Der Text beschäftigt sich mit dem Phänomen der Einsamkeit und der Schwierigkeit, im Erwachsenenalter Freundschaften zu finden, am Beispiel der Protagonistin Bianca. Nach einem Auslandsaufenthalt kehrt sie nach Berlin zurück und muss feststellen, dass ihre alten Freundschaften verblasst sind und sie sich trotz digitaler Vernetzungsmöglichkeiten isoliert fühlt. Ein Soziologe erklärt, dass Freundschaften als soziale Rituale des Vertrauens grundlegende menschliche Bedürfnisse nach emotionaler Unterstützung, sozialer Anerkennung und Sinnstiftung erfüllen. Die heutige Gesellschaft erschwert jedoch das organische Knüpfen neuer Bindungen: Dynamischere Lebensläufe, der Rückgang kostenfreier „dritter Orte“ wie Jugendclubs oder Stammkneipen zum ungezwungenen Kennenlernen und der Einfluss sozialer Medien, die perfekte Freundschaften inszenieren, spielen eine Rolle. Besonders junge Menschen sind betroffen, da traditionelle Gelegenheitsstrukturen nach Schule oder Uni wegfallen. Der Text endet hoffnungsvoll mit Biancas eigeninitiativer Lösung: Sie organisiert über soziale Medien einen Spaziergang im Park, der auf Anklang stößt und zeigt, dass das aktive Schaffen neuer Begegnungsräume ein Weg aus der Einsamkeit sein kann.
Dann wollte man was unternehmen. Dann ist man irgendwie so die Liste durch und ra so "Okay, irgendwie habe ich gerade niemanden, den ich fragen kann." Bianca muss eines Tages etwas feststellen. Etwas, das traurig ist und auch ein bisschen unangenehm zuzugeben. Sie hat keine Freundinnen. Freundschaften waren für mich immer super wichtig. Und sind es bis heute. Und wenn man da dann plötzlich so merkt, so "Oh, irgendwie ist man Katze an Punkt, wo man nicht mehr so die Leute haben, sich hat, dass es schon hat, all das passiert, als Bianca Mitte 20 ist und nach einem Opaeer aufenthalt in ihrer Heimatstadt Berlin zurückzieht. Und sie weiß nicht, was schlimmer ist, dass sie genau in der Stadt alleine da steht, wo sie eigentlich am besten vernetzt sein müsste, oder dass ihr nichts einfällt, was sie dagegen tun kann. Ich hatte sogar einen Moment, was ich auch wirklich geweint habe, weil es mich so traurig gemacht hat. Das Gefühl, keine oder nicht genug Freundinnen zu haben, scheinen andere mit Bianca zu teilen. Zumindest sieht es so aus, wenn man sich auf Social Media umschaut. Ich bin ehrlich, es ist so scheiße keine Freunde zu haben. Ich habe keine Freunde. Ich weiß nicht, ob ich keine Menschen kennen oder sozial irgendwie komplett inaktiv bin. Ich soll einfach weiß ich mich in der Tiefe, wo ich wirklich von der Freundschaft sprechen würde, einfach alleine fühle. Ich bin eigentlich die Einzige, die sich fragt, wie man Freunde findet, wenn man eine neue stattzieht. Ich habe keine Freunde und das macht mich richtig traurig. Laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung fühlt sich die Hälfte der 16-30-Jährigen einsam. Und laut dem neuen Freizeitmonitor der BRT-Stiftung für Zukunftsfragen verbringen wir heute deutlich seltener Freizeit mit anderen als noch vor 15 Jahren. Befinden wir uns in einer Freundschaftskrise? Und wenn ja, woran liegt das? Haben wir verlernt, wie man Freundinnen findet, weil wir immer nur noch im Internet abhängen? Oder weil wir unsere Me-Time und unsere Social-Battery zu sehr priorisieren? Gleichzeitig verabreden sich aber auch tausende Menschen auf Social Media, um im Park pudding mit Gabel zu essen. Und um endlich mal wieder Real-Life-Kontakte zu knüpfen. Also das Bedürfnis nach Freundschaft ist schon da. Aber wie kann es dann sein, dass so viele Leute sich nach Freundinnen sehen, aber keine finden? Man muss sich ja mal fragen, was produziert Einsamkeit und das, was vor allen Dingen Einsamkeit produziert, sind schlechte Beziehungen. Ich kann euch auf jeden Fall schon mal verraten. Janka hat irgendwann eine Idee, wie sie neue Freundinnen finden kann. Und als sie die in die Tat umsetzt, passiert etwas, womit sie nicht gerechnet hat. Und für mich war das so ein krasser Moment. Ich bin Lisa Sophie Scheurerl und ihr hört Wissen Weekly. Den Podcast, in dem wir halt behalten, wissenschaftlich prüfen. Dafür graben wir uns durch Studien, sprechen mit Experten und den Menschen, die es wirklich betrifft. In dieser Folge klären wir die Frage, wie findet man Freundinnen? Die Janka, die ihr eben schon mal gehört habt, war eigentlich nie der Typ Mensch, der jetzt nicht auf andere zugeht oder wenig Freundinnen hat. Im Gegenteil, so beschreit sie sich zumindest selbst. Ich würde sagen, fröhlich, outgoing und ja, sehr social, extrovertiert. In ihrer Schulzeit in Berlin-Neukölln fliegen die Janka die Freundschaften einfach so zu. Sie ist wirklich ständig mit ihren Freundinnen unterwegs. Also fast die ganze Zeit. Von irgendwie auch so meine Freundinnen haben dann auch wirklich so zwei Minuten von der Schule weggebohnt. Wo man dann auch mal kurz in der Pause sogar vorbei schauen konnte oder man hat dann irgendwie, ist man direkt nach der Schule dann hin. Sie hängt zusammen im Park ab. Janka begleitet ihre Freundinnen auch mal zu Familien, Feiern oder sie übernachten war er in anderem. Natürlich mit obligatorischen Getuscheln nach der Schlafenszeit. Das war immer so meine Lieblingsmomente, wo man dann wirklich einfach nur am Kichern war, am Quatschen war und irgendwie dann noch dieser Late Night Talks hatte. Nach dem Abi geht Janka als Opaire nach New York. Eigentlich ziemlich scary, so ganz alleine mit 18. Aber auch da findet sie sofort eine Gruppe an neuen Freundinnen. Wir waren jedes Wochenende in New York City, wir waren in Museen, in Flomerk, festivals. Janka hat einfach eine richtig gute Zeit im Ausland. Und sie hat das Gefühl, ihre Freundinnen spielen dabei wirklich eine große Rolle. Aber warum ist das so? Wie wichtig ist Freundschaft für unser Wohlbefinden? Das haben wir mal einen Experten gefragt. Dr. Janos Chobin, er ist soziologe und arbeitet beim Kompetenznetzwerk Einsamkeit vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt am Main. Und ich bin schon seit etlichen Jahren Freundschafts- und Einsamkaisforschern. Als wir Chobin nach seiner Definition von Freundschaft fragen, erklärt er, die Ansätze davon kann man schon im Tierreich beobachten. Bei Menschenaffen gibt es so was Ähnliches wie Freundschaft, also da wird es mit nicht verwanden, kooperiert. Und das ist auch über Zeiträume. Also haben sozusagen Grieziproke, also wechselseitige stabile Beziehungen zu anderen Affen, die mit denen sie nicht verwandt sind. Bei uns Menschen geht Freundschaft aber über solche stabilen außerfamilienbeziehungen hinaus, ins symbolische. Wir haben spezifische soziale Rituale und bei Freundschaften kann man, glaube ich, ein Ritualfest machen. Ich nenne das das Tauschen und Teilen von Lebensfändern. Ich würde sagen, das ist der Ursprungsgitus der Freundschaft. Chobin sagt, ein Lebensfand ist ein Teil von uns selbst, den wir anderen anvertrauen. Früher war das vielleicht etwas Fysisches wie jetzt eine Blutsfreundschaft oder so. Oder in manchen Kulturen hat man auch kleine symbolische Gegenstände wie Nüsse dafür ausgetauscht. Heutzutage gibt es da aber eine andere Währung. Bei uns macht man das eher mit Geheimnissen. Wenn ich das Geheimnis-Verrate kannst du mein Verrat, aber ich verrate uns beide letzten Endes so. Wenn man das Geheimnis, das einem anvertraut wurde, gut aufbewahrt und das Vertrauen nicht missbraucht, wird daraus eine Freundschaft. So ein Ritual, bei dem wir uns ja auch verletzlich machen, gehen wir ein, weil Freundschaften ganz wichtige grundsätzliche Funktion in unserem Leben erfüllen. Dieser ganze Bereich effektiver Unterstützung ist ein Freundschaften extrem wichtig und das machen Freunde. Ich garantiere einfach dadurch, dass ich das bekomme. Affektiv bedeutet auf Gefühle bezogen. Also Freund in den leisten für uns emotionale Unterstützung und das ist ganz wichtig für die mentale Gesundheit. Und sie sichern einen positiven sozialen Status. Das klingt jetzt vielleicht erstmal ein bisschen oberflächlich, aber es ist ganz wichtig für uns dazu zu gehören. Anna kann gemocht gesehen und gewürdigt zu werden in der Gruppe. Das ist wichtig. Freundschaftsbeziehung garantieren diese Form von Primärbedürfnis. Und neben diesen Primärbedürfnissen, also grundlegenden Dingen, die funktionieren müssen, erfüllen Freundschaften auch abstrakte Bedürfnisse, die schon fast ins philosophische gehen. Diese ganzen Sinnfragen für diesen Freundet sind mich wichtig, dass sieht man es mal schön daran, dass Freunde bei uns primäre Radgeber sind. Also solche Fragen, wie was will ich mit diesem kurzen Leben, dass ich habe eigentlich anfangen, was ist eine gute Entscheidung. Freundinnen sind in der Regel Menschen, die uns lange begleiten, die uns gut kennen und uns durch ihre Perspektive sagen können, wer wir sind. So können wir uns selbst besser verstehen. Also Freundinnen geben uns am Leben Sinn. Schon schön irgendwie. Also fassen wir noch mal kurz zusammen. Freundschaften sind eine Art soziales Ritual, bei dem wir uns voneinander verletzlich machen und so vertrauen zeigen. Das ist wichtig, weil wir Menschen in unserem Leben brauchen, die sich um uns kümmern. Darüber hinaus sind Freundinnen wichtig, damit wir uns gesellschaftlich anerkannt fühlen und um Sinn im Leben zu finden. Aber was, wenn wir einfach keine Freundinnen haben und diese Bedürfnisse nicht befriedigt werden können? Und woran kann es liegen, wenn wir keine Freundinnen finden? Als ich dann aus dem Opfer, tatsächlich zurück nach Berlin gekommen bin, dann war ich dann halt dann so ein Punkt "OK, neue Job, neue Wohnung". Bianca's Zeit in New York endet. Die ganzen tollen Erlebnisse hallen noch immer in ihr nach. Aber dann, die Freunde, die ich dann noch hatte, hat irgendwie bemerkt, irgendwie passt das irgendwie nicht mehr so, irgendwie ist das nicht mehr so wie es davor war. Es ist ein Schleichenderprozess. Während Bianca mal hier, mal dort ist, bauen sich ihre alten Berliner Freundinnen ihr Leben auf. Jobs, Partnerschaften, bei manchen auch schon eine Familie und auch Bianca verändert sich. Sie und ihre Freundinnen leben sich auseinander. Und dann ist es auch noch 2020, als sie final zurück nach Berlin kommt, also wirklich mitten rein in die Pandemie. Statt sich im Lockdown eine WG in Berlin zu suchen, zieht Bianca zu ihren Eltern zurück. Und um die Vorkurve zu schützen, erlaubt sie sich auch keine Kontakte nach außen. Und am Anfang war es noch "OK, wie gesagt, schade meine Familie um mich herum". Aber irgendwann merkt sie, es geht ihr immer schlechter. Sie fühlt sich einsam. Ich war jeden Tag irgendwie in einer super schlechten Laune. Hab auch wirklich eine Phase gehabt, wo ich auch häufig geweint habe. Weil ich das nicht mehr so gut war.
Ich hab mich alleine gefühlt und hatte gar keinen. Abgesinnte meiner Familie gar keinen sozialen Kontakt. Hatte mit jemanden anderen. Sie probiert zwar auch über Bumble for Friends, also per App, Freundinnen zu finden, aber das klappt nicht so richtig. Das Swipe gibt dir auch einen komischen, oberflächlichen Beigeschmack. Und es kommt nicht so richtig, was dabei zustande. Bianca chatte zwar mit Leuten, aber meistens antwortet die andere Person nicht mehr. Sie ist frustriert. Mir ist nichts mehr eingefallen, was ich irgendwie in Erwägung ziehen würde, auszuprobieren. Dann was ein super random Tag. Ich weiß nicht mal genau, was genau das an diesen Tag ausgerechnet ausgelöst hat. Sie hat plötzlich eine Idee. Fast so was wie eine Eingebung. Und Bianca zögert nicht lange. Hab mein Handy aufgestellt und war einfach so okay. Was hab ich noch zu verlieren? So vieles gibt's nicht mehr. Ich probier's einfach aus. Bevor ich euch verrate, was Bianca da macht, müssen wir kurz einmal erklären, woher diese Einsamkeit kommt. An sich ist Bianca ja eine sehr offene soziale Person und hatte eigentlich nie Schwierigkeiten anschluss zu finden. Woran kann es also liegen, dass sie sich zurück in Berlin auf einmal so schwer tut und keine Freundinnen findet? Soziologe Dr. Schobin sagt, "Man muss sich ja alles mal fragen, was produziert Einsamkeit und das, was vor allen Dingen Einsamkeit produziert, sind schlechte Beziehungen." Also nicht fehlende, sondern schlechte Beziehungen. Schon interessant, die meisten Menschen haben nämlich irgendwelche sozialen Beziehungen. Wer kaum oder keine Freundinnen hat, hat meistens Familienmitglieder. Aber einsam fühlt man sich, wenn die Kontakte, die man hat, als unzureichend empfunden werden. Wenn sie unsere Bedürfnisse nach Nähe und Status nicht erfüllen, das ist dann oft der Grund, warum man sich Freundinnen wünscht. Natürlich gibt es auch Menschen, die komplett alleine und sozial isoliert sind. Das sind aber in der Gesamtbevölkerung nicht viele. Etwa 5 Prozent der Beerdigung in Berlin werden beispielsweise vom Amt, also ohne Angehörige durchgeführt. Maginalisierte Menschen sind da gefährdet. Arme Menschen, Kerarbeiterinnen und Menschen mit Migrationsgeschichte. Die am stärksten betroffene Gruppe sind in armutlebende Männer. Darüber, welche Rolle Gender beim Thema Einsamkeit spielt und ob es wirklich eine sogenannte "Mail-Loneliness-App-Demic" gibt, haben wir schon mal eine ganze Wissenwege-Volge gemacht. Den Link dazu setzt sich euch in die schon uns. Dass man vor allem Freundschaften vermisst, kann noch einen Grund haben. Das Problem ist, dass die Beziehungen der anderen so gut sind. Das ist das Hauptproblem bei uns. Und das ist vor allem durch Social Media so. Da wirken die Freundschaften anderer oft perfekter als die eigenen. Das kann uns dann noch mehr frustrieren. Wir halten also fest, Einsamkeit hat per See erst mal nichts mit der Anzahl der Bezugsperson zu tun, sondern damit, wie wir die Qualität der Freundschaften wahrnehmen. Und die kann unter anderem dadurch beeinflusst werden, dass wir uns auf Social Media vergleichen. Das klingt jetzt erst mal alles sehr negativ, aber generell steht es gerade besser um unsere Freundschaften, denn je. Wir leben in der Welt, in der aufgrund der hohen Autonomie der einzelnen die Beziehungsqualitäten sehr hoch sind. Und die meisten hat ungefähr so viele Beziehungen. Wir leben heute auch freier als früher. Wenn uns eine Beziehung nicht gut tut, dann sind wir nicht mehr so sehr durch soziale Regeln daran gebunden und können sie auch hinter uns lassen. Früher war man eher mit Nachbarin oder Arbeitskollegin befreundet, da hätte ein Bruch das ganze Umfeld betroffen. Wir sind heute auch enger mit unseren Freundinnen, weil wir sie freier wählen können. Aber wie passt diese allgemeine hohe Beziehungsqualität zusammen mit all den Menschen, die Freundinnen in ihrem Leben vermissen? Ist das Einbildung? Bei Freundschaften gab es anscheinend ein Tipp zum Nisper-Jungenleuten, aber das der Jungen Institut hat zum paar Daten, die anscheinend zeigen, dass bei jungen Leuten, die zufrieden mit ihren Freundschaften abgenommen hat. Lange war diese zufriedenheit super hoch, Sagt-Showbien. Aber während der Pandemie hat sie bei jüngeren Menschen abgenommen. Ist ja auch kein Wunder. Sie haben sich sozial besonders eingeschränkt. Teilweise in wichtigen Phasen wie dem Uni oder Ausbildungsanfang, wo man normalerweise neue Freundschaften findet. Aber auch nach der Pandemie ist die zufriedenheit niedrig geblieben. Und das liegt daran, wie sich das Leben in der heutigen Gesellschaft verändert. Wir hatten ja lange eine relativ starke Normalbiografie. Das heißt, die Leute getrichteten diese Ausbildungsphasen, dann waren die Familie und Gründungsphasen, dann gab es sozusagen Übergang ins Berufsleben ein relativ stark mit Gleichalträgen in Kontakt brachten und das auch in einem gewissen Rhythmus. In der alten Wirtschaftswunder-Bundesrepublik der 50er bis 70er, da hieß es meistens Schule, Ausbildung und dann 50 Jahre in einem Betrieb bis zur Rente. Plus vielleicht Sportverein. Man war in festen Institutionen, um an mit anderen Leuten abhängen, musste. So gab es viele Gelegenheiten, dass Freundschaften entstehen und auch bleiben. Heute arbeiten und leben wir tendenziell dynamischer. Wir wechseln häufiger den Job oder sind durch den Arbeitsmarkt dazu gezwungen und wir ziehen in andere Städte oder Länder. Und was dann funktionieren muss in modernen Gesellschaften, sympathnerschaftsmerkte und Beziehungsmerkte. Die Regeln, das ja letztendlich über eine Gelegenheitstruktur, wo ich aus Beziehung austreten kann, aber auch neu beziehung finden kann. So genannte Gelegenheitstrukturen wie Klassenzimmer und Sportvereine sind ab einem Punkt nach der Schule oder Uni aber nicht mehr automatisch in unser Leben eingebaut. Leute, die andere Wege einschlagen, verlassen unser Leben. Aber es kommen eben nicht automatisch neue Leute dazu, weil die Räume, wo man sich kennenlern, wegfallen. Und das ist ein wichtiges Stichwort. Denn nicht nur veränderte Lebensverhältnisse und Arbeitsbiografien spielen eine Rolle. Das hat mir meine Kollegin Emily Glaser erzählt, die diese Folge recherchiert hat. 1989 hat der US-Soziolo Grey Ordenburg die Theorie das "Third Place" aufgestellt. Das dritten Ort ist. Und die besagt, dass es neben unserem Privatraum, also unserer Wohnung, unserem Haus. Und unsere Arbeitstelle noch eine dritte Artraum gibt. Und zwar in sozialer Raum. Der wird so definiert als Freizeitraum, wo alle Menschen jederzeit Zugang haben, wo man sich kennenlernen kann, wo man random in Kontakt kommt und sich auch wiedersehen kann. Dazu gehören Sachen wie Jugendklubs, Stammknäipen, Pürchen auch. - Ja. - Ich muss auch mal an dieser Schachplätze in Parks denken, wo dann so Opast sich treffen und betteln. Durch diese dritten Orte wird unsere Freizeit so zjahler. Also man hängt nicht nur zu Hause rum, sondern trifft in der Öffentlichkeit auf Leute mit verschiedenen Backgrounds. Das wird aber weniger. Da gibt's verschiedene Faktoren für. Klar hängen wir immer mehr in digitalen Räumen. Aber dritte Orte sterben auch aus. Überleg einfach mal wo in München. Dann sind jetzt hingehen, wo es kein Geld kostet rumzuhängen. Da fällt mir tatsächlich nicht so viel ein. Ausverfällig die Wiese an der Isar oder der Englische Garten. Das geht auch nur bei Schümmwetter. Wie sind es bei euch in der Stadt? Wo könnt ihr euch kostenlos im öffentlichen Raum treffen? Schreibt uns das doch gerne mal in die Kommentare. An vielen Orten werden Kultur und Sozialgelder gekürzt. Mieten werden teurer, auch für all eingesessen Institutionen, wie die Stammknäipe um die Ecke. Das ist eine Räume weg, in denen man sich früher kostenlos treffen konnte. Und das trifft wie die Menschen besonders, die nicht so viel Geld zur Verfügung haben. Aber auch wenn alte Möglichkeiten wegfallen, die Leute werden erfinderisch. Wiederorte der Begegnung schaffen. Das ist wirklich so ein wahnsinnig großer Aspekt, den Leuten fehlt, der aber auch wieder zurück kommt. Stichwort, "Putting mit Gabel essen". Ja, putting mit Gabel essen. Vielleicht habt ihr das mitbekommen. Die Leute aus dem Internet, fremde im Park verabredet, um gemeinsam putting mit einer Gabel zu essen. Ja, das ist so niedlich. Ich finde es so süß. Das zeigt aber auch so, wir brauchen irgendein Anlass. Aber den finden wir schon, egal ob oder gerade weil der halt irgendein Kritik ist. Also an sich sind unsere Beziehungen, also auch unsere Freundschaften, besser denn je, auf weil wir sie selbst bestimmt wählen können. Trotzdem gibt es aber vor allem bei jungen Leuten eine steigende Unzufriedenheit. Weil es immer weniger organische Gelegenheiten gibt, andere in Ruhe kennenzulernen. So kann man sich schnell abgehängt und isoliert fühlen, weil andere auf Social Media die perfekten Freundschaften korratieren. Die Frage ist nur, wenn es immer schwerer wird, Freundinnen zu finden. Wie schaffe ich es trotzdem? Wie Janke hat da so eine Idee? Während ihrer Zeit als Opaire in New York war ich Janke mal auf einem Event. Ein ziemlich simples Konzept. Da haben sich einfach Frauen im Park getroffen auf einen Spaziergang. Das ist mir dann wieder eingefallte Berlin. Das drogelt Bianca ja gerade damit Freundinnen zu finden. Also fängt sie an zu Google. Vielleicht gibt es das ja auch hier. Aber nichts. Weder in Berlin noch sonst irgendwo in Deutschland. Aber dann denkt sie sich, "Neja, dann organisier ich das eben." Sie dreht ein TikTok und sagt in die Kamera. Leute, ich bin mein erstes Event, weil ihr Bock drauf hat. Dieziehungsweise, wenn es ihr immer ins Event hin kann. Aber auf jeden Fall habe ich Bock, euch zusammenzubringen. Und wir werden alle zusammen uns im Volkspark Friedrichsheim um 12 Uhr treffen und zusammen spazieren gehen.
Wir gehen auf 'nen Hot Girl Walk. Okay. Und hab's dann gepostet. Als dann der Tag kommt und Bianca zum Treffpunkt geht, ist sie schrecklich nervös. Bin hin, ich hab wirklich geschwitzt, ich hatte total panik. Und ich dachte, also was machst du hier eigentlich, Bianca? Warum machst du das? Meine größte Angst war, dass nur eine Person auftaucht, die dann eine Gruppe von Person erwartet. Und dann am Ende verstehen wir uns nicht. Und dann wird's ein kompletter Fail. Aber Bianca hat Glück. Nach und nach tauchen fünf Frauen am Treffpunkt auf. Manche sind gerade erst nach Berlin gezogen, andere suchen schon länger Anschluss. Der Weib ist so gut, dass sie am Ende des Spazierangs schon richtige Deep Talks führen. Wir haben uns dann alle am Ende umarmt, haben Instagram ausgetauscht, nur Mann ausgetauscht und wir sind alle mit einem großen Wäscheln in einer Hause. Bianca kündigt sofort danach den nächsten Spaziergang an. Ihre neuen Bekanntschaften wollen auch kommen. Etwa ein Monat später geht Bianca also an einem sonnigen Tag wieder zum Treffpunkt vor einem kleinen Café. Sie ist auch heute nervös, aber nicht mehr so sehr wie beim ersten Mal. Die Gods von Neulich haben ja immerhin schon zugesagt. Aber dann passiert etwas, womit Bianca wirklich nicht gerechnet hat. Das erste Gerk hat sich langsam angenehrt, hat einmal nachgefragt, war die zweite Person, dritte, vierte, fünfte, sechste. Und plötzlich standen irgendwie 30 Frauenformier, da 40, 50 und am Ende waren 100 Frauen bei dem Walk. Also wir sind wirklich von 500. Das ist wirklich so krass. Also was für eine Steigerung. Bianca weiß erst mal gar nicht, wie sie diese Situation handeln soll. Sie wollen voll im Spaziergang alle noch einen Coffee to Go aus dem kleinen Café und daher stand Ausnahmezustand. Die Lautstärke gegen von 0 auf 100. Alle waren am Quatschen lachen. Es ist schon direkt nummerneustagen, Instagram austauschen, Blähne machen. Im Café meinte der Typ, außer "Hey Leute, wir müssen hier stoppen. Ich weiß nicht, was hier gratulos ist, weil der Wartler mich so überfordert, weil nie so viel Kunst schafft, hat er auf einmal." Kurz danach führt sie ihre riesige Spaziergängerin Karawane durch den Park. "Ich kann es auch nicht realisieren, dass das jetzt wirklich passiert. Ich war aber so voll mit Klücksgefühlen. Ich hatte unfassparteile Gespräche." Bianca Spaziergänge sind ein überraschender Erfolg. Einer der zeigt, es sehen sich anscheinend auch viele andere nach neuen Freundinnen. Also organisiert sie noch einen Spaziergang. Und noch ein und noch ein. Und genau mittlerweile sind wir fast 24.000 Frauen auf Instagram. Seit mehreren Jahren organisiert Bianca nun regelmäßig die Spaziergänge. Und dazu auch noch andere Events, mehrmals die Woche. Sie ist so erfolgreich, dass sie sich dieses Jahr mit ihrer Firma Offline Girls selbstständig gemacht hat. Bianca verbindet Menschen, die Freundinnen suchen, inzwischen beruflich. Aber das kann ja jetzt nicht jeder so was im großen Stil zu veranstalten. Also, was kann man selbst privat tun, wenn man sich neue Freundschaften wünscht? Soziologe und Freundschaftsforscher Dr. Janos Chobin sagt, es ist wichtig, sich vielen verschiedenen Menschen auszusetzen. Nur so kann es klappen. "Sich mit mehr Diversität zu belasten und mehr Menschen zu treffen. Dass er hört die Wahrscheinlichkeit, dass sich irgendwie gute Beziehungen am Endarmen wäre, eigentlich massiv." Es ist superbeängstigend auf andere Menschen zuzugehen. Besonders, wenn man Schüchtern ist, Probleme mit dem Selbstwert oder sozialer Angst hat. Meine Kollegin Emily hat dazu aber eine wichtige Message. In 2018 wurde die Studie "Rejections-Sensitivity and Interperson-Nobial-Vereinthality Life" in dem Fachmagazin "Personality and Individual Differences" veröffentlicht. Und die zeigt, also Angst vor Zurückweisung führt tatsächlich erst zu, dass wir Leute wegstoßen. Dafür haben die Probandinnen in den Raum mit einer Gruppe von fremden Menschen geschickt. Und einer Hälfte von denen haben die vorher gesagt, ja, die haben vorher schon von euch gehört. Die finden euch total super und die wollen euch unbedingt mit in ihre Gruppe aufnehmen. Der anderen Hälfte wurde das vorher aber nicht gesagt. Und dann wurde beobachtet, wie die Probandinnen mit den Personen im Raum interagieren. Das Krasse ist, die Leute, die dieses Nette-Intervolge kriegt, haben echt viel mehr von sich geteilt und die haben auch tiefer Gespräche geführt. Die waren halt "Koffer dend". Und die anderen sind halt viel, viel verschlossener geblieben. Unsicherheit ist also eine Art selbst erfüllende Prophezeiung. Denkt man, man wird abgewiesen, ist man selber weniger offen. Glauben wir aber daran, dass man uns schon mögen wird, dann lassen wir nähe zu. Vielleicht hilft es sich das bewusst zu machen, wenn man sich das nächste Mal unsicher fühlt. Das Online-Kenn-Learn, zum Beispiel auf Apps wie Bumble for Friends, das klingt ja oft viel weniger scary. Also erst mal schreiben, statt sich direkt in ein Raum mit fremden Menschen zu stürzen. Die Logix, euch er Apps, ist aber nicht immer hilfreich, sagt Dr. Chobin. Diese Medien empfiehlt aus meiner Sicht zum Größengrad dazu, dass wir zuselektiv werden und das auch können. Und sie forcieren eigentlich aus meiner Sicht auch schlechte Strategien. Ähnlich wie beim Online-Dating gibt es ein Riesenpool an Leuten, die einem vorgeschlagen werden. Scheint jemand nicht zu passen, kommt gleich die nächste Person. Und die nächste im Sekundentakt. Eine längere Ausprobierphase, mit Menschen zu haben, das ist eigentlich viel glüger. Und das machen diese Medien eigentlich nicht, sondern relativ simpel. Ich gehe aus der erste Date, hat mir nicht gefallen, da such ich mir gleich nächste Date, so es gibt ja 10.000 Leute, die ich treffen kann. Um eine wirklich engefreundschaftliche Connection aufzubauen, muss man Leuten erst mal eine Chance geben. Ihr kennt das ja vielleicht auch. Diese eine Freundin, mit der man schon ewig in einer Klasse war, bevor man gemerkt hat, "Huch, du bist ja ziemlich cool." Für echte Freundschaft braucht es vor allen Zeit und Geduld. Erklärte mir meine Kollegin Emily. Ja, das dauert tatsächlich 90 Stunden, bis man zum richtigen Freundinnenstatus geht. Also von "Ja, ich kenne da eine Person und die finde ich ganz cool." Zu "Wir sind so richtig befreundet, dauert es so lange." Und es dauert mehr als 200 Stunden, bis man dann wirklich von engefreundenden entspricht. Das bedeutet, in eine Freundschaft muss man Zeit investieren. Was eine gute Freundschaft eigentlich ausmacht, dazu haben wir auch schon mal eine Folge gemacht. Auch die fälligen wir euch in den Showdowns. Und vielleicht fragte ich euch jetzt, wo soll ich denn diese ganze Zeit hernehmen? Neben Arbeit, Hausarbeit, Partnerschaft. Bianca hat da einen großen Tipp. Hobby sind auch ein großes Ding. Also wenn man dann Hobby findet, da kann man dann natürlich auch Leute kennen. Und dann hat man auch direkt eine Gemeinsamkeit. Er gibt ja auch Sinn. Viele Hobby sind die ideale Kombi von regelmäßig rausgehen an ein Ort des Austausch, seiner Leidenschaft folgen. Und dabei direkt interessante Gesprächsthemen haben. Egal ob Töpfern, Dungeons & Dragons, der Buchclub, Halbmarathon, Birdwatching oder Pudding mit Gabel essen, da draußen sind andere, die sich auch dafür begeistern, was wir selbst mögen. Vielleicht treffen die sich ja sogar schon. Oder warten, sehen, Lichts auf die Person, die mutig ist und ein Treffen holstet. Denn eine Sache sagt Bianca, hat sie aus ihrer Freundschaftsuche gelernt. Also ich glaube, man muss da wirklich proaktiv rangehen und sich bei Leuten melden, Events raus suchen, aus dem Haus kommen. Aber das ist mehr auf jeden Fall aufgefallen, dass man nicht einfach nur wartet und dann passiert es, das funktioniert halt leider, leider nicht mehr. In der heutigen Welt muss man ins kalte Wasserspringen um Freundinnen zu finden. Die gute Nachricht ist, dann klappt es in der Regel auch. Wie bei den tausenden Frauen, die auf Bianca's Events gehen und sich dort auch über ihre Hobbies und Interessen gefunden haben. Hat man es dann geschafft, sich einen kleinen Kreis von Leuten aufzubauen mit dem man Dinge unternimmt, sagt Bianca. Kann man den dann auch nutzen, um sich mit weiteren Menschen zu konnekten? Im Freundeskreis nach Fragen, Einladungen annehmen. Vielleicht auch, wenn man nichts so Lust hat. Auch die Wissenschaft sagt, am einfachsten ist es, Freundinnen über, Freundinnen zu finden. Weil ich da jemanden habe, den es der Art von Bürgschaft eingeht. Der führt mich ein, der garantiert ihr Gewissermaßen auch schon für mich in einem sozialen Kontext. Einladungen annehmen, sich verabreden und dann auch wirklich hingehen, das kann die nächste Herausforderung sein. Und auch mit unserer Bequemlichkeit kollidieren, sagt Emily. Das Problem ist auch, dass sich in unserer Individualkultur auch so ein bisschen so ein "ich zuerst" meinstert durchgesetzt hat. Man kennt ja die Begriffe wie Social-Battery, Me-Time, Protecting, Your inner-Piece. Da geht's ja immer darum, irgendwie Ruhe zu haben, um seine Boundaries zu pflegen. Und das ist natürlich auch total gut und berechtigt, das mit im Blick zu haben. Kann aber halt auch dazu führen, dass man dann verliert, irgendwie die Bereitschaft, so eine Zeit und Nerven für andere zu opfern. Also sagen wir jetzt mal ja, irgendwie jemanden, nachts zum Flughafen zu fahren. Oder irgendwie auf dem Geburtstag zu gehen, obwohl man eigentlich kein Baukat und müde ist. Aber das sind halt alles Sachen, die für bedeutsame Freundschaften total wichtig sind. Also man muss auch sich mal hinten anstellen können.
auch wenn es vielleicht ein bisschen anstrengend ist. Weil am Ende wird man belohnt mit Support, mit Verbindung und Sinn, den man nur in wahren Freundschaften findet. Bei "The Way" wie Janka hat ihr Freund in den Problem auch durch ihre Spaziergänge gelöst. Mit zweiter Frauen vom allerersten Spaziergang hat sie bis heute Kontakt. Und direkt bei dem zweiten lernt sie ihre beste Freundin kennen. Das sind wirklich Freundschaften, die ich mir immer gewünscht habe. Erst gestern hatte ich zum Beispiel ein Event und drei meiner Freundinnen waren da, um mich zu supporten. Fassen wir mal zusammen. Freundschaften sind unglaublich wichtig für uns. Sie erfüllen Bedürfnisse von Sicherheit, Hilfe und Status und geben unserem Leben einen Sinn. Wir leben in einer Zeit mit hoher Freundschaftsqualität. Aber auch mit Veränderungen, die es schwerer machen, auf klassische Art neue Leute kennenzulernen. Nach der Schule der Ausbildung und im Job fallen Gelegenheitsstrukturen weg. Auch weil kostenlose Orte zum Kennleern wegfallen. Und das Internet kann klassische Begegnungen nur teilweise ersetzen. Und sogar dazu führen, dass man wie beim Online-Dating oberflächlicher sucht. Damit Freundschaften passieren, muss man heute rausgehen. Aktiv Kontakt suchen. Leuten eine richtige Chance geben und auch wirklich investieren. Als Bianca nach Berlin zurückkam, war sie ja echt einsam. Und heute hat sie genau die engen Freundschaften, die sich damals gewünscht hat. Ich weiß noch, meine Freundin kam auf mich zu unter, wie stolz sie auf mich ist, hat sogar Training in Augen gehabt. Folgt dem Podcast hier auf Spotify und aktiviert die Glocke, um keine Folge mehr zu verpassen. Und lass uns natürlich auch sehr gerne eine gute Bewertung da. Nächste Woche stellen wir uns passend zur Vorweihnachtszeit die Frage, wie mache ich gute Geschenke? Schlechte Geschenke sind für mich ein Trainungsgrund. Ich sag's, wie es ist. Habt ihr dazu eine Frage? Dann schreibt sie uns gerne in die Kommentare und wir beantworten sie dann direkt in der nächsten Woche. Ich bin Lisa Sophie Scheurel und bedanke mich bei allen, die mit uns bei der Recherche gesprochen haben. Vielen Dank an Bianca, die ihre Freundin in Journey geteilt hat und natürlich auch vielen Dank an Dr. Janos Choby. Bisson Weekly, das ist eine Produktion von Spotify Studios in Zusammenarbeit mit Kugel und Nier. Executive producers, Daniel Nicolaue und Michael Badleffsley. Audioproduktion, Hammer und Amos. Redaktion, Emily Glaser, Lea Dacowski und ich, Lisa Sophie Scheurel. Creative producer Nadine Raber. Nein, producer, Saru Krausejent. Hi, hier ist Lea aus dem Bisson Weekly-Team. Die Community-Frage diese Woche kommt von Peters und zwar ist es im höheren Alter schwieriger Freundin zu finden, im Vergleich zum Kindesalter. Im Vergleich zum Kindesalter auf jeden Fall, denn da haben wir ja noch die Schule, die uns Struktur und ein festes Netz gibt, in dem wir andere Menschen regelmäßig sehen. Und da können Freundschaften über einen langen Zeitraum wachsen. Der Psychologe Oliver Huxhall sagt, bei vielen Menschen sinkt im Alter auch die Motivation, Neufreund in zu finden. Das liegt nicht unbedingt daran, dass man keine Lust auf neue Menschen in seinem Leben hat, sondern dass viele unsicher sind und denken, die anderen haben ja eh ihr geregeltes Leben, da ist gar kein Platz für eine Neufreundschaft. Aber die gute Nachricht ist, die Zahl der Freundschaften im Ruhelstand hat in den letzten Jahren zugenommen. Also es ist nie zu spät für eine neue Freundschaft.
Podcast Summary
Key Points:
Die Protagonistin Bianca erlebt nach ihrer Rückkehr nach Berlin Einsamkeit und stellt fest, dass ihr enge Freundinnen fehlen.
Freundschaften sind entscheidend für emotionale Unterstützung, sozialen Status und Sinnfindung, entstehen jedoch heute schwerer durch veränderte Lebensumstände und fehlende „dritte Orte“.
Einsamkeit entsteht oft durch als unzureichend empfundene Beziehungen, nicht durch deren Abwesenheit, und wird durch Social Media-Vergleiche verstärkt.
Trotz allgemein hoher Beziehungsqualität leiden besonders junge Menschen unter Freundschaftsmangel, was durch die Pandemie und dynamischere Biografien verschärft wurde.
Bianca initiiert erfolgreich einen „Hot Girl Walk“ im Park, um neue Kontakte zu knüpfen, und zeigt damit eine aktive Lösung gegen Vereinsamung.
Summary:
Der Text beschäftigt sich mit dem Phänomen der Einsamkeit und der Schwierigkeit, im Erwachsenenalter Freundschaften zu finden, am Beispiel der Protagonistin Bianca. Nach einem Auslandsaufenthalt kehrt sie nach Berlin zurück und muss feststellen, dass ihre alten Freundschaften verblasst sind und sie sich trotz digitaler Vernetzungsmöglichkeiten isoliert fühlt. Ein Soziologe erklärt, dass Freundschaften als soziale Rituale des Vertrauens grundlegende menschliche Bedürfnisse nach emotionaler Unterstützung, sozialer Anerkennung und Sinnstiftung erfüllen.
Die heutige Gesellschaft erschwert jedoch das organische Knüpfen neuer Bindungen: Dynamischere Lebensläufe, der Rückgang kostenfreier „dritter Orte“ wie Jugendclubs oder Stammkneipen zum ungezwungenen Kennenlernen und der Einfluss sozialer Medien, die perfekte Freundschaften inszenieren, spielen eine Rolle. Besonders junge Menschen sind betroffen, da traditionelle Gelegenheitsstrukturen nach Schule oder Uni wegfallen. Der Text endet hoffnungsvoll mit Biancas eigeninitiativer Lösung: Sie organisiert über soziale Medien einen Spaziergang im Park, der auf Anklang stößt und zeigt, dass das aktive Schaffen neuer Begegnungsräume ein Weg aus der Einsamkeit sein kann.
FAQs
Man kann gezielt nach lokalen Treffen oder Gruppen suchen, z.B. über soziale Medien oder Apps wie Bumble for Friends. Auch das Organisieren eigener Veranstaltungen, wie Spaziergänge im Park, kann helfen, Gleichgesinnte kennenzulernen.
Einsamkeit entsteht oft nicht durch fehlende, sondern durch als unzureichend empfundene Beziehungen. Wenn bestehende Kontakte das Bedürfnis nach Nähe oder sozialer Anerkennung nicht erfüllen, kann das zu einem Gefühl der Isolation führen.
Soziale Medien können den Eindruck vermitteln, dass andere perfekte Freundschaften haben, was zu Frustration und Vergleichsdruck führt. Gleichzeitig bieten sie aber auch Möglichkeiten, um sich zu verabreden und neue Kontakte zu knüpfen.
'Dritte Orte' sind öffentliche Räume wie Parks, Cafés oder Jugendclubs, wo Menschen sich zwanglos treffen und kennenlernen können. Ihr Rückgang erschwert es, organisch neue Freundschaften zu schließen, besonders in Städten.
Während der Pandemie sank die Zufriedenheit mit Freundschaften bei jüngeren Menschen, da soziale Kontakte eingeschränkt waren. Selbst danach blieb die Unzufriedenheit hoch, weil wichtige Phasen zum Knüpfen neuer Kontakte, wie Studienbeginn, beeinträchtigt wurden.
Freundschaften bieten emotionale Unterstützung, sichern einen positiven sozialen Status und helfen bei der Sinnsuche im Leben. Sie sind wichtig für mentale Gesundheit und das Gefühl, dazuzugehören.
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