Einmal untreu, immer untreu? 5 Fremdgeh-Mythen von Paartherapeuten aufgeklärt
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Einmal untreu, immer untreu – dieser weit verbreitete Mythos ist irreführend und entsteht aus den Erfahrungen von betroffenen Personen in Online-foren. Die Tatsache, dass Fremdgehen oft als ein Zeichen mangelnder Liebe oder emotionaler Unzulänglichkeit empfunden wird, wird durch die Diversität von Beziehungen und individuellen Hintergründen unterstrichen. Viele Paare, die fremdgegangen sind, haben lange erfolgreich treue Beziehungen geführt und suchen nun nach Ursachen, um zukünftig zu verändern. Der emotionale Aspekt eines Seitensprungs spielt häufig eine entscheidende Rolle und ist genauso verletzend wie der körperliche Akt. Fremdgehen ist kein abruptes Ende der Beziehung, sondern ein Prozess, der aus mangelnden Bedürfnissen wie Anerkennung, Zuneigung oder Aufmerksamkeit entsteht. Die Erkenntnis, dass solche Glaubenssätze oft von den Erfahrungen von verletzten Personen abgeleitet sind und nicht universell gelten, ist entscheidend, um eigene Grenzen zu überblicken und eine gesunde Beziehung zu wiederaufzubauen. Paare, die professionelle Unterstützung suchen, können durch die klare Identifikation von Ursachen und die Entwicklung von neuen Muster die Beziehung nachhaltig retten und wahren. Die Idee, Fremdgehen als universellen Wert zu betrachten, führt zu Fehlern im Verständnis der eigenen Beziehung und behindert die Bewältigung. Die eigene innerliche Erfahrung und die individuelle Situation sind daher entscheidend – nicht die allgemeinen Meinungen in Foren.
Hallo und herzlich willkommen zu der neuen Folge bei den Lebensidealisten.
In dieser Folge geht es um das Thema
Einmal untreu, immer untreu.
Fünf Fremdgemüten von Paartherapeuten aufgeklärt.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches
und helfen euch raus aus der Krise
hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Ein Seitensprung, also ein Fremdgehen,
stellt innerhalb einer Beziehung
meistens immer eine große Herausforderung dar.
Oftmals ist die Erkenntnis,
dass der Partner oder die Partnerin fremdgegangen ist,
ein richtiger Schock.
Die Welt bricht auseinander.
Man hätte sich das vorher nie vorstellen können.
Und für die Beziehung stellt sich dann natürlich die Frage,
wie soll es weitergehen?
Oft ist dann nicht klar,
ob man die Beziehung retten möchte
und das Fremdgehen überhaupt verhindert.
Und gar nicht selten
gibt es dann halt auch
verschiedene Fremdgemüten,
die in dieser Situation
ein so im Kopf immer präsent sind
und die erlebte Unsicherheit
zusätzlich noch verschärfen.
Wir möchten in dieser Podcast-Folge
genauer über solche Mythen mal sprechen
und unsere Sicht als Paartherapeuten
einmal erläutern.
Das Thema Fremdgehen,
Seitensprung, Affäre,
Fremdverlieben,
das sind ja durchaus Dinge,
die haben wir sehr, sehr regelmäßig im Coaching.
Sehr häufig, ja.
Und gar nicht selten sind das dann Paare,
die bei uns sind,
bei denen Treue eigentlich ein hoher Wert ist
und bei denen vorher immer gesagt wurde,
das ist ein Trennungsgrund.
Also wenn das passiert,
dann ist die Beziehung definitiv zu Ende.
Und dann stehen die beiden
in der Situation und merken,
irgendwie so richtig
plötzlich zu Ende ist es doch nicht.
Und dass die erwartete Klarheit,
die man eigentlich dachte,
die man in dem Moment hat,
wenn das Fremdgehen dann eintritt,
dass man sozusagen automatisch aus dem Kopf,
weil dieser Wert einem so wichtig ist,
sagt, ja, nee, dann ist es vorbei.
So ist es häufig nämlich nicht in der Situation.
Und das macht halt auch
diesen Leidensdruck so groß,
dass man dauerhaft als Gedankenkarussell hat,
was soll ich machen?
Auf der einen Seite kann ich das
bestimmt nicht verzeihen.
Kann ich das doch verzeihen?
Wie fühlt sich das an?
Warum ist das überhaupt passiert?
Man ist ja auch Mensch.
Man ist ja auch menschlich so enttäuscht.
Ich glaube, das ist auch so eine ganz große Komponente
beim Fremdgehen, beim Seitensprung,
dass sehr häufig
der andere Part sagt,
okay, dass du fremdgegangen bist,
ist eine Sache, aber dass du fremdgegangen bist,
also menschlich gesehen,
das trifft mich jetzt wirklich sehr.
Wenn ich diese Klarheit hätte,
dann bräuchte ich nicht googeln,
recherchieren, mir andere Meinungen einholen.
Da diese Klarheit
aber häufig nicht da ist,
kommt es dazu,
dass die Paare meistens,
meistens ja beide sogar,
der eine fragt sich, was ist mit mir los?
Warum habe ich das gemacht?
Und der andere fragt sich,
was ist mit dem Partner, der Partnerin los?
Warum hat der, die das gemacht?
Und dann wird gegoogelt.
Und dann entstehen so die Probleme
rund um diese Fremdgehen-Mythen.
Die man ja auch häufig in so Foren findet.
Also Mythen entstehen ja häufig dadurch,
dass andere Menschen
auf Erfahrungswerte zurückgreifen wollen
und dass jemand,
zum Beispiel jetzt den einen,
der ersten Mythos nehmen,
einmal untreu, immer untreu.
Das ist ja sowas, was häufig denn als Erfahrung
in einem Forum steht.
Dass jemand schreibt,
ja, also ich kann euch sagen,
aus meiner Erfahrung nach,
wer einmal fremd geht, der geht immer fremd.
Und so ein Spruch,
der macht halt was mit einem.
Der sitzt halt dann so tief,
dass man überlegt, ist das jetzt wirklich so ein Spruch?
Man überlegt so, wie war das
im Freundes- und Bekanntenkreis?
Wie sind bis jetzt in meinem Leben die Erfahrungen?
Nun muss man überlegen, wer ist
in diesen Foren und auf diesen Internetseiten
aktiv und wer teilt dort
seine Meinung?
Nehmen wir ein anderes Beispiel.
Du warst in so vielen Restaurants
und es war
okay bis sehr gut
und du hast nicht bewertet.
Jetzt warst du einmal in einem Restaurant,
wo es richtig schlecht war.
Und auch die waren irgendwie frech oder so.
Und was machst du? Schreibst eine schlechte Bewertung.
Und das heißt, die Menschen,
die eine Lösung gefunden haben oder wo
etwas gut oder erwartungskonform
gelaufen ist,
die sind eher nicht so aktiv
wie die, die eine schlechte Erfahrung gemacht haben,
die sie auch vielleicht nicht bewältigen konnten.
Und
das zeigt sich eben auch hier in diesen
Foren, dass man eben häufig Menschen
findet, die da eben keine Lösung
für gefunden haben aus verschiedenen
Gründen und sich dann austauschen
und dann ihre Glaubenssätze teilen.
Dass das nicht möglich ist,
verlass den bloß. Also man wird, wenn man in einem
Forum aktiv ist,
sehr oft sehr wahrscheinlich die
Lösung finden zu sagen, trenn dich,
das macht keinen Sinn.
Manchmal gibt es auch sehr klare
Glaubenssätze über solche
Menschen, über Männer und so weiter.
Das ist dann
schon recht festgefahren manchmal.
Die Menschen, die bei uns zum Beispiel
im Coaching waren und die
erfolgreich eine Entscheidung
getroffen haben, die das Fremdgehen
verarbeitet haben, die die Ursachen
gefunden, für sich geklärt und gelöst
haben und wieder ins Vertrauen
gekommen sind und sich sicher sind,
dass die Beziehung gut weiterlaufen
kann und dass sie zusammenbleiben können
und dass das nicht wieder vorkommen wird, weil sie
jetzt eben auch mit den Ursachen
aufgeräumt haben und für die
Zukunft da auch sensibilisiert sind.
Die wollen
anonym bleiben. Also es hat einen Grund,
warum wir trotz so vieler
Paare, die wir coachen, nur gerade
Stand jetzt 19
Google-Bewertungen haben oder so, ich glaube 19
oder 20.
Und natürlich fragen wir Paare,
nachdem sie bei uns waren,
habt ihr vielleicht Lust, mögt ihr
uns bewerten? Und die meisten
sagen, nein, wir wollen nicht
mit unserem Namen irgendwo stehen.
Die wollen immer noch mit
dem Thema Paartherapie nicht auftauchen
und natürlich auch nicht öffentlich vielleicht sogar
noch darstellen, dass es eine Affäre
oder ein Fremdgehen gab. Das heißt,
von diesen Paaren hört ihr
online nichts. Die sind
nicht in diesen Foren und sagen
euch dann, Mensch, das könnt ihr
so und so bewältigen, sondern
von denen kriegt ihr einfach kein Feedback
und das ist ein großes Problem.
Man könnte ja auch einfach sagen, die Paare stecken
ihre Energie halt
in die Arbeit als Paar hinein
und nicht in die Zeit, in dem sie
in Foren Beiträge schreiben.
Genau, das
ist dann der Punkt. Die stecken wirklich die Energie
in ihre eigene Beziehung, anstatt
dann letztendlich anderen Menschen zu
versuchen, irgendwie Tipps zu geben.
Diese Mythen und Glaubenssätze, die man
dann findet, die
verschleiern und verändern die eigene
Sicht auf den Seitensprung
und deine ganz individuelle Situation.
Man nimmt zum Beispiel
dann diese Glaubenssätze und Mythen als
wahr an, insbesondere wenn man sie immer
und immer wieder liest
und immer wieder wahrnimmt. Irgendwann
fängt man an, das als wahr anzunehmen
und auch das, was eben für sich und die eigene
Beziehung gilt.
Und das Problem dahinter ist, dass die
Mythen eben nicht wahr sein müssen,
aber
als wahr für alle
online so verkauft oder
dargestellt werden.
Das klingt immer häufig so, als wenn das so eine
universelle Wahrheit ist.
Aber man muss ganz häufig sagen,
dass das für die individuelle Beziehung
gar nicht so gilt.
Meiner Erfahrung nach ist das häufig auch bei Menschen,
die halt für sich keine individuellen
Gründe wissen, warum so etwas
passiert ist, also in ihrer
letzten Beziehung, dass sie dann
wenigstens diesen Mythos
bedienen können und sagen können,
naja, einmal untreu, immer untreu.
Das haben ja auch andere erlebt. Also was
wir halt brauchen in unserem Leben ist häufig
Orientierung und Muster. Wir haben das andere
gemacht. Wie kann ich mein Problem dazu
ordnen? Und die fühlen sich halt sehr
in diesem Mythos dann aufgehoben,
haben eine starke Zugehörigkeit, die sich entwickelt.
Das finde ich auch mal
faszinierend, wenn zum Beispiel betrogene
Frauen oder betrogene Männer so eine Gruppe
bilden, was für eine Dynamik da entstehen kann,
wo man dann über das andere
Geschlecht sehr schlecht spricht.
Und ich glaube, dieser Mythos
ist halt auch so etwas, was
tief in uns drin sitzt, was
wir dann in dem Moment, wenn
die ganze Welt so
unsicher erscheint, wo wir uns dran festhalten.
Das merkt man zum Beispiel
auch, wenn eine Freundin
einen davon berichtet und sagt, ja,
bei mir war das ganz genau
so. Allein das ist schon immer eine Sache,
wo man aufhorchen muss. Ganz genau so
geht ja gar nicht, weil jede Beziehung
ist komplett individuell und das wird
nie ganz genau so gelaufen sein, wie
es bei dir vielleicht dann gelaufen ist.
Und wenn man dann
mal das so ein bisschen sacken lässt
und da ein bisschen Abstand
gewinnt, haben da ganz viele, dass sie
sagen, eigentlich war das in dem Moment,
als ich dann gesagt habe, das und das ist mir
passiert und ihr gesagt, das ist ganz genauso, dann haben wir uns
da so ein bisschen reingesteigert und ein großer Anteil davon
trifft auf mich gar nicht
zu. Und so denke ich gar nicht und so
fühle ich gar nicht. Das ist ihre Sichtweise,
aus ihren verletzten Gefühlen heraus,
hat sie mir berichtet, aber das
passt gar nicht zu uns, warum das bei uns
passiert ist.
In der Folge, wenn man
anfängt, eben das immer wieder zu lesen,
beginnt man, das als
wahre Gegebenheiten
anzunehmen und
es bilden sich daraus eben Glaubenssätze,
die
dann eben für dich limitierend
sein können und dir gar nicht
weiterhelfen. Also man
überträgt diese Glaubenssätze von anderen Menschen
auf die eigene Beziehung.
Daraus entstehen dann zum Beispiel
Limitierungen, wenn man sagen würde, einmal
untreu, immer untreu und
übernimmt das für sich so als Glaubenssatz,
dann kann man vielleicht das Gefühl haben, ja, wir können uns als Parts. zusammenraffen und das irgendwie
auch hinbekommen. Aber mein Partner
wird ja sowieso wieder fremdgehen. Also bringt
das ja eh nichts.
Und das sind dann so Limitierungen,
die jetzt nicht dabei helfen, das
Thema zu lösen, wenn man möchte.
Dann müsste man ja immer fragen und
sagen, bist du schon mal in deinem
Leben fremdgegangen? Wenn derjenige das natürlich
wahrheitsgemäß beantwortet.
Und wenn derjenige sagt, ja, es ist schon mal passiert
oder ich hatte schon mal einen One-Night-Stand, dann müsste man
sagen, dann lieber nicht.
Denn wer einmal
untreu war, wer einmal so einen One-Night-Stand
hatte, der wird das immer wieder brauchen und suchen.
Lass uns das mal sein lassen. Das machen ja auch
die wenigsten Menschen.
Dann kann es dazu führen, dass man
durch diese Glaubenssätze eben nicht
an der Beziehung arbeitet, weil
man die Wirksamkeit dahinter
nicht mehr sieht. Obwohl man zwar
eigentlich so vielleicht ein inhaltliches Gefühl hat, Mensch,
trotz des Fremdgehens
würde ich vielleicht doch die Beziehung retten wollen,
aber es scheint ja nicht
zu gehen. Also fangen wir gar
nicht erst an.
Und ein anderer Punkt ist ja auch, dass
Glaubenssätze verhindern,
dass man sich vielleicht dann ja auch
professionelle Hilfe holt, um
nochmal die ganze
Beziehungslinie aufzuarbeiten
und für sich auch verarbeiten zu können.
Also ich kann ja nur etwas verarbeiten, wenn
ich in die Analyse gehe
und weiß, was ist mein Anteil,
was ist der Anteil von dem anderen, wie hat sich
das dazu entwickelt, was haben wir ja
in anderen Podcast-Folgen auch schon gesagt,
Fremdgehen ist nie so,
dass es vor einmal,
so passiert, genauso wie Fremdverlieben,
sondern das ist immer ein Prozess,
der sich ja auch steigert mit dem
Monat, mit den Wochen und da
ist es ja auch wichtig raufzuschauen, zu schauen,
wie hat, was für ein Muster haben
wir entwickelt.
Aber wenn ich natürlich dem
Mythos glaube, wer einmal fremdgeht,
geht immer fremd, dann bin ich
auch innerlich vielleicht gar nicht bereit, Geld
auszugeben, Zeit zu investieren,
mir professionelle Hilfe zu holen, um das
mal zu verarbeiten.
Dazu muss man natürlich immer noch
sagen, dass wir über die Paare sprechen, die
zu uns kommen. Das kann natürlich
durchaus auch andere
Themen geben und das kann auch anders
verlaufen, das kann durchaus,
also jetzt das Paar,
was dann vielleicht Anfang 20 ist und
einer von beiden trinkt zu viel Alkohol
und stürzt auf der Party mit irgendwem ab,
hat einen One-Night-Stand und
das Ganze trennt sich dann oder
er sagt es vielleicht nicht mal, keine Ahnung,
das sind nicht die Paare, die wir bei uns haben,
das sind nicht die Situationen, die wir
bei uns haben, bei uns sind Paare,
die wir bei uns haben, die wir bei uns haben,
die meistens lange Jahre
in einer Beziehung drin sind, wo
eine feste Beziehung, Ehe besteht,
wo vielleicht eine Immobilie da ist,
wo Kinder da sind und wo wirklich
einem viel daran liegt, die Beziehung zu retten
und wo auch noch das Gefühl der Verbundenheit da ist
und gar nicht selten auch derjenige,
der dann fremdgegangen ist, sich fragt,
warum habe ich das gemacht?
Was sollte das, was ist da in mich gefahren?
Was ist da passiert?
Selbst bei Affären manchmal, dass man
für sich selber gefühlt
in so eine Affäre hineingeraten ist,
und dann irgendwie nicht mal richtig rausgefunden hat,
sich dann fragt, was ist passiert? Das sind eher so die Paare,
die zu uns kommen, wo eben
auch derjenige, der fremdgegangen ist,
für sich das aufarbeiten will und wissen will,
wie ist das passiert? Warum ist das
passiert? Warum mache ich das? Was sind
die Ursachen dafür und wie kann ich zukünftig
verhindern, dass das nicht wieder passiert?
Weil ja verrückterweise, die Menschen
häufig selber einen hohen Wert
in der Treue haben, also auch
sich selber ihren eigenen Wert so stark
verraten und deswegen das gerne geklärt
haben möchten.
Und dann kann es halt auch dazu kommen, dass
Beziehungen auseinander gehen,
also zerbrechen, obwohl
beide Partner sich eine gemeinsame Zukunft
vorstellen können, weil
diese Glaubenssätze es einfach nicht zulassen
und damit
eine Limitierung setzen, überhaupt
sich nochmal mit der Geschichte auseinanderzusetzen
und vielleicht eine andere Lösung zu finden.
Wir wollen
mit euch gleich einmal auf die fünf
häufigsten Fremdgemüten schauen und
euch unsere Meinung dazu sagen.
Vorher weisen wir nochmal
kurz auf unseren Blogartikel hin. Auch hier
haben wir wieder für euch schriftlich die wichtigsten
Aspekte dieser Podcast-Folge
zusammengetragen und haben auch nochmal fünf
weitere Mythen drin, über
die wir dann etwas schreiben, die
wir in der Podcast-Folge gar nicht mit aufgreifen.
Also schaut gerne einmal in den Blogartikel
hinein, das könnte
sich nochmal lohnen.
Kommen wir einmal zu den fünf häufigsten Fremdgemüten.
Mythos
Nummer eins, einmal untreu,
immer untreu. Was meinst du?
Den hatten wir ja schon ein paar Mal als Beispiel gerade
und ja, der
passt natürlich nicht, würde ich sagen.
Das ist
ein
eher sinnfreier Mythos,
denn das würde ja tatsächlich bedeuten,
was ich schon sagte, dass wenn jemand einmal fremdgegangen ist,
derjenige nie wieder in der Lage sein wird,
eine treue Beziehung zu führen,
weil er das anscheinend genetisch
in sich hat und gar nicht anders kann
oder zu viel
Testosteron hat oder was auch immer.
Also das macht keinen Sinn.
Sondern es gibt fürs Fremdgehen
immer eine Ursache,
die an verschiedenen Stellen begründet sein kann.
Das kann in der
aktuellen Beziehung sein, dass dort
eine Krise entstanden ist, die dahin führt.
Das kann aus vorherigen Beziehungen
Themen sein, die man mitbringt. Das ist gar nicht
selten fehlende Liebe, Anerkennung
aus der Kindheit, die man dann
schon so mitbringt. Also das sind
viele verschiedene Komponenten, die da eine Rolle spielen können,
warum jemand fremdgeht
und die kann man lösen
und dann wird derjenige,
sich auch in Zukunft treu verhalten
können. Und nicht selten haben wir ja auch gerade Menschen
bei uns im Coaching,
die sind Mitte 30, Mitte 40,
die waren ihr Leben lang bis dahin
treu und dann ist das passiert
und die fragen sich, woher kommt das? Also wenn
sie es geschafft haben, sagen wir mal, erste Beziehung
vielleicht um die 15, wenn die es geschafft haben,
20, 30 Jahre treu zu bleiben
und dann passiert das, dann ist die Wahrscheinlichkeit
groß, dass die danach auch nochmal wieder
20, 30 Jahre problemlos schaffen
könnten, wieder treu zu sein.
Der zweite Mythos, den wir gefunden
haben online, lautet
Untreue bedeutet, dass die
Beziehung nicht funktioniert.
Das finde ich ganz spannend.
Da habe ich gerade so das
Bild im Kopf, dass eine Beziehung so verschiedene
Ebenen hat. Also
wenn ich jetzt an viele Paare denke,
die bei uns im Coaching war,
wo das Thema
Seitensprung, Fremdgehen ein Thema war, würde
ich nicht sagen, dass das unbedingt
Paare waren, wo man sagen kann,
die gesamte Beziehung hat nicht
funktioniert.
Also zum Beispiel, wenn man Kinder hat,
ist das gar nicht selten so, dass die Ebene
des Elternpaares
ganz gut funktioniert.
Also dass die sagen, also da als Elternpaar
klappt das bei uns, da funktioniert das,
da haben wir kein Problem.
Oftmals ist es gerade sogar
so, dass diese Ebene des funktionellen
Teams, also des Teams, wo
jeder seine Aufgabe hat, jeder seinen
Platz hat, man vielleicht so ein bisschen
in Hamsterrad natürlich auch
gefangen ist und funktioniert das gerade,
das super funktioniert, vielleicht auch
zu gut funktioniert, sag ich mal.
Und da ja auch in der Beziehung
immer eine Sache ist zwischen
Entspannung und Abenteuer
und beim funktionellen Team
ist das Abenteuer halt sehr runtergefahren,
ist das also ein Anteil, der sehr gut funktioniert.
Das sind auch nicht immer Paare, die
ganz, ganz wenig sprechen oder gar nicht
miteinander sprechen. Kann auch sein, dass
das noch funktioniert. Also das ist
so ein bisschen einfach zu sagen, dann funktionierte
die Beziehung nicht. Ich glaube, was nicht
funktionierte, ist ein Anteil in der
Beziehung auf jeden Fall, weil
sonst würde es zum Fremdgehen nicht
kommen. Nämlich ein Anteil
der emotionalen Verbundenheit.
Also, dass da schon
beim Paar eine gewisse Form
von Lücke entstanden ist,
also ein Mangelgefühl entstanden ist,
was wiederum das ausmacht,
warum derjenige für etwas
anderes offen war.
Jetzt ganz egal, ob Mann oder Frau,
sondern dass einfach bei einem von beiden ein
Mangelgefühl offen war und es deswegen
auch zu einem Fremdgehen gekommen ist.
Auch hier
vielleicht nochmal so als kurzen Einwurf.
Wir sprechen hier natürlich über eine tendenziell
traditionelle monogame Beziehung oder
natürlich auch andere Beziehungsformen,
wo etwas passiert, was beide
als nicht okay
definiert haben. Genau, davon gehen wir jetzt aus.
Sonst, wenn das jetzt eine offene Beziehung
wäre und das Modell so aufgebaut
wäre, dass man
Offenheit hätte für eine
dritte Person, dann würde es glaube ich auch nicht
als Seitensprung oder Fremdgehen definiert
werden. Ja, das kommt ja immer darauf an. Wenn man dann definiert
hätte, das sagt man sich und
jemand macht das dann auf einmal heimlich, dann würde man es dann doch
wieder als Fremdgehen vielleicht einsortieren. Das kommt immer
auf die ganz individuelle Vereinbarung drin, glaube ich, an.
Das ist eben
wichtig. Also Fremdgehen ist dann ja meistens
etwas, wo man sagt, egal wie man
die Beziehung für sich geformt hat,
das geht raus aus dem, was man
zusammen abgestimmt hat. Das ist anders als das,
was wir gemeinsam definiert haben.
Der dritte Punkt ist,
nur sexueller Betrug zählt als Fremdgehen.
Das finde ich auch
schwierig, nämlich
auch da, meiner Erfahrung nach,
ist auch der emotionale
Teil oftmals der, der sehr verletzend ist.
Also
da erinnere ich mich an ein Coaching
zurück, da sagte die Frau,
dass sie das so schlimm findet,
den Gedanken,
dass eine andere Frau bei ihm
das Gefühl ausgelöst hat
von
begehrenswert
sein, attraktiv finden,
also, dass diese Gefühlsebene
für sie so schwierig war.
Und das haben wir auch bei der Verarbeitung gemerkt,
dass es nicht der
reine körperliche Akt war, der
jetzt diese mega krasse Verletzung gemacht hat,
sondern einfach, dass die andere
Person mit, beim
Fremdgehen mit der anderen Person, sag ich mal, Zeit verbracht
hat, Aufmerksamkeit der Person geschenkt hat,
Komplimente gemacht hat, Geschenke gemacht hat,
was auch immer, dass das auch
oftmals extrem verletzend ist.
Solche pauschalen
Aussagen sind ja grundsätzlich schwierig.
Weil worum geht es denn? Es geht ja jetzt nicht darum,
um eine Diagnose zu stellen, ob nun dieser Betrug, wie er nun gelaufen ist oder was da passiert ist,
ein Fremdgehen ist oder nicht oder doch, sondern am Ende kommt es ja nur darauf an,
hat das Verhalten des anderen bei mir eine Verletzung, ein ungutes Gefühl ausgelöst.
Genau, Fremdgehen ist ja auch eine reine Definitionssache.
Also für manche Menschen ist Fremdgehen ein Kuss schon oder eine engere Umarmung.
Für den Nächsten ist das eher der sexuelle Akt.
Also das ist natürlich auch einfach nochmal eine Definitionssache.
Wenn der eine sagt, der ist fremdgegangen, das hatte ich auch im Coaching mal,
und da frage ich nochmal nach oder da erklärt sich das später dann ja auch,
wenn wir die Verletzung bearbeiten, wie Fremdgehen definiert worden ist.
Das kann für mich ja was anderes bedeuten als für die beiden,
weil jeder da ja auch einen anderen Wert hat.
Kommen wir zu einem weiteren Mythos.
Ein Seitensprung ist das Ende der Beziehung.
Trifft wahrscheinlich häufigst zu, würde ich schätzen.
Wir bekommen es ja nicht so mit, weil bei uns ja eher die Paare landen,
die die Beziehung nicht sofort beenden, sondern daran arbeiten wollen.
Auch bei uns, würde ich sagen, steht die Chance immer eher so 50-50.
Also ich habe schon das Gefühl, dass wir eine gute Quote haben, Paaren zu helfen zu können.
Aber natürlich ist das eine Situation, bei der häufig vorher schon eine lange Krise vorausging,
und das dann so als Spitze des Eisbergs noch ein Fremdgehen obendrauf kommt
und man einfach sehr viel auf einmal vor sich hat zu verarbeiten.
Also eine lange Zeit der Krise plus das Fremdgehen plus das Verheimlichen des Fremdgehens häufig noch,
weil das ja relativ selten einfach ausgesprochen wird, sondern doch meistens eher rausgefunden wird.
Und somit würde ich sagen, ein Seitensprung ist in 50 Prozent der Fälle, zumindest die bei uns landen,
das Ende der Beziehung und die anderen 50 Prozent wachsen dadurch, finden Ursachen, finden Themen heraus,
an die sie vorher nicht dachten und haben dadurch die Chance, eine andere, neue Art der Beziehung miteinander einzugehen.
Ich finde das ganz interessant, was du gerade gesagt hast, da habe ich gerade überlegt,
weil du meintest, die waren davor in einer schweren Krise.
Ich glaube, oder mein Gefühl ist es auch oftmals, unbewusst in einer Krise zu sein.
Also die rückblickend, mit dem Wissen von heute, sagen ja.
Damals, also wenn wir so die Zeitlinie durchgehen und die Verletzungen so lösen,
dann merken die, okay, da hatten wir damals, bevor es zum Fremdgehen kam, ja schon die und die und die und die und Themen,
aber sie gar nicht das so bewusst drin steckten.
Und gar nicht selten, wenn das Fremdgehen dann hervorkommt, die auch sehr überrascht sind und sagen,
boah, das hätte ich jetzt nicht gedacht.
Also ich wusste schon, es läuft nicht so gut zwischen uns, da hatte ich schon so das Gefühl,
aber ich hätte jetzt nicht gedacht, dass das noch kommen würde.
Und zum letzten Mythos einmal, Fremdgehen ist immer ein Zeichen von mangelnder Liebe.
Da müsste ich erstmal drüber nachdenken.
Habe ich auch gerade gedacht, das ist. Ob das immer passt?
Immer ist immer schwieriger.
Immer ist immer schwierig.
Ich würde sehr häufig sagen, das muss nicht unbedingt nur mangelnde Liebe von der Partnerin oder vom Partner sein.
Das kann auch schon mangelnde Liebe in der Kindheit gewesen sein.
Die sich selbst, ne?
Die dann von den Eltern, ne?
Ja, aber auch mangelnde Liebe in dem Sinne,
von einem Mangelgefühl in sich drin, ne?
Dass man selber Themen halt hat, ne?
Genau.
Und dass dann vielleicht eine Phase von weniger Aufmerksamkeit, Zuneigung, Anerkennung, Wertschätzung, Komplimenten und Co. entsteht,
in denen derjenige dann diesen Mangel eben spürt,
weil der Partner, die Partnerin das nicht mehr ausgleichen, nicht mehr kompensieren kann, was in der Kindheit fehlte.
Ansonsten würde ich schon sagen, das ist ein Zeichen von Mangelnderliebe.
Also was ja auffällig ist, finde ich, was ich gar nicht selten im Coaching schon hatte, ist,
dass in dem Fall Männer gar nicht selten auch in der Schwangerschaftszeit von der Frau fremdgehen,
am Anfang oder auch während der Schwangerschaft oder auch in den ersten zwei Lebensjahren des Kindes.
Und wenn man das mal so reflektiert, das sind ja häufig Zeiten, wo die Aufmerksamkeit, der Fokus auf eine andere Sache ist.
Ja.
Und da würde das schon ein bisschen passen, zu sagen, das ist. Ein Zustand von Mangel, sei es von Aufmerksamkeit, vielleicht auch ein bisschen von Zugehörigkeit,
weil sich gerade eine ganz neue Ordnung ergibt, weil die Frau gerade körperlich in einem Ausnahmezustand ist.
Und das würde das so ein bisschen als Basis untergründen.
Ich würde den Satz vielleicht ein bisschen wandeln.
In Fremdgehen ist oft, nicht immer, sondern oft, Fremdgehen ist oft ein Zeichen von mangelnder, gefühlter Liebe.
Also das heißt ja nicht, auch in dieser Zeit zum Beispiel, die du gerade beschrieben hast,
dass die Frau den Mann nicht mehr liebt.
Also das ist ja kein Mangel in der Form da, dass das nicht mehr da ist oder zurückgegangen wäre bei der Frau,
sondern das kommt beim Mann nicht mehr so viel gefühlte Liebe an.
Also diese Signale, die Sprache der Liebe, also das, was mir zeigt, dass ich geliebt werde, dass ich mich geliebt fühle,
diese Signale gehen zurück.
Das ist, glaube ich, eher das, was man sagen kann.
Also ich würde sagen, Fremdgehen ist oft ein Zeichen von mangelnder, gefühlter Liebe oder auch gefühlter. Aufmerksamkeit.
Genau.
Das zu den fünf Mythen zum Thema Fremdgehen.
Wenn euch die Folge gefallen hat, dann schreibt uns doch gerne eine nette Bewertung
oder schreibt uns an podcast.lebensidealisten.de, wenn ihr Themen, Vorschläge habt
oder auch mal andere Mythen auseinandergenommen werden sollen von uns.
Dann machen wir das sehr gerne.
Ist ja ein bisschen anderes Format als unser typisches Problematik.
Und wir haben eine Lösung, sondern dass wir eher mal so ein paar Glaubenssätze beleuchten und damit aufräumen
und hoffen, dass ihr damit Limitierungen für euch löst und sagt,
Mensch, vielleicht machen wir uns dann doch mal auf den Weg und probieren das für uns aus,
ob wir dort in dieser Situation, in der wir unsicher sind, Trennung, ja, nein, schaffen wir es, das zu retten?
Wir drehen uns im Kreis, weil wir immer wieder über die gleichen Dinge sprechen,
aber kommen nicht mehr so richtig voran, dann doch eine Lösung für euch finden könnt.
Ja.
Ja.
Ja.
Ja.
Ja.
Wir hoffen, die Folge hat euch gefallen und freuen uns aufs nächste Mal. Bis dann. Bis bald.
Podcast Summary
Key Points:
Der Mythos „einmal untreu, immer untreu“ ist falsch und entsteht durch die Verallgemeinerung von Erfahrungen in Online-foren.
Fremdgehen ist kein Zeichen für eine gesamte Beziehungskrise, sondern oft ein Ausdruck eines emotionalen Mangelgefühls oder einer fehlenden Anerkennung.
Der emotionale und zärtliche Aspekt eines Seitensprungs ist oft ebenso verletzend wie der sexuelle Teil, was die Definition von Fremdgehen komplex macht.
Viele Paare, die fremdgegangen sind, wollen die Beziehung retten und suchen nach Ursachen, um zukünftig treu zu bleiben.
Glaubenssätze aus Foren beeinflussen die eigene Beziehung und erzeugen Limitierungen, wenn sie als universelle Wahrheit übernommen werden.
Fremdgehen ist ein Prozess, nicht ein Ereignis, und entwickelt sich aus mangelnden Bedürfnissen wie Liebe, Anerkennung oder Aufmerksamkeit.
Die meisten Menschen, die fremdgehen, haben in der Vergangenheit treue Beziehungen geführt und können zukünftig auch wieder treu sein.
Professionelle Hilfe wird oft vermeidet, weil Glaubenssätze die Notwendigkeit eines tiefen Verarbeitungsprozesses verhindern.
Summary:
Einmal untreu, immer untreu – dieser weit verbreitete Mythos ist irreführend und entsteht aus den Erfahrungen von betroffenen Personen in Online-foren. Die Tatsache, dass Fremdgehen oft als ein Zeichen mangelnder Liebe oder emotionaler Unzulänglichkeit empfunden wird, wird durch die Diversität von Beziehungen und individuellen Hintergründen unterstrichen. Viele Paare, die fremdgegangen sind, haben lange erfolgreich treue Beziehungen geführt und suchen nun nach Ursachen, um zukünftig zu verändern.
Der emotionale Aspekt eines Seitensprungs spielt häufig eine entscheidende Rolle und ist genauso verletzend wie der körperliche Akt. Fremdgehen ist kein abruptes Ende der Beziehung, sondern ein Prozess, der aus mangelnden Bedürfnissen wie Anerkennung, Zuneigung oder Aufmerksamkeit entsteht. Die Erkenntnis, dass solche Glaubenssätze oft von den Erfahrungen von verletzten Personen abgeleitet sind und nicht universell gelten, ist entscheidend, um eigene Grenzen zu überblicken und eine gesunde Beziehung zu wiederaufzubauen.
Paare, die professionelle Unterstützung suchen, können durch die klare Identifikation von Ursachen und die Entwicklung von neuen Muster die Beziehung nachhaltig retten und wahren. Die Idee, Fremdgehen als universellen Wert zu betrachten, führt zu Fehlern im Verständnis der eigenen Beziehung und behindert die Bewältigung. Die eigene innerliche Erfahrung und die individuelle Situation sind daher entscheidend – nicht die allgemeinen Meinungen in Foren.
FAQs
Der häufigste Mythos lautet: 'Einmal untreu, immer untreu'. Dieser Glaubenssatz ist falsch, da jede Entscheidung ein individueller Prozess ist mit spezifischen Ursachen.
Ja, viele Paare retten ihre Beziehung, indem sie gemeinsam die Ursachen analysieren und emotionale Muster verstehen, um zukünftig treu zu bleiben.
Nein, Fremdgehen zeigt oft ein verletztes Gefühl in der emotionalen Verbundenheit, nicht die gesamte Beziehung. Die Beziehung kann in anderen Bereichen noch funktionieren.
Der emotionale Teil, wie Aufmerksamkeit, Anerkennung oder Zuneigung, kann verletzend sein und führt zu einem tiefen Gefühl der Enttäuschung, selbst wenn es kein sexueller Akt war.
Solche Mythen können Personen in Limitierungen stecken, die sie nicht mehr an der Beziehung arbeiten lassen und führen zu einer verzerrten Sicht auf das eigene Verhalten.
Weil sie glauben, dass der Partner immer wieder fremdgehen wird, was sie emotional belastet und dazu führt, dass sie keine Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Beziehung haben.
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