Emotionaler Seitensprung: Sollte man mit anderen Personen über seine Beziehung, Gefühle und Sex sprechen?
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Ein emotionaler Seitensprung tritt auf, wenn Partnerinnen oder Partner über intime Beziehungsthemen mit Dritten spricht, ohne die Zustimmung des Partners. Solche Gespräche führen zu einem tiefen Gefühl des Ausschlusses, da das Zugehörigkeitsgefühl der Beziehung verletzt wird. Dieses Gefühl ist besonders stark, wenn das Thema nicht gemeinsam abgestimmt wurde. Die Ursachen dafür können vielfältig sein: beispielsweise mangelnde Kommunikation im Paar, unangenehme Konflikte oder das Bedürfnis nach einem neutralen, vertrauensvollen Gesprächspartner. Der beste Ansatz ist ein gemeinsamer Rahmen für die Gespräche mit Dritten zu entwickeln, bei dem Grenzen klar definiert werden, wo die Beziehung als Verbund nicht mehr respektiert wird. Der Rat, Dinge offenzuhalten, als wäre der Partner dabei, fördert Wertschätzung und vermeidet Verletzungen. Es ist entscheidend, dass die Beziehung selbst als Raum für Offenheit und Vertrauen aufgebaut wird – nicht durch Außengespräche. Die Lösung liegt nicht im Vermeiden von Gesprächen, sondern in der Entwicklung einer soliden, gemeinsamen Kommunikationskultur. Wenn dieser Rahmen nicht existiert, führt die Abwesenheit von innerer Verbundenheit zu Entfremdung, Konfliktspiralen und mangelnder Körperlichkeit. Dazu gehört auch die Möglichkeit, durch einen unparteiischen Fachberater eine Unterstützung zu erhalten. In der langfristigen Perspektive muss das Paar lernen, sich gegenseitig zu vertrauen und eigene Themen selbst zu lösen, statt sie an Dritte zu verlagern. Ein solcher Prozess ist nicht einfach, er erfordert Geduld, Selbstreflexion und gegenseitige Bereitschaft.
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten.
In dieser Folge geht es um das Thema emotionaler Seitensprung, sollte man mit anderen Personen
über seine Beziehung, Gefühle oder Sex sprechen.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche
und harmonische Beziehung.
Es ist ganz normal, dass man Einblicke von seinem Leben mit Freunden und der Familie
vielleicht teilt.
Man erzählt häufig von Erlebnissen, von bevorstehenden Zielen und Terminen, von Gefühlen.
Und manchmal berichtet man halt auch über die Beziehung und wie es dort so läuft.
Es wird auch gerne nachgefragt, Mensch, ist bei euch alles in Ordnung, wie geht es euch?
Sodass man schnell in ein Gespräch kommt.
Gerade in engeren Freundschaften kommt es manchmal halt dazu, dass man sich auch gegenüber
der anderen Person emotional selbst. eröffnet, was auch Beziehungsthemen angeht.
Es werden also gar nicht selten intime Dinge erzählt, die die Beziehung betreffen.
Wir möchten euch diesmal zeigen, woher dieses Verhalten kommt und inwiefern ein solcher
emotionaler Seitensprung die Beziehung belasten kann.
Ja, da kann man direkt sagen, wenn man das bewerten möchte, mit anderen kann man über
alles sprechen, was die Beziehung betrifft.
Da gibt es kein Detail, was man nicht erzählen dürfte.
Wenn das abgeht.
Das heißt, wenn beide sich abstimmen und sagen, du pass auf, mit Freundin XY, Freund XY möchte
ich über die und die Themen sprechen, ist das stimmig für dich?
Und der andere sagt, klar, tausche dich mit dem darüber aus, mach das, finde ich gut.
Ich würde das gerne mit XY machen, kann man alles tun.
Das muss einfach nur gemeinsam entschieden worden sein, dass das jetzt den Rahmen der
Beziehung verlässt und mit anderen thematisiert wird.
Wenn das stattfindet, ist das in Ordnung.
Wenn das nicht stattfindet, dann entsteht das Gefühl.
Das Gefühl von Ausschluss.
Ausschluss ist das stärkste negative Systemgesetz sozusagen, also die stärkste Verletzung.
Wir wollen alle uns zugehörig fühlen.
Das heißt, innerhalb der Partnerschaft gibt es eben diesen Zweierverbund, wo sich alles
erzählt wird.
Und wenn man sagt, man möchte aus diesem Zweierverbund Dinge nach außen treten lassen,
dann braucht das immer die Zustimmung des anderen.
Und wenn diese Zustimmung nicht gegeben wurde, dann macht es das Gefühl von Ausschluss.
Später auch bei älteren Kindern genauso eigentlich.
Wenn man Kinder hat und, sag ich mal, die jetzt nicht das Kleinkindalter haben, da finde
ich, kann es auch einen Ausschluss machen.
Also es ist ein grundsätzliches Gefühl, was entstehen kann bei der Familie, also bei
der Paarbeziehung, aber auch in der Familie, wenn etwas weitergetragen wird und der andere
nicht seine Zustimmung dafür gegeben hat.
Absolut.
Also immer dann, wenn man eigentlich über andere spricht und das keine Zustimmung findet.
Das findet ja auch in anderen Bereichen statt.
Also wenn ich schlecht über einen Freund spreche,
dann werde ich vielleicht nicht so gut.
Wenn ich schlecht über einen Freund spreche, dann werde ich vielleicht wohl nicht seine Zustimmung haben.
Das ist ein Ausschlussgefühl.
Also im besten Fall spricht man über andere immer nur in Fakten.
Oder so, als wenn derjenige daneben sitzen würde.
Das ist immer so ein guter Tipp.
Wenn jemand daneben sitzt, dann wird das schon passend sein.
Aber wir greifen vor, wir sind ja am Spoilern.
Wir wollen nur einmal den Rahmen schaffen.
Was ist denn überhaupt ein emotionaler Seitensprung?
Wann würde man das so werten?
Und das würde man dann wahrscheinlich so werten, wenn jemand etwas erzählt ohne die Zustimmung.
Des Partners oder der Partnerin zu haben.
Und da geht es ja auch darum, etwas Intimes zu erzählen.
Also wenn es über Gefühle geht, Probleme geht und so weiter.
Meistens nicht darum, wenn der andere sich etwas Neues gekauft hat oder irgendwas Oberflächliches.
Das wäre ja eher was wieder wie Fakten.
Genau.
So wenn du jetzt einfach erzählst, Florian hat sich einen neuen Rucksack gekauft.
Das sind einfach Fakten.
Das würde ich selber erzählen oder das kann man sehen.
Das ist nichts, was irgendwen groß tangiert.
Aber es geht eben genau um diese Fakten.
Also Beziehungsinterna sozusagen.
Welche Probleme entstehen?
Den ersten Punkt haben wir ja schon besprochen, dass halt intime Gefühle mit einer anderen Person außerhalb der Beziehung besprochen wird.
Das ist ein Problem.
Und Gründe für dieses Verhalten können halt ganz unterschiedlich sein.
Man hat das Gefühl, dass man vielleicht mit dem Partner oder Partnerin nicht darüber gut sprechen kann,
weil da vielleicht der Konflikt auch herrscht und man sich deshalb einen erweiterten Gesprächspartner sucht.
Man hat vielleicht das Gefühl, ob man seiner Freundin,
seiner Mutter, mit seiner Schwiegermutter, mit seiner Tante, wem auch immer,
kann man als Frau vielleicht besser darüber sprechen.
Also dieses geschlechterverbindende Gespräch.
Bei Männern vielleicht genauso, dass man sagt, ich kann mit meiner Frau nicht darüber sprechen,
da spreche ich eher mit meinem Kumpel drüber, der versteht mich.
Oder es handelt sich um Dinge, die man mit dem Partner oder mit der Partnerin nicht besprechen will,
da sie einem selbst unangenehm sind.
Also dass da etwas in der Beziehung abläuft, wo man sagt,
oh, das ist eigentlich nicht so.
Vielleicht müsste ich das mit meinem Partner oder mit meiner Partnerin besprechen,
dann wäre es irgendwie unangenehm.
Und da bräuchte ich jetzt mal einen Tipp, wie ich damit umgehen kann, was auch immer.
Ein Rat von einer unabhängigen dritten Person, wie man so schön sagt, der man vertraut.
Das ist häufig so bei intimen Details oder wenn es um das Thema Sex geht,
dass man das nicht gefühlt mit dem Partner besprechen kann oder der Partnerin.
Naja, das Problem ist da ja schon mal das Wort unabhängig,
weil welcher Freund, welche Freundin, welches Familienmitglied ist denn unabhängig?
Ja.
Weil die haben ja alle letztendlich irgendwie was mit einem näher zu tun
und sind irgendwie mit einem, ja, sind befangen, ne?
Sind irgendwie befangen.
Also wenn das jetzt deine Freundin ist, dann ist sie mehr dir als mir zugehörig,
also ist sie befangen.
Sie würde halt mehr in deine Richtung als in meine Richtung tendieren.
Ja, aber unabhängig ist, glaube ich, in dem Sinne anders gemeint,
in dem Sinne, derjenige ist nicht im Konflikt mit involviert.
Ja, ist er ja meistens schon.
Zwar nicht jetzt wirklich innen drin.
Genau.
Aber trotzdem ja, also ich würde jetzt,
unabhängig auch mit unparteiisch so ein bisschen gleichsetzen
und diese Unparteilichkeit, die ist da ja nicht so ganz gegeben.
Das ist schwierig, ja.
Da ist ja schon eine Parteilichkeit drin.
Deswegen also, wenn man sich einen Rat von einer wirklich unabhängigen
und parteiischen dritten Person sucht,
dann im besten Fall jemand wie ein Therapeut, Arzt, Coach,
also jemand, der wirklich das beruflich macht
und sich da gar nicht emotional mit eingebunden fühlt,
beide Seiten nicht, zu keiner Partei hingezogen,
und einfach sagt, ich möchte euer Ziel erfüllen,
das, was euch als Paar gut tut.
Aber dann natürlich auch wieder mit Zustimmung.
Ja, und da sind wir wieder bei einem ganz wichtigen Punkt,
was wir ja häufig auch in Erstgesprächen haben,
wenn sich einer bei uns meldet und sagt,
ich möchte gern über meine Partnerschaft sprechen
oder Sachen aus der Partnerschaft lösen
und mein Partner oder meine Partnerin möchte das nicht machen
oder kommt später vielleicht mit dazu,
dass wir das immer schon als schwierig empfinden,
weil wir ja bewusst in den Ausschluss gehen würden.
Ja, also da finde ich,
ist auch immer so ein Teil der Professionalität,
was sich dann zeigt, die Konsequenzen zu sehen,
wenn man, gar nicht selten habe ich das erlebt,
in Psychotherapien, wenn Leute erzählen,
ja, ich gehe zur Psychotherapie.
Und unter anderem, weil mich das auch belastet,
besprechen wir auch Beziehungsthemen.
Und dann kommt die Person halt zurück nach Hause abends oder so
und sagt, ja, mein Therapeut oder meine Therapeutin hat gesagt,
du bist so und so ein Mensch und du hast so und so gehandelt
oder wir sollten das so und so machen.
Und häufig sagt andere halt, stopp, die kennt mich doch
oder derjenige kennt mich doch gar nicht.
Ich kann denen sagen, wie ich handel, warum ich so gehandelt habe,
wie wir handeln sollen, wenn ich doch gar nicht mit dabei war.
Ja, das Problem dazu ist ja auch häufig,
dass man in der Beziehung halt zu wenig über diese Dinge spricht
und deswegen diese Gespräche kompensieren möchte.
Jemand anderen braucht, der sich mit einem selbst mal
um die Themen kümmert, die einen gerade bei der Beziehung
bedrücken, beschäftigen und das ist eigentlich ein Warnsignal,
wenn man merkt, dass man mit anderen über seine Beziehung spricht,
dass das in der Beziehung nicht untergebracht werden kann,
weil da gehört es eigentlich hin.
Also es sollte dann eher geschaut werden,
was können wir tun, lernen, verändern,
damit wir innerhalb der Beziehung über diese Themen sprechen können
und im Wir-Gefühl auch das Ganze verändern können.
Denn man mag vielleicht von außen mal Impulse und Tipps reinbekommen,
aber so wirklich lösen,
kann man es nur, wenn man auch dann mit seinem Partner
oder seiner Partnerin spricht.
Die belastenden Themen bleiben dann nämlich weiterhin bestehen.
Man hat dann, das ist ja auch was, was dann gar nicht selten passiert,
dass man sich bei jemandem dann mal so auskotzt
und seinen ganzen Müll so ablässt und was einen gerade alles stört
und dann ist da vielleicht mal gerade so ein bisschen der Druck entwichen,
aber es wird nicht gelöst und nicht verändert.
Im besten Fall tun sich beide eher zusammen und sagen,
ja, das ist bei mir genau so, es ist auch alles gut,
es ist scheiße und passt auch alles nicht so, wie ich mir es wünsche.
Und dann hat man eher, dass die beiden sich dann zusammentun,
Leidensgenossinnen oder Leidensgenossen werden
und dann beide sich von ihrem Leid berichten,
aber beide ja nicht den Weg haben, wie man es löst.
Ich fange an, die Schwierigkeit sehe ich auch immer darin,
wenn es zum Beispiel im familiären oder im engen Freundeskreis ist,
dass es ja sein kann, dass sich vielleicht das Problem
in der Beziehung löst oder verändert,
aber die Person, die man nicht löst,
die man mit einbezogen hat, eine gewisse Brille auf den Partner
oder die Partnerin dann hat.
Das heißt, für einen selber ist das vielleicht erledigt, das Thema,
aber in der nächsten Zeit bringt die Person dann immer wieder Themen rein
und sagt, na ja, aber bist du dir da sicher?
Hat er sich oder sie sich wirklich so verändert?
Oder wenn wieder ein neues Thema kommt, siehst du, guck mal, wegen damals.
Also es ist halt schwierig, weil diese Brille, weil dieser Filter
aufgrund vom Wissen einfach da ist und man diese Person
Entlasten.
halt mit reingenommen hat in die Beziehung
und häufig sie sich
auch nicht wieder rausziehen kann.
Ja, gehen wir an der Stelle jetzt nochmal einen Schritt
weiter. Die Folge heißt ja auch
emotionaler Seitensprung.
Das heißt, bis jetzt haben wir
eher so den Freundes-Bekannten-Kreis
mit drin gehabt, was ja
auch immer mal wieder vorkommt
und für den Partner
oder die Partnerin sehr unangenehm ist,
wenn das eine
erst mal fremde Person ist,
mit der man dann anfängt zu schreiben
und zu sprechen.
Habe ich auch immer mal wieder im Coaching
das Thema, dass jemand
mit einem fremden Mann, einer fremden Frau
sich austauscht, häufig
über irgendwelche Messenger,
manchmal auch in persönlichen Treffen
und das sozusagen
erst mal eine fremde Person ist und die
sich da emotional verbunden
fühlen, weil sie ähnliche
Themen gerade teilen. Häufig auch
bei der Arbeit. Häufig bei der Arbeit.
Oftmals gar nicht mit dem Ansatz,
dass die beiden sich dann wirklich
anziehen finden und sagen, wir wollen jetzt
miteinander vielleicht dann
fremdgehen, Affäre,
Beziehung, irgendwas, sondern einfach
so dieses, wir sind Leidensgenossen,
uns verbinden, das Gleiche, sich verstanden
fühlen. Aber das macht eben
auch ein Ausschlussgefühl und
verletzt den Partner, die Partnerin,
wenn jemand sagt,
ich kann mit dir nicht sprechen, aber von
der Frau habe ich mich verstanden gefühlt.
Genau, und kriegt dann regelmäßig Nachrichten
am Abend oder
so weiter, dass der andere sagt, du hängst
nur noch am Handy und schreibst Nachrichten
mit der anderen Person. Ist ja kein Wunder, dass wir nicht mehr
miteinander sprechen können oder was erzählst du der
Person, dann schickst Bilder von dir, was auch
immer. Auf Dauer kann es
halt auch zur Enttäuschung dann kommen, um mangelnden
Vertrauen. Man fühlt sich hintergangen in der
Beziehung, gerade dann, wenn halt
ans Licht kommt, dass in die Details
mit Dritten besprochen werden.
Dann kann es halt durch diese
Zerrissenheit in der
emotionalen Verbundenheit zu einer
Art Entfremdung kommen, dass jeder nachher so ein
bisschen sein Ding macht. Also jeder sieht es
ein eigenes Netzwerk aufbaut, man zwar
noch in einer Partnerschaft ist, aber eigentlich den anderen
nicht mehr wirklich so
als Gesprächspartner wahrnimmt.
Und das ist meistens auch
der schwierige Part,
wo beide dann so auch
alle anderen Sachen so runterfahren. Also
die Körperlichkeit,
dass man nicht mehr investiert in Beziehungen,
weil man kein Wir-Gefühl hat,
weil man sagt, man fühlt sich
von dem anderen gar nicht wahrgenommen,
da kommt gar nichts mehr zurück.
Und dann kommt es häufig zu einer Konfliktspirale,
und dann damit auch zu ständigem Streit.
Ja, unser Gehirn liebt
das einfache und möglichst wenig
Widerstand. Wenn ich natürlich mit meiner
Partnerin oder meinem Partner über manche Themen
nicht so gut sprechen kann, beziehungsweise
diese Themen dann auch ein gewisses
Konfliktpotenzial haben, oder
man auch natürlich dann Veränderungsprozesse
besprechen und
eingehen muss, dann ist das
für uns erstmal wesentlich anstrengender,
als vielleicht einen Leidensgenossen zu
haben, mit dem ich dann mich über
einen Messenger austausche und derjenige mir
zustimmt und sagt, ja stimmt,
dir geht es da wirklich nicht so gut in dem Punkt,
mir geht es da auch immer nicht so gut, und
man dann eher dadurch wieder diese
Verbundenheit hat, das ist eben der einfachere
Weg. Unser Gehirn mag
einfache Wege, will davon immer mehr,
das heißt, die Wahrscheinlichkeit ist groß,
dass man immer mehr Themen
mit diesen Personen dann austauscht,
als in der eigenen Beziehung,
und in der Beziehung dadurch sich die
Konfliktthemen anhäufen und
stärker werden, und dadurch
die Konfliktspirale immer größer
wird.
Als nächsten Schritt würde man dann die Beziehung irgendwann
hinterfragen und die eigenen Gefühle hinterfragen
und fragt sich dann natürlich
auch, wie soll es in der Zukunft weiter
gehen? Also ist es ein Weg,
die Gespräche mit Freunden
zu beenden?
Ist es
aber schon vielleicht so weit, dass das Vertrauen so sehr
erschüttert ist, dass man der eigenen
Beziehung vielleicht auch nicht mehr
einen Sinn gibt und dann den Weg der Trennung
geht?
Wir haben euch zu diesem Thema,
wieder ein Workbook erstellt,
das heißt, ihr könnt in den Shownotes mal
schauen, dort findet ihr den Link
zu unseren Workbooks, zu den Podcast-Folgen,
das sind so zwei, drei Seiten, die
euch dabei helfen, die ein oder andere Aufgabe
zur Selbstreflexion
zu lösen und euch näher anzuschauen.
Ansonsten freuen wir uns natürlich,
wenn ihr euch bei uns fürs Telefonische
Erstgespräch auf der Website eintragt,
falls ihr Unterstützung braucht
und wir euch dann im Coaching
begleiten dürfen.
Lasst uns mal schauen, welche Lösungen wir haben.
Welche Lösungsansätze gibt es, also welche
Schritte gibt es, um den emotionalen
Seitensprung zu verarbeiten?
Der erste Schritt wäre natürlich
wieder aussprechen, was ist,
also aussprechen
vor dem Partner, der Partnerin, dass man mit
Freunden oder wem auch immer über
Beziehungsdetails gesprochen hat,
um dann gemeinsam
auf eine Lösung zu schauen.
Also erstmal natürlich klar zu sagen,
was passiert ist. Es kann auch sein, dass sich
das häufig spiegelt, dass der andere dann auch sagt,
ja, ich habe auch mit dem und dem Personen drüber
gesprochen, aber dass man das Thema
erstmal in den Vordergrund stellt, was passiert ist
und warum man darauf gekommen ist.
Meistens, weil man irgendwann selber eine negative
Auswirkung davon schon gespürt hat.
Ja, und da versuchen wir gefühlt zu bleiben
und zu sagen, Mensch, das ist für uns
beide ja eine Art Warnsignal,
dass da in unserer Beziehung was nicht so gut gelaufen
ist. Lass uns mal schauen, was die
Ursachen sind, die entsprechenden
Systemgesetzverletzungen
lösen, die entstanden sind
und dann eben gucken, was können wir tun, lernen,
verändern, damit in Zukunft das
nicht gebraucht wird, dass wir mit anderen
über unsere Beziehungsdetails
sprechen oder über Dinge sprechen,
bei denen es uns gerade nicht so gut geht,
sondern dass wir die Möglichkeit haben, das
vertrauensvoll und offen innerhalb der
Beziehung zu tun.
Dann geht es natürlich auch darum, einen Rahmen
zu entwickeln, also
wie viel darf man mit anderen
über die Beziehung sprechen, dass man
da so einen Rahmen für sich festlegt,
damit man auch einfach zu Grenzen weiß,
wo, ab wann fühlt der andere,
sich ausgeschlossen
und was ist noch in Ordnung, weil das ist für jeden
anders. Für manche Menschen
ist der Ausschluss
erst ab einem viel späteren Punkt,
ab einem viel intimeren Punkt. Für manche
Menschen ist das schon recht frühzeitig so, dass
sie sagen, nee, das ist mir unangenehm,
das möchte ich gerne, dass wir das besprechen,
das hat bei anderen nichts verloren, dass man
da einfach für sich einen gemeinsamen Rahmen hat,
ab welchem Punkt ist das
etwas, was den anderen verletzt, wenn man darüber
spricht. Und da kommen wir, glaube ich,
nochmal zu dem Punkt, was du im
Anfang sagtest, dass man
das als Strategie gut nehmen kann,
immer innerlich so
nur zu sprechen, als wenn
der andere mit im Raum wäre.
Das hat auch viel mit Wertschätzung
zu tun, weil häufig
sprechen wir halt wertschätzender,
wenn der andere mit dabei ist, weil wir ihn ja nicht
verletzen wollen. Also
gehen vielleicht nicht in Details
mit einer Wertung rein oder so, sondern
reden in der Kommunikation offener
und diesen Punkt bewusst innerlich immer
vorzuholen und zu sagen, wie würde ich
das denn, das Thema,
wenn ich es hervorbringen würde,
wenn das vielleicht okay wäre, in einer
Wertschätzinhaltung besprechen, nämlich so,
wie als wenn der andere neben mir sitzen würde
und so, dass der andere kein ungutes
Gefühl bekommen würde.
Ja, genau.
Und das zeigt ja schon, dass ganz viele Themen,
um die es jetzt gerade bisher drehte,
gar nicht woanders angesprochen werden
können, weil wenn es irgendetwas
gibt, was mich davon
abhält, dir etwas persönlich zu
sagen, dann kann
ich ja gar nicht mit jemand anderem darüber sprechen,
weil ich müsste ja so mit dem sprechen,
als wärst du dabei. Und wenn du dabei
wärst, könnte ich es ja gar nicht sagen. Kann ich ja
schon nicht. Also das heißt, das schließt sich häufig
aus, dass man über diese Themen
spricht, wenn man dann eben in der
Beziehung nicht drüber sprechen kann.
Wie könnte man das mal so reinbringen,
wie man das auch lösen könnte vielleicht?
Vielleicht kannst du ja
nochmal berichten, wie das ist,
wenn andere einem etwas erzählen, was
persönlich ist. Ob man das der eigenen Partnerin,
dem eigenen Partner weitererzählen kann.
Sollte.
Ob man das dem eigenen Partner weitererzählt?
Also wenn einem jetzt zum Beispiel
in einer Freundschaft, wenn wir jetzt mal den Blickwinkel ändern,
du sagtest ja vorhin, die
Person wird
etwas berichtet
aus einer Beziehung heraus,
aber wie das dann ist, wenn man die Person ist,
wo das ankommt.
So meinst du das?
Ja, die Antwort ist eigentlich
ablehnen. Also normalerweise
ist es so, dass wir uns das nicht anhören dürfen,
dass das wäre der
Idealfall, nach Lehrbuch sozusagen,
dass man abklärt,
Mensch, ist das für deinen Partner,
für deine Partnerin in Ordnung,
dass wir über das Thema sprechen?
Hast du da sozusagen die Zustimmung
dafür? Und wenn der nicht sagt, nee, nee, das
weiß der gar nicht, dann ist
das schwierig. Dann sollte man sich das
nicht anhören, sondern sagen,
du, pass auf, damit begehen wir gerade einen
Ausschluss. Das möchte ich nicht, das können wir
nicht tun. Weil es eben auch für den, der
es sich anhört, negative Konsequenzen
hat, in Form von,
das haben wir
immer mal wieder, dass jemand dann sagt, ich möchte
ganz gerne, dass XY nicht mehr
zu uns kommt, weil die hat sich
zu viel über mich angehört. Die hat
über mich jetzt ein ganz merkwürdiges Bild, glaube ich.
Das ist mir unangenehm, wenn die jetzt wieder zu uns
kommt. Das heißt, an diesem Ausschluss
sollte man sich, wenn möglich,
nicht beteiligen.
Das ist nicht so einfach, weil wir alle
ja durchaus Lust auf
Sensationen und Themen haben und uns
das ja auch gewohnt sind
durch die Boulevardpresse, dass das
wir gerne negative Dinge
uns anhören. Oder weil man auch dem
anderen vielleicht helfen möchte. Dass man dem anderen
auch helfen möchte, also nicht nur Sensation
und Neugierde, sondern eben auch vielleicht helfen
wollen. Aber tatsächlich ist häufig die
beste Hilfe zu sagen, du, klär
das mal mit deiner Frau, klär das mal mit deinem Mann,
setzt euch zusammen, besprecht das.
Ich bin die falsche Adresse dafür.
Oder, wenn das
nicht geht, hol dir die Erlaubnis und
sprech mit jemandem darüber, der unparteiisch
ist. Ich bin dein Kumpel,
ich bin deine Freundin, ich
Ich neige dazu, natürlich in deine Richtung zu gehen.
Und häufig kommen ja dann auch noch die eigenen, vielleicht unverarbeiteten Erfahrungen hinzu. Dann kommt, ah ja, so eine Situation kenne ich und das schafft man nicht und da sollte man sich lieber trennen und das geht nicht.
Und da kommen ja dann auch viele eigene, sehr subjektive Dinge hinzu. Das ist natürlich, wenn man mit einem guten Coach, einem guten Therapeuten spricht, anders, weil derjenige in der Ausbildung lernt, nicht zu urteilen, seine eigenen Themen im Laufe der Ausbildung klärt, selbst nicht angetriggert wird.
Und so ein großes Trainingsfeld in der Ausbildung ist, dass man eben nicht in diese Befangenheit hineingerät, nicht parteiisch wird, sondern an dem Ziel des Paares.
Also, es ist manchmal nicht einfach, aber ablehnen.
Spannend ist auch der Punkt, wenn derjenige sagt, erzähl das nicht deinem Partner oder deiner Partnerin, was ich dir jetzt berichte.
Geht auch nicht für mich. Also, dieses ein Geheimnis erzählt bekommen, würde ich auch direkt immer ablehnen.
Das heißt, bei uns beiden ist das sowieso allen im Umfeld klar, dass das, was dir erzählt wird, zu mir kommt. Das, was mir erzählt wird, kommt zu dir.
Und wenn jemand sagt, ich will das nicht, dann ist das ein Geheimnis.
Und hören uns in der nächsten Folge wieder.
Bis bald.
Bis dann.
Podcast Summary
Key Points:
Ein emotionaler Seitensprung tritt auf, wenn Partnerinnen oder Partner über intime Beziehungsthemen mit Dritten spricht, ohne die Zustimmung des Partners.
Solche Gespräche verletzen das Gefühl der Zugehörigkeit und führen zu einem stärksten negativen Systemgefühl: dem Ausschluss.
Das Gefühl des Ausschlusses entsteht, wenn der andere nicht will, dass etwas über die Beziehung erzählt wird, und das führt zu Entfremdung und Vertrauensproblemen.
Der Auslöser für solche Gespräche kann sein, dass die Beziehung konfliktschwer ist oder dass jemand einen unabhängigen, neutralen Berater sucht.
Es ist wichtig, den Rahmen der Beziehung gemeinsam zu klären, um Grenzen für das Erzählen von intimen Dingen abzustimmen.
Die Nutzung eines neutralen Dritten wie Therapeuten oder Coaches ist sinnvoll, da diese nicht partiegelist und das Paar in einem verbundenen Rahmen unterstützen.
Wenn Beziehungsthemen mit Dritten diskutiert werden, ist dies oft ein Hinweis darauf, dass die beiden nicht mehr offen miteinander kommunizieren können.
Der beste Weg zur Lösung ist die gemeinsame Arbeit an der Verbesserung der inneren Kommunikation, nicht die Abkehr von außen.
Summary:
Ein emotionaler Seitensprung tritt auf, wenn Partnerinnen oder Partner über intime Beziehungsthemen mit Dritten spricht, ohne die Zustimmung des Partners. Solche Gespräche führen zu einem tiefen Gefühl des Ausschlusses, da das Zugehörigkeitsgefühl der Beziehung verletzt wird. Dieses Gefühl ist besonders stark, wenn das Thema nicht gemeinsam abgestimmt wurde.
Die Ursachen dafür können vielfältig sein: beispielsweise mangelnde Kommunikation im Paar, unangenehme Konflikte oder das Bedürfnis nach einem neutralen, vertrauensvollen Gesprächspartner. Der beste Ansatz ist ein gemeinsamer Rahmen für die Gespräche mit Dritten zu entwickeln, bei dem Grenzen klar definiert werden, wo die Beziehung als Verbund nicht mehr respektiert wird. Der Rat, Dinge offenzuhalten, als wäre der Partner dabei, fördert Wertschätzung und vermeidet Verletzungen.
Es ist entscheidend, dass die Beziehung selbst als Raum für Offenheit und Vertrauen aufgebaut wird – nicht durch Außengespräche. Die Lösung liegt nicht im Vermeiden von Gesprächen, sondern in der Entwicklung einer soliden, gemeinsamen Kommunikationskultur. Wenn dieser Rahmen nicht existiert, führt die Abwesenheit von innerer Verbundenheit zu Entfremdung, Konfliktspiralen und mangelnder Körperlichkeit.
Dazu gehört auch die Möglichkeit, durch einen unparteiischen Fachberater eine Unterstützung zu erhalten. In der langfristigen Perspektive muss das Paar lernen, sich gegenseitig zu vertrauen und eigene Themen selbst zu lösen, statt sie an Dritte zu verlagern. Ein solcher Prozess ist nicht einfach, er erfordert Geduld, Selbstreflexion und gegenseitige Bereitschaft.
FAQs
Ein emotionaler Seitensprung entsteht, wenn jemand über beziehungsempfindsame Themen wie Gefühle oder sexuelle Aspekte mit Dritten spricht, ohne die Zustimmung des Partners oder der Partnerin.
Das Gefühl von Ausschluss entsteht, weil es die grundlegende Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit im Paar verletzt, wenn eine Beziehungsthematik außerhalb der Beziehung besprochen wird.
Es handelt sich um intime, beziehungsempfindliche Themen wie Gefühle, Konflikte oder sexuelle Erfahrungen, nicht um oberflächliche Fakten wie neue Käufe oder Freizeitaktivitäten.
Man sollte gemeinsam mit dem Partner entscheiden, welche Themen in der Beziehung besprochen werden dürfen, und stets die Zustimmung des Partners einholen, bevor über persönliche Dinge gesprochen wird.
Ein guter Ratgeber ist ein unabhängiger Therapeut, Coach oder Arzt, der sich nicht emotional mit den Beziehungsthemen einbindet und neutral auf das Wohlbefinden des Paares abzielt.
Es schafft eine Entfremdung, verletzt das Vertrauen und führt oft zu Konflikten, da der Partner sich wie ausgeschlossen fühlt und das gemeinsame Wir-Gefühl schwächt.
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