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615: Eine echte Kartoffel

24m 53s

615: Eine echte Kartoffel

In dieser Podcast-Episode begrüßt Manuel den Videoproduzenten Robert, der ursprünglich aus dem Libanon stammt und seit etwa vier Jahren bei Easy German in Berlin arbeitet. Robert erzählt, dass er im Libanon Regie und Drehbuch studierte und sieben Jahre im Fernsehen arbeitete, unter anderem bei Shows wie „The Voice“ und „Arabs Got Talent“. Nach seiner Ankunft in Deutschland lernte er Deutsch intensiv weiter – zunächst mit Kursen bis B1, dann vor allem durch seine Arbeit bei Easy German. Besonders das Schneiden der Videos half ihm, das gesprochene Deutsch besser zu verstehen, da er Interviews wiederholen und Untertitel erstellen musste. Er betont, wie wichtig persönlicher Unterricht, deutsche Freunde und das aktive Sprechen waren, auch wenn es anfangs Überwindung kostete. Nach vier Jahren hat er das C1-Zertifikat bestanden und die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Als Ausdruck der Woche erklärt er den Begriff „Kartoffel“, der humorvoll für typisch deutsche Eigenschaften wie Pünktlichkeit oder Ordnungsliebe verwendet wird, aber auch problematisch sein kann. Abschließend empfiehlt er den Film „Das leere Zimmer“ über den Schulalltag mit Migrationshintergrund. Die Episode endet mit einem Ausblick auf die nächste Folge, in der Kari von ihrer Reise nach Istanbul berichten wird.

Transcription

3224 Words, 19441 Characters

German
Herzlich Willkommen zum Easy German Podcast oder Merhaba, sollten wir vielleicht sagen. Merhaba. Merhaba, herzlich Willkommen heute aus Istanbul ohne Kari. Kari sollte eigentlich hier heute mit mir aufnehmen, aber sie ist stecken geblieben auf ihrer langen und vermutlich sehr spannenden Reise von Deutschland nach Istanbul. Das kann ich mir vorstellen. Mehr wollen wir noch nicht verraten, denn in der nächsten Episode, da wird Kari berichten, was sie erlebt hat. Dafür habe ich heute einen besonderen Gast aus unserem Team, unser Videoproduzent. Robert ist hier. Hallo Manuel. Kurz nachdem Kari mit unserem anderen Videoproduzenten Chris eine Episode aufgenommen hat, habe ich dich gefragt, ob du nicht auch mal ein bisschen über dich und deine Rolle im Team erzählen möchtest und wie du es geschafft hast, so gut Deutsch zu lernen. Vielen, vielen Dank. Das hat mich wirklich sehr gefreut, als du mich gefragt hast. Robert, erzähl doch erstmal, wie lange bist du schon. In Berlin. Wie lange bist du schon in unserem Team und was machst du bei uns? Was machst du bei Easy German? Wow, bis jetzt glaube ich, Berlin und Easy German oder Easy Languages generell sind zusammen verbunden. Und ich wohne in Berlin und ich arbeite bei Easy German seit ungefähr vier Jahren. Also jetzt glaube ich, nach ein paar Monaten, Dezember, Anfang Januar, die werden vier Jahre. Vier Jahre schon. Und bist du bei uns und du machst das Gleiche, was auch Chris macht. Also ihr habt natürlich unterschiedliche Schwerpunkte und macht auch jeweils noch andere Sachen, aber du bist first and foremost Videoproducer bei uns. Ich bin Videoproducer. Was macht man als Videoproducer bei Easy German? Bei Easy German, Videoproducer, also ein Videoproduzent, manchmal vorbereitet auch die oder bereitet die Episode vor. Und hauptsächlich dreht mit Gari, Janusz, Manuel und das ganze Team, Pauline und so weiter. Und wir schneiden auch hauptsächlich die Episoden und ja, das machen wir. Mittlerweile gibt es sogar noch einen dritten Videoproduzenten bei uns, Sördusch. Vielleicht holen wir den irgendwann auch nochmal hier in einer Episode. Und Robert, du kommst ursprünglich aus dem Libanon. Was hast du denn vor Easy German gemacht? Erzähl uns ganz kurz über deinen Werdegang im Libanon. Ich bin im Libanon geboren, also im ganz Osten. Eine kleine Stadt heißt Baalbek oder in der Nähe von dieser Stadt. Ich bin da aufgewachsen und ich wollte immer etwas mit Filme zu tun. Und dann, ich habe meinen Bachelor im Libanon gemacht und da habe ich Regie und Rebohrschreiben studiert. Nachher habe ich in Beirut oder in der Umgebung von Beirut gelebt und dafür sieben Jahre als Freiberufler im Fernseher gearbeitet, also TV-Shows. Ich kann auch Beispiele nennen, The Voice, Arabs Got Talent und so weiter. Und die sind nicht nur für Libanon, sondern auch für die ganze arabische Länder. Okay, bist du quasi vom arabischen Fernsehen zum deutschen YouTube gewechselt in deiner Karriere. Das stimmt. Wir werden gleich über deine Deutschlernreise sprechen, Rawat. Bevor wir das machen, hast du denn beim Deutschlernen eigentlich auch Unterricht genommen? Ganz am Anfang und ich glaube, das war am wichtigsten für mich. Wieso war das so wichtig? Also mein Kopf oder mein Gehirn funktioniert am besten, wenn ich zuerst akademisch lerne. Und die Regeln erklären oder erklärt bekomme. Das ist wirklich sehr wichtig für mich. Und danach kann ich mit anderen Apps oder auch kann ich Filme anschauen, aber muss zuerst die Logik von der Sprache lernen. Persönlicher Unterricht ist super hilfreich und super nützlich beim Sprachenlernen. Und egal wo ihr seid auf dieser großen Welt, ihr könnt das machen mit unserem Sponsor Lingoda. Lingoda ist eine Online-Sprachschule, bei der ihr live interaktiven Unterricht nehmen könnt mit echten LehrerInnen auf muttersprachlichem Niveau in ganz kleinen Gruppen. Und so wie du das gesagt hast, Rawat, ihr bekommt da persönliches Feedback. Also wenn ihr einen Fehler macht, dann wird euch persönlich erklärt, warum dieser Fehler wichtig ist oder was ihr beim nächsten Mal anders machen solltet. Und dadurch, dass es online ist, ist es wirklich komplett flexibel. Ihr könnt es nach eurem Terminplan ausrichten. Ihr könnt 24-7 rund um die Uhr Unterrichtsstunden buchen. Und jetzt im Moment ist wirklich der allerbeste Zeitpunkt, um Lingoda auszuprobieren. Denn mit dem Black Friday Deal von Lingoda bekommt ihr mit unserem Code bis zu 50% Rabatt. Der Code lautet 50German. Und den Link und den Code findet ihr natürlich auch in den Shownotes und auf unserer Website. Also probiert jetzt mal Lingoda aus. Ein perfekter Zeitpunkt, um Deutsch oder eine andere Sprache in einem persönlichen Rahmen online zu lernen. Ja, Rawat, es gibt vieles, über das wir uns unterhalten könnten. Wir könnten abnerden über Kameras oder Videoschnitt. Aber ich glaube, was für unsere HörerInnen am spannendsten ist, ist, wie du es in diesen vier Jahren geschafft hast, so gut Deutsch zu lernen. Ich glaube, du hast das C1-Zertifikat vor kurzem bekommen. Das stimmt. Nach meinem Geburtstag. Ich habe mir das vorgenommen und ich habe meine C1-Prüfung gemacht und geschafft. Wie war das denn, als du nach Deutschland gekommen bist? Hattest du schon Deutsch gelernt? Auf welchem Stand warst du da vor vier Jahren? Ja, also ich habe 2018 oder am Ende 2018 mit der deutschen Sprache angefangen. Und ich habe damals Unterrichten bekommen für so sechs Monate oder acht. Ich glaube, ich habe A1 intensiv gemacht, A2 intensiv und B1 war extensiv. Extensiv, was ist das? Die sind also nicht so intensiv, die sind nicht so zwei Monate, sorry, die sind nicht zwei Monate, die sind vier. Also ungefähr acht Monate. Und dann, das musste ich machen, um ein Visum zu bekommen, Arbeitsplatzsuche-Visum. Okay, das heißt, du hast im Libanon schon bis B1 gelernt, damit du ein Visum für Deutschland bekommen konntest. Ja, und das war in so acht Monaten. Okay. Und dann habe ich. Dann habe ich das Visum bekommen und dann bin ich nach Deutschland gezogen. Mit einem Arbeitssuchen-Visum. Mittlerweile bist du deutscher Staatsbürger. Vielleicht schaffen wir es später noch, darüber zu sprechen. Das stimmt. Und dann, als ich hier in Deutschland bin, ich habe direkt angefangen, mit Easy German zu lernen. Und wie unsere HörerInnen und ZuschauerInnen wissen, dass das hilft. Und das hilft auch beim Zugucken und Zuschauen. Das hilft auch beim Schneiden. Wie war das denn, als du die ersten Videos geschnitten hast? Hast du das schon alles verstanden, oder? Das war schwierig. Ich erinnere mich sehr gut und war die Episode von Elon Musk, über Elon Musk. Ich war noch im Libanon und das war als Test da gemacht. Und natürlich, das hat viel länger gedauert, als ich jetzt brauche. Aber das war sehr interessant. Man muss dazu sagen, Robert ist eine Maschine, was das Schneiden betrifft. Er schneidet so schnell, so schnell kann man gar nicht gucken. Wie lange hat das damals gedauert mit der Elon Musk Episode? Und wie lange brauchst du heute für eine typische Easy German Episode? Also natürlich, es kommt darauf an, wie schwer das Thema ist. Also damals, glaube ich, ich brauchte für einen ersten Draft vielleicht zwei Tage oder so. Und dann musste ich immer wiederholen und wiederholen. Ich hatte auch deutsche Freunde und ich habe immer nachgefragt, was da ist, was da bedeutet. Oder was überhaupt die Leute gesagt haben. Und deshalb hat das auch länger gedauert. Jetzt kann ich das auch, also für einen ersten Draft, also in ein paar Stunden ein bisschen mehr. Natürlich, es kommt darauf an. Manchmal brauche ich den ganzen Tag, manchmal ein bisschen weniger. Weil, wie ihr wisst schon, also wir haben komplizierte Episoden manchmal. Manchmal sind B1 Niveau, C1. Hast du das Gefühl, das Schneiden der Episoden hat dir nochmal mehr geholfen? mehr geholfen, als wenn man sie jetzt nur schaut mit Untertiteln? Auf jeden Fall. Also ich muss sehr gut zuhören. Und es war auch sehr kompliziert am Anfang, weil direkt auf der Straße, wie die Leute sprechen, das war kompliziert. Und danach nochmal gucken und wiederholen, also die ganze Woche. Und am Ende die Untertitel auf das Video zu legen, dann höre ich das nochmal und dann kann ich direkt die Untertitel lesen. Das ist sehr interessant und das war sehr hilfreich, glaube ich. Also man kann das ja auch replizieren, wenn man kein Videoproduzent bei Easy German ist. Ich kenne das auch. Es gibt einen YouTuber, der heißt Language Simp. Glaube ich. Der schaut unsere Videos, der hat auch mal so Livestreams gemacht. Ungefähr so. Der pausiert wirklich bei fast jedem Untertitel, der ihm interessant vorkommt oder bei jedem Wort und nimmt das dann so auseinander. Also der schaut die Videos nicht nur, sondern der arbeitet wirklich damit, so als würde er die selbst schneiden fast. Ja, ich glaube, das ist auch sehr wichtig. Wir bieten auch sehr verschiedene Formen an, wo die Leute zum Beispiel abonnieren. Also mit Audio only also hören können. Sie können auch zuerst ohne Untertitel auch das Video gucken und danach mit Untertitel und sie können auch vergleichen, wie viel haben sie auch verstanden. Das ist ein super Hinweis. Wenn ihr ein Mitglied seid von Easy German in der Learner Membership, dann bekommt ihr Downloads, nämlich unsere Videos ohne Untertitel oder nur mit deutschen Untertiteln und ihr bekommt auch einen Podcast Feed, wo unsere Videos als Audio. drin sind und das sind sehr nützliche Tools zum Lernen. Ja klar und also sehr wichtig war das für mich. Also by the way, ich habe angefangen mit Easy German zu lernen, als ich in Libanon war und das war also während der Pandemie. Da konnte ich keinen Kurs machen und dann das war durch den Podcast und ich glaube, das ist ein sehr guter Tipp, wie die Leute ihre Aussprache besser machen können. Ja und das war, ich konnte nicht, also ich war bei A1 oder A2 oder fast bei A1 und dann, ich konnte nicht so viel verstehen und damals waren die Episoden sehr lang, also die waren eine Stunde oder eineinhalb Stunden. Ganz am Anfang. Und dann im Libanon, ich musste immer mein Auto farben und weil ich zum Beispiel meine Eltern besuche oder auf dem Weg zur Arbeit, dann habe ich immer das Podcast gehört und ohne das zu verstehen, aber im Hintergrund. Und jetzt bin ich mehr daran gewöhnt, wie, also die Musik der Sprache, also die Betonung der Wörter, wie man also hoch und runter geht, wo gibt es so einen Stress im Wort, auf welchen Stabe und die Betonung und das war sehr, sehr, sehr wichtig für mich. Also die Ausdrücke, wie man, wie man auch die, also laut spricht. Okay, cool, okay, also Easy German ist jetzt natürlich kein Geheimtipp für unsere ZuhörerInnen. Welche andere Millionen? Welche anderen Methoden hast du denn noch benutzt, um auf ein C1 Niveau zu bekommen? Hast du noch andere Tipps? Ich glaube, das war sehr wichtig für mich, deutsche Freunde zu haben und ich habe das also darauf fokussiert. Ich erinnere mich, die erste ein paar Monate, als ich in Berlin war, ich wollte immer Leute kennenlernen und sie waren immer höflich, dass sie mit mir auf Englisch reden wollten, aber ich habe gesagt, hey Leute, sorry, aber lasst uns mal wirklich auf Deutsch sprechen. Okay. Wenn ihr Lust drauf habt. Und dann die erste drei, vier Monate, wir waren immer so in so Gruppen und dann, sie lachen alle und ich habe keine Ahnung, was sie, was sie da gesagt haben. Das ist ein komisches Gefühl, oder? Sehr komisches Gefühl und danach kam ein Schritt, wo ich die Lippen lesen musste, um zu verstehen und dann versteht man, also in Partys oder auch mit. Musik im Hintergrund war so anstrengend, aber muss man immer daran bleiben und ein bisschen pushen und nach drei oder vier Monaten alles direkt auf einmal gewechselt hat und das war perfekt. Das heißt, es gab dann nach ein paar Monaten so einen Moment, wo du plötzlich gemerkt hast, hey, jetzt verstehe ich auf einmal alles. Ja, klar. Und natürlich, ich verstehe mehr meine Freunde und ich weiß jetzt genau, wie sie sprechen und worüber und die Wörter. Wörter, die sie benutzen und so weiter. Das war zuerst schwierig, auch mit unterschiedlichen Menschen und ja, jetzt ist es viel besser geworden. Toll. Hast du auch so einen Moment gehabt, so ähnlich wie Chris, dass du in unserem Team angefangen hast, Deutsch zu sprechen? Also Chris hat erzählt in seiner Episode, dass wir irgendwann, Ja. Ja. Ja. Ja. Und dass wir dann gesagt haben, den Production Call, den Easy German Production Call, den machen wir auf Deutsch. Die meisten Meetings in unserer Firma sind auf Englisch, weil wir eine internationale Firma sind und dass er da dann plötzlich keine Wahl hatte, in dem gleichen Call bist du ja auch. Ich weiß nicht, wie ging dir das? Ja, also zuerst in den ersten ein paar Monaten waren auch ein bisschen schwierig, kompliziert, nicht zu verstehen, sondern zu sprechen und das ist auch wichtig. Ja, also sich auszudrücken, wie man professionell auch Deutsch spricht. Das ist aber natürlich so ein Knackpunkt, das sagen ja auch uns immer wieder Leute, hey, ich höre den Podcast, ich verstehe alles, was ihr sagt, aber ich traue mich nicht zu sprechen oder ich habe das Gefühl, ich kann nicht sprechen. Hast du da einen Tipp? Ja, einfach do it. Ich kann auch etwas dahin, also mit dir. Ich hatte so Schwierigkeiten, auf Deutsch zu sprechen, weil ich hatte immer Angst, dass ich verurteilt werden konnte. Von uns? Verurteilt? Ja, ja, ja, das war, also mit allen Deutschen und das war für mich sehr wichtig, weil mit anderen Deutschlernenden, in unseren Meetups in Berlin oder so, ich konnte so frei sprechen und ich hatte diese Angst nicht und diese Angst ist Schritt für Schritt da gegangen. So ein Moment oder ein Punkt, wo ich sagen kann, jetzt kann ich das machen oder ich bin mir also frei damit, nee, kann ich nicht sagen. Also das kommt also mit der Zeit. Ausdruck der Woche Und du hast einen Ausdruck mitgebracht, der ja interessant ist zumindest. Erzähl doch mal, welchen Ausdruck hast du mitgebracht? Ja, also vor ein paar Wochen, ich habe die Staatsangehörigkeit bekommen und dafür habe ich auch hart gearbeitet und das freut mich sehr, dass die Gesellschaft hat auch also etwas zurückgegeben und ich bin jetzt wirklich echt ein Teil dieser Gesellschaft, meine zweite Heimat. Und sehr interessant als Ausdruck, ich habe das oft gehört in diesen vier Jahren von meinen Freunden, die auch deutsch sind, die sagen, hey, du bist echt eine Kartoffel und das war immer, als ich etwas sehr deutsch gemacht habe, ohne das zu wissen auch. Also du bist eine Kartoffel, das ist ein Begriff, der ja komplex ist. Also ich lese vielleicht mal ganz kurz aus Wikipedia vor. Kartoffel, also wir kennen alle die Kartoffel zum Essen und wir wissen alle, die Deutschen essen viele Kartoffeln. Kartoffel ist eine ethnofaulistische Slangbezeichnung. Ethnofaulistisch kannte ich auch noch nicht, also das ist eine abwertende Bezeichnung für eine ethnisch definierte Gruppe. Okay. Ähnlich wie Allmann im interkulturellen Zusammenhang. Sie wird zur Beleidigung verwendet, kann aber auch humorvoll gemeint sein oder als Selbstbezeichnung fungieren. Und tatsächlich entstand das schon in den 60er Jahren. Genau, ursprünglich Kartoffelfresser und dann Kartoffeln. Also eigentlich ein, sagen wir mal, mindestens problematischer Begriff, wie das oft ist bei solchen. Ja, ethnischen Begriffen oder Abwertungen oder Beleidigungen. Aber mittlerweile benutzen wir das oft einfach, um uns selbst über uns lustig zu machen. Und man sagt, jemand ist eine Kartoffel, wenn er vielleicht so wie ich sehr pünktlich ist, sehr ordentlich ist, sehr diese Stereotype, die man hat über Deutschland bedient. Genau. Und man sagt, jemand ist eine Kartoffel, wenn er vielleicht so wie ich sehr pünktlich ist, sehr lustig ist, sehr diese Stereotype, die man hat über Deutschland bedient. Ich wusste das nicht. Und das habe ich immer als etwas Positives genommen und auch natürlich mit Humor gemeint. Und ich habe immer nachgefragt, hey, ist das beleidigt oder ist das wirklich ein guter Begriff? Und ja, also zum Beispiel mit Bürokratie, ich kann gut umgehen, mit Mülltrennung. Mit Mülltrennung und Bürokratie muss man gut umgehen können. Und ich glaube auch war das Pünktlichkeit. Also ich bin überpünktlich. Also Pünktlichkeit für mich heißt 15 Minuten vor dem Termin, also bereit zu sein. Sehr gut, Robert. Diese kleinen Sachen, ja, und die sind immer, also alle positiv für mich. Und ja, ich freue mich drauf. Also ich glaube, dieser Begriff Kartoffel, ihr solltet den, es kommt sehr auf den Kontext an. Ihr solltet den vielleicht kennen, damit ihr wisst, was damit gemeint ist. Aber es kann, denke ich, ein sehr problematischer Begriff sein, wenn er der Ausgrenzung dient. Wenn man zum Beispiel in einer Gruppe sagt, ihr seid die Kartoffeln und ihr seid die anderen. Aber wenn man ihn benutzt, um sich selbst zum Beispiel bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben und mit einem Augenzwinkern darüber zu lachen. So wie Allmann. Es gibt ja auch diesen Instagram-Kanal Allmann Memes, wo eben so sehr deutsche Sachen gezeigt werden. Dann ist das, denke ich, völlig in Ordnung. Ja, ich stimme zu. Und Robert, eine Empfehlung hast du uns auch noch mitgebracht. Du bist ja Filmliebhaber, du bist Filmemacher, du machst selbst Filme und schaust sehr viele Filme. Wir empfehlen. Wir empfehlen hier im Podcast viel zu selten deutschsprachige Filme, weil Cari und ich, glaube ich, viele Dokus gucken und YouTube-Videos, aber nicht so viele Filme. Hast du uns einen mitgebracht? Also Dokus sind auch Filme und die sind auch sehr interessant manchmal. Natürlich, natürlich. Ja, also heute, ich kenne einen Film. Ich habe den Film vor ein paar Jahren geguckt. Der Film heißt Das leere Zimmer. Sehr gut gemacht, glaube ich. Die Schauspieler waren auch. Großartig und. Worum geht es? Das leere Zimmer? Das leere Zimmer ist ja der Raum in einer Schule, wo die LehrerInnen sich in der Pause treffen, um nicht dann mit den SchülerInnen abhängen zu müssen. Das stimmt und es geht um ein Problem mit einer Lehrerin und auch ein Schüler, der Migration-Hintergründe hat. Und es geht um die Situation. Das ist ein Problem, glaube ich, hier in Deutschland, in verschiedenen Schulen. Es geht um Kinder mit Migrations-Hintergründe. Es geht auch um ethische Probleme, die auch die Lehrer jeden Tag, also in einer Schule, sehen oder erfahren sollen. Also der Schulalltag, das, was da die Realität ist, wird realistisch auch dargestellt. Ja, und ich glaube, der Film wurde auch zu Oscars. Äh, geschickt von der Deutsche. Also wurde nominiert für einen Oscar? Äh, nominiert, ich glaube, ich weiß jetzt nicht, ob das war nominiert, aber von allen deutschen Filmen in diesem Jahr wurde diesen Film auch, also geschickt. Ah, okay. Und ja, ich fand den Film sehr gut, sehr gut gemacht. Das leere Zimmer von 2023 verlinken wir euch in den Shownotes. Ja, right. Robert, das war spannend und inspirierend. Und wir machen jetzt schon Schluss, denn du musst jetzt direkt raus in die Stadt, nach Istanbul. Was wir hier genau vorhaben, was wir machen und ob und wie Kari hier angekommen ist, das erzählen wir euch in der nächsten Episode. Surprise, surprise. Und Robert, in unserer Aftershow, die ihr als Mitglied von Easy German hören könnt, möchte ich zumindest nochmal kurz hören, wie du es geschafft hast, so schnell. deutscher Staatsbürger zu werden. Ja, das war eine verrückte Geschichte. Ich hatte ein bisschen Glück auch und hat alles geklappt. Okay, danke, dass du dabei warst und bis bald. Bis bald.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Robert, Videoproduzent bei Easy German, stammt aus dem Libanon und lebt seit vier Jahren in Berlin.
  2. Er lernte Deutsch im Libanon bis B1-Niveau, um ein Visum zu bekommen, und verbesserte sein Deutsch durch die Arbeit bei Easy German.
  3. Das Schneiden der Videos half ihm besonders beim Hörverständnis, da er viele Interviews wiederholen und Untertitel erstellen musste.
  4. Er betont die Bedeutung von persönlichem Unterricht, deutschen Freunden und regelmäßigem Üben – auch wenn man anfangs nichts versteht.
  5. Robert hat kürzlich das C1-Zertifikat bestanden und die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.
  6. Als Ausdruck der Woche stellt er „Kartoffel“ vor, das humorvoll für typisch deutsche Eigenschaften wie Pünktlichkeit und Ordnungsliebe verwendet wird.
  7. Er empfiehlt den Film „Das leere Zimmer“ (2023), der den Schulalltag mit Migrationshintergrund realistisch zeigt.

Summary:

In dieser Podcast-Episode begrüßt Manuel den Videoproduzenten Robert, der ursprünglich aus dem Libanon stammt und seit etwa vier Jahren bei Easy German in Berlin arbeitet. Robert erzählt, dass er im Libanon Regie und Drehbuch studierte und sieben Jahre im Fernsehen arbeitete, unter anderem bei Shows wie „The Voice“ und „Arabs Got Talent“. Nach seiner Ankunft in Deutschland lernte er Deutsch intensiv weiter – zunächst mit Kursen bis B1, dann vor allem durch seine Arbeit bei Easy German.

Besonders das Schneiden der Videos half ihm, das gesprochene Deutsch besser zu verstehen, da er Interviews wiederholen und Untertitel erstellen musste. Er betont, wie wichtig persönlicher Unterricht, deutsche Freunde und das aktive Sprechen waren, auch wenn es anfangs Überwindung kostete. Nach vier Jahren hat er das C1-Zertifikat bestanden und die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Als Ausdruck der Woche erklärt er den Begriff „Kartoffel“, der humorvoll für typisch deutsche Eigenschaften wie Pünktlichkeit oder Ordnungsliebe verwendet wird, aber auch problematisch sein kann. Abschließend empfiehlt er den Film „Das leere Zimmer“ über den Schulalltag mit Migrationshintergrund. Die Episode endet mit einem Ausblick auf die nächste Folge, in der Kari von ihrer Reise nach Istanbul berichten wird.

FAQs

Robert ist Videoproduzent bei Easy German und arbeitet seit etwa vier Jahren im Team. Er bereitet Episoden vor, dreht mit dem Team und schneidet die Videos.

Robert kommt ursprünglich aus dem Libanon, genauer aus der Nähe von Baalbek. Er hat Regie und Drehbuchschreiben studiert und sieben Jahre als Freiberufler im Fernsehen gearbeitet, unter anderem bei Shows wie The Voice und Arabs Got Talent.

Robert begann Ende 2018 mit Deutschkursen und erreichte in etwa acht Monaten das Niveau B1, um ein Visum zu bekommen. In Deutschland lernte er durch Easy German, deutsche Freunde, das Schneiden der Videos und durch viel Zuhören und Sprechen weiter.

Robert sagt, sein Gehirn funktioniert am besten, wenn er zuerst akademisch lernt und die Regeln erklärt bekommt. Danach kann er mit Apps oder Filmen lernen, aber die Logik der Sprache muss er zuerst verstehen.

Beim Schneiden musste Robert sehr gut zuhören, wiederholen und die Untertitel lesen, was sein Verständnis stark verbesserte. Am Anfang war es schwierig, weil die Leute auf der Straße anders sprechen, aber es wurde mit der Zeit einfacher.

'Kartoffel' ist eine umgangssprachliche Bezeichnung, die oft humorvoll für sehr deutsche Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Ordnung oder Mülltrennung verwendet wird. Sie kann aber auch abwertend sein, wenn sie zur Ausgrenzung dient, und sollte daher im Kontext betrachtet werden.

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