Ep. 6: Wissenschaftsleugnung: Von der angeblichen Klimalüge bis zur Plandemie
51m 37s
Der Podcast behandelt das Phänomen der Wissenschaftsleugnung, insbesondere im Kontext von Verschwörungstheorien, wie beispielsweise der angebliche Klimawandel- oder Evolution-Verdacht. Dabei wird deutlich, dass Wissenschaftsleugnung keine gesunde kritische Skepsis ist, sondern eine bewusste Abwehr von wissenschaftlich etablierten Erkenntnissen, oft aus politischen oder persönlichen Gründen. Wissenschaftsleugner nutzen Strategien wie die Verwendung von Pseudo-Experten, Logikfehler, unerfüllbare Erwartungen oder Rosinen-Pickerei, um ihre Position zu stützen. Ein zentrales Element ist die Einführung von Verschwörungstheorien, etwa die Behauptung, dass Wissenschaftler im Geheimen eine Verschwörung führen. Die Studien zeigen, dass viele Befragte zwar die wissenschaftliche Position erkennen, aber nicht glauben. Die Wissenschaftsleugnung wird durch eine falsche Medienbalance verstärkt, wenn Skeptiker mit gleicher Gewicht wie Experten dargestellt werden. Um dies zu bekämpfen, ist eine verständliche, zielgruppenorientierte Wissenschaftskommunikation notwendig. Experten wie Christian Drosten zeigen, wie Wissenschaft in der Pandemie transparent und verständlich kommuniziert wird. Es wird empfohlen, Skeptiker nicht auf öffentlichen Diskussionen zu stellen, um die Bevölkerung nicht zu entmutigen oder zu verunsichern. Die wissenschaftliche Entwicklung ist dynamisch und kontinuierlich – ein Prozess, der durch Nachprüfungen und Überprüfung von Ergebnissen sichergestellt wird. Der Podcast betont, dass Wissenschaftsleugnung kein Zeichen für Wissen ist, sondern ein Zeichen für fehlende Vertrauen und eine Unfähigkeit, den wissenschaftlichen Prozess zu verstehen.
Sie sind unter uns, Sie sind unter uns, Sie sind unter uns, Sie sind unter uns,
ein Podcast, der Universität Passau über Verschwörungstheorien.
Unser Thema heute, Wissenschaftsleugnung, von der angeblichen Klimalüge, bis zur Plamdemie.
Willkommen zurück, mein Name ist Thomas Stelzler.
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, heute möchte ich mit einem kleinen Quiz starten.
Wer mitmachen möchte, sollte jetzt kurz auf Pause drücken und einen Stift und einen Zettelpapier holen.
Ich warte inzwischen her.
Unser Quiz besteht aus vier Fragen.
Ich würde Sie und Euch bitten, erstens jeweils aufzuschreiben, ob Sie selbst, die von mir
gemachten Aussagen für wahr oder falsch halten.
Und zweitens, was Sie und Ihr denkt, wie die Mehrheit der Wissenschaftler*innen zu diesem
Thema steht.
Fangen wir also an.
Herzlich willkommen beim großen "Sis sind unter uns Quiz".
Frage Nummer eins.
Ist es wahr oder falsch, dass mehr als die Hälfte der menschlichen Gene identisch mit denen
von Mäusen sind?
Was ist Ihre Antwort?
Was glauben Sie?
Und was sagt die Wissenschaft?
Loggen wir die ersten Antworten ein und gehen zur zweiten Frage.
Ist es wahr oder falsch, dass der Verzehr genetisch verändert der Früchte dazu führen
kann, dass die eigenen Gene einer Person verändert werden?
Kommen wir zur dritten Frage.
Ist es wahr oder falsch, dass die Menschen in den letzten Jahren eine Erwärmung des Klimas
verursacht haben?
Kommen wir zur letzten Frage.
Ist es wahr oder falsch, dass sich der Mensch, wie wir heute kennen, als früheren Tierarten
entwickelt hat?
Was ist Ihre Einschätzung und wie lautet der Konsens der Wissenschaft?
Und das war's auch schon, das große "Sis sind unter uns Quiz".
Befeu ich das Quiz auflöse, möchte ich kurz erklären, was es damit auf sich hat.
Die Fragen entstanden nämlich einer Untersuchung, die der amerikanische Kommunikationswissenschaftler
Josh Passeck in einem Artikel mit dem schönen Titel "Don't Trust the Scientist",
"Rejecting the scientific consensus conspiracy" beschreibt.
Passeck berichtet daran davon, dass 2014 einer online durchgeführten Umfrage etwa
2700 Amerikanerinnen und Amerikanern jeweils zehn wissenschaftliche Aussagen vorgelegt
wurden.
Darunter auch die vier, die wir gerade im Quiz gehört haben.
Untersucht wurde dabei, ob die Befragten den wissenschaftlichen Konsens, also die Position,
die die weit überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler*innen auf der Basis ihrer Forschungsergebnisse
vertritt, kennen, aber auch, ob sie diesem Konsensglaubenschenken und liebe Zuhörinnen
und Zuhörer, wie stets mit ihnen, sind alle ihre persönlichen Antworten in Über Einstimmung
mit dem, was sie als Position der Wissenschaft aufgeschrieben haben und wenn nicht, warum eigentlich?
Aber schauen wir uns die Antworten doch mal der Reihe nach an.
Als erstes Frage 1 - Stimmt es, dass mehr als die Hälfte der menschlichen Gene identisch
mit denen von Moisen sind.
Die korrekte Antwort ist - Ja, das stimmt!
In der von Passeck beschriebenen Umfrage haben etwas mehr als die Hälfte der Befragten,
nämlich 53 Prozent, richtig identifiziert, dass dies der wissenschaftliche Konsens ist.
Aber nur 51 Prozent glauben auch daran.
Es gibt also einen Teil der Befragten, die zwar die etablierte Position der Wissenschaft
richtig einschätzt, diese aber gleichzeitig zurückweist und stattdessen selbst eine andere
Position verdreht.
Gehen wir mal zu Frage 2.
Diese Wahl ist es wahr oder falsch, dass der Verzehr genetisch veränderter Früchte
darzuführen kann, dass die eigenen Gene einer Person verändert werden.
Diese Aussage ist falsch, was auch fast 75 Prozent der Befragten richtig identifizieren.
Aber wieder glaubt nur ein Teil von ihnen der Wissenschaft, nämlich 69 Prozent.
Kommen wir zur Frage 3.
Haben die Menschen die Erderwärmung der letzten Jahre zu verantworten?
Diese Aussage ist kreckt, 78 Prozent der Befragten wissen dies, aber 10 Prozent weniger
glauben auch wirklich daran.
Und die letzte Frage, Frage 4, haben sich die Menschen als früheren Tierarten entwickelt?
Die Wissenschaft sagt dazu, ja und 80 Prozent der Befragten wissen dies auch.
Wirklich glauben, tun es allerdings nur 57 Prozent, also ganze 23 Prozent weniger.
Na, und wie geht's euch?
Wie geht's ihnen?
Alles gewusst?
Was uns heute allerdings beschäftigen soll, ist nicht ihr und euer Wissen, um Erderwärmung,
Gehntechnik oder Evolutionstheorie.
Denn die eigentliche Frage ist ja, warum stellen sich Menschen gegen die Aussagen der
Wissenschaft?
Vielleicht, weil es bequemer ist, zu glauben, dass man nicht für die Erderwärmung
verantwortlich ist oder weil die Evolutionstheorie vermeintlich der eigenen Religion widerspricht
oder weil es unangenehm ist, in der Corona-Virus-Pandemie eine Maske zu tragen oder vielleicht
auch, weil Mandänen, die einen Impfstoff produzieren, vollwirft, nur aus Profitge zu handeln
und Nebenwirkungen zu verschleiern, aber momentmal Profitge, Verschleiern, Forschende,
die vermeintlich im Geheimen und zum eigenen Vorteil gegen das Gemeinwohl handeln, das
klingt jetzt aber doch so, als wäre es in einem Podcast über Verschwörungstheorien ganz
gut aufgehoben.
Wissenschaftsleugnung, wie die über die wir hier reden, wird selbstverständlich auch zu politischen
Zwecken eingesetzt.
Dabei scheint in zwei Argumentationsmeisen besonders populär zu sein.
Stellen wir uns vor, man möchte zum Beispiel gegen Klimaschutzmaßnahmen argumentieren.
Dann kann man es so machen wie die AfD auf ihrer Website.
Dort heißt es unter der Rubrik, Energie, Umwelt und Klima, Zitat, die Aussagen des Welt
Klimarats, dass Klimaänderungen vorwiegend Menschen gemacht sein sind wissenschaftlich
nicht gesichert.
Zitatende.
Es wird also traurzachen Verzerrend, behauptet, die Frage sei wissenschaftlich noch
nicht geklärt.
Es gibt aber noch eine zweite Argumentationstrategie, die Wissenschaftsleugner innen anwenden.
Sie behaupten, der wissenschaftliche Konsens selbst zeigefälscht, also das Ergebnis
einer Verschwörung.
Ein Beispiel dafür liefert der damalige US-Senator James Inhoff 2012.
In diesem Jahr brachte er ein Buch heraus, indem er behauptet, der Klimawandel sei ein großer
Schwindel.
Der Titel des Buchs lautet "The Greatest Hokes, How the Global Warming Conspiracy threatens
your future".
Mit globaler Probleme, wie der Klimawandel oder eine Pandemie gelöst werden sollen, sind
wissenschaftliche Erkenntnisse unerlässlich.
Wenn diese geleugnet oder als Ergebnis einer großen Verschwörung dargestellt werden,
ist dies natürlich ein Problem und ein Thema für unseren Podcast.
Denn heute geht es um Wissenschaftsleugnung und um die Frage, was diese mit Verschwörungstheorien
zu tun hat.
Ich bin vor, dass ich dafür auch heute wieder Verstärkung durch eine Expertin bekomme.
Ihr Name ist Hannes Schmidt-Petri, sie ist Professorin hier an der Uni-Passau, nämlich
Professorin für Wissenschaftskommunikation, und das passt ja ganz exzellenz uns am heutigen
Thema.
Und so freue ich mich, dass sie sich für uns Zeit genommen hat.
Fras Schmidt-Petri, herzlich willkommen im Podcast.
Ja, vielen Dank, ich freue mich über die Einladung.
Schön, dass sie da sind.
Ich fange mal direkt mit meiner ersten Frage an.
Inwiefern wird denn der Wissenschaft vorgeworfen, teil einer Verschwörung zu sein?
Der Wissenschaft wird das vor allem vorgeworfen von sogenannten Wissenschaftsleugnen, die
eben die Welt dann so ein bisschen einteilen, in gut und böse und da sehr einfache Theorien
generieren, also sehr einfache Weltsichten vertreten und Teil dieser Wissenschaftsleugnung
kann dann eben sein, dass man den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorwürft, eben
Teil von einer groß angelegten Verschwörung zu sein.
Beispielsweise gemeinsam mit politischen Erlieten, die dann eben irgendein bestimmtes Ziel
verfolgen oder ein bestimmtes Plan im Kopf hätten und die Wissenschaftler und Wissenschaftlerin
sein quasi.
sie nur noch Erfüllungsgehilfen dieses Planes. Und letztendlich kann man das eben als Teil dieser
Wissenschaftsleugnung betrachten oder als ein mögliches Element, dass der Wissenschaft es eben vorgeworfen
wird, nur noch so ein Werkzeug zu sein. Sie haben jetzt gerade den Begriff der Wissenschaftsleugnung
erwähnt. Was versteht man denn überhaupt da drunter? Unter der Leugnung von Wissenschaft versteht man
vor allem, dass wissenschaftliche Erkenntnisse abgelehnt oder ein Frage gestellt werden, obwohl es
eigentlich überwältigenden wissenschaftlichen Konsens gibt, der eben sozusagen das Gegenteil
behauptet oder bestimmten Sachlage darlegt. Und es ist auch zu unterscheiden von der Skepsis
gegenüber wissenschaftlichen Ergebnissen, weil es Skepsis oder Zweifel gehört natürlich in
Herr Renn zum wissenschaftlichen Arbeiten und zum wissenschaftlichen Prozess. Auch Sachen zu
hinterfragen, auch kritisch zu hinterfragen, das natürlich ein ganz wichtiger Bestandteil des
wissenschaftlichen Arbeiten. Darum geht es aber nicht, sondern bei wissenschaftsleugnung geht es wirklich
darum, dass gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse abgelehnt werden und vor allem eben in der
Regel auch nicht aus wissenschaftlichen Motiven oder der Hintergrund ist nicht, dass die Wissenschafter
irgendwie vorangebracht werden soll oder neue Erkenntnisse generiert werden soll, sondern
Hintergrund sind häufig entweder persönliche Motive oder politische Ziele, die damit ganz
strategisch verfolgt werden. Okay, also zum Beispiel, wenn ich eine Abneigung gegen Elektroautos habe,
dann werde ich vielleicht eher den Klimawandel abstalten. Genau, oder wirklich ja auch bei politischen
Akteuren, wenn sie halt gegen staatliche Maßnahmen sind zum Klimaschutz, dann ziehen Sie vielleicht
die wissenschaftliche Evidenz in Frage, die die globale Erwärmung belegt oder auch negative
Folgen der globalen Erwärmung belegt, um eben politische Maßnahmen zu verhindern. Es gibt also
verschiedene Gründe, warum und verschiedene Strategien, wie Wissenschaftsleugnung betrieben wird.
Basierend auf der Arbeit und der Anderem des Kommunikationswissenschaftlers John Cook, gibt es
auch ein sehr hilfreiches Merkwart, das die häufigsten Methoden von Desinformationen zusammenfasst
und auch auf Wissenschaftsleugnung sehr gut passt. Das schöne Merkwart lautet Plurf, PLURV.
Wenn wir die Buchstaben der Reihe nach Durch gehen, steht das "P" für Pseudo-Experten,
also z.B. wenn in einer Fernsehdebatte ein wissenschaftlich ungebildeter Klima-Leugner gleichwertig
einer seriösen Klimafarscherin gegenübergestellt wird. Das "L" steht für Logikfehler. Ein
solcher liegt z.B. vor, wenn man zu tut, als gäbe es für eine Eignis nur eine einzige Ursache,
obwohl es in Wahrheit mehrere sind oder wenn man statt der wissenschaftlichen Erkenntnis selbst,
diejenigen Personen angreift, die sie vorbringen. Das "U" in Plurf steht für unerfüllbare
Erwartungen. Man denke z.B. an all diejenigen, die einen Impfstoff als Nutzlos ablehnen,
nur weil er vielleicht statt 100% nur 80 oder 90% Wirksamkeit besitzt. Damit sind wir beim "R".
Dieses steht für Rosinen Pickerei. Das bedeutet, dass nur beweise gezählt werden,
die der eigenen Argumentation zuträglich sind. So brachte z.B. im Februar 2015 der
schon erwähnte US-Senator Jim Inhoff einen Schneeball mit in den Plenarsaal um zu zeigen,
dass es im Moment in Washington die Sie sehr kalt sei, was ja nicht gerade für die Existenz des
Klimawandels sprechen. Er pickte sich also seine Rosine heraus, einen Verschneitentag in Washington.
Damit werden wir beim "V" wie Verschwörungsmütten. Dies behaupten z.B. das massenhaft wissenschaftliche
Studien ganz gezielt gefälscht werden. Und das ergibt dann unser Mehrquart Plurph.
Frau Schmidt-Petri. In einem ihrer Artikel heben Sie besonders zwei Strategien von Wissenschaftsleugnung
hervor. Die eine besteht mehr darin, dass man die Fascherinnen und Fascher selbst infrage stellt
und die andere darin, dass man eher versucht, sachlich dagegen zu argumentieren. Stimmt das so?
Ja, genau. Das ist eine Idee, wie man das so ein bisschen systematisieren kann. Also ich glaube,
man kann da so eine Matrix aufmachen. Also eigentlich so eine vierfelder Matrix. Nämlich zum einen kann
man natürlich mit wissenschaftlicher Evidenz immer versuchen, die eigene Position zu unterstützen,
also eine politische Position beispielsweise auch oder eben die Gegenseite anzugreifen, um deren
Sachlage sozusagen zu diskreditieren oder deren Position in Frage zu stellen. Das ist so die
eine Seite. Und die zweite Dimension ist dann eben, dass das passieren kann, darüber, dass man entweder
bestimmte wissenschaftliche Evidenzen oder Inhalte verwendet, um seine Position zu legitimieren oder
die der Gegenseite anzugreifen oder dass man eben auf die Personen geht und entweder eigene
versucht, eigene Experten zu finden, die die eigene Position stützen oder eben die der Gegenseite
anzugreifen oder eben deren Legitimität oder auch deren Glaubwürdigkeit oder deren wissenschaftliche
Kompetenzen in Frage zu stellen. Und daraus ergibt sich dann eigentlich so eine vierfelder Matrix,
aus der man dann verschiedene Strategien, die dann immer wieder angewendet werden in diesen
Debatten auch ableiten kann. Und was hat das Ganze jetzt mit Verschwörungstheorien zu tun? Also
sehen wir das dann bei Verschwörungslöbigen besonders häufig oder gibt es da eine gewisse Überlappung?
Genau, also ich würde sagen, dass dieses Verwenden von Verschwörungstheorien oder Erzählungen ein Teil oder eine Strategie dieser
Wissenschaftsleugnung sein kann, weil da eben eine Strategie sein kann, dass ich quasi denke oder diese Position
unterstütze, dass sich die Wissenschaft zu so einem großen Kartell zusammen geschlossen hat, was eben
nicht mehr unabhängig und nach wissenschaftlichen Kriterien arbeitet, sondern auch strategisch und gezielt arbeitet,
gesteuert von irgendwelchen politischen Erleiten, die eben bestimmte Ziele verfolgen und sehr geplant
verfolgen. Und so kann das eigentlich so ein bisschen finde ich untergeordnet werden, so
als eine mögliche Strategie der Wissenschaftsleugnung oder als ein Element davon, dass man eben auch an
diese Verschwörungstheorien glaubt oder diese eben vertritt oder versucht nach außen zu verbreiten.
Würden Sie sagen, dass da eine gewisse Zwangsläufigkeit dahinter ist, wenn man weiß, dass es einen überwältigen
den wissenschaftlichen Konsens gibt, also manchmal weiß man das ja vielleicht auch nicht, aber wenn
man es weiß, wie beim Thema Impfungen oder Klimawandel und man trotzdem sagt, das stimmt nicht,
dass dann tendenziell so eine unterschwellige Meinung da ist, die da besagt, die Wissenschaftler
innen, die sind eigentlich einfach nur Teil der Maschine und behaupten halt, was behauptet werden muss,
um zum Beispiel Impfstoffe und Elektroautos zu verkaufen. Genau, das kann ein Teil dieses komplexen
glaubensystemeinklich sein, das kann ein Teil davon sein, muss es aber auch nicht unbedingt,
aber das kann ein Teil davon sein, ja. Hat sich das historisch besonders entwickelt in den letzten
Jahrzehnten oder ist das schon immer ein Phänomen? Also diese Form der Wissenschaftsleugnung oder auch
in Verschwörungstheilung gibt es wirklich schon sehr, sehr lange, auch historisch schon sehr lange,
insofern ist das kein neues Phänomen und auch zum Beispiel Argumente, die jetzt die Impfgegner
gegen die Corona-Impfungen verwenden oder da auch die wissenschaftliche Evidenz der Wirksamkeit
abstreiten, verwenden ganz ähnliche Argumente, wie wir sie beispielsweise schon in der Diskussion
um die Pockenimpfungen gesehen haben. Also das sind schon Sachen, die immer wieder auftreten
oder die auch historisch schon lange eigentlich bekannt sind, aber was sich natürlich jetzt schon verändert hat,
ist, dass zum einen durch die Massenmedien aber natürlich auch vor allem durch die Möglichkeit der
Onlinekommunikation sich da natürlich die Kommunikationsmöglichkeiten verändert haben und es
Person, die diese Meinung vertreten ist, zumindest halt sehr einfach ist, dass sie sich auch mit anderen
Vernetzen und eben da Online natürlich auch ihre Meinung sehr ungehindert verbreiten können und
diese Dynamik im öffentlichen Diskurs, die hat sich natürlich schon sehr stark verändert im Vergleich,
zum Beispiel zu Zeiten, bevor es das Internet gab, wo halt dann vielleicht solche Argumente an
Stammtischen oder in bestimmten Freudesgruppen ausgetauscht wurden, vor allem. Ja, also ich glaube,
dass mit der Pockenimpfung das war ja noch im 19. Jahrhundert und da musste man ja erst mal einen
finden, der eine kritische Karikatur dann überhaupt publiziert und drückt und heute tue ich mir natürlich
im Internet relativ leicht, meine Meinung hinaus zu Posaunen. Sie haben ihre eigene Faschung erwähnt,
immer wieder kam das Thema Klimawandel-Leugnung vor, was haben Sie denn da erfascht und welche
politischen Ausrichtungen auch haben sich denn da gezeigt, dass sie haben jetzt die Medien erwähnt,
aber worum ging es denn da also in den Verschied-Inforschungsprojekt. Es ist schon der Weile her,
aber wenn man es in einem großen Projekt mit der öffentlichen Diskussion über den Klimawandel
beschäftigt und haben uns da sowohl die massenmediale Berichterstattung als Anzeitungen angeschaut,
als auch die Online-Alkommunikation und die politischende Batten in verschiedenen Ländern. Und da
hat sich eigentlich schon gezeigt, dass in Deutschland jetzt in den Medien dieser Klimawandel Skeptizismus
nicht sehr prävalend ist und da nicht sehr häufig vorkommt, was er erst mal auch ein ganz gutes
Ergebnis ist, was häufig gar nicht so schlecht ist, wenn man diesen Positionen einfach gar nicht
so viel Aufmerksamkeit widmet tatsächlich, um eben nicht so ein Bild zu erzeugen, dass sie besonders
relevant sein. Und es hat sich aber schon auch gezeigt, dass eben und es zeigen auch andere
Arbeiten und andere Studien auch für andere Länder, dass gerade dieser Klimawandel Skeptizismus
schon eng verknüpft ist mit konservativen und populistischen Einstellungen, also auch politischen
konservativen politischen Einstellungen und vor allem eben konservative Medien oder auch konservative
Organisationen, eben diesen Klimawandel Skeptizismus eher verbreiten und ertreten. Und es wie ja aber
wie gesagt, den Skeptiker dann eben häufig nicht gelingt, den Spillover in die klassischen
massen Medien zu schaffen, aber das Bild ändert sich.
natürlich dann, das haben wir vor allem auch in den USA gesehen, wenn es
prominente, einflussreiche Politiker oder prominente politische Vertreter gibt,
die diese Meinung unterstützen. Also ein klassisches Beispiel ist ja Trump.
Und wenn es natürlich so eine mächtige, einflussreiche Person gibt,
die diese Meinung und unterstützt, dann bekommt natürlich die ganze Bewegung
in völlig anderen Spinnen und wird natürlich auch viel erfolgreich
an Krieg ganz andere Einflussmöglichkeiten. Und solche Vertreter gibt's in
Deutschland am Rande, aber natürlich nicht in der Position.
Ja, also bei den USA denke ich dann natürlich auch an Fernsehsender wie Fox News,
die die konservativen Positionen eigentlich ziemlich ungebremst zu
ihren eigenen machen und dann auch klimawandel skeptische Positionen sehr
prominent vertreten, oder? Ja, genau, genau. Also in USA, das haben auch dortige
Soziologen auch sehr schön aufgearbeitet. Die haben das die Konservativ-Dinialmaschinen
genannt, die sich eben zusammensetzt aus prominenten konservativen Politikern,
also der Publikanern, konservativen Medien wie Fox News, beispielsweise natürlich
vorneweg, aber auch so konservativen Think-Tanks, die dann eben quasi alle
gemeinsam diese Positionen vertreten und salient machen und die dann natürlich
schon einfluss generieren und vor allem auch eine hohe Sichtbarkeit generieren
können dieser gerade sehr skeptischen oder eher Leugnungsposition.
Ja, das stimmt. Was ich ja ganz spannend finde ist, dass ich den Eindruck habe,
Menschen, die jetzt im Extremfall auf Verschwörungstheoretischer Basis
Wissenschaftsleugnung betreiben, dass sich die ganz oft wissenschaftliche
Formen aneignen. Ich erinnere mich daran, wie ich mal eine
Hausarbeit korrigiert habe und die Studentin oder der Student hat darin auf einmal
ein Journal of 9/11 Studies zitiert. Ich habe mir dann gedacht, ach, warne sind,
da gibt es ein eigenes Journal, das sich nur mit den Anschlägen vom Elfen
September beschäftigt. Ich habe dann kurz recherchiert. Auf der Website steht
unter anderem einer Ticket von Daniel Gansa. Zudem kommen wir gleich noch. Es ist aber
schon mal kein gutes Zeichen. Wenn man sich dann den Metatitel der Website dieses
Angeblichen Journals anschaut, steht dort Truth Matters. Im Zusammenhang mit 9/11
klingt das schon arg nach dem Verschwörungstheoretischen Truth-Ermovement. Die Website
behauptet und da kommt wieder so ein wissenschaftlicher Terminus zum Einsatz,
sie behauptet also, sie sei ein peer-reviewed Journal. Das würde heißen, dass die
Artikel nicht einfach nur hochgeladen, sondern zuvor noch von Piers begutachtet werden.
Wer diese Piers aber sind und welche Qualifikationen sie haben, verrätet die Website nicht. Wenn
das aber histe, dass am Ende vielleicht ein Philosoph den Artikel über Bautechnik
begutachtet oder einfach ein Verschwörungstheoretiker den anderen, dann hätte das mit Wissenschaft
nichts mehr zu tun.
Frau Schmidt-Petri, ich wollte fragen, ob Ihnen das auch schon mal begegnet ist. Diese
Emitation der Wissenschaftlichkeit und warum ist es denn so beliebt, denn man könnte ja sagen,
"Puf, wenn ich die Wissenschaft ablehne, dann brauche ich mich ja auch nicht,
ihre Formen zu bedienen."
Ja, ich glaube, da muss man vielleicht noch mal ein Schritt zurückgehen und sich fragen,
um welche Funktion eigentlich Wissenschaft in der Gesellschaft hat und idealerweise
geht es ja natürlich schon darum, dass Wissenschaft Fakten oder Erkenntnisse liefert,
die idealerweise die Basis bilden für rationale Entscheidungen oder auch für politische
Entscheidungen, die in einer Gesellschaft getroffen werden müssen. Und da genießt natürlich
Wissenschaft oder wissenschaftliches Wissen ja auch eine sehr hohe Autorität und ein
sehr großes Ansehen, weil natürlich wissenschaftliches Wissen ja anhand bestimmter Regeln produziert
wird, die eben die Qualität dieses Wissens ja auch sicherstellen.
Das heißt, Wissenschaft genießt da generell oder wissenschaftliche Experten und Expertin
eine hohe Autorität in solchen Debatten und das wollen sich glaube ich eben die Personen,
die die Wissenschaft leugnen, aneignen, weil es geht ihnen eigentlich ja gar nicht darum,
jetzt irgendwie die Wissenschaft anzugreifen oder den wissenschaftlichen Fortschritt voranzubringen,
sondern sie verfolgen eben politische Ziele und dafür ist ihnen dann, ich sag es mal,
solop jedes Mittelrecht, insofern, dass sie dann natürlich versuchen, ihren Positionen
Autorität zu verleihen und das versuchen sie dann eben über eigene Experten und Experten
oder über solche Pseudo wissenschaftlichen Konferenzen um eben ihren Positionen, die
dem Mainstream entgegenlaufen und die dem wissenschaftlichen Konsens in der Regel ja
widersprechen, dann auch Autorität zu verleihen und man sieht dann ja auch ganz oft,
dass da Experten und Experten auftreten, vor allem auch in dem Klima-Bereil, die sich
dann da als große Experten oder Klimaforscher präsentieren und wenn man mal recherchiert,
dann sind das irgendwie Historiker oder also jetzt nicht gegen Historiker, aber die präsentieren
sich da als quasi-naturwissenschaftler, die da an der vordersten Front irgendwie Experten
sein, was hat gar nicht stimmt, also eigentlich haben sie dann irgendwie Abschlüsse in ganz
anderen Fächern, die damit gar nicht so viel zu tun haben, aber das wird dann natürlich
häufig unter den Tisch gekehrt.
Ja, akademische Titel werden da auch sehr gerne dann prominent hingeschrieben, also man
lehnt zwar den wissenschaftlichen Konsens ab, aber wenn man dann einen Doktor-Titel hat,
dann schreibt man ihn dazu und es spielt dann wenig Rolle, dass der Doktor-Titel vielleicht
in Philosophie ist und ich mich gerade zu Startig eben äußere oder zu Klimamodellierung,
wo ich genauso viel Kompetenz habe wie jemand, der keinen Doktor-Titel in Philosophie hat,
oder? Ja, genau, genau.
Weil sie vorher die Geschichtswissenschaft angesprochen haben als kleinen Aufhänger, das
soll jetzt natürlich nicht heißen, dass es Historiker in den besonders Verschwörungskleivig sind,
aber ich hab jemanden, der fehlt genau darunter.
Ich hab den Namen ja gerade schon mal erwähnt, ich weiß nicht, kennen sie dann jede ganze.
Also, ja, aus der Berichterstattung so ein bisschen, ja?
Es ist ein Schweizer Historiker, der besonders auffällt mit eigenwilligen Thesen zum
11. September, der aufgrund dessen im Laufe der Zeit seine wissenschaftlichen Anstellungen
an Universitäten verloren hat und ihr so als, ich glaube, er hat sein eigenes Institut
für Friedensfaschung gegründet, geht auf Tour und hält Freiträge.
Davon kann man sich auch endlich im Internet ansehen und die werden wahrscheinlich wie Ertmal
selbst analysiert zu werden.
Aber wenn ich diese Figur mir angucke, da fällt auf, dass auch er wieder mit wissenschaftlichen
Titeln und wissenschaftlichen Formen hausieren geht.
Ja, also der hebt dann hervor, dass er Doktor der Geschichtswissenschaft ist, er hebt
hervor, dass es ja Aufgabe der Wissenschaft sei, kritisch nachzufragen, dass sich die
Wissenschaft keine Maulkörbe erteilen lässt.
Ich habe gesehen, wie er in einem Vortrag dann sogar ein Bild zeigt, von dem Gelübte,
das er abgelegt hat, als er seinen Doktor Titel verlehnen bekam und in dem es eben auch
um Wahrheit und wissenschaftlich korrektes Handeln geht.
Und das sieht er ja dann als Anspruch, sich eben nicht durch Widerstände und Widerspruch
vom richtigen Weg des 9.11 Truthlands abbringen zu lassen.
Ist ihnen sowas auch bekannt?
Also es gibt gerade in dem Klimabereich auch ein, zwei solche Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler, die sich ganz ähnlich verhalten oder auch ganz ähnliche Terms sozusagen
vollzogen haben.
Und tatsächlich, und da wollte ich immer eine Studie dazu machen, habe es aber bisher
noch nie gemacht, fernlich mal total spannend, diese Personen zu Interviewen und nach ihren
persönlichen Motiven zu fragen.
Weil man sich ja schon ein bisschen fragt, was war eigentlich der ausschlaggebende Grund,
was sie so, ich sag's das mal vom Weg abgekommen sind, oder dass sie diesen Törn vollzogen
haben.
Weil die haben ja oft in der Regel im klassischen Wissenschaftssystem gestartet, haben
ja auch beispielsweise promoviert und so und irgendwann haben sie dann ja so einen absoluten
Törn irgendwie vollzogen und da würde mich schon tatsächlich sehr interessieren, was
da so die Motive dafür waren und die Beweggründe oder was diese Personen auch kennzeichnet.
Natürlich, also ich glaube, ich muss auch ein bisschen aufpassen, denn die Wissenschaftsfreiheit
ist natürlich auch ein hohes Gut, also so langsicht das jetzt nicht gegen die Verfassung
richtet oder gegen nicht verfassungswidrige Schranken irgendwie berührt, ist natürlich auch
vieles erlaubt und sind auch viele Meinungen erlaubt und das ist ja auch gut so, dass das
so ist.
Aber natürlich muss man sich als Wissenschaftssystem dann auch überlegen, wie man damit
umgeht und wie man sich dazu positioniert, vor allem wenn es eben einen wissenschaftlichen
Konsens über bestimmte Grundannahmen gibt, der ist natürlich auch mal mit kleineren
Unsicherheiten behaftet, das wird auch noch gestritten über Details, aber in vielen
Feldern oder in Eidigenfeldern, gerade jetzt, wenn man an den Klimawandel denkt, gibt es natürlich
einen sehr breiten wissenschaftlichen Konsens?
Gibt ja solche Figuren auch in wirklich in allen Bereichen der Wissenschaft.
Ich hab gerade einen Historiker genannt, sie haben gerade das Beispiel Klimawandel genannt,
dann gibt es Andrew Wakefield zum Thema Impfungen, der ja auch als Forscher in Großbritannien
angefangen hat, eine Studie gemacht hat zu dreifach Impfungen und Autismus, diese Studie
im Landsat, diesem bekannten Journal, das wir ja inzwischen alle durch die Corona-Berichterstattung
kennen.
Dort, seinen Artikel publiziert hat, also er wurde angenommen, er ist das peer-review
verfahren erst mal durchlaufen und dann, nachdem der Artikel dann draußen war und für
große Aufsehenden gesagt hat, weil er eben fälschlicherweise attestiert hat, es gäbe einen
Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus.
Danach hat man da nochmal versucht, die Ergebnisse zu replizieren, hat festgestellt, die
Behauptungen der Studie stimmen nicht, die Stichprobe war sehr klein, es gab Interessenskonflikte
auf Seiten Wakefields, 10 von 12 der Koaltoine distanzierten sich teilweise von den Schlussfolgerungen
des Artikelns, also es gab vielerlei Probleme.
Der Artikel wurde zurückgezogen und Wakefield ist aber von seiner Position nicht
abgewicht. Also das wäre dann eigentlich das unwissenschaftliche Verhalten, dass ich dann den
Widerspruch nicht aufnehme und nochmal drüber nachdenke, sondern auf meiner Position behare, oder?
Also vollkommen richtig. Wie gesagt, Wissenschaft lebt natürlich auch davon, dass sich Evidenz
weiterentwickelt und Replication ist da natürlich ein wichtiges Stichwort. Also wenn
Studien nicht repliziert werden können oder sich halt im Nachhinein herausstellt, dass da vielleicht
auch bestimmte wissenschaftliche Gütekriterie nicht eingehalten wurden, dann wäre es natürlich
der eigentliche Weg diese Erkenntnisse zu revidieren und weiter zu entwickeln. Und wenn das dann nicht
passiert, dann ist es natürlich kein wissenschaftliches Verhalten. Es ist vollkommen richtig. Und das
Kennzeichnet ja auch diese Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen häufig die so gegen Positionen
vertreten, dass sie eben eigentlich keine wissenschaftliche Evidenz für ihre Behauptung dann noch haben oder
anführen können. Also zumindest keine wissenschaftliche Evidenz, die denn wissenschaftlichen Gütekriterien
entspricht. Und das muss man natürlich schon auch festhalten und im Hinterkopf behalten,
dass gerade wenn man dann so, wenn sie so sehr abseitige Positionen vertreten, dann natürlich
häufig die wissenschaftliche Evidenz dann tatsächlich fehlt für diese Position. Und
zugegebenermaßen, es gibt ja auch in der Wissenschaftbereiche, in denen sich mehrere durchaus mögliche
Erklärungsansätze gegenüberstehen. Aber wir sprechen ja jetzt gerade von Bereichen, in denen es einen
sehr klaren Konsens gibt. Im Falle von Wakefield heißt das, dass der angebliche Zusammenhang zwischen
Impfungen und Artismus vielfach wiederlegt wurde. Wakefield selbst wurde in Großbritannien die
Approbation entzogen, daran statt seinen Fehler anzuerkennen, ist dieser Herd in die USA gegangen,
um sich da seit Jahren als eine der Führungsfiguren der Anti-Wax-Bewegung aufzuspielen und man muss
es wohl so sagen, seine Gesundheitsgefährdenden lügen weiter zu verbreiten. Wakefield produziert auch
Filme und lebt wohl ganz gut mit seiner Erzählung, obwohl die mit Wissenschaftlichkeit wirklich nichts mehr
zu tun hat. Filme gab es übrigens auch zur Coronavirus-Pandemie, z.B. den Titel "Pleindemic".
Dieser behauptet natürlich, dass ein verschweireischer Plan hinter der Pandemie stecke. Die Wissenschaft
sage uns hingegen mal wieder nicht die Wahrheit. Das solche Figuren wie Wakefield oder solche
Filme, wie "Pleindemic" erfolgreich sind, zeigt aber auch, wie wenig manche Menschen verstehen,
wie die Wissenschaft funktioniert und was sie überhaupt tut. Denn dann würde einem vielleicht eher
auffallen, wie viele Faschende ja überhaupt Teil einer solchen Verschwörung sein müssten,
und dass die alle zusammen dasselbe gegen besseres Wissen behaupten müssten. Aber wer sich nicht
wie wir von Berufswegen mit Wissenschaft befasst, tut sich eben schwer zu verstehen, dass sich
Wissenschaftliche Erkenntnisse eben auch verändern können und dass das ja kein Fehler ist, sondern
Teil des Prozesses. Man braucht ja nur an den Impfstoff von AstraZeneca zu denken. Erst wurde dieser
für die jüngeren Empfohlen später nur für die Eltern. Oder die Masken. Zu Beginn der Pandemie
ist es, Masken sind nicht nötig, dann hieß es, man soll die sie unbedingt aufsetzen. Solche Anpassungen
auf der Basis neuerwissenschaftliche Erkenntnisse sind allerdings keine Fehler, sondern ein ganz normaler
Teil des wissenschaftlichen Prozesses. Das hat nichts damit zu tun, dass ein Politiker angeordnet
hat, so liebe Wissenschaftler jetzt sagt mal was anderes, um die Leute besser zu gängeln, sondern im
Gegenteil neue Erkenntnisse führen zu neuen Empfehlungen. Genau, und jetzt in der Corona-Pandemie
hat man natürlich, da das ja am Anfang von sehr, sehr großen Unsicherheiten geprägt war,
man war tatsächlich, es war neues Virus, man wusste eigentlich nichts, also auch die Wissenschaft wusste
darüber nichts. Das heißt, das weiß irgendwie auch so die Gelegenheit für die Bevölkerung, wissenschaftliches
Arbeiten sehr öffentlich in real Zeit sozusagen mitzuverfolgen. Das solche Fälle gab es ja bisher
eigentlich eher selten. Und dadurch, dass natürlich dann auch eine gewisse Öffentlichkeit geherrschen,
öffliches Interesse geherrscht hat, sind natürlich solche Prozesse, die dann in früheren Fällen vielleicht
eher innerwissenschaftlich passiert sind oder innerwissenschaftlich auch diskutiert wurden,
natürlich dann auch in der breiten Öffentlichkeit rezipiert worden. Und ich glaube aber tatsächlich,
dass da, dass in der Corona-Pandemie auch eine Chance liegt, das eben glaube ich schon jetzt
auch viel mehr, viel deutlicher wurde, wie Wissenschaft arbeitet, wie wissenschaftliche Evidenz produziert
wird. Und man muss ja schon auch sagen, dass in Deutschland nach wie vor das Vertrauen in die
Wissenschaft sehr, sehr hoch ist, was natürlich sehr schön ist und begrüßenswert ist, aber es ist
jetzt nicht so, dass die Wissenschaft da kein Vertrauen mehr genießen würde. Ich schließe ja gleich
an, weil sie die Corona-Pandemie auch als eine Chance benannt haben, mal dahinter zu blicken,
wie Wissenschaft funktioniert und ich sehe sie ja jetzt, wann haben denn die Medien jemals davon
berichtet, ob jetzt ein Artikel schon peer-reviewed ist oder noch nicht. Und auf einmal hört man das dann,
ja, also da ist ein Artikel, der ist noch nicht begutachtet, aber und das zeigt ja schon ein bisschen,
wenn es gibt, so einen kleinen Einblick, wie der wissenschaftliche Prozess laufen kann. Und meine
Frage geht auch in diese Richtung, nämlich, was kann die Wissenschaft denn tun, um Verschwörungstheorien
und Wissenschaftsleugnungen entgegenzutreten? Ich denke da jetzt an jemanden wie den NDR mit
seinem Podcast, mit Christian Drosten und Sandra Cisek, die sich ja wirklich finde ich sehr verdient
gemacht haben, auch preise gewonnen haben, dafür, dass sie sich so einsetzen, um verständliche
Wissenschaftskommunikation und man muss ja auch sagen, also hat sich denn ein größeres Publikum
mit neuen Studien zu medizinischen Problemen auseinandergesetzt. Auf der einen Seite, auf der anderen
Seite habe ich aber auch immer den Eindruck, das ist halt preaching to the choir, wie man in den USA
schön sagt. Ich versuche diejenigen zu bekehren, die ohnehin schon bekehrt sind, weil wenn ich totaler
Impfskäptiker bin oder Wissenschaftsleugnerin, dann werde ich mir den Podcast vermutlich ohnehin nicht
anhören. Also vielleicht aus ihrer Arbeit als Professoren für Wissenschaftskommunikation, was kann denn
die Wissenschaft tun, um diesen Problemen entgegenzutreten? Also ich glaube tatsächlich, dass es eben sehr
wichtig ist, auch den wissenschaftlichen Arbeitsprozess transparent zu machen, so dass eben idealerweise
möglichst breit verstanden wird, wie Wissenschaft funktioniert und wie wissenschaftliches Arbeiten
funktioniert. Und ich glaube auch, dass so Personen wie Drosten oder auch Frau Ziseck da wirklich sehr gute
Arbeit leisten und geleistet haben, in sehr verständlicher Form auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu
erklären und zu verbreiten. Und natürlich erreicht man damit erst einmal vor allem interessiert,
das aufgeschlossenes Publikum. Aber das ist auch wichtig tatsächlich, weil gerade diese Gruppe
muss natürlich auch informiert werden und diese Gruppe darf ja auch nicht vergessen werden, weil die
natürlich auch so ein bisschen Bestätigung brauchen und ja ihre Ansichten und Meinungen dann auch
weiter tragen, auch wenn sie natürlich grundsätzlich aufgeschlossen sind. Aber trotz allem gibt es natürlich
auch Gruppen, die damit vielleicht nicht so in Berührung kommen. Das ist völlig klar oder die halt
von klassischen Kommunikationsmaßnahmen, in der Regel auch nicht erreicht werden. Und da denke ich
schon, muss die Wissenschaftskommunikation nicht nur aus der Wissenschaft, sondern auch von bestimmten
Organisationen oder politischen Behörden noch besser werden, eben auch Zielgruppenspezifischer bestimmte
Personengruppen anzusprechen, die die jetzt völlig abgetrifft sind in irgendwelche Verschwörungstheorien,
die wird man mit solcher Art der Kommunikation kaum noch erreichen. Das wird kaum möglich sein,
aber es gibt natürlich auch noch eine relativ große Gruppe in so einem Graubereich, die vielleicht eher
ängstlich sind oder so bestimmte ja Ängste haben und Sicherheiten haben, die man über gezielte
Ansprache und Zielgruppenspezifischer Kommunikationsmaßnahmen durchaus erreichen würde und vielleicht
auch noch überzeugen könnte. Ich denke jetzt beispielsweise ans Impfen, also überzeugen könnte sich
noch Impfen zu lassen. Okay, das wäre ja gleich auch noch eine Anspielung auf die Frage,
die ich mir hier auf meine Liste ursprünglich ganz ans Ende gestellt habe, nämlich wie sollte man
aus ihrer Sicht mit Verschwörungsklöbigen umgehen? Vielleicht gar nicht nur als Wissenschaftler oder
Wissenschaftlerin, sondern als allgemein Bevölkerung. Also ich glaube tatsächlich ist ein Weg schon
auch, die nicht allzu sichtbar zu machen. Also klar ist die Aufgabe der Medien über gesellschaftliche
Phänomene zu berichten. Es sollen natürlich auch nichts unter ein Teppich gekehrt werden, aber
je mehr Aufmerksamkeit diese Gruppen generieren, desto mehr werden sie eben auch als relevant wahrgenommen,
obwohl es ja nach wie vor nur ein sehr kleiner Teil ist. Man darf ja nicht vergessen, also gerade
wenn man die Corona-Pandemie denkt, dass wirklich die absolute Mehrheit der Bevölkerung hinter den
Maßnahmen steht, sich impfen lässt und auch sich an die Maßnahmen hält vor allem. Selbst wenn
sie sie vielleicht im Einzelmanagement kritisieren, aber die große Überwiegende Mehrheit hält sich
daran, was in Wahnsinniger Erfolg ist, tatsächlich. Und das darf man ja auch nicht vergessen. Und wenn
dann eben gerade in den Medien sehr viel über diese kleine Gruppe der Leugner oder derer, die auf die
Straße gehen, berichtet wird, dann erhalten die dadurch natürlich so eine Relevanz, die sie
gesamtgesellschaftlich vielleicht eigentlich gar nicht haben. Also das ist so das eine. Und das
andere glaube ich ist, dass man da wirklich bestimmte Gruppen unterscheiden muss. Also wie gesagt die,
die da extrem überzeugt davon sind und schon so sehr weit weg sind, von allem das ist extrem schwierig,
die noch im Mitkommunikation zu überzeugen oder zu erreichen. Und ich denke so ganz praktisch,
also wenn man mit so einer Person zu tun hat, beispielsweise in einem Gespräch, ist es in der Regel
immer gut, da erstmal relativ vorsichtig reinzugehen, also nicht die Person sofort anzugreifen,
oder irgendwie mit Fakten zu konfrontieren, die der Meinung zu wieder laufen, weil es häufig eher
dazu führt, dass die Personen blockieren oder sogar an sogenannten der Wissenschaft nicht man
das Backfire-Effekt hat. Also dass sie dann noch überzeugt, da sind von ihrer Position, weil sie sich
verteidigen müssen. Also dass dann ihren Gegenteiligen-Effekt sogar hat. Sondern häufig ist es dann
besser, erstmal so ein bisschen vorsichtig nachzufragen, woher denn die Person eigentlich diese
Informationen hat.
Warum sie das glaubt, was sie genau denkt, wo sie vielleicht auch engste und unsicher halten,
halt also erst mal ganz viele Fragen zu stellen.
Und die Idee ist eben so ein bisschen, aber wie gesagt, das muss natürlich auch nicht immer funktionieren,
aber die Idee ist, indem man dann so eine Person so ein bisschen zu reflektieren und nachdenken bringt,
sie vielleicht eben auch so ein bisschen dazu bringt, sich kritisch damit auseinanderzusetzen.
Und man hat halt als Person, wenn man eine Person die Anverschwörungserzählung wirklich glaubt,
persönlich sehr nahe steht, hat man immer noch die größten Chancen einfach über diese emotionale
Verbundenheit und diese persönliche Wichtigkeit oder natürlich, wenn man eine gewisse Autorität
oder Glaubwürdigkeit hat oder als kompetent wahrgenommen wird in dem Bereich.
Und das führt mich auch dazu, dass es natürlich schon auch wichtig ist, wenn man in so einem Gespräch
tritt, extrem gut informiert zu sein, weil ohne so eine gute Informiertheit selber, kann man natürlich
da auch nicht glaubwürdig wirken. Ja, und dann gibt es, glaube ich, wie gesagt, noch so ein grau
gereich an Personen, die vielleicht einfach vor allem Ängste haben, also Angst vor der Impfung beispielsweise,
Angst vor Nebenwirkung, die dem gar nicht so komplett ablehnen, gegenüberstehen. Und die sind
natürlich leichter zu überzeugen, wenn man eben da bestimmte Informationen vielleicht oder Argumente zur
Verfügung hat. Und noch vielleicht als letzten Punkt, also wie gesagt, Personen, die an Verschwörungserzählungen
glauben, fühlen sich ja häufig in der Situation ausgeliefert oder haben sie es gefühlt, sie können
nichts machen oder sind es ein bisschen abgehängt oder fühlen sich abgehängt. Und da ist natürlich jetzt
auf einer übergeordneten Ebene schon auch wichtig zu Akzeptanz und Vertrauen in die Behörden irgendwie
zu steigern. Und diese Akzeptanz und Vertrauen steigt vor allem dann, wenn Entscheidungen als
fair und gerecht wahrgenommen werden. Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, den man da auch
nicht vergessen darf. Und natürlich, wenn man es halt irgendwie schafft, das ist natürlich
zu einfach, aber so das individuelle Kontrollgefühl von Personen auch wieder zu steigern. Das sind auch
noch so Faktoren, die da mit rein spielen. Dass man sich nicht so machtlos irgendwelchen politischen
Regeln oder irgendwelchen Geschehnissen ausgesetzt fühlt. Und wie gesagt, sobald man die halt als sehr
unfair oder ungerecht empfindet, dann wird es tatsächlich schwierig, weil das eben potenziell auch
vertrauen in politische Entscheidungsträger dann schmälern kann. Damit kommen wir schon zu meiner
Abschlussfrage. Sie meinten ja, es sei wichtig, Wissenschaftsleugenden Gruppen nicht zu viel Raum
zu geben. Es gibt ja den Begriff der False Balance in der Medienberichterstattung. Diese falsche
Ausgewogenheit liegt etwa vor, wenn in der Absicht über beide Seiten ausgewogen zu berichten,
z.B. Impfgegner genauso viel Raum bekommen wie diejenigen, die Impfungen unterstützen.
Falsches diese Ausgewogenheit deswegen, weil die beiden Gruppen wieder gleich groß sind,
noch gleich seriöse Argumente haben. Und diese Debatte gibt es ja auch immer mal wieder im
Hinblick auf politische Talkshows, wie hart aber fair eine Will Markus Land, sondern wie sie alle
heißen. Die Frage ist dann, ist es vernünftiger, jemanden einzuladen, der die Gegenposition verdritt,
also z.B. der Meinung ist Impfungen nutzen nichts und diese Person dann im Gespräch zu wiederlegen
durch Expertinnen, die auch in der Runde sitzen. Oder ist es allein schon problematisch, dass ein
vielleicht medizinisch nicht ausgebildeter Impfgegner neben der Virologen sitzt und auf derselben
Bühne ins gleiche Mikrofon seine Tisen verbreiten kann. Gibt es da wissenschaftliche Erkenntnisse
dazu, wie man mit dieser False Balance umgehen kann oder ist das eher ein politischer Abwägungsprozess,
wenn man eine Bühne geben möchte und wem nicht. Also ich finde tatsächlich, dass wir ganz viele
Debatten in dieser Richtung, die wir jetzt in Rahmen der Corona-Pandemie führen, hatten wir alles
schon mal nämlich, wenn es um die Klimawandelkommunikation geht, dann seit eigentlich genau den gleichen
Prozess durchlaufen, im Umgang mit den Klimawandel Skeptikern und da ist eigentlich inzwischen Konsens,
zumindest unter den Praktikern, die Klimawandelkommunikation betreiben, dass man Skeptikern keine Bühne gibt
und die nicht auf irgendwelche Podien oder Diskussionen einleht und sich auch als ernst zu nehmen,
der Wissenschaftler und Wissenschaftlerin in diesem Fall sich nicht neben uns Skeptiker oder
das Skeptikerin auf so ein Podium setzt und dem eben eine Bühne bietet. Das ist da eigentlich
inzwischen weitgehend Konsens und wird in der Regel auch nicht mehr gemacht, weil es eben, also
es ist einfach schwierig, diesen Personen dann eben Gespräch direkt zu begegnen, das funktioniert
auch nicht immer, die nach außen dann so einfach zu widerlegen, einfach weil die sich häufig
ja dann auch sehr irrational verhalten und seltsame Argumentationsstrategien verfolgen und es
eben wie gesagt auch nach hinten losgehen kann, dass man dann Personen, die diesen Erzählungen
glauben, sie eher noch in ihrem Blaumen bestärkt und man ja wieder so ein bisschen das Bild generiert,
das ist der arme Wissenschaftler, der gegen die Mehrheit kämpft und der wird jetzt hier noch fertig
gemacht, also das unterstützt sind dann am Ende im Zweifel noch eher und diese Prozesse sind gerade
in der Live Debatte halt eigentlich nicht zu steuern oder nicht so schwierig zu steuern. Insofern hat sich
eigentlich unter den Personen die Klimawandelkommunikation machen, das inzwischen eben durchgesetzt,
dass man solchen Personen gar keine Bühne gibt. Da gibt es eine sehr schöne Sendung von John Oliver,
die inzwischen schon ein bisschen älter ist, wie man mit so Experten und Experten umgeht und er hat
es ein bisschen auf die Spitze getrieben und hat gesagt, 99% der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
vertreten eben die Konsensposition, 1% stellt sich dagegen, wenn ich jetzt einen Skeptiker sozusagen
einladen, meine Sendung müsste ich eigentlich 99 Personen einladen, die dieser Meinung widersprechen
und dann laufen die alle in dieses Studio, in dieser Sendung und das macht es eigentlich finde ich
ganz schön anschaulich, weil es denen ja auch wieder so eine Relevanz gibt, das würden diese beiden
Positionen sicher zugleich richtig gegenüber stehen und das ist einfach nicht der Fall, das stimmt
einfach nicht. Und dieses Bild sollte man natürlich auch nicht öffentlich erzeugen und unterstützen.
Okay, und die Folge von Last Week Tonight mit John Oliver haben wir natürlich in den
Scharnorz verlinkt. Trausch mit Petri, herzlichen Dank für das interessante Gespräch. Ja sehr gerne, vielen Dank
für die Einladung. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die weitere Arbeit und sage auf Wiedersehen.
Danke Wiedersehen. Und damit gehen wir dem Ende der heutigen Folge entgegen. Bevor ich allerdings
auch zu euch und Ihnen auf Wiedersehen sage, brauchen wir natürlich wieder den Tipp des Tages und unsere
Zusammenfassung, die Top 3. Und die kommt jetzt, wie immer gelesen von Anna.
Erstens der Begriff Wissenschaftsläugnung beschreibt ein Phänomen, bei dem eine als wissenschaftlicher
Konsetsgeld in der Erkenntnis abgelehnt wird. Ein Beispiel dafür ist etwa der Glaube,
dass ein menschengemachter Klimawandel nicht existiere. Diese Wissenschaftsläugnung ist eine
Verweigerungshaltung und darf nicht mit dem kritischen Hinterfragen von Ergebnissen verwechselt werden,
welches ein erforderlicher Teil jedes Forschungsprozess ist. Wissenschaftsläugner*innen hingegen
verfolgen politische Ziele. Zweitens Wissenschaftsläugnung kann in Vorwurf enthalten. Wissenschaftler*innen
wären nur Erfüllungsgehilfen dunkler Mächte und würden daher Forschungsergebnisse manipulieren
oder die Wahrheit verschweigen, um bestimmte Ziele zu verfolgen. Bei einer solchen Argumentation
bedient sich Wissenschaftsläugnung einer Verschulungstheorie. Und drittens, Wissenschaftsläugner*innen
können sich wissenschaftlicher Formen bedienen. Sie veranstalten etwa Konferenzen oder nutzen
das Pristiche, welches ihnen akademische Titel bieten. Umso wichtiger ist es, ihnen durch
eine gute und zielkuppenspezibische Wissenschaftskommunikation entgegenzutreten. In der Medienberichterstattung
über Wissenschaft ist es dabei wichtig, eine False Balance, also eine falsche Ausgewogenheit,
zwischen Wissenschaft und Wissenschaftsläugnung zu vermeiden.
Dankeschön. Dann fehlt ja jetzt eigentlich nur noch eins. Nämlich der Tipp des Tages.
Ich möchte heute was zum Ansehen und was zum Anhören empfehlen. Zunächst zum Ansehen
die Netflix-Dokumentation mit dem schönen Titel "Under dem Tellerrand" oder auf Englisch "Behind the Curve".
Diese zeigt Menschen, die offenbar glauben, dass die Erde eine Scheibe sei. Die Doku verdeutlicht
dabei auch, wie diese Flat Earth das zwar einerseits wissenschaftliche Formen, wie etwa Konferenzen im
Titel mitieren, andererseits aber in ihren Experimenten gegen Beweise nicht akzeptieren. Meine zweite Empfehlung, die zum Anhören, ist die 82. Folge des NDR-Podcasts
Coronavirus Update mit Christian Drosten. Die Folge ist schon etwas älter. Sie stammt vom 30. März 21 und trägt den Titel, die Lage ist ernst.
Ich finde besonders den zweiten Teil der Folge auch aus heutiger Sicht immer noch empfehlenswert. Denn ab Minute 24 geht es zunächst um die öffentliche Wahrnehmung der Pandemie und die Rolle der Medien.
Und dann erklärt Christian Drosten an Hand des Märkworts Plurf, von dem wir heute schon gehört haben, ausführlich und anschaulich, wie dies Information und Wissenschaftsleugnung in der Pandemie operieren.
Und das waren sie, die Tipps des Tages. Und das war es jetzt auch von mir. Wie immer bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit, sage habe die Ehre und Ciao.
Sie sind unter uns ein Podcast über Verschwörungstheorien, entstand im Rahmen des BMW F geförderten Projekt Skill.de an der Universität Passau.
Der Podcast wurde produziert von Thomas Stelzel und in der Mitarbeit von Annika Becker und mir an Alendig. Die hier präsentierten Interviews wurden teilweise von uns gekürzt.
Der von uns verwendete und leicht bearbeitet ist die Kühlsong, denn sie und ihr.
Auch jetzt hört, heißt "Metaphor". Stamm von Jason Shaw und steht auf der Webseite "Audionautics.com"
unter der Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 "International zur Verfügung".
Links dazu, Quellenangaben zu den von uns genutzten Zitaten und weitere ergänzende Informationen
sind in den Schonos zu finden. Wir danken Hannah Schmidt-Petri und allen, die uns bei der Produktion
unterstützt haben. Dies war die sechste Folge von "Sie sind unter uns mit dem Thema Wissenschaftsleugner"
von der angeblichen Klima-Lüge "Bester Plan Demi".
Nächstes Mal beschäftigen wir uns mit dem Geschichtsrevisionismus. Es geht dann nämlich
um die Reichsbürgerbewegung. Bis dahin servus aus Passa.
Dankeschön, dann können wir die Aufnahme stoppen.
Noch eine letzte Info. Diese Folge von "Sie sind unter uns", steht unter der Lizenz "Creative
Commons", namens Nennung, keine Bearbeitung 4.0 "International". Sie ist zusammen mit
umfangreichem Zusatzmaterial kostenlos abrufbar unter blog.dlab.uni-passa.de/sie-sind/
Oder unter tinyurl.com/sie-sind.
Podcast Summary
Key Points:
Wissenschaftsleugnung bezeichnet die Abwehr von wissenschaftlich etablierten Erkenntnissen, trotz eines überwiegenden wissenschaftlichen Konsens, und unterscheidet sich von kritischer Skepsis.
Wissenschaftsleugnerinnen und Wissenschaftsleugner verfolgen oft politische oder persönliche Motive, nicht wissenschaftliche Zweifel, und nutzen Strategien wie Pseudo-Experten oder Verschwörungstheorien.
Wissenschaftsleugnung kann durch die Verwendung von wissenschaftlichen Formen wie akademischen Titeln oder pseudowissenschaftlichen Konferenzen erleichtert werden, um Autorität zu schaffen.
Verschwörungstheorien werden häufig als Instrument zur Deutung wissenschaftlicher Ergebnisse eingesetzt, um die Wissenschaft als feindlich oder manipulativ darzustellen.
Die Medien sollten eine falsche Gleichgewichtsberichterstattung (False Balance) vermeiden, indem sie keine Gegenpositionen mit gleichem Gewicht präsentieren.
Es ist entscheidend, Wissenschaftsleugnung durch verständliche, zielgruppenorientierte Wissenschaftskommunikation und öffentliche Transparenz zu bekämpfen.
In der Praxis wird oft empfohlen, Skeptiker nicht auf Podien zu stellen, um negative Effekte wie das Backfire-Effekt oder die Verstärkung von Glauben zu vermeiden.
Die Wissenschaft arbeitet dynamisch, und wissenschaftliche Erkenntnisse werden kontinuierlich überprüft – das ist kein Fehler, sondern ein zentraler Bestandteil des wissenschaftlichen Prozesses.
Summary:
Der Podcast behandelt das Phänomen der Wissenschaftsleugnung, insbesondere im Kontext von Verschwörungstheorien, wie beispielsweise der angebliche Klimawandel- oder Evolution-Verdacht. Dabei wird deutlich, dass Wissenschaftsleugnung keine gesunde kritische Skepsis ist, sondern eine bewusste Abwehr von wissenschaftlich etablierten Erkenntnissen, oft aus politischen oder persönlichen Gründen. Wissenschaftsleugner nutzen Strategien wie die Verwendung von Pseudo-Experten, Logikfehler, unerfüllbare Erwartungen oder Rosinen-Pickerei, um ihre Position zu stützen.
Ein zentrales Element ist die Einführung von Verschwörungstheorien, etwa die Behauptung, dass Wissenschaftler im Geheimen eine Verschwörung führen. Die Studien zeigen, dass viele Befragte zwar die wissenschaftliche Position erkennen, aber nicht glauben. Die Wissenschaftsleugnung wird durch eine falsche Medienbalance verstärkt, wenn Skeptiker mit gleicher Gewicht wie Experten dargestellt werden.
Um dies zu bekämpfen, ist eine verständliche, zielgruppenorientierte Wissenschaftskommunikation notwendig. Experten wie Christian Drosten zeigen, wie Wissenschaft in der Pandemie transparent und verständlich kommuniziert wird. Es wird empfohlen, Skeptiker nicht auf öffentlichen Diskussionen zu stellen, um die Bevölkerung nicht zu entmutigen oder zu verunsichern.
Die wissenschaftliche Entwicklung ist dynamisch und kontinuierlich – ein Prozess, der durch Nachprüfungen und Überprüfung von Ergebnissen sichergestellt wird. Der Podcast betont, dass Wissenschaftsleugnung kein Zeichen für Wissen ist, sondern ein Zeichen für fehlende Vertrauen und eine Unfähigkeit, den wissenschaftlichen Prozess zu verstehen.
FAQs
Wissenschaftsleugnung bezeichnet die Ablehnung gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse, obwohl es einen überwiegenden wissenschaftlichen Konsens gibt. Dies geschieht oft nicht aus wissenschaftlichen Gründen, sondern aus persönlichen oder politischen Motiven.
Menschen leugnen oft wissenschaftliche Aussagen aus persönlichen Vorurteilen, politischen Zielen oder Angstgefühlen. Beispielsweise können sie sich gegen Klimaschutzmaßnahmen oder Impfungen entscheiden, um ihre eigenen Lebenswerte oder Überzeugungen zu schützen.
Wissenschaftsleugner verwenden Strategien wie den Einsatz von Pseudo-Experten, Logikfehler, unerfüllbare Erwartungen, Rosinen-Pickerei und Verschwörungstheorien, um ihre Position zu stützen und die Wissenschaft zu untergraben.
Ja, Skepsis ist ein kritischer, wissenschaftlicher Prozess, bei dem Ergebnisse hinterfragt werden. Wissenschaftsleugnung hingegen lehnt gesicherte Erkenntnisse ab und verfolgt oft politische oder persönliche Ziele, nicht wissenschaftliche Forschung.
Eine falsche Balance in der Medienberichterstattung, bei der Leugner und Wissenschaftler gleich viel Raum erhalten, verstärkt das Vertrauen in Verschwörungstheorien und schadet der öffentlichen Verständnis der Wissenschaft.
Wenn skeptische Personen in wissenschaftlichen Diskussionen mit Experten gleichberechtigt auf einer Bühne stehen, kann dies zu einem Backfire-Effekt führen, bei dem sie stärker überzeugt werden und ihre Position verteidigen.
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