Ein Streitgespräch führen - Darauf solltest du achten
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Streitgespräche können durch bewusste, emotionale und selbstreflektive Kommunikation verändert werden. Der Kern liegt in der Fähigkeit, dem Partner wirklich zuzuhören und seine Gefühle zu verstehen, ohne sofort zu reagieren. Dazu gehört die Selbstreflexion: Man überlegt, warum eigene Handlungen negative Wirkungen auf den Partner haben können, auch wenn die Absicht gut gemeint ist. Statt Vorwürfe werden Wünsche formuliert, wobei die Ich-Perspektive und Gefühle eingebracht werden, um Verletzungen zu vermeiden. Gleichzeitig wird betont, dass Gespräche auf Augenhöhe stattfinden müssen – mit Respekt, ohne Beleidigungen. Bei intensiven Emotionen wird empfohlen, kurz zu pausieren, um die Wut oder Traurigkeit zu reduzieren und später wieder offen zu sprechen. Regelmäßige Reflexionszeiten, wie gemeinsame Spaziergänge, stärken das Vertrauen und die Wertschätzung im Paar. Diese Prinzipien sind nicht vollständige Lösungen für tiefere Konfliktsituationen, sondern wichtige Impulse, um Streitgespräche weniger verletzend und mehr verständnisvoll zu gestalten.
Hallo und herzlich willkommen zum nächsten Podcast der Lebensidealisten.
Ich bin Ina.
Ich bin Florian.
Und in diesem Podcast möchten wir euch einige positive Impulse zum Thema Streitgespräch mitgeben.
Man kann eigentlich ganz grundsätzlich sagen, dass sich Themen immer über die Zeit entwickelt haben
und es eine tiefer liegende Ursache gab oder man an den Punkt zurückgehen muss, wo es mal gut war
und da die Ursache lösen, damit das eigene Streitverhalten sich nachhaltig verändern kann.
Doch diese nachhaltige Veränderung und den Punkt zu finden, wo war es mal gut, das zu lösen und so weiter,
das ist halt ein Prozess, den man mit Coaches durchlaufen kann,
den man vielleicht auch mit Online-Programmen durchlaufen kann, wie auch immer.
Auf jeden Fall ist das nichts, was sich von heute auf morgen verändern kann.
Von daher haben wir uns Gedanken gemacht, was sind Impulse, die ihr direkt umsetzen könnt
und vielleicht dadurch euer Streitgespräch, eure Konflikte sofort auf eine andere Stufe bringen könnt
und sie ein bisschen angenehmer vielleicht machen und die Streitgespräche nicht mehr so verletzend werden,
wie sie vielleicht jetzt der Fall sind.
Also, dass wir vielleicht schon mal schauen, dass die Eskalationsstufe ein Stück reduziert
Also ein paar ganz praktische Tools.
Ganz praktische Tools.
Vielleicht kennt ihr sie auch alle schon oder kennt einzelne und nimmt ein, zwei Impulse mit raus
oder habt sie schon probiert.
Aber ich denke, für viele ist das dennoch sehr, sehr hilfreich, das mal so sich komplett anzusehen.
Genau, fangen wir gleich mit dem Ersten an.
Zuhören und Verstehen.
Zuhören und Verstehen klingt so einfach, aber sich die Meinung des Partners wirklich anzuhören.
Und das auszuhalten.
Genau, auszuhalten, ganz bewusst.
Ohne zu unterbrechen, sich mal die Frage zu stellen, wie fühlt sich mein Partner oder meine Partnerin in der Situation
und warum ist gerade die Emotion da?
Also den Blickwinkel einmal zu ändern.
Und dann habe ich häufig auch selber ein anderes Gefühl zu dem Konflikt.
Also wenn ich die Absicht von dem anderen dahinter erkennen kann oder das Gefühl dazu sehen kann,
dann komme ich erst in den Modus, dass ich zuhören, annehmen und verstehen kann.
Also annehmen kann, warum.
Und derjenige vielleicht jetzt gerade so aufgewühlt ist.
Und dazu gehört ja ganz klar die Voraussetzung, dass jeder in positiver Absicht handelt.
Und sei es für sich selbst nur.
Sei es im Mindestmaß für sich selbst, genau.
Und das erst mal als Grundlage zu sehen, dass auch wenn der Partner gerade auf einen zugeht
und es kommt bei mir als Vorwurf an, vielleicht kurz innezuhalten und zu sagen,
Mensch, was ist gerade die positive Absicht?
Was ist sein Bedürfnis?
Welches Gefühl habe ich ausgelöst?
Also vielleicht macht das bei mir gerade einen Unterschied.
Oh, ein gutes Gefühl, weil mein Partner auf mich zugeht und bei mir was als Vorwurf ankommt.
Aber habe ich ihn vielleicht zuerst verletzt?
Also habe ich vielleicht mit meinem Verhalten vorher bei ihm was ausgelöst?
Also zuhören und verstehen, sich Gedanken machen, wo wir eigentlich auch schon beim zweiten Punkt gelandet sind,
nämlich bei der Selbstreflexion.
Also das eigene Verhalten einmal zu reflektieren und zu überlegen,
warum sich der Partner in der Situation schlecht behandelt gefühlt hat.
Also da wieder auf den Blickwinkel zu wechseln, zu sagen, okay,
was habe ich eigentlich gemacht und warum habe ich das gemacht?
Und warum könnte sich jetzt der andere mit meinem Verhalten schlecht fühlen?
Obwohl ich ja die positive Absicht hatte.
Das ist nämlich immer genau der Hintergrund.
Und ich handel in einer positiven Absicht.
Dennoch kann das bei anderen auf der Gefühlsebene negative Auswirkungen machen.
Und sich da hineinzuversetzen, mal den Blickwinkel, den Standpunkt des Partners einzunehmen
und zu überlegen, gibt es auch eine Möglichkeit, dass mein positives Verhalten auch bei mir eigentlich negativ,
ein positives Gefühl machen könnte.
Und vielleicht kannst du das dadurch ein bisschen besser nachvollziehen,
wie sich dein Partner in der Situation fühlt.
Ansonsten sind wir bei Punkt 1, zuhören und verstehen.
Also hör deinem Partner zu.
Und wenn er mitteilt, welches Gefühl das bei ihm auslöst,
dann kannst du im Regelfall darauf vertrauen, dass das so ist.
Auch wenn das bei dir nicht so wäre und du das gut meintest.
Bei deinem Partner hat es aber dieses Gefühl gemacht.
Genau.
Da vielleicht auch ein bisschen abzuweichen, zu schauen, okay, nur weil ich das nicht so fühle,
kann es da trotzdem jemand anders so fühlen.
Wir haben alle unterschiedliche Wahrnehmungen.
Dann der nächste Punkt, Wünsche statt Vorwürfe.
Das hast du vielleicht schon mal gehört, dass gesagt wird,
ja, wenn du etwas von deinem Partner möchtest oder so,
formulier das als Wunsch und nicht als Vorwurf.
Also ich wünsche mir von dir das.
Was steckt dahinter?
Ich habe ja, nehme dann so die Ich-Perspektive ein.
Also ich spreche nur von mir selbst.
Ich spreche nicht allgemein.
Also nicht, man muss doch mal, sondern ich.
Ich, also immer beim Ich zu bleiben.
Da fühlen sich viele Menschen einfach nicht angegriffen,
weil die Person das ja von sich berichtet.
Und das ist schon so ein kleiner Hebel,
der in Konfliktsituationen, Streitgesprächen schon viel ausmachen kann manchmal.
Wenn die Komponente Gefühl mit hinzukommt, dann vor allen Dingen.
Also wenn ich sage, das hat bei mir das Gefühl gemacht,
dann kann man das Gefühl ja nicht absprechen.
Nee, wenn ich sage, ich habe Bauchschmerzen,
dann kann das sein, dass es bei dir keine Bauchschmerzen gemacht hat.
Aber du kannst mir ja meine Bauchschmerzen nicht absprechen.
Genau, aber auch Ich-Botschaften können natürlich schwierig sein.
Wenn die Ich-Botschaft dazu führt, dass ich sage,
wie ich das besser machen würde oder wie ich das richtiger mache
oder wie ich sowieso alles besser mache,
dann bringt auch die Ich-Botschaft nichts.
Also das funktioniert natürlich nur dann,
wenn ich auf der Gefühlsebene bleibe und sage,
bei mir hat das Gefühl, hat das Verhalten von dir das Gefühl gemacht
und das fühlt sich nicht gut an.
Und dass der andere das dann vielleicht sehen
und anerkennen kann und man dann darauf eingeht.
Also Ich-Botschaften funktionieren vor allen Dingen
in Kombination mit Gefühlen.
Und wenn man Raum lässt zur Antwort auch.
Also wenn ich dann auch mal Luft hole und sage,
okay, ich lasse das einfach mal wirken, was ich gesagt habe
und lasse dem anderen die Möglichkeit darauf auch zu antworten.
Genau, also sein Gefühl stehen lassen
und nicht anfangen zu rechtfertigen,
sachliche Gründe zu suchen, genau, zu interpretieren,
sondern das Verhalten objektiv beschreiben,
was bei mir ist.
Und wenn man dann auch mal so ein ungutes Gefühl gemacht hat,
das Ganze dann mit dem Gefühl untermauern
und somit dann aufs Gefühl gehen.
Und wenn man, wenn keine Verletzung da ist,
dann auch wirklich zu prüfen,
kann ich den Wunsch so aussprechen,
ohne dass er als Vorwurf ankommt.
Da sind wir wieder bei einem Thema,
was wir auch im letzten Podcast hatten,
dass man das innerlich einmal durchspielt.
Also sich innerlich zu überprüfen.
Wenn ich mir vorstelle,
ich würde diesen Wunsch an meinen Partner richten,
und ich könnte mich dabei selbst beobachten,
habe ich die Haltung und die Aussprache,
dass das wirklich als Wunsch ankommt,
oder kommt das als Vorwurf an?
Und auch noch mal zu prüfen,
habe ich vorher vielleicht mit meinem Verhalten
schon mal meinen Partner verletzt,
sodass das vielleicht bei dem ein Thema sein könnte?
Und wenn ich dann den Wunsch ausspreche,
dass der aus seiner Verletztheit heraus
das nur noch als Vorwurf annehmen kann.
Genau.
Und damit kommen wir auch zum letzten Punkt,
Gespräch auf Augenhöhe.
Damit ist natürlich gemein,
man sollte in einem Streitgespräch
nie den Respekt gegenüber dem Partner oder Partnerin verlieren
und vor allem nicht beleidigen.
Was ja, das hatten wir in einem anderen Podcast
ja auch schon besprochen,
einmal leider gar nicht so selten der Fall ist,
dass in der Kommunikation auch Beleidigungen
ein Bestandteil sind.
Also in Ruhe miteinander reden ist natürlich angenehmer,
verhindert auch natürlich in dem Sinne auch die Eskalation.
Wir fahren beide nicht so extrem hoch,
wenn es ein ruhiges Gesprächslevel ist,
wenn beide darauf beteiligt sind,
auf Augenhöhe zu bleiben im Gespräch.
Genau.
Ja, und vielleicht ist es dann manchmal doch besser,
das Gespräch ein paar Minuten, eine Stunde, zwei Stunden zu vertagen
und zu sagen, lass uns da mal in zwei, drei Stunden drauf schauen.
Ich merke gerade, die Emotionen kochen bei mir hoch.
Ich komme mal ein bisschen runter
und dann können wir da vielleicht wieder besser
und im Guten miteinander sprechen
und deutlich angenehmer das Ganze gestalten,
bevor man halt merkt,
dass das Ganze gut geht.
Also wieder Selbstreflexion.
Habe ich die wertschätzende Haltung, die gebraucht wird?
Absolut.
Da gibt es ja verschiedene Dinge.
Also ich habe zum Beispiel ein Paar im Coaching gehabt,
die haben das für sich vorher schon vereinbart.
Die haben immer den Samstag genommen
und haben am Samstag einen Reflexionsspaziergang gemacht.
Also sind dann gemeinsam spazieren gegangen
und haben für sich als Paar die Woche reflektiert
und geschaut, wo sind ungute Gefühle entstanden,
wo war ein Verhalten, was vielleicht nicht so gut war
und haben das miteinander ganz umgekehrt.
Ganz offen besprochen,
aber dann immer dadurch sozusagen Zeit versetzt,
wenn die größte Emotion erstmal raus ist,
dass man durch diesen Spaziergang in die Haltung kommt.
Beide sind offen für dieses Gespräch.
Beide nehmen sich dafür Zeit, haben die Ruhe
und dadurch können die beiden da sehr, sehr gut drüber sprechen.
Die beiden waren sich aber dann auch einig,
dass man das bei kleineren, mittleren Themen machen kann.
Wenn es aber eine starke Verletzung ist,
dass man die dann vielleicht doch sofort lösen müsste.
Für all diese Dinge liegt natürlich zugrunde,
dass eigentlich die Kernursachen gelöst sein müssten
oder es halt einfach nur weitere Impulse sind,
weitere Ansätze sind,
die Eskalation ein Stück weit im Schach zu halten sozusagen.
Weil wenn dort extrem viel Wut, extrem viel Traurigkeit,
starke Ängste in unserem Basisgefühl sind,
die hochploppen können,
dann kann es sein, dass diese Tipps nur schwer anwendbar sind.
Also es heißt, die Selbstreflexion ist da ein Riesenbestandteil eigentlich.
Also sich selbst zu hinterfragen.
In welcher Situation entsteht es bei mir?
Und wie kann ich rechtzeitig die Reißleine ziehen, um zu sagen,
das läuft gerade in eine ungute Situation hinaus,
wo wir uns beide gegenseitig stark verletzen werden.
Wir müssen was tun.
Genau, wir hoffen, wir konnten euch einige positive Impulse mitgeben
und freuen uns auf den nächsten Podcast.
Ihr dürft euch natürlich auch gerne freuen, wenn das euch geholfen hat.
Okay, bis zum nächsten Mal.
Bis dann.
Ciao.
Untertitelung des ZDF für funk, 2017
Podcast Summary
Key Points:
Zuhören und verstehen bedeutet, sich bewusst auf den anderen Blickwinkel zu konzentrieren, ohne zu unterbrechen, und zu erkennen, welches Gefühl der Partner auslöst.
Selbstreflexion hilft, das eigene Verhalten zu analysieren und zu überlegen, warum es dem Partner missmutig oder verletzt wirkt, auch wenn die Absicht positiv war.
Statt Vorwürfe sollten Wünsche formuliert werden, wobei die Ich-Perspektive und Gefühle verwendet werden, um Verletzungen zu vermeiden.
Das Ausdrücken von Wünschen muss im Inneren durchgespielt werden, um sicherzustellen, dass sie als Wunsch und nicht als Vorwurf wahrgenommen werden.
Gespräche auf Augenhöhe betonen Respekt, Vermeidung von Beleidigungen und die Möglichkeit, emotionale Welle zu reduzieren, indem man auf eine Pause wartet.
Regelmäßige Reflexionen, wie beispielsweise gemeinsame Spaziergänge, fördern ein offenes und wertschätzendes Miteinander.
Kleine Konflikte können auf diese Weise gezielt vermittelt und auf eine angenehmere Stufe gebracht werden, ohne dass tieferliegende Ursachen verschlossen werden.
Ein solcher Ansatz dient nicht als vollständige Lösung, sondern als Instrument, um Eskalationen zu verlangsamen und die Kommunikation lebendiger zu gestalten.
Summary:
Streitgespräche können durch bewusste, emotionale und selbstreflektive Kommunikation verändert werden. Der Kern liegt in der Fähigkeit, dem Partner wirklich zuzuhören und seine Gefühle zu verstehen, ohne sofort zu reagieren. Dazu gehört die Selbstreflexion: Man überlegt, warum eigene Handlungen negative Wirkungen auf den Partner haben können, auch wenn die Absicht gut gemeint ist.
Statt Vorwürfe werden Wünsche formuliert, wobei die Ich-Perspektive und Gefühle eingebracht werden, um Verletzungen zu vermeiden. Gleichzeitig wird betont, dass Gespräche auf Augenhöhe stattfinden müssen – mit Respekt, ohne Beleidigungen. Bei intensiven Emotionen wird empfohlen, kurz zu pausieren, um die Wut oder Traurigkeit zu reduzieren und später wieder offen zu sprechen.
Regelmäßige Reflexionszeiten, wie gemeinsame Spaziergänge, stärken das Vertrauen und die Wertschätzung im Paar. Diese Prinzipien sind nicht vollständige Lösungen für tiefere Konfliktsituationen, sondern wichtige Impulse, um Streitgespräche weniger verletzend und mehr verständnisvoll zu gestalten.
FAQs
Denn nur so kann man den Blickwinkel des Partners verstehen und erkennen, warum er emotional reagiert. Das führt zu mehr Verständnis und verhindert, dass das Gespräch verletzend wird.
Man spricht immer von sich selbst mit der Ich-Perspektive, z. B. „Ich wünsche mir, dass du mehr Zeit mit mir verbringst“. So wirkt die Aussage nicht als Angriff, sondern als Wunsch.
Weil sie den Fokus auf Gefühle legen und nicht auf Schuld oder Verantwortung. Dadurch fühlen sich beide Seiten weniger bedroht und können besser verstanden werden.
Damit Respekt und gegenseitiges Verständnis erhalten bleiben. Beleidigungen oder Angriffe verhindern, dass das Gespräch eskaliert und sich verschlechtert.
Wenn Emotionen hochkochen, kann man sich ruhiger auf das Gespräch vorbereiten. Das reduziert die Gefahr, dass sich das Gespräch verletzend oder eskalierend entwickelt.
Man sollte sich fragen, warum ein Verhalten den anderen verletzt hat, ob es durch eigene Handlungen entstanden ist und ob dies die Emotionen auslöst.
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