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Emotionale Nähe aufbauen: 3 Tipps von Paartherapeuten

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Emotionale Nähe aufbauen: 3 Tipps von Paartherapeuten

Emotionale Verbundenheit ist ein entscheidender Faktor für ein glückliches und harmonisches Paarleben, der oft im Unterbewusstsein existiert und nur in bestimmten Momenten bewusst wahrgenommen wird. Die Beziehung verläuft in Wellen – manche Phasen sind durch Stress, Kinder, Beruf oder Konflikte geprägt, wobei die emotionale Nähe verloren geht. Um sie wiederherzustellen, ist es wichtig, den Punkt zu finden, an dem es zuletzt gut war, und die Ursachen für die Verschlechterung zu analysieren. Nur durch offene Kommunikation, Verarbeitung von Konflikten und wertschätzende Rituale kann eine echte emotionale Nähe aufgebaut werden. Kompromisse, die auf Harmonie ausgerichtet sind, führen oft zu faulen Lösungen und verstärken die Abwesenheit von Vertrauen. Eine tiefgreifende Wiederherstellung erfordert, dass beide Partner die Verletzungen erkennen, verarbeiten und gemeinsam auf eine neue, stärkere Beziehung hinarbeiten. Es besteht die Gefahr, dass ein Partner sich emotional außerhalb der Beziehung verliert und auf eine andere Beziehung zugeht, was zu weiteren Konflikten führt. Dazu gehört auch, dass die beiden sich im Alltag bewusst für emotionale Nähe einsetzen – etwa durch kurze, kreative Momenten, Anerkennung oder die Wiederherstellung von früheren, liebevollen Erinnerungen. Ein stabiles Fundament ist dabei entscheidend, um langfristig die emotionale Verbundenheit im Leben zu erhalten.

Transcription

6758 Words, 40538 Characters

German
Wann hast du dich das letzte Mal mit mir eng emotional verbunden gefühlt? Lass mich kurz überlegen. Gestern oder vorgestern kommt mir sofort ein Impuls hoch. Denn du bist ja aktuell so gütig, stehst etwas früher auf und machst unserem Sohn und dann auch wenn du eh dabei bist, mir eine kleine Brotdose fertig, was wir jetzt so gerade ganz neu haben. Und da war in der Brotdose eine kleine Liebesnachricht von dir auf einem Zettel. Und das ist natürlich dann ein Moment, der neben anderen, wo man sich eh emotional verbunden fühlt, aber wo das dann so ins Bewusstsein auch kommt. Also ich denke, wir beide würden sagen, wir fühlen uns ja häufig emotional verbunden, aber eher im Unterbewusstsein, dass das eben so da ist. Und das sind die Momente, wo einem das ins Bewusstsein geholt wird. Gegenfrage. Ich habe gehofft, dass du nicht fragst. Das letzte Mal so gefühlt. Nein, nein, mir fällt was ein. Aber ich weiß nicht mehr, wann das genau war. Also es war letzte Woche, ich glaube, am Wochenende, am Freitag. Da waren wir noch im Büro und hatten noch ein Gespräch mit einer anderen Person per Zoom hier im Büro zusammen. Und da sind wir beiden zusammen nach Hause gegangen. Also das war ein privater Gesprächsraum. Da haben wir das Büro genutzt, um Ruhe zu haben. Unser Sohn war dann eben versorgt zu Hause. Und dann sind wir zurückgegangen und da habe ich mich emotional verbunden gefühlt. Da habe ich das Gespräch und die Art und Weise, wie wir beide so verbunden waren in dem Gespräch, jetzt sehr positiv empfunden habe. Und da habe ich ganz doll das Gefühl von Vertrautheit, Zugehörigkeit gemerkt auf dem Weg so nach Hause. Das habe ich dir auch erzählt in dem Moment, also auch gesagt. Und das fällt mir so spontan ein. Die emotionale Verbundenheit ist also. Also eigentlich etwas, was im Wir-Gefühl, ähnlich wie die Liebe, irgendwie immer da sein sollte und unbewusst das Paar verbindet. Und was man sich dann immer wieder ins Bewusstsein holen sollte und das eben ausspricht, sich signalisiert und dem anderen das eben auch zeigt, so wie eben auch man dem anderen zeigt, dass man ihn liebt, wird es auch gebraucht, dass man sich zeigt, dass man sich emotional verbunden fühlt. Schön, dass ihr bei dieser Folge dabei seid. Ihr seid im Podcast der Lebensidealisten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise, hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Meiner Meinung nach ist emotionale Nähe ein entscheidender Faktor, wenn es um das Wohlbefinden in der Beziehung geht. Also wenn ich mich mit einer anderen Person gut emotional verbunden fühle, dann. Habe ich ja so eine ganz besondere Stimmung, dass ich denke, so der andere ist mir wohlgesonnen, ich bin in Sicherheit, ich kann mich fallen lassen, da ist ganz viel Vertrautheit. Man hat vielleicht auch das Gefühl, man hat so Insider, die einen so zusammenbringen, gemeinsame Situationen, Lebensmomente in Erinnerung. Und es ist völlig normal, dass das nicht dauerhaft in der Beziehung immer so ist, dass man 100% emotionale Verbundenheit hat. Aber wichtig ist, dass, wie du schon vorhin sagtest, so eine Einleitung ja auch diese Grund, emotionale Verbundenheit eigentlich da ist, die unbewusst abläuft, und man sich das aber immer wieder vornehmen darf, diese emotionale Verbundenheit im Bewusstsein zu haben und immer wieder herzustellen. Ja, die Frage ist, wie wird das im Alltag gelebt? Also dieses Grundgefühl ist da, aber die Frage ist, wie viel Platz findet das im Alltag? Da gibt es ja so typische Momente, wo es dann schwierig ist, so typische Umbrüche im Leben, man saniert sein Haus oder man bekommt Kinder, die Bedürfnisse der Kinder sind erstmal im Vordergrund und man ist erstmal mehr Elternpaar als Liebespaar. Man hat sehr viel Stress vielleicht, Konflikte auf irgendeiner Ebene mit anderen am Arbeitsplatz und da merkt man dann vielleicht, dass entweder die emotionale Verbundenheit in einer Welle gerade schwieriger ist oder gerade besonders stark ist, weil man sich vielleicht gemeinsam noch intensiver verbündet und schaut, wie kriegen wir jetzt, wie ist gerade das Thema, was auf uns zugekommen ist, das Problem, was bei der Arbeit besteht, das Thema, was man in der Schule hat, was auch immer da gerade ein Problem macht, wir kriegen das gemeinsam gut bewältigt und das macht natürlich mehr emotionale Nähe, Verständnis, Wir-Gefühl, wir ziehen an einem Strang, genau. Ja, wie gesagt, die Prioritäten sind ja manchmal so im Leben, dass sie sich davor schieben und es gibt Momente, da muss man einfach sagen, da ist die Priorität dann woanders, da hat man vielleicht nicht den Fokus, Fokus auf der Beziehung, da ist das Leben so am Laufen und das haben wir ja auch ganz häufig bei Paaren, die zu uns ins Coaching kommen, dass wir reden ja immer von dieser Lücke, die dann entsteht, wenn diese emotionale Nähe oder emotionale Verbundenheit, nennen wir das ja auch, nicht da ist und das kann kurzweilig natürlich mal sein, aber gefährlich wird es ja, wenn es länger so ist und wenn man nicht im Bewusstsein hat, ich möchte wieder in diesen Zustand zurück von der Verbundenheit, sondern man lässt das so laufen, und darüber wollen wir in dieser Podcast-Folge dann genauer sprechen, wie findet man denn zur emotionalen Nähe zurück, wenn man das Gefühl hat, das ist gerade eher im Mangel, wir haben gerade eher so eine Welle nach unten, oder haben vielleicht auch schon längere Zeit das Gefühl, wir kommen da aus dieser Welle gar nicht mehr nach oben, die Wellen sind noch da, aber alle irgendwie so ein bisschen im Minus mehr, gar nicht mehr so richtig im Plus-Bereich, da wollen wir uns heute mit befassen, wie man das wieder in den positiven Bereich bringen kann. Wir haben uns überlegt, dass wir mal ein Beispiel hervorbringen möchten, was sehr, sehr häufig in unseren Coachings so oder so ähnlich vorkommt, also wir haben jetzt kein konkretes Paar, was wir sozusagen mitgebracht haben als Beispielpaar, sondern eine Situation, die auf sehr viele Paare passend ist. Stellen wir uns nämlich mal vor, ein typisches Paar vielleicht in den 30ern, 40ern und haben kleine Kinder und genau das, was wir vorhin sagten, passiert dann da, dass die Prioritäten für, eine recht lange Zeit häufig, gerade wenn ein zweites Kind schnell hinterherkommt, häufig auf den Kindern liegt, man muss neue Routinen aufbauen, man ist davon vielleicht auch überwältigt, so viele Bedürfnisse erstmal zu stillen, Elternzeit, der eine arbeitet, es ist vielleicht wuselig zu Hause, Schlafrhythmus, was auch immer, alles kommt so zusammen und dann berichten viele Paare, dass sie rückblickend häufig sagen, da haben wir uns eigentlich schon verloren, also da, da haben wir uns eigentlich schon verloren, da war kaum emotionale Nähe und mit emotionaler Nähe meinen wir ja nicht nur körperliche Nähe, sondern ja auch Kommunikation, wie ist der Austausch, gibt es uns noch als Paar, reden wir auch noch über andere Dinge als über unsere Kinder oder über unser Verwalten des Lebens und das erleben wir dann ja immer wieder, dass diese emotionale Nähe zwar schon wahrgenommen wird in dem Moment, aber vor allen Dingen rückblickend wahrgenommen wird. Und dann reflektieren ja viele und berichten, dass sie sich eher wie ein gutes Team, eine solide WG, ein Geschwisterpaar fühlen, also dass man sagt, wir haben zwar Verbundenheit, aber eben nicht mehr auf der Ebene des Liebespaars, der Romantik und so weiter, sondern eher auf dieser Team-Ebene und da ist das Schöne, wenn beide dann so das verändern wollen und ins Coaching zum Beispiel bei uns gehen, erleben wir, dass wenn beide sagen, unser Ziel ist, die emotionale Nähe wieder herzustellen, Verbundenheit aufzubauen, vor allen Dingen aber auch, was eben begleitend häufig eine Ursache ist, sind Konflikte und Streitigkeiten, die eben emotionale Nähe verhindern oder auch verhindern, dass man das wieder zurückgewinnt, wenn man diese Konfliktspirale verarbeitet hat, dass man dann letztendlich zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit auch wieder in die emotionale Nähe zurückfindet, wenn beide sich sicher sind, dass sie die Beziehung wirklich so erhalten und retten möchten. Schwieriger ist es, wenn einer oder beide sagen, ich bin mir da total unsicher, ob überhaupt noch Liebe da ist und noch ausreichend Basis im Gefühl für unsere Beziehung, dann ist die Quote natürlich schwieriger. Und was manchmal natürlich auch schwierig ist, ist, wenn die Wahrnehmung so ist, dass jemand sagt, ich verstehe gar nicht, warum du dir Hilfe holen möchtest, weil wir streiten jetzt ja gar nicht so doll. Also viele machen auch eine gute Beziehung daran fest, dass sie sich nicht so gut verhalten, dass sie sagen, wir sind ja nicht das Paar, was sich hier anschreit oder wo irgendwie die Türen knallen. Aber nur weil man nicht das Paar ist, was sich anschreit, heißt ja nicht, dass alles gut ist. Und emotionale Verbundenheit, wenn man da ein Mangelgefühl drin hat, dann merken das viele Menschen, dass sie sich alleine fühlen. Also dass sie das Gefühl haben, ich mache hier mein Ding alleine zu Hause mit den Kindern oder ich fühle mich alleine oder ich spreche lieber mit einer Freundin oder mit meinen Eltern. Also man ist in diesem Teamgefühl eigentlich nur im Alltag aber nicht in diesem Teamgefühl, wie du schon sagst, als Liebespaar oder man hat das Gefühl auch häufig, dass dem anderen das egal ist. Da sind wir ja bei Interpretation, dass wir das Verhalten des anderen versuchen dann zu analysieren und zu sagen, ja, dich interessiert das nicht. Du fragst ja auch nicht nach. Deswegen ist ja kein Wunder, dass wir dann kein Liebespaar-Gefühl mehr haben, weil du liebst mich ja eigentlich gar nicht mehr. Was total helfen kann, ist natürlich da wieder die offene Kommunikation und das Bewusstsein darüber, dass sowas in Wellen vorliegt. passiert und auch abnimmt, wenn man sich nicht bewusst darum kümmert. Wir haben das ja selber, dass wir in einigen Phasen bewusst sagen, da verzichten wir zugunsten anderer Lebensbereiche auf die Nähe. Zum Beispiel, wenn wir so einen Sprint bei der Arbeit hinlegen oder auch in der Vergangenheit häufig so Sprints mal hatten, haben wir gesagt, da verzichten wir sozusagen bewusst auf ein bisschen Paarzeit, wissen dann, dass Nähe dadurch reduziert wird. Aber haben das von vornherein sozusagen offen ausgesprochen, gemeinsam entschieden, uns überlegt, ob wir das so tun wollen oder nicht und dann wiederum auch den Ausstiegspunkt definiert, also eine feste Zeit genommen. Zwischen acht und zwölf Wochen ist das immer ganz gut aushaltbar. Dann fängt es an, Konsequenzen zu machen bei vielen, sodass wir diese Sprints immer so auf acht bis zwölf Wochen begrenzt haben und gesagt haben, dann müssen wir aussteigen und dann braucht es aber auch einen Ausgleich. Also im besten Fall geht es dann nicht zurück und man sagt, jetzt ist dann, das ist es gewesen, man hat jetzt so ein Tief in der Nähe gehabt und kommt dann wieder auf die normale Welle zurück, sondern es ist eben eine Welle, das heißt, man muss einen Ausgleich haben, es muss wieder ein bisschen deutlicher nach oben gehen, das heißt, man fokussiert die Beziehung eine Zeit lang intensiver, um das auszugleichen. Und wenn das Fundament stabil ist, dann kann man das auch relativ schnell und gut ausgleichen. Also ich erinnere mich jetzt auch dran, wir kommen ja auch gerade aus einer Phase, die für uns beide sehr herausfordernd ist, aus verschiedenen Gründen und jetzt hat ich gerade Geburtstag und da hast du mir zum Geburtstag zum Beispiel eine Hotelübernachtung geschenkt. In einem Hotel, was ich immer mal angucken wollte, was ich in der Gegend bei uns sehr schön finde und wo ich auch schon ein bisschen drüber erzählt habe und wo wir beide nur hinfahren, also wo wir zu zweit unterwegs sind und das bewusst auch zu sagen, okay, das organisieren wir so, das ist unser Ausgleich, damit wir auch wieder das Gefühl haben, wir haben mal Zeit für uns. Aber was sind so typische Lösungsansätze, die von vielen vielleicht schon probiert worden sind, die aber nicht helfen? Da kommen wir gleich direkt zu, an dieser Stelle einmal kurz der Hinweis, wenn du uns noch nicht bei Spotify oder Apple bewertet hast oder uns bei YouTube noch nicht abonniert hast, wenn du dies hier als Video schaust, dann würden wir uns sehr über deine Bewertung oder dein Abo freuen, weil das für uns so eine Art Feedback und Signal ist, dass wir dir und euch passenden Mehrwert liefern, mit dem ihr was anfangen könnt, der euch weiterbringt. Also was zum Beispiel nicht hilft, ist natürlich mehr von dem zu tun, was eh schon nicht geholfen hat. Also wenn bisher man in Gesprächen da nicht vorangekommen ist und in der Kommunikation miteinander keine Lösung findet, dann helfen mehr Gespräche darüber auch nicht, dass man sich jeden Tag austauscht, dann liegt es wahrscheinlich an der Art und Weise, wie man miteinander spricht oder welche Ideen man entwickelt, das zu verändern. Dann braucht es eher geführte Reflexionsgespräche, neue Impulse von außen, eine andere Art und Weise, darüber zu sprechen, neue Blickwinkel. Das heißt, wenn man etwas macht, wo man merkt, das funktioniert nicht, dann hilft mehr auch nicht. Ich hatte gerade im Coaching auch jemanden, der sehr zu Übertreibungen dann geneigt hat und die Dinge alle intensiver ausspricht, als sie wirklich sind und alles so ein bisschen drastischer, dramatischer formuliert, mit dem Wunsch natürlich gehört zu werden, weil er mit dem Aussprechen dessen, was er wirklich fühlt, nicht gehört wurde, war so ein Gedanke, wenn ich jetzt drastischer werde, in dem, wie ich es sage, werde ich vielleicht gehört. Aber es hat eben auch nicht geholfen, sondern macht eher auf der anderen Seite die Mauer noch mehr zu, weil man dann sagt, hey, da kommt gerade eine Dramatik auf mich zu, das kann ich gar nicht annehmen. Und es kommt also darauf an, an der Stelle die Art und Weise zu verändern und nicht die Intensität zu erhöhen. Ein zweiter Punkt der häufig probiert wird, ist wir versuchen jetzt möglichst viele Kompromisse zu finden. Also zu sagen, wir sind zu viel im Konflikt, lass uns doch bitte jetzt einfach auf die Harmonie gucken und Kompromisse schließen. Wir müssen hier eine Lösung finden, also müssen wir einen Kompromiss finden. Und dieser Ansatz ist extrem anfällig dafür, dass man faule Kompromisse eingeht. Weil man ja so im Grund hat, dass man sagt, man möchte einen Kompromiss finden, achtet nicht mehr auf stimmig und unstimmig. Und dann ist es ganz schwierig, mit diesem Kompromiss auf Dauer zu leben. Weil irgendwann merken wir, das war nicht so ganz stimmig, das halte ich nicht durch, das fühlt sich nicht gut an. Aber ich bin diesem Kompromiss ja eingegangen, dann entsteht Unzufriedenheit, wir versuchen es vielleicht noch mal zu deckeln, indem wir sagen, naja, aber das ging ja nicht anders, wir müssen das jetzt so machen. Und da ist es so ein bisschen, was du eben auch schon sagtest, wenn es nicht gut ist, sollte man davon nicht einfach mehr machen. Also man sollte nicht vor einmal anfangen, ganz viele Kompromisse zu schließen aufgrund der Harmonie, sondern zu schauen, gibt es Kompromisse, wo wir wirklich eine Stimmigkeit für beide finden und die dann zu schließen. Aber können wir auch einfach sagen, okay, an diesem Punkt sind wir uns gerade nicht einig. Wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind und wir machen jetzt an diesem Punkt aber nicht weiter, weil wir sagen, wir müssen jetzt unbedingt einen Kompromiss finden. Ja, du sagtest es, also wenn da ein Muss drin steckt und man quasi einen Kompromiss finden muss aufgrund von Druck, den man verspürt, dann wird es häufig eher ein fauler Kompromiss und das ist dann eben schwierig. Und dann hat man vielleicht das Gefühl, dass man doch ja in einer wieder guten Phase ist und dann denkt man ja, Mensch, in der guten Phase es geht ja bergauf, da brauchen wir uns keine Hilfe holen oder führen dann gar nicht intensive Gespräche miteinander, weil es läuft ja gerade so gut und ein intensives Gespräch könnte ja wieder in eine schlechte Phase münden, weil man jetzt ein Thema anspricht, was noch offen ist. Aber eigentlich ist ja genau das, die Phase, wo man die Ressourcen hat, das zu tun. Also wenn ich jetzt miteinander eh im Konflikt bin, dann kriege ich schwer was gelöst. Wenn ich aber jetzt eigentlich voller Ressourcen bin, habe gerade eine gute Phase, habe ich ja die Energie, was zu lösen. Wenn natürlich dann noch die Fähigkeiten vielleicht fehlen und ich gar nicht genau weiß, wie lösen wir das denn, wie spreche ich das Wertschätzen aus, wie können wir jetzt denn anders kommunizieren als bisher, dann meide ich das natürlich, aber dann geht es auch nicht voran. Dann sind wir nur in einer etwas positiveren Welle und gelangen dann wieder wahrscheinlich in die etwas negativere Welle. Ja und die Probleme sind ja nicht weg, nur weil wir jetzt mal eine positive Phase mal wieder haben. Das ist so eine Erkenntnis, die ein Paar von mir in der letzten Woche hatte, die gesagt haben, rückblickend ärgern wir uns total, dass wir das nicht alles jetzt ein Dreivierteljahr früher gemacht haben, weil wir dachten, wir laufen jetzt einfach eine positive Phase und die sagen auch, wir wissen gar nicht, wie wir darauf kommen, dass wir dachten, das ist jetzt einfach alles verschwunden. Aber wir haben uns dadurch so verleiten lassen, dass wir dachten, ach, jetzt ist alles wieder gut. Obwohl sie schon sagte, naja, sie hat schon gespürt nach einiger Zeit, so nach ein paar Wochen, dass sich das irgendwie nicht so ganz rund angefühlt hat, aber dann wollte sie nicht diejenige sein, die das anspricht und dann musste es erstmal wieder richtig doll knallen, bevor man sich denn Hilfe holt. Aber es wäre viel einfacher und mit viel weniger Leid gewesen, hätte man das sozusagen schon früher angegangen. Ja, manchmal ist es ja auch so, dass ich einfach dann in einem großen Konflikt der Druck entlebt und dann hat man auch erstmal wieder so ein bisschen Pause und dann bauen sich aber die unguten Gefühle wieder auf und dann nach zwei, drei, vier, fünf Wochen, je nachdem, wo man gerade in der Konfliktspirale ist, kommt es dann zur erneuten Unzufriedenheit, aber man hat durch dieses einmal alles rauslassen, hat man dann einmal sich entladen und kann dann erstmal so ein, zwei Wochen wieder Ruhe finden. Da läuft es dann vielleicht auch ein bisschen besser, weil der andere auch ja nochmal gesehen hat, wie intensiv sich der andere fühlt und hat dann so ein bisschen Verständnis und uns geht es ja beiden gerade auch nicht so gut und dann kommt es aber wieder in die neue Welle hinein. Ja, oder, das fand ich auch ganz spannend, dass emotionale Nähe falsch interpretiert wird. Also, dass sie nur so kurzfristig ist. Das Paar hatte das zum Beispiel, dass ein Lebensereignis eingetreten ist, was ganz viel Priorität gebraucht hat. Es war ein Todesfall in der Familie und sie gesagt haben, ja, da hat sich das so vorgeschoben und irgendwie haben wir uns emotional nah gefühlt, aber es war ja nur für diesen Moment und für diese Sache. Und sie haben so gehofft, dass das sozusagen der Deckel ist, für all das, was davor passiert ist. Aber das ist ja nur entstanden aus einer Extremsituation. Nicht aus einer Konfliktlösung. Ändert nichts im Alltag dann. Ja, und irgendwann ist die Trauerheit dann auch, alles ist geregelt und so weiter. Und irgendwann kommt man wieder im Alten an und dann holt einen das Alte sozusagen von ganz früher nochmal ein. Das ist wie im Urlaub sein. Also, wenn ich im Urlaub bin und das da harmonisch funktioniert, ist ja toll, aber dann kommt halt der Alltag wieder. Und das ist eben ein Ausnahmezustand, ein positiver Ausnahmezustand häufig. Für manche Paare auch nicht, aber häufig ist es ein positiver Zustand, wo ich natürlich ganz anders agiere. Da habe ich den typischen Alltag nicht. Da muss ich nicht einkaufen, kein Essen machen, keine Wäsche waschen und so weiter. Also da fällt ja vieles, was im Alltag Stress macht, einfach weg. Man braucht nicht arbeiten normalerweise. Und das macht natürlich einfach eine ganz andere Umgebung, die nicht zu vergleichen ist mit der Alltagssituation, wie sie viele daneben haben. Es gibt Dinge, die manchmal funktionieren, aber dazu braucht es eigentlich andere Voraussetzungen, nämlich, dass das Fundament schon besser aufgestellt ist. Dann kann man natürlich durchaus über so Verhaltensregeln, Verhaltensverträge nachdenken und sich committen, gewisse Dinge zu tun oder nicht zu tun. Zum Beispiel einen passenden Gesprächsrahmen zu schaffen, wenn man über emotionale Verletzungen sprechen möchte. Das ist ja auch wie so eine Verhaltensregelung. Regel, ein Commitment, was dass man miteinander trifft, aber das geht eben nur dann, wenn man ein gewisses Maß Fundament auch tatsächlich hat. Und das Thema positive Affirmation ist ja auch etwas, was man häufig so in der Persönlichkeitsentwicklung auch hört. Das funktioniert natürlich dann, wenn die eigentliche Verletzung gelöst ist. Ich kann mir noch so oft vom Spiegel sagen, wie selbstbewusst ich bin, wenn ich einfach meine Prägung zu dem Thema noch nicht gelöst habe, dann bringt diese Affirmation auch nichts, weil ich eigentlich vor dem Spiegel stehe und etwas sage, an das ich selber gar nicht glauben kann. Ich finde das genauso der Punkt, dass man sich selber, das habe ich letztens gelesen, sagen soll, dass man geliebt ist von dem Partner und anerkannt und wertgeschätzt wird. Also dass man das zu sich selbst sagt und dass das dann die Wahrheit wird, finde ich schwierig, weil wenn ich ja einen Konflikt habe oder eine Verletzung habe, dann muss ich das ja mit dem anderen besprechen. Da hilft es mir ja nicht, mir das einfach selber zu sagen, im besten Fall möchte ich das ja in der Haltung oder in der Aussprache von dem anderen spüren. Das möchte ich mir dann nicht selber sagen. Ich finde es aber auch nicht ganz verkehrt, weil das ja schon etwas ist, was vielleicht so dieses Thema gute Absicht hervorbringt, wo man sagt, ich bin zwar gerade verletzt und der hat sich so verhalten, das hat bei mir gut gemacht, aber nochmal sich selber bewusst zu machen, bevor ich dann vielleicht auch in die Lösung gehe, ich fühle mich geliebt, ich weiß, derjenige liebt mich, ich weiß, wir handeln. Wir handeln alle in guter Absicht. Der meinte das nicht böse, der wollte mir nicht schaden. Okay, du meinst, bevor du in die Lösung gehst. Zum Beispiel, also nicht als Ersatz, sondern eher, um sich selber in die wertschätzende Haltung zu bringen und zu sagen, der meint es nicht böse mit mir, eigentlich liebt er mich, aber wir haben gerade trotzdem parallel Konflikte. Genau, ich finde es nur wichtig, dass man halt nicht nur diesen Weg fährt und das sozusagen mit sich selber im Austausch ist und den anderen ausschließt und dann sich wundert, warum keine Veränderung eintritt. Und eine wichtige Frage ist nun natürlich, was kann denn in der Beziehung passieren, wenn man die emotionale Nähe nicht wiederherstellt? Warum ist das überhaupt wichtig, sich damit intensiv zu beschäftigen? Darüber haben wir ja am Anfang schon gesprochen, dass es halt wichtig ist, emotionale Verbundenheit so als Motivator auch zu sehen, das immer wieder herzustellen. Ich glaube, die Gefahr ist, dass man mehr ins Gefühl kommt von alleine sein mit der Zeit, wenn diese emotionale Verbundenheit nicht da ist, man sozusagen so Schutzmauern um sich herum baut und da vor allem kommunikativ sich verliert. Also, dass die Gespräche vielleicht dann immer weniger werden, dass ich mir andere Personen für Gespräche hole, weil ich möchte mich ja austauschen. Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und nach Austausch. Und dass man sich auch schnell von dem anderen vielleicht so persönlich angegriffen fühlt oder nicht verstanden fühlt, weil man halt diese emotionale Verbindung nicht hat. So ein typisches Beispiel aus dem Coaching ist ja immer, dass Frauen häufig nicht so gut sind, dass Frauen häufig beklagen, dass Männer ihnen die Lösung präsentieren. Also, wenn ich eine Empfindung habe, ein Gefühl habe, vielleicht auch ein Problem habe und auf den anderen zugehe, weil ich möchte mich emotional verbinden, ich möchte die emotionale Nähe haben, ich berichte dann davon, eine Hoffnung, das kommt ja, Mensch, das ist ja echt doof, kann ich verstehen, in dem Moment hätte ich mich auch vielleicht so gefühlt. Also, alles so im Bereich Mitgefühl, ich möchte, dass du mit mir zusammen fühlst und in emotionale Verbundenheit gehst, und bei Männern häufig dann das Gefühl entsteht, ah, okay, ich werde jetzt aufgefordert, auch wenn sie es nicht ausspricht, eine Lösung zu präsentieren. Weil ich möchte sie ja möglichst schnell aus dem Leid rausholen. Und gut ist dann auch, Ratschläge zu geben. Ja, wie die wie Schläge bücken. Und da steckt ja das Wort Schläge drin. Und das wirkt tatsächlich dann wie Schläge, weil dann fühlt sich der andere, in dem Fall die Frau, nicht ernst genommen, nicht gesehen. Ja, aber es ist ganz anderes. Und sagt, Mensch, ich weiß, wie ich es sachlich löse. Darum geht es nicht. Also, es ist ja auch, dann fühlt es sich manchmal an wie so eine Absprechung der Kompetenz, das zu lösen. Aber das ist gar nicht das, warum die Frau das ausspricht, sondern es geht um was ganz anderes in der Konstellation. Ja, mir sagte mal eine Frau, sie sagte, ich habe das Gefühl, wenn ich mit einem Gefühl zu meinem Mann komme, dann macht es so, wie beim Boxen, da läutet so eine Glocke für die erste Runde und dann kriege ich wie beim Business-Meeting einen Pitch für eine Lösung. Ich habe es aber auch gerade andersrum gehabt. Ich habe gerade einen Mann gehabt, einen kennenlernen, der sagte, ich komme mit meinen Themen zu meiner Frau und ich bekomme keine emotionale Nähe, kein emotionales Verständnis, sondern so Lösungsansätze, Ratschläge oder mach das doch so und so. Aber ich fühle mich da nicht verbunden. Genau, und häufig kommt dann ja auch so das Gefühl, wir sind hier fast wie Konkurrenten oder im Wettkampf, weil der eine will den anderen überzeugen und dann kommt es häufig zum Streit, weil sie ihm sagt so, ja, danke, ich möchte, die Lösung nicht, oder ich weiß das ja, du brauchst mir das nicht sagen, oder das habe ich schon ausprobiert. Und der Mann dann in der Form jetzt enttäuscht ist und sagt so, ja, warum erzählst du mir das denn? Warum sagst du mir das denn? Du bist ja total beratungsresistent. Ich weiß gar nicht, wie ich dir helfen soll, weil du willst ja in deinem Leid bleiben. Ich gebe dir ständig Lösungsansätze und du tust nichts. Also du hast im Nebenplatz noch mal was ganz Wichtiges gesagt, was eine weitere wichtige Folge ist, nämlich, dass man sich dann diese emotionale Nähe oder diese, ja, bei anderen holt. Und dass man das vielleicht mit Freunden macht. Und das ist, sehe ich, auch als große Gefahr, dieses Kompensieren. Denn einerseits fängt man dann an, mit Freunden vielleicht über Beziehungsthemen zu sprechen, was aber nichts löst, was in der Beziehung nichts verändert, sondern eher noch weitere ungute Gefühle macht. Und im schlimmsten Fall kommt es natürlich zu einem Fremdgehen, einer Affäre oder einem Fremdverlieben, weil man dann mit jemand anderem sich aufhört, sich auf einmal emotional so nah und verstanden fühlt, dass sich da was entwickelt, was man gar nicht so möchte, weil das in der eigenen Beziehung nicht mehr gelebt wird und dann ein Platz entsteht für emotionale Nähe mit jemand anderem, der dann vielleicht genau die richtigen Worte findet, genau das richtige emotionale Verständnis hat, wo auch vielleicht die Verbundenheit dadurch da ist, dass derjenige im gleichen Leid ist und vielleicht mit dem eigenen Partner, der eigenen Partnerin ähnlich fühlt und dadurch eben sich Dinge entwickeln, die man nicht mehr fühlt. Und das ist halt so ein starkes Gefühl von Ausschluss, wenn man das Gefühl hat, meine Partnerin, mein Partner teilt das Gefühlsleben mit einer anderen Person und dann komme ich ab und zu dazu und dann habe ich das Gefühl, ich weiß ja gar nicht alles. Also dann wird so vorausgesetzt, wieso habe ich dir das nicht erzählt? Und dann entsteht immer mehr Distanziertheit zwischen den Personen, weil irgendwann gesagt wird, das hast du wahrscheinlich wieder deiner Mutter erzählt, mir hast du es jedenfalls nicht erzählt, jetzt kriege ich nur noch die Entscheidung mitgeteilt. Ich bin ja gar kein Bestandteil irgendwie von deinem System, dass du mit mir da durchgehen möchtest, weil ich dir, und das ist häufig der Glaubenssatz bei emotionalen, nee, wenn sie nicht da ist, ich bin dir nicht wichtig. Ja, man bekommt auf der einen Seite vielleicht dann so Entscheidungen mitgeteilt, die man mit jemand anderem schon intensiv durchdacht hat, wodurch der andere das Gefühl hat, meine Gedanken dazu haben gar keinen Platz, weil man eben häufig an diesem Prozess auch gerne teilhaben möchte, der zu einer Entscheidung führt. Habe ich auch bei Kindererziehung. Habe ich jetzt auch ein paar, wo die Schwiegereltern einen Einfluss sozusagen immer mitgeben, wenn die Tochter dann da ist und sagt, ja, ihr müsst das so und so und so machen. Sie kommt mit den neuen Erkenntnissen dann nach Hause und sagt, also wir müssen jetzt ab morgen, machen wir das so und so und so. Und man sagt, Mensch, du warst bei deinen Eltern, merke ich. Ja, oder in irgendeiner Gruppe. Das habe ich auch schon gehabt, dass die in so einer Elterngruppe sind, Kabelgruppe, und sich treffen und dann wird da immer wieder sich ausgetauscht und dann, okay, so und so muss das gemacht werden. Und dann bringt man das so mit und sagt, das mache ich. Oder auch, wenn man sich nicht mehr austauschen kann nachher, liest man sich die Sachen im Buch an und sagt, jo, das machen wir jetzt so. Und dann ist das entschieden. Auch das ist ja etwas, was mit emotionaler Nähe und emotionalem Verständnis eben deutlich weniger passiert, weil viele Entscheidungen ja eigentlich emotional in Gang gesetzt werden. Ein Wir-Gefühl, ne? Dass ich mich irgendwie unwohl fühle, nicht gut fühle und deswegen sage, wir brauchen eine Veränderung. Wenn euch das Thema betrifft und ihr habt das Gefühl, emotionale Nähe ist schon länger bei euch im Mangel und ihr habt schon vieles versucht, das wiederherzustellen, kommt da aber irgendwie nicht so richtig auf den Weg. Vielleicht bekommt ihr es manchmal kurzzeitig wiederhergestellt, aber dann ist es auch schnell wieder verloren. Dann meldet euch sehr gerne bei uns für das telefonische Erstgespräch. Wir schauen dann gemeinsam, wie wir euch am besten unterstützen können. Kommen wir einmal zu dem wichtigen Punkt der Lösung. Also was kann man tun, wenn halt, emotionale Nähe nicht da ist? Ja, wer regelmäßig unsere Podcast hört, der kennt diesen Satz nur zu gut, zu schauen, wann war es mal gut und die Ursachen damit finden. Also bis wann fühlte sich die Beziehung emotional nah an? Bis wohin würden beide sagen, dass diese Verbundenheit durchaus da war und auch sich gut anfühlte? Und wo entsteht so der erste Punkt, wo man rückblickend sagt, da ging es los, da hat sich was verändert. Und dann findet man normalerweise die Ursache. Ob das dann nun ein Wechsel im Leben ist, irgendwas hat sich verändert, neuer Job, Umzug, ob Kinder dazugekommen sind, ob man emotionale Verletzungen miteinander aufgebaut hat. Irgendwas ist typischerweise passiert, mal sehr klar als prägnantes Ereignis, mal eher schleichend. Es baut sich eine Konfliktspirale auf. Das ist immer ganz unterschiedlich, aber wir brauchen erstmal den Punkt, Wann war es mal gut, um dann zur Ursache zu finden? Ist es dann auch wichtig, diesen Punkt aufzugreifen, über den wir ganz am Anfang gesprochen haben, nämlich einen Ausgleich zu schaffen, also zu überlegen, wie kann man jetzt die emotionale Verbundenheit wiederherstellen, durch was für eine Zeit sind wir gerade gegangen, was hat uns so geprägt, warum ist es uns so schwer gefallen, emotionale Nähe aufzubauen, das können Verletzungen sein, das ist ja sehr häufig so, dass es daran liegt, es kann auch ein Sprint sein bei der Arbeit oder irgendetwas anderes. Und jetzt möchten wir uns gerne wieder in emotionaler Verbundenheit sehen und dafür braucht man den Ausgleich. Der kann halt zeitlich sein, der kann halt auch sein, dass man einfach sagt, wir stellen nochmal im Leben jetzt grundsätzlich was um, aber man sollte das in einem Bewusstsein machen, dass jetzt eine Veränderung gebraucht wird, also dass der Zustand von diesem Mangelgefühl in emotionaler Nähe kein Dauerzustand werden wird. Ja, also neue Rituale einführen, auch nochmal reflektieren, ob es gewisse Differenzen gibt. Also es gibt solche Dynamiken, die man dann, wenn man das Fundament wiederhergestellt hat, verändern kann, zum Beispiel, dass man bewusst Nähe, Paarzeit vermieden hat, ein bisschen länger bei der Arbeit war, weil man sagte, Mensch, wenn ich nach Hause komme, dann gibt es eh nur Streit und Distanz und noch mehr Einsamkeit, obwohl ich in der Beziehung bin, dann bleibe ich lieber bei der Arbeit, also gibt es solche Dynamiken, die letztendlich dann auch die Nähe verhindern. Und auf den oberen Ebenen, wie wir es nennen. Da darf man natürlich dann kreativ sein, also was wird gebraucht, um emotionale Nähe wiederherzustellen. Bei manchen ist es so, das Thema Sprachen der Liebe, also dass man sagt, ich habe das Gefühl, ich werde nicht mehr geliebt, da ist keine Wertschätzung, keine Anerkennung, ich werde in meiner Sprache der Liebe nicht angesprochen. Die kann ja zum Beispiel körperliche Nähe sein, dass man sagt, körperliche Nähe darf zurückkehren. Das können aber auch gute Gespräche sein, die mal nicht so Zeitrhythmus von zwei bis fünf Minuten stattfinden. Mal so nebenbei, wenn man gerade irgendwie rausgeht, sondern sich mal bewusst füreinander exklusiv Zeit nimmt. Das können aber auch kleine Aufmerksamkeit und Geschenke sein oder halt auch einfach so die Anerkennung für das, was man geleistet hat. Und das ist halt sehr individuell, dass man dann schauen darf, wie verbinde ich mich mit Menschen allgemein emotional, was ist mir wichtig, welcher Typ bin ich, was brauche ich für mich, aber dann auch in einem Gesprächsrahmen darüber zu sprechen. Nicht zu hoffen, dass der andere das ja weiß und mir bitte von den Augen abliest, sondern proaktiv auszusprechen, zu sagen, ich würde mich gerne irgendwie verbundener mit dir fühlen, was können wir zusammen machen, was wird gebraucht in unserem Alltag, was brauche ich aber auch selber, was ist mir wichtig. Manche sagen zum Beispiel sowas wie, ich brauche das, dass ich das Gefühl habe, dass du mir wirklich zuhörst, dass ich nicht das Gefühl habe, dass ich unwichtig bin, dass dich das nicht interessiert, dass du auch mal nachfragst, wie etwas war. Weil sonst habe ich das Gefühl, ich sage es einfach nur und ob es jetzt ankommt oder nicht. Aber diese Rückmeldung wird gebraucht, damit beide daran arbeiten können, diese emotionale Nähe wieder herzustellen. Und da hilft das, finde ich, auch manchmal zurückzuschauen, wie war es denn früher, als es diese emotionale Nähe noch gab, wie haben wir da uns als Paar verhalten. Und das passt immer so ein bisschen so, wenn wir Kennenlerngespräche haben, also wenn Menschen erzählen, wie ihre Hobbys so sind, dann ist es oftmals immer vor denen. Also früher habe ich Eishockey gespielt oder habe ich Basketball gespielt oder war Schwimmen und da wieder anzuknüpfen, wie war es denn in diesem früheren Leben, ohne diese Belastungen, die heute vielleicht da sind, die auch wunderschön sein können, aber trotzdem, wie war es denn damals für uns als Liebespaar und dann kreativ zu werden, wie kann das Alte zurückkommen. Ja, wenn man die emotionalen Verletzungen gelöst hat und das Fundament stabil ist und man merkt, das ist eher so ein Gewohnheitsthema gerade, dann würde man in der Persönlichkeitsentwicklung sagen, stell dir vor, wie du in deinem Higher Self agieren würdest, also wie würdest du agieren, wenn du schon voll in der emotionalen Nähe wärst. Und diese Vorstellung davon, wie man dann handeln würde, so handeln, dann kommt man in die emotionale Nähe zurück und was auch nochmal sehr interessant ist, so ergänzt zu dem, was du eben sagtest, dass auch viele Paare sich gerade bei dem Thema Sprachen der Liebe und Konflikten und so weiter, in einem Dilemma befinden und man dann schauen muss, dass man dieses Dilemma erstmal löst, denn ich habe es gerade wieder im Beispiel gehabt, dass der eine hat auf der Ebene Sprachen der Liebe eben die körperliche Nähe als wichtige Sprache und die andere nicht. Da sind es andere Dinge, die wichtig sind. Nun ist es insbesondere bei der Frau meistens so, dass um körperliche Nähe gut zuzulassen, emotionale Verbundenheit gebraucht wird, während der Mann durch die körperliche Nähe, gerade weil es jetzt eben seine Sprache der Liebe auch ist, emotionale Verbundenheit aufbaut. Und das ist ein Dilemma, wenn Konflikte da sind, dann hilft es normalerweise zu sagen, das Einfachere ist erstmal Konflikte zu lösen, das Fundament wieder herzustellen, damit in diesem Fall die Frau wieder körperliche Nähe auch zulassen kann, weil eben keine unguten Gefühle, keine Wut mehr da ist und dann kommt man aus dem Dilemma eben auch wieder raus. Es ist ja auch schwierig, du kannst ja auch nicht die Grenze von körperlicher Nähe überschreiten, wenn der andere dafür noch nicht bereit ist. Genau, deswegen ist ja der Weg darüber, die Konflikte zu lösen, der richtige, weil es ist eher gut möglich, sich sozusagen durchzuringen für ein Reflexionsgespräch und zu sagen, wir setzen uns zusammen, wir lösen die Konflikte, wir gehen ins Coaching, als zu sagen, ich bin eigentlich wütend auf dich und ich habe gar keine Lust, aber ich zwinge mich mit dir ins Bett zu gehen oder Händchen zu halten oder mich an dich anzukurbeln. Ich will nicht kuscheln, obwohl eigentlich innerlich mein Gefühl sagt, ich will das gerade gar nicht, ich bin zu wütend, dann ist das nicht der passende Weg. Das möchte ja auch keiner, das merkst du ja auch, finde ich, ob der andere das freiwillig macht oder nicht. Genau, wird auch nichts ändern an der emotionalen Nähe und Verbundenheit, weil in dem Moment, wo man das auch so offen aussprechen würde, würde der andere auch sofort sagen, nee, dann möchte ich das auch so gar nicht. Ja, die meisten, ja. Nur oft wird es ja nicht ausgesprochen dann. Das ist eben wichtig, da zuerst die Verletzungen lösen, so diese Akustik. Gute Gefühle lösen, aber auch dann in Momenten, weil viele Dinge sind ja auch situativ, in Momenten, wo man nicht streitet, wo das ein schöner Tag ist, auch nicht immer davon auszugehen zu sagen, wenn ich jetzt ihre Hand greifen würde oder mal nachfragen würde, ob wir mal mit der Händchen halten wollen, dass da immer ein Nein kommen würde. Weil das, wenn das natürlich im Streit ist und Wut da ist, dann kommt ein Nein. Aber wenn das ein schöner Tag ist und beide sich gerade gut fühlen, dann kann man ja. Dann kann man ja einfach mal aussprechen und sagen, hey du, ich habe gerade das Bedürfnis, deine Hand zu halten, mit der Hand in Hand hier längs zu spazieren. Ich bin aber unsicher, bin auch ein bisschen nervös, wenn ich die Frage stelle, ich habe ein bisschen Angst vor einer Ablehnung. Wie fühlst du dich denn? Also auch ganz offen auszusprechen, ich bin da gerade unsicher, ob das für dich auch geht. Ich würde es aber gerne mal probieren. Und auch da dann wieder hineinzufinden und eben mit diesem Aussprechen der Unsicherheit, des Gefühls dann auch zu starten, das ganz offen mitzugeben, damit der andere eben auch ein bisschen wertschätzender reagiert, selbst wenn er sagt, ich fühle mich da gerade nicht so nach. Dass er nicht sagt, hey, bist du bekloppt, Händchen halten, haben wir seit drei Jahren nicht gemacht, wie kommst du denn jetzt auf so einen Blödsinn. Sondern dann eben auch wertschätzend damit umgeht und weiß, oh, der andere hat sich gerade in eine verletzliche, unsichere Situation begeben. Ich gehe damit wohlwollend und wertschätzend um. Und selbst wenn ich sage, ich bin nicht in dem Gefühl dafür, mache ich das auf eine liebevolle Art und Weise. Das zum Thema, wie kann man emotionale Nähe wiederherstellen, warum ist das wichtig, was kann dabei schieflaufen und welche Tipps können wir euch erstmal so mitgeben. Viel tiefer kann man natürlich eintauchen, wenn man eure ganz individuelle Situation kennt, wenn man weiß, wann war es mal gut, was ist passiert und das mit euch gemeinsam löst. Also wenn ihr das Gefühl habt, wir sind da die richtigen Ansprechpartner für euch, dann geht gerne auf unsere Website www.lebensidealisten.de. Schaut euch um und tragt euch für das telefonische Erstgespräch bei uns ein. Danke fürs Zuhören. Bis bald.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Emotionale Verbundenheit ist ein tiefgreifender Bestandteil der Beziehung, der im Unterbewusstsein existiert und oft nur in bestimmten Momenten bewusst wahrnehmbar wird.
  2. Die Beziehung ist in Phasen von emotionaler Nähe und Abwesenheit gefügt, wobei diese Wellen durch Lebensereignisse, Stress oder Konflikte beeinflusst werden.
  3. Die Wiederherstellung der emotionalen Nähe erfordert bewusste Reflexion, Identifikation des Beginns der Verschlechterung und ein gemeinsames Verständnis für die Ursachen.
  4. Kompromisse oder Aufrechterhaltung von Harmonie führen oft zu faulen Lösungen, die langfristig Unzufriedenheit und Entfremdung hervorrufen.
  5. Offene Kommunikation, wertschätzende Sprachen der Liebe und gemeinsame Rituale sind entscheidend, um emotionale Nähe zu stärken und zu sichern.
  6. Die Verletzungen und Konflikte sind häufig die Grundlage für die Entstehung von Distanz und müssen vor der Wiederherstellung der Nähe verarbeitet werden.
  7. Es gibt eine Gefahr bei der Entzugsreaktion
  8. Eine stabilere emotionale Basis ermöglicht es, neue Rituale einzuführen und emotionalen Austausch im Alltag aktiv zu fördern.

Summary:

Emotionale Verbundenheit ist ein entscheidender Faktor für ein glückliches und harmonisches Paarleben, der oft im Unterbewusstsein existiert und nur in bestimmten Momenten bewusst wahrgenommen wird. Die Beziehung verläuft in Wellen – manche Phasen sind durch Stress, Kinder, Beruf oder Konflikte geprägt, wobei die emotionale Nähe verloren geht. Um sie wiederherzustellen, ist es wichtig, den Punkt zu finden, an dem es zuletzt gut war, und die Ursachen für die Verschlechterung zu analysieren.

Nur durch offene Kommunikation, Verarbeitung von Konflikten und wertschätzende Rituale kann eine echte emotionale Nähe aufgebaut werden. Kompromisse, die auf Harmonie ausgerichtet sind, führen oft zu faulen Lösungen und verstärken die Abwesenheit von Vertrauen. Eine tiefgreifende Wiederherstellung erfordert, dass beide Partner die Verletzungen erkennen, verarbeiten und gemeinsam auf eine neue, stärkere Beziehung hinarbeiten.

Es besteht die Gefahr, dass ein Partner sich emotional außerhalb der Beziehung verliert und auf eine andere Beziehung zugeht, was zu weiteren Konflikten führt. Dazu gehört auch, dass die beiden sich im Alltag bewusst für emotionale Nähe einsetzen – etwa durch kurze, kreative Momenten, Anerkennung oder die Wiederherstellung von früheren, liebevollen Erinnerungen. Ein stabiles Fundament ist dabei entscheidend, um langfristig die emotionale Verbundenheit im Leben zu erhalten.

FAQs

Das Gefühl der emotionalen Verbundenheit tritt oft spontan auf, z.B. bei gemeinsamen Momenten wie einem Gespräch nach Hause oder bei kleinen Aufmerksamkeiten wie einer Liebesnachricht in einer Brotdose.

Emotionale Nähe entsteht durch offene Kommunikation, gemeinsame Erfahrungen und das bewusste Erkennen und Teilen von Gefühlen, auch wenn sie im Unterbewusstsein vorhanden sind.

Sie schafft Sicherheit, Vertrautheit und Zugehörigkeit, ermöglicht das Fallenlassen und führt zu einem stärkeren Wir-Gefühl, was das Wohlbefinden und die Beziehung stabilisiert.

Die Beziehung kann sich verfärben, Kommunikation wird schwieriger, es entstehen Schutzmauern, und es kann zu einem Gefühl der Isolation und sogar zu externen Beziehungen kommen.

Durch das Erinnern an frühere positive Momente, die Identifikation von Ursachen für die Abwanderung der Nähe und die bewusste Schaffung von neuen Rituale oder Zeit für das Paar.

Faule Kompromisse führen zu Unzufriedenheit und verlieren an Stimmigkeit. Sie verhindern, dass beide Parteien ihre Bedürfnisse authentisch und nachvollziehbar teilen.

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