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Emotional Eating: Was dein Essverhalten über dich verrät

29m 53s

Emotional Eating: Was dein Essverhalten über dich verrät

In dieser Folge von „Wissen Weekly“ geht es um die Frage, ab wann emotionales Essen zum Problem wird. Moderator Julian Stoper und seine Kollegin Sarah Beier-Schmitt beleuchten das Phänomen, bei dem Menschen nicht aus Hunger, sondern aus Trauer, Wut oder Stress essen. Anhand von Filmbeispielen wie Bridget Jones oder dem Grinch wird gezeigt, wie allgegenwärtig dieses Verhalten in der Popkultur ist. Die 28-jährige Gina erzählt ihre bewegende Geschichte: Schon als Teenager nutzte sie Essen, um depressive Gefühle zu betäuben, später in Berlin aß sie nach der Arbeit ganze Döner, Chips und Süßigkeiten, bis ihr schlecht wurde, gefolgt von radikalen Crash-Diäten. Dr. Julia Reichenberger von der Universität Salzburg erklärt, dass emotionales Essen durch Emotionen beeinflusst wird und sowohl zu mehr als auch zu weniger Essen führen kann. Sie nennt drei Theorien: die Affektregulation, die Erschöpfung der Selbstkontrolle und die Idee, dass emotionales Essen manchmal nur eine Rechtfertigung für Überessen ist. Körperlich spielen Dopamin und Cortisol eine Rolle, die das Verlangen nach ungesunden Lebensmitteln verstärken. Wichtig ist, dass emotionales Essen an sich keine Störung ist, aber problematisch wird, wenn es zum einzigen Bewältigungsmechanismus wird und Betroffene wie Gina keine anderen Strategien entwickeln. Die Folge betont, dass professionelle Hilfe nötig sein kann, wenn das Verhalten zur Gewohnheit wird.

Transcription

4323 Words, 27125 Characters

German
Im Stress mal schnell zum Schukorie greifen, oder das Eis beim Liebeskommar. Das kennen wir entweder von uns selbst oder zumindest aus Filmen. Was mir da sofort einfällt, ist Bridget Jones. Man sieht eine traurige Bridget, die Conflakes direkt aus der Verpackung ist, und sagt, dass es gar nicht anders geht, als ihrem gesamten Kühlschrank leer zu essen. Aber Stress essen gibt es nicht nur in Rom-Coms, sondern sogar beim Grinch. Der Grinch schaufe sich eine riesige Portion Spaghetti mit zwei Gabeln in sein Mund und schütte sich dann Conflakes hinterher, um danach sein Kopf in einer ganz him-Torte zu versenken. Immotion Eating nennt man das. Also, wenn wir nicht essen, weil wir Hunger haben, sondern weil wir traurig, wütend oder gestresst sind. Und das wirkt in Filmen oft wie so ein "agg-character-Trade", aber auf Social Media scheinen viele richtig darunter zu leiden. Alles gut, Miegen, super. Dann hatte ich Zeit, Stress, die gern mal kauft direkt wieder so. Was es mir jetzt, wenn ich nicht fühlen möchte, esse ich. Ich esse so viel, bis ich nicht mehr kann und nichts mehr fühlen muss. Ich weiß nicht, ob es noch jemanden so geht, aber ich ist Trouble extrem mit Amazon am Essen. Und ganz ähnlich geht es auch Gina. Also, wenn ich beispielsweise nach der Arbeit, nach der Berufsschule nach Hause gekommen bin, habe ich mir ein zwei Döner gekauft und dann eine Packung-Chip und eine Packung-Milchnitte. Und das alles nacheinander aufgegess, also man war auch teilweise schon richtig schlecht. Wenn man eine ganze Packung eiskrim ist oder eben zwei Döner, dann ist das meistens nicht irgendwie fanny, sondern für die betroffenen Echt-Schlimm. Also, ab wann wird Immerschnell-Eating zum Problem? Es gibt die, die leidengründer und die haben vielleicht auch schon eine Erstörung entwickelt oder auf irgendwelchen anderen Gründen leiden sie unter ihr emotionalen Essen. Und die brauchen Hilfe. Ich bin Julian Stoper und ihr hört uns seht Wissen Weekly. Der Video-Podcast, der euch mit Wissen führt hat, egal ob ihr grad emotional oder mega entspannt seid. Dafür graben wir uns durch Studien, sprechen mit Experten und hören den Menschen zu, die das Thema wirklich betrifft. In dieser Folge geht es um die Frage, ab wann wird Immerschnell-Eating zum Problem? Übrigens, wenn euch Wissen Weekly gefällt, dann hinterlass uns doch eine Bewertung oder ein Kommentar. Das hilft, unseren Podcast zu wachsen und noch mehr Leute mit Wissenschaftskontent zu erreichen. Bevor wir ins Thema rein starten, ein kleiner Disclaimer. In dieser Folge erzählen wir euch von persönlichen Erfahrungen mit Depressionen und Essstörungen. Alleine, wie wir die Nahrung ausfällen, ist ja schon emotional. Das ist meine Kollegin Sarah Beier-Schmitt. Sie hat diese Folge recherchiert und sich angeschaut, wie Emotionen und S-Verhalten zusammenhängen. Vielleicht erinnern wir uns dann an ein schönes Pick-Nig und da haben wir diesen Kuchen gegessen oder in die Kindheit, dass es die Sicherheit, die man das Kind immer bekommen hat. Und das löst er bei uns ja auch schon Emotionen aus. Ich finde so was her, es ist total nostalgisch, somit Kindheit verbunden oder auch Bockwurst. Ich war früher auf ganz vielen Fußballtonien und da gab es immer Bockwurst. Eigentlich würde ich von mir selbst sagen, dass ich kein emotionaler S-Habinn. Es gibt aber klinische Fragebögen, um genau das herauszufinden. Und mit dem sogenannten Salzburg-Emotional-Eating-Scale habe ich mich selbst mal getestet. Also, da kann man dann auswählen, es ist viel weniger sonst, es ist weniger sonst, genauso viel mehr und viel mehr. Und dann sind der eben auch 20 verschiedene Emotionen aufgelistet. Wenn ihr mal sehen wollt, wie der Fragebogen aussieht, dann könnt ihr jetzt einfach das Video einschalten. Wie geht es euch denn mit Emotional-Eating? Schreibt mir das doch gerne mal in die Kommentare. Vielleicht, du hattest ja gesagt, wenn du jetzt traurig oder deprimiert bist, würdest du wahrscheinlich eher ankreuzend, dass du weniger ist. Ja, vielleicht sleitlich. Sleitlich weniger oder genauso viel, aber nicht unbedingt mehr. Nee, zu welchem Ergebnis ich gekommen bin, das erfahrt ihr gleich noch. Eine Person, die tatsächlich Emotionale S-Habinn ist, habt ihr vorhin schon kurz gehört. Ja, ich bin Gina, ich bin 28 Jahre alt. Und ich lebe aktuell im Berlin, hab ein Sohn und ein Mann. Und wir leben mit unserem Hund zusammen und arbeiten aktuell im Jugendamt. Gina wirkt ruhig und gelassen als sie mit uns spricht. Dabei hat sie echt eine krasse Geschichte hinter sich. Für sie bedeutet Emotionales Essen, wenn es ihr schlecht geht, dann ist sie. Und zwar richtig viel. Da palt hauptsächlich nur geschlafen und den Teil des Tages, wo ich wach war, hab ich gegessen, um ja nicht zu fühlen, sag ich mal. Gina ist nicht nur, sie hat teilweise richtige S-Anfälle. Hat mir was zu Essen gekauft, hat den ganzen Tag gegessen, den ganzen Nachutag dabei Fernsehen geguckt. Im Motion & Eating ist bei ihr schon seit ihrer Teenagerzeit ein Thema. Ja, da hat ich halt so eine starke oder schwere depressive Episode. Und da hab ich ganz extrem bemerkt, dass ich irgendwie diese unangenehmen Emotion, die ich da gefühlt hatte, halt irgendwie versucht hat mit Essen zu konfensieren. Gina ist gerade mal 16 Jahre alt und geht noch zur Schule. Was ihre Depression damals ausgelöst hat, kann sie heute nicht direkt benennen. Gina sagt aber, dass sie sich oft ausgegrenzt gefühlt hat. Wenn sie nach Hause kommt, sehen ihre Nachmittage oft so aus. Dann hab ich erst mal was ganz viel gegessen und auch so ungesunde Sachen als Schokolade, so was. Dann bin ich schlafen gegangen bis abends, also keine Ahnung, 18 Uhr, oder so was, bis am Rundzeit war. Dann hab ich halt so einen ganzen Abend rucht gegessen und dann wieder ganz viele Süßigkeiten und so was. Und dann bin ich halt wieder schlafen gegangen, bis zum nächsten Tag. Und so gegen das halt dann, gegen das den Tag. Oder die ganze Woche. Das alles macht Gina erst mal mit sich selbst aus. Sie holt sich also keine professionelle Hilfe. Sie glaubt rückplikend schon, dass ihre Eltern ihr Verhalten bemerkt haben, nur haben sie Gina einfach als Stubenhockerin wahrgenommen. Darüber gesprochen haben sie nie. Es ist dann zwischenzeitlich auch von alleine irgendwie besser geworden. Ich glaube, weil die Depression dann einfach von sich vielleicht ein bisschen besser geworden ist. Gina macht ihr Abitur und beschließt in eine neue Stadt zu ziehen. Und zwar weg aus ihrer Heimat Rostock und in die Hauptstadt. Sie zieht alleine in eine Zweizimmerwohnung und beginnt ihre Ausbildung zur Verwaltungsfach angestellten. Eigentlich soll jetzt alles besser werden, aber das wird es nicht. Okay, bevor es jetzt mit Gina Story weitergeht, müssen wir aber erst mal verstehen, was emotionales Essen überhaupt ist. Und dafür hab ich mir Hilfe von Dr. Julia Reichenberger geholt. Das ist gar nicht so einfach zu definieren. Also, wir haben festgestellt, es gibt da sehr viel unterschiedliche Definitionen. Julia Reichenberger arbeitet an der Universität Salzburg und forscht zur emotionalem Essen und Stressessen. Außerdem ist siebpsychologische Psychotherapeutin in einer eigenen Praxis. Mit ihren Kolleginnen hat sie folgende Definition ausgearbeitet. Also, sprich, emotionales Essen ist es verhalten, dass durch Emotionen beeinflusst wird und das können sowohl negative als auch positive Emotionen sein. Also es gibt beides und es kann sowohl ein Meer essen oder auch ein weniger Essen sein. Also es darf die Nahrungsmenge erhöhen oder sinken. Die merkt schon, die Beziehung zwischen Essen und Emotionen ist echt viel schichtig. Denn Essen beeinflusst unsere Emotionen und unsere Emotionen beeinflussen unser Esverhalten. Und diese Emotionen können sowohl positive als auch negative sein. Und wir können deswegen mehr, aber auch weniger essen. In dieser Folge sprechen wir vor allem darüber wie negative Emotionen unser Esverhalten beeinflussen. Das liegt daran, dass das schon länger erforscht wird. Und das betrifft auch einfach echt viele Leute. In dieser Comedy-Show fragt die Comedien das Publikum, ob sie schon mal ein Brownie gegessen haben, der ganz okay geschmeckt hat. Und ob sie sich dann schon mal gewünscht hätten, traurig zu sein. Damit der Brownie besser schmeckt. Das Publikum lacht und sie sagt, "Sau, sag ich nur, wenn's er bin, aber es ist." Das klingt nach mehr als sieben von uns. Also, wie viele emotionale Esser*innen gibt es denn eigentlich? Das haben wir auch Dr. Julia Reichenberger gefragt. Es gibt recht frühe Studien, die das untersucht haben. Die haben nahe gelegt, dass ungefähr 30% der Bevölkerung tatsächlich mehr ist in Reaktion auf negative Emotionen und knapp 48% weniger essen. Was insgesamt mal legen würde, dass es knapp 78% der Bevölkerung sind, die tatsächlich lieb betroffen sind. Oh, alter 78% des Wehr ins Sein. So ganz genau kann man das aber nicht bestimmen. Und neue Studien sagen auch, dass es tatsächlich eher ein bisschen weniger sind. Und insgesamt fehlen aber so die großen Studien zu Präverländs, daten und wirklich sagen, "So können wie viele Leute sind denn betroffen?" Ob ich selbst ein emotionaler Esser bin, wollte ich am Anfang der Folge schon mit einem Fragebogen, also diesem Salzburg-Emotional-Eating-Skall herausfinden. Und ich schulde euch noch die Ergebnisse. Wahrscheinlich würde ich es so mal so viel essen, oder? Wahrscheinlich immer genauso viel. Also, ich guck halt, wenn ich glücklich bin, vielleicht da sogar mehr. Wenn ich glücklich bin, vielleicht sogar mehr, zuversichtlich, vielleicht mehr, stolz, vielleicht mehr. Also bei den eher, bei den positiven Emotionen würde ich wahrscheinlich mehr essen. Der Test zeigt eindeutig. Immotionen Eating ist bei mir nicht sehr ausgeprägt. Und wenn dann würde ich eher bei positiven Emotionen mehr essen. Ganz anders als bei Gina. Wie erinnern uns, Gina war ja depressiv und hat ihre Gefühle mit Essen betäubt. Mit 18 zieht sie danach Berlin und hofft auf einen Neustart. Sie beginnt eine Ausbildung zur Verwaltungsfach angestellten. Nur leider ist die so gar nicht ihr Ding. Und ich glaube, am meisten gestört hat mich halt so dieses Eintöniger. Also, dass man jeden Tag irgendwie so das Gleiche macht. Also, ich glaube, das Amt hat ja so ein schlechtes Bild nach außen, dass die Leute faul sind, langsam sind. Und dass ich das dann quasi so repräsentiert habe. Es hat mir halt gar nicht Spaß gemacht. Und ich war halt super uns zufrieden mit meinem Leben. Und ich hatte ja auch, hat ja vorhin schon gesagt, "Kantie, halt kaum Leute." Hatte dann auch wenig soziale Kontakt und hatte halt auch keine Hobbys. Gina ist uns zufrieden und einsam. Mit den negativen Emotionen kommt auch etwas anderes wieder. Das Essen. Also, wenn ich beispielsweise nach der Arbeit oder nach der Berufsschule nach Hause gekommen bin, habe ich mir einen Zwei-Döhner gekauft und dann eine Packung-Chipz und eine Packung-Milch-Nitte. Und das alles nacheinander auch gegessen. Also, mir war auch teilweise schon richtig schlecht. Und während dem Essen geht es ja auch für einen ganz kurzen Moment besser. Aber dann. Also, wenn dieser Essen anfall, dann vorbei war, habe ich mich schlecht gefühlt. Ich habe mich auch irgendwie, ja, schuldig gefühlt. Also, dass ich halt jetzt so viel gegessen habe und habe mich dann auch, glaube ich, irgendwie so klein geredet, warum ich mich nicht zusammenreißen kann. Gina redet zwar mit ihren Freund*innen darüber, aber dass das wirklich ein Problem ist, fällt keinem auf. Ich glaube, dass es gar nicht als so etwas extremes wahrgenommen worden ist, sondern halt irgendwie so. ja, vielleicht auch irgendwie bisschen belächelt worden ist. Vielleicht auch, weil Immotional-Eating ja in der Pop-Kultur oft als unproblematisch dargestellt wird. Was bei Gina auch noch dazu kommt, sie nimmt nicht wirklich zu, weil darauf achtet sie. Es war dann halt meistens so, dass ich einen oder zwei Tage extremes Anfälle hatte, dann dachte ich mir, okay, das war jetzt bisschen zu viel. Und dann habe ich halt so radikale Crash-D-Eden gemacht. Also, ich habe da wirklich alles gemacht, was gibt es? Ich habe so Ananas-D-Eden gemacht, da darf man nur Ananas essen. Dann habe ich die so "Shakesday" kauft, dann habe ich. Keto gemacht, also wirklich so ganz extreme Sachen immer. Das ist schon echt heavy. Neben Gina gibt es ja anscheinend einige Menschen, die in emotional stressigen Situation zum Essen greifen, wenn auch nicht in dem Ausmaß. Mich interessiert jetzt vor allem, warum wir das eigentlich machen. * Musik * Es gibt sowohl psychologische als auch körperliche Erklärung für emotionales Essen. Wir starten mal mit dem psychologischen. Dr. Julia Reichenberger nennt uns drei Theorien. Die erste ist die sogenannte "affekt Regulationstheorie". Essen kann dazu dienen, die negativen Emotionen zu regulieren. Also sprich, dass es der Hauptmechanismus durch das Essen kriege ich die negativen Emotionen weg oder sie werden zumindest weniger. Das ist eigentlich genau das, was Gina uns erzählt hat. Es war einfach so, dass ich keine Angst, die Einsamkeit oder die Trauer oder die unsufriedenheit zu permanent da war. Es ging darum, dass ich die erst mal nicht mehr fühle. Das war ja quasi gegeben. Relativ ähnlich dazu ist Theorien Nummer zwei. Dabei geht es um Selbstkontrolle. Die Idee davon ist, Selbstkontrolle ist eine Art Muskel. Also sie haben den und sie können dientrainieren, aber irgendwann ist es erschöpft. Das heißt, dann ist einfach keine Selbstkontrolle mehr da. Dann kann es passieren, dass sie dann was essen, was ungesundes Essen. Der Hauptunterschied zur ersten Theorie ist, bei der Selbstkontrolle haben die Betroffenen eigentlich den Wunsch kontrolliert und gesund zu essen. Wenn die Emotionen dann aber überhand nehmen, können sie sich nicht mehr zurückhalten und greifen zum Schokoriegel. Auch das passt zu dem, was uns Gina erzählt hat. Sie beschreibt ihr S-Verhalten als. Ja, schon sehr gezügelt. Also, wenn ich keinen S-Anfall hatte, dann habe ich immer eine Diät gemacht. Ich würde schon sagen, dass diese Verbot da schon mal eine Rolle gespielt hat. Oft hat sie zu wenig gegessen. Und dann waren da ja auch noch ihre Crash-Diaten, die sie nach ihren S-Anfällen gemacht hat, um bloß nicht zuzunehmen. Eine S-Dürung wurde Gina aber nie offiziell diagnostiziert. Für Menschen mit S-Dürung ist Immotional-Eating aber gar nicht so untypisch. Es gibt Studien, die zeigen, dass sie eher zu emotionalem Essen neigen als gesunde Menschen. Eine Studie von Dr. Julia Reichenberger und ihrem Team hat das bei einer Stichprobe von rein weiblichen Patientinnen untersucht. Bei denen findet man sehr häufig negative emotionales Essen oder auch positive emotionales Essen. Aber vor allem das negative, weil sich das bei denen einfach schon so eingefahren hat. Okay, Theorie 1 und 2 haben wir verstanden. Aber es gibt ja noch eine dritte. Es gibt aber auch die Theorien, die sagen, eigentlich gibt es emotionales Essen gar nicht. Okay, was? Sondern es ist eher so, dass Leute vielleicht sich überessen, so viel essen, und dann irgendwie nachträglichen Grund dafür brauchen, warum ist das so? Also ist Immotional-Eating dann nur so eine Art Rechtfertigung oder Lizenz, die Lizenz zum Überessen? Wenn man jetzt gucken würde, lösen da die Emotionen wirklich das Essen-Verhalten aus, dann kann das sein, dass man da gar keinen auslösen. Denn faktur findet man vielleicht nur so einen Zusammenhang. Aber welche dieser Theorien stimmt denn jetzt? Haben wir die ganze Folge über Immotional-Eating geredet? Und jetzt gibt's das gar nicht. Ich glaube, das ist auch da, dass ich glaube, es kann alles geben. Also, unsere Theorie ist schon auch, dass alle diese Mechanismen in einer Person vorkommen können und die Idee wäre, eher rauszufinden, wann kommt denn welche Theorie? Okay, check it. Die ersten beiden Theorien haben wir ja auch bei China wieder erkennen können. Aber wenn wir tatsächlich zum Schukurigel oder den Chips greifen, also aus Trauer oder Stress, was passiert dann in unserem Gehirn? Also, warum geht es uns dann überhaupt erstmal besser? Eine große Rolle dabei spielt der Bodenstoffdopamin, den unser Gehirn ausschüttet. Eine deutsche Studie des Max Planckinstituts aus dem Jahr 2019 zeigt, bei den Teilnehmer*innen, die vorher schon große Lust auf süße Nahrung hatten, schütte das Gehirn direkt nach dem Essen mehr Dopamin aus. Normalerweise gibt es dann ca. 15 Minuten später noch eine zweite Dopaminos-Schittung. Also dann, wenn die Nahrung den Magen erreicht, quasi als Signal, wir haben Nahrung aufgenommen. Wenn die erste Dopamin-Welle besonders stark ist, dann kann die zweite Welle schwächer sein. Und das kann dann dazu führen, dass man noch mehr essen will. Um diese Ergebnisse aus 2019 wirklich zu belegen, braucht es allerdings noch weitere größere angelegte Studien. Aber sie könnten eine Erklärung dafür sein, warum China nicht mit dem Essen auffern konnte. Was ich habe, hat ständig daran gedacht, was ich essen kann, wann ich essen kann. An diesen Tagen, wo ich es mir halt verboten habe, habe ich permanent so daran gedacht. Und an Tagen, wo ich es mir nicht verboten habe, habe ich halt so quasi darauf gewartet, dass ich endlich essen kann, damit es mir halt besser ging, sage ich mal. Außerdem zeigt eine Folgestudie des gleichen Forschungsteams aus 2023, dass wir unser Gehirn beeinflussen, wenn wir häufig Zucker essen. Denn je mehr Zucker wir essen, desto größer ist die Belohnung, die zuckereiche Nahrung im Gehirn auslöst. Also wollen wir immer mehr davon. Und wenn wir aus Stress essen, kommt noch ein anderer Faktor dazu. Dr. Julia Reichenberger und ihr Team untersuchen, inwiefern sich Stress essen von anderen emotionalen Essen unterscheidet. Wir vermuten, beim Stress essen vielleicht noch mehr physologische Komponenten. Also noch mehr körperliche Faktoren. Denn unser Körper schüttet bei Stress das Hormon Cortisol aus. Was sich dann auf den Appetit wieder auswirken kann und tendenziell dazu führen kann, dass man durch diesen Stressor schnell verfügbare, Kohlenhydratreicher Lebensmittel braucht, um dem Stress umzugehen. Cortisol steigert unseren Appetit. Und deshalb greifen wir auf bestimmte Lebensmittel zurück, die uns ein gutes Gefühl geben, wenn es uns schlecht geht. Also, die Studien zeigen, es sind generell über Personen hinweg, dann eher die ungesunden Lebensmittel, die man mehr verlangend danach hat und die dann auch wirklich mehr ist. Es gibt auch diesen Begriff der Komfort-Food. Also wohl für Essen. Und bei Gina ist das auch genauso. Also irgendwas, was ich häufig in meiner Kindheit gegessen hab, zum Beispiel Milchnitten oder Gummiberschen, hat irgendwas, was mir so ein Sicherheitsgefühl gegeben hat. Ich glaub, bei mir war das vor allem so Milchreis und Grießpreis. Aber ist es denn eigentlich schlimm, wenn ich emotional esse? Beziehungsweise, wo ist da die Grenze? Wenn ich das ab und zu mal mache und mir nach einem harten Tag oder nach einem anstrengenden, emotional stressigen Tag abends, was gönne, ist das vollkommen fein. Die emotionale Essen an sich ist keine psychische Störung, sondern erst mal ein Phänomen. Und was gesagt, eben auch eine sehr hohe Anzahl an Personen betrifft. Deswegen erst mal nicht klinisch relevant. Emotionales Essen ist also nicht automatisch etwas, dass man behandeln muss. Wenn es aber ein Muster wird, was ich immer wieder nutze und was jetzt endlich mein hauptsächliches Muster wird und ich nur noch darauf verlasse, dann wird es schwierig. So war das bei Gina. Essen war ihre einzige Strategie, um mit ihren Emotionen umzugehen. Also kann man sich nicht daran erinnern, dass ich früher ein Buch gelesen habe, oder irgendwie dann Sport gemacht habe. Okay, außer vielleicht, als ich abnehmen wollte. Aber ich bin auch nicht spazieren gegangen. Also ich habe keine Dinge irgendwie gemacht, um Freude daran zu haben, sag ich mal. Krite schwit emotionales Essen dann, wenn es ein stares Muster wird. Wenn ich also beispielsweise Essen brauche, um meine positive Stimmung zu halten oder meine negativen Emotionen gar nicht anders regulieren kann. Es gibt aber noch weitere Wahnsignale, auf die man achten sollte. Zum Beispiel, dass ich aufgrund von einem Emotionen Essen Muster mich von Freunden zurückziehe, weil ich nicht mehr mit denen gemeinsam essen gehen möchte. Oder wenn man das eigene Sättigungsgefühl ignoriert und einfach weiter ist, obwohl ein Beispiel schon schlecht ist. Auch das ist typisch. Beim Emotionen Essen ist es häufig eben dieses sogenannte Food-Craving, dieses verlangen auch bestimmte Nahrungsmittel, unabhängig davon, ob man gerade gesättigt ist oder nicht. Ich kenne diese Essensanfälle, wenn ich so doof er nachdenke, vor allem, wenn ich karte hab, dann brauche ich ganz viel Salz, Nahrung, Oliven, was auch immer was im Kühlschrank ist. Diese Essen-Fälle führen dann dazu, dass es einem danach noch schlechter geht. Kenn ich auch. Man hat nicht nur Bauchschmerzen, sondern auch Scham und Schuldgefühle. Das zeigt auch eine chinesische Studie aus 2025. Die hat sich meine Kollegin Sarah mal genauer angesehen. Und dafür wurden 108 chinesische Studierende zwei Wochen lang gebeten Tagebuch zu führen und danach, also vorunter nach, mussten sie auch ihre Emotionsregulation bewerten. Das Ergebnis der Studie war, emotionales Essen, hat einen negativen Effekt am nächsten Tag hervorgerufen. Also die Leute, die abends aus Frust gesten haben, haben sich am nächsten Tag schlechter gefühlt. Was man zu Studien noch wissen sollte, die Teilnehmerinnen waren auch hier alle weiblich. Und bei Gina war das ja genauso. Wir haben auch mal bei Dr. Julia Reichenberger nachgefragt, wie sie Gina Situationen von damals einschätzen würde. Es ist tatsächlich ein Beispiel für Emotionales Essen. Ich würde behaupten, schon ein Beispiel führt, dass er pathologischache Emotional essen. Pathologisch heißt also Krankhaft. Wo genau diese Grenze zwischen Krankhaft und gesund verläuft, will Dr. Julia Reichenberger mit ihrem Team noch herausfinden. Das macht ein Doktorant von mir, der jetzt gerade eine große Fragebogenstudie macht. Da eben genau finden möchte, wann es vielleicht dieses Schwellenwert erreicht, wann jemand von einem normalen, nicht pathologischen Essensmuster, in so was eher krankhaft terres abdriftet. Aber, wenn Immotional-Eating zur Belastung wird, dann sollte man auf jeden Fall etwas dagegen tun. Gina hat damals eine Therapie begonnen, nicht wegen dem Emotionalen Essen, sondern wegen ihrer Depression. Dabei lernt sie aber auch, wie sie mit ihren Emotionen umgehen kann. Ja, also das Hauptthema, das ist ja erstmal so, ja, die Emotionsregulation, sage ich mal. Also ich glaube, das haben die wenigsten von uns gelernt. Wenn es jetzt nicht so essen ist, haben wir auch viele andere Bewältigungstrategien, wie keine Ahnung, Rauch, einen Drogen nehmen, auch am Handy sein oder so was. Und ja, also ich habe auf jeden Fall eine Therapie irgendwie wege gelernt, damit besser umzugehen, also Arte mit Übungen machen, Spazieren gehen, irgendwie was lesen oder so was. Dazu red auch Dr. Julia Reichenberger. Sie sagt, wir müssen bei den Emotionen ansetzen. Herausfinden, welche Emotionen wir spüren und was diese Emotionen braucht. Also jede Emotion hat ja ein bestimmtes Bedürfnis mitverknüpft. Und wenn man das weiß und dann sozusagen auf seine Emotionen hört, ist wahrscheinlich schon mal viegeholfen. Okay, und wie mache ich das? Also mal abgesehen von Therapie? Also es gibt sicher auch so für den Hausgebrauch, so ein paar Techniken, wie zum Beispiel einfach vermehrt Achtsamkeit, zu lernen, versuchen, in sich hinein zu spüren. Für kritische Situation, in denen man vielleicht nicht so easy mal in sich gehen kann, red Dr. Julia Reichenberger. Einfach auch Regulationsstrategien zur Hand zu legen oder bereit zu legen, die in dem Fall gesünder wären. Also wie die Telefonummer der besten Freundin, oder das Lieblingslied auf der Playliste. Bei Gina hat das mit Hilfe der Therapie ganz gut geklappt. Sie hat an der Ursache gearbeitet, der Depression und auch an der Einsamkeit. Gina lebt heute mit ihrem Mann und Kind zusammen und hat auch neue Hobbys gefunden. Ja, also eigentlich sind meine Hobbys so das geworden, was mir so in der Therapie empfohlen worden ist, was ich machen kann, anstatt dessen, also lesen, spazieren, gehen, meditieren, so was halt. Aber auch heute gibt es immer noch Momente, in denen Gina aus Emotionen statt aus Hunger ist. Also ich hatte es eigentlich gerade heute im Orgen. Also ich hatte so einen anstrengenden Morgen mit meinem Sohn, weil er halt auch schlecht geschlafen hat und dann nicht so gut gelauen war. Und nachdem ich ihn dann in die Kitar gewornte habe, habe ich erst mal ein Nutella geflußstückt irgendwie, weil mich das dann halt irgendwie so runtergeholt hat, sag ich mal. Und das ist ja auch völlig in Ordnung. So lang ist eben nicht die einzige Strategie es, um mit Emotionen umzugehen. Und tatsächlich ist Immotion in Eating nicht nur schlecht, sagt Dr. Julia Reichenberger. Also es hat natürlich den Vorteil, dass es sehr gut und schnell die Emotionen wegmacht, sozusagen oder reguliert und deswegen hat es schon auch für viele Personen auf jeden Fall ein Vorteil. Außerdem ist es sehr wichtig, dass emotionales Essen nicht nur als etwas Krankhaftes gesehen wird. Es gibt die, die leiden runter und die haben vielleicht auch schon eine Erstörung entwickelt oder auf irgendwelchen anderen Gründen leiden sie unter ihrm emotionalen Essen. Es gibt aber auch, wie gesagt, diesem Großteil der Bevölkerung, der macht das und ist vollkommen fein damit und macht das ab und zu. Am Anfang der Folge haben wir uns gefragt, ist emotionales Essen schlecht für uns. Und so einfach kann man das leider nicht beantworten. Was man aber sagen kann, viele Menschen essen aus Emotionen. Manche dann, wenn es ihnen besonders gut geht und andere, wenn sie sich schlecht fühlen. Auch ob wir dann mehr oder weniger essen, ist ganz unterschiedlich. Solange das nur ab und zu passiert, ist das auch völlig okay. Die nächste Woche geht es bei uns um den Brandy Lifestyle. Und die Frage, warum sind wir alle so vernünftig? Also in einer kompizierten Welt, wo viele Sachen unsicher sind. Groundet mich das auch. Also es ist sehr bodenständig, es ist sehr einfach. Es ist ein Skill, den ich entwickeln und wo ich plötzlich Kontrolle habe. Wenn ihr auch die nächsten Folgen nicht verpassen wollt, dann folgt unserem Podcast auf Spotify und aktiviert die Glocke. Ich bin Julian Stoper und bedanke mich bei allen, die mit uns für diese Folge gesprochen haben. Dr. Julia Reichenberger und Gina. Wenn ihr uns lob oder Feedback schicken wollt, könnt ihr das in den Kommentaren tun oder per Mail. Und zwar an [email protected]. Wir freuen uns echt auf Feedback von euch. Wissenweekly, das ist eine Produktion von Spotify Studios in Zusammenarbeit mit Google und Nire. Executive Producer Michael Badlowski. Redaktion Sarah Bayer Schmidt, Tatiana Tamerus und ich Julian Stoper. Creative Producer Christina Hengefeld. Produktion Fabioraab, Hannah Outenried, Joé Fleischauer und David Burga. Design, Hannah Wiesner und Julia Bochnik. Leinproducer Sarul Krause-Jensch.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Emotionales Essen ist ein verbreitetes Phänomen, bei dem Emotionen – sowohl negative als auch positive – das Essverhalten beeinflussen.
  2. Studien zeigen, dass etwa 30 % der Bevölkerung bei negativen Emotionen mehr essen, während knapp 48 % weniger essen; insgesamt könnten bis zu 78 % betroffen sein.
  3. Es gibt drei psychologische Theorien
  4. Körperliche Faktoren wie Dopamin-Ausschüttung und das Stresshormon Cortisol verstärken das Verlangen nach ungesunden, kohlenhydratreichen Lebensmitteln.
  5. Gina, eine 28-Jährige, beschreibt ihre Erfahrungen mit emotionalem Essen als Bewältigungsstrategie gegen Depression, Einsamkeit und Unzufriedenheit, inklusive Essanfällen und Crash-Diäten.
  6. Emotionales Essen ist nicht automatisch eine Störung, wird aber problematisch, wenn es zum einzigen Bewältigungsmuster wird und das Leben dominiert.

Summary:

In dieser Folge von „Wissen Weekly“ geht es um die Frage, ab wann emotionales Essen zum Problem wird. Moderator Julian Stoper und seine Kollegin Sarah Beier-Schmitt beleuchten das Phänomen, bei dem Menschen nicht aus Hunger, sondern aus Trauer, Wut oder Stress essen. Anhand von Filmbeispielen wie Bridget Jones oder dem Grinch wird gezeigt, wie allgegenwärtig dieses Verhalten in der Popkultur ist.

Die 28-jährige Gina erzählt ihre bewegende Geschichte: Schon als Teenager nutzte sie Essen, um depressive Gefühle zu betäuben, später in Berlin aß sie nach der Arbeit ganze Döner, Chips und Süßigkeiten, bis ihr schlecht wurde, gefolgt von radikalen Crash-Diäten. Dr. Julia Reichenberger von der Universität Salzburg erklärt, dass emotionales Essen durch Emotionen beeinflusst wird und sowohl zu mehr als auch zu weniger Essen führen kann.

Sie nennt drei Theorien: die Affektregulation, die Erschöpfung der Selbstkontrolle und die Idee, dass emotionales Essen manchmal nur eine Rechtfertigung für Überessen ist. Körperlich spielen Dopamin und Cortisol eine Rolle, die das Verlangen nach ungesunden Lebensmitteln verstärken. Wichtig ist, dass emotionales Essen an sich keine Störung ist, aber problematisch wird, wenn es zum einzigen Bewältigungsmechanismus wird und Betroffene wie Gina keine anderen Strategien entwickeln.

Die Folge betont, dass professionelle Hilfe nötig sein kann, wenn das Verhalten zur Gewohnheit wird.

FAQs

Emotionales Essen ist ein Verhalten, das durch Emotionen beeinflusst wird, sowohl negative als auch positive. Es kann zu mehr oder weniger Essen führen.

Emotionales Essen wird zum Problem, wenn es ein ständiges Muster wird und die einzige Strategie ist, um mit Emotionen umzugehen. Dann kann es zu Essstörungen führen und professionelle Hilfe nötig machen.

Studien deuten darauf hin, dass etwa 30% der Bevölkerung mehr essen bei negativen Emotionen und knapp 48% weniger. Insgesamt könnten etwa 78% betroffen sein, aber die Daten sind nicht eindeutig.

Es gibt drei Haupttheorien: Die Affektregulationstheorie, bei der Essen negative Emotionen reguliert; die Selbstkontroll-Theorie, bei der die Selbstkontrolle erschöpft ist; und die Theorie, dass emotionales Essen als Rechtfertigung für Überessen dient.

Dopamin wird beim Essen ausgeschüttet und kann das Verlangen nach mehr Essen verstärken. Cortisol, das bei Stress freigesetzt wird, steigert den Appetit und führt zu einem Verlangen nach kohlenhydratreichen Lebensmitteln.

Nein, emotionales Essen an sich ist keine psychische Störung, sondern ein Phänomen. Es wird nur klinisch relevant, wenn es ein dominantes Muster wird und die einzige Bewältigungsstrategie ist.

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