf 175 wurde 1935 drastisch verschärft, sodass ein breites Spektrum männlicher Homosexualität strafbar wurde. Heinrich Himmler richtete 1936 eine Reichszentrale zur Bekämpfung von Homosexualität ein, die mit Razzien, Denunziationen und Folter vorging. 000 Männer wurden wegen Homosexualität in Konzentrationslager deportiert, wo sie den Rosa Winkel trugen und besonders schwer misshandelt wurden – viele starben an Hunger, Krankheit oder Gewalt.

Die Folge schildert exemplarisch das Schicksal von Karl Gorath, der bereits 1934 verurteilt wurde, später im KZ Neuengamme und Auschwitz überlebte, aber auch nach 1945 erneut nach Paragraf 175 verurteilt wurde und nie eine angemessene Entschädigung erhielt. Abschließend wird die Aktion 14F13 erwähnt, bei der arbeitsunfähige oder unerwünschte Häftlinge, darunter Homosexuelle, systematisch ermordet wurden.

FAQs

Homosexuelle Menschen, insbesondere Männer, wurden entrechtet, verfolgt und ermordet. Sie gerieten durch den verschärften Paragrafen 175 ins Visier des NS-Staates.

Paragraf 175 stellte sexuelle Beziehungen zwischen Männern unter Strafe. 1935 wurde er verschärft, sodass ein breites Spektrum homosexueller Handlungen strafbar wurde und bis zu zehn Jahre Zuchthaus drohten.

Ernst Röhm war der homosexuelle Führer der SA und ein enger Vertrauter Hitlers. Seine Homosexualität wurde erst nach seiner Ermordung 1934 propagandistisch genutzt, um die Verfolgung zu rechtfertigen.

Sie mussten den Rosa Winkel tragen und gehörten zu den am schwersten misshandelten Gefangenen. Sie erhielten besonders harte Arbeiten und waren Gewalt durch Wachpersonal und andere Häftlinge ausgesetzt.

Karl Gorath wurde mehrmals nach Paragraf 175 verurteilt, in KZs deportiert und überlebte. Nach 1945 wurde er erneut verurteilt, und seine Entschädigungsanträge scheiterten, was die Kontinuität der Verfolgung zeigt.

Denunziationen aus dem sozialen Umfeld waren ein wirksames Mittel. Nachbarn, Kollegen oder Familienangehörige meldeten verdächtige Beobachtungen, was zu tausenden Verhaftungen und Verurteilungen führte.

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