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Emotionaler Seitensprung: Sollte man mit anderen Personen über seine Beziehung, Gefühle und Sex sprechen?

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Emotionaler Seitensprung: Sollte man mit anderen Personen über seine Beziehung, Gefühle und Sex sprechen?

Ein emotionaler Seitensprung tritt auf, wenn Partnerinnen oder Partner über intime Beziehungsthemen mit Dritten spricht, ohne die Zustimmung des Partners. Solche Gespräche führen zu einem tiefen Gefühl des Ausschlusses, da das Zugehörigkeitsgefühl der Beziehung verletzt wird. Dieses Gefühl ist besonders stark, wenn das Thema nicht gemeinsam abgestimmt wurde. Die Ursachen dafür können vielfältig sein: beispielsweise mangelnde Kommunikation im Paar, unangenehme Konflikte oder das Bedürfnis nach einem neutralen, vertrauensvollen Gesprächspartner. Der beste Ansatz ist ein gemeinsamer Rahmen für die Gespräche mit Dritten zu entwickeln, bei dem Grenzen klar definiert werden, wo die Beziehung als Verbund nicht mehr respektiert wird. Der Rat, Dinge offenzuhalten, als wäre der Partner dabei, fördert Wertschätzung und vermeidet Verletzungen. Es ist entscheidend, dass die Beziehung selbst als Raum für Offenheit und Vertrauen aufgebaut wird – nicht durch Außengespräche. Die Lösung liegt nicht im Vermeiden von Gesprächen, sondern in der Entwicklung einer soliden, gemeinsamen Kommunikationskultur. Wenn dieser Rahmen nicht existiert, führt die Abwesenheit von innerer Verbundenheit zu Entfremdung, Konfliktspiralen und mangelnder Körperlichkeit. Dazu gehört auch die Möglichkeit, durch einen unparteiischen Fachberater eine Unterstützung zu erhalten. In der langfristigen Perspektive muss das Paar lernen, sich gegenseitig zu vertrauen und eigene Themen selbst zu lösen, statt sie an Dritte zu verlagern. Ein solcher Prozess ist nicht einfach, er erfordert Geduld, Selbstreflexion und gegenseitige Bereitschaft.

Transcription

3707 Words, 22630 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten. In dieser Folge geht es um das Thema emotionaler Seitensprung, sollte man mit anderen Personen über seine Beziehung, Gefühle oder Sex sprechen. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Es ist ganz normal, dass man Einblicke von seinem Leben mit Freunden und der Familie vielleicht teilt. Man erzählt häufig von Erlebnissen, von bevorstehenden Zielen und Terminen, von Gefühlen. Und manchmal berichtet man halt auch über die Beziehung und wie es dort so läuft. Es wird auch gerne nachgefragt, Mensch, ist bei euch alles in Ordnung, wie geht es euch? Sodass man schnell in ein Gespräch kommt. Gerade in engeren Freundschaften kommt es manchmal halt dazu, dass man sich auch gegenüber der anderen Person emotional selbst. eröffnet, was auch Beziehungsthemen angeht. Es werden also gar nicht selten intime Dinge erzählt, die die Beziehung betreffen. Wir möchten euch diesmal zeigen, woher dieses Verhalten kommt und inwiefern ein solcher emotionaler Seitensprung die Beziehung belasten kann. Ja, da kann man direkt sagen, wenn man das bewerten möchte, mit anderen kann man über alles sprechen, was die Beziehung betrifft. Da gibt es kein Detail, was man nicht erzählen dürfte. Wenn das abgeht. Das heißt, wenn beide sich abstimmen und sagen, du pass auf, mit Freundin XY, Freund XY möchte ich über die und die Themen sprechen, ist das stimmig für dich? Und der andere sagt, klar, tausche dich mit dem darüber aus, mach das, finde ich gut. Ich würde das gerne mit XY machen, kann man alles tun. Das muss einfach nur gemeinsam entschieden worden sein, dass das jetzt den Rahmen der Beziehung verlässt und mit anderen thematisiert wird. Wenn das stattfindet, ist das in Ordnung. Wenn das nicht stattfindet, dann entsteht das Gefühl. Das Gefühl von Ausschluss. Ausschluss ist das stärkste negative Systemgesetz sozusagen, also die stärkste Verletzung. Wir wollen alle uns zugehörig fühlen. Das heißt, innerhalb der Partnerschaft gibt es eben diesen Zweierverbund, wo sich alles erzählt wird. Und wenn man sagt, man möchte aus diesem Zweierverbund Dinge nach außen treten lassen, dann braucht das immer die Zustimmung des anderen. Und wenn diese Zustimmung nicht gegeben wurde, dann macht es das Gefühl von Ausschluss. Später auch bei älteren Kindern genauso eigentlich. Wenn man Kinder hat und, sag ich mal, die jetzt nicht das Kleinkindalter haben, da finde ich, kann es auch einen Ausschluss machen. Also es ist ein grundsätzliches Gefühl, was entstehen kann bei der Familie, also bei der Paarbeziehung, aber auch in der Familie, wenn etwas weitergetragen wird und der andere nicht seine Zustimmung dafür gegeben hat. Absolut. Also immer dann, wenn man eigentlich über andere spricht und das keine Zustimmung findet. Das findet ja auch in anderen Bereichen statt. Also wenn ich schlecht über einen Freund spreche, dann werde ich vielleicht nicht so gut. Wenn ich schlecht über einen Freund spreche, dann werde ich vielleicht wohl nicht seine Zustimmung haben. Das ist ein Ausschlussgefühl. Also im besten Fall spricht man über andere immer nur in Fakten. Oder so, als wenn derjenige daneben sitzen würde. Das ist immer so ein guter Tipp. Wenn jemand daneben sitzt, dann wird das schon passend sein. Aber wir greifen vor, wir sind ja am Spoilern. Wir wollen nur einmal den Rahmen schaffen. Was ist denn überhaupt ein emotionaler Seitensprung? Wann würde man das so werten? Und das würde man dann wahrscheinlich so werten, wenn jemand etwas erzählt ohne die Zustimmung. Des Partners oder der Partnerin zu haben. Und da geht es ja auch darum, etwas Intimes zu erzählen. Also wenn es über Gefühle geht, Probleme geht und so weiter. Meistens nicht darum, wenn der andere sich etwas Neues gekauft hat oder irgendwas Oberflächliches. Das wäre ja eher was wieder wie Fakten. Genau. So wenn du jetzt einfach erzählst, Florian hat sich einen neuen Rucksack gekauft. Das sind einfach Fakten. Das würde ich selber erzählen oder das kann man sehen. Das ist nichts, was irgendwen groß tangiert. Aber es geht eben genau um diese Fakten. Also Beziehungsinterna sozusagen. Welche Probleme entstehen? Den ersten Punkt haben wir ja schon besprochen, dass halt intime Gefühle mit einer anderen Person außerhalb der Beziehung besprochen wird. Das ist ein Problem. Und Gründe für dieses Verhalten können halt ganz unterschiedlich sein. Man hat das Gefühl, dass man vielleicht mit dem Partner oder Partnerin nicht darüber gut sprechen kann, weil da vielleicht der Konflikt auch herrscht und man sich deshalb einen erweiterten Gesprächspartner sucht. Man hat vielleicht das Gefühl, ob man seiner Freundin, seiner Mutter, mit seiner Schwiegermutter, mit seiner Tante, wem auch immer, kann man als Frau vielleicht besser darüber sprechen. Also dieses geschlechterverbindende Gespräch. Bei Männern vielleicht genauso, dass man sagt, ich kann mit meiner Frau nicht darüber sprechen, da spreche ich eher mit meinem Kumpel drüber, der versteht mich. Oder es handelt sich um Dinge, die man mit dem Partner oder mit der Partnerin nicht besprechen will, da sie einem selbst unangenehm sind. Also dass da etwas in der Beziehung abläuft, wo man sagt, oh, das ist eigentlich nicht so. Vielleicht müsste ich das mit meinem Partner oder mit meiner Partnerin besprechen, dann wäre es irgendwie unangenehm. Und da bräuchte ich jetzt mal einen Tipp, wie ich damit umgehen kann, was auch immer. Ein Rat von einer unabhängigen dritten Person, wie man so schön sagt, der man vertraut. Das ist häufig so bei intimen Details oder wenn es um das Thema Sex geht, dass man das nicht gefühlt mit dem Partner besprechen kann oder der Partnerin. Naja, das Problem ist da ja schon mal das Wort unabhängig, weil welcher Freund, welche Freundin, welches Familienmitglied ist denn unabhängig? Ja. Weil die haben ja alle letztendlich irgendwie was mit einem näher zu tun und sind irgendwie mit einem, ja, sind befangen, ne? Sind irgendwie befangen. Also wenn das jetzt deine Freundin ist, dann ist sie mehr dir als mir zugehörig, also ist sie befangen. Sie würde halt mehr in deine Richtung als in meine Richtung tendieren. Ja, aber unabhängig ist, glaube ich, in dem Sinne anders gemeint, in dem Sinne, derjenige ist nicht im Konflikt mit involviert. Ja, ist er ja meistens schon. Zwar nicht jetzt wirklich innen drin. Genau. Aber trotzdem ja, also ich würde jetzt, unabhängig auch mit unparteiisch so ein bisschen gleichsetzen und diese Unparteilichkeit, die ist da ja nicht so ganz gegeben. Das ist schwierig, ja. Da ist ja schon eine Parteilichkeit drin. Deswegen also, wenn man sich einen Rat von einer wirklich unabhängigen und parteiischen dritten Person sucht, dann im besten Fall jemand wie ein Therapeut, Arzt, Coach, also jemand, der wirklich das beruflich macht und sich da gar nicht emotional mit eingebunden fühlt, beide Seiten nicht, zu keiner Partei hingezogen, und einfach sagt, ich möchte euer Ziel erfüllen, das, was euch als Paar gut tut. Aber dann natürlich auch wieder mit Zustimmung. Ja, und da sind wir wieder bei einem ganz wichtigen Punkt, was wir ja häufig auch in Erstgesprächen haben, wenn sich einer bei uns meldet und sagt, ich möchte gern über meine Partnerschaft sprechen oder Sachen aus der Partnerschaft lösen und mein Partner oder meine Partnerin möchte das nicht machen oder kommt später vielleicht mit dazu, dass wir das immer schon als schwierig empfinden, weil wir ja bewusst in den Ausschluss gehen würden. Ja, also da finde ich, ist auch immer so ein Teil der Professionalität, was sich dann zeigt, die Konsequenzen zu sehen, wenn man, gar nicht selten habe ich das erlebt, in Psychotherapien, wenn Leute erzählen, ja, ich gehe zur Psychotherapie. Und unter anderem, weil mich das auch belastet, besprechen wir auch Beziehungsthemen. Und dann kommt die Person halt zurück nach Hause abends oder so und sagt, ja, mein Therapeut oder meine Therapeutin hat gesagt, du bist so und so ein Mensch und du hast so und so gehandelt oder wir sollten das so und so machen. Und häufig sagt andere halt, stopp, die kennt mich doch oder derjenige kennt mich doch gar nicht. Ich kann denen sagen, wie ich handel, warum ich so gehandelt habe, wie wir handeln sollen, wenn ich doch gar nicht mit dabei war. Ja, das Problem dazu ist ja auch häufig, dass man in der Beziehung halt zu wenig über diese Dinge spricht und deswegen diese Gespräche kompensieren möchte. Jemand anderen braucht, der sich mit einem selbst mal um die Themen kümmert, die einen gerade bei der Beziehung bedrücken, beschäftigen und das ist eigentlich ein Warnsignal, wenn man merkt, dass man mit anderen über seine Beziehung spricht, dass das in der Beziehung nicht untergebracht werden kann, weil da gehört es eigentlich hin. Also es sollte dann eher geschaut werden, was können wir tun, lernen, verändern, damit wir innerhalb der Beziehung über diese Themen sprechen können und im Wir-Gefühl auch das Ganze verändern können. Denn man mag vielleicht von außen mal Impulse und Tipps reinbekommen, aber so wirklich lösen, kann man es nur, wenn man auch dann mit seinem Partner oder seiner Partnerin spricht. Die belastenden Themen bleiben dann nämlich weiterhin bestehen. Man hat dann, das ist ja auch was, was dann gar nicht selten passiert, dass man sich bei jemandem dann mal so auskotzt und seinen ganzen Müll so ablässt und was einen gerade alles stört und dann ist da vielleicht mal gerade so ein bisschen der Druck entwichen, aber es wird nicht gelöst und nicht verändert. Im besten Fall tun sich beide eher zusammen und sagen, ja, das ist bei mir genau so, es ist auch alles gut, es ist scheiße und passt auch alles nicht so, wie ich mir es wünsche. Und dann hat man eher, dass die beiden sich dann zusammentun, Leidensgenossinnen oder Leidensgenossen werden und dann beide sich von ihrem Leid berichten, aber beide ja nicht den Weg haben, wie man es löst. Ich fange an, die Schwierigkeit sehe ich auch immer darin, wenn es zum Beispiel im familiären oder im engen Freundeskreis ist, dass es ja sein kann, dass sich vielleicht das Problem in der Beziehung löst oder verändert, aber die Person, die man nicht löst, die man mit einbezogen hat, eine gewisse Brille auf den Partner oder die Partnerin dann hat. Das heißt, für einen selber ist das vielleicht erledigt, das Thema, aber in der nächsten Zeit bringt die Person dann immer wieder Themen rein und sagt, na ja, aber bist du dir da sicher? Hat er sich oder sie sich wirklich so verändert? Oder wenn wieder ein neues Thema kommt, siehst du, guck mal, wegen damals. Also es ist halt schwierig, weil diese Brille, weil dieser Filter aufgrund vom Wissen einfach da ist und man diese Person Entlasten. halt mit reingenommen hat in die Beziehung und häufig sie sich auch nicht wieder rausziehen kann. Ja, gehen wir an der Stelle jetzt nochmal einen Schritt weiter. Die Folge heißt ja auch emotionaler Seitensprung. Das heißt, bis jetzt haben wir eher so den Freundes-Bekannten-Kreis mit drin gehabt, was ja auch immer mal wieder vorkommt und für den Partner oder die Partnerin sehr unangenehm ist, wenn das eine erst mal fremde Person ist, mit der man dann anfängt zu schreiben und zu sprechen. Habe ich auch immer mal wieder im Coaching das Thema, dass jemand mit einem fremden Mann, einer fremden Frau sich austauscht, häufig über irgendwelche Messenger, manchmal auch in persönlichen Treffen und das sozusagen erst mal eine fremde Person ist und die sich da emotional verbunden fühlen, weil sie ähnliche Themen gerade teilen. Häufig auch bei der Arbeit. Häufig bei der Arbeit. Oftmals gar nicht mit dem Ansatz, dass die beiden sich dann wirklich anziehen finden und sagen, wir wollen jetzt miteinander vielleicht dann fremdgehen, Affäre, Beziehung, irgendwas, sondern einfach so dieses, wir sind Leidensgenossen, uns verbinden, das Gleiche, sich verstanden fühlen. Aber das macht eben auch ein Ausschlussgefühl und verletzt den Partner, die Partnerin, wenn jemand sagt, ich kann mit dir nicht sprechen, aber von der Frau habe ich mich verstanden gefühlt. Genau, und kriegt dann regelmäßig Nachrichten am Abend oder so weiter, dass der andere sagt, du hängst nur noch am Handy und schreibst Nachrichten mit der anderen Person. Ist ja kein Wunder, dass wir nicht mehr miteinander sprechen können oder was erzählst du der Person, dann schickst Bilder von dir, was auch immer. Auf Dauer kann es halt auch zur Enttäuschung dann kommen, um mangelnden Vertrauen. Man fühlt sich hintergangen in der Beziehung, gerade dann, wenn halt ans Licht kommt, dass in die Details mit Dritten besprochen werden. Dann kann es halt durch diese Zerrissenheit in der emotionalen Verbundenheit zu einer Art Entfremdung kommen, dass jeder nachher so ein bisschen sein Ding macht. Also jeder sieht es ein eigenes Netzwerk aufbaut, man zwar noch in einer Partnerschaft ist, aber eigentlich den anderen nicht mehr wirklich so als Gesprächspartner wahrnimmt. Und das ist meistens auch der schwierige Part, wo beide dann so auch alle anderen Sachen so runterfahren. Also die Körperlichkeit, dass man nicht mehr investiert in Beziehungen, weil man kein Wir-Gefühl hat, weil man sagt, man fühlt sich von dem anderen gar nicht wahrgenommen, da kommt gar nichts mehr zurück. Und dann kommt es häufig zu einer Konfliktspirale, und dann damit auch zu ständigem Streit. Ja, unser Gehirn liebt das einfache und möglichst wenig Widerstand. Wenn ich natürlich mit meiner Partnerin oder meinem Partner über manche Themen nicht so gut sprechen kann, beziehungsweise diese Themen dann auch ein gewisses Konfliktpotenzial haben, oder man auch natürlich dann Veränderungsprozesse besprechen und eingehen muss, dann ist das für uns erstmal wesentlich anstrengender, als vielleicht einen Leidensgenossen zu haben, mit dem ich dann mich über einen Messenger austausche und derjenige mir zustimmt und sagt, ja stimmt, dir geht es da wirklich nicht so gut in dem Punkt, mir geht es da auch immer nicht so gut, und man dann eher dadurch wieder diese Verbundenheit hat, das ist eben der einfachere Weg. Unser Gehirn mag einfache Wege, will davon immer mehr, das heißt, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man immer mehr Themen mit diesen Personen dann austauscht, als in der eigenen Beziehung, und in der Beziehung dadurch sich die Konfliktthemen anhäufen und stärker werden, und dadurch die Konfliktspirale immer größer wird. Als nächsten Schritt würde man dann die Beziehung irgendwann hinterfragen und die eigenen Gefühle hinterfragen und fragt sich dann natürlich auch, wie soll es in der Zukunft weiter gehen? Also ist es ein Weg, die Gespräche mit Freunden zu beenden? Ist es aber schon vielleicht so weit, dass das Vertrauen so sehr erschüttert ist, dass man der eigenen Beziehung vielleicht auch nicht mehr einen Sinn gibt und dann den Weg der Trennung geht? Wir haben euch zu diesem Thema, wieder ein Workbook erstellt, das heißt, ihr könnt in den Shownotes mal schauen, dort findet ihr den Link zu unseren Workbooks, zu den Podcast-Folgen, das sind so zwei, drei Seiten, die euch dabei helfen, die ein oder andere Aufgabe zur Selbstreflexion zu lösen und euch näher anzuschauen. Ansonsten freuen wir uns natürlich, wenn ihr euch bei uns fürs Telefonische Erstgespräch auf der Website eintragt, falls ihr Unterstützung braucht und wir euch dann im Coaching begleiten dürfen. Lasst uns mal schauen, welche Lösungen wir haben. Welche Lösungsansätze gibt es, also welche Schritte gibt es, um den emotionalen Seitensprung zu verarbeiten? Der erste Schritt wäre natürlich wieder aussprechen, was ist, also aussprechen vor dem Partner, der Partnerin, dass man mit Freunden oder wem auch immer über Beziehungsdetails gesprochen hat, um dann gemeinsam auf eine Lösung zu schauen. Also erstmal natürlich klar zu sagen, was passiert ist. Es kann auch sein, dass sich das häufig spiegelt, dass der andere dann auch sagt, ja, ich habe auch mit dem und dem Personen drüber gesprochen, aber dass man das Thema erstmal in den Vordergrund stellt, was passiert ist und warum man darauf gekommen ist. Meistens, weil man irgendwann selber eine negative Auswirkung davon schon gespürt hat. Ja, und da versuchen wir gefühlt zu bleiben und zu sagen, Mensch, das ist für uns beide ja eine Art Warnsignal, dass da in unserer Beziehung was nicht so gut gelaufen ist. Lass uns mal schauen, was die Ursachen sind, die entsprechenden Systemgesetzverletzungen lösen, die entstanden sind und dann eben gucken, was können wir tun, lernen, verändern, damit in Zukunft das nicht gebraucht wird, dass wir mit anderen über unsere Beziehungsdetails sprechen oder über Dinge sprechen, bei denen es uns gerade nicht so gut geht, sondern dass wir die Möglichkeit haben, das vertrauensvoll und offen innerhalb der Beziehung zu tun. Dann geht es natürlich auch darum, einen Rahmen zu entwickeln, also wie viel darf man mit anderen über die Beziehung sprechen, dass man da so einen Rahmen für sich festlegt, damit man auch einfach zu Grenzen weiß, wo, ab wann fühlt der andere, sich ausgeschlossen und was ist noch in Ordnung, weil das ist für jeden anders. Für manche Menschen ist der Ausschluss erst ab einem viel späteren Punkt, ab einem viel intimeren Punkt. Für manche Menschen ist das schon recht frühzeitig so, dass sie sagen, nee, das ist mir unangenehm, das möchte ich gerne, dass wir das besprechen, das hat bei anderen nichts verloren, dass man da einfach für sich einen gemeinsamen Rahmen hat, ab welchem Punkt ist das etwas, was den anderen verletzt, wenn man darüber spricht. Und da kommen wir, glaube ich, nochmal zu dem Punkt, was du im Anfang sagtest, dass man das als Strategie gut nehmen kann, immer innerlich so nur zu sprechen, als wenn der andere mit im Raum wäre. Das hat auch viel mit Wertschätzung zu tun, weil häufig sprechen wir halt wertschätzender, wenn der andere mit dabei ist, weil wir ihn ja nicht verletzen wollen. Also gehen vielleicht nicht in Details mit einer Wertung rein oder so, sondern reden in der Kommunikation offener und diesen Punkt bewusst innerlich immer vorzuholen und zu sagen, wie würde ich das denn, das Thema, wenn ich es hervorbringen würde, wenn das vielleicht okay wäre, in einer Wertschätzinhaltung besprechen, nämlich so, wie als wenn der andere neben mir sitzen würde und so, dass der andere kein ungutes Gefühl bekommen würde. Ja, genau. Und das zeigt ja schon, dass ganz viele Themen, um die es jetzt gerade bisher drehte, gar nicht woanders angesprochen werden können, weil wenn es irgendetwas gibt, was mich davon abhält, dir etwas persönlich zu sagen, dann kann ich ja gar nicht mit jemand anderem darüber sprechen, weil ich müsste ja so mit dem sprechen, als wärst du dabei. Und wenn du dabei wärst, könnte ich es ja gar nicht sagen. Kann ich ja schon nicht. Also das heißt, das schließt sich häufig aus, dass man über diese Themen spricht, wenn man dann eben in der Beziehung nicht drüber sprechen kann. Wie könnte man das mal so reinbringen, wie man das auch lösen könnte vielleicht? Vielleicht kannst du ja nochmal berichten, wie das ist, wenn andere einem etwas erzählen, was persönlich ist. Ob man das der eigenen Partnerin, dem eigenen Partner weitererzählen kann. Sollte. Ob man das dem eigenen Partner weitererzählt? Also wenn einem jetzt zum Beispiel in einer Freundschaft, wenn wir jetzt mal den Blickwinkel ändern, du sagtest ja vorhin, die Person wird etwas berichtet aus einer Beziehung heraus, aber wie das dann ist, wenn man die Person ist, wo das ankommt. So meinst du das? Ja, die Antwort ist eigentlich ablehnen. Also normalerweise ist es so, dass wir uns das nicht anhören dürfen, dass das wäre der Idealfall, nach Lehrbuch sozusagen, dass man abklärt, Mensch, ist das für deinen Partner, für deine Partnerin in Ordnung, dass wir über das Thema sprechen? Hast du da sozusagen die Zustimmung dafür? Und wenn der nicht sagt, nee, nee, das weiß der gar nicht, dann ist das schwierig. Dann sollte man sich das nicht anhören, sondern sagen, du, pass auf, damit begehen wir gerade einen Ausschluss. Das möchte ich nicht, das können wir nicht tun. Weil es eben auch für den, der es sich anhört, negative Konsequenzen hat, in Form von, das haben wir immer mal wieder, dass jemand dann sagt, ich möchte ganz gerne, dass XY nicht mehr zu uns kommt, weil die hat sich zu viel über mich angehört. Die hat über mich jetzt ein ganz merkwürdiges Bild, glaube ich. Das ist mir unangenehm, wenn die jetzt wieder zu uns kommt. Das heißt, an diesem Ausschluss sollte man sich, wenn möglich, nicht beteiligen. Das ist nicht so einfach, weil wir alle ja durchaus Lust auf Sensationen und Themen haben und uns das ja auch gewohnt sind durch die Boulevardpresse, dass das wir gerne negative Dinge uns anhören. Oder weil man auch dem anderen vielleicht helfen möchte. Dass man dem anderen auch helfen möchte, also nicht nur Sensation und Neugierde, sondern eben auch vielleicht helfen wollen. Aber tatsächlich ist häufig die beste Hilfe zu sagen, du, klär das mal mit deiner Frau, klär das mal mit deinem Mann, setzt euch zusammen, besprecht das. Ich bin die falsche Adresse dafür. Oder, wenn das nicht geht, hol dir die Erlaubnis und sprech mit jemandem darüber, der unparteiisch ist. Ich bin dein Kumpel, ich bin deine Freundin, ich Ich neige dazu, natürlich in deine Richtung zu gehen. Und häufig kommen ja dann auch noch die eigenen, vielleicht unverarbeiteten Erfahrungen hinzu. Dann kommt, ah ja, so eine Situation kenne ich und das schafft man nicht und da sollte man sich lieber trennen und das geht nicht. Und da kommen ja dann auch viele eigene, sehr subjektive Dinge hinzu. Das ist natürlich, wenn man mit einem guten Coach, einem guten Therapeuten spricht, anders, weil derjenige in der Ausbildung lernt, nicht zu urteilen, seine eigenen Themen im Laufe der Ausbildung klärt, selbst nicht angetriggert wird. Und so ein großes Trainingsfeld in der Ausbildung ist, dass man eben nicht in diese Befangenheit hineingerät, nicht parteiisch wird, sondern an dem Ziel des Paares. Also, es ist manchmal nicht einfach, aber ablehnen. Spannend ist auch der Punkt, wenn derjenige sagt, erzähl das nicht deinem Partner oder deiner Partnerin, was ich dir jetzt berichte. Geht auch nicht für mich. Also, dieses ein Geheimnis erzählt bekommen, würde ich auch direkt immer ablehnen. Das heißt, bei uns beiden ist das sowieso allen im Umfeld klar, dass das, was dir erzählt wird, zu mir kommt. Das, was mir erzählt wird, kommt zu dir. Und wenn jemand sagt, ich will das nicht, dann ist das ein Geheimnis. Und hören uns in der nächsten Folge wieder. Bis bald. Bis dann.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Ein emotionaler Seitensprung tritt auf, wenn Partnerinnen oder Partner über intime Beziehungsthemen mit Dritten spricht, ohne die Zustimmung des Partners.
  2. Solche Gespräche verletzen das Gefühl der Zugehörigkeit und führen zu einem stärksten negativen Systemgefühl: dem Ausschluss.
  3. Das Gefühl des Ausschlusses entsteht, wenn der andere nicht will, dass etwas über die Beziehung erzählt wird, und das führt zu Entfremdung und Vertrauensproblemen.
  4. Der Auslöser für solche Gespräche kann sein, dass die Beziehung konfliktschwer ist oder dass jemand einen unabhängigen, neutralen Berater sucht.
  5. Es ist wichtig, den Rahmen der Beziehung gemeinsam zu klären, um Grenzen für das Erzählen von intimen Dingen abzustimmen.
  6. Die Nutzung eines neutralen Dritten wie Therapeuten oder Coaches ist sinnvoll, da diese nicht partiegelist und das Paar in einem verbundenen Rahmen unterstützen.
  7. Wenn Beziehungsthemen mit Dritten diskutiert werden, ist dies oft ein Hinweis darauf, dass die beiden nicht mehr offen miteinander kommunizieren können.
  8. Der beste Weg zur Lösung ist die gemeinsame Arbeit an der Verbesserung der inneren Kommunikation, nicht die Abkehr von außen.

Summary:

Ein emotionaler Seitensprung tritt auf, wenn Partnerinnen oder Partner über intime Beziehungsthemen mit Dritten spricht, ohne die Zustimmung des Partners. Solche Gespräche führen zu einem tiefen Gefühl des Ausschlusses, da das Zugehörigkeitsgefühl der Beziehung verletzt wird. Dieses Gefühl ist besonders stark, wenn das Thema nicht gemeinsam abgestimmt wurde.

Die Ursachen dafür können vielfältig sein: beispielsweise mangelnde Kommunikation im Paar, unangenehme Konflikte oder das Bedürfnis nach einem neutralen, vertrauensvollen Gesprächspartner. Der beste Ansatz ist ein gemeinsamer Rahmen für die Gespräche mit Dritten zu entwickeln, bei dem Grenzen klar definiert werden, wo die Beziehung als Verbund nicht mehr respektiert wird. Der Rat, Dinge offenzuhalten, als wäre der Partner dabei, fördert Wertschätzung und vermeidet Verletzungen.

Es ist entscheidend, dass die Beziehung selbst als Raum für Offenheit und Vertrauen aufgebaut wird – nicht durch Außengespräche. Die Lösung liegt nicht im Vermeiden von Gesprächen, sondern in der Entwicklung einer soliden, gemeinsamen Kommunikationskultur. Wenn dieser Rahmen nicht existiert, führt die Abwesenheit von innerer Verbundenheit zu Entfremdung, Konfliktspiralen und mangelnder Körperlichkeit.

Dazu gehört auch die Möglichkeit, durch einen unparteiischen Fachberater eine Unterstützung zu erhalten. In der langfristigen Perspektive muss das Paar lernen, sich gegenseitig zu vertrauen und eigene Themen selbst zu lösen, statt sie an Dritte zu verlagern. Ein solcher Prozess ist nicht einfach, er erfordert Geduld, Selbstreflexion und gegenseitige Bereitschaft.

FAQs

Ein emotionaler Seitensprung entsteht, wenn jemand über beziehungsempfindsame Themen wie Gefühle oder sexuelle Aspekte mit Dritten spricht, ohne die Zustimmung des Partners oder der Partnerin.

Das Gefühl von Ausschluss entsteht, weil es die grundlegende Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit im Paar verletzt, wenn eine Beziehungsthematik außerhalb der Beziehung besprochen wird.

Es handelt sich um intime, beziehungsempfindliche Themen wie Gefühle, Konflikte oder sexuelle Erfahrungen, nicht um oberflächliche Fakten wie neue Käufe oder Freizeitaktivitäten.

Man sollte gemeinsam mit dem Partner entscheiden, welche Themen in der Beziehung besprochen werden dürfen, und stets die Zustimmung des Partners einholen, bevor über persönliche Dinge gesprochen wird.

Ein guter Ratgeber ist ein unabhängiger Therapeut, Coach oder Arzt, der sich nicht emotional mit den Beziehungsthemen einbindet und neutral auf das Wohlbefinden des Paares abzielt.

Es schafft eine Entfremdung, verletzt das Vertrauen und führt oft zu Konflikten, da der Partner sich wie ausgeschlossen fühlt und das gemeinsame Wir-Gefühl schwächt.

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